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  • #61
@59: Du hast Recht, es handelt sich wohl um eine Art Persönlichkeitsstörung und wir "Normalen" können damit überhaupt nicht umgehen, weil wir uns nicht in diese Menschen hineinversetzen und das verstehen können.

Ich habe mich aber bei dem einen BÄ auch ein wenig wie ein Versuchskaninchen gefühlt. So als ob er testen wollte, ob es vielleicht dieses Mal besser geworden ist oder ob die Angst immer noch da ist. Und immer wieder wurde gesagt, ich solle nichts von dem was er sagt/tut überbewerten und er kann ja immer noch nicht usw. Also immer dieses Fernhalten. Dafür bin ich mir eigentlich zu schade. Ich wüßte nicht, was ich in der Situation hätte anders machen sollen als mich zurückzuziehen...
Ich verstehe auch nicht warum so jemand es trotzdem immer wieder probiert, obwohl er doch weiß dass es wieder schiefgeht (trotz Thera)...
 
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  • #62
@60 von #59
Warum er es immer wieder versucht? Vielleicht, weil er ebenso Sehnsucht nach Wärme und Beziehung hat und hofft, irgendwann gehen diese Ängste weg, mit einem besonderen Menschen kann er das überwinden.

Obwohl ich manachmal enttäuscht wurde und mich ärgerte, ich bin irgendwie froh, daß ich diese Frauen traf und habe auch versucht, sie ein bischen zu verstehen. Ja, solche Menschen denken oft ziemlich anders und es kann sehr bereichernd sein, mal eine andere als die "normale" Sichtweise kennenzulernen. Es macht einen selbst auch etwas offener und löst Fragen bei sich selbst aus.

Was ich erlebte, war in der Mehrzahl, daß sie mir gegenüber auch sagten, wie es ihnen dabei geht, wie sie fühlen, wenn es ihnen zu eng wird, wie sie Angst und Beklemmung bekommen. Daß eine Beziehung kompliziert werden würde - oder daß sie es nur freundschaftlich oder ganz ganz langsam könnten. Insofern traf ich sicher "leichtere" Fälle, die sich noch gut reflektieren konnten

Das Reflektieren eigener Handlungen ist bei _einigen_ Störungen den Betroffenen gar nicht richtig möglich. Ihnen fehlt z.B. auch jede Empathie - sie merken gar nicht, wie sie den anderen verletzen, wollen es aber vielleicht gar nicht.

Ein Erlebnis hat mir ein wenig die Augen geöffnet: Wir waren ganz am Beginn des Kennenlernens und ich bemerkte fast vom ersten Moment an, schon bevor wir uns trafen, ein fast regelmäßiges vor und zurück bei ihr. Sie war aber scheinbar sehr interessiert und es fühlte sich nicht so an, als ob sie bewußt "spielt". Ihr Verhalten spitzte sich nach dem ersten sehr langen, wunderbaren und auch sehr vertrauten Treffen dermaßen zu, daß ich den Eindruck hatte, sie ist geradezu auf der Flucht vor mir. Jede sms, jedes mail von mir wurde im Sinn verdreht und gegen mich verwendet. Telefonieren ging gar nicht. Es wurde immer mißverständlicher und verworrener. Und da versuchte ich Dussel, mit ihr darüber zu reden, wie das zwischen uns abläuft, wie unsere Kommunikation ist. Also darüber zu reden, wie wir miteinander reden. Sie hat das als eine solch schlimme Kritik an sich aufgefaßt, das danach gar nichts mehr ging. Sehr schade, aber es war wohl besser so, denn ich war sofort in sie verknallt und es hätte mich mit der Zeit ziemlich mitgenommen.

Was ich auch noch bedeneknswert finde: Trifft man immer wieder genau solche Menschen und geht längere Beziehungen mit ihnen ein, dann sollte man sich wirklich fragen, was ist bei mir selbst, daß wir uns so anziehen, daß ich nicht richtig loskomme...
 
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  • #63
@61: Bei mir war es Anfangs auch ganz genauso: Beim Kennenlernen ging er immer hin und her. Den einen Tag war er total nett und es hat total geknistert, den anderen Tag war er abweisend und ich dachte immer schon, ich hätte mich wohl geirrt in meiner Meinung, dass er interessiert sei. War er aber tatsächlich. Wir sind dann monatelang erst mal umeinander hergeschlichen.

Zu dem Satz: "Warum er es immer wieder versucht? Vielleicht, weil er ebenso Sehnsucht nach Wärme und Beziehung hat und hofft, irgendwann gehen diese Ängste weg, mit einem besonderen Menschen kann er das überwinden.":
Mit seinen letzten Freundinnen hat es nie funktioniert, trotz z.T. mehrmaligen Anläufen. Und mit mir wollte er es dann nicht mal mehr versuchen. Obwohl ich ihn nicht eingeengt habe. Er meinte dass er erst ins Reine kommen muss mit sich und sonst auch die zukünftigen beziehungen schief gehen. Stimmt ja vielleicht. Aber vielleicht bin ich auch nicht DER besondere Mensch, mit dem er es gern versuchen wollte.

Ich habe nur eine einzige große Angst, die sehr tief sitzt: Dass er mich am Ende doch nur angelogen hat und alles nur Ausreden waren und er mich immer nur ausgenutzt hat in meiner Verliebtheit und Naivität und nur jemanden für seine einsamen Wochenenden brauchte. Einerseits bin ich mir zwar relativ sicher, dass er ehrlich zu mir war. Andererseits habe ich mir auch schon von anderen Männern komische Ausreden anhören dürfen und bin leider etwas misstrauisch geworden...
 
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  • #64
- mein Ex hat in 2 1/ 2 Jahren sehr oft Schluss gemacht
- für andere Tat er alles, bei mir fast nichts, nicht mal zu Weihnachten
- je weniger er tat desto mehr lobte er sich und meinte er wäre der beste Partner den ich bekommen hätte
- er fuhr allein in den Urlaub, meldete sich wochenlang nicht
- im Alltag gab es keine Gespräche mehr, nur organisatorisches, zu mir war er sehr wortkarg
- er sprach von einem gemeinsamen Kind und ging im Alltag oft eigene Wege
Beispiel : saß ich abends vorm Fernseher ging er zu seiner Tochter ins Zimmer, surfte im Internet. Ging ich zu Bett kontroillierte die Tochter was ich mache. Wenn die Luft " rein" war kam er 5-15 min später fernsehen.
- befürwortete unsere Zukunft, hinter meinem Rücken kotzte er sich bei anderen darüber aus
- " Liebe ist wie ein Fass Scheisse mit Honig drauf - wenn der Honig weg ist bleibt die Scheisse übrig" - argumentierte er , Ehe funktioniert nicht - ich solle mir die Scheidungsraten ansehen
- später sagte er er wollte mich mit dem Satz : " Liebe ist ..." nur provozieren

Ich wußte von ihm das er bei seiner geschiedenen Ehefrau früher mit ganzem Herzen bei der Sache war und alles auf die Beine gestellt hat um sie für sich zu gewinnen und für immer zu behalten. Bei mir gab es immer wieder diese Fußtritte wie oben beschrieben. Nachdem ich abserviert wurde zog sie 10 Monate später wieder zu ihm.
Liebe ist kein Fass Scheisse und Ehen in denen sich die Partner lieben und liebevoll behandeln funktionieren. Fehlt diese Liebe bei einem - reicht das schon und die Partnerschaft hat keine Chance auf ein langes Fortbestehen. Wenn ein Mensch wirklich liebt gibt es keine Bindungsangst. Das dient als Ausrede oder Fluchttunnel für viele die es nicht ehrlich meinen.
 
  • #65
Meiner Erfahrung nach ist das wirklich Typische für Beziehungsphobiker, dass sie ständig von "Freiräumen", "Luft zum Atmen", "Zeit für sich", "Unabhängigkeit", "man selbst bleiben" quatschen -- in Wirklichkeit aber nur Nähe nicht zulassen wollen und Distanz leben. Diese Codewörter sind für mich die Alarmzeichen erster Güte und haben immer für beide den gewünschten Effekt: Der andere bekommt seine Freiräume und ich verschwende meine Lebenszeit nicht mit einem Partner, der in Wirklichkeit gar keine Partnerschaft zulassen kann.

<MOD: Sticheleien entfernt.>

Ich verwende derartige Begriffe auch, denn ich finde Luft zum Atmen wichtig, und Autonomie beider Partner ist meiner Erfahrung nach die Grundvoraussetzung für eine echte Partnerschaft. Für mich beginnt die Qualität einer Bindung da, wo ich sein kann, wie ich bin, leben und atmen kann und weiß, dass mein Partner und ich uns vertrauen können, auch wenn jeder Freiräume hat. Dennoch bin ich in der Lage, gemeinsame Nähe zu genießen, zu pflegen und zu leben.
 
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  • #66
"Desillusioniert" oder "Dr. Kimble"


Nach 4 schönen Monaten mit einem vier Jahre älteren 42 jährigen erklärtem bindungsängstlichen Partner kam plötzlich und aus dem nichts das sehr schroffe "off" ".
Die Beziehung war einerseits gekennzeichnet durch eine intensive Nähe mit von ihm ausgehenden teilweise euphorischen Verliebtheitserklärungen , Zukunftsplanungen und meiner Einbeziehung in sein familiäres und soziales Umfeld . Andererseits gekennzeichnet durch kleinere Distanzbewegungen indem er sich nicht meldete oder größere Abstände in denen er keine Zeit für uns hatte.

Da mein Partner mir anfangs von seinen Ängsten erzählte und ich auch durch sein Verhalten vorgewarnt war, habe ich, um keinen Druck auszuüben, ihm die Entscheidung überlassen, wieviel Nähe er zulässt, habe mich mit überschwänglichen Äußerungen eher zurückgehalten und dabei meine Wünsche und Vorstellungen ein gutes Stück zurückgestellt. Meine Zurückhaltung wurde von ihm als sehr einfühlsam herausgestellt.

Als die Beziehung sich wirklich schön und verbindlich entwickelt hatte kamen von ihm zunehmend vollkommen widersprüchliche Signale. Emotionale Zuneigungsbekundungen und kritische Äußerungen (Du bist mir fremd) bzw. verdeckte kleiner Aggressionen wechselten sich häufig ab.
Ohne dass es jemals vorher Differenzen gegeben hatte, nahm er eine Liebesbekundung von mir und Anrufversuche zum Anlass, mir Einengung und Bedrängen vorzuwerfen und schrieb (!) mir entgegen allen früheren Äußerungen, dass er meine Gefühle in keiner Weise teile und erklärte schriftlich die Beziehung wie aus heiterem Himmel schroff für beendet.

Mir hat das Buch "Jein" der Trierer Psychotherapeutin Stefanie Stahl geholfen diese Gefühlsachterbahn mit einem Beziehungsphobiker nachzuvollziehen und zu verstehen warum ich unweigerlich ins offene Messer rennen musste. Sehr vieles was sich in der Beziehung ereignet hatte konnte ich dort fast schulfallartig wieder finden.

Frau Stahl beschreibt sehr lebensnah und ernüchternd den Umgang mit Beziehungsphobikern und die letztlich düstere Prognose für solche Beziehungen egal ob diese drei Wochen, drei Monaten oder drei Jahren dauern. Letztendlich bleibt der Bindungswillige - egal wie er sich verhält - auf der Strecke und wird vom bindungsängstlichen Partner rechts oder links überholt. Dies alles kann ich aus meinen Erfahrungen voll bestätigen.

Aus meiner Sicht hätte die Beziehung mit meinem Partner aus meiner Sicht nur eine Chance gehabt, wenn er offen seine Ängste und Gefühlslagen thematisiert, sein Verhalten in bezug auf den anderen reflektiert und bereit gewesen wäre, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Er hat dagegen hat solche Thematisierungen wie der Teufel das Weihwasser gemieden und versucht, die eigene Stimmungslage und wohl auch das eigene zitternde Selbstwertgefühl zu verdecken.

Meine bittere Erkenntnis: Ich hätte Dr. Kimble so oder so nicht aufhalten können.
 
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  • #67
Ich verwende derartige Begriffe auch, denn ich finde Luft zum Atmen wichtig, und Autonomie beider Partner ist meiner Erfahrung nach die Grundvoraussetzung für eine echte Partnerschaft. Für mich beginnt die Qualität einer Bindung da, wo ich sein kann, wie ich bin, leben und atmen kann und weiß, dass mein Partner und ich uns vertrauen können, auch wenn jeder Freiräume hat. Dennoch bin ich in der Lage, gemeinsame Nähe zu genießen, zu pflegen und zu leben.

Ich gebe Frederika selten Recht, aber sie sprach von Leuten, die solche Begriffe STÄNDIG in den Mund nehmen, STÄNDIG betonen, wie wichtig ihnen ihre Freiheit ist. Um sich nicht in Illusionen zu verrennen, sollte man da genauer hinzuhören und solche Aussagen ernst nehmen. Nicht selten steckt tatsächlich eine Bindungsphobie dahinter.
 
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  • #68
Habe genau 8 Monate lang um einen solchen Mann gekämpft und alles erlebt was unter diesen 5 Punkten steht.
Nun kämpfe ich mit meinem Liebskummer.
Das wünsche ich keinem.
 
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  • #69
Ich kämpfe im Moment mit dem Problem, dass sie extreme Bindungsangst hat und mit 28 Jahren noch keine richtigen Erfahrungen in einer Beziehung sammeln konnte, ode wollte.

Die Frau ist superhübsch, blitzgescheit, hat Interessen und Hobby's, kommt aber über ihre Bindungsangst nicht hinweg. Mehr zieht sie sich zurück, vertieft sie sich dann in ihr Hobby (Kunstmaler) als den Kontakt nach außen zu suchen.

Wir haben regelmäßigen Kontakt in der Arbeit und mögen uns sehr. Wir verstehen uns, reden, berühren uns auch gegenseitig - aber mehr Kontakt (Treffen am Feierabend, Wochenende) lässt sie noch nicht zu, obwohl sie das auch will.

Ich gehe nicht auf Distanz, sondern versuche immer mit ihr zu reden wann immer es geht, sie weis daß ich da bin.

Mehr kann ich hier nicht tun, als abzuwarten, dass sie über einen ihrer Schatten springt.Vielleicht wird es eines Tages, vielleicht auch nicht.
 
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  • #70
Warum um Himmels Willen wird jedem gleich Bindungsangst unterstellt, nur weil er/sie sich das Gegenüber in Ruhe ansehen und mal nett etwas unternehmen will anstatt sofort zu heiraten oder sich als Paar zu sehen?

Vielleicht sollten wir den angeblichen Bindungsphobikern mal die zwanghaften Partnersuchenden gegenüberstellen, die alle vergraulen und dann hier über die angeblichen Ängste anderer auslassen.
 
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  • #71
Tatsache ist, dass auch Bindungsgestörte eine Beziehung führen möchte. Das Problem ist, dass sie sich fühlen als würden sie, würden sie unter Platzangst leiden in einen Fahrstuhl gesperrt oder aber, würden sie unter Höhenangst leiden ganz außen auf ein Hochhausdach gesperrt. Sie wollen Nähe, aber sobald sie die aufkommende Liebe/starke Zuneigung einer Person spüren, bekommen sie Gefühle, die ich niemandem wünsche. Man fühlt sich gefangen in seiner Haut und das Gefühl ist unendlich belastend.
Richtig ist aber auch, dass oft das Wort Bindungsangt auch genutzt wird um sich geschwind aus der Affäre zu ziehen oder einem nicht passenden Partner leicht zu entkommen. Man fühlt sich eben auch einfach nicht gut, wenn der den man kennenlernt nicht der Richtige ist, dazu braucht es nicht immer gleich den Begriff Bindungsphobiker.

w32
 
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  • #72
Komme gerade aus einer 1-jährigen "Beziehung" mit einer lieben Frau, die extrem unter Bindungs- u. Verlustangst leidet. Sie war anfangs eine gute Verführerin. Nach ca 3 Wochen kamen die ersten gemeinsamen Abende und Nächte. Als ich ihr dann sagte, dass ich sie sehr liebe, kamen sofort die ersten Abwehrreaktionen. Nach weiteren 4 Wochen intensiver Erlebnisse schob sie mich -fast unmerklich- auf die Freundschaftsebene. Nur noch kuscheln, Umarmungen, Küsse. Immer wieder sagte sie, wir sind kein Paar, wir haben keine Beziehung und bei den Worten "Ich liebe Dich" wurde sie regelrecht grau im Gesicht und bekam Angstzustände. 9 Monate ging es so weiter und sie baute die Momente der Nähe immer weiter ab. Alle, die uns sahen, sahen ein Paar, zwei Menschen in inniger Beziehung. Ich glaube, es waren bereits ihre Gedanken an Partner-schaft, Beziehung und Liebe, die sie total verstörten und panisch reagieren liessen.
Noch heute sagt sie, wir waren nie ein Paar und hatten nie eine Beziehung, Kommt mir vor, wie eine Familie in der einer an Krebs leidet. Die Begriffe Krebs oder Karzinom werden nie ausge-sprochen, denn sie erzeugen Angst und Panik. Der Krebs ist aber dennoch existent.
M59
 
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