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  • #1

Ab wann hat man sich mit dem "Singlestatus" abgefunden?

Wohl eher eine Frage an die Dauersingels hier, welche schon etliche Jahre wie ich alleine leben.
Also, ich bin w48 und glaube mittlerweile nicht mehr daran, einen Lebenspartner zu finden. Das klingt wohl dramatisch, ist es aber nicht. Ich bin einfach in meinem Alltag, Beruf, Unabhängigkeit, Hobby usw. so festgefahren, dass mich ein Mann nur "stören" bzw. meine Routine "aufwirbeln" könnte und ich damit nicht zurechtkäme, weil ich schon jahrelang so lebe. Mein verheirateter Bruder sagte es auch, Du bist zu lange allein, das wird nix mehr. Ich war sicherlich früher recht wählerisch mit Männern, habe aber nie Ansprüche gehabt, welche ich selbst nicht erfüllen konnte im Bereich Attraktivität, Sportlichkeit und finanzielle Unabhängigkeit. Spielte also in der Liga, die ich auch haben wollte. Heute könnte mich selbst ein Typ wie George Clooney nicht mehr "reizen". Verehrer find ich zwar schmeichelhaft, aber wirkliches Interesse meinerseits? Fehlanzeige. Kann man also für immer ein Single werden? Woran liegt es, dass ich mich wohl nicht mehr "verlieben" kann?
 
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  • #2
Ich bin auch so ein Dauersingle (55) und habe mich zwar ebenfalls ganz gut eingerichtet in diesem Leben, das aber eher zwangsläufig. Ich bin nicht abhängig von einer Partnerschaft, aber kann so gar nicht behaupten, dass ich gerne Single bin und mich nicht mehr verlieben will. Das passiert auch schon mal.
Ich wehre mich auch dagegen, wenn andere sagen, das wird nichts mehr, denn ich bin offen für eine Partnerschaft. Es wird nur mit den Jahren nicht leichter, den passenden Mann zu finden. Die Gründe werden hier oft und hinlänglich zur Sprache gebracht und haben eben auch viel mit der Altersgruppe bzw. dem zunehmenden Alter zu tun. Trotzdem gebe ich die Hoffnung nicht auf und halte weiterhin die Augen offen.
Vielleicht kannst du dich nicht mehr verlieben, weil du Angst vor einer echten Bindung hast, denn die birgt ja immer auch ein Risiko. Vielleicht hast du Angst, dass es nicht womöglich nicht funktioniert und schützt dich damit vor der Enttäuschung. Es lebt sich eben auch leichter und relativ gefahrlos in der gewohnten Routine ohne unvorsehbare Höhen, Tiefen. Geh doch einfach mal ab von deinen gewohnten Wegen und schau was passiert. Fang ein neues Hobby an, unternehme eine Reise, die so ganz anders ist und ähnliche Dinge. Gut möglich, dass diese neuen Erlebnisse und die neuen Menschen, die dir dabei begegnen auch dein Herz wieder öffnen.
 
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  • #3
ich kann Dich sehr gut verstehen. Von meiner 22 Jahre langen Ehe durch warmen Wechsel meiner Ex weg katapultiert, musste ich mich erst einmal an das Singledasein gewöhnen. Raus aus der Opferrolle etc.. Die Lebensumstände eines Singles selbstreflektiert und ehrlich wahrzunehmen hat wirklich gedauert. Jetzt, nachdem meine Kinder nicht mehr studieren, habe ich mein Gehalt und meine Freizeit für mich allein. Und jetzt verstehe ich langsam, warum:

1. ...früher oder später einer meiner zahlreichen Kollegen mir Ratschläge für Restaurants erteilt,
wenn ich in vermeintliche seltene und ferne Urlaubsländer fahre
2.... ich mir ein Menü bestelle ohne auf den Preis zu schauen
3. ...nette Frauen mich zum Sex einladen (ich schaue recht gut aus) um dann ihres Weges zu
ziehen, was ich genauso in Ordnung finde
4.... mir der Arsch und die Oberweite einer Frau plötzlich wichtig ist und ich überhaupt viel auf
Frauen schaue
5.... ich mich selten auf meine Leselust konzentrieren kann, weil wegen der Stille doch der
Fernseher gewinnt
6.... es kein Treffen mit Freunden gibt, bei dem nicht sehr früh das Zentralthema Partnerschaft
erörtert wird

...denn in meiner lange glücklichen Zeit in der Ehe habe ich...

1....in einem abgetakelten Zelt meinen 5 Tage Urlaub mit der Familie an der Ostsee verbracht
2....gelegentlich mal eine Currywurst am Stand gegessen
3....mir von neuen Kolleginnen anhören müssen, dass es echt doof ist, dass ich vergeben bin
4....schöne Frauen gar nicht so wahrgenommen, wohl aber belustigt die vielen Singles am Strand,
die nacheinander wie auf Kommando ihre Köpfe nach meiner Frau streckten
5....mit den Kindern, später mit meiner Frau Spiele gespielt oder wir haben alle fünf gelesen
6....immer etwas herablassend auf die ewige Partnerthematik der Singles reagiert.

Als Single mit vielen Interessen habe ich Wohlstand, kühle, bisweilen verwöhnte kleine Verdorbenheiten und Marotten erworben, die mich in der Zweisamkeit immer auf Distanz zu solchen Leuten gehalten haben. Als Single legst Du mit dem Boot ab, raus aus dem Hafen, hinein in vermeintliche Abenteuer, die früher oder später keine mehr sind. Kehrst Du zurück, bist Du bereits ein Eremit vor dem Herrn, bis zur Lächerlichkeit im viel zu eng gewordenen Balzkleid, auch wenn Du zu den wenigen gehörst, die unter Erfolg im Aussehen alles andere als leiden müssen. Hätte ich nie gedacht, so mal zu werden. Die alte Ehe in eine postfamiliare Phase herübergleiten zu lassen, wäre der bessere Weg gewesen. Wo auch das Alter meiner Partnerin sich schleichend vollzogen hätte, so wie das eigene Spiegelbild, anstatt mich an jüngeren Frauen hoch zu puschen, die einem wegen des notwendigen Reizes für den "Neueinstieg" genauso eng werden können, wie es das erwähnte Balzkleid schon ist...
 
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  • #4
Ich war auch Dauersingle und fühlte mich wohl so. Hatte überhaupt nicht auf eine Partnerschaft spekuliert oder danach gestrebt - und unerwartet einen Mann kennen gelernt, der mich vom ersten Moment an berührt hat. Wir sind jetzt ein Paar - für beide ungeplant, aber so kann's gehen, wenn die Liebe "zuschlägt".

Es ist wichtig, sich mit sich selbst wohl zu fühlen. Alles andere hat man m.E. nicht wirklich in der Hand, weil es nichts mit dem Verstand zu tun hat.

w46
 
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  • #5
Ich bin 46 und seit 16 Jahren Single. Habe es schon lange aufgegeben und keine Lust mehr jetzt wieder anzufangen zu suchen und doch nicht zu finden. Es ist einfach zu mühselig und der Erfolg blieb aus.Ich sehe darin keinen Sinn mehr. Bin nun eine Eremitin. Ist mir aber egal, ich will nur noch Ruhe und mich mit diesem Thema nicht mehr befassen, weil ich darüber leergebrannt bin, Es soll eben nicht sein.
 
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  • #6
Ich bin 46 und seit 16 Jahren Single. Habe es schon lange aufgegeben und keine Lust mehr jetzt wieder anzufangen zu suchen und doch nicht zu finden. Es ist einfach zu mühselig und der Erfolg blieb aus.Ich sehe darin keinen Sinn mehr. Bin nun eine Eremitin. Ist mir aber egal, ich will nur noch Ruhe und mich mit diesem Thema nicht mehr befassen, weil ich darüber leergebrannt bin, Es soll eben nicht sein.

>> ... hast du dich schon mal gefragt, warum du in Singlebörsen solche Beiträge beantwortest?
Ist da vielleicht nicht doch der Wunsch nach mehr?
Ich wünsche es dir, denn du klingst überhaupt nicht glücklich ...
 
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  • #7
mensch hat sich dann mit dem single-status abgefunden, wenn er nicht mehr leidet, und sich auch als single als ganzes/komplettes annehmen und der welt zeigen kann.
 
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