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  • #1

12 Jahre ohne feste Partnerschaft - kann man das sagen?

Liebes Forum

Meine letzte feste Partnerschaft hatte ich (w/39) vor 12 Jahren. Zwischen 14 und 27 war ich immer in Partnerschaften. Als die Partnerschaft vor 12 Jahren zu Ende ging (er hat mich für eine Freundin von mir verlassen) hatte ich zunächst ein Jahr Techtelmechtel, dann 4 Jahre nichts, dann 4 Jahre eine Affäre mit einem gebundenen Mann (nach dem Motto, nichts ist besser als gar nichts), seit drei Jahren bin ich nun wieder ohne Männerkontakt.

Mein Umfeld bescheinigt mir ständig, dass ich eine sehr attraktive, intelligente und warmherzige Frau bin. Viele Leute denken, dass ich einer Beziehung und verheiratet sei und sind erstaunt, wenn ich sage, dass das nicht so ist. Ich hab in den letzten Jahren viel gearbeitet. Für mich ist es irgendwie sehr schwierig zuzugeben, dass ich schon so lange Single bin. Wenn man Männer kennenlernt, fragen die häufig, vor allem beim Online-Dating, wie lang man schon Single sei. Mich bringt das immer ein wenig in Bedrängnis, ich mag ja auch nicht Lügen.

Zu einem späteren Zeitpunkt und wenn ich den Mann mag und was entsteht, sprech ich gern mit ihm drüber, aber doch nicht bei einem Erstkontakt.

Gibt es hier Leute in einer ähnlichen Situation und wenn ja, wie geht ihr damit um?
 
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  • #2
Liebe FS,

mir geht es auch so. Gefragt bin ich das noch nie, das kam eher so nebenbei raus, aber ich bin Single-Mama und habe dann gesagt, dass ich wenig Zeit hatte, jemanden vernünftiges kennenzulernen, weil mich Job und Kind, beides will und habe ich gut gemacht, sehr gefordert hat. Dann kam mein Kind in die Pubertät, auch da wollte ich keinen Mann mir ins Haus holen.

Jetzt bin ich relativ frei, mein Kind fast volljährig und jetzt schaue ich wieder ganz intensiv nach einem Sahneschnittchen.

Sag einfach, dass es schon länger her ist, dass es Beziehungsversuche gab, aber viele der Männer noch getrennt leben, Schulden oder ähnlich Probleme hatten und es daher zu keiner festen Beziehung kam.

Ein kluger Mann, der sich wirklich für dich interessiert, wird das verstehen.

Auf der anderen Seite schau noch mal, wo es wirklich bei dir gehabert hat, warum du Affären usw. eingegangen bist. Vielleicht hast du auch ein kleines Trauma erlitten, weil der Letzte dich für eine Freundin verlassen hat. Muss ziemlich hart für dich gewesen sein. Vielleicht hilft hier eine kurze therapeutische Beratung, um das zu klären.

w 49
 
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  • #3
Besser du vermeidest das Thema, umgehst es. Sag einfach, dass du über vergangene Beziehungen nicht so gerne sprichst, schon gar nicht am Anfang.

Das Thema "Dauersingle" wurde hier im Forum schon öfter angesprochen, für gefühlte 90% scheint es ein riesen Problem zu sein, ja das NoGo (bescheuertes Wort) schlechthin. Da wirst du schnell in die Schublade beziehungsunfähig (noch ein bescheuertes Wort) gestopft.

m Dauersingle (erfährt aber keiner ;-)
 
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  • #4
Sag einfach, dass es schon länger her ist, dass es Beziehungsversuche gab, aber viele der Männer noch getrennt leben, Schulden oder ähnlich Probleme hatten und es daher zu keiner festen Beziehung kam.
Statt die Schuld dem Universalsündenbock "Mann" zuzuschieben und mögliche Folgefragen zu riskieren, könntest Du auch einfach die Wahrheit sagen. Du warst nicht 12 Jahre ohne Beziehung, sondern hattest auch eine vierjährige Affaire mit einem verheirateten Mann. Das wäre doch zumindest ehrlich und mich als Mann würde das definitiv interessieren.

Ansonsten könntest Du auch einfach sagen, dass es "schon etwas länger her" ist.
 
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  • #5
Bekommt die eine Seite die Antwort, dass die andere Seite schon seit mehreren, vielen Jahren ungebunden ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass schnell weitere Eindrücke so eingeordnet werden, dass das Interesse verloren geht: Der/ Die ist nicht attraktiv, hat kein gutes aktives Sozialleben o. ä.

Ich werde es zukünftig nicht mehr offen bringen, vielleicht nicht mal, wenn ich dann eine Frau gefunden habe. Ich werde zur Not irgendetwas erfinden.

Es ist natürlich völlig falsch, dass ein Dauersingle nicht eine gute Beziehung starten und dauerhaft führen kann. Dies trifft jedenfalls auf mich nicht zu.
 
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  • #6
Das Thema "Dauersingle" wurde hier im Forum schon öfter angesprochen, für gefühlte 90% scheint es ein riesen Problem zu sein, ja das NoGo (bescheuertes Wort) schlechthin.
Das Forum ist ja nicht gerade repräsentativ, da zu 80-90 % Frauen antworten...

Aus meinem eigenen Umfeld und in meinem Alter (+/- 50) habe ich eher den Eindruck, dass man als Frau und Dauersingle für Männer interessanter ist, als wenn man erst kurze Zeit beziehungslos ist und vorher eine Beziehung nach der anderen oder eine lange Ehe hatte.

Für Männer kommt man scheinbar "frischer", unverbrauchter, unverdorbener" rüber, als wenn man fast nahtlos von einer Beziehung in die andere hüpft. Gerade in meinem Alter machen das eben auch viele Frauen, vor allem die finanziell schlecht gestellten und Unselbstständigen, die sich eine Verbesserung ihrer Lebensqualiät vom Mann erhoffen (Finanzen und Handwerkliches, Steuererklärung ect., was sie selbst nicht gebacken bekommen). Männer wollen zwar "gebraucht" werden, aber sicher nicht auf diese Weise?

Ich würde beim ersten Date dem potentiellen Partner nicht gleich auf die Nase binden, dass ich seit 2006 keinerlei "Männerkontakt" (ONS hatte ich eh nie) hatte und die letzte lange Beziehung 2002 endete. Wenn er explicit nachfragt, würde ich das aber durchaus sagen. Dass ich deswegen nicht unattraktiv, weltfremd, altjüngferlich, schrullig oder beziehungsunfähig bin, merkt er beim Date ja selbst.

Insbesondere, wenn man -wie ich- "freiwillig" alleine blieb und dem Mann erklärt, dass man erst seit kurzem wieder einen Partner sucht. Dass man wählerisch ist und eine Beziehung nur eingehen will, wenn es ein ganz besonderer Mann und die zu erwartende Beziehung für beide Partner bereichernd ist. Da fühlen sich viele Männer dann sogar geschmeichelt, dass man sie in die engere Wahl nimmt...

Liebe FS, mach Dir keine Gedanken, man muss sich nur gut verkaufen, dann ist eine längere Single-Zeit kein Problem.

w, 51
 
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  • #7
<- mod Chat gelöscht >
Die Beziehung zu dem gebundenen (nicht verheirateten) Mann hätte ich wohl nicht eingehen sollen. In den letzten drei Jahren fehlte schlicht die Zeit: Karriere, Weiterbildung, leben an zwei 250 Km auseinanderliegenden Orten, Job, 70-Stundenwoche. Dann kam der Burnout. Heute bin ich klüger. Ich kann nichts mehr zurückdrehen, nur nach vorne schauen. Hab einen guten Freundeskreis, einen super Job, einen guten Leumund, eine wunderschöne Wohnung und - ein offenes Herz :) wahrscheinlich war das in den letzten Jahren ein wenig zu.
 
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  • #8
<- mod Chat gelöscht >
Der Mann war zwar gebunden, aber nicht verheiratet. Dem "Mann" mag ich auch keinen Sündenbock zuschieben ;-) Letztlich war ich ja nicht bereit. Es gibt viele gute und liebenswerte Männer. Es war halt einfach irgendwie mein Herz zu. Ich wollte zwar eine Beziehung, hatte dann aber hält wohl doch Schiss. Nun ist mein Herz offen und ich bin parat für eine Partnerschaft auf Augenhöhe, wie man immer sagt ;-) (die FS)
 
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  • #9
Wir haben doch alle unser Päckchen zu tragen.

Natürlich redet man beim Erstkontakt lieber über angenehme, fröhliche Dinge. Aber wenn einem danach ist, kann man doch auch darüber reden. Es gibt schlimmeres.

m
 
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  • #10
Gute Frage. Ich würde spontan sagen: wer mit Deiner Vergangenheit nicht klarkommt, kann auch nicht Dein(e) Lebenspartner(in) werden.
Es käme zumindest mir persönlich seltsam vor, mit einem Menschen das Intimste zu teilen, jedoch prägende Erfahrungen aus der Kommunikation auszuklammern. Mich beschleicht immer ein unangenehmes Gefühl, wenn ich spüre, dass mir ein wichtiges Detail aus dem Lebenspuzzle meines Partners bewusst vorenthalten wird. Dann beginne ich mich zu fragen, warum er mir nicht vertrauen kann und werde letztlich die gesamte Beziehung in Frage stellen.
Nein, ich muss ehrlich sein können und zu meinen Fehlern stehen dürfen. Genauso möchte ich ziemlich detailliert alles über meinen Partner wissen, Erfolge wie Fehlschläge. Dann erst werde ich ihn verstehen - und wen ich verstehe, kann ich auch lieben. Wer sich nicht offen zeigt, gibt sich nicht ganz hin - und gerade die Hingabe ist doch das, was die menschliche Begegnung reich macht.
Ich bin sicher, es werden sich noch einige zu Wort melden, die genau das Gegenteil propagieren. Denen will ich gar nicht absprechen, dass sie sich mit genau diesem Entwurf, der meinem so vollkommen widerspricht, am wohlsten fühlen können. Auch in dieser Hinsicht gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen, und es sollen einfach die zueinander finden, die dasselbe Konzept von Glück in sich tragen.
w
 
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  • #11
@#8:

Den Eindruck hatte ich in der Vergangenheit leider nicht. Ich kenne natürlich nicht alle Männer dieser Erde, aber von denjenigen, die ich kennengelernt habe, hatte ich den Eindruck, dass sie eher mit einer promiskuitiven Nymphomanin leben könnten als mit einer Frau, die bislang nur eine feste Beziehung (und dementsprechend wenig -sprich: ja recht einseitige- "Schulung" in der Horizontalen erfahren) hat.

Für manche Männer gibt es leider eben nichts Schlimmeres, weil sie den Eindruck haben, "einem Kindergartenkind das Fahrradfahren beibringen zu müssen".

Ich denke, die FS sollte das Thema aussparen, bis sie einschätzen kann, um welche Sorte Mann es sich bei ihrem Date handelt: Um die, die es abkann, oder um die andere.
Da es gerade bei Frauen heute als Makel gelten kann, wenn man (ich übertreibe jetzt) "übriggeblieben" ist und 12 Jahre lang nicht gewollt wurde von einem Mann, meine ich, man sollte zwar nicht lügen, aber diplomatisch sein.

Alles Gute,
w (35)
 
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  • #12
Also: 12-4( Affaire)= 8... 8-1 ( Techtelmechtel)= 7
Ok also 7 Jahre, in denen Du auch mal verarbeiten musstest was du erlebt hast, in denen es dir mal nicht gut ging wegen der Allgemeinsituationund du bewiesen hast, das du nicht jeden nimmst, nur weil er da ist, sondern du auch Ansprüche hast
Also ich weiß nicht was daran so schlimm sein sollte.
Ich wäre geehrt, wenn ich das Gefühl hätte, das ich jetzt der bin, der wieder in dein Herz darf
 
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  • #13
Ich sehe das so: Dem Richtigen kann und sollte man das natürlich sagen und der Richtige wird da dann auch keinerlei Problem mit haben. Insbesondere wird der Richtige auch kein Problem damit haben, wenn man ihm solche Dinge nicht gleich zu Beginn erzählen möchte und dies auch offen so kommuniziert. Wer nicht lange genug warten kann bis eine gewisse Vertrauensbasis für solche ja doch sehr intimen Details aufgebaut wurde, der ist halt nicht der Richtige. Und dann war es meiner Meinung auch richtig, ihm das nicht erzählt zu haben.

Ich selbst kann über solche Details jedenfalls auch erst reden wenn ich meinem Gegenüber genug vertraue und kann die Angst, diese dem falschen Menschen anzuvertrauen, daher auch vollkommen verstehen.

m, 32
 
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  • #14
Für manche Männer gibt es leider eben nichts Schlimmeres, weil sie den Eindruck haben, "einem Kindergartenkind das Fahrradfahren beibringen zu müssen".
Ein Mann, der wirklich so denkt, ist meiner Meinung aber auch komplett für die Tonne. Ich meine, wie lange braucht es denn bitte, um sich diesbezüglich "einzuarbeiten"? Vielleicht maximal 1 Woche wenn es hoch kommt? Und in welcher Relation steht diese "Dauer" denn dann zur Dauer einer anvisierten dauerhaften Beziehung? Richtig, sie geht gehen Null.

Wie man als Mann so denken und argumentieren kann, ist mir daher wirklich absolut schleierhaft. Und das sage ich als Mann.
 
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  • #15
Für manche Männer gibt es leider eben nichts Schlimmeres, weil sie den Eindruck haben, "einem Kindergartenkind das Fahrradfahren beibringen zu müssen".
Die Anzahl der Beziehungen sagt soviel darüber nicht aus, wenn sie am "Fahrrad fahren" nicht interessiert ist, dann wird es auch in 10 Beziehungen nicht besonders gewesen sein. Ist sie interessiert, dann ist es nach einer Woche kein Thema mehr. Am Ende hat sie vielleicht viel nachzuholen und will es jeden Tag, wer weiss dass schon vorher.
 
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  • #16
Statt die Schuld dem Universalsündenbock "Mann" zuzuschieben und mögliche Folgefragen zu riskieren, könntest Du auch einfach die Wahrheit sagen. Du warst nicht 12 Jahre ohne Beziehung, sondern hattest auch eine vierjährige Affaire mit einem verheirateten Mann.
Das würde ich auf keinen Fall sagen. Auf GAR keinen Fall!
Später mal, ja. Aber doch nicht am Anfang. Niemals!

Erstens geht es eine neue Bekanntschaft nicht an, aber auch überhaupt nichts.
Zweitens wirft es, ganz ehrlich, kein gutes Licht auf dich.
Natürlich kannst du es erzählen, wenn du einen neuen Mann ein bisschen kennst und ihr
eine Partnerschaft habt oder sich zumindest eine anbahnt.

"Es ist schon ein bisschen länger her, dass ich eine richtige Partnerschaft hatte. Erzähl ich dir gern später mal, aber im Moment möchte ich wirklich nicht gern ausführlich darüber sprechen."

Selbstverständlich sollt du niemandem irgendeine Schuld zuschieben. Was für eine Idee, sowas zu tun!
 
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  • #17
Natürlich redet man beim Erstkontakt lieber über angenehme, fröhliche Dinge. Aber wenn einem danach ist, kann man doch auch darüber reden.
Nein, man kann bei einem Erstkontakt nicht darüber reden.
Ich (w) bin sowas in einem derartig frühen Stadium auch nie gefragt worden.
Und ich habe nie einen Mann bei einem Erstkontakt sowas gefragt.
Das finde ich indiskret, distanzlos und sehr ungeschickt.
 
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  • #18
Zitat von Gast;478891 Ich werde es zukünftig nicht mehr offen bringen:
Das heisst, du willst eine neue Partnerschaft mit einer Lüge beginnen.
Übrigens ist das eine, die sehr schnell auffliegen kann - sobald deine Neue deine Freunde und deine Familie kennenlernt und irgendwer irgendwas in der Richtung erwähnt ("Ich bin so froh, dass er dich gefunden hat, er war X Jahre lang allein").
 
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  • #20
@ #13:

Dann sollten wir uns vielleicht mal kennenlernen, wenn du zu den Ausnahmemännern gehörst. :)

Ich persönlich kann das auch nicht nachvollziehen und finde diese Haltung nicht nur engstirnig, sondern geradezu infantil. In meiner Vorstellung von einem "richtigen" Mann ist er doch gerne der "Lehrmeister", und je besser er ist, desto besser wird die Frau hinterher "fahrradfahren" können: ganz nach seinem Geschmack, oder nicht? :)

Dennoch: Während des Kennenlernens ist meiner Ansicht nach Diplomatie gefragt. Dann klappt´s sicher auch mit weiteren Dates u.ä., ohne dass der Mann vorher schon die Flucht ergreift.Von Lügen würde ich dringend abraten, weil Geständnisse, die irgendwann folgen werden/müssen, vieles zerstören können, gerade in diesem Bereich.

Aber auch ich habe für diese Erkenntnis viel "bezahlen" müssen...

w (35)
 
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  • #21
Hier wird kein Sündenbock gesucht oder dargestellt, sondern einfach nur die Wahrheit gesagt.
Aus den Zeilen der FS geht nicht hervor, dass sie sich mit getrennt lebenden Männern oder solchen mit Schulden oder ähnlichen Problemen getroffen hat. Zweifelsohne wurden diese Vorschläge durch das Forum inspiriert und werden allesamt als defizitär betrachtet. Diese Begründung entspräche also keinesfalls der Wahrheit und lässt zudem den Eindruck entstehen, dass die FS keine Beziehung eingehen konnte, weil die zur Verfügung stehenden Männer eben "Mangelware" sind. Da die FS das Lügen vermeiden möchte, halte ich diese Vorgehensweise für ziemlich unangebracht.

Selbstverständlich kann die FS auch nicht die volle Wahrheit sagen, da sie ansonsten interessante Kandidaten mit ihrer vierjährigen Affaire abschrecken könnte (in #3 war ich sarkastisch).

Die einzig verbleibende Möglichkeit ist also, die Wahrheit möglichst schonend zu verpacken. Beispielsweise könnte sie sagen, dass die letzte Beziehung schon etwas her ist, die Arbeit sie in den letzten Jahren derart eingespannt hat, dass an eine Beziehung nicht zu denken war, noch nicht der passende Mann dabei war (das kann man auch sagen, ohne Männer schlecht zu machen), oder, oder, oder, ...
 
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  • #22
Das heisst, du willst eine neue Partnerschaft mit einer Lüge beginnen.
Übrigens ist das eine, die sehr schnell auffliegen kann - sobald deine Neue deine Freunde und deine Familie kennenlernt und irgendwer irgendwas in der Richtung erwähnt ("Ich bin so froh, dass er dich gefunden hat, er war X Jahre lang allein").
Mit "irgendetwas erfinden" meinte ich nicht, dass ich etwas vortrage, was nicht stimmt. Außerdem wollte ich damit zum Ausdruck bringen, wie ärgerlich und falsch solche Nachfragen sind. Ich jedenfalls kann sofort mit einer guten Beziehung loslegen. (Meine Leute werde ich wahrscheinlich dennoch bitten, dass sie sichh mit Anmerkungen über meine Vergangenheit zurückhalten, da es an mir liegt, mich zu beschreiben.)

In dem Thread wird gerade in die Richtung gedacht, dass die längere Singlezeit entweder verheimlicht oder vernebelt werden soll, weil sie problematisch ist, oder offen kommuniziert werden soll, weil man Probleme offen aussprechen soll. Was mich betrifft, ist dies die falsche Richtung. Wenn ich die nächste Beziehung starte, wird sie von mir engagiert und gut geführt werden, so als ob ich nicht vorher eine längere Zeit frei war. (Ich formuliere jetzt "frei" statt "Single", um damit die fragliche Zeit mal anders zu belegen.)

Jemand, der längere Zeit "frei" war, ohne dass dies so gewollt war, hatte vermutlich bestimmte Hürden nicht genommen. Jemand, der nicht so lange frei war, hat in der Beziehung, aus der er/ sie kommt, oder in den Beziehung(en), aus denen er/ sie kommt, bestimmte Hürden nicht genommen. - Ich möchte mit sehr guten Voraussetzungen für eine gute Beziehung, die ich mitbringe, lustvoll starten. An kritischen Blicken auf meine Vergangenheit bin ich genauso nicht interessiert (weil es mir nicht gerecht wird) wie an Problematisierungen irgendwelcher Singlezeiten oder nicht fortgeführten Beziehungen der anderen Seite. Ich habe alle Altlasten längst verarbeitet und habe Lust auf das, was jetzt noch kommt.

Ich bin bestens präpariert, habe keine Probleme und möchte deshalb auch nicht durch irgendwelche Schubladen aufgrund längerer freier Zeit beeinträchtigt werden. Mir geht es prächtig. (Natürlich hat jeder irgendwie eigene Themen, meine sind aber nicht schwer und wenn es bei meinem Gegenüber auch so ist, passt das gut.)

Geschlecht egal, Alter 48
 
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  • #23
Ich sehe darin kein Problem. War selbst jahrelang Single und Verehrer haben sie (vielleicht aufgrund dessen) schlangenweise angestellt.

Es spricht ja nur für sich, wenn man so lange Single ist, dass man keine Affäre sucht, kein leichtes Mädchen ist, sondern einen lebenslangen Partner möchte, und der findet sich eben nicht innerhalb eines halben Jahres.

Außerdem ist das etwas, das nicht jeder kann, Geduld zu üben und alleine zurechtzukommen, weil sie charakterlich viel zu schwach sind, Halt, Zuwendung, Unterstützung und Bespaßung in Form eines Partner brauchen.

Die Kunst ist es erstmal, überhaupt alleine zurecht zu kommen. Du hast niemandem, der dir unter die Arme greift, der dich bekocht, wenn du krank bist, der für dich Behördengänge erledigt. Alle Probleme hast du gelernt, alleine zu meistern. Ist doch die beste Voraussetzung, deinem Zukünftigen, eine starke Persönlichkeit zu bieten, worauf er stolz sein kann.

Was die Gesellschaft darüber denkt, sollte einem sowieso egal sein. Wenn dir jemand was anderes erzählt, will er dich nur klein reden um sich selbst Vorteile zu erhaschen.
Ein Partner, der alle 4 Monaten seine Freunde ändert, damit kann man doch sowieso nichts anfangen. Ich will ja nicht Nummer 89 sein, mir ernsthafte Zukunftsvorstellungen aufbauen, um hinterher wieder fallen gelassen zu werden.

Du solltest deine Unsicherheit ablegen, denn sie ist unbegründet. Eine nette, einigermaßen ansehliche Frau wird immer jemanden finden!