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Gast

  • #1

Ab welchem Alter die rosarote Brille abnehmen?

Hallo zusammen,

ich bin w und gerade 27 geworden.
Bin nun seit fast vier Jahren Single. Davor war ich fünf Jahre in einer Beziehung.
Habe den Mann sehr geliebt und dachte, wir werden zusammen alt. Nun ja, hat wie
bei so vielen nicht geklappt. Ich brauchte über zwei Jahre, um das ganze zu verarbeiten.
Nun bin ich schon eine ganze Weile wieder emotional offen für eine Partnerschaft,
nur dass ich einfach niemanden treffe, mit dem ich mir eine vorstellen könnte.

Anscheinend habe ich zu viele Disney-Filme geschaut und warte daher vergeblich auf den
Prinzen, der um die Ecke kommt und bei dem ich sofort weiß, er ist es.
An Angeboten mangelt es mir nicht und ich bin auch nicht total wählerisch oder festgelegt,
was Äußerlichkeiten betrifft. Allerdings warte ich auf ein Gefühl, was mir vom ersten Moment sagt,
dass da gerade ein besonderer Mensch vor mir steht. Das Gefühl hatte ich bei meinem Exfreund
direkt und seitdem noch einmal bei einem Mann, sogar vor gar nicht allzu langer Zeit.
Allerdings habe ich ihn nicht privat kennen gelernt und mich daher nicht getraut,
ihm zu zeigen, dass ich ihn mag.

Nun, lange Rede kurzer Sinn: So langsam mache ich mir nun doch Gedanken,
ob ich nicht von etwas träume, was mich lange alleine sein lassen wird. Vielleicht habe ich einfach
ein unrealistische Vorstellung vom Kennenlernen, der Liebe allgemein. Ich habe auch das Gefühl, dass meine Familie/Freunde/Bekannte es so langsam nicht mehr normal finden, dass ich so lange alleine bin, in meinem Alter, bei meinen "Voraussetzungen". Alle finden sich so langsam zusammen, ziehen zusammen, haben Pläne, heiraten, bauen Häuser, kriegen Kinder.
Ich sehe bei meinen Freuden und Bekannten, dass sie nie lange alleine sind, weil nachdem
mal Schluss ist, direkt wieder ein neuer "perfekter" Partner da steht. Der alte Freund ist von jetzt auf gleich vergessen. Dabei habe ich das Gefühl, dass die meisten sich einfach "arrangieren". Es geht nicht um die Liebe auf den ersten Blick, sondern darum, jemanden passenden zu finden. Mit der Zeit
wachsen die Leute dann zusammen und sind glücklich.

Ich bin nun am Überlegen, ob ich meinen Traum von der ungeplanten, ungezwungenen Begeisterung auf den ersten Blick verwerfen soll und eher nach Männern schauen soll, die vernünftigerweise gute Partner/Väter etc. sein würden. Ich befürchte ansonsten mit Mitte 30 immer noch alleine zu sein und dann vielleicht auch den Traum von einer Familiengründung aufgeben zu müssen :/

Da die meisten hier älter und erfahrener sein werden als ich, freue ich mich auf Euren Input!
 
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Gast

  • #2
Zwei Dinge:

- das ganze Leben ist immer ein "sich arrangieren müssen".
- du sagst, du bist nicht total wählerisch, aber scheinbar doch, denn jeder Mensch ist es irgendwo wert, geliebt zu werden. Liebe und Zuneigung entwickelt sich vom genauer hinsehen.

Treffe dich doch mal einige Zeit lang mit einem deiner Verehrer und versuche, Spaß und Unterhaltung für ein paar Abende zu finden, denn wer zu lange alleien ist, versucht den alltäglichen potentiellen Partner als zu gewöhnlich, zu verkehr, zu unpassend abzustempeln. Die schlechte Nachricht: Bessere Männer als jetzt kommen nicht mehr! Jeder ist irgendwo gleich. Nach was suchst du denn speziell? Liest du zu viele Liebesromane? Die Filmhelden gibt es nun mal nicht! Öffne die Welt für die wahren Männern da draußen, konfrontiere dich damit und werde ein wenig
belastbarer!

Ich kenne das Phänomen deiner Freunde, von einer Beziehung in die nächste zu rutschen, und sofort wieder einen Traumpartner an der Angel zu haben. Wer aus einer Beziehung kommt, ist noch in der Routine drin, gesellig, lebenslustig, auf Partnerschaft und Zweisamkeit eingestellt. Er verhält sich anders, nicht distanziert, knüpft sofort viel intensiveren Kontakt und es funkt eben.
 
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Gast

  • #3
Du sagst es doch selbst-es geht darum jemanden Passenden zu finden.... Glaubst du, dass man glücklicher wird mit einem "Unpassenden", der ganz andere Lebensziele als du verfolgst- aber den du einfach nur toll findest, dich also "auf den ersten Blick" verliebst?
Vor allem, warum sollte ein solcher Mann mit dir auf Dauer zusammen sein wollen?
Außer für eine Bettgeschichte, solange die "Erstbegeisterung" anhält und du zur Gewohnheit wirst...
Wenn du bei der Partnerwahl darauf achtest, dass ihr gleiche Interessen und Lebensziele habt und die Kommunikation auch mal ohne Worte funktioniert und der Mann dir im Gesamtpaket gefällt hast du alle Chancen der Welt, glücklich zu werden.
Dazu kommt, dass du in einem Alter bist, in dem viele an eine Familiengründung denken. Die Auswahl an Kandidaten, die noch keine Kinder, Unterhaltsverpflichtungen usw. haben, ist jetzt so groß wie nie wieder im Leben...wobei das natürlich nicht heißen soll,dass nicht auch ein Mann mit Vergangenheit der "Richtige" sein könnte...
Ob jemand für einen ein besonderer Mensch ist, kann man erst feststellen, nachdem man ihn ein wenig näher kennengelernt hat...
Alles Gute wünscht dir
W 48
 
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Gast

  • #4
Liebe auf den ersten Blick gibt es nicht. Mit 27 wirklich noch an das Schema zu glauben, ist reichlich naiv. Damit endest du als alte Jungfer mit 60! Die meisten Leute verlieben sich in geselligen Runden, gemeinsamen Erlebnissen, bei guten Gesprächen, tiefen Blicken, eben zweimal mehr hinsehen! Fast immer sind das Typen, die man sich optisch komplett anders vorstellt hat! Mit sich arrangieren hat das gar nichts zu tun. Diese Menschen lieben genauso wie du auch, nur sind sie offener und nicht so blind im Hinsehen.

Mit einem Mann, der nur schön zum Angucken ist, und deinen ganz persönlichen Wunschgeschmack trifft, daran hast du nicht lange Freude! An dem Mann hängt auch noch ein ganzer Charakter dran. Viel wichtiger ist, dass der Mann gleiche Interessen wie du hast, selbe Leidenschaften/Hobbys, denn das ist letztendlich das, was eine Beziehung zusammenhält und spannend macht. Nur ein hübscher Mann will überall sein, nur nicht bei dir.
 
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Gast

  • #5
Ich würde mir da keine Sorgen über Normen oder Gepflogenheiten machen.
Es gibt durchaus auch noch Männer in dem Alter, die einfach eine wirkliche, authentische Beziehung mögen.

Dein Blick als eine reine Zweckehe kann für die nervliche Gesundheit nicht wirklich dienlich sein.
Es gibt auch Unterschiede zwischen Berufsgruppen.
Viele Frauen wählen Männer einfach nach Geld und mittlerweile auch Penisgröße aus.

Habe kürzlich Medizinstudentinnen reden hören, die eine Kommilitonin auslachten, als diese meinte ihre Mutter habe aufgrund von Liebe geheiratet.

Frau muss sich halt entscheiden.
 
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Gast

  • #6
"Rosarote Brille" ist ja nur eine Bezeichnung für "Ich schaue über Dinge hinweg, die nicht so toll sind, akzeptiere Schwächen der Partnerin, bewerte Probleme nicht vernichtend usw". Heißt, wenn ich die rosarote Brille aufhabe, dann akzeptiere ich Vieles an ihr, was ich sonst nicht so ohne Weiteres akzeptieren würde und vieles wird damit einfach nicht zum Problem gemacht.

In diesem Sinne hoffe ich, in meiner guten Partnerschaft die rosarote Brille nie abzulegen. Sie immer leidenschaftlich zu lieben, zu achten, zu ehren, sie hochzuhalten, sie zu unterstützen, ihr gegenüber verständnisvoll zu sein, sie ernst zu nehmen, und vor allem, falls ich das noch nicht gesagt habe, "Sie immer leidenschaftlich zu lieben und sie zu begehren".

Deine Frage impliziert für mich "Ab welchem Alter soll ich aufhören, das zu tun".
Meine simple und klare Antwort darauf "NIE". Also immer vorausgesetzt, sie fügt mir/uns nicht vorsätzlich Schaden zu, dann denke ich schon anders.
 
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Gast

  • #7
Nie, sonst geht ja alles verloren. Das muss sein, damit eine Beziehung überhaupt entstehen kann. Deshalb ist es auch genereller Unfug, eine Beziehung einzugehen, ohne das beide die Brille tragen. Das will die Nstur so, sonst sterben wir aus.
 
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  • #8
Liebe FS,
Du warst 17 als Du mit Deinem Partner zusammen gekommen bist - das waren die Ausläufer der Pubertät, da war noch vieles hormongeschuettelt.
Mit 27 solltest Du nicht mehr auf gleiche Weise nach einem Partner gucken. Da sind alle mindestens 10 Jahre älter und haben einige gescheiterte Beziehungen hinter sich, sind erwachsen geworden, verhalten sich anders. Wenn Du da mitspielen willst, solltest Du Dir die Disneyflausen aus dem Kopf schütteln und in der Welt der Erwachsenen ankommen.

Ich gehe steil auf die 60 zu und kann sagen, dass die seit Jahrzehnten haltbaren Guten Partnerschaften diejenigen sind, die sich eben nicht aus der Liebe auf den ersten Blick ergeben haben, sondern auf den zweiten Blick, dass die Paare sich mit ihren menschlichen Qualitäten überzeugten und damit auch so manche Krise miteinander überstanden.
Die meisten Liebe-auf-den-ersten-Blick-Beziehungen scheiterten mit dem gleichen Drama, mit dem sie begannen, übelsten langnachwirkenden Verletzungen und Scheidungsmassakern, die ihresgleichen suchten.

Ich hatte das seltene Glück Eine Erster-Blick-Liebe zu finden und auch zu halten, aber erst mit 50 Jahren, als ich genug Lebenserfahrung und Menschenkenntnis durch 20 Jahre Fuehrungserfahrung gesammelt hatte.
 
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Gast

  • #9
Manchmal trifft man Leute - so wie der Mann dem du das nicht zeigtest - die wir total attraktiv/interessant finden. Bei denen man aufgeregt ist und das Herz schneller schlägt.

Solche Chancen solltest du nicht einfach an dir vorbeiziehen lassen. Meist hat man eben nur genau eine Chance und dann war's das.

Wenn du als junge Frau so viele Jahre alleine warst, dann weil du einfach zu passiv bist. Zu abwartend lebst und dich nie traust zu zeigen, wen du toll findest. So funtioniert das nicht. A

Männer sprechen Frauen durchaus an, allerdings sind wir hier in Deutschland hehe. Du musst das Ansprechen zwar nicht übernehmen, allerdings solltest du Männern die dir gefallen zeigen, dass du interessiert bist. Lächel sie an. Selbst das schaffen die meisten Frauen nicht. Einen kurzen verstohlenen Blick werden die meisten Männer ganz einfach nicht wahrnehmen und falls sie es sehen, werden sie das nicht als Flirteinladung verstehen. Vor allem nicht hier.

Bist du nicht häufig im Nightlife unterwegs, und in deinem social circle (Arbeit, Freunde, Bekannte, Sport, Hobbies) sind keine passenden Männer, dann bleibt dir nichts anderes übrig, als selbst aktiv zu werden. Die Alternative ist weiter zu warten.

An deiner Stelle würde ich viel häufiger daten. Werde mutiger. Nur dann weisst du, welche Männer du dir als feste Freunde vorstellen könntest und welche nicht. Lernst du nur 1 - 2 Mal im Jahr einen Mann kennen, dann bist du so verzweifelt, dass du auch solche Männer datest, die du eigentlich gar nicht toll findest.

Gehe häufiger alleine aus. Frauen in großen Gruppen schrecken die meisten Männer ab. Der Trend Frauen auch am Tag anzusprechen kommt langsam in Deutschland an. Noch ist das allerdings nicht die Norm. Wenn du angesprochen werden willst, dann geh dorthin, wo Männer jagen. Nicht alle Leute in Klubs/Bars sind vulgäre, besoffene 'Aufreisser.' Ich selbst bin so gut wie nie in Klubs unterwegs, da Frauen genau aus dem oben genannten Grund sehr defensiv sind. Ich habe meine letzten vier Freundinnen alle in der Stadt am Tag angesprochen.

Aber wie gesagt, das machen hier nur sehr wenige Männer. Wenn dir von all dem gar nichts zusagt, dann bleiben dir nur Sbs und dein Freundeskreis.
 
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  • #10
Ich bin genauso alt wie du und stelle mir dieselbe Frage. Allerdings hatte ich noch NIE eine Beziehung. Über ein paar Dates und halbherzige Freundschaft+-Arrangements bin ich noch nie hinausgekommen. Ich weigere mich einfach (noch), mich ohne intensive Gefühl auf eine Beziehung einzulassen. Erschwerend kommt bei mir hinzu, dass ich nicht sehr attraktiv bin. Die Männer, die dieses Gefühl in mir auslösten, hab ich nie bekommen.

Auch ich werde beim Gedanken an die Zukunft langsam unruhig. Ich fürchte sogar, für mich ist der Zug bereits abgefahren. Vielleicht ist es übertrieben pessimistisch, aber ich versuche mich schon mit dem Gedanken anzufreunden, dass ich kinderlos bleiben werde.

Kann deine Überlegungen also sehr gut verstehen. Spiele auch gerade mit dem Gedanken, mich vielleicht doch auf jemanden einzulassen, den ich zwar mag, aber mangels Verliebtheit bisher nicht für eine Beziehung in Betracht gezogen habe...aber irgendwas in mir sperrt sich. Ich will wenigsten EINMAL im Leben jemanden küssen, mit jemandem schlafen, der mehr als "joa, ganz okay" in mir auslöst. Ich glaube, nach dieser Erfahrung würde ich in einer eher vernunftbasierten Beziehung immer weiter Ausschau halten...

Das Problem ist: richtig und falsch gibt es nicht bei diesem Thema. Jeder muss selbst herausfinden, was ihn oder sie glücklich macht. Manche hier werden schreiben, dass doch gleiche Interessen und Ziele usw. eine viel solidere Basis sind und dass die Verliebtheit eh irgendwann vergeht. Und das Leben liefert genug Argumente dafür, sich dieser Betrachtungsweise anzuschließen. Aber ich glaube, diese Sehnsucht nach "mehr" kann man nicht einfach abstellen. Eine stabile, unaufgeregte Beziehung mit eher freundschaftlichem Charakter ist sicher wertvoll, aber ich glaube, ich würde was vermissen. Verliebtheit scheint zudem eine biologische Funktion für die Fortpflanzung zu haben. Außerdem finde ich: irgendein "Alleinstellungsmerkmal" (gefühlsmäßig) gegenüber Freundschaften muss eine Beziehung doch haben.

Was mir bei dir allerdings auffällt: du scheinst zu erwarten, dass sofort eine starke Anziehung da ist. Oft entwickelt sich sowas aber langsam. Ich war schon in Männer verliebt, die ich auf den ersten Blick total unspektakulär fand. Deshalb würde ich dir erstmal zu einem Mittelweg raten: halte ruhig noch an deinem Anspruch fest, dass du verliebt sein willst. Aber gibt dir Zeit, solche Gefühle für einen Mann zu entwickeln. Triff einen "Kandidaten" mehrfach; und zwar nicht in der klassischen Dating-Situation, wo man sich im Café gegenüber sitzt. Unternehmt lieber etwas spannendes gemeinsam. Der Fokus bei einem Treffen sollte nicht auf der Frage "Funkt es zwischen uns?" liegen. Man verliebt sich am ehesten, wenn man nicht darauf lauert.
 
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Gast

  • #11
Liebe auf den ersten Blick war bei mir immer trügerisch. Die Typen - es ist mir dreimal passiert in meinem Leben - waren in zwei Fällen einfach umwerfend, beim dritten dachte ich, während ich eigentlich mit einem beruflichen Anliegen zu ihm gekommen war, dass er wirklich sehr attraktiv ist, hab mich aber erst später richtig verliebt, als er ein paar liebenswerte Dinge für mich tat (die ich völlig falsch interpretiert habe).

Es gab einen, den ich noch heute als aufregendsten Mann bezeichnen würde, der mir je begegnet ist, und den ich nicht auf den ersten Blick toll fand, weil ich in einer Beziehung war und nie an andere Männer dachte. Seine magnetische Anziehungskraft ist mir erst später bewusst gewesen und die kam auch durch sein sehr aufmerksames Verhalten, nicht so durch sein Aussehen, obwohl er einen unheimlich tollen Körper hatte.

Also ich würde sagen, auf den ersten Blick darf man den anderen nicht in irgendeiner Weise unschön finden, er sollte gut riechen und er sollte Dir seine Aufmerksamkeit schenken.
Ansonsten jagst Du vielleicht einer Oberfläche nach, die mit Liebe nix zu tun hat.

warte daher vergeblich auf den Prinzen, der um die Ecke kommt und bei dem ich sofort weiß, er ist es
Glaub ich nicht dran.

So langsam mache ich mir nun doch Gedanken, ob ich nicht von etwas träume, was mich lange alleine sein lassen wird
Kann gut sein.

Ich sehe bei meinen Freuden und Bekannten, dass sie nie lange alleine sind, weil nachdem mal Schluss ist, direkt wieder ein neuer "perfekter" Partner da steht.
DAS ist was, das ich nicht verstehen kann. Ehrlich, diese Haltung zu Beziehung und Liebe ist mir völlig unverständlich.

Der alte Freund ist von jetzt auf gleich vergessen. Dabei habe ich das Gefühl, dass die meisten sich einfach "arrangieren".
Wie machen die das?

Es geht nicht um die Liebe auf den ersten Blick, sondern darum, jemanden passenden zu finden. Mit der Zeit wachsen die Leute dann zusammen und sind glücklich.
Sind sie das? Manche vielleicht wirklich, aber vielleicht glauben die auch nicht an die große LIebe oder sind selber nicht speziell, so dass sie auf viele Partner passen. Sie haben ihren Lebensplan und nehmen dann irgendwas? Wenn die dann den wirklich richtigen Partner treffen, verlieben sie sich und schaffen die Trennung nicht oder lassen sich scheiden? Vielleicht ist für diese Menschen Beziehung als solche wichtig, aber einfach nicht, mit wem. Hauptsache Partner und Kind.

Ich bin nun am Überlegen, ob ich meinen Traum von der ungeplanten, ungezwungenen Begeisterung auf den ersten Blick verwerfen soll und eher nach Männern schauen soll, die vernünftigerweise gute Partner/Väter etc. sein würden.
Wenn Du das so kannst und trotzdem in der Beziehung dann alles stimmt, ist es vielleicht der bessere Ansatz. Ich kann auch nicht einschätzen, inwieweit Du wirklich mit einer Traumvorstellung rumläufst.

w 44
 
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  • #12
Liebe FS,

gib' Deine Träume nicht auf! So, wie sich Deine Zeilen lesen, hast Du absolut keine unrealistischen Vorstellungen vom Kennenlernen oder der Liebe allgemein.

Und natürlich gibt es Verliebtheit und Liebe auf den ersten Blick oder jedenfalls ziemlich schnell, nachdem man sich begegnet ist und feststellt, dass sehr, sehr vieles harmoniert. Wenn man das einmal erlebt hat, kann man sich gar nicht mit weniger zufrieden geben.

Ich habe diese Vorstellung nie aufgegeben und mich nicht auf weniger, d.h. gefühlsmäßig nicht passende Kompromisse eingelassen. Es hat mich auf den richtigen Weg und zu dem richtigen Partner geführt, selbst noch einmal im höheren Alter ;)

Wenn man diesen Weg geht, dann wird das ein bisschen dauern, aber es lohnt sich, etwas Geduld aufzubringen. Denn ein Beziehungsstart unter solchen Bedingungen ist einfach ideal für alles Weitere und davon abgesehen: etwas Schöneres, als sich mit Haut und Haaren in den Traumpartner zu verlieben, gibt es einfach nicht :)

Ich wünsch' Dir ganz viel Glück dabei, möglichst bald auf den Richtigen zu treffen!

w, 54
 
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Gast

  • #13
Liebe FS,

lass dich von den frustrierten Minimännern des SB Forums nur nicht kirre machen und lass dir auf keinen Fall unter der Prämisse "das ist alles deine eigene Schuld und du musst deine Wünsche eben runter schrauben, sonst wirst du für den Rest deines Lebens einsam sein" Dates mit unehrlichen Ladenhütern aufschwatzen oder dich mit PUA-Hobbypsychologie manipulieren, um dich auf Affairen mit charakterlich und emotional unbrauchbaren Männern herunter zu ziehen. Das würde dich nur dauerhaft verletzen und dich sehr unglücklich machen.

Mach dir keinen Stress, höre auf dich selbst und höre in dich hinein. Versuche zu lernen dich selbst zu lieben und mit dir selbst ins Reine zu kommen. Dann wirst du von selbst wissen, was du wirklich willst. Und sicher gibt es sie, die Liebe auf den ersten Blick.

Es ist auch ein im Forum weit verbreitetes Ammenmärchen, dass Frauen am Ende 20 ihre große Liebe nicht mehr finden. Es gilt bestenfalls für viele der auf SBs angemeldeten Männer, aber viele von diesen sind eben genau aus dem Grund angemeldet, da im realen Leben eben nicht beziehungsfähig, sozial intelligent oder kompatibel sind.

Habe selbst einen recht großen Freundes-oder Bekanntenkreis und bei eigentlich jedem hat es irgendwann mit dem großen Glück geklappt- sofern dieser jemand kein totales Charaktersch*** oder für jede Art von sozialem Kontakt nicht vollkommen ungeeignet war. Bei dem einen ist es früher passiert, bei dem einen später. Am Ende haben zwischen 15 und 55 aber eigentlich alle paarungswilligen ihr Gegenstück gefunden.
Wünsche dir ganz viele schöne Momente, das baldige Zusammentreffen mit deinem Traumprinzen und ganz viel Liebe.
 
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Gast

  • #14
Hier ist die FS.

Erst einmal vielen Dank für die ein oder anderen lieben Worte
bzw. kritischen Anregungen!

Ich glaube ich hab mich bei meinem Text für manche vielleicht
zum Teil missverständlich ausgedrückt.

Bei der Liebe auf den ersten Blick geht es mir nicht um bestimmte
äußere Merkmale, die ein potentieller "Kandidat"
erfüllen muss. Ehrlich gesagt fände ich es sogar leichter,
wenn es so wäre. Manche meiner Freundinnen "casten" ihre
Partner tatsächlich so: "Aha, er ist groß, dunkelhaarig, trainiert und
hat eine eigene schöne Wohnung --> passt!" (Natürlich muss es auch charakterlich
stimmen)

Das ist bei mir nicht so. Ich habe keine bestimmte Vorstellung von dem
"Richtigen" im Kopf. Ich habe nur eine Vorstellung von dem Gefühl, dass eintreten
sollte. Und das Wort "Liebe" war vielleicht auch falsch gewählt.
Mir ist natürlich bewusst, dass Liebe nicht auf einen Blick entstehen kann.
Ich meine eher dieses Kribbeln, die Aufgeregtheit, wenn man sich austauscht.
Es interessiert einem quasi alles am anderen. Man könnte ihm stundenlang zuhören,
verliert ziemlich schnell das befremdliche Gefühl, das man bei anderen hat.

Dieses übermäßige Interesse am anderen Geschlecht habe ich nunmal
fast nie bzw. sehr selten.

Womit einige hier Recht hatten, ist, dass ich zu passiv bin.
Ich bin sehr schüchtern, wenn es um solche Dinge geht
und gehe daher eigentlich nie von alleine auf Männer zu.
Eine Discogängerin bin ich auch nicht, sondern verabrede
mich lieber mit Freunden in Bars, Cafés oder Restaurants.

Somit kamen die "Verehrer" bisher aus dem Bekanntenkreis
bzw. ich werde auch ab und an auf der Straße angesprochen.
Allerdings war da bisher auch niemand dabei, bei dem ich mir
annähernd etwas vorstellen kann.
 
  • #15
Bleibe bloß bei Deinen Träumen und Vorstellungen, wenn Du sie hartnäckig verfolgst, werden sie auch erfüllt, glaube mir.

Gerade Paare, bei denen es garnicht läuft, gerade Paare bei denen sich die Beziehung totgelaufen hat, wo einer fremdgeht oder sonst was im argen ist, raten Dir, realistisch und vernünftig zu sein.
Ja, hallo, wo war denn ihre Vernunft, wenn sie jetzt in miesen Beziehungen stecken?

Laß Dir gerade von Leuten, die schon viel Müll erlebt haben nix vormachen, diese sind die schlechtesten Ratgeber, weil sie ewig immer tiefgestapelt haben, mit Beta-Typen zusammen waren, ihr Ansprüche heruntergeschraubt hatten und dennoch nicht glücklich wurden.

Ich sage Dir, bleib bloß bei dem was Du Dir an einem Partner wünscht und vorstellst, meist sind es ja charakterliche Dinge die stimmen müssen, laß Dir niemals vorgauckeln, das was man sucht findet man nicht, Du kannst es finden, wenn Du Dir treu bleibst und Dich von niemanden verbiegen lässt.
Geh Deinen eigenen individuellen Weg, nicht den Weg der anderen Dauerfrustrierten.

Man kann der Beziehungsmonotonie der meisten Langweilerpaare entgehen, wenn man zu seinen Ansprüchen ja sagt und nicht nimmt was kommt.
Rosarote Brille haben nur die Tiefstapler an, die Realisten sehen klar.
 
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Gast

  • #16
liebe fragende ...
ganz bewusst habe ich nur den eröffnungspost gelesen und nicht alle antworten!
ich, weiblich und ganze 10 jahre älter, aber sicherlich in vielen dingen kein stück weiser als du , kann dir auf deine Frage einfach "MEINE" antwort geben: meine rosarote brille hat dafür gesorgt, dass ich über kleine fehler und makel meiner partner in der vergangenheit liebevoll hinweg gesehen habe... und meine partner bei mir.

ein bisschen rosarot gehört in jede beziehung! keiner ist perfekt, am wenigsten ich ..keiner ist fehlerlos...sich nicht ich. die fehler und makel, die mein Partner an mir akzeptieren muss, gestehe ich ihm im gegenzug auch zu ;). leider war mir das in der Vergangenheit ( in deinem alter ... jaja, nicht böse sein, wenn ich da so schreibe) nicht bewusst. zehn jahre später, einige Beziehungen später bin ich mir eine meiner fehler bewusst und freue mich, wenn mein partner die rosarote brille zumindest am anfang nicht abnimmt. später ja, wenn fragen nach einer gemeinsamen ezukunft aufkommen, gemeinsamen werten, plänen und zielen im leben. spätestens dann sollte die rosarote brille abgenommen werden.
manchmal frage ich mich, ob ich die die rosarote brille in meiner letzetn Beziehung nicht so schnell hätte abziehen sollen. ;)
 
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Gast

  • #17
Hallo FS.

Egal was hier noch so gepostet wird, für uns Frauen ist der Zug spätestens mit 35 abgefahren, jedenfalls der Zug mit dem klassischen Kinder- und Familie-Modell. Sehr wenige (SEHR wenige!) haben noch mit Ende 30 Glück.

Also nimm Deine rosarote Brille bestenfalls sofort ab, lösche Deine "er muß dieses und jenes haben, sonst nehme ich ihn gar nicht erst wahr"-Vorstellungen und öffne Dein Herz und Deine Sinne für Männer, die nicht perfekt sind.

Ich habe meinen Mann mit 32 getroffen, und ich bin dankbar, daß er zwei Jahre lang nicht aufgegeben hat, mich zu bekommen. Ich schäme mich ein wenig dafür, er war mir nicht gut genug... Jetzt bin ich 41, wir haben zwei tolle Kinder, und all meine Werte und Prioritäten haben sich verändert. Jetzt bin ich glücklich, und vor allem bin ich ICH geworden und habe aufgehört, das sein zu wollen, was irgendwelchen Medien, Kampfemanzen oder "die Gesellschaft" von mir verlangen.
 
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Gast

  • #18
Liebe FS,

ich denke, es gibt noch etwas zwischen Liebe auf den ersten Blick, bei der man quasi sofort das Gefühl hat, dass das der Mann für's Leben sein muss und "nach Männern schauen [...], die vernünftigerweise gute Partner/Väter [sind]".

Als ich meinen Mann kennengelernt habe, fand ich ihn einfach spontan interessant und attraktiv, ohne dass ich sofort total verliebt war - andersherum war es dasselbe. Wir haben es dann einfach mal ganz ungezwungen miteinander probiert (ohne uns besonders gut zu kennen), uns sehr ineinander verliebt, geheiratet und können uns das Leben ohne den anderen nicht mehr vorstellen.

In den Freund davor war ich sehr schnell ganz ganz fürchterlich verliebt, da er mir vom ersten Augenblick an das Blaue vom Himmel erzählt hat, wie verliebt er doch in mich wäre, es gäbe für ihn nichts Tolleres, als mit mir zusammen zu sein, er sähe mich schon mit seiner Familie am Tisch sitzen, außerdem fand ich ihn wunderschön (muskulöser Körper, blond, blaue Augen, ein strahlendes Lächeln - ein Typ, dem alle Frauen nachschauen) - er hat dann nach sechs Wochen ganz plötzlich Schluss gemacht und hatte auch sofort mit mir abgeschlossen.

Die großen Schmetterlinge im Bauch sagen also nicht immer etwas aus ;-D. Heute trägt letzterer übrigens Glatze :p.

Auf keinen Fall würde ich eine Vernunftspartnerschaft eingehen und langfristig bei jemandem bleiben und Zukunftspläne machen, bei dem ich nicht nach einer bestimmten Zeit spüre, dass ich genau mit dieser Person mein Leben verbringen möchte und mit niemandem anderes - dann seid ihr schon potenzielle Scheidungskandidaten. Aber das musst du halt ausprobieren, das weißt du nie von Anfang an. Sei offen und verlasse dich einfach auf dein Bauchgefühl. Lass dich auf Männer ein - wenn du merkst, dass es nicht passt, dann musst du eben wieder Schluss machen. Die Männer kommen leider nicht mit einem "Das ist der Richtige"-Etikett.

Ich bin übrigens überzeugt, dass es für jeden Menschen mehrere Menschen geben kann, die potenziell DER oder DIE Richtige werden könnten - also muss man meiner Meinung nach nicht ganz zufällig unter Hunderten genau den einen Richtigen treffen. Das finde ich schonmal beruhigend.

Eine Freundin von mit war übrigens auch von 23 bis 27 Single und ziemlich verzweifelt. Was soll ich sagen, sie war sehr offen und hat viele Dates gehabt, und irgendwann war halt ein Treffer dabei (bei einem von einer Freundin arrangierten Blind-Date). Die beiden ziehen jetzt zusammen.

Also weniger Nachdenken und einfach offen bleiben :)!

w, 28, verheiratet
 
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  • #19
ich denke, es gibt noch etwas zwischen Liebe auf den ersten Blick, bei der man quasi sofort das Gefühl hat, dass das der Mann für's Leben sein muss und "nach Männern schauen [...], die vernünftigerweise gute Partner/Väter [sind]".
Ich finde die Geschichte von # 17 sehr schön und denke, genauso sollte es laufen. Männer, die - unabhängig von ihrer Optik - einer Frau bereits in den ersten Wochen das Gefühl von Einzigartigkeit vermitteln, erweisen sich meistens als sprunghafte Träumer, die sich heute nicht mehr an ihre Worte und Taten von gestern erinnern können/wollen.
 
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  • #20
Hallo FS,

ich weiß nicht ob die die Brille abnehmen sollst oder irgendwas von deinen VOrstellungen aufgeben sollst. Sondern möchte Dir nur eine wirkliche Geschichte von einer Bekannten von mir erzählen.

Es ist jetzt gut 10 Jahre her das ich sie kennengelernt habe - und sie ist einfach wunderschön. Groß, blond, natürlich schlank, lange Haare und sie lächelt sehr oft. Ich wollte sie kennenlernen und habe mich immer irgendwie in ihrer Nähe aufgehalten und mich ganz entspannt mit ihr unterhalten (ohne nur irgendwie auf das Thema Kennenlernen/Partnerschaft/etc einzugehen). Bis sie auf einmal sagte mit uns wird das nichts..... ich schaute sie nur verwundert an. Sie sagte dann, das wenn sie einen Mann zum ersten mal sieht und nichts spürt wird das nichts..... und wie gesagt, ich hatte das Thema nicht mit einer Silbe angesprochen. Ich habe dann auch nichts mehr in die Richtung unternommen und es ist eben eine lockere Bekanntschaft geworden (ist ja auch ok). Nun, ist sie 37 und in den 10 Jahren wo man sich kennt, ist sie immer noch Single, sie hatte ein paar Affären aber hält immer noch an den Gedanken der Liebe auf den ersten Blick fest. Ob es das bringt ? Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ganz so hübsch ist sie leider nicht mehr und das Lachen ist leider auch verschwunden.....




m,39
 
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  • #21
Liebe FS,

die haltbarsten Partnerschaften entsprangen bei mir nicht aus einen Rausch herraus. Eher waren es Kompromisse die ich eingegangen bin die mich letztendlich auch zu meinen jetzigen Partner brachten.
Natürlich sollte man nicht mit einen Eckel- Gefühl mit jemanden ins Bett steigen aber nur darauf zu warten das die Engel singen wenn er dich küsst ist auch etwas an den Haaren herbei gezogen.
Letztendlich sind es Gespräche ... gemeinsame Interessen und vielleicht auch einfach sein Geruch der dich über die Brille oder das kleine Bäuchlein hinwegsehen lässt.
Was nützt es dir zu wissen das Erika B. (fiktiv) ihre große Liebe geheiratet hat. Es ist nicht raus das dir das gleiche Glück blüht und manchmal entwickelt sich der Kompromiss auch erst später zu einer großen Liebe.
Ich würde die Strenge aus der Partnersuche nehmen und manchmal warten wie sich die Dinge entwickeln. Zudem auch genau hinschauen ob man selbst so perfekt ist.

W/41
 
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Gast

  • #22
Ich denke, dass in der Tat Beziehungen, die ohne den großen Hormon-Flash beginnen, i.d.R. haltbarer sind. Verliebtheit lässt einen leider oftmals über zu vieles hinwegsehen - und wenn die Schmetterlinge sich verziehen, bleibt u.U. nicht viel übrig, weil man vor lauter Herzklopfen gar nicht wirklich auf kompatible Interessen und Ziele usw. geachtet hat. Außerdem ist die "Fallhöhe" umso größer, je höher man anfangs über den Wolken geschwebt ist...ohne Anfangsverliebtheit bleibt halt auch die Enttäuschung aus, wenn die rosaroten Gefühle nach einiger Zeit abebben. Wo gar keine romantischen Illusionen aufgebaut worden sind, kann man auch nicht desillusioniert werden.

Ich denke, dass solche unaufgeregten Beziehungen sehr sehr lange halten können, weil sie nicht vordergründig auf dem fragilen Fundament der romantischen Gefühle erbaut wurden und man von Anfang an ein realistisches Bild voneinander hat.

Allerdings ist ja "Haltbarkeit" nicht das einzige Kriterium. Dass eine Beziehung viele Jahre hält, heißt nicht, dass die Beteiligten zwangsläufig glücklich sind. Ich kann mir vorstellen, dass viele Menschen in solchen Beziehungen schon mal heimlich auf frischverliebte Pärchen schauen und sich fragen, wie sich das wohl anfühlen mag, komplett besoffen zu sein von den Gefühlen füreinander... wenn man anfangs heftig in den Partner verliebt ist, kann man sich später zumindest immer in Erinnerung rufen, wie sehr einen dieser Mensch mal begeistert hat. Das kann das Band zwischen zwei Menschen auch stärken.

Allerdings ist fehlende Romantik möglicherweise ein geringer Preis für eine harmonische, stabile Partnerschaft, in der man sich aufeinander verlassen kann. Die meisten Menschen müssen sich da vermutlich irgendwann entscheiden. Den 6er im Lotto - alles passt und man ist unsterblich verliebt - den ziehen wohl die wenigsten. Typischerweise toben sich Menschen in der Jugend (so bis ca. 25) eher aus; wollen die ganze Bandbreite an stürmischen Gefühlen auskosten.... wenn man dann in das Alter kommt, wo an Familiengründung etc. zu denken ist, wird eher ein verlässlicher, charakterlich kompatibler Partner gesucht. Das muss m.M.n. gar nichts mit "aus Verzweiflung Ansprüche runterschrauben" zu tun haben. Sondern mehr mit der im Laufe der Jahre gewonnenen Erkenntnis, dass die großen Gefühle eine verdammt wacklige Basis für eine auf Dauer angelegte Beziehung sind...zur Familiengründung ist eine harmonische, "vernünftige" Beziehung vielleicht besser geeignet als die flammende Leidenschaft. Allerdings müssen dazu beide wirklich hinter diesem Beziehungsmodell stehen; innerlich ja sagen. Wenn man mit der Einstellung "na ja, besser wird's nicht" rangeht, dann ist die Gefahr groß, dass einer von beiden doch über kurz oder lang ausbricht.
 
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Gast

  • #23
Mit 27 muss man sicher noch nicht in Panik verfallen. Aber sich als Frau über seine persönlichen Prioritäten klarwerden. Wenn eigene Kinder für dich sehr wichtig sind, überlege dir, unter welchen Umständen außer der absoluten Idealsituation (in einer festen Beziehung mit der ganz großen Liebe deines Lebens) du dir das evtl. auch vorstellen (und vor den Kindern verantworten!) könntest. Triff dich mehrmals mit Männern, auch ohne Funkenflug. Schau, wie es sich für dich anfühlt, wenn man nicht total verknallt ist, sich aber mag und versteht. Vielleicht erlebst du ja eine Überraschung, und es funkt ganz unerwartet nach mehreren Dates sehr heftig. Vielleicht stellst du aber auch fest, dass du auch ohne bombastische Gefühle zu einem Mann "ja" sagen kannst und dich wohlfühlst. Und wenn du merkst, das wird nichts mit einem Mann; die Gefühle reichen nicht, dann verabschiedest du dich und schaust dir einen anderen an (wohlgemerkt, ich spreche nicht davon, gleich Beziehungen einzugehen – sondern erstmal nur von Dates). In deinem Alter hast du noch Auswahl und v.a. Zeit, in Ruhe deine Bedürfnisse auszuloten und irgendwann eine wohlüberlegte Entscheidung zu treffen.

Es klingt bei dir ein wenig, als ob du außer deiner einen großen Liebe noch keinen Mann mal näher kennengelernt hast. So lernst du aber nichts über deine Bedürfnisse dazu und kannst deinen Horizont nicht erweitern.

Die nächsten Jahre weiter nach der Liebe auf den 1. Blick zu suchen und dann mit Punkt 30 (oder gar erst 33 oder 35) schlagartig in den Panikmodus zu schalten, halte ich für keinen guten Plan. Lieber jetzt schon mal die Fühler auch in andere Richtungen ausstrecken und schauen, was es sonst noch zu entdecken gibt an Gefühlsabstufungen und was davon dir zusagt.

Ich bin so alt wie du und trage mich mit ähnlichen Gedanken. Aus heutiger Sicht würde ich unter folgenden Voraussetzungen eine Beziehung eingehen:

- wir können uns super unterhalten; Gespräche fließen leicht dahin, aber auch Schweigen fühlt sich gut an
- wir können über dieselben Dinge lachen (ganz wichtig!)
- ich kann mich in seiner Gegenwart ganz natürlich geben, habe nicht das Gefühl, mich irgendwie „zusammenreißen“ zu müssen
- ich freue mich auf die Treffen (mehr, als wenn ich „nur“ Freunde treffe); würde ohne zu zögern auch längere Strecken für ihn fahren
- bei Abwesenheit vermisse ich ihn; es ist mir nicht egal, ob er da ist oder nicht
- ich genieße seine körperliche Nähe, mag ihn gern riechen, schmecken, küssen, streicheln...und habe auch sexuell Lust auf ihn
- Ich mag seine Art zu sprechen und sein Lächeln (aus irgendeinem Grund sind mir diese zwei Ding sehr wichtig. Er muss kein Model sein, aber wenn er lächelt, muss das was in mir auslösen. Und auf die Art zu sprechen (Stimme, Dialekt, Wortwahl) reagiere ich irgendwie sehr stark...)

Herzklopfen und weiche Knie brauche ich nicht unbedingt. Aber er muss schon was besonderes für mich sein. „Ganz nett“ reicht mir definitiv nicht.
 
G

Gast

  • #24
Du solltest Dir bewusst sein, dass die ganz starken Gefühle altersabhängig sind, und vor allem zwischen 13 und 22, also im Teeniealter entstehen. Danach fühlt man einfach weniger, zudem nimmt die eigene Attraktivität und die der möglichen Partner erst langsam, dann rapide ab.

An Deiner Stelle würde ich den Fokus auch anders legen, als früher. Schau, wer ähnliche Lebensziele hat (Familie, Wohnort, ...), geh an Orte, an denen Du Dich unkompliziert mit Männern unterhalten kannst (z.B. Tanzkurs). Zuletzt: Sei realistisch in den Erwartungen.
 
G

Gast

  • #25
Liebe FS,

Paare, die aus reiner Verliebtheit mit diesem überschwänglichen Rausch zusammen kommen, müssen sich im Laufe der Beziehung größeren Herausforderungen stellen als andere, bei denen nicht ganz so heftig der Blitz einschlägt.

Bei mir (32) hat es vor 4 Jahren so richtig gefunkt, und zwar so sehr wie noch niemals zuvor. Ihm (auch 32) ging es genauso. Es war der Wahnsinn, so ein Gefühl hatte ich in dieser Form noch nie erlebt und war einfach nur baff, dass es das überhaupt gab. Wir waren über beide Ohren ineinander verliebt, aber trotzdem nicht zusammen. Wir hatten auch keinen Sex/keine Affäre, weil wir beide nur verbindliche Beziehungen eingehen möchten. Viele konnten das nicht verstehen, dass trotz der großen Gefühle nichts zwischen uns lief... aber unsere Wertvorstellungen sind dermaßen unterschiedlich, es würde definitiv nicht gut gehen:

- Der Mann vertritt die Einstellung Haushalt = reine Frauensache. Ich müsste alles alleine machen, obwohl ich auch Vollzeit arbeite (und zwar mehr als er). Sollte ich eine Haushaltshilfe suchen, müsste ich sie von meinem Geld bezahlen (obwohl er mehr verdient als ich).
- Es störte ihn schon immer, dass mein Freundeskreis auch aus Männern besteht. Er will generell nicht, dass ich viel Kontakt mit anderen Menschen habe. Seine Freiheit ist ihm wichtig, er möchte auch öfters mit Freunden und ohne Frau ausgehen, aber ich soll nur mit ihm alleine oder mit ihm und seinen Freunden weggehen, nicht mit anderen Personen ohne ihn. Wenn er ohne mich unterwegs wäre, würde er erwarten, dass ich alleine in meiner Wohnung sitze.
- Sein Umgang mit Geld lässt zu wünschen übrig. Er leiht sich gerne hier und da was von anderen, muss immer wieder an seine Schulden erinnert werden, lässt sich auch häufig einladen, gibt aber nicht einen Cent von seinem Verdienst für eine Frau oder einen guten Freund aus.

Das sind nur wenige Beispiele einer langen Liste. Ach, und bevor hier jemand fragt: Nein, dieser Mann ist weder Moslem noch hat er einen Migrationshintergrund. Das ist ein deutscher Mann, der schon immer ein Atheist war und mit Religion noch nie was am Hut hatte. Er ist auch nicht auf dem Land aufgewachsen, sondern in einer Großstadt und hat bis zum heutigen Tag immer in seinem Geburtsort gewohnt.

Was haben wir im Endeffekt von unserer Verliebtheit? Nichts, wirklich gar nichts. Ich bin eine moderne und emanzipierte Frau, die sich eine Partnerschaft auf Augenhöhe wünscht. Er ist ein uneinsichtiger Egoist, der stur auf seinen festgefahrenen Prinzipien besteht und sich nicht ansatzweise auf eine Diskussion einlässt, geschweige denn auf einen Kompromiss. Hätten wir uns auf eine Beziehung eingelassen, wäre das eine Katastrophe geworden. Von daher solltest du dir wirklich gut überlegen, was du tust und nicht einfach einem Hormonrausch nachgeben, der schwere Konsequenzen für deine Zukunft haben könnte.
 
G

Gast

  • #26
Lebenspartnerschaften ohne große Gefühle werden immer von einem ziehenden Gefühl der Sehnsucht begleitet werden, wenn es vorher nicht viel anderes gab.
Das kann Frau mit über 40 machen, wenn die großen Lieben abgehakt sind und die
Vernunft Vorrang hat. Aber doch nicht mit 27.
Dein Zeitfenster schließt sich ab 32, bis dahin sind die passenden Männer ohne Altlasten
und Schrullen ja noch auf dem Markt.
In 5 Jahren - bis 32 mit einer hohen Schlagzahl an Kontakten - werden wohl noch ein paar Schmetterlinge im Bauch flattern ;).
Mich gruselt wirklich, dass eine Frau mit 27 es für möglich hält, die nächsten 50 Jahre in einer Vernunftbeziehung glücklich zu werden.
w
 
G

Gast

  • #27
Du solltest Dir bewusst sein, dass die ganz starken Gefühle altersabhängig sind, und vor allem zwischen 13 und 22, also im Teeniealter entstehen. Danach fühlt man einfach weniger, zudem nimmt die eigene Attraktivität und die der möglichen Partner erst langsam, dann rapide ab.

An Deiner Stelle würde ich den Fokus auch anders legen, als früher. Schau, wer ähnliche Lebensziele hat (Familie, Wohnort, ...), geh an Orte, an denen Du Dich unkompliziert mit Männern unterhalten kannst (z.B. Tanzkurs). Zuletzt: Sei realistisch in den Erwartungen.
Ich (28) war zwar in der Tat lange nicht mehr heftig verliebt, hoffe aber nicht, dass das so stimmt. Wie traurig wäre das denn, wenn man ab Mitte 20 nur noch lauwarm empfinden kann und alles ausschließlich "vernünftig" angeht? Es will ja auch gar nicht jeder den klassischen Lebensweg mit Häuschen im Grünen und 2 Kindern.

Was aber wohl stimmt: man stürzt sich irgendwann nicht mehr so unvoreingenommen rein in seine Gefühle. Hinterfragt mehr, hält innerlich einen "Sicherheitsabstand", um nicht verletzt zu werden und ist generell nicht mehr so leicht zu beeindrucken. Im Teenie-Alter reichte es, wenn einer gut aussah. Mit Ende 20 hat man genug hübsche Männer gesehen; da muss schon mehr kommen, damit es einen umhaut...was kombiniert mit der geringen Single-Quote in diesem Alter die Wahrscheinlichkeit, sich so richtig zu verlieben, drastisch minimiert im Vergleich zum Jugendalter.

Und ja, leider merkt man so ab 25, dass das Umfeld doch zunehmend vernunftgesteuert agiert. Die Gesprächsthemen in meinem Freundeskreis sind z.T. derart "erwachsen", dass sich mir alles zusammenzieht. Alle scheinen ihre nächsten Jahre schon komplett durchgeplant zu haben. Auch in der Beziehung müssen immer irgendwelche Ziele verwirklicht werden. Alles ist festgelegt und vorhersehbar; keine Unwägbarkeiten mehr außer vielleicht dem Ziel der nächsten Urlaubsreise. Einerseits bin ich neidisch auf diese Angepasstheit, andererseits finde ich das auch beklemmend. Ich würde so (noch) nicht leben wollen.
 
G

Gast

  • #28
Ich (28) war zwar in der Tat lange nicht mehr heftig verliebt, hoffe aber nicht, dass das so stimmt. Wie traurig wäre das denn, wenn man ab Mitte 20 nur noch lauwarm empfinden kann und alles ausschließlich "vernünftig" angeht? Es will ja auch gar nicht jeder den klassischen Lebensweg mit Häuschen im Grünen und 2 Kindern.
Was ist die Alternative? Das emotionale Leben der Jugend funktioniert später nicht mehr, aufgrund des fortschreitenden Alters. Wie Du selbst festgestellt hast, wird die Chance, sich so wie früher ineinander zu verlieben, immer kleiner, zudem werden die Hormone weniger. Irgendwann bleibt man alleine und es wollen einen nur noch Leute, die man selbst nicht will.

Die gute Nachricht ist aber, dass Du mit 28 schon noch ganz gute Chancen hast. Ich würde sie an Deiner Stelle aber auch nutzen, um eine auf Dauer angelegte Partnerschaft zu bekommen - denn so leicht wie jetzt hast Du es nie mehr. Du kannst natürlich immer "zocken", indem Du auf etwas noch besseres, noch emotionaleres hoffst - mit dem Risiko, dass Du das nicht findest, während sich Deine Möglichkeiten verschlechtern.

Und ja, leider merkt man so ab 25, dass das Umfeld doch zunehmend vernunftgesteuert agiert....
Es gibt schon Männer, die sich gerne mal wieder "wie früher" richtig verlieben wollen, aber es ist nicht leicht, das auch zu erreichen, selbst wenn man möchte. Wahrscheinlich braucht es dafür eine gewisse Portion Selbsttäuschung. Am Ehesten geht das vielleicht noch im Urlaub, auf ner Sprachreise oder dergleichen. Da sind alle lockerer und die Sonne erhöht etwas den Hormonspiegel.


Ich kann Dir zuletzt noch sagen, wie es bei mir war (m,36). Ich war in meinem Leben nur einmal richtig schlimm verliebt - und das mit 16. Danach immer wieder, wenn auch nicht so stark wie das erste Mal. Nach 25 hält es sich mehr in Grenzen (etwas Kribbeln im Bauch gibts noch), wobei hier noch ein Problem hinzukommt: Die Zielgruppe der Gefühle altert nämlich einfach nicht mit, d.h. auch jetzt spüre ich nur ein bisschen Restverliebtheit bei Frauen um die 20, maximal 22. Ich bin aber schon 36 und habe daher gar keine Alternative, als nach "Vernunft" zu handeln. Es läuft also m.E. darauf hinaus, dass sich irgendwann "vernünftige" Menschen mit ähnlichen Lebenszielen finden, die auf die intensiven Gefühle der Jugendzeit verzichten können und müssen.
 
G

Gast

  • #29
hier Gast #26

Es läuft also m.E. darauf hinaus, dass sich irgendwann "vernünftige" Menschen mit ähnlichen Lebenszielen finden, die auf die intensiven Gefühle der Jugendzeit verzichten können und müssen.
Klingt grässlich, auch wenn ich fürchte, dass du Recht hast. Aber es zwingt einen ja keiner, eine Partnerschaft (schon den Begriff finde ich scheußlich, klingt nach GmbH) einzugehen, wenn einem dieses Modell widerstrebt. Ich habe keine Lust, ohne tiefergehende Gefühle jemanden zu küssen; Sex mit ihm zu haben und nach außen hin als "Liebes"-Paar aufzutreten. Vielleicht ändere ich meine Meinung noch, aber aus momentaner Sicht würde ich dann lieber gleich auf Kinder verzichten und evtl. in eine rein platonische WG mit einem netten Menschen ziehen, um nicht einsam zu sein. Oder Elternschaft von Beziehung entkoppeln, d.h. versuchen einen (vielleicht schwulen?) Mann zu finden, der mit mir ein Kind zeugt und erzieht, ohne dass wir dazu einen auf Pärchen machen müssen. Es ist aber wohl unwahrscheinlich, Gleichgesinnte für solche ungewöhnlichen Lebensentwürfe zu finden. Und man weiß ja nie, was passiert. Falls einer der Beteiligten sich wider Erwarten doch noch mal verliebt, ist in solchen Konstellationen das Chaos vorprogrammiert.
 
G

Gast

  • #30
Leute, wenn ich das hier so lesen, werd ich ja fast depressiv! Natürlich kann man sich in jedem
Alter hemmungslos verlieben und völlig loslassen. Der Mensch lebt, macht euch mal locker! Natürlich tut´s vielleicht auch mal weh, aber das ist das Leben! Lieber etwas Schmerz, lieber unsäglichen Schmerz, als so vor sich hinzuvegetieren und nichts an sich ranzulassen.
Und nix ist schlimmer als ein vorgezeichnetes Leben ! Es sei den man ist Beamter- kleiner Scherz.
w >50