G

Gast

  • #61
Für mich hat die Publikmachung dieses Vorfalls, vor allem aber die Reaktion der Parteispitze darauf, einen informationellen Mehrwert generiert. Die FDP ist für mich nunmehr unwählbar.
Das ist aber auch wieder so ein richtiges armutszeugnis. Ich entscheide welche Partei ich wähle an hand ihres Wahlprogramms. Was will diese Partei bewegen oder ändern. Eine Partei ist doch für mich nicht plötzlich unwählbar, weil eine Journalistin etwas nach einem Jahr aus dem Hut zaubert. Und dann noch zu freige ist sich Kritischen nachfragen zu stellen.
 
G

Gast

  • #62
Das läuft doch längst, alles im Web nachzulesen. Findet aber (noch) zu wenig öffentliche /mediale Beachtung. Wer wirklich für Gleichberechtigung eintritt, würde sich dafür interessieren, wer nur für die Quote arbeitet veröffentlicht was sich gut verkauft.
unter #aufschrei haben viele Männer negative Erlebnisse getwittert. Die wurden einfach mit zu den 60.000 gerechnet. Man müsste den Tweet komplett analysieren. Nachzählen wie viele Erlebnisse welcher Art und von wem gepostet wurden. Eine objektive Berichterstattung hätte das getan, eine populistische tut es wohlweislich nicht.

Niemand sollte sich wegen irgendetwas unwohl oder unangenehm berührt fühlen müssen, sofern das vermeidbar ist. Aber wenn bei einem missglückten Spruch automatisch der Tatbestand sexueller Belästigung erfüllt ist und man nur davon kommt, wenn der Spruch gut ankommt, dann hat der Spaß ein Loch.
Schön, dass sich etwas tut und ja, die Medienlandschaft erinnert immer mehr an einen Marktplatz, ich gebe dir Recht.
Ich finde es nahezu pervers wie man einem Thema wie Brüderle so viel medialen Raum geben kann, es gäbe so viel wichtigere Dinge über die man berichten könnte.
Und ganz ehrlich: Von wievielen Anzeigen wegen nem dummen Spruch reden wir denn tatsächlich? Also ich kenne keinen Mann der angezeigt wurde und auch keine Frau die in erwegung gezogen hat anzuzeigen nur weil ein Mann sie mies angegraben hat. Natürlich fühlen wir uns dabei das ein oder andere mal sexuell belästigt, je nachem wer, was, wie, wo sagt. Ich habe nicht den Éindruck, dass die Mehrheit der Frauen will, dass das als "Tatbestand sexuelle Belästigung" gilt aber dennoch fühlt man sich manchmal sexuell belästigt.
 
  • #63
[...] Ich habe nicht den Éindruck, dass die Mehrheit der Frauen will, dass das als "Tatbestand sexuelle Belästigung" gilt aber dennoch fühlt man sich manchmal sexuell belästigt.
"Wasch mich' aber mach mich nicht nass!"... die "Mehrheit der Frauen" würde sich sicher über "sexuelle Belästigung" freuen wenn sie vom Richtigen in der Richtigen Art und in der Richtigen Stimmung kommt.. jetzt müssen wir nur noch "richtig" und "falsch" definieren und jeder "Mehrheit der-" Frau ein Schild auf die Brust und den Rücken pappen.. olé Sexistisch befreite Zone.. -.-
 
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Gast

  • #64
In diesem Taz-Artikel wird beschrieben, dass Sexismus Frauen gegenüber eine Ausprägung von Angst vor Frauen ist:

http://www.taz.de/!31436/

Frauen sollen dadurch in eine niedrigere soziale Stellung verwiesen werden.
 
M

Mooseba

  • #65
Die Brüderle-Sache ist einfach eine Riesensauerei der Gutmenschen. Bestimmte Themen brauchen keine Beweise und Brüderle ist durch seine Person und durch seine FDP-Mitgliedschaft schon per se Täter. Ob es nun um Kernkraft, Landwirtschaft, Bildung, Rechte für Homosexuelle usw. geht, Beweise und Argumente werden keine benötigt. Es gibt Moralrichter, die zugleich die Guten und selbstverständlich Unabhängigen sind, haben sie sich auch noch so sehr auf das Thema eingeschossen, und es gibt die Bösen, die immer Lobby bleiben werden.
Warum fällt die Angelegenheit der Stern-Journalistin erst jetzt ein, wenn Brüderle als Spitzenkandidat der FDP feststeht? Wieso berichten Postillen wie SPIEGEL oder ZEIT nicht über die Markus-Lanz-Show, in der sich die Journalistin ziemlich gegen berechtigte Fragen wehren musste (http://www.focus.de/politik/deutschland/debatte-ueber-verhalten-von-bruederle-stern-reporterin-bei-markus-lanz-demontiert_aid_908663.html)? Stattdessen wird es lobend hingenommen, dass die SPD eine Erklärung verlangt. Wofür? Das Ganze ist nur wieder der typische deutsche Kampf Gut, also Links-Grün, gegen Böse, also konservativ und/oder wirtschaftsfreundlich.
 
G

Gast

  • #67
In diesem Taz-Artikel wird beschrieben, dass Sexismus Frauen gegenüber eine Ausprägung von Angst vor Frauen ist:

http://www.taz.de/!31436/

Frauen sollen dadurch in eine niedrigere soziale Stellung verwiesen werden.
Völlig richtig, da sind sich hier auch alle einig. Jegliche Herabwürdigung einer Person aufgrund ihres Geschlechtes, ihres Alter, ihres Aussehens, ihres Glaubens, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Bildung oder beruflichen Tätigkeit, ihres sozialen Status, ihrer Staatszugehörigkeit oder was auch immer ist zu verdammen. Und wenn ich mir hier einige Äußerungen anschaue, dann liegt allgemein einiges im Argen.
Die Frage ist, ob Äußerungen a la Brüderle sexistisch sind oder sexuelle Belästigung. Ich sehe da einen deutlichen Unterschied.
Bezeichnend ist, dass in dem Stern Artikel nicht von sexueller Belästigung sondern von Sexismus die Rede ist.
Ich sehe einen angetrunkenen alternden Mann in einer zwar öffentlichen, aber keineswegs offiziellen Situation, der scharf auf eine viel jüngere Frau ist und meint mit seinen für meinen Geschmack unpassenden Sprüchen bei ihr landen zu können. Das seine Vorstellung nicht völlig absurd ist zeigen etliche Paare bei denen der Mann viel älter ist als die Frau. Im Fall Brüderle ging es daneben, weil sein Flirtverhalten katastrophal ist und weil die Frau einfach nicht auf ihn steht. Er hat es versucht und hat es vergeigt. Frau Himmelreich könnte ihm sexuelle Belästigung vorwerfen. Tut sie aber ausdrücklich nicht.
Sexismus sehe ich trotzdem nicht, denn er würdigt sie weder herab noch zieht er ihre Kompetenz in Zweifel oder äußert sich in negativer Weise über Frauen im allgemeinen.
Wenn das so wäre, dann hätte der Stern ein ganzes Jahr Zeit gehabt, weitere Munition zu sammeln und hätte größere Geschütze aufgefahren.
 
  • #68
Das ist doch genau das, was guter politischer Journalismus leisten soll!
Echt jetzt? Soll er wirklich petitessen aus dem Zusammenhang reissen um einen Politiker zu diskreditieren? Soll er wirklich die Aufmerksamkeit auf Nebenschauplätze lenken? Soll er wirklich dafür sorgen dass ECHTE Sexuelle Belästigung nicht mehr Ernst genommen wird?

Meinst Du wirklich dass ein falsch verstandenes kompliment und ein Handkuss wichtiger ist als eine kluge Politik die endlich die Menschen nicht mehr entmündigt, wichtiger ist als welche Partei jetzt wieder gedenkt Milliarden zu verschleudern, wichtiger ist als das blockieren von Steuererleichterungen für die Mittel-und Unterschicht (wie es gerade im Bundesrat geschieht bei der Inflationsanpassung der Steuerbessungssätze), wichtiger als die Zukunft des Euro, der Bildung etc.pp.

Echt jetzt?

Ich finde nicht.
 
G

Gast

  • #69
Jetzt ist er das "neue" deshalb ist es jetzt für die WählerInnen auch wichtig zu erfahren, welche Einstellung Herr Brüderle und seine Partei gegenüber Frauen an den Tag legen!

Für mich hat die Publikmachung dieses Vorfalls, vor allem aber die Reaktion der Parteispitze darauf, einen informationellen Mehrwert generiert. Die FDP ist für mich nunmehr unwählbar.
Für mich war und bleibt die FDP allein wegen ihres Wahlprogrammes unwählbar.
'Der Vorwurf, Wahlentscheidung wegen privater Ansichten und Äußerungen eines Parteimitgliedes zu treffen ist übrigens ein Argument welches die Gegner des Frauenwahlrechtes ehedem verwendet haben.

>>>>Mod: Bitte bleiben Sie beim Thema und der Frage: Gibt es tatsächlich mehr "ältere Herren" die so reagieren? Hat das jemand schonmal in Live erlebt?. Wahlkampf sollte an anderer Stelle betrieben werden.<<<<
 
G

Gast

  • #70
Irgendwie fehlt hier bei einigen die Einsicht, dass Frauen, wenn sie beruflich mit Männern arbeiten, auch gern als professionell arbeitender Mensch gesehen werden. Als Journalistin, die etwas über die politische Person "Brüderle" herauszufinden versucht, möchte ich nicht auf meine Person oder auf meinen Körper angesprochen werden. Weder positiv noch negativ. Das Dekolleté der Journalistin hat nichts mit Brüderles Politik oder seiner Person zu tun!

Das Feingefühl der deutschen Männer ist leider immer noch aus der Steinzeit! Ihr würdet auch nicht wollen, dass eure Schwester, Frau, Mutter oder Tochter so behandelt wird (habe ich hier im Forum als Antwort gelesen).
Warum um alles in der Welt, geht dann jemand, der als seröser Journalist wahrgenommen werden will, nachts um zwölf an eine Bar, um mit einem Politiker zu reden?
Und fragt dann auch noch besagten Politiker, wie er es findet, im fortgeschrittenen Alter zum Hoffnungsträger aufzusteigen.
Feingefühl haben die Damen offensichtlich auch nicht gepachtet.
 
G

Gast

  • #71
Drei Dinge:

1. "Angrabschen" geht gar nicht.
2. Nicht jede(r) geht in eine Bar am Abend, um andere Menschen "anzumachen" oder "aufzureißen".
3. Was über Brüderle bisher zu lesen war, ist m.E. sehr wohl noch im normalen Rahmen einer leicht provokanten Unterhaltung, welche offensichtlich mit einer Bemerkung über Brüderles Alter von dieser Journalistin eingeleitet wurde.

Was bleibt?

Eine furchtbar aufgeregte "Debatte" mit den üblichen Verdächtigen und allen nur denkbaren Klischees - "die Männer" (aha) sind entweder "Stiere" oder (wenn endlich kastriert) "Ochsen" (so gelesen heute im FAZ-Feuilleton in einem Zweispalter aus der Feder von Alice S, die mal wieder die Welt erklärt.

Was sind wir augenscheinlich doch für ein glückliches Land, das keine Schuldenkrise und keine Energiewende fürchtet...

M50
 
G

Gast

  • #72
Jede Frau bekommt gerne Komplimente!

Wenn sich jedoch ein alter Mann über den Brustumfang einer jungen Frau auslässt, dann ist dies nicht mehr schmeichelhaft, sondern peinlich - allerdings unter dem Gesichtspunkt von Ort und Zeit zu entschuldigen, meiner Meinung nach.
Und wenn sich ein junger, attraktiver Mann über den Brustumfang ausgelassen hätte? Wäre das auch peinlich, oder schmeichelhaft?
 
G

Gast

  • #73
"Wasch mich' aber mach mich nicht nass!"... die "Mehrheit der Frauen" würde sich sicher über "sexuelle Belästigung" freuen wenn sie vom Richtigen in der Richtigen Art und in der Richtigen Stimmung kommt.. jetzt müssen wir nur noch "richtig" und "falsch" definieren und jeder "Mehrheit der-" Frau ein Schild auf die Brust und den Rücken pappen.. olé Sexistisch befreite Zone.. -.-
Wieso? Weil Männer neuerdings für jeden Schritt eine detailgenaue Anleitung brauchen und sich von einem, von Medien hochgeschaukelten Vorfall so dermaßen in die Ecke getrieben fühlen? Wie gesagt, wieviele Männer werden denn WIRKLICH wegen nem dummen Spruch angezeigt? Die Zahl ist angesichts der dummen Spruche die so losgelassen werden so gut wie 0!
Kein Gesetz und keine kleinkarrierte Einteilung in richtig und falsch wird das Risiko auslöschen können, dass sich eine Frau (oder ein Mann) von einem Spruch beleidigt/sexuelle belästigt oder sonst was FÜHLT! Jeder Mensch ist anders, hat andere Erfahrungen und reagiert dementsprechend auf Gesagtes. Diese ganze Disskussion ist sowas von lächerlich, Brot und Spiele für den Pöbel. Man sollte unbedingt noch eine Umfrage starten was die griechische Bevölkerung zu dem Thema zu sagen hat...
 
  • #74
stellvertretend
aber keineswegs offiziellen Situation, der scharf auf eine viel jüngere Frau ist und meint mit seinen für meinen Geschmack unpassenden Sprüchen bei ihr landen zu können.
Sorry, Leute. Nicht einmal die Verfasserin des Artikels hat Ihm unterstellt dass er versucht hätte Sie ins Bett zu kriegen.
Wie kommt Ihr denn auf diese Vermutung? Dafür hab ich andere Sprüche an der Bar gehört (wo ich zu Studentenzeiten gejobbt hatte) die nach diesem Masstab höchst Sexistisch- und erfolgreich waren!

Was mich übrigens immer noch verwundert und mir zeigt- Will die Dame den Kerl kann der Spruch noch so anzüglich sein, Er kriegt Sie ins Bett, will Sie ihn nicht ist schon ein "Hallo" unziemlich.
 
M

Mooseba

  • #75
Soeben auf einem konservativ-liberalen Portal gelesen, von einer Autorin geschrieben:

"Dass just Herr Brüderle eine Sexismusdebatte lostreten muss, ist wenig „sexy“. Mir persönlich wäre da ein knackiger Mittzwanziger als Stein des Anstoßes auch lieber. Allein schon wegen dem Kopfkino. Uuups – ist das sexistisch? Wohl nicht – ich bin eine Frau. Ich darf das!"
 
  • #76
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1997331/

sehr schönes Interview.. man beachte auch das Interview von Herrn Niebel.

was der Gute aber vergessen hat zu sagen ist das grade das "junge Frischfleisch" gern von der Redaktion nach "Vorne geschickt" wird weil sie mit und durch die weiblichen Reize informationen bekommen die ihre männlichen Kollegen so nicht erhalten.. wenn das umgekehrt werden würde, müssten sie sich ins Glied zu ihren männlichen Kollegenstellen und dort weiterbuhlen.. Und ein beachtlicher Großteil der weiblichen Shootingstars im Journalismus macht da bedenkenlos mit und schürt das sexuell aufgeladene Verhältnis um noch mehr vertrauen zu bekommen und noch mehr informationen zu bekommen die ihnen einen Fortbestand in der Branche sichern. In den USA ist man da "weiter" aber ich bin mir nicht wirklich sicher ob man da "hin" sollte..
 
  • #78
Das wäre genauso peinlich. Ist doch völliger Quatsch, dass Frauen sowas gut finden, nur weil der Mann gut aussieht. Schlechte Manieren bleiben schlechten Manieren.

w
Die Mehrzahl der Frauen fühlt da sehr wohl einen Unterschied! Bei einem attraktiven, theoretisch passendem Gegenüber ist die Toleranz der meisten Frauen sehr viel höher, selbst leicht freche Komplimente zu tolerieren.

Hätte der (in diesem Zusammenhang) oft zitierte George Clooney so gesprochen, hätte die Dame eventuell geschmeichelt gelächelt.
 
G

Gast

  • #79
" Oha..George Clooney flirtet heftig mit junger Sternreporterin"

Nun ja..So hätte der Stern auch eine Schlagzeile gehabt wenn er da anstatt Brüderle gesessen hätte und die selben äüsserungen gemacht hätte..

Aber sexuelle Belästigung verkauft sich natürlich besser.. und schliesslich sitzen da Woche für Woche Angestellte die sich überlegen müssen wie sie am Besten Absatz machen.

Ist doch in unseren Firmen auch nicht anders, oder?

Es geht hier um Manipulation des Bürgers sonst um nichts..sexuelle Belästigung ist nur das Verkaufsinstrument.

Traurig nur das (wenn auch ein paar wenige Frauen) hier tatsächlich was von sexueller Belästigung empfinden..

Na ja..so ein paar nette Kompliente und etwas charme von Männer ist ja noch ok..aber so auf den Busen starren etc das geht ja gar nicht..

Ok..gehen wir mal in Praxis..Um Frauen nicht sexuell zu belästigen machen alle Männer wenn überhaupt nur leichte dezente Charmante bemerkungen..

Toll nicht..? Um das ganze noch zu vereinfachen und damit keiner ins Fettnäpfchen treten kann empfehle ich dafür Standarts , QM, Isozertifiziertung ..

Da lese ich in Threads klagen von Frauen das es kaum noch Gentlemänner gibt, die Männer weicheier sind, nicht mehr um Frauen kämpfen etc..

Hää?? Wat will die denn müssen sich junge Männer fragen... Das ist doch Belästigung.Woher soll ich denn wissen ob sie das überhaupt will..

Ideal wäre natürlich wenn man den Mann soweit bekommt das er vielleicht vorher fragt ob sie was dagegen hätte wenn er jetzt mit ihr flirtet oder Charmant sein darf..

Und um sicher zu gehen gleich noch hinterher " Wie er sich denn dabei ausdrücken dürfe um nicht falsch verstanden zu werden.

Also denkt erst mal nach, werdet euer Verantwortung bewusst und erfreut euch daran das wir verschieden sind,..und zwar mit allem was dazu gehört und nicht so wie ihr es gerne hättet.

Ich bin jetzt 47 und mir kommt das Leben und die Gesellschaft immer mehr vor wie ein Raumanzug der mich, warm hält , vor schaden und krankheiten schützt .und ich mich darin sehr sicher fühle weil er mich isoliert.

Raus kann ich aber auch nicht..
 
G

Gast

  • #80
Ich sehe einen angetrunkenen alternden Mann in einer zwar öffentlichen, aber keineswegs offiziellen Situation, der scharf auf eine viel jüngere Frau ist und meint mit seinen für meinen Geschmack unpassenden Sprüchen bei ihr landen zu können. Das seine Vorstellung nicht völlig absurd ist zeigen etliche Paare bei denen der Mann viel älter ist als die Frau. Im Fall Brüderle ging es daneben, weil sein Flirtverhalten katastrophal ist und weil die Frau einfach nicht auf ihn steht. Er hat es versucht und hat es vergeigt. Frau Himmelreich könnte ihm sexuelle Belästigung vorwerfen. Tut sie aber ausdrücklich nicht.
Sexismus sehe ich trotzdem nicht, denn er würdigt sie weder herab noch zieht er ihre Kompetenz in Zweifel oder äußert sich in negativer Weise über Frauen im allgemeinen.
Wenn das so wäre, dann hätte der Stern ein ganzes Jahr Zeit gehabt, weitere Munition zu sammeln und hätte größere Geschütze aufgefahren.
Das sehe ich etwas anders. Es ist ihr Job, ihn zu interviewen und sie schreibst selbst, dass sie es nicht mag, als junge Frau diese Art von Interviews (abends in der Hotelbar) zu machen. Schon darin sehe ich Sexismus, warum schickt man gerade die jungen Frauen und nicht die älteren Herren?
Dann möchte sie sachlich bleiben und geht zunächst nicht auf seine Anmache "wie alt sind sie denn? 28? Mit Frauen in diesem Alter kenn ich mich aus" ein. Aber Herrn B. lässt nicht locker.
Gerade die Tatsache, dass er sie nicht als Journalistin akzeptiert sondern "nur" als hübsche Frau, als Freiwild - genau das würdigt sie herab. Hätte er das bei einem Mann in seinem Alter auch gemacht?
 
M

Mooseba

  • #81
Das sehe ich etwas anders. Es ist ihr Job, ihn zu interviewen und sie schreibst selbst, dass sie es nicht mag, als junge Frau diese Art von Interviews (abends in der Hotelbar) zu machen. Schon darin sehe ich Sexismus, warum schickt man gerade die jungen Frauen und nicht die älteren Herren?
[...]
Das ist ein ganz wichtiger Punkt, der überhaupt nicht diskutiert wird, aber diskutiert gehört. Warum wird er ignoriert? Weil die Presse scheinbar per se zu den Guten gehört und schon durch ihre in einer Demokratie sehr wichtigen Aufgabe unangreifbar ist. Wie es Helmut Markwort schon gesagt hat: Ein Journalist kann einem Politiker schwer schaden, umgekehrt geht das nicht, egal wie die Fakten sind.
 
G

Gast

  • #82
Gerade die Tatsache, dass er sie nicht als Journalistin akzeptiert sondern "nur" als hübsche Frau, als Freiwild - genau das würdigt sie herab. Hätte er das bei einem Mann in seinem Alter auch gemacht?
Eben gerade die Tatsache dass Frau H. in ihrer Eigenschaft als Journalistin Herrn B. ein Jahr lang begleitet hat, um ihn in seiner Eigenschaft als Politiker zu porträtieren und nun als allererstes etwas über ihn als Mann veröffentlicht zeigt doch, dass hier ein Esel den anderen ein Langohr nennt.
Bleibt noch zu klären, ob eine Journalistin generell etwas Besseres ist als eine hübsche Frau und um wie viel sich eine als hübsche Frau bezeichnete Journalistin herabgesetzt fühlen darf.
In diesem Zusammenhang würde mich auch die Meinung anderer Frauen interessieren um wie viel schlechter sie sich gegenüber einer Journalistin fühlen.
Ich persönlich halte die Analogie - hübsche Frau = Freiwild - für Polemik.