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  • #31
Irgendwie fehlt hier bei einigen die Einsicht, dass Frauen, wenn sie beruflich mit Männern arbeiten, auch gern als professionell arbeitender Mensch gesehen werden. Als Journalistin, die etwas über die politische Person "Brüderle" herauszufinden versucht, möchte ich nicht auf meine Person oder auf meinen Körper angesprochen werden. Weder positiv noch negativ. Das Dekolleté der Journalistin hat nichts mit Brüderles Politik oder seiner Person zu tun!

Das Feingefühl der deutschen Männer ist leider immer noch aus der Steinzeit! Ihr würdet auch nicht wollen, dass eure Schwester, Frau, Mutter oder Tochter so behandelt wird (habe ich hier im Forum als Antwort gelesen).
 
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  • #32
Viele Frauen fühlen sich inzwischen von jedem Kompliment angegriffen.
Richtig. Frauen möchten als Frau behandelt werden und gleichzeitig aber auch nicht, also kann es der Mann eigentlich nur verkehrt machen. Das fängt bei weiblichen Grammatikformen an (warum muß ich Studentinnen gesondert ansprechen, wenn Studenten bereits beide Geschlechter umfaßt? Warum fühlen sie sich dann aber wiederum durch die Sonderbehandlung diskriminiert?) und hört bei Umgangsformen, die eben nur einer Frau zustehen (wie etwa dem Handkuß), noch lange nicht auf.

"Der Kavalier hat’s schwier", möchte man da in Anspielung auf eine bekannte Redensart sagen.
 
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  • #33
... Das fängt bei weiblichen Grammatikformen an ...und hört bei Umgangsformen, die eben nur einer Frau zustehen (wie etwa dem Handkuß), noch lange nicht auf.

"Der Kavalier hat’s schwier", möchte man da in Anspielung auf eine bekannte Redensart sagen.
1. Diese Grammatikformen gehen mir auch echt auf die Nerven. Vieles würde so viel einfacher sein, wenn diese geschlechterspezifische Nomenklatur endlich mal abgeschafft würde.

2. Ein Handkuß ist für moderne Frauen ohnehin sehr befremdlich!

3. Mit dem "Kavalier" ist das so eine Sache, schließlich war bis vor einigen Jahren eine Vergewaltigung in der Ehe lediglich ein "Kavaliersdelikt".

Vielen Männern würde es gut stehen, wenn sie sich mal zurücknehmen und gezielt über das eigenen Verhalten Frauen gegenüber nachdenken würden! Auch ein Rollenwechsel wäre angebracht. Dann würden sie sicherlich erkennen, wie unangenehm einige Situationen tatsächlich für Frauen sind.
 
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  • #34
3. Mit dem "Kavalier" ist das so eine Sache, schließlich war bis vor einigen Jahren eine Vergewaltigung in der Ehe lediglich ein "Kavaliersdelikt".
Hier werden Begriffe in den Ring geworfen, die mit dem eigentlichen Vorfall nichts mehr zu tun haben. Dadurch wird die gesamte Diskussion um den "Brüderle-Vorfall" künstlich aufgebauscht. Sicherlich sollte man die negativen Erfahrungsberichte, welche mit dem "Aufschrei" einhergegangen sind, ernst nehmen. Dennoch sollte man jeden Einzelfall nüchtern und sachlich für sich betrachten.

Die Begriffe "Angrabschen" und "Vergewaltigung" haben mit der Diskussion um Brüderles Fehlverhalten nichts mehr zu tun. Fraglich ist in diesem Zusammenhang, ob überhaupt eine Form der sexuellen Belästigung stattgefunden hat?

Ein Handkuss mag auf moderne Frauen befremdlich wirken, Fakt ist jedoch, dass dieser zu keiner Zeit als sexuelle Belästigung gegolten hat. Im Gegenteil: diese Form der Begrüßung war seinerzeit eine Frage der Höflichkeit und man(n) bekundete damit seinen Respekt vor der Frau.
 
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  • #35
Irgendwie fehlt hier bei einigen die Einsicht, dass Frauen, wenn sie beruflich mit Männern arbeiten, auch gern als professionell arbeitender Mensch gesehen werden. Als Journalistin, die etwas über die politische Person "Brüderle" herauszufinden versucht, möchte ich nicht auf meine Person oder auf meinen Körper angesprochen werden. Weder positiv noch negativ. Das Dekolleté der Journalistin hat nichts mit Brüderles Politik oder seiner Person zu tun!
Die Journalistin hat den Politiker nachts in einer Hotelbar angesprochen. Wie professionell ist das bitte? Kann man sich nicht wenigstens verabreden wenn man schon keinen offizielleren Termin zur normalen Geschäftszeit bekommt? Muss man die Leute noch an der Bar von der Seite anreden?

Das Feingefühl der deutschen Männer ist leider immer noch aus der Steinzeit! Ihr würdet auch nicht wollen, dass eure Schwester, Frau, Mutter oder Tochter so behandelt wird (habe ich hier im Forum als Antwort gelesen).
Sexistisch ist wenn jemand aufgrund seiner Geschlechtszugehörigkeit bestimmte Verhaltensweisen unterstellt werden. Als deutscher Mann verbitte ich mir solch sexistische Verallgemeinerungen! Ich habe noch nie einer Frau gegenüber (außer meiner eigenen) irgendwelche Bemerkungen über irgendwelche Körperteile gemacht oder sie angestarrt.

Ich kann verstehen, wenn eine Frau genervt ist von unpassenden Bemerkungen oder davon, angestarrt zu werden.
Sie sollte dann entsprechend reagieren, wenn es ihr wirklich unangenehm ist. Ein lautes deutliches "Würden Sie bitte sofort aufhören...!" macht den allermeisten Männern klar, dass sie sich daneben benommen haben. Eine moderne, selbstbewusste, emanzipierte Frau sollte das wissen und es nicht nötig haben bei der kleinsten Bemerkung in die Opferrolle zu schlüpfen.
Wenn alle Männer so sexistisch wären wie beschrieben, dann fällt das automatisch auf alle Frauen zurück und behindert den Feminismus eher als dass es hilft.
 
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  • #36
Das Dekolleté der Journalistin hat nichts mit Brüderles Politik oder seiner Person zu tun!
Das Dekolleté allein sicher nicht, in Verbindung mit der Zeit und den Umständen des Ansprechens aber schon. Auch ein Politiker ist irgendwann einmal privat, und wenn eine Journalistin glaubt, unter solchen Umständen mit einem völlig unvorbereiteten Gesprächspartner ein professionelles Interview führen zu können, dann hat sie wohl ganz klar ihren Beruf verfehlt. Oder aber sie muß sich fragen lassen, ob sie nicht ganz bewußt einen Zeitpunkt gewählt hat, zu dem der Herr Brüderle nicht mehr ganz Herr seiner Sinne war.
 
  • #37
Dann stellen wir uns doch mal die Situation andersherum vor:
Eine mächtige Politikerin / Ähnliches trifft auf Jounalist und sagt:
"Sie sind aber untenrum gut bestückt! Kneift die Hose nicht im Schritt!" Gibt ihm einen Kuss auf die Wange und bemerkt dann noch:"Ich möchte mich nachher zum Kaffee / Ähnliches mit ihnen treffen!" Egal, ob der Journalist zusagen würde oder nicht. Es ist sexuelle Belästigung und somit nicht ok. Nur weil es mal wieder ein Frau getroffen hat, ist eine Rechtfertigung solcher verbalen bzw. manchmal auch körperlichen Attacken nicht möglich.
Dieses Beispiel trifft den Kern der Sache!
Man könnte es noch erweitern um die Parallele zum Alter der Beiden. Sie fast 70, er 29...
 
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  • #38
Das Dekolleté allein sicher nicht, in Verbindung mit der Zeit und den Umständen des Ansprechens aber schon.
Außerdem wurde der Spruch mit dem Dirndl von Frau Himmelreich aus dem Zusammenhang gerissen. Sie verschweigt wohlweislich, dass man zuvor über das Münchner Oktoberfest gesprochen hat. In dem Zusammenhang ergibt Herr Brüderles Spruch einen ganz anderen Sinn.

„Sie können ein Dirndl auch ausfüllen“ ist doch ein tolles Kompliment, nachdem sich Millionen bayrische Frauen wahrscheinlich sehnen.
 
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  • #39
Es steht immer das Gleiche auf der qualitätsmedialen Speiskarte: Sex, Neid, Krankheiten oder Aufbauschen irgendeiner banalen Äußerung.
Heute empfiehlt der Küchenchef: Sexismuskeule mit deftigem Herrenwitz.
Zur Erinnerung: Nächste Woche ist Weiberfastnacht.
Wetten, daß die Medien dann zufällig entdecken, daß Frauen auch ganz schön zudringlich werden können und die Sau dann vom anderen Ende noch einmal durchs Dorf treiben? Eine Woche nach Karneval ist das Thema dann plötzlich aus den Gazetten verschwunden.

m
 
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  • #40
Außerdem wurde der Spruch mit dem Dirndl von Frau Himmelreich aus dem Zusammenhang gerissen. Sie verschweigt wohlweislich, dass man zuvor über das Münchner Oktoberfest gesprochen hat. In dem Zusammenhang ergibt Herr Brüderles Spruch einen ganz anderen Sinn.

„Sie können ein Dirndl auch ausfüllen“ ist doch ein tolles Kompliment, nachdem sich Millionen bayrische Frauen wahrscheinlich sehnen.
Ich bin eine bayrische Frau und ich trage ab und zu mal Dirndl. Ich fülle es auch aus, aber so eine plumpe Anmache finde ich einfach nur abstoßend. Du hast wohl keine Ahnung davon, was eine bayrische Frau gerne hört. Wahrscheinlich bist du ein Mann - oder?
Wenn ich zum Sommerfest unserer Firma im Dirndl komme, dann sagt mein Chef schon mal "wow, das steht ihnen aber sehr gut" oder "das Dirndl bringt ihre Figur sehr gut zur Geltung" Ich weiß auch, dass er damit meine Figur inkl. Oberweite meint, die wirklich sehr gut zur Geltung kommt. Aber er macht eben ein stilvolles und anständiges Kompliment, das ich gerne annehme. Würde er etwas von "Dirndl ausfüllen" sagen, dann würde ich antworten "bei ihrer Trachtenhose sieht man leider nicht, ob sie ausgefüllt ist". Wie würde er wohl darauf reagieren?
 
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  • #41
Wenn ich zum Sommerfest unserer Firma im Dirndl komme, dann sagt mein Chef schon mal "wow, das steht ihnen aber sehr gut" oder "das Dirndl bringt ihre Figur sehr gut zur Geltung" Ich weiß auch, dass er damit meine Figur inkl. Oberweite meint, die wirklich sehr gut zur Geltung kommt. Aber er macht eben ein stilvolles und anständiges Kompliment, das ich gerne annehme. Würde er etwas von "Dirndl ausfüllen" sagen, dann würde ich antworten "bei ihrer Trachtenhose sieht man leider nicht, ob sie ausgefüllt ist". Wie würde er wohl darauf reagieren?
Das bedeutet doch, dass nicht der eigentliche Inhalt der Äußerung Brüderles der Stein des Anstoßes ist, sondern seine Wortwahl, durch die sich manche Frauen herabgewürdigt sehen (was ihnen unbenommen ist).
Wenn wir es also genauer betrachten, dann werfen wir Herrn Brüderle vor, dass er zu vorgerückter Stunde, nach Alkoholkonsum und in der ungezwungenen Atmosphäre einer Bar nicht mehr in der Lage ist, seine Wortwahl zu 100% abzuwägen und auf mögliche negative Aufnahme beim Gesprächspartner hin abzuklopfen. Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein, kann ich da nur sagen.
 
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  • #42
Und heute kam heraus, dass Herr Brüderle ein Wiederholungstäter ist! So ein Wunder! Der Mann hat ein komplett gestörtes Verhältnis und ein absolut falsches Bild von Frauen und vor allem von seiner eigenen Attraktivität!
 
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  • #43
Und noch was: sexuelle Belästigung ist nicht Männern vorbehalten. Schonmal erlebt wie Frauenrudel sich im Männerbashing hochschaukeln? Auch beherrschen manche weibliche Vorgesetzte das meisterhaft.
Kalle, darum geht es doch gar nicht. Sexuelle Belästigung ob sie von Frau oder Mann kommt ist nicht o.k. Das kann doch kein Freifahrtschein sein dass Männer das machen dürfen.

Ganz abgesehen davon höre ich seltener von Männern dass sie sexuell belästigt wurden. Da kann ich jetzt zweifelsfrei davon ausgehen dass Männer das entweder genießen oder sich vor lauter Scham nicht trauen das publik zu machen.

Wie es genau war, was Brüderle gesagt oder nicht gesagt hat, wohin er genau gestarrt hat weiß keiner von uns. Hier steht die Aussage der Frau, Brüderle genießt und schweigt (bis auf weiteres). Letztlich geht es um einen respektvollen Umgang , auch zu vorgerückter Stunde mit etwas Alkohol im Blut. Wer die gesellschaftlichen Spielregeln nicht beherrscht sollte sich auf dem politischen Parkett etwas vorsichtiger bewegen.

w46
 
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  • #44
Und heute kam heraus, dass Herr Brüderle ein Wiederholungstäter ist! So ein Wunder! Der Mann hat ein komplett gestörtes Verhältnis und ein absolut falsches Bild von Frauen und vor allem von seiner eigenen Attraktivität!
Attraktivität ist ein völlig subjektiver Begriff. Ich würde eher sagen der Mann hat ein gesundes Selbstbewußtsein!
 
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  • #45
Ganz abgesehen davon höre ich seltener von Männern dass sie sexuell belästigt wurden. Da kann ich jetzt zweifelsfrei davon ausgehen dass Männer das entweder genießen oder sich vor lauter Scham nicht trauen das publik zu machen.
w46
Ich habe mich in den letzten Wochen mit der Thematik Sexismus, sexuelle Belästigung und häusliche Gewalt beschäftigt. Es ist haarsträubend wie einseitig die Berichterstattung ist. Damit wurde ein völlig verzerrtes Bild geschaffen und in der Öffentlichkeit verankert. Wenn man aber ein wenig an der Oberfläche kratzt (Google) und in seinen Erinnerungen stöbert, tritt ein anderes Bild zutage.
Ich könnte ein ganzes Buch füllen mit eigenen Erlebnissen und Beobachtungen über sexistisches Verhalten von Frauen, psychische und physische Gewalt oder sexuellen Übergriffen in meinem familiären oder beruflichen Umfeld.
Es kann sich jeder selbst anschauen wie Männer in den vergangenen Jahrzehnten entweder unter Generalverdacht gestellt, als "liebenswerte" Trottel dargestellt oder in demütigen Posen für Versicherungen oder politische Parteien herhalten durften. Auch die allgemein akzeptierte Ohrfeige die in Filmen oder Werbespots diesem oder jenem Manne verabreicht wird löst keinen #aufschrei aus.

Apropos: da wurden in den Medien aus 60.000 Einträgen flugs 60.000 Opfer. Nur wer sich den Tweet durchliest, durchschaut den Schwindel.
Wenn ich die Wahrnehmungsschwelle auf dem Niveau der hier thematisierten Worte ansetze, dann ist schon der viel gehörte halb scherzhaft halb vorwurfsvolle Ausruf "Männer...!" als sexistische Äußerung anzusehen.

Ich will damit nicht sagen, ihr habt es nicht besser verdient. Es geht mir darum für eine objektivere und differenzierte Sicht auf die Dinge zu werben. Viele Frauen haben diese Sicht. Viele Frauen sind genervt von vermeintlichen Feministen und Feministinnen die alles Erreichte ignorieren und damit unbewusst dokumentieren dass die Frauenbewegung eigentlich nichts erreicht hat. Dabei ist so vieles heute selbstverständlich was vor 50 oder 100 Jahren hart erkämpft wurde.
 
  • #46
@42
Kalle, darum geht es doch gar nicht. Sexuelle Belästigung ob sie von Frau oder Mann kommt ist nicht o.k. Das kann doch kein Freifahrtschein sein dass Männer das machen dürfen.

Ganz abgesehen davon höre ich seltener von Männern dass sie sexuell belästigt wurden. Da kann ich jetzt zweifelsfrei davon ausgehen dass Männer das entweder genießen oder sich vor lauter Scham nicht trauen das publik zu machen.
Halt!, Ich habe damit nichts rechtfertigen wollen, es ist ganz klar dass ECHTE Sexuelle Belästigung ein ernstes Problem ist. Dass Männer da weniger sagen liegt einfach daran dass Sie damit weder politik noch Ihre Positionen ausbauen können.

Und Leute, schlagt mal den aktuellen Focus auf, ein Bild vom 10.01.2013, Brüderle zusammen mit Frau H und anderen. Sie, die angeblich erniedrigte Opferfrau geht bewusst (man könnte auch sagen drängelt sich) an die Seite von Herrn Brüderle und strahlt ihn regelrecht an. SIE offensiv, firtend Er einfach nur freundlich. Ihre ganze Körperhaltung und der Blick... Opfer?? Ja, das Ihres Chefredaktuers. Aber mal ganz sicher nicht sexueller Belästigung seitens Herrn Brüderle.

Und genau das ist letzendlich das Problem- hier wurde ein sehr harmloser Vorfall zur Belästigung aufgeblasen. Wer glaubt noch den echten Opfern?

Wenns Euch wirklich um diese gehen würde solltet hr den Herrn Chefredakteur angehen.
 
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  • #47
Die Frage war, ob wir Ähnliches erlebt haben.
Leider ja, im Berufleben, und das nicht selten.
Anzügliche Bemerkungen sind an der Tagesordnung.
Ein Beispiel der harmloseren Sorte: "Schönes Top heute!", dazu mit den Händen die Geste, mit der er mir an die Brüste greifen würde. Im Zweifelsfall hätte sich der Herr aufgeregt, dass man einer Frau heute nicht einmal mehr ein Kompliment machen darf.
Ein handgreifliches Beispiel: ein männliches Mitglied einer Jury griff mir während einer Sitzung mit der Begründung auf den Ausschnitt, er müsse ein dort befindliches Haar entfernen.
Ich könnte Bücher mit solchen Begebenheiten füllen.
Ich lebe in Österreich: hier ist das noch krasser.
Schuld wäre im Zweifelsfall immer die Frau, da hackt doch eine männliche Krähe der anderen kein Auge aus.
w,43
 
  • #48
Brüderles verbaler Ausrutscher ist ja nur der Auslöser für eine tiefer gehende Diskussion.
Ein alter Mann, der sich nach ein paar Gläschen Wein im Ton vergreift, wäre normalerweise nicht der Rede Wert. Eine, so plump angebaggerte, junge Frau wird normalerweise nur (unangenehm berührt) die Augen verdrehen...

In Jauchs Diskussionsrunde schien mir ein Gesichtspunkt bedeutsam, der, an Männer gerichtet, eventuell die zu lockere Sicht der Dinge zurecht rückt:

Benehmt euch Frauen gegenüber genau so respektvoll, wie ihr eure eigene Frau und Tochter von Männern behandelt sehen wollt.

Um jetzt beim Beispiel Brüderle zu bleiben, da würde wohl jedem Vater bei dieser Szene speiübel werden.
 
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  • #49
Brüderles verbaler Ausrutscher ist ja nur der Auslöser für eine tiefer gehende Diskussion.
Von welchem verbalem Ausrutscher wird denn hier immer gesprochen. Der Spruch mit dem Dirndl ist aus dem Zusammenhang gerissen. Verschwiegt wird wohlweislich, dass man zuvor über das Münchner Oktoberfest gesprochen hat. In dem Zusammenhang ergibt Herr Brüderles Spruch einen ganz anderen Sinn. Denn eigentlich hat er ihr ein Kompliment gemacht. Das sie in einem Dirndle auch eine gute Figur machen würde.

Einige Frauen scheinen irgendwelche Probleme mit Komplimenten zu haben. Kopfschüttel.
 
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  • #50
Ein Beispiel der harmloseren Sorte: "Schönes Top heute!", dazu mit den Händen die Geste, mit der er mir an die Brüste greifen würde.
Das ist auch wieder so ein Beispiel. Hier wird schon mal vorzeitig Vergewaltigung gerufen. Wenn der zu dir gesagt hätte, aus welcher Altkleiderkammer hast du denn dieses Top? Wärst du genauso beleidigt. Einige sehen wohl nur noch potenzielle Vergewaltiger.

Natürlich gehören sich echte übergriffe nicht. Dies verurteile ich genauso und diese sollten auch bestraft werden. Aber hier nun auf Mimose zu machen ist genauso verkehrt.

Was ist denn inzwischen passiert? Da wurden aus 60.000 Twitter Kommentaren auf einmal 60.000 sexuelle übergriffe. Hier wird etwas suggeriert, was es gar nicht gibt. Und etliche Frauen glauben auf einmal sie werden angegriffen weil ein Mann sie mal anschaut. Kommt doch mal langsam wieder auf den Boden der realität. Auch Frauen schauen Männern nach. Sollen wir jetzt auch Panik bekommen?

Und ja ich schaue auch einer Attraktiven Frau nach. Warum nicht? Kann doch nicht sein das dies schon als belästigung gesehen wird. Wäre es euch lieber wir beachten euch gar nicht mehr? Nehmen euch nur noch als einen Sack Kartoffeln war?
 
  • #51
Selbstverständlich gehören in gewisse Kreise keine "Herrenwitze". Bei offiziellen Terminen hat man sich korrekt und offiziell zu verhalten. Und auch joviale Schulterschläge unter Herren in diesen Kreisen, wenn Er es mal wieder mit einer jungen hübschen tief dekolletierte zu weit getrieben hat, verbieten sich von selbt.
Jedoch war mein erster Gedanke, daß ich mich von einem Mann nicht anquatschen lasse, wenn ich es nicht will. Tut ers trotzdem, bekommt er sofort die passende Antwort.
Und wenn ich es widerlich finde, daß mir ein Herr ins Dekolleté schaut, zieh ich keines an. Punkt!
Ziemlich schräg, das ganze ein Jahr nach dem Geschehen so aufzubauschen....ein Schelm, wer Arges dabei denkt.
Nebenbei bemerkt, diese ganze pseudo Emanzenmasche mit den Weiblichkeitsformen hinter der Berufsbezeichnung geht mir gehörig auf den Geist und ich fühle mich diskriminiert, wenn auf meiner Ernenungsurkunde nunmehr Zugführerin einer Freiwilligen Feuerwehr steht. Ich bin der Zugführer von Feuerwehrleuten, Männern wie Frauen und mache als solches meine Arbeit.
Das Schärfste, was ich dahingehend mal miterlebt habe, war eine offizielle Rede, ebenfalls in einer Feuerwehr. Es wurde um Mitglieder, auch weibliche, geworben. Mit dem Hinweis, liebe Mitbürgerinnen, sie sehen, bei der Feuerwehr können auch Frauen ein großes Löschfahrzeug fahren, wie die junge Frau dort, von der FF........Ich hätte im Erdboden versinken können!
 
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  • #52
Männer müssen hier 2 Fälle unterscheiden:1. Die Frau signalisiert, dass sie auch interessiert ist. 2. Die Frau signalisiert, dass sie nicht interessiert ist.
Sorry, aber wenn ich unter Selbstüberschätzung leide und eine Frau zu einem Interview mit mir im Dirndl erscheint, dann glaube ich, dass Fall 1 eingetreten ist.
Damit will ich jetzt nicht sagen, eine Frau, die einen zu kurzen Rock (oder was auch immer) trägt, ist "selber schuld". Schon gar nicht, wenn es um Gewalt geht!
Doch so ein dummer Altherrenwitz...ach herrje. Wäre ich Journalist und würde eine Politikerin interviewen, würde ich diesen Termin auch nicht gerade im Muskelshirt wahrnehmen. Und täte ich es dennoch, würde ich davon ausgehen, dass die Politikerin das bemerkt und eben eventuell sogar verbal anmerkt. Was gar nicht so schlecht wäre, wenn sie aussehen würde wie Cameron Diaz, Megan Fox oder Jessica Alba. Bei anderen Damen würde mir das wiederum weniger gefallen. Doch wäre ich dann ein Opfer von Sexismus? Leute...kommt mal runter.
Als ich als Zivi im Altenheim war, gab es auch mehrere Bewohnerinnen, die mich am liebsten vernascht hätten. Es war nicht immer angenehm. Doch manche Situationen händelt man am besten mit Humor.
Wir sollten dem Kampf gegen Sexismus (den es leider gibt), Diskriminierung, Mobbing und Gewalt nicht die Ernsthaftigkeit und den Respekt entziehen, indem wir aus allen Situationen, in denen alte lüsterne Männer oder Frauen (und die gibt es nicht nur in Altenheimen!) Blödsinn sagen, eine Riesem-Show machen.
m, 38
 
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  • #53
Ich habe mich in den letzten Wochen mit der Thematik Sexismus, sexuelle Belästigung und häusliche Gewalt beschäftigt. Es ist haarsträubend wie einseitig die Berichterstattung ist. Damit wurde ein völlig verzerrtes Bild geschaffen und in der Öffentlichkeit verankert. Wenn man aber ein wenig an der Oberfläche kratzt (Google) und in seinen Erinnerungen stöbert, tritt ein anderes Bild zutage.
Ich könnte ein ganzes Buch füllen mit eigenen Erlebnissen und Beobachtungen über sexistisches Verhalten von Frauen, psychische und physische Gewalt oder sexuellen Übergriffen in meinem familiären oder beruflichen Umfeld.
Es kann sich jeder selbst anschauen wie Männer in den vergangenen Jahrzehnten entweder unter Generalverdacht gestellt, als "liebenswerte" Trottel dargestellt oder in demütigen Posen für Versicherungen oder politische Parteien herhalten durften. Auch die allgemein akzeptierte Ohrfeige die in Filmen oder Werbespots diesem oder jenem Manne verabreicht wird löst keinen #aufschrei aus.
Na dann schreit doch edlich mal! Brecht das Tabu, habt den Mut und macht den Mund auf! Ihr wertet diese Übergriffe doch selbst immer wieder ab indem ihr euch hinter einem veralterten Männerbild verschanzt. Gebt es zu und steht dazu wie ihr FÜHLT! Zeigt und sagt den Frauen, dass ihr so nicht behandelt werden wollt, zeigt eure Grenzen, geht auf die Straße! Die Frauen haben gelernt ihren Unmut Luft zu machen- nun seid ihr an der Reihe! Dann kommen wir vielleicht endlich wieder auf eine Ebene wo man sich in die Augen sehen kann, eingestehen kann, dass man sich gegenseitig mies behandelt hat und es gemeinsam besser machen kann!

w,29
 
  • #54
Einige Frauen scheinen irgendwelche Probleme mit Komplimenten zu haben. Kopfschüttel.
Jede Frau bekommt gerne Komplimente!

Wenn sich jedoch ein alter Mann über den Brustumfang einer jungen Frau auslässt, dann ist dies nicht mehr schmeichelhaft, sondern peinlich - allerdings unter dem Gesichtspunkt von Ort und Zeit zu entschuldigen, meiner Meinung nach.

Wahrscheinlich ist es wirklich schwierig für manche Männer, die Gratwanderung zwischen Kompliment und unpassender, sexistischer Bemerkung zu schaffen. Vor allem dann, wenn sich der Altersunterschied, wie hier, auf Enkel- Opa- Niveau befindet.
 
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  • #55
über den Brustumfang einer jungen Frau auslässt, dann ist dies nicht mehr schmeichelhaft, sondern peinlich
Also, ich halte ja den Ausdruck "ein Dirndl ausfüllen" ganz und gar nicht für plump, sondern für eine diplomatisch geschickte Formulierung, die etwas anspricht ohne es auszusprechen, in ihrer Qualität vergleichbar dem Handkuß, der ja auch kein echter Kuß auf die Hand ist.
 
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Gast

  • #56
Wenn sich jedoch ein alter Mann über den Brustumfang einer jungen Frau auslässt, dann ist dies nicht mehr schmeichelhaft, sondern peinlich...
Kommt wohl auch noch darauf an auf welcher seite man steht. Ihn als alten Mann zu diffamieren zeugt auch nicht gerade von guter Kinderstube. Ich weis jetzt wirklich nicht wo er sich über den Brustumfang ausgelassen hat. Denn er hat ja nur gesagt das ihr ein Dirndl auch gut stehen würde.

Aber vielleicht liegt es auch daran das sich manche Frauen immer und überall angegriffen fühlen.
Oder ies ist diese Typische Frauenlogik, wonach man sich die wahrheit einfach so zurecht biegt bis sie passt.
 
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  • #57
Na dann schreit doch edlich mal! Brecht das Tabu, habt den Mut und macht den Mund auf! Ihr wertet diese Übergriffe doch selbst immer wieder ab indem ihr euch hinter einem veralterten Männerbild verschanzt. Gebt es zu und steht dazu wie ihr FÜHLT! Zeigt und sagt den Frauen, dass ihr so nicht behandelt werden wollt, zeigt eure Grenzen, geht auf die Straße! Die Frauen haben gelernt ihren Unmut Luft zu machen- nun seid ihr an der Reihe! Dann kommen wir vielleicht endlich wieder auf eine Ebene wo man sich in die Augen sehen kann, eingestehen kann, dass man sich gegenseitig mies behandelt hat und es gemeinsam besser machen kann!

w,29
Das läuft doch längst, alles im Web nachzulesen. Findet aber (noch) zu wenig öffentliche /mediale Beachtung. Wer wirklich für Gleichberechtigung eintritt, würde sich dafür interessieren, wer nur für die Quote arbeitet veröffentlicht was sich gut verkauft.
unter #aufschrei haben viele Männer negative Erlebnisse getwittert. Die wurden einfach mit zu den 60.000 gerechnet. Man müsste den Tweet komplett analysieren. Nachzählen wie viele Erlebnisse welcher Art und von wem gepostet wurden. Eine objektive Berichterstattung hätte das getan, eine populistische tut es wohlweislich nicht.

Niemand sollte sich wegen irgendetwas unwohl oder unangenehm berührt fühlen müssen, sofern das vermeidbar ist. Aber wenn bei einem missglückten Spruch automatisch der Tatbestand sexueller Belästigung erfüllt ist und man nur davon kommt, wenn der Spruch gut ankommt, dann hat der Spaß ein Loch.
 
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  • #58
Der Zeitpunkt, zu dem dieser "Vorfall" gemeldet wurde ist schon sehr seltsam.
Nein, der Zeitpunkt ist nicht seltsam, sondern klug gewählt. Vor einem Jahr war Herr Brüderle politisch scheintot und nur ein reaktionärer Greis unter vielen!

Jetzt ist er das "neue" Gesicht der FDP, das diese in den Wahlkampf führen soll. Und deshalb ist es jetzt für die WählerInnen auch wichtig zu erfahren, welche Einstellung Herr Brüderle und seine Partei gegenüber Frauen an den Tag legen!

Für mich hat die Publikmachung dieses Vorfalls, vor allem aber die Reaktion der Parteispitze darauf, einen informationellen Mehrwert generiert. Die FDP ist für mich nunmehr unwählbar.

Ich bin Frau Himmelreich deshalb für ihren Artikel und die dadurch angestoßene Diskussion sehr dankbar. Die Einstellung der FDP zum Thema Sexismus ist so doch erst offenkundig geworden – und auch die anderen Parteien werden sich während des Wahlkampfes immer wieder mit dieser Problematik auseinandersetzen müssen!

Das ist doch genau das, was guter politischer Journalismus leisten soll!
Dass der Stern einen Chauvi mit anderem Parteibuch vielleicht geschont hätte, ist wieder ein ganz anderes Thema.
 
  • #59
Das ist doch genau das, was guter politischer Journalismus leisten soll!
Dass der Stern einen Chauvi mit anderem Parteibuch vielleicht geschont hätte, ist wieder ein ganz anderes Thema.
Ich weiß ja nicht was der "Stern" mit guten politischen Journalismus gemeinsam hat. Spätestens seit der
Ära Gerd Heidemann und einen gewissen Hr. Kujau sollte dies doch längst Geschichte sein.
Für mich zählt dies eher nach den Motto außen "Stern" und innen "BILD".

Immer schön das schwächste Glied in der Kette als erstes an den Pranger stellen.
 
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Gast

  • #60
Eigentlich kann sich die FDP bedanken. Diese Sache macht sie für alle Männer interessant, die in ihr die letzte Bastion gegen den Feminismus sehen. Die 5 %-Hürde dürfte damit sicherlich gesichert sein. Denn die FDP wird gewiss mehr männliche Wähler gewinnen als sie weibliche verliert. Und Herr Brüderle - vorher ein biederer, älterer Herr - ist plötzlich die Vorfront gegen Alice Schwarzer und Konsorten und die Hoffnung der Männer geworden. Was kann die Partei mehr wollen?