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  • #1

5 Alarmzeichen für Bindungsangst

Das ist das Thema im Magazin unter https://www.elitepartner.de/km/magazin/kennenlernen/artikel/alarmzeichen-fuer-bindungsangst.html Welche Erfahrungen habt Ihr im Bezug auf Bindungsangst gemacht?
 
  • #2
Der Artikel ist recht gelungen. Alarmstufe Zeit kann ich voll unterschreiben, ebenso Alarmstufe Freundeskreis. Allerdings sehe ich Launenhaftigkeit nicht als typisch für Bindungsphobiker an, im Gegenteil kann das jeden treffen. Es ist eine grausliche Eigenschaft und launische Partner versuche ich gewissenhaft zu vermeiden. Aber wegen der Launen, nicht weil es eventuell Rückschlüsse auf Beziehungsphobie zulassen würde. Ebenso Unzuverlässigkeit oder Unpünktlichkeit -- ist das typisch für Beziehungsphobie? Eher für Beziehungsuntauglichkeit, falls man auf solche miesen Eigenschaften zurecht allergisch reagiert.

Meiner Erfahrung nach ist das wirklich Typische für Beziehungsphobiker, dass sie ständig von "Freiräumen", "Luft zum Atmen", "Zeit für sich", "Unabhängigkeit", "man selbst bleiben" quatschen -- in Wirklichkeit aber nur Nähe nicht zulassen wollen und Distanz leben. Diese Codewörter sind für mich die Alarmzeichen erster Güte und haben immer für beide den gewünschten Effekt: Der andere bekommt seine Freiräume und ich verschwende meine Lebenszeit nicht mit einem Partner, der in Wirklichkeit gar keine Partnerschaft zulassen kann.
 
G

Gast

  • #3
...vor allem die, dass man es als Betroffener nicht gleich merkt und sich und anderen in die Tasche lügt. Es ist alles andere als bequem, in den eigenen Spiegel schauen zu müssen...

T(43)
 
G

Gast

  • #4
Aus meiner Erfahrung ist Achtung geboten bei:
1) von maximaler Nähe zu maximaler Distanz innerhalb eines Tages;
2) nichts von sich hören lassen über zwei drei Wochen;
3) Philosophische Diskussionen über "die klassische Paarbeziehung" hat ausgedient; "der Seitensprung ist der Beweis dafür, dass es nicht funktioniert";
4) "ich liebe dich, aber anders als du denkst";
etc, etc, etc.....
 
G

Gast

  • #5
Ich empfehle zu diesem Thema: "Nah und doch so fern: Beziehungsangst und ihre Folgen" von Steven Carter, 9,95 Euro. SEHR AUFSCHLUSSREICH!
 
G

Gast

  • #6
Ich war 3 Jahre lang mit einem Mann zusammen, der in Spanien lebte und im lezten Jahr nach Deutschland für mich kam, es war also eine Distanzbeziehung von Anfang an. Als ich anschließend zu ihm ziehen wollte,was er sich angeblich so sehnlichst wünschte (550 KM Entfernung trennten uns), fand er immer wieder Gründe bzw. Hürden, die unerreichbar für mich waren. Typische Anzeichen sind u.a. ambivalentes Verhalten, z.B. war an einem Tag alles in bester Ordnung, am nächsten Katastrophe angesagt, Kontrollmacht, Eifersucht,Launenhaftigkeit, wenn ihm etwas nicht gepasst hat, meldete er sich tagelang nicht. Man konnte ihm nichts recht machen, oder er versuchte mich unter Druck zu setzen. Der Gipfel war erreicht, als er meinte, ich solle meine ganzen Möbel verkaufen, darunter auch Erbstücke meiner Familie. Vor 4 Monaten trennte ich mich von ihm und habe seitdem nichts mehr von ihm gehört. So langsam erhole ich mich von diesem Schrecken wieder. Aber was Männer betrifft, bin ich nun sehr hellhörig geworden! Das schlimme ist, man merkt es nicht sofort, weil es so subtil und schleichend passiert. Ich hatte übrigens vor ihm 2 sehr langjährige Beziehungen geführt...
 
G

Gast

  • #7
Meiner Erfahrung nach, "finden" sich nicht einfach ein Beziehungswilliger und ein Beziehungsphobiker (und der Phobiker vereitelt das Zusammenkommen als Paar), sondern der B.willige kann über den Kontakt mit dem B.phobiker sehr bewußt den Teil der Nähe-Distanz-Spannung leben, der für ihn aktuell attraktiv ist und vordergründig "Nähe" heißt: Der B.phobiker ermöglicht durch sein stark distanziertes Verhalten ja erst die Selbstwahrnehmung des B.willigen:"Ich sehne mich nach dir". Es findet aber eine "Arbeitsteilung" (eine Aufteilung der Polaritäten Nähe/Distanz) statt; auch der B.willige hat "b.phobische" Anteile (oder, um mit dem Altmeister Fritz Riemann zu sprechen: schizoide Anteile). Nur kann der B.willige diese in der Dynamik mit seinem Gegenüber "in Schach halten" (d.h. unbewußt oder vom aktuellen Erleben abgespalten halten). Es kommen also eigentlich zwei Beziehungsphobiker zusammen, nur wissen sie es nicht. - Typischerweise kann die "Arbeitsteilung" wechseln. Wird der anfänglich B.willige wieder "autonom" und lebt stärker den eigenen Alltag, kann der B.phobiker in seinem Verhalten "kippen" und nun selber in die Sehnsucht kommen. Jetzt kommen seine Liebesbeteuerungen zum Zug. Wenn sich diese Art der "Partnerwahl" öfters wiederholt, spielen sich zwei eigentlich ähnlich strukturierte Partner "in die Hände". Wenn einem Beziehungswilligen diese Dynamik "mal" passiert, liegt die Sache anders.
Eine (Liebes)kunst könnte sein, nicht in die Polarität/den Polaritätenwechsel zu gehen, und sich auch nicht sofort zu trennen, sondern mit beiderseitiger Distanz und Zurückhaltung zu starten und mit diesem Abstand auch zu lieben. Schulz von Thun beschreibt das sehr schön: Dem Schizoiden kann man sich nicht auf direktem Weg annähern, er braucht die Erlaubnis einer "Umweg-Schleife" (d.h. die "lange Leine"): Bekommt er das Gefühl, dass sein Distanzbedürfnis nicht "bestraft" wird, sondern als eine persönliche Qualität geschätzt wird (als Fähigkeit zur Autonomie z.B.), kommt er aus freien Stücken nach seinem "Freigang" gern auf einen zu und ist dann verbindlich und engagiert. Er wird von seiner Persönlichkeitsstruktur her immer diese "Umweg-Schleife" benötigen, und wenn er sie nicht machen darf, sich diese holen, aber dann auf schroffe, abweisende Art (seine "Notbremse" in Sachen Nähe). Die Frage für den vordergründig B.willigen ist: Kann er die Zeit der "Umweg-Schleife" des B.phobiker nicht nur aushalten, sondern als Freiraum auch für sich genießen, d.h. sein eher unbewußtes Distanzbedürfnis aktiv kultivieren? Geht es ihm gut damit? Kann er sich darin neu entdecken und sich mit dieser eher bei sich selbst abgelehnten Seite (die beim Anderen fasziniert und der man "erliegt") anfreunden? Und: Gibt es Qualitäten des B.phobikers, für die es sich lohnt, diese "Umweg-Schleifen" abzuwarten? Sicher ist, es wird nie kontinuierlich "nahe Nähe" für beide gleichzeitig geben.
 
G

Gast

  • #8
#6 Auch wenn es Qualitäten gäbe, die ich als erstrebenswert betrachten würde, wäre mir die Kompliziertheit der psychischen Konstellation, die teils bewusst und teils unbewusst gelebt wird zu
anstrengend und zu entmutigend.Das Leben ist schon kompliziert genug. Ich muss nicht noch im Privatleben in ständiger Spannung zwischen Zuwendung und Ablehnung ein Psychotrauma nach dem anderen erleben.Solten sich zwei gleich geartete schizoide Persönlichkeiten damit gut arrangieren können, mag das ganz gut passen.Ein unkomplizierter Charakter wird damit aber sicher nicht sein Glück finden.
 
G

Gast

  • #9
#6 Sehr schön ausformuliert. Ich kann mich - beidseitig mit Tendenz zur dependenten Nähe - wiederfinden... (!)

Letztlich muss ich (als Riemann-Fan) allerdings #7 zustimmen: Das Leben ist schon anstrengend genug.... :-(

Mag sein, dass ich, M, 47 (mittlerweile) total neurotisch und beziehungsunfähig bin?

Aber - sorry - ich ziehe meinen Hund einer menschlichen W x-fach vor!

Dieses ständige Hin und Her - Wozu??!!!
 
E

excuse-me

  • #10
@ 6
Sicherlich gibt es Qualitäten des Beziehungsphobikers, die es lohnend machen, abzuwarten.
Z.B. eine sehr hohe Sensibilität und Selbstwahrnehmung.

Es als das was es ist zu erkennen, sich damit auseinanderzusetzen, nach Lösungen für sich und den Partner zu schauen, sich Gedanken darüber zu machen, wie es dem anderen damit geht, ist viel.
Bist du betroffen oder deine Partnerin ? - Wenn ja, wie gehst du damit um. Ist ja anonym - natürlich nur, wenn du mehr dazu sagen magst.


Ich frage nicht ohne Grund.
 
G

Gast

  • #11
Der Artikel ist wirklich gut getroffen, habe ich mir gleich ausgedruckt. Ich bin genau an so einen Mann vor zwei Jahren geraten, war vollends verliebt, habe wirklich gedacht "das ist er" - "das ist der letzte Mann" und dann bin ich sowas von die Schnautze gefallen.

Schlimm ist auch, dass er (denke viele andere auch) sich selbst so sehr belügen und sich was vormachen und die gesamte Umwelt täuschen. Selbst meine Eltern haben dieses nach dem Kennenlernen nicht erkannt. Und die hatten ja nicht die rosarote Brille auf.

Ich muss ja nicht erwähnen, dass ich nun sehr vorsichtig geworden bin, was Beziehungsanbahnung angeht.....
 
G

Gast

  • #12
#5
Gute Beschreibung. Genauso habe ich das zwischenmenschlich auch erlebt. Ich habe immer gedacht, ich spinne und habe die Fehler anfangs immer bei mir gesucht. Es dauerte lange, bis ich wahr haben wollte, dass "meiner" ein Singleleben innerhalb der Beziehung führte. Sobald zuviel Nähe da war, zettelte er förmlich einen Streit an, um wieder auf Distanz gehen zu können und schob mir auch noch die Schuld in die Schuhe. Bei körperlicher Nähe genau das gleiche. Mal bekam er nicht genug, mal wurde er sogar verletzend, wenn ich ihn nur berührte. Ich kenne viele Menschen, die aufgrund von schlimmen Trennungen starke Bindungsängste haben, aber in dieser Intensität habe ich esnoch nie erlebt.
 
G

Gast

  • #13
#6 an #9:

Mir ist es ein Anliegen rüberzubringen, dass es nicht um's Moralisieren oder (Ver)urteilen geht, - beides sehr menschliche Reaktionen, die ich als Tendenz bei mir selber und auch bei anderen beobachte, wenn die eigenen Gefühlsbedürfnisse nicht vom vordergründigen Beziehungsphobiker beantwortet werden/enttäuscht werden. Deshalb betone ich die hintergründigen eigenen Anteile am Beziehungsgeschehen. Nur so glaube ich, kann es gelingen, dem anderen nicht die "Schuld" zu geben. Erstens, haben Vorwürfe und (An)klagen noch nie genutzt, um etwas bzw. einen Menschen zu verändern; und zweitens, läßt sich eine Persönlichkeitsstruktur nicht "einfach so" verändern (auch in der Therapie nur begrenzt; davon schreibt der Psychoanalytiker Schmidtbauer in seinem sehr guten Buch: "Mobbing in der Ehe"). Mir geht es darum, Einsicht in die eigene Kränkbarkeit und in die des anderen zu gewinnen; Respekt vor den Grenzen der eigenen/anderen Fähigkeit zur Kränkungsverarbeitung zu haben; Verständnis für die eigenen/anderen Möglichkeiten zu lieben zu entwickeln - nicht unbedingt darum, ein "glückliches Paar" zu werden. Sehr treffend fand ich die Feststellung des amerikanischen Philosophen und Psychotherapeuten Gendlin, dass es nicht darum gehe, "zusammenzukommen", weil wir uns das so sehr wünschen und das so stark möchten ("is'nt it nice to be together"?), sondern darum, "that everybody is his own channel" - jeder der Partner hat sein eigenes Wesen mit der je einzigartigen Ausdrucksmöglichkeit zu leben und zu lieben, und die jeweiligen Ausdrucksmöglichkeiten sind immer verschieden. Das kann unter Umständen sehr schmerzhaft sein, weil es unserer romantischen Vorstellung von Liebe wiederspricht. Ich muß mir selber immer wieder "erarbeiten" dass es n i c h t dem Bedürfnis eines erwachsenen Menschen entspricht, Liebe als "kostenfreie" Beglückung zu erfahren, für die man (wie in Kindertagen) nichts tun müßte, sondern dass es das erwachsene Bedürfnis ist, in der Liebe zu lernen, sich zu entwickeln und über sich hinaus zu kommen. Und Lernen (bezogen auf die eigene Person) heißt meiner Ansicht nach deshalb, (sich selbst) fördern u n d (von sich selbst) fordern.
 
E

excuse-me

  • #14
#9 an #6
Danke für deine weiteren Ausführungen - ist ja wirklich richtig kompliziert aber dank deiner Erklärungen für mich in gewisser Weise verständlicher geworden.
Natürlich kann es nicht um Schuld gehen, wenn die Ausdrucksmöglichkeiten bzw. die Empfindung von Gefühlen oder Stimmungen unterschiedlich sind.
Wenn man bereit ist, sich auf solche Unterschiede einzustellen bedarf es aber auch des ständigen Austausches darüber - wie soll der andere sonst wissen - was schmerzt oder enttäuscht? -
Z.B. wenn etwas was für mich keine Bedeutung hat, den anderen völlig aus der Bahn wirft.
Wenn darüber kein Austausch erfolgt - wie soll man es dann als schmerzhaft für den anderen erkennen?
Wenn ich meine Gefühle sehr gut beschreiben und ausdrücken kann - der Bez.-Ph. aber überhaupt nicht - es nicht einmal versucht, dann kann man doch nur scheitern.

Den letzten Absatz habe ich nicht vollständig verstanden:
"Ich muß mir selber immer wieder "erarbeiten" dass es n i c h t dem Bedürfnis eines erwachsenen Menschen entspricht, Liebe als "kostenfreie" Beglückung zu erfahren, für die man (wie in Kindertagen) nichts tun müßte, sondern dass es das erwachsene Bedürfnis ist, in der Liebe zu lernen, sich zu entwickeln und über sich hinaus zu kommen. Und Lernen (bezogen auf die eigene Person) heißt meiner Ansicht nach deshalb, (sich selbst) fördern u n d (von sich selbst) fordern."

Und zwar ist verständlich, dass es eine ständigen Weiterentwicklung und Arbeit an sich selbst bedarf - mir fehlt bei deiner Beschreibung aber gänzlich das gegenseitige Lernen miteinander und voneinander. Ja, eigentlich schon wieder der Austausch.
Wenn man Glück hat, hat der eine etwas zu geben, was der andere nicht hat und umgekehrt. Oder ist es genau das, wo es dem Bez.-Ph. zu eng wird bzw. er befürchtet, von dem anderen einverleibt oder zuviel beansprucht zu werden - einen Teil seiner Persönlichkeit, seines Ichs, an den anderen abgeben zu müssen, den er doch für sich behalten will, weil er es als seinen ganz eigenen Anteil betrachtet?
???
 
G

Gast

  • #15
#6 an #9:

Ich stimme dir zu, dass in meinen Ausführungen nicht erwähnt ist, dass es den gemeinsamen Austausch geben sollte. - Genau das ist, wie Du selber schreibst, ein sehr empfindlicher Punkt für den B.ph.: Sich austauschen über Gefühle macht Gefühle, d.h. er wird u.U. emotional involviert. Das erlebt er als Bedrohung, und "macht zu".
Deshalb ist es u.U. besser, denke ich, meine Gefühlsprozesse allein durchzuarbeiten und mich entsprechend klar, d.h. eindeutig zu verhalten, aber immer mit Zuwendung! Daran kann dann der B.ph. lernen; vielleicht tut er das nicht, es ist aber eine Chance. Wenn ich jedoch hingehe, und "problematisieren" will, oder mich abgegrenzter verhalte und darüber die Zuwendung drossele, bestärkt des den B.ph. in seiner grundlegenden Erfahrung, dass Menschen und Nähe "gefährlich" sind.

Ich meine, es ist e i n e Sache, mit einem B.ph. zu versuchen eine Beziehung zu leben, die meinen Beziehungswünschen/idealen entspricht. Darin kann ich nur scheitern. - Es ist eine a n d e r e Sache, zu versuchen zu leben was geht und weiterhin zu lieben (den B.ph. so sein lassen wie er ist, und deswegen aber nicht die Liebe/Zuneigung von ihm "abzuziehen"). Das ist dann nicht die "glückliche Beziehung", sondern eine Beziehung-im-Prozess (Prozess des Lernens). Vielleicht zeigt sich das konkret dann darin, dass es eher eine freundlich-liebevolle Kameradschaft ist oder ähnliches, als das was wir klassisch Paarbeziehung nennen. Das ist nichts Leichtes, sondern verlangt viel von einem selbst gerade wenn man der "mehr Liebende" ist, - weil es von einem fordert, an der eigenen Kränkbarkeit zu arbeiten.

Im Artikel gibt es den Rat, "möglichst schnell weg, Beziehung beenden, draus lernen". Nur wie dieses Lernen von statten geht, darüber gibt es keine Empfehlung, damit ist man allein gelassen als Leser. Schmidbauer der 30 Jahre mit Paaren gearbeitet hat, gibt den Rat, dran zu bleiben an dem, was die Realität ist, und während dieses Dran-bleibens (Beziehung-im-Prozess) zu lernen. Darin sieht er die einzige Chance, Kindheitserfahrungen (die Beziehungsdynamiken in Gang halten, und bei der Kombination B.ph. und B.williger wirken Kindheitserfahrungen!) zu überwinden. Also nicht abbrechen, und wieder einen ähnlich strukturierten Partner "finden" bzw. in einer neuen Beziehung erneut in eine ähnliche Beziehungsdynamik rutschen (er nennt das Wiederholungszwang: Unbewußtes sucht Unbewußtes, und das Suchraster ist der gleiche "Stallgeruch", von dem man sich dann angezogen fühlt).
Lernen heißt bei Schmidbauer, Ideale runterzubrechen, narzistische Bedürfnisse die hohe Erwartungsenttäuschungen nach sich ziehen ("ich fühle mich gut/mir geht es besser, weil es dich gibt"), abzubauen; den kränkbaren verletzlichen Menschen in dem anderen Menschen "sehen", der einen enttäuscht. Das bedeutet nicht, mit dem anderen zusammenzuleben und alle Verletzungen mit sich machen zu lassen. Es bedeutet vielmehr, den "Haupthahn" menschlicher Verbindung - das Liebesgefühl - nicht abzudrehen. In seiner analytischen Sprache heißt das: nicht die beiden Grundregungen des Menschen, zu lieben und zu hassen, zu entmischen, sondern sich zu erarbeiten, dass es Erfahrungen des "Sowohl als Auch" mit diesem Menschen/B.ph. gibt; ich muß nicht "spalten", und den anderen als den Schuldigen ansehen. Ich denke, bei diesem Lernen (egal wie die konkrete Beziehung langfristig ausgeht) kann man nur gewinnen.

Schmidbauer gibt auch den Rat, zu unterscheiden zu lernen, wo ist "Dranbleiben" an der Beziehung (mit unter Umständem anderem oder zeitweilig anderem Beziehungsziel als erhofft) sinnvoll, und wo nicht. Wo ist es "Kleben" (d.h. sich verbeißen, ohne Abstand zum Partner und der Beziehung sein; Sich fragen: Wie ist meine Beziehung zur Beziehung? Wie ist mein inneres Verhältnis zu dem allem? Bin ich davon vollständig "besetzt" und vom Erreichen meines Beziehungszieles absorbiert?) Beim "Kleben" kann es sinnvoll sein, das Ziel ("Beziehung mit diesem Menschen") aufzugeben, d.h. loszulassen. Wenn man mitten in dieser Selbstbefragung drin ist, finde ich es schwierig zu unterscheiden, ist "Dran-Bleiben" noch sinnvoll oder ist es nur noch ein "Kleben"?
Da ich davon ausgehe, dass ich nicht den anderen Menschen verändern kann, und ihn auch nicht willentlich dazu bringen kann, sich über meine Gefühle und Veränderungsprozesse auszutauschen, vertrete ich in meinen Überlegungen tatsächlich den Standpunkt des "selber Machens". Ich habe nur da Einflußmöglichkeit, wo es um Veränderungen meiner Person geht, ob das dann mit Partner oder ohne ihn geht/gehen muß, ist nicht die entscheidende Frage. Ich muß unter Umständen das Lernen allein machen oder mir einen professionellen Helfer zur Unterstützung holen, um rauszufinden, ob "weitermachen" gut ist, oder nicht.
 
G

Gast

  • #16
Ich kenne meine Schwächen sehr gut - ich kenne aber auch meine Stärken. Ich habe Vertrauen in mich selbst, in meinen Charakter, in mein Wesen und in mein Handeln. Deshalb ist es schwer, mich zu kränken. Kränken kann man mich nur dadurch, dass man an mir zweifelt.
Aber genau das ist es, was ein B.ph. macht (? ich weiß noch nicht mal ob er wirklich B.Ph ist) - er zweifelt an mir.

Herabwürdigende Worte lasse ich an mir vorbei, obwohl immer häufiger, immer abwertender.
So lange sie nur mich betreffen, ok! Wie gesagt, so leicht kränkt man mich nicht. Werden andere, zu mir gehörende Menschen - Freunde, Bekannte - ihm aber völlig unbekannt - abgewertet, verurteilt und beschimpft, kann ich nicht darüber hinwegsehen. Da schieße ich zurück.

Und trotzdem ziehe ich meine Zuwendung nicht ab "bleibe dran" auch ohne Aussicht darauf, dass eine Beziehung möglich wird, auch weil von ihm ausdrücklich nicht gewünscht. D.h. ich schraube meine Erwartungshaltung zurück - die Enttäuschung darüber verleugne ich weder vor mir noch vor ihm - ich bleibe dran, weil mir dieser Mensch aus verschiedenen Gründen sehr wertvoll ist und das teile ich ihm auch mit. Der Kontakt bleibt bestehen.

Ich lebe meinen Alltag weiter, zu dem natürlich auch Kontakte zu anderen Menschen, Geselligkeiten, Freundschaften gehören. Eben weil ich nicht "kleben" will, weil ich nicht verharren darf in dem "besetzt" sein, und weil ich aus meinen sozialen Kontakten die Kraft ziehe, die ich zu einem erfüllten Leben für mich brauche.

Er scheint das aber so zu empfinden, als grenzte ich mich von ihm ab und drosselte die Zuwendung an ihn. - Was definitiv nicht so ist!

Ich sehe die Verletzungen und Enttäuschungen bei ihm - ICH drehe den Haupthahn nicht zu - ICH bin NICHT die Gekränkte - aber lernen kann ICH eben nur durch Austausch. Und der kommt leider nicht zustande, du hast ja gesagt, warum.
Fazit:
Eigentlich sagt er mir - ich stehe dir nicht so zur Verfügung, wie du es gerne hättest - aber du sollst mir zur alleinigen Verfügung stehen.
So empfinde ich das.
Mehr Zugeständnisse, als ein Beziehungsziel erst einmal aufzugeben, ihm durch die Offenlegung meines Wesens die Gewissheit zu geben, mir vertrauen zu können und "dran-zu-bleiben" kann ich nicht machen, ohne mich selbst dabei zu verlieren.
Er, nicht ich, hat den Kontakt abgebrochen.

Ist das ein typischer Verlauf ? - Bin ich da einem B.Ph. begegnet ? - ???
 
G

Gast

  • #17
Welch hochinteressanter Thread!!
#15
Du hast so perfekt ausgedrückt, was ICH seit 2 Jahren mit meinem B.ph. erlebe, incl. dem dass ER den Kontakt abbrach und mir sagte ICH hätte IHN weggestossen, dass mich die Antwort von #14 dazu ebenfalls rasend interssiert.

#14
Ich habe ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass man noch so oft über seine Gefühle in den "Abstossmomenten" reden kann. Diese aber nichts fruchteten, was zur Folge hatte dass genau das passierte, was #15 beschreibt.

Ich denke, dass es auch daran liegt, dass B.ph Angst davor haben, einem anderen Menschen nochmal aus tiefem Herzen zu vertrauen. Dieses Vetrauen baut sich nur gaanz langsam auf und bedeutet unendlich viel Verständnis und immer wieder zugehen auf den B.ph.
Ich frage mich allerdings ob man so einen Menschen auf Dauer "knacken" kann???
 
G

Gast

  • #18
Das schlimmste ist wenn nur der letzter Punkt zutrifft. Alles kein Problem: Nähe, zusammenziehen, Freunde kennenlernen und als krönender Abschluss die VERLOBUNG mit der Aussage: ich war mir in meinem ganzen Leben noch nie so sicher. Und dann von heute auf morgen einfach Schluß..brauche meine Freiheit usw....FURCHTBAR!!!!! Solche Menschen brauchen dringend professionelle Hilfe denn sie sind eine Gefahr für die Aussenwelt obwohl sie keine Arschlöcher im klassischen Sinne sind....
 
E

excuse-me

  • #19
#15 bin ich - sorry, war nicht eingeloggt.
 
G

Gast

  • #20
Wienerin

Ich kann den 5 Punkten von Frau sommerfeldt nur zustimmen. Hatte mit so einem Mann zwischen 2004 und 2007 eine sogenannte On-OffBeziehung. Teils wollte ich ihm mein Verständnis nicht vorenthalten, andrerseits war ich nach meiner Trennung von meinem jetzigen Expartner auch nicht gleich bereit mich fix zu binden. also habe ich diesen Mann nicht sofort durchschaut.. Am Anfang bin ich ja gar nicht viel zum Denken gekommen, weil er , wie Frau Sommerfeldt schreibt, voll "angegast" hat und mich mit SMS, Mails, Telefonaten und Treffenswünschen ja zugedröhnt hat. Genauso schnell ist er dann aber wieder auf die Bremse gestiegen....nämlich dann, als er merkte, dass ich "angedockt" habe. Und dann ging es hin und her....offensichtlich wollte er die Beziehung ja nicht ganz aufgeben....solange bis ich vor einem Jahr einfach nicht mehr auf seine "Kontaktaufnahmen(SMS, Mail, Telefonate) reagiert habe. Kein Gespräch mehr , keine Erklärungen...naja war schade, da die Chemie zwischen uns beiden super war...Lust auf den ersten Blick;-)) Verstanden habe das ganze bis heute nicht,Ich war ja gar nicht sooo heiss auf eine enge Beziehung,aber das war ihm wohl schon eng genug..."kopfschüttel"...naja...ich MUSS ja auch nicht alles verstehen....
 
G

Gast

  • #21
Oje, das ist ein grausames Thema, wenn man einen Partner mit Bindungsangst hat. Es ist ein pathologisches Problem,das immer mit viel Leid, Schmerz und Trennung verbunden ist. Glaubt mir, ich weiß, wovon ich rede.Durch das ständige Wechselspiel von Nähe und Distanz ist man so verunsichert und die eigenen Gedanken kreisen nur noch um die Probleme des Partners und nicht mehr um die eigenen.Der Partner wird zur Droge, die Trennung zum Entzug.
Die Beziehung bleibt ständig in der Anfangsphase stecken und man wartet immer darauf, dass die Beziehung endlich losgeht und verbindlich wird - kenne ich alles. Und man verwechselt das Gefühl der Angst (Verlustangst) mit dem Gefühl der Liebe. Mir ging es fast von Stunde null an mehr schlecht als gut und ich habe mich nie "getragen" gefühlt, obwohl er mich seinen Eltern und Freunden vorgestellt hat. Das heißt gar nichts. Als ich ihn nun nach einem halben Jahr verbindlich fragte, ob er eine Beziehung mit mir will oder nicht - sagte er, er sei nicht verliebt, habe sich aber nie mt einer Frau so wohl gefühlt wie mit mir,bla,bla...

Hatte vorher schon einmal gefragt, ob ich sein Kanarienvogel bin oder was, damals (vor 2 Monaten) sagte er noch, er sei verliebt...

Ich bin vorsichtig geworden und empfehle Betroffenen wie Partnern das Buch "Jein-Bindungsängste erkennen und bewältigen" von Stefanie Stahl- da steht alles drin. Und zieht die Reißleine, bevor Euer Selbstwertgefühl ganz kaputt ist. Es braucht lange, um das zu überwinden
 
G

Gast

  • #22
Zwei Antworten auf 2 Beiträge vom 17.7.09. Von mir sind bisher die Beiträge #6, #12 und #14 gewesen.

An #16:
Für mich hört sich das, was du #16, beschreibst, so an, als wenn dein Gegenüber "narzistisch-schizoid" reagiert (um Fachausdrücke der Autoren zu bedienen die ich erwähnte). Ich sage das, weil der Vorwurf, du würdest dich zurückziehen und den Haupthan zudrehen (womit du auf seine Zurückweisungen/Entwertungen/Abweisungen r e a g i e r t e s t), auf narzistische Kränkbarkeit schließen läßt. "Schizoid" umschreibt ein On-Off-Verhalten, wie Frau Sommerfeldt es im Artikel darstellte. - Die Sache mit dem Vertrauen (dem ganz ganz langsamen Aufbau) siehst du meiner Meinung nach ganz zutreffend und richtig. Allerdings ist "Knacken" wollen das Ticket für das AUS, das "riecht" der B.ph. auf 100 Meilen Entfernung. Es ist aber so furchtbar schwer, tatsächlich in der Liebe nichts zu "wollen".

an#15:
Was du, #15, beschreibst als die innere Haltung deines Gegenübers: "Ich stehe dir nicht zur Verfügung, aber du sollst mir so zur alleinigen Verfügung stehe", finde ich in der knappen Aussage sehr gut auf den Punkt gebracht. Es sieht für mich nach einer ähnlichen Situation wie bei #16 aus (es scheint so; aber ist es tatsächlich ähnlich? Schwer zu sagen aus der Ferne, d.h. per Internet-Austausch hier) . - Wie schade für dich, da du diesen Mann anscheinend wirklich gern hast, und viel für euer Miteinander-Auskommen gekämpft und investiert hast!
 
E

excuse-me

  • #23
@ #21
Tja, ob es so ist, weiß ich halt nicht - das werde ich wohl auch nie erfahren.
Dank deiner Ausführungen und Erklärungen denke ich natürlich auch über meine eigene Rolle in dieser Angelegenheit nach.
Wenn ich so an frühere Partnerschaften bzw. meine Ehe denke - ich scheine darauf abonniert zu sein also hat das wohl auch etwas mit mir zu tun. - ???

Herzlichen Dank - das war alles sehr aufschlussreich für mich.
 
G

Gast

  • #24
@ 21 von 16
das hast du sehr gut analysiert! Ganz besonders die narzistische Kränkbarkeit, trifft absolut zu...und ist ein Thema für sich. Es wird nicht reflektiert und wenn, dann nur so, dass ihn niemals Schuld trifft, Wahrheiten werden verdreht, Verletzungen an mir einfach ausgeblendet und es kommt zu einer inneren Explosion und Wut, die ihm anschließend, in seiner ganzen Unverstandenheit und Selbstherrlichkeit, für sich das Recht einräumte, die Beziehung mal wieder zu beenden.....
Ich bin sehr konsequent und stark, auch er beißt sich an mir die Zähne aus :)
Die Grundbasis passt wunderbar und ich habe schon soviel investiert, dass ich nicht so schnell aufgebe. Natürlich will er mich wiederhaben und kämpft sehr um mich...Allerdings sehe ich die Sache jetzt nach 2 Jahren mit einem gesunden Abstand, vielleicht sogar Abnabelung damit ich eben nicht mehr verletzbar bin...Er ist jetzt in psychologischer Behandlung...Mal sehen, was die Zeit bringt.
 
G

Gast

  • #25
Hallo, warum schreibt Ihr nur, dass es bei IHM so ist ... ich (weiblich, 35 J.) bin auch betroffen. Einerseits sucht man die Nähe zum Partner - andererseits gerät man fast in Panik, wenn er mal ein Wochenende komplett Zeit hat. Ich flüchte mich auch in meinen Job und mein Hobby um meine Tage so gut es geht zu füllen. Ich habe bei jeder "Beziehung" meine Wohnung behalten und werde es wohl auch weiterhin so halten. Die längste und "intensivste" Beziehung war mit einem Aussendienstler, der selbst viel unterwegs war, doch als das Thema Heiraten und Familie kam ... war's vorbei.
Also sind nicht nur die Herren der Schöpfung betroffen.
Vielleicht war Mr. Right noch nicht dabei ...!?
Ich möchte an dieser Stelle noch ergänzen, dass man selbst nicht unglücklich über die Situation ist, denn man trifft den Partner mehr als sich selbst. Das Ende einer Beziehung fühlt sich an wie eine Befreiung.
 
G

Gast

  • #26
Ich finde den Artikel sehr gelungen und absolut zutreffend ; habe genau diese Geschichte erlebt und hatte damals überhaupt keinen Plan was da los ist ; das immer wieder selbstreflektierende Suchen von Gründen bei mir hat mich viel Zeit gekostet und fast in eine absolute Psycho Krise geführt. Also, ich habe 8 Jahre gebraucht, weil auch unser Sohn mit im Spiel war , ich denke ich ,und teilweise später auch wir haben alles versucht, bis zur Paartherapie wo mir dann bewusst wurde- das wird nix; er sucht weiter nach Gründen bei mir und neuen Entschuldigungen ; auseinander ging es dann als es tatsächlich darum ging nun Farbe zu bekennen ( nach feststehendem Hochzeitstermin !! viele Gründe gefunden was denn nun wieder alles nicht stimmt )
Alles natürlich unbewusst , soll auch keine Schuldzuweisung sein ; ich vertrete nach jahrelangem Verständnis und Leid nun wirklich die Auffassung von so etwas lieber die Finger davon zu lassen , denn die Sachen die nicht in Ornung sind liegen viel tiefer verwurzelt - wir sind ja nicht die Krankenschwestern oder Coaches unserer Partner (-:. Ich hätte mit diesem Artikel / Wissen sicher früher den Absprung geschafft, auch wenn ich natürlich viel gelernt habe in dieser Konstellation, vor allem zurück zum Gefühl zu kommen, denn mit Logik war da nix.
Ich bin nun wachsamer und beobachte die Taten, nicht die Worte.
L.G.
 
G

Gast

  • #27
Hallihallo, also die hier angeführten Alarmzeichen eines B-Phobikers sind aus meiner Erfahrung her sehr zutreffend.
Ergänzend würde ich noch Lügen, Widersprüchlichkeit in Denken und Handeln sowie Vermeiden jeglicher Kommunikation anführen.

Ich habe mich viel mit diversen Themen beschäftigt, aber man gelangt irgendwann an einen Punkt, wo man einfach nicht mehr mag - und das ist gut so.
Ich (M) machte sämtliche Phasen vom Retter-Syndrom über die totale Verzweiflung bis hin zur totalen Aggression durch.
Man stellt Überlegungen noch und nöcher an, die aber allesamt in einem Nichts enden.

Das man allzu tief in einer solchen Geschichte drinnenhängt beweist allein die Tatsache, daß MANN/FRAU sich über lange Zeit mit dem/der Anderen beschäftigt, obwohl es nichts bringt.


Ein B-Phobiker stellt sich für mich folgendermaßen dar: narzistisch, launenhaft, sozial inkompetent, lügnerisch, fremdgeherisch, schwach, perfide Angst, kein Selbstbewußtsein, Zerstörung anderer, alles auf das Äußere gerichtet, hochgradige Unzufriedenheit mit sich selbst, permanente Projektion und Schuldzuweisungen auf andere, kann nichts annehmen, anhaltende Kritik anderer bei gleichzeitig bestehender Unfähigkeit Kritik einzustecken und vor allem PASSIVE-AGGRESSION!

Wenn man sich diese Pukte durchliest, kann man sich dann fragen, was eigentlich wirklich noch an einen solchen Menschen bindet??? Will man wirklich einen derart instabilen Menschen an seiner Seite haben???
Vielleicht ist Mann/Frau so defizitär, daß die Variante des vergeblichen Wartens noch immer erfüllend ist....(war bei mir auch)

Wer mit dem Thema "Passive-Aggression" (noch) nicht vertraut ist, dem wünsche ich "viel Vergnügen" damit.

Egal ob B-Phobiker oder passive Aggression, es handelt sich um HOCHGRADIGST instabile Menschen die vollkommen traumatisiet und ABSOLUTEST therapiewürdig sind. Selbst dann ist ein Erfolg noch mehr als fraglich.
Vielleicht ist ein Sprichwort hier anschaulicher: Man kann ein Pferd zur Tränke führen, trinken muß es aber selber.

Ich habe auch viele Sachen versucht aber als Fazit kann ich den einzig richtigen Tip geben:
Die Sache möglichst schnell beenden, Gedanken wie "war ich nicht gut genug?, habe ich was falsch gemacht?, lag es an mir?, bin ich wirklich so schlecht?, Bin ich an allem Schuld?, Bin ich normal?" abhaken, und MÖGLICHST schnell sich Anderem zuwenden.

Alle andere ist vergeudete Zeit...

Alles Liebe und viel Kraft an alle die davon betroffen sind!!!
 
G

Gast

  • #28
Ladies, Gentlemen,
wenn ich das hier so lese... dann bin ich ein hoffnungsloser Fall. Während der Woche abeite viel und lange um am WE Zeit zu haben und nicht, wie viele andere Selbständige auch noch am Samstag oder Sonntag ins Büro rennen zu müssen. Dann habe ich Zeit für meine Partnerin und zwar nur für SIE...Haushalt, Einkäufe und was sonst noch so an Alltagsnervereien zu machen ist, sind erledigt. Wir verbringen 2 herrliche Tage zusammen und am Sonntag abend muss ich mich wieder auf die neue Woche vorbereiten...Wir tauschen uns während der Woche in Tel. Emails etc. aus... auch geht mal ein Mittag-, oder Abendessen, aber für mehr hab´ ich keine Zeit und keine Lust.... Nun, bin ich ein B. phobiker ?
Ich denke nicht ! Denn es gibt die unterschiedlichsten Formen von Beziehungsmodellen und wer sagt denn, daß eine tagtägliche Beziehung besser ist, als die Form, die ich in den vergangenen Jahren geführt habe ?
Wichtig ist die gedankliche Nähe und das Urvertrauen, daß man in den Partner gibt und nicht die räumliche Nähe, oder ?
 
G

Gast

  • #29
Der Artikel beschreibt genau das, was ich erst letztes Jahr mit einem Mann erlebt habe. Zeit, Launenhaftigkeit und Unzuverlässigkeit waren genau die Knack-Punkte. Mit dem Mangel an Zeit hätte ich noch umgehen können, denn machen wir uns nichts vor, wenn beide im Beruf sehr engagiert sind, dann ist die gemeinsame Zeit knapp. Ich hatte eher mit der Unzuverlässigkeit und der Launenhaftigkeit zu kämpfen. Mir kam es teilweise sogar so vor, dass er oftmals einen Streit provozierte, um mir dann zu sagen, dass ich an allem Schuld sei. Zu Verabredungen kam er prinzipiell eine Stunde zu spät. Zum Glück habe ich dann nach ein paar Monaten den Absprung geschafft und das empfand ich als große Befreiung. Kürzlich hat er sich gemeldet, um bei mir sein Herz auszuschütten, weil ein Beziehungsversuch mit einer anderen nach 5 Monaten zu Ende war. Natürlich war nach seiner Auffassung die Frau schuld. Ich habe ihm nur geantwortet, dass nicht die Frau, sondern sein Nachbar oder der saure Regen an seiner Misere schuld sein müssen und habe eingehängt. Wie heißt es in dem Artikel." Solche Menschen ändern sich nicht".
 
G

Gast

  • #30
@ 19, Wienerin
Hey, ja auch ich hatte einmal eine solche "Beziehung", auch ich wußte nicht mehr, wo es lang geht etc....

Es gab Bücher wie: "Ich liebe Dich nicht, wenn Du mich liebs" oder Bücher über Nähe - Distanz - Problematiken. Sie halfen mir zu verstehen. Ob ich daraus gelernt habe?! Ich weiß es nicht. Ob ich selber hierdurch einen Schaden erlitt? Ich weiß es nicht, denn ich bin seither Single...

jedoch sage ich mir: Ich glaube, liebe und vertraue, bin dankbar und mutig. Denn der nächste Aspirant, den ich treffe, kann nichts für meine Erfahrungen!

@24
Ich danke Dir für Deine Darlegung der Gefühle.
 
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