• #1

17 Jahre, zwei Kinder und plötzlich sind wir egal

Liebe Foren-Besucher,

Ich lese seit vielen Wochen eure Beiträge und oft hilft es mir über den Tag, zu lesen, dass ich scheinbar nicht die Einzige bin, die ein Auseinanderfallen der Familie durchmachen muss.
Zu mir, ich bin 43 Jahre alt, unsere Jungs sind beide 13. Im Urlaub, auf die Frage, was mit ihm sei, brach es aus ihm heraus. Wir seien unglücklich und müssten uns freigeben.
Die zweite Ferienwoche verlief traumatisch.Wir haben jeden Tag geredet und geredet..ein wahrer Psychostress. Am Abreisetag fuhr er nicht mit nachhause, sondern lies sich auf halber Strecke absetzen um zu der neuen fahren zu können. Dort blieb er dann drei Tage und kam zurück. Er ging wieder arbeiten, fiel jedoch in ein Alkoholproblem. Er zog dann kurzerhand in eine Jungs Wg und begann das Leben zu genießen. Ab und zu saßen wir noch zu viert, haben den Jungs versprochen, als elterliches Team weiter zu funktionieren. Es ging mir körperlich sehr schlecht, ich verlor Gewicht und erst nach vielen Wochen fand ich langsam den Weg zurück in den Alltag. Nun ist Weihnachten vorbei, seine Kontaktaufnahme beschränkt sich auf freundliche WhatsApp Nachrichten an seine Jungs. Heiligabend kam er nicht und meine beiden Jungs leiden still. Sie versuchen mir in aller Hinsicht, das Leben zu erleichtern. Beide verarbeiten die Trennung unterschiedlich. Teils Wut, teils Mitleid ihrem Vater gegenüber. Ich schaffe es leider bis heute nicht, einen Tag nicht an unsere Ehe zu denken. Meine Gedanken geben keine Ruhe. Ich kann mittlerweile den Einkauf erledigen und das Haus halbwegs ordentlich halten, jedoch findet mein Körper keine Ruhe. Die finanzielle Not ist nur eine Randerscheinung. Was mich am meisten bewegt, ist die Frage , kann er wirklich die 17 Jahre ehe vergessen?warum hat er kein Interesse an seinen Jungs? Er war all die Jahre ein vorbildlicher Ehemann und Vater. Ich erkenne ihn nicht mehr. Die neue Frau an seiner lebt von sgb Leistungen irgendwo im Norden Deutschlands. Er ist nun dorthin gezogen.Seitdem kaum ein Anruf oder die Frage ob es uns gutgeht oder ob wir vielleicht etwas brauchen. Nichts. Gestern rief er an, er heute nach Berlin um Behördengänge zu erledigen. Man könnte sich ja kurz treffen , auch wegen der Jungs. Ich brauche leider seine Unterschrift für die Zahnbehandlung unseres jungen, konnte also nicht ablehnen. Nach dem Telefonat bin ich zusammen gebrochen. Bitte sagt mir, wann hört es auf, so weh zu tun? Wann gibt mein Kopf endlich Ruhe ? Er hat mich über sechzehn Jahre auf Händen getragen und jetzt bin ich plötzlich nur noch Luft? Geht so etwas wirklich? Ich freue mich sehr auf eure Erfahrungen und Ratschläge. Lg Caro
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #2
Liebe Ccberlin,

nicht "plötzlich", sondern schon viele Jahre. Du erzählst so trocken von "dann ging er zur neuen". Also man geht nicht einfach so spontan zur Neuen ans andere Ende von Deutschland, um dort zu wohnen, sondern wenn man sich schon viele Jahre kennt.

Ich verstehe dein Unglück und das Unglück der Kinder. Dein Mann hat nie gelernt, sich zu artikulieren, dass er unglücklich ist und was anderes in seinem Alltag braucht. Im Gegenteil - er geht sogar noch stillschweigend mit in den Urlaub. Das hätte er nicht machen dürfen! Die Jungs wissen nicht, woran sie sind, weil der Vater nichts sagen kann. An Kommunikationsschwierigkeiten sterben fast alle Beziehungen. Eure Lage war akkut und wurde missachtet.

Er hat dich nicht wirklich 16 Jahre auf Händen getragen, sondern seinen Zustand ertragen. Irgendwas stimmt mit dem Mann nicht. Ja, warum sollte er fragen, wie es dir/euch geht? Er ist froh, jetzt erstmal Ruhe zu haben und keine Verpflichtungen mehr zu haben. Sich aus diesem ständigen "sich melden müssen" und wie ein Familienvater zu sorgen raus zu sein.

Ich würde ihm erstmal Freiraum geben bis er merkt, das Leben mit der Neuen - wer auch immer das sein mag - wird auch zum Alltag werden und mit den Geldkosten kein Süßes leben mehr.
 
  • #3
Die zweite Ferienwoche verlief traumatisch.Wir haben jeden Tag geredet und geredet..ein wahrer Psychostress. Am abreisetag fuhr er nicht mit nachhause, sondern lies sich auf halber Strecke absetzen um zu der neuen fahren zu können. Dort blieb er dann drei Tage und kam zurück.
Wer sowas tut demonstriert, dass das Ende längst da ist!
Ab und zu saßen wir noch zu viert, haben den Jungs versprochen, als elterliches Team weiter zu funktionieren. Es ging mir körperlich sehr schlecht, ich verlor Gewicht und erst nach vielen Wochen fand ich langsam den Weg zurück in den Alltag.
Partnerprobleme bespricht man nicht am Tisch mit den Kindern!
Was mich am meisten bewegt, ist die Frage , kann er wirklich die 17 Jahre ehe vergessen?
Ja kann man, da gibt es ganz andere Beispiele!
Seitdem kaum ein Anruf oder die Frage ob es uns gutgeht oder ob wir vielleicht etwas brauchen. Nichts. Gestern rief er an, er heute nach Berlin um Behördengänge zu erledigen.
Diese Beziehung ist längst an die Wand gefahren und total kaputt!
Wann gibt mein Kopf endlich Ruhe ? Er hat mich über sechzehn Jahre auf Händen getragen und jetzt bin ich plötzlich nur noch Luft? Geht so etwas wirklich? Ich freue mich sehr auf eure Erfahrungen und Ratschläge.
Dein Kopf gibt dir erst Ruhe, wenn du respektierst, dass es so ist wie es ist, dass es kein Zurück gibt und dass du alles auf deine Beine stellen musst! Totale Eigenverantwortung zu übernehmen!
 
  • #4
Liebe Caro,

ich habe dasselbe durchgemacht vor 17 Jahren, meine Kinder waren 10 und 13 Jahre alt. Es hat mich schier zerissen, und ich verstehe, wie Du Dich fühlst. Inzwischen ist alles gut, und ich bin Großmutter in einer wunderbaren Familie. Hier die Punkte, die mir geholfen haben:

1.) Voller Fokus auf die Kinder, sie stehen an der Schwelle zur Pubertät, und diese Zeit wird sie für ihr Leben prägen. Ich habe ihnen ein sicheres Zuhause gegeben, in dem sie Rückhalt finden und willkommen sind, mit allen Lehrern gesprochen.
2.) Meinen Kindern habe ich gesagt, dass es Aufgabe jedes Menschen ist, in der Pubertät zu erkennen, dass sie zwei Eltern haben, die keine Götter sind (was kleine Kinder ja glauben), sondern Menschen mit Fehlern und Schwächen. Und diese Aufgabe haben sie jetzt auch, können ihre Eltern getrennt und unverstrickt sehen.
Das Schicksal, dass der Vater so einfach geht, können wir Mütter ihnen allerdings nur erleichtern, nicht nehmen. Es ist ihres, wir können nur lernen, es ihnen zu lassen, sie nur zu unterstützen. Für die Vater-Kind-Beziehung ist er verantwortlich.
3.) Meine Mutter sagte mir damals "Sei froh, dass Du ihn los bist.". Das konnte ich überhaupt nicht verstehen. Erst heute weiß ich, wie recht sie hatte. Ein Mann, der seine Verantwortung als Vater zweier Kinder an der Schwelle zur Pubertät so wenig wahrnimmt, disqualifiziert sich als Partner. Und dass er Die Leiden seiner jahrzehntelangen Gefährtin überhaupt nicht sieht, ist unfassbar. Ein Mensch mit minimaler Empathie und unglaublichem Egoismus - und einem riesigen Bedürfnis nach Bequemlichkeit.
4.) Ih habe mir therapeutische Hilfe gesucht - zur Bewältigung aller anstehenden Aufgaben, aber auch, um einen neuen Stand im Leben und Blick auf das Leben zu finden. Auch wenn es unglaublich schient: Es gibt so vieles schönes, Gutes und Buntes jenseits einer traditionellen Ehe.
5.) Ich habe mich mit anderen Alleinerziehenden vernetzt. Der Schritt von der klassischen Ehefrau zu einer Frau in einem wunderbaren Netzwerk war für mich besonders hilfreich. Die Frauenabende mit zahllosen Kindern um einen riesigen Tisch mit Pizza und Salat werde ich nie vergessen :).
6.) Jeder erntet, was er sät. Ich bin nach der Trennung aus der Drama-Zone des Elternhauses gekommen, und will da nie wieder rein :D. Er ist in seiner noch drin. Ein bisschen Schadenfreude ist erlaubt, wenn er sich mit ihr zum Narren macht. Die Schadenfreude wandelt sich dann mit den Jahren in Mitleid und schließlich in eine konstruktive Fähigkeit, sich abzugrenzen (hoffe ich ;) ).
7.) Letzter Punkt, und ganz wichtig: Ganz schnell die eigenen Finanzen sichern. Eine Anwältin muss her, sofort!.

Liebe Caro, wenn Du etwas Gutes für Dich aus diesen Punkten ziehen kannst, würde es mich freuen. Auch wenn's schwer ist, richte Dich auf, rück Deine Krone zurecht und schau nach vorne. Akzeptiere Dein Schicksal und nimm Dein Leben in die Hand. Alles Liebe und viel Kraft und Zuversicht für Dich.

w/57
 
  • #5
Egal was warum wie in der Vergangenheit
gelaufen ist: das ist jetzt für dich, die Kinder eine traumatische Erfahrung.
Zu tun jetzt:
Fachanwaltliche Beratung aufsuchen, wie die Möglichkeiten zu Handeln sind.
Finanzen klären.Papiere diesbezüglich
Kopieren.

Psychohilfe für dich und die Kinder
Finden ggf. Psychoklinik, Freunde Familie, alle Unterstützung, die du bekommen kannst.

Loslassen üben, Tag für Tag.
Akzeptanz üben, keine Warumfragen innerlich zulassen. Gedankenstopp üben.

Alles Gute für 2018..
W
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #6
Hallo Ccberlin,
ich muss Inspirationsmaster recht geben, eure Beziehung/Ehe ist erstmal vorbei. Da ist der Zug schon lange abgefahren.
Im Gegensatz zu manchen anderen hier, bin ich der Meinung, dass es durchaus auch die (unwahrscheinliche) Möglichkeit gibt, irgendwann wieder zusammen zu kommen - aber sicherlich nicht jetzt und sicherlich keine "Weiterführung" der Beziehung. Du solltest dich tatsächlich von den 17 Jahren verabschieden. Du kannst dem nachtrauern, aber solltest dir immer vor Augen halten, dass es vorbei ist.
Da ihr gemeinsame Kinder habt, müsst ihr einiges klären (Kinderbetreuung, Unterhalt, etc), was noch mal ordentlich böses Blut geben kann.
Versuche neutral und sachlich zu bleiben, auch im Interesse der Kinder.
Ansonsten würde ich versuchen, den Kontakt einzustellen, auch wenn es dir schwer fällt.
Grüsse, Michl
 
  • #7
Guten Morgen liebe FS,

es tut mir sehr leid und ich kann nachempfinden, wie du fühlst.

Dennoch, dieses abrupte Ende birgt eine Chance.
Es gab in eurer Ehe keine gute Kommunikation miteinander, die von Anfang an gepflegt werden musste. Eine Kommunikation, wo es nicht um Organisation, Erziehung und dergleichen geht, sondern um das jeweilige, sich in Bewegung befindende, Gedankengut des anderen. Das tägliche, gegenseitige Teilnehmen an der Erlebniswelt und den Befindlichkeiten des anderen. Das lässt frühzeitig wahrnehmen, wenn eine Beziehung ins schwanken gerät.

auf die Frage, was mit ihm sei, brach es aus ihm heraus.

Das ist leider das Ergebnis. Keiner von euch beiden hat Schuld, ihr habt es beide einfach aus vielerlei Gründen versäumt und eure Aufmerksamkeit nicht weiterentwickelt. Er trug dich auf Händen und seine Seele hat sich wahrscheinlich schon oft zu Wort gemeldet, vorerst ganz leise. Dein Mann hat sich nicht äußern können, wollen, nicht wissend wie, wahrscheinlich seine Empfindungen so klar gar nicht wahrnehmen und deuten können. Ihr ward beide nicht auf Empfang und dann sucht das Schicksal sich oft andere Wege, um deutlich zu machen, dass etwas nicht stimmt, in diesem Fall die Begegnung mit einer neuen Frau.

Verantwortung für die Familie schließt nicht aus, dass man diese auch für sich und sein Wohlbefinden übernimmt und ein Ehemann, der 17 Jahre gut war, wird nicht von heute auf morgen ein schlechter, verantwortungsloser Schuft. Wer die Notbremse zieht, hat immer die schlechteren Karten. Einen Infarkt der Seele kann man aber leider nicht steuern, man handelt anders zum Entsetzen der anderen, die als Gutmenschen die Augen verdrehen.

Ihr beide habt aktuell ein seelisches Borneout und in dieser Phase wäre es alles andere als förderlich, deinen Mann jetzt als *Buhmann* an den Pranger zu stellen. Schuldzuweisungen anzuhäufen und ganz besonders, im Forum nach vermeintlich Gleichgesinnten Ausschau zu halten, denen es ähnlich geht, das bringt dich nicht wirklich weiter. Denn jeder Fall ist komplett anders und es wäre für dich von Schaden, wenn du deine Erlebnisse mit denen der anderen vermischt. Besinne dich auf das Gute, was war, was ihr miteinander hattet. Hilfreich wäre, dass du selber für dich, vorerst völlig wertfrei zur Ruhe und zu Kräften kommst. Erst dann ist auch ein Aufarbeiten, ein Verarbeiten möglich. Die nötigsten Dinge klärt kurz und knapp und gebt euch vorerst beide frei und den Raum zum Nachdenken.

Dein Sohn hat Zorn, Wut, aber auch Mitleid mit seinem Vater, er spürt die Not.
Deinem Mann ist das alles sicherlich nicht egal, aber er kann aktuell nicht, das hat mit Desinteresse nichts zu tun. Wer ein gebrochenes Bein hat, kann auch vorerst nicht mehr laufen.

Ich drück dich liebe FS, wünsche dir viel Kraft und von Herzen alles Liebe!
 
  • #8
Liebe @Ccberlin, wenn er dich 16 Jahre auf Händen getragen hat und jetzt weg ist muss doch irgendwas vorgefallen sein.
Wahrscheinlich hat ihm diese Frau den Kopf gerade dermaßen verdreht, dass er vor Verliebtheit nicht mehr klar denken kann.

Das Schöne oder Blöde ist ja - es hält nicht ewig, und schon bald erkennt er wahrscheinlich was für einen Fehler er gemacht hat.

Ich würde ihm erstmal seine Freiheit lassen, klammere nicht und schau nach dir und deinen Kindern.
Der kommt eh wieder - ist doch immer so.

Was heißt 'finanzielle Not'?
Bist du finanziell abhängig von ihm? Arbeitest du? Wenn nicht, steht dir doch in jedem Fall Trennungsunterhalt für dich zu und Unterhalt für die Kinder.
Wenn er das nicht freiwillig leistet, dann geh zum Anwalt für Familienrecht.
Wem gehört das Haus? Miete oder Eigentum?

Bewahre einen kühlen Kopf. Sag den Jungs dass Papa sich verliebt hat, das kann nach so vielen Jahren Ehe passieren. Aber mach ihn nicht schlecht. Auf keinen Fall!

Du wirst sehen, der kommt eh wieder wenn die erste Verliebtheit abgeflaut ist. Dann überlege ob du ihn noch zurückwillst.

Aber mach keinen Druck.
Regle erst einmal das Finanzielle.

Alles Gute
 
  • #9
Liebe Caro, an das "plötzlich" glaube ich nicht. Es liest sich so, dass Du nicht verwundert warst, dass er unmittelbar nach dem Urlaub zur Neuen fuhr. Du wusstest also von ihr und wolltest trotzdem diesen Familienurlaub. Damit hast Du Dir und Deinen Söhnen keinen Gefallen getan. Nun gibt es nur noch Schadensbegrenzung. Deine Ehe ist vorbei. Suche Dir einen Anwalt, der das Finanzielle in die Hand nimmt. Versuche, den Fakt zu akzeptieren, dass Ihr kein Paar mehr seid und auch nicht mehr werdet. Kein Hoffen, dass er es sich doch noch anders überlegt. Sonst kommst Du nie aus dem seelischen Tief heraus. Kümmere Dich um Deine Söhne und versuche, Dich von quälenden Gedanken abzulenken. Aktiviere alte Freundschaften wieder und tue alles, was dir guttut. Das hört sich jetzt sicher utopisch an aber glaube mir, mit der Zeit wird es besser.
 
  • #10
Liebe Caro, an das "plötzlich" glaube ich nicht. Es liest sich so, dass Du nicht verwundert warst, dass er unmittelbar nach dem Urlaub zur Neuen fuhr. Du wusstest also von ihr und wolltest trotzdem diesen Familienurlaub. Damit hast Du Dir und Deinen Söhnen keinen Gefallen getan. Nun gibt es nur noch Schadensbegrenzung. Deine Ehe ist vorbei. Suche Dir einen Anwalt, der das Finanzielle in die Hand nimmt. Versuche, den Fakt zu akzeptieren, dass Ihr kein Paar mehr seid und auch nicht mehr werdet. Kein Hoffen, dass er es sich doch noch anders überlegt. Sonst kommst Du nie aus dem seelischen Tief heraus. Kümmere Dich um Deine Söhne und versuche, Dich von quälenden Gedanken abzulenken. Aktiviere alte Freundschaften wieder und tue alles, was dir guttut. Das hört sich jetzt sicher utopisch an aber glaube mir, mit der Zeit wird es besser.
Wer sowas tut demonstriert, dass das Ende längst da ist!

Partnerprobleme bespricht man nicht am Tisch mit den Kindern!

Ja kann man, da gibt es ganz andere Beispiele!

Diese Beziehung ist längst an die Wand gefahren und total kaputt!

Dein Kopf gibt dir erst Ruhe, wenn du respektierst, dass es so ist wie es ist, dass es kein Zurück gibt und dass du alles auf deine Beine stellen musst! Totale Eigenverantwortung zu übernehmen!

Liebe Leser und fleißige Helfer,
Ich hatte nur 3000 Zeichen. Gern möchte ich ergänzen, dass
Ich natürlich vor Antritt unserer Reise nichts von seinem Fremdgehen und der neuen Frau wusste. Während der Gespräche kam dieser Umstand raus.
Zudem haben wir keine Probleme am Tisch mit den Kindern besprochen. Dieses zusammensitzen sollte beiden Jungs zeigen, dass Eltern auch ohne Liebesbeziehung miteinander Verantwortung übernehmen können.
An einen Fortbestand der Ehe glaube ich mittlerweile auch nicht mehr, dafür ist seit August sehr viel Zeit vergangen und wir haben uns auch nicht mehr gesehen.
Was mich persönlich immer wieder an den Abgrund treibt, ist diese Ohnmacht ihn von einer Woche zur nächsten als völlig veränderten Menschen zu sehen. In einer Minute verspricht er immer für die Jungs da zu sein und für uns zu sorgen, im nächsten Atemzug hören wir wochenlang nichts von ihm.
Bis zur Abreise und seinem verändertem verhalten war er mir ein sehr aufmerksamer liebevoller Ehemann. Als Vater ebenso vorbildlich. Ich kann mir beim besten Willen nichtvorstellen, dass ihm seine Kinder nicht fehlen oder er sich an einem weit entfernten Ort ohne Familie, ohne Job und freunde so sehr wohlfühlen kann.
Finanziell kann ich für meine Kinder sorgen. Ich habe mir einen zweiten Job gesucht. Wir haben kein Auto mehr , aber wir haben es warm und trocken.
Ich danke euch allen sehr, dass ihr so schnell die Zeit und Mühen aufwendet, auf meine Zeilen zu antworten !
 
  • #11
Ich schließe mich dem super Beitrag 1 von @Zuhii an.

Ich denke, Dein Mann hat sich sehr verpflichtet gefühlt und vielleicht hat er sogar selbst gedacht, er würde glücklich, wenn er sich einen abrackert für Frau und Familie. Da er das anscheinend nie gesagt hat, dass es ihm irgendwann zu viel wurde, und immer den Starken gemacht hat, fällst Du nun natürlich aus allen Wolken, weil er als einzige Möglichkeit gewählt hat, sich in eine andere Frau zu verlieben, statt sich zu dem Zeitpunkt um seine Beziehung zu kümmern, als ihm auffiel, dass er unglücklich ist. Oder es ist ihm nicht mal aufgefallen und er ist erst durch die andere Frau aufgewacht.

Es wird sicher noch lange dauern, bis es nicht mehr wehtut. Das tut mir auch sehr leid, dass es Dir so geht. Ich denke, man muss es "einfach" durchstehen, denn ich glaube nicht, dass man mit Ablenkung was erreicht. Erst kommt der Kummer, dann das Aufarbeiten, was alles schief lief.
Du schreibst, ihr wärt nur noch Luft. Das denke ich keineswegs, dass das so ist, sondern dass Dein Mann nicht mehr der Verantwortungs- und auf-Händen-Träger sein will. Aber Du forderst in Deinem Beitrag nur, dass er wieder in seine alte Rolle soll, Dich auf Händen zu tragen. Du siehst immer noch nicht, dass er mit dem Dich-Tragen keineswegs glücklich geworden ist.

Es ist schwierig, wenn einer nicht sagt, was los ist. Du musst es nun selbst rausfinden, denn ich denke nicht, dass Du da so schnell Antworten von ihm kriegst. Aber offensichtlich ist, dass euer bisheriges Leben für ihn nicht das Glück bedeutet hat, während es für Dich schon das Glück gewesen zu sein scheint. Dh. in meinen Augen, dass er sich mehr zurückgenommen und seine Bedürfnisse verleugnet hat in eurer Beziehung. Daran bist Du nicht schuld, das meine ich nicht. Jeder muss es auch vermitteln, dass er so nicht mehr weitermachen will, am besten, bevor er das mit "sich verlieben in andere" regelt. Ich würde nur drüber nachdenken, wo Du gedacht hast, "wenn er mich glücklich macht, ist er auch glücklich".
.Seitdem kaum ein Anruf oder die Frage ob es uns gutgeht oder ob wir vielleicht etwas brauchen.
Du klingst wie eine Nehmerin, die den Kümmerer verloren hat. Dein Mann ist gegangen, weil er sich gefragt hat, ob es ihm selbst gut geht, und das mit "nein" beantworten musste. Er kümmert sich sozusagen endlich mal um sich selbst.
Bei euch scheint mir so eine Schieflage zu sein, dass nur immer Du erwartet hast, in seinem Lebensmittelpunkt zu sein, alles bei ihm sollte sich um Dich drehen. War das auch umgekehrt so, dass Du alles für ihn getan und ihn auf Händen getragen hast? Kann sein, ich habe einen falschen Eindruck durch Deinen Beitrag, und Du schreibst im nächsten, wie sehr Du Dich aufgerieben hast, dass er Karriere machen konnte, wie Du alles getan hast, dass er sich auf Händen getragen fühlt. Dann nehme ich das mit der Schieflage zurück.
 
  • #12
Liebe FS aus Berlin, es tut mir sehr leid, deine Traurigkeit und Kraftlosigkeit herauszulesen. So habe ich mich vor 13 Jahren mit damals 36 auch mal gefühlt. Lebenstraum und Liebesfundament in Scherben. Ich hätte nur noch heulen können. Hab mich aber meiner Tochter zu liebe zusammengerisen und erstaunlich schnell nach nur drei Wochen mit dem übermäßigen Traurigsein aufgehört, die unfreiwillige Situation akzeptiert, ihm nicht mehr nachgeweint und nach vorn gesehen. Anfangs habe ich nur funktioniert, aber zunehmend machte mir meine Eigenständigkeit auch wieder Freude. Treffen mit Freunden und Kindern, Freundschaften intensiviert/neue geschlossen, neue Klamotten gekauft (muss ja nicht viel kosten), mich chic gemacht, geflirtet. Von ganz allein kam die Lebensfreude wieder. Genau so, wie @Frau1960 es in ihrem tollen Beitrag beschreibt.

Es gibt so vieles schönes, Gutes und Buntes jenseits einer traditionellen Ehe.

Du bist doch noch immer eine lebendige, neugierige, attraktive Frau. Du hast das nur vergessen, bist (zu) lange die brave Familienschiene gefahren. Nun hast du zwei tolle, hoffentlich recht selbstständige Kinder. Sei stolz auf sie und mach mit ihnen richtig schöne Sachen. Sei ihnen ein Vorbild und zeige ihnen, dass die Welt nicht untergeht, wenn man sich auf eigene Füße stellt. Fahrt am Wochenende mit einer Übernachtung ins Erzgebirge, wenn Schnee liegt, macht die tollsten Wanderungen, Rodeltouren, Schneeballschlachten. Nach Altenberg brauchst du von Berlin nur zweieinhalb Stunden mit dem Auto. Oder fahrt mit Freunden ins Spaßbad.

Bei mir kam mit dem neuen Selbstbewusstsein und der Lebensfreude auch mein Mann wieder an. Und nicht nur er. Obwohl ich es versuchte, mit ihm in das alte Leben, die alte Beziehung zurückzugehen, gelang es nicht mehr. Es fühlte sich falsch an. Ich hatte mich zu viel nach ihm gerichtet (mein Fehler) und er hatte sich zu wenig eingebracht (sein Fehler). Nach neun Jahren großer Liebe, schönen und zum Schluss schwierigen Zeiten, waren die Rollen vertauscht.

Informiere dich über deine Rechte und Pflichten. Versuche so sachlich, fair, vorwurfs- und dramafrei wie möglich die Kinderbetreuung, die Finanzen und ähnliche Eckpunkte zu regeln. Meist kommt dann ein positives Echo zurück. Wenn nicht, hol dir extern Hilfe.
 
L

Lionne69

Gast
  • #13

Erstens ist es selten so. Und will man dann noch?

Frau 1960 #3 hat mE einen ausgezeichneten Fahrplan erstellt inkl. Psychologischer Unterstützung.

Hole Dir Rat und Hilfe, wo Du kannst.

Sollte sich Euer Weg wieder zusammen finden, dann findet es sich. Nur hoffen würde ich nicht darauf.
Sondern schauen, dass es Dir und den Kindern gut geht.
Das ist Deine Aufgabe und Verantwortung.

Viel Trost ist es leider nicht.
Dir eine liebe virtuelle Umarmung, ganz viel Kraft.

Alles Liebe.
 
  • #14
Liebe Caro, auch mir ging es vor 15 Jahren ähnlich. Ebenso im Urlaub musste ich erfahren, dass er uns verlassen wird, weil er sich in eine 15 Jahre jüngere Frau (sie damals 25) verliebt hatte. Meine Jungs waren 10 und 3. Es war die Hölle und ich fühlte mich wie ausgelöscht. Anfangs hätte ich alles getan, um ihn zurückzugewinnen. Nach ca. einem halben Jahr wurde es erträglicher. Als es erste Probleme in der neuen Beziehung gab, wollte er zurück. Der Versuch scheiterte kläglich, da wir uns nur aufs Pragmatische beschränkten. Ich wollte nicht auf ihn zugehen, er konnte es nicht. Unsere Kommunikation funktionierte nicht mehr. Seine on/off-Beziehung scheiterte irgendwann. Er startete einen weiteren halbherzigen Versuch, den ich konsequent abblockte. Es war vorbei. Ich blieb 11 Jahre Single, er ist es heute noch. Sein Kontakt zu den Jungs war die Jahre über zufriedenstellend, wenn auch nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte. Heute lebe ich noch immer mit meinen Söhnen in einem Haushalt und führe eine LAT-Beziehung.
Wir fahren sogar zusammen in den Skiurlaub in einer großen Truppe; mein Ex und mein jetziger Partner sowie die jeweiligen Kinder sind dabei. Auch Heiligabend ist er bei meinen Eltern für ein bis zwei Stündchen gern gesehener Gast. Unser Verhältnis ist freundlich distanziert. Liebe Caro, stell dich auf eigene Füße. Es geht und es wird dir auch irgendwann Spaß machen. Du wirst Dinge erleben, erfahren, die dich stark und fröhlich machen und dich weiterbringen werden. Du wirst noch durch einige tiefe Täler gehen müssen, doch irgendwann geht es aufwändig und du schaust zuversichtlich nach vorn. Ich drück dich virtuell und wünsche dir viel Stärke und alles gute für die kommende Zeit.
w/51
 
  • #15
Es ging mir körperlich sehr schlecht, ich verlor Gewicht und erst nach vielen Wochen fand ich langsam den Weg zurück in den Alltag...... Ich kann mittlerweile den Einkauf erledigen und das Haus halbwegs ordentlich halten, jedoch findet mein Körper keine Ruhe.

Liebe FS,
damit (Tagesstruktur wiederherstellen) hast Du schon den größten Teil geschafft und das recht schnell angesichts der Dimension, die Dich erwischt hat.
Darüber hinaus schreibst Du in Deinem 2. Post, dass Du die Trennung als endgültig akzeptiert hast. Auch das ist ein ganz wichtiger Schritt. Hoffen und Bangen, immer nur gucken, was von ihm kommt, hält Dich in diesem schwierigen Zustand fest.

Du schreibst, dass Du 2 Jobs hast wegen der finanziellen Probleme die Dein Mann Dir hinterlassen hat.
Damit sowie den Haushalt allein machen und für die Kinder da sein, hast Du keine Chance noch Freiraum zu haben was für Dich zu tun, Entspannungstechniken zu lernen, zum Yoga zu gehen, um aus dem Stressmodus rauszukommen.
Das ist nicht gut. Du solltest sehen, dass Du aus dieser Überlastung raus kommst, um Freiraum für Dich zu haben.
Die Jungs sind 13, keine Kleinkinder mehr. Die verstehen, dass sich im Leben was ändert, dass das Geld nicht mehr so reichlich ist, sie also verzichten müssen, dass sie im Haushalt mitanfassen müssen und daran gehen sie nicht zugrunde, im Gegenteil, sie werden selbstständig.

Mach' die Entscheidung, dass es für Deinen Mann kein Zurück gibt offiziell, leite die Scheidung ein. Das ist ebenfalls sehr heilsam für Dich (Kontrolle über Dein Leben übernehmen) und eine wirksame Massnahme gegen Unsicherheit wie es weitergeht.
Such' Dir eine fähige Familienanwältin, der Dich über Deine Rechte informiert, ihn über den Beginn des Trennungsjahres sowie seine Unterhaltspflichten informiert und diese einfordert. Wenn Du finanzielle Unterstützung bekommst, musst Du weniger arbeiten und Dich um das "Fertigwerden" mit den Folgen seines Handelns kümmern.
Auf Deinen Mann musst Du keine Rücksicht nehmen, hat er ja auch nicht getan, als er die Ehe beendete.

1. kann er wirklich die 17 Jahre ehe vergessen? 2. warum hat er kein Interesse an seinen Jungs? 3. Er hat mich über sechzehn Jahre auf Händen getragen...
1. Ja, offensichtlich kann er das und hat Dich schon seit längerem ersetzt.
2. Weil er auf was anderes Lust hat - auf die neue Frau. Und vielleicht hat er auch Angst vor ihrem und Deinem Urteil, weicht dem daher feige aus.
3. Vielleicht bist Du ihm zu schwer geworden und er ist unter der Last zusammengebrochen (im übertragenen Sinn). Das passiet nicht wenigen Männern, dass der Punkt kommt, wo sie nicht mehr können und nicht mehr wollen, weil kein Ende absehbar ist. Dann verweigern sie sich komplett. Was hast Du denn für ihn getan?
Mit Mitte 40 und zwei halbwuechsigen Kindern solltest Du allein laufen können statt Dich tragen zu lassen.
 
  • #16
Bitte sagt mir, wann hört es auf, so weh zu tun? Wann gibt mein Kopf endlich Ruhe ? Er hat mich über sechzehn Jahre auf Händen getragen und jetzt bin ich plötzlich nur noch Luft? Geht so etwas wirklich? Ich freue mich sehr auf eure Erfahrungen und Ratschläge. Lg Caro


Liebe FS,

es wird so lange wehtun, wie du den Schmerz zulässt
Hättest du deinen Mann nicht direkt angesprochen, wer weiß, ob du dann jetzt wüsstest, dass es da eine Frau gibt.
Wie hat dein Mann diese Frau aus dem hohen Norden kennengelernt?
Dass man von jetzt auf gleich zu einer fremden Person zieht, kann ich mir kaum vorstellen. Eher wahrscheinlich ist, dass dein Mann die Frau schon länger kennt.

Aus eigener Erfahrung kann ich gut nachvollziehen, dass deine Welt plötzlich wie ein Kartenhaus zusammengefallen ist. Allerdings verstehe ich nicht, wieso es zu diesem Ende eurer Ehe kommen konnte, wenn dein Mann bisher der beste Ehemann und Vater war und dich 16 Jahre auf Händen getragen hat.

Sein plötzliches Alkoholproblem könnte darauf zurückzuführen sein, dass er zur Zeit hin und her gerissen ist zwischen seiner Familie und dieser anderen Frau. Falls du ihn tatsächlich zurückhaben willst, solltest du klug und nicht zu emotional vorgehen. Vielleicht stellt er dann fest, dass nach dem Umzug in den hohen Norden doch nicht alles so rosig ist und besinnt er sich darauf, dass er seiner Familie besser dran wäre.

Kommt er nicht zurück, wird er trotzdem der Vater eurer Söhne bleiben.

Deshalb solltet ihr euch an das halten, was er euren Jungs versprochen habt, - als elterliches Team weiter zu funktionieren. Meldet er sich nicht, wie versprochen, wird es deine Sache sein, die Jungs aufzufangen und ihnen ein stabiles Umfeld zu bieten.

Bereite dich darauf vor, ab jetzt alleinerziehend mit mit 2 Kindern zu sein und sorge dafür, dass du für nichts mehr nach seiner Unterschrift fragen musst. Informiere dich bei einem Anwalt über deine rechtlichen Möglichkeiten. So einfach wird der Umzug zu einer anderen Frau – zumindest finanziell – nicht für ihn werden. Du müsstest also nicht mit deinen Kindern finanzielle Not leiden dürfen.
Nur verharre jetzt nicht in Lethargie, schon wegen der Jungs, sondern hole dir Hilfe, wo du sie kriegen kannst.
 
  • #17
Du Arme! Lass Dich virtuell drücken, denn du hast ne harte Zeit hinter und auch vor Dir.
Ich kenne das - nur dass mein Mann gegangen ist, als unser 2. Sohn 10 Monate alt war und ich noch in Elternzeit.
Ich antworte jetzt aber mal pragmatisch, weil du langsam einen klaren Kopf bekommen musst.
Fakt ist: Er will (derzeit) nicht zurück.
Fakt ist auch: DU musst funktionieren und das Geld scheint knapp.
Deshalb einige Fragen und Anmerkungen:
1.Ihr seid doch verheiratet seit 17 Jahren!?
Hast du keinen ANwalt?
Du hast das Recht auf Trennungsunterhalt ab Antragsstellung - und das ist meist NICHT wenig, weil es so viel ist, wie dein Standard innerhalb der Ehe war, dazu kommt extra der Kindesunterhalt.
2. Was arbeitest DU - für mich hört es sich so an, als ob du nicht arbeitest!? Falls doch, wieviel arbeitest du? Evtl musst du aufstocken... eventuelle Kinderbetreuung muss dein Exmann zahlen. Das ist gesetzlich geregelt.
3. Ich denke, du machst es ihm zu leicht. Er hat jetzt ein nettes Singleleben und an dir bleiben die Pflichten hängen. Habt ihr die Kinderbetreuung geregelt? Sind die JUngs am WE bei Papa? In den Ferien? Und falls ja - dann unternimm in dieser Zeit etwas mit Freundinnen - und wenn es nur reden und Wein trinken ist.
4. Es braucht vielleicht noch Zeit und fühlt sich komisch an, aber du bist wieder auf dem "Markt". Also geh zum Sport, tu etwas für Dich, um deinen Selbstwert aufzupimpen. Eine Affäre tut in dem Fall der Seele sehr gut - und dein Exmann sieht dich dann auch in einem anderen Licht - abgesehen davon kommst du auf andere Gedanken.

Es wird noch länger brauchen, den Schock zu verarbeiten und wie es mit dir und deinem Mann weitergeht, kann ich nicht sagen. Ich wünsche Dir, dass du ihn nicht mehr zurück willst, aber du musst anfangen, dein Leben neu zu regeln.
Tu DIr viel Gutes, lass dich anwaltlich beraten - du stehst nach 17 Jahren Ehe viel besser da als du gerade glaubst - zumindest finanziell.
Und 13jährige Jungs sind doch schon sehr selbständig - die müssen nicht mehr jeden Tag beaufsichtigt werden - meine sind 12 und 7 und müssen auch ab und an bis abends um 7 alleine klar kommen. Das geht so Schritt für Schritt.
Beruflich musst du irgendwie schauen, dass du dich verbesserst... habe gerade irgendwo was von 2 Jobs gelesen.... lieber ein gut bezahlter als 2 schlechte... Fortbildungen usw. sind auch eine Chance für dich - dein Leben fängt neu an und du kannst es selber neu gestalten.
 
  • #18
Liebe Tini,
Soviel fragen auf einmal...:)und nur wenige Zeichen..
Ja ich arbeite ,bin selbstständig. Habe mir jetzt einen zweiten Auftrag/Job gesucht.
Wir sind 13 Jahre verheiratet.
Regelungen bezüglich Umgang mit den Jungs und Unterhalt sind nicht verbindlich zu treffen. Ich kann ruhig und sachlich mit ihm reden , jedoch bleibt es dabei. Er kennt diese Frau durch einen Logistik Einsatz , welcher eine Woche vor unserem Urlaub stattgefunden hat. Er ist auch nicht direkt hingezogen,sondern hatte zwischenzeitlich ein Zimmer hier in Berlin,war tageweise bei ihr zu Besuch.Da seine Aufträge auf die Sommermonate beschränkt waren, hat er aktuell keine Einkünfte.
Ich denke nicht mehr daran, ob er zurückkommt oder nicht. Vertrauen ist dahin. Ich würde Ur gern verstehen.Meine Jungs leiden,sie vermissen ihren Papa. Wie gesagt, er meldet sich nur per sms.
 
  • #19
Was mich persönlich immer wieder an den Abgrund treibt, ist diese Ohnmacht ihn von einer Woche zur nächsten als völlig veränderten Menschen zu sehen.
Ja, das ist grausam und das war u.a. auch, was mich damals so zu Boden gedrückt hatte, als mein Exmann zu seiner Neuen abgerauscht ist. Meine Ehe war nicht so harmonisch wie deine schien, und doch kam ich anfangs nur sehr schwer mit dieser Gefühlskälte und Ignoranz von seiner Seite klar.

Das liegt daran, dass dein Mann einen zeitlichen Vorsprung hat. Er hat sich bereits in seinem neuen Leben (zumindest mental, aber auch organisatorisch) eingerichtet und sich schon Gedanken über die Zukunft gemacht, lange bevor er ging. Dich trifft es wie ein Blitz aus heiterem Himmel und du hattest noch nicht die Zeit, umzudenken.

Wir hatten zum Glück keine Kinder, aber dass er sich niemals auch nur im Ansatz nach seinem Kater erkundigt hat, mir die gesamte Abwicklung des Immobilienverkaufs überließ, sich um nichts kümmerte, die Hypothekenzahlungen einfach ohne mich überhaupt zu benachrichtigen einstellte etc., hat mich damals schwer getroffen. Von jetzt auf gleich gibt es kein Wir mehr, nur noch ein Ich und Er.

Du wirst Zeit brauchen, dich an diesen Gedanken zu gewöhnen. Das geht nicht von heute auf morgen. Du wirst allerdings nie vergessen, wie schäbig er sich einfach so aus seiner Verantwortung gezogen hat, hoffe ich. Deine Finanzen sichern, dich gut beraten lassen und ebenso ein Ich aufbauen, wie er es tut, ohne mit Gewissensbissen an seine Situation zu denken (gerade was Unterhalt etc. angeht).
Wenn seine neue Beziehung dann gescheitert ist und er wieder Kontakt zu dir sucht (was in der Tat sehr häufig passiert), wirst du ein gutes Stück stärker und selbstsicherer sein als heute.
Arbeite daran, von nun an im Ich zu denken. Das wird dir helfen. Alles Gute!
 
L

Lionne69

Gast
  • #20
Lass Dich zumindest rechtlich beraten.

Auch wenn er selbstständig ist, und gerade ohne Auftrag, gibt es - zumindest für die Kinder - eine Unterhaltspflicht.
Darauf haben sie ein Anrecht, das müsstest Du sogar für sie einfordern.
Ggf. über das Jugendamt, die übernehmen solche Unterhaltsfeststellungen und auch ggf. die Klagen.
(Die Unterhaltsrückstände meiner Söhne bewahren diese zumindest davor, eines Tages für ihn zu zahlen.)

Und es gibt nicht nur ein Ungangsregelungen, sondern eine Pflicht. Nur bedingt auf dem Klageweg durchsetzbar, aber irgendwie solltest Du, falls Du es willst, ihm klarmachen, dass er zumindest noch Vater ist.
Mit Hilfe des Jugendamtes und / oder einer Familienberatungsstelle.

Die Kinder benötigen einen sicheren Rahmen, gerade jetzt.
 
  • #21
Regelungen bezüglich Umgang mit den Jungs und Unterhalt sind nicht verbindlich zu treffen.

Weshalb nicht?

PS: Ich denke, Du bist in einer besseren Situation als die Neue Deines Noch-Mannes, auch wenn es Dir jetzt noch nicht so erscheinen mag. Sie bekommt einen arbeitslosen Mann, der sich gerade in Alkohol verliert und für seine Frau und zwei Kinder zahlen und sorgen muss.

Liebe, FS, fordere ALLES von Deinem Mann ein, was Dir zusteht! Und zwar jetzt und SOFORT!

Deine Frage nach dem "Verstehen" und nach dem "Warum" scheint grad vorherrschend zu sein. Diese Fragen werden sich klären lassen, wenn auch erst mit der Zeit!
 
  • #22
Ab und zu saßen wir noch zu viert, haben den Jungs versprochen, als elterliches Team weiter zu funktionieren. Es ging mir körperlich sehr schlecht, ich verlor Gewicht und erst nach vielen Wochen fand ich langsam den Weg zurück in den Alltag.

Bei allem Verständnis: Das ist die Umschreibung für "du hast dich richtig gehen lassen". Und dein ganzer Post ist getränkt von Opferhaltung. Die zwei Kinder wirst du die letzten Jahre ja auch versorgt haben. Ich will ja nicht kaltherzig klingen, aber deine frustierte Haltung färbt natürlich auch auf die Kinder ab. Klar ist das ungerecht und der Mann ist quasi das "Schwein", aber du musst diese Haltung auch irgendwann überwinden und irgendwie "normal" damit umgehen.
 
  • #23
Regelungen bezüglich Umgang mit den Jungs und Unterhalt sind nicht verbindlich zu treffen.

In Deiner Situation brauchst Du sicher anwaltliche Beratung. Und natürlich sollten dann Regelungen verbindlich zu treffen sein.

Er kennt diese Frau durch einen Logistik Einsatz , welcher eine Woche vor unserem Urlaub stattgefunden hat. .

Ich glaube nicht, dass es der Regelfall ist, dass glückliche Ehemänner, die nie Kritik an der Beziehung geäußert haben, sich plötzlich in eine andere Frau verlieben und komplett verschwinden. Mag sein, dass Du ein Ausnahmefall bist.
 
  • #24
Ich glaube nicht, dass es der Regelfall ist, dass glückliche Ehemänner, die nie Kritik an der Beziehung geäußert haben, sich plötzlich in eine andere Frau verlieben und komplett verschwinden

.....diese Dinge spielen sich sehr leise und im Verborgenen ab, weil die betreffende Person lange klaglos ihr Bestes gibt, eigene Gefühle vor lauter Pflichtbewusstsein und Liebe, nicht wahrgenommen werden. Nach außen ergibt das Bild eine intakte Familie, ein liebendes Paar, eine gute Ehefrau und Mutter, einen fürsorglichen Ehemann. Da gibt es oft nicht das übliche Theater vorab. Das kommt, wie ein Infarkt so plötzlich, dass man es nicht steuern kann und nur noch flüchtet. Hier war es plötzlich eine andere Frau, die der Auslöser war, bei einem anderen ist es ein plötzlicher körperlicher Zusammenbruch, oder der Sprung vor dem Zug. Bei mir war der Auslöser, dass ich plötzlich das Lenkrad rumriss und auf einen Baum zusteuerte. Ich hatte keine Absicht, ich spürte keinen Unmut, keinen Ärger, keine Traurigkeit. Ich spürte mich, wie immer. Diese Aktion empfand ich in diesem Moment total fremdgesteuert. Als dieser Vorfall einen kurzen Schock bei mir auslöste, fing ich an zu spüren und brachte alles zum Vorschein, was ich pflichtbewusst und aus Liebe, verdrängt hatte. Für Außenstehende überhaupt nicht nachzuvollziehen, war doch alles immer so toll und überhaupt. Ich selber zweifelte an meinem Verstand, hielt mich für komplett verrückt, krank und nicht zurechnungsfähig.

Die Seele sucht sich in ihrer Verzweiflung Ausgänge und Wege, die für nicht Betroffene völlig irrational und daneben sind.
Warum wurde nie etwas vorher gesagt, sich geäußert, die Frage stellen sich dann Außenstehende und natürlich ist der, dem das passiert, das *Schwein*, einfach so abzuhauen, seine Familie im Stich zu lassen. Das ist so leicht, sich der eigenen Verantwortung zu entziehen, statt sich zu fragen, was man übersehen hat, war man überhaupt ansprechbar und erreichbar für den anderen. Hat man sich nicht zu sehr so in der Fürsorge und Liebe sicher gefühlt und gar nicht mitbekommen, dass dem anderen etwas fehlt, er vielleicht gar nicht so glücklich ist.

Ich finde es traurig, da ist ein vorbildlicher Ehemann, der seine Frau auf Händen trug und sich als Vater kümmerte und findet sich jetzt in einer ganz anderen Rolle wieder. Stellt euch das nicht so leicht vor, damit klar zu kommen.
 
  • #25
Ich sehe nichts, woraus man schließen könnte, dass die Kinder ihm egal sind, aber viele Parallelen zu meiner Vergangenheit. Auch mein Sohn ist so alt wie meine Ehe. Er war der Grund für die Heirat. Ich bin auch viel zu spät zuhause ausgezogen und habe zuvor auch zu viel geraucht, getrunken und gegessen. Über Weihnachten hatte ich dann einen Bandscheibenvorfall. Die erzwungene Nähe zur Nochfrau während das Herz einen woanders hinzieht und die Zerrissenheit wegen des Kindes - aber auch wegen der Finanzen - macht einen fertig. Ich hoffe, dass sich bei Dir auch alles zum Guten wendet. Ich bin schon längere Zeit sehr glücklich mit meinem „Scheidungsgrund“ verheiratet und meine Exfrau hat jetzt auch einen neuen Partner. In solchen Fragen ist das Herz ein besserer Ratgeber als die Vernunft.
 
  • #26
.....diese Dinge spielen sich sehr leise und im Verborgenen ab, weil die betreffende Person lange klaglos ihr Bestes gibt, eigene Gefühle vor lauter Pflichtbewusstsein und Liebe, nicht wahrgenommen werden.

Das kann sein, Du hast da sicher vollkommen Recht. Aber merke ich nicht doch irgendwie, ob die Beziehung so vor sich hinläuft oder wirklich glücklich ist?
Ich finde erschreckend, wie viele Menschen hier um Rat fragen wegen solcher "plötzlichen" Wendungen. Es ist aber natürlich genauso erschreckend, das jemand sich dann so plötzlich gleich komplett abwendet. Klingt für mich fast nach "Midlife-Crisis" und "nochmal komplett von vorne anfangen". Das ist rational wenig nachvollziehbar, wahrscheinlich hat sich eine Unzufriedenheit aufgestaut, die mehr was mit seinem eigenen Leben zu tun hat und die die Ehefrau und die Kinder jetzt einfach komplett abbekommen.
 
  • #27
wahrscheinlich hat sich eine Unzufriedenheit aufgestaut, die mehr was mit seinem eigenen Leben zu tun hat und die die Ehefrau und die Kinder jetzt einfach komplett abbekommen.
Ich denke auch, dass viele Menschen einfach irgendwann einen Partner nehmen oder behalten, von dem sie nicht wirklich überzeugt sind, weil sie denken, dass es das, was sie sich wünschen, sowieso nicht gibt. Und dann sieht doch jemand so aus, als wäre er die Traumpartnerperson, einem aber erst spät begegnet.
 
  • #28
Da hagelt es den einen oder anderen Vorwurf an dich von Leuten, die dich weder optisch, menschlich noch vom Alltag her kennen: Du ließest dich gehen (Nice), klängest wie eine Nehmerin, der der Kümmerer abhanden gekommen wäre (void), wärst nicht auf eigenen Füßen gestanden (weil du formuliertest "auf Händen getragen"), würdest über Eheprobleme bei Tisch reden... (obwohl es nur die Demonstration elterlicher Fürsorge den Kindern gegenüber war...)

Es ist leider so, dass du auch im Forum manchmal ein dickeres Fell brauchst, selbst dann, wenn du hier eigentlich Trost und Orientierung suchst.

Inhaltlich kann ich mich nur Jana_ 09/15 anschließen,
und dir daneben versichern, dass ich deine Erschütterung wegen des plötzlichen Wandels dieses Mannes sehr sehr gut nachempfinden kann.
Es ist gut, dass du jetzt schon so viel Stabilität wiedererlangen konntest. Schön auch die Bemühungen deiner Jungs dir beizustehen, obwohl es für dich selbst nicht leicht ist. Versuche, noch möglichst viel mit ihnen und anderen AEs zu erleben.

Alles Liebe dir!
 
Top