• #1

Ab wann ist jemand bindungsgestört und ist das wirklich schlimm?

Mich würde interessieren, ab wann jemand eine Beziehungsangst hat und wenn diese vorhanden ist, ob diese denn unbedingt „schlimm“ sein muss. In einem anderen Beitrag habe ich ziemlich eins auf die Mütze bekommen, weil ich kein Zusammenziehen will und lieber dauerhaft Living Apart Together (sagt man das so?) lebe. Warum wird das so negativ gesehen?

Ich habe seit sieben Jahren eine Beziehung und wir organisieren alles so, dass wir uns gegenseitig besuchen. Als ich vor sieben Jahren online auf Partnersuche war, habe ich explizit jemanden gesucht, der keine Kinder möchte, weil ich auch keine will und früher manchmal das Problem hatte, dass ich an Männer geriet, die darauf spekulierten, dass ich „irgendwann meine Meinung ändere“, was natürlich nicht passiert ist. Kinder sind also kein Thema, aber ich möchte auch nicht heiraten oder zusammenziehen. Ersteres habe ich auch schon mehrfach so klar meinem Partner gegenüber geäußert, zusammenziehen möchte er aber schon, wobei er es akzeptiert, dass ich das momentan nicht will. Er weiß nur nicht, dass ich es nie will, das traue ich mich nicht so explizit zu formulieren.

Ist das jetzt Beziehungsangst? Vielleicht, denn ich hätte tatsächlich Angst davor, dass man zusammenwohnt, der andere immer da ist (ok, wenn man arbeitet nicht, aber nach der Arbeit), man keinen Raum mehr für sich hat, dort lauter Konflikte hat, sich gegenseitig nervt. Ich brauche viel Zeit für mich und auch Momente, wo ich auf niemanden eingehen muss. Ich denke daher, dass mich ein Zusammenwohnen erdrückt.

Aber selbst wenn es Beziehungsangst wäre, wäre das so schlimm? Nur weil es vom Ideal des gemeinsam Wohnens und irgendwann Heiratens abweicht? Weil mir geht es nicht schlecht damit. Ich finde es schön so, sich ab und zu sehen, aber kein gemeinsamer tröger Alltag. Ich will es nicht anders. Ist das so schlimm?

Ich habe auch zwei gute männliche Freunde und an denen hänge ich sehr. Ich würde sagen, sie haben einen fast so hohen Stellenwert wie mein Partner; wir kraulen uns auch manchmal, aber mehr passiert nie und auf mehr habe ich auch keine Lust. Das wissen beide auch. Ob die heimlich etwas von mir wollen, weiß ich nicht, aber selbst wenn – sie haben all die Jahre nur eine platonische Freundschaft mit mir gelebt; ich denke, die „kennen“ mich. Am liebsten wäre es mir, wenn das alles so bleibt, wie es ist.

Also ja, ich habe Angst vor einem zu engen Zusammenleben und einer klassischen Zusammenwohnen-Heiraten-Beziehung und will das daher nicht und ich sehe die meine beiden Freunde auch als Sicherheit, dass ich nie alleine bin, selbst wenn meine Beziehung mal zerbrechen sollte (was ich nicht denke, es läuft ja gut). Laut mancher Webartikel steht das alles für krankhafte Bindungsangst, nur dass ich mich nicht krank fühle. Was ist so schlimm daran, nicht weiter gehen zu wollen? Ist das denn wirklich pathologisch? Ich zwinge keinen zu etwas und mir selbst ist es recht so? „Darf“ man nicht so leben, weil es vom Mainstream abweicht?
 
  • #2
Ersteres habe ich auch schon mehrfach so klar meinem Partner gegenüber geäußert, zusammenziehen möchte er aber schon, wobei er es akzeptiert, dass ich das momentan nicht will. Er weiß nur nicht, dass ich es nie will, das traue ich mich nicht so explizit zu formulieren.
Ich finde ganz schlimm, dass du mit deiner Haltung diesen Mann nur warm hältst und hinhältst, das ist weder aufrichtig noch authentisch, sage ihm was wirklich Sache ist, dass du niemals zusammenziehen wirst.
Ich denke daher, dass mich ein Zusammenwohnen erdrückt.
Es ist dein gutes Recht so zu denken, aber du solltest ihm ich klaren Wein einschenken, stell dir vor, er würde so was mit dir machen.
Ich zwinge keinen zu etwas und mir selbst ist es recht so? „Darf“ man nicht so leben, weil es vom Mainstream abweicht?
Es ist dein gutes Recht, so zu leben wie du es willst, es geht lediglich darum, dass du nicht aufrichtig und nicht authentisch bist, deinem Partner gegenüber.
 
  • #3
Ich verstehe nicht, warum du das mit dem Zusammenziehen zu so einem großen Thema machst. Du bist doch glücklich, so wie es bei dir jetzt ist. Was juckt es dich, was andere darüber denken? Wenn jetzt viele schreiben, "ja, du bist bindungsgestört", würdest du dann Zusammenziehen? Natürlich nicht. Hast du ein schlechtes Gewissen, weil dein Partner auf Zusammenziehen hofft? Dann hättest du das zu Recht. Sag ihm klar, wie du dir eure gemeinsame Zukunft vorstellst, ohne Zusammenziehen.
 
  • #4
Schlimm ist etwas nur, wenn Du es als schlimm empfindest und leidest. Ist für Dich alles ok, ist alles gut. Nur muss es auch für den Partner gut sein. Sonst sollte man sich trennen. Ich denke, der komplett Bindungsunfahige Mensch kann generell sehr wenig Nähe zulassen. Und das kannst Du durch die LAT Beziehung ja. Es ist eine Form der Beziehungsunwilligkeit. Die gibt es in verschiedenen Ausprägungen. Komplett Bezuehungsunwilllig bist Du m E. nicht
 
  • #5
Liebe Berlinerin73,

... endlich ein Beitrag, der nicht das Oma/Opa-Modell in den Blick nimmt. Deine Frage bewegt mich auch und zwischen diesem blöden romantischen Traum er und ich zusammen in einer schönen gemeinsamen Wohnung und der aktiven Entscheidung darüber, eine eigene Bleibe ohne ihn zu haben schwankte ich lange hin und her. Seit mehreren Jahren jedoch ist ziemlich klar, dass ich für mich wohnen bleibe und keinesfalls Wäsche, Badezimmer, Küche usw. für 2 Personen erledigen werde. Dazu noch immer für Sex zur Verfügung stehen, wenn es IHM beliebt?! Wozu soll das gut sein? Ich lerne Männer kennen, die das natürlich genau so wünschen, weil es für sie viele Vorteile bringt. Ich habe gerade so ein Exemplar verabschiedet, welches mich nicht in seine Wohnung lassen wollte (Muss erst einen Monat aufräumen). Also dieser Mensch wollte unbedingt mit mir zusammen ziehen offenbar um das zu wiederholen, was er 30 Jahre in seiner Ehe erlebt hat.

Ja, liebe Berlinerin73, gerade die heutige Zeit lässt unendlich viele Möglichkeiten zu. Mir scheint, dass Männer die Rollenmodelle nicht kennen oder wünschen, weil es eben unbequem ist. Dein Partner scheint ja damit keine Probleme zu haben. Das ist doch super.

In einem anderen thread hat eine Foristin ja sehr drastisch beschrieben, warum das traditionelle Modell für Frauen ausgedient hat.
 
  • #6
... in sofern hat das Thema gar nichts mit Bindungsangst zu tun. Du bist ja mit deinem Partner zusammen. Es hat für mich damit zu tun, ein anderes Zusammenlebensmodell zu leben und es für gut zu befinden von euch beiden. Das freut mich. Denn vielfach frage ich mich, warum junge Frauen sich unbedingt das Gleiche nochmal antun wollen, was Eltern- und Grosseltern vorgelebt haben, jedoch ohne Grund.
 
  • #7
Wenn dein Partner das so mitlebt und es euch beiden damit gutgeht...warum denn nicht? Allerdings diese beiden guten Freunde "als Sicherheit", wenn die Partnerschaft zerbricht-- das finde ich grenzwertig! Krankhaft finde ich das alles überhaupt nicht!
 
  • #8
Du hast das Recht zu tun, was du möchtest, solange du keinem anderen schadest. Nicht zusammenwohnen ist ok,solange beide das wollen. Du bist aber nicht ehrlich zu deinem Partner, denn du möchtest es auch in Zukunft nicht und hälst ihn hin, aus Angst ihn zu verlieren und sagst es ihm nich. Auch deine platonischen Kuschelfreunde ( sind das Hunde) hältst du dir als Sicherungssystem,falls es mit deinem Partner nicht so klappt. Das ist also alles andere als mutig, sondern eine Konstruktion, die deine Ängste vor dem Alleinsein und vor dem Verlassenwerden in Schach halten soll.
 
  • #9
man keinen Raum mehr für sich hat, dort lauter Konflikte hat, sich gegenseitig nervt. Ich brauche viel Zeit für mich und auch Momente, wo ich auf niemanden eingehen muss. Ich denke daher, dass mich ein Zusammenwohnen erdrückt.
Rosinen picken ist nicht schlimm, wenn der andere das auch so sieht....

Liebe FS, dein Freund hegt im Herzen, dass ihr irgendwann Tisch und Bett teilt, du nie. Das solltest du fairerweise verlauten lassen. Du loggst dich nach Bedarf ein und aus, da solltet ihr kompatibel sein.
 
  • #10
Aber selbst wenn es Beziehungsangst wäre, wäre das so schlimm? Nur weil es vom Ideal des gemeinsam Wohnens und irgendwann Heiratens abweicht?
»Beziehungsangst« werden viele deinen Wunsch nennen, die eine gemeinsame Wohnung, Heirat, Kinder ... anstreben. ICH nenne dein Verhalten normal, meinetwegen auch individuell in dem Sinne, dass die Mehrheit andere Vorstellungen hat.

Seit vielen Jahren lebe ich in einer LAT-Beziehung, sogar noch mit größerer Entfernung. Ich kenne zwar auch das Zusammenwohnen, auch hier über recht lange Zeiten und weiß genau, warum ich mich für die Liebe - aber getrennt lebend - entschieden habe: ich kann, ohne den anderen zu kränken oder ihm das Gefühl zu geben, er sei mir weniger wichtig als andere Dinge, zahlreiche Unternehmungen anstreben, die ihm nichts bedeuten. Meist liegen sie im kulturellen Bereich - für mich unerlässlich, für ihn zu vernachlässigende. Ich kann hier bei mir so viele Freunde empfangen und ihnen ein Bett bereiten (keine Frage des Sex') wie ich will, auch wenn er den einen oder die andere weniger schätzt, als ich es tue; so etwas soll es ja geben ... Ich kann Reisen planen, die ihn nicht locken würden, aber auch solche, in die wir begeistert gemeinsam eintauchen.
Und: ich kann mich immer neu auf ihn freuen - und er sich auf mich. Wir haben uns viel zu erzählen aus dem jeweiligen Leben des anderen. Wir reden die ganze Nacht und können nicht voneinander lassen. Ist das nicht (auch) schön? Für mich gibt es keine Zweifel und ich halte mich keinen Moment für »bindungsgestört«. Lasse mir das aber auch von niemandem einreden.

DAS könntest du auch machen ....
 
  • #11
Liebe FS

Es ist alles ok mit dir. Du bist mit dir im Reinen. Warum hinterfragst du dich und dein Lebensmodell? Weil viele Menschen zusammenwohnen? Na und? Wenn interessiert das? Richtig! Niemanden. Es muss doch nicht hinter allem eine Beziehungsangst stecken!

Es gibt so viele Lebensentwürfe und jeder ist richtig, solange man sich selbst oder andere psychisch oder physisch verletzt.

Lebt doch einfach euer Leben, so wie ihr es euch eingerichtet habt.

W/38
 
  • #12
Ich finde ganz schlimm, dass du mit deiner Haltung diesen Mann nur warm hältst und hinhältst, das ist weder aufrichtig noch authentisch, sage ihm was wirklich Sache ist, dass du niemals zusammenziehen wirst.
Ja du hast recht, dass ich es nie klar gesagt habe, aber ich glaube fast, er kann es sich doch inzwischen irgendwie denken. Ich habe schon mehrfach gesagt, dass ein Zusammenwohnen viele Nachteile hat und ihm auch anhand des Beispiels unserer Eltern aufgezeigt, wie das meiner Meinung nach auf Dauer ständig zu Konflikten führt. Ich bin ja ab und zu bei der Familie und seine Mutter hat sich mit dem Vater auch ständig in der Wolle, wegen Kleinigkeiten (Bad besetzt, jemand steht in der Küche im Weg, Auto in der Garage schief eingeparkt – also eigentlich belanglosem Quatsch). Da hab ich schon oft im Spaß zu meinem Freund gesagt: „Guck, das passiert, wenn man zusammenwohnt“. Und wenn ich selbst nach sieben Jahren keine gemeinsame Wohnung will, kann er sich doch denke, dass ich das nie möchte.

Seit mehreren Jahren jedoch ist ziemlich klar, dass ich für mich wohnen bleibe und keinesfalls Wäsche, Badezimmer, Küche usw. für 2 Personen erledigen werde. Dazu noch immer für Sex zur Verfügung stehen, wenn es IHM beliebt?! Wozu soll das gut sein?
Das trifft es genau. Mein Partner hat beispielsweise die Angewohnheit, das Waschbecken nach Benutzung nicht zu säubern. Er stylt sich in seinem Bad überm Waschbecken die Haare und nachher liegen einige davon drin. Nicht schön – ich sehe das ja, wenn ich bei ihm zu Besuch bin. Habe ich ihm schon zig mal gesagt. Ändert sich nicht. Aber: es ist ja sein Bad, ich bin da nur zu Besuch. Und da denke ich mir immer, wie schön dass ich meine eigene Wohnung mit MEINEM sauberen Waschbecken habe. Ich hätte keine Lust, in einer gemeinsamen Wohnung seinen Dreck wegzuräumen. Und wenn ich mit ihm koche, merke ich auch, wie er nichts alleine kann. Selbst beim Braten von Eiern fragt er mich andauernd und als er mal Salat aus dem Supermarkt mitbringen sollte, war er überfordert und wusste nicht, welchen, trotz Beschreibung. Es würde garantiert der gesamte Haushalt an mir hängen bleiben und dafür bin ich mir zu schade. Er ist ansonsten ein sehr intelligenter und fürsorglicher Mensch, aber er würde bestimmt nicht viel mitmachen und das tue ich mir nicht an.
 
  • #13
ich ziemlich eins auf die Mütze bekommen, weil ich kein Zusammenziehen will ... Warum wird das so negativ gesehen?
Es gibt daran nichts Negatives zu sehen, es ist deine Einstellung zum Leben. Vermittele es souverän, was deine Gründe dafür sind.

dass ich an Männer geriet, die darauf spekulierten, dass ich „irgendwann meine Meinung ändere“,
Weil Männer generell niemanden respektieren und dich als unfähiges Kind sehen. Männer wollen Beweise für deine Standhaftigkeit, z.B. indem du sofort aufgrund dieser Auffälligkeit ihn in seine Ecke weißt und den Kontakt wortlos beendest.
Weiße einen Mann streng auf seinen Platz, indem du nichts durchgehen lässt! Freche Sprüche sollten sofort Anhalt bieten, den Mann zu blockieren, damit er sieht, dass er schön kleinlaut sein darf, wenn er was von dir will. Damit nimmt er dich WIRKLICH ernst.
Sage ihm: "Du kannst mir gerne glauben, dass es so ist. Denn du wirst bei mir auf die Nase, wenn du mich nicht ernst nimmst."

Er weiß nur nicht, dass ich es nie will, das traue ich mich nicht so explizit zu formulieren.
Das ist dein Problem! Wer sich nichts traut, ist verunsichert und jederzeit manipulierbar!
Sage etwas direkter wie es ist, weil du keine Angst hast, ihn zu verlieren, denn nur wenn du keine Angst hast ihn zu verlieren, stehst du wirklich zu dir und was du da sagst und tun möchtest im Leben. Das musst du üben!

Du könntest es so formulieren:
"Du, ich stehe zu meiner Meinung und die ist leider nicht verrückbar. Du musst dir leider eine andere Frau suchen, wenn du etwas anderes möchtest. Ich bleibe so, wie ich bin, weil das gut ist, weil es mir die höchste Erfüllung bietet. Du kannst dabei sein, aber wer mir im Weg steht, den muss ich mir zuliebe beseitigen."

Ist das jetzt Beziehungsangst? .. man keinen Raum mehr für sich hat, dort lauter Konflikte hat, sich gegenseitig nervt. /quote]

Nein, es ist keine Beziehungsangst, aber deine Argumente sind wie von einem kleinen Kind. Lerne erwachsen zu forumlieren:

"Ich bin eine hart arbeitende Frau, ich brauche viel Zeit alleine für meine Tätigkeiten und das ist auch nicht abänderbar, weil ich felsenfeste Ziele im Leben habe, die umgesetzt werde! Das lässt ein Zusammenwohnen nicht zu."

Es geht um DICH, nicht um EUCH, denn es gibt kein WIR. Lerne mehr Ego (Ich), wie es Männer standardmäßig tun, um sich zu behaupten. Denke niemals in "WIR". Es geht um DICH allein und was DU willst, nicht, was der Mann so will. Denn damit wirst du auch als DU respetiert.

Aber selbst wenn es Beziehungsangst wäre, wäre das so schlimm?
Schon wieder dieses kindliche Argumentieren!
Du hast dein Beziehungsmodel, das nicht beklemmend ist und beiden Partnern höchste Entwicklungschancen bietet." Das ist dein Standard.
Vermittele deinen Standard mit erwachsenen Argumenten!

Du bist nicht bindungsängstlich, du bist zu kindlich in deinen Aussagen.
 
  • #14
Ich finde das nicht schlimm, solange du mit dir selbst und dem anderen im Reinen bist. Deinem aktuellen Partner gegenüber würde ich allerdings meine Ansichten klarstellen und mit den etwaigen Konsequenzen leben. Interessant wäre noch: Warum beschäftigst du dich überhaupt mit dem Thema Bindungsstörung, wenn es für dich eigentlich in Ordnung ist? Oder macht es dir irgendwo doch zu schaffen? Übrigens wohne ich mit meinem Partner zwar zusammen, aber wenn er nicht die Küche aufräumen und das Bad putzen würde, würde ich sicher nicht kochen und unsere Wäsche machen. Rollenmodelle können flexibel sein, selbst wenn man zusammenlebt und sogar ein gemeinsames Kind hat.
 
  • #15
Er weiß nur nicht, dass ich es nie will, das traue ich mich nicht so explizit zu formulieren.
Hast du denn am Anfang mit offenen Karten gespielt? Das wäre wichtig zu wissen, da die meissten Menschen wohl früher oder später zusammen ziehen wollen. Falls nein wäre es gut das zu thematisieren. Für mich wäre das persönlich nix, weil dieses ständig hin und her mich eher stressen würde. Ausnahme: man wohnt nicht weit entfernt und besucht sich regelmäßig, was dann nicht heisst den ganzen Tag gemeinsam zu verbringen. Eine reine We-Beziehung finde ich eher anstrengend, weil man dann den ganzen Tag miteinander rumhängt und dem anderen zu liebe alles gemeinsam macht. Da ihr beiden keine Kinder oder Ehe wollt, würde dieses Konstrukt ja auch passen. Wie alt seid ihr denn?

Je älter man wird, desto eher neigt man dazu alles zu überdenken. Da finde ich getrennte Wohnungen in Wohnortnähe auch ganz spannend, weil man sich immer abwechseln woanders treffen kann und genug Rückzug hat den man braucht. Insbesondere kreative Menschen müssen ab und zu alleine sein, da stören andere nur.
 
  • #16
Ich sehe nur ein Problem:
Er weiß nur nicht, dass ich es nie will, das traue ich mich nicht so explizit zu formulieren.
Was ist so schlimm daran, nicht weiter gehen zu wollen?
Das, und sonst nichts ist schlimm. Du hast keinerlei Leidensdruck, bist also nicht krank, mit Dir ist alles ok.
Aber Dein Partner hat Leidensdruck bzw. wird ihn irgendwann haben. Findest Du das schön? Stelle Dir mal eure Rollen vertauscht vor. Was fühlst Du? Und jetzt denke und handle danach!
ErwinM, 49
 
  • #17
zwinge keinen zu etwas und mir selbst ist es recht so? „Darf“ man nicht so leben, weil es vom Mainstream abweicht?
Natürlich kannst Du so leben wie es Dich glücklich macht. Es ist Dein Leben.
Mir wird das Etikett Bindungsangst inzwischen auch zu schnell und zu beliebig vergeben.
Ich denke eher, Menschen sind individuell und es gibt eine große Bandbreite an Nähe - Distanz Bedürfnissen.
Natürlich kann man, und auch Du könntest hinterfragen, warum Du mit Zusammenleben solche Assoziationen hast - ich weiß, dass ich mit einem Partner leben / wohnen möchte, mir aber ganz sicher gelingt, meinen Raum auch innerhalb dieses Zusammen zu schaffen, ebenso wie er. Sonst würde ich es auch nicht tun. Eine Klette könnte ich nicht ertragen, aber der Gedanke, neben jemandem aufzuwachsen, ist für mich ein schöner.
Aber warum hinterfragen, wenn kein Leidensdruck vorhanden ist, und es Dir gut dabei geht?


Aber - das hier ist schlicht unfair -
Du täuscht einen Menschen wissentlich.
Kinder sind also kein Thema, aber ich möchte auch nicht heiraten oder zusammenziehen. Ersteres habe ich auch schon mehrfach so klar meinem Partner gegenüber geäußert, zusammenziehen möchte er aber schon, wobei er es akzeptiert, dass ich das momentan nicht will. Er weiß nur nicht, dass ich es nie will, das traue ich mich nicht so explizit zu formulieren.
Damit verhindert Du ganz egoistisch, dass er sehnen Weg gestalten kann.
Er hat seine Vorstellungen geäußert, er zeigt Verständnis und Geduld, auch in Hinsicht mit Deinen Freunden - genau da beweist er, wie wenig vereinnahmend er ist.
Und Du lügst ihn an, weil Du weißt, er würde gehen. Weil ER sich sein Leben anders vorstellt.

Da hast Du nur die Wahl - nachzudenken, warum Du nicht mit IHM zusammen leben möchtest, und zu entscheiden , willst Du - oder nicht.
Wenn Du weiterhin nicht möchtest, was absolut legitim ist, dann sage es ihm ehrlich, klar und deutlich.

Alles andere ist ein ganz mieses Spiel auf Kosten eines Anderen.
Sorry, dass ich es so hart formuliere.

Die Freiheit des einen hört immer an der Grenze des anderen auf
Du kennst seine Grenzen und täuschst.

W,49
 
  • #18
Du hast eigentlich auf den ersten Blick kein Problem, Dein Partner hat eins, ohne es zu wissen, weil er nicht weiß, was Du wirklich willst. Wenn er das ganze genauso sehen würde, wär das ja alles in Butter.

Dein "Problem" ist doch eins, weil Du ja Angst hast allein zu sein. Daher seh ich nicht, dass Du Deine Einstellung frei und selbstbestimmt lebst. Deine Ängste zwingen Dich dazu. Deswegen ist das hier
„Darf“ man nicht so leben, weil es vom Mainstream abweicht?
nur Augenwischerei. Du benutzt einen Menschen, der SO wie Du willst nicht leben will dafür, dass Du nicht eventuell allein dastehst, weil Du Deinen Stil nicht souverän leben kannst.
Was Deine Freunde angeht, wirst Du wissen, was passiert, falls die sich mal in ne Frau verlieben. Vielleicht sind sie dann immer noch enge Freunde von Dir, vielleicht nicht.

Ich finde an LAT nichts Schlimmes und frage mich, warum Du ne Partnerschaft willst mit einem Mann, der auf mehr hofft. Warum lebst Du nicht mit den beiden Freundschaften weiter und suchst Dir gegebenenfalls Sexaffären, bis Du einen Mann triffst, der eine Beziehung so leben will wie Du? Warum muss es ein Partner sein, der auf mehr hofft, als Du geben magst? Wenn ich mal raten soll: Weil der so schön anhänglich ist und Dir die Sicherheit gibt, nicht allein dazustehen. Und genau das ist doch ein Problem, auch Deins.
 
  • #19
Ich finde das nicht schlimm, solange du mit dir selbst und dem anderen im Reinen bist. Deinem aktuellen Partner gegenüber würde ich allerdings meine Ansichten klarstellen und mit den etwaigen Konsequenzen leben. Interessant wäre noch: Warum beschäftigst du dich überhaupt mit dem Thema Bindungsstörung, wenn es für dich eigentlich in Ordnung ist? Oder macht es dir irgendwo doch zu schaffen? Übrigens wohne ich mit meinem Partner zwar zusammen, aber wenn er nicht die Küche aufräumen und das Bad putzen würde, würde ich sicher nicht kochen und unsere Wäsche machen. Rollenmodelle können flexibel sein, selbst wenn man zusammenlebt und sogar ein gemeinsames Kind hat.

... und genau das ist die Falle! Gegenseitige Erpressung und negative, schwarze Pädagogik ohne Ende. Extrem liebevoll, mündig, reif.
 
  • #20
Bindungsangst verbirgt sich auch hinter der Angst alleine dazustehen.

Und diese Angst ist bei Dir ganz deutlich - die beiden Freunde, Dein Sicherheitsnetz, und ein Partner.

Und alle lässt Du nur so dicht an Dich heran, wie es sich für Dich sicher anfühlt und Du aber das Maß an Nähe bekommst, wie Du es brauchst.
Dadurch, dass gleich mehrere Personen sind, hast Du gefühlt zusätzlich die Sicherheit nicht eines Tages alleine dazustehen.

Nur, ganz ehrlich
Dein Partner würde wohl nicht bleiben, wenn Du ehrlich wärst.
Und Deine Freunde sind Singles, daher passt es für Euch so.
Sollte einer oder beide mal einer Frau begegnen, mit der eine Partnerschaft vorstellbar wäre, wäre es mit den Kuschelstunden höchstwahrscheinlich vorbei. So tolerant wie Dein Partner sind die wenigsten Frauen.

Voids Gedanken finde ich sehr lesenswert und treffend.

W,49
 
  • #21
Also mit den Kuschelfreunden, das finde ich auch merkwürdig....weiß ja nicht, wie es bei dem Rest der Hetero-Frauen ist, aber bei mir würde sowas nie funktionieren, die würden mir an die Wäsche gehen wollen oder sich sonstwas einbilden, mir auf die Pelle rücken..
Ich kenne solche Konstellationen auch nicht.

Ich kannte, also mir begegneten immer nur Hetero-Männer, die von einer Partnerin Wäsche gemacht bekommen wollen, bekocht werden wollen, versorgt werden wollen, ne Mutti brauchen bis zum Tod, selbstredend in gemeinsamer Wohnung.
Ganz früh in der Jugend kam dann die Mutter ständig an und besorgte alles.

Mir ist auch die letzten Jahre verstärkt aufgegallen, daß ich kaum Männern begegne (also Arbeitsumfeld etc.), die eine eigene Wohnung haben. Gefühlt alle leben mit einer Frau zusammen, mit der Ex zusammen, mit Mutti zusammen oder ganz krass: mit Frau und deren Mutter.

Auch ein Geschiedener nutzt mir nichts, weil so ein Mann sofort denkt, ich übernehme die Rolle der Ex-Ehefrau, in wieder was?
Na..in einer gemeinsamen Wohnung!

Heftig sind die, die einem vorgaukeln sie seien Single und wollen nicht damit rausrücken wo sie wohnen, behaupten bei Kumpels zu hausen etc. Heraus kommt dann logisch, daß sie bei ner Frau wohnen, der Partnerin, der Ex etc..

Ich habe auch so meine Bedenken mittlerweile, jemals einen Partner zu finden fürs LAT Modell.
 
  • #22
Hallo FS

Ich hab deinen Beitrag noch mal genauer angeschaut und muß mich etwas korrigieren. Es ist schon unfair, dass du dich nicht traust,deinem Partner die Wahrheit zu sagen, wenn er auf mehr hofft. Und davon auszugehen, dass er es sich denken kann, halte ich nicht für richtig, denn soweit ich weiß, können Menschen nicht zwangsläufig Gedanken lesen.
LAT ist total ok, sofern beide Partner das wollen und ein Gleichgewicht herrscht . Das ist nur eine Sache zwischen den Partnern und geht die Außenwelt nichts an.

Also rate ich, offen und ehrlich zu sein.

W/38
 
  • #23
Nein, das ist überhaupt nicht schlimm. Es entspricht nur nicht dem gesellschaftlichen Normmodell, keine starke Bindung eingehen zu wollen. Deshalb gibt es ja den Diffamierungsbegriff "Bindungsstörung", aber nicht den der "Freiheitsstörung".

Alles gut; lass Dich nicht verrückt machen!
 
  • #25
Ist das jetzt Beziehungsangst? Vielleicht, denn ich hätte tatsächlich Angst davor, dass man zusammenwohnt, der andere immer da ist (ok, wenn man arbeitet nicht, aber nach der Arbeit), man keinen Raum mehr für sich hat, dort lauter Konflikte hat, sich gegenseitig nervt. Ich brauche viel Zeit für mich und auch Momente, wo ich auf niemanden eingehen muss. Ich denke daher, dass mich ein Zusammenwohnen erdrückt.

Aber selbst wenn es Beziehungsangst wäre, wäre das so schlimm? Nur weil es vom Ideal des gemeinsam Wohnens und irgendwann Heiratens abweicht? Weil mir geht es nicht schlecht damit. Ich finde es schön so, sich ab und zu sehen, aber kein gemeinsamer tröger Alltag. Ich will es nicht anders. Ist das so schlimm?

Was ist so schlimm daran, nicht weiter gehen zu wollen? Ist das denn wirklich pathologisch? Ich zwinge keinen zu etwas und mir selbst ist es recht so? „Darf“ man nicht so leben, weil es vom Mainstream abweicht?
Du verlangst nach Absolution für deine Abweichung vom Mainstream (?). Warum reicht dir dein eigenes Urteil nicht? Weil du selbst glaubst, dass deine Abweichung pathologisch ist?

Zu dem was meiner Meinung die Norm ist und warum es meiner Meinung nach die Norm ist. Sinn des Lebens ist die Arterhaltung durch Reproduktion. Die Beziehungsbildung beim Menschen dient der Optimierung von Reproduktionsbedingungen. Ein zweiter Zweck ist gegenseitiger Support bei diversen Bedürfnissen.

Welche deiner Bedürfnisse befriedigt deine Beziehung? Du schreibst selbst, dass du Angst vor vielen Merkmalen einer Standardbeziehung hast? Warum thematisierst du diese Ängste überhaupt? Weil du solche Ängste selbst als ungesund einstufst? Hast du geklärt bzw. es versucht zu klären woher deine Ängste kommen?

Die Ablehnung von Kindern und Mutterschaft basiert doch meistens auf schlechten Kindheitserfahrungen oder dem Selbstbild, dass man nicht gut genug ist um eine gute Mutter zu sein. Ähnlich ist es mit der Angst vor Nähe.

Solche Eigenschaften kommen nicht aus dem Nichts. Sie haben immer ihre meist ungesunden Ursachen. Wenn dir das alles nichts ausmachen würde hättest du diese Frage nicht gestellt daher erlaube ich mir diese Antworten.

Diese Antworten werden dir aber nicht helfen, denn ich glaube nicht, dass du etwas ändern willst oder etwas ändern kannst.
 
  • #26
Ich sehe es nicht so rosig wie die anderen Foristen. Viel zu oft erlebe ich wie die bekennende Langzeitsingles und eingefleischte Distanzler ihre Prinzipien über Bord werfen und eine Beziehung eingehen. Du liebst deinen Freund nicht, er ist bloß bequem für dich. Klar hast du ihn gern, aber dich regt viel zu viel an ihm auf. Und du kannst bei ihm nicht so sein wie du willst, weil du genau weisst, dass er dich dann verlässt. Ihr macht euch beide was vor.
Liebe ist nicht ,weil man perfekt ist. Liebe ist, obwohl man nicht perfekt ist. Ich merke , sobald ich irgendwas auszusetzen habe, er ist es nicht . Mein Ex war nicht perfekt und hatte einige Nogos. Nur haben sie mich nicht gestört. Er war für mich gut so wie er ist. Es hat mich gestört,als ich ihn nicht mehr geliebt habe. Ich fand plötzlich noch viel mehr, was mich gestört hat. Heute suche ich bei einem Mann nicht nach Punkten, die ich mag. Heute suche ich einen Mann, mit dessen Eigenheiten ich zurecht komme.
 
  • #27
Damit verhindert Du ganz egoistisch, dass er sehnen Weg gestalten kann. Er hat seine Vorstellungen geäußert, er zeigt Verständnis und Geduld, auch in Hinsicht mit Deinen Freunden - genau da beweist er, wie wenig vereinnahmend er ist. Und Du lügst ihn an, weil Du weißt, er würde gehen. Weil ER sich sein Leben anders vorstellt.
Na ja, so dramatisch sehe ich das aber nicht. Ok, er würde gerne zusammenziehen, aber objektiv betrachtet macht das auch für ihn keinen Sinn, weil er seinen Job in seinem Wohnort hat und ich meinen Job in meinem Wohnort. Ich würde weder für ihn meinen Job aufgeben, was ihm klar ist, noch würde er zu mir ziehen und dafür seinen Job aufgeben. Ich glaube, er hat die komische Vorstellung, dass ich in seine Nähe ziehen könnte, dann aber übelst weit zur Arbeit pendle. Dass ich das aber nicht will, kann er sich eigentlich denken. Außerdem weiß er schon, dass ich gegen Zusammenziehen bin, ich habe nur nicht explizit gesagt, dass das auch bedeutet, dass ich mit ihm nicht zusammen ziehe. Aber er müsste sich das eigentlich denken können.

Ich denke, er ahnt schon, dass wir nicht zusammenziehen werden, wenn er etwas mitdenkt und er ist eigentlich seht intelligent und müsste das inzwischen auch ohne dass ich es klar sage verstanden haben. Und ich denke auch nicht, dass er ganz schlimm leidet, wenn wir weiter getrennte Wohnungen haben.
 
  • #28
Ich finde daran auch an sich nichts schlimm oder gestört. Es ist halt ungewöhnlicher als zusammenziehen, auch teurer und frisst mehr Zeit, aber das ist nur meine Meinung. Ich muss sagen: alle in meinem Alter, die ich kenne, die dass partout nicht wollen, haben auch andere Probleme damit, sich in einer Beziehung fallenzulassen. Alle haben eigentlich Angst davor, ihre Unabhängigkeit aufzugeben. Oder sind doch schon etwas verbittert oder aber überhaupt nicht fähig, Kompromisse einzugehen. Ausnahme sind ältere Menschen, die schon eingefahren sind in ihren Gewohnheiten und daher zusammenziehen nicht mehr in Betracht ziehen; da ist das eher die Regel.
Ich muss sagen, ich bin glücklich mit meinem Partner in einer Wohnung. Jeder hat seine Hobbys, seinen Freiraum, jeder trägt gleich viel zum Haushalt bei und wir haben eigentlich mehr Sex als vorher. Wir haben uns nochmal auf einer anderen Ebene kennengelernt. Ich finde es schön, den Alltag zu teilen und zu wissen: der Partner kennt auch alle meine schlechten Seiten, und liebt mich trotzdem! Ich kann absolut ich selbst sein, es ist keine Schönwetter-Beziehung. Bin ich krank, kümmert er sich, andersrum auch. Das macht für mich wahnsinnig viel aus bei Beziehungen.
Du solltest auf jeden Fall ehrlich zu deinem Freund sein. Wenn er sich dann zurückzieht, dann passt ihr einfach nicht und er hat die Chance, das mit jemandem zu leben. Ich denke, es gibt sicher einige Männer, die nicht zusammenziehen wollen. Man sollte da nur wirklich ehrlich am Beginn drüber reden. Beziehungsunfähgkeit ist damit nicht gleichzusetzen, aber häufig korreliert das nach meiner Erfahrung.

W, 35
 
  • #29
Ok, er würde gerne zusammenziehen, aber objektiv betrachtet macht das auch für ihn keinen Sinn,... Ich würde weder für ihn meinen Job aufgeben, was ihm klar ist,...(?).
Ich glaube, er hat die komische Vorstellung, dass.. .
Dass ich das aber nicht will, kann er sich eigentlich denken.
Außerdem weiß er schon, dass ich gegen Zusammenziehen bin, ich habe nur nicht explizit gesagt, dass das auch bedeutet, dass ich mit ihm nicht zusammen ziehe. Aber er müsste sich das eigentlich denken können....
Ich denke, er ahnt schon,....
wenn er etwas mitdenkt und er ist eigentlich seht intelligent und müsste das inzwischen auch ohne dass ich es klar sage verstanden haben.
Und ich denke auch nicht, dass er ganz schlimm leidet, wenn wir weiter getrennte Wohnungen haben.
Also Du denkst, Du vermutest, etc. Er soll es sich richtig deuten.
Warum sagst Du nicht klar und deutlich, ich werde nie mit Dir zusammen ziehen?
Er ist nicht dafür verantwortlich, Dich richtig zu deuten, Dich zu erahnen.
Du bist dafür verantwortlich, ihm die Wahrheit zu sagen.

Das ist die Analogie zu den Posts, wo Männern vorgeworfen wird, Frau beim Kinderwunsch zu vertrösten...

Du weißt, dass Du ihn täuscht - und zwar ganz bewusst
Er muss nicht ahnen.
Er hat ein Recht darauf , dass Du ihn nicht in Irrglauben lässt und Du seinen Irrtum nicht förderst .
Respektiert Du eigentlich seine Gefühle?
Fragst Du ihn, was er fühlt, oder denkst immer nur ...

W,49
 
  • #30
Die Ablehnung von Kindern und Mutterschaft basiert doch meistens auf schlechten Kindheitserfahrungen oder dem Selbstbild, dass man nicht gut genug ist um eine gute Mutter zu sein. Ähnlich ist es mit der Angst vor Nähe.
Das würde aber bedeuten, dass jede Frau normalerweise den Wunsch haben müsste, Mutter zu werden, was ich bezweifle. Ich habe keine Lust, mich um Kinder zu kümmern, überhaupt schwanger zu sein, nachts wachgeschrien zu werden und ich sehe keinen Sinn darin, was mir ein Kind bringen würde....nichts außer Stress. Warum sollte ich mir das antun? Außerdem habe ich eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die ich weitervererben würde und das muss auch nicht sein. Aber das ist nicht der Hauptgrund, vorwiegend sind mir Kinder zu anstregend. Und ich habe keine Lust auf Verantwortung für andere.

Und du kannst bei ihm nicht so sein wie du willst, weil du genau weisst, dass er dich dann verlässt
Nein, das stimmt nicht. Er würde mich auch dann nicht verlassen, wenn ich klar sagen würde, dass ich keine gemeinsame Wohnung will. Er wäre dann vielleicht etwas enttäuscht. Oder er hat es schon geahnt. Er würde mich garantiert nicht verlassen; er ist nicht der Typ, der auf Frauen zugehen kann, er würde ohne mich auch keine andere haben, sondern vermutlich alleine sein. Und ich denke, wenn er die Wahl zwischen dauerhaft alleine sein oder es bleibt wie es ist, dann würde er sich 100%ig für Letzteres entscheiden.

Aber ich finde, man muss das nicht unbedingt ansprechen. Ich bin kein Fan davon, solche negativen Themen anderen nochmal ins Gesicht zu werfen. Außerdem, wer weiß, wenn ich in 30 Jahren mal Rentner bin denke ich vielleicht anders? Was weiß ich, was in mehreren Jahrzehnten ist. Aber momentan ist ein Zusammenziehen für mich nicht das Ziel und auch in absehbarer Zeit nicht.

Ich kann absolut ich selbst sein, es ist keine Schönwetter-Beziehung. Bin ich krank, kümmert er sich, andersrum auch.
Den Begriff finde ich gut, aber gar nicht im negativen Sinne, sondern das ist das, was ich will: eine Schönwetter-Beziehung. Mir gings neulich mal gar nicht gut, ich hatte dolle Schmerzen und da war ich blöderweise gerade bei meinem Partner. Weil ich es nicht geschafft habe, mich ins Auto zu setzen, konnte ich auch nicht weg. Er bemitleidet einen zwar, aber helfen kann er mir ohnehin nicht und wenn er dann immer noch sorgenvoll irgendwas fragt, dann finde ich das in dem Moment eher belastend, noch auf Fragen antworten zu müssen. Denn das er mich in Ruhe lassen soll wollte ich auch nicht sagen, er hat es ja gut gemeint. Ich möchte nicht, dass er sich um ich kümmert, ich will alleine sein, wenn es mir nicht gut geht.