• #211
Wer 3 Jahre den Hof macht leidet an Realitätsverlust.

Mir ist sowas aber tatsächlich noch nie passiert. Auch keine Belästigungen im Alltag.
Was wahrscheinlich daran liegt dass wenig selbstbewusste Männer Angst vor mir haben weil sie instinktiv merken dass bei Bedarf die Wut ganz schnell raus ist.
Das würde ich allen betroffen Frauen auch raten. Wer es in nett nicht versteht, kriegt dann eben eine direkte und nicht nette Ansage.
Dem schließe ich mich uneingeschränkt an, auch wenn ich schon belästigt wurde - aber einmal war ich noch ein Kind und beim zweiten Mal war der Typ (ein Arbeitskollege) schizophren und nahm seine Tabletten schon eine Weile nicht mehr (stellte sich hinterher heraus) - das hätte ins Auge gehen können, da wir allein waren - isses aber gottseidank nicht. Da waren Glück, meine angeborene Rotzigkeit im Notfall und dann flinke Füße und das bessere "Moppedfahrenkönnen" von großem Vorteil.
 
  • #212
Glaubst du nicht, dass jemand, der drei Jahre den Hof macht, es tendenziell ernster meint als einer, der davon ausgeht, dass sie ihm gleich bei der ersten Interessenbekundung eindeutig positive Signale geben muss?
Ah, da kommen wir der Sache schon näher. "Schnell zu haben" ist also schlecht, wenn es ums Flirten geht. Sind dir dann Frauen mehr wert, die länger Burgfräulein spielen?
In meiner Vorstellung ist es so: ich finde jemanden toll. Wenn der mich dann auch gleich toll findet, sind beide glücklich, daten, gehen eine Beziehung ein. Das wünscht sich doch im Normalfall jeder? War bei mir auch so bei meinen Beziehungen. Warum ist es irgendwie "mehr" wert, wenn man erst jemanden lange von sich überzeugen muss? Wenn dir die Frau dann schnell langweilig wird, weil sie deutlich zeigt, sie mag dich, liegt dein Problem woanders als beim Flirten. Denn normalerweise steigt nicht die Verliebtheit, wenn der andere kein Interesse hat.
Jemand, der drei Jahre jemandem hinterherrennt, meint es nicht automatisch ernster als jemand, der nach einem Nein traurig ist. Er projiziert nur was auf die Frau oder kann nicht ertragen, dass seine Fantasie von erwiderter Liebe sich nicht erfüllt. Wenn ich ein Nein akzeptiert habe von einem Mann, hatte ich danach manchmal monatelang Liebeskummer. Ich habe trotzdem wahrgenommen, dass er kein Interesse hatte. Ganz einfach. Für die Überwindung von Liebeskummer ist es auch am besten, man nimmt das Nein gleich an und durchlebt den Kummer, statt das Leiden mit falscher Hoffnung zu verlängern.
Ein „Nice Guy“ lebt überhaupt keinen Sexismus. Er versucht, Frauen durch Nettigkeit von sich zu überzeugen.
Und ist im Inneren aber dann voll Groll, wenn das nicht funktioniert, weil er denkt, er erreicht durch Freundschaft und Dasein etwas und die Frau sei ihm was schuldig. "Nice Guy" ist nicht einfach ein netter Mann per Definition, sondern jemand, der für das Nettsein was erwartet, also eigentlich nicht nett von sich aus ist, denn er hat ja Hintergedanken und ist dann wütend und enttäuscht, wenn es nicht so funktioniert, wie er sich das vorgestellt hat.
Bei meiner Freundin am See hat sie NETT gesagt, ob er bitte aufhören kann, das sei ihr unangenehm. Sie hat ihn nicht angeschrien, beschimpft oder sonstwas. Was wäre denn in deinen Augen da nötig zum Deeskalieren? Wenn dir jemand was Unangenehmes tut, sagst du doch wahrscheinlich auch was in nettem Ton (um ihn nicht zu provozieren)? Was wäre denn jetzt für sie die beste Lösung gewesen? Einfach aufstehen und woanders hingehen? Fände ich unmöglich, dass das Opfer in diesem Falle weichen soll. Einen lustigen Spruch machen, obwohl sie sich innerlich total unwohl fühlt? Das kann man echt nicht verlangen, und hätte dann auch nur den Effekt, dass der Typ denkt, sie hat Interesse.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #213
Warst Du noch nie so richtig verliebt und hast dummmes Zeug gemacht? Noch nie die Linie übertreten?
Nein sicher nicht, das machen immer nur die anderen.
Die Sache ist, das das aber hier von Leuten gutgeredet wird, als wäre es okay. Klar verletzt man mal Grenzen und macht mal dummes Zeug. Andere, emotional nicht involvierte, sollten einen dazu aber eben nicht ermutigen und es noch darstellen, als sei das doch völlig okay. Leute, die nicht in dieser Situation stecken, sollten doch von außen sagen, ne, sie hat Nein gesagt, lass es lieber; anstatt: Ach, sie ändert ihre Meinung vielleicht noch, mach weiter.
Es wird unerträglich.
Die Frau, die Nein sagt, ist das Burgfräulein, die Mann gerne 3 Jahre belagern kann, die Frau, die an einem Mann interessiert ist und Ja sagt, ist nur leicht zu haben.
Empfinde ich auch als total unerträglich, das ist doch echt Sexismus in Reinform.
 
  • #214
Interessante Projektion… mag aber schon sein, dass es Männer gibt, die so denken. Ich glaube eher, dass insgesamt egoistische Motive überwiegen.
Oh, da unterstellt mir unser Laienpsychologe eine Projektion.. interessant! Wie sähe denn deine Interpretation des Burgfräuleinbildes und der Belagerung aus?
Das ist zwar das genaue Gegenteil des Satzes oben… aber „Opfer“ ist schon auch interessant.
Kannst du nochmal erläutern, was genau du damit meinst?
Siehst du dich, oder Frauen generell, tatsächlich als „Opfer“ männlicher Aufmerksamkeit?
Ich dachte mir schon, dass so etwas von dir kommt. Nein, mein Lieber - ich sehe mich überhaupt nicht als Opfer (männlicher Aufmerksamkeit) - deshalb stand das Wort "Opfer" auch in Anführungsstrichen. Es war eher im Kontext "da hat er sich ein (armes) Opfer auserkoren, dass er jetzt mit seiner Belagerung nervt" gemeint - ich hoffe, ich konnte den Unterschied rüberbringen.

So jemand, der sich wie du hier mit seinen Nervereien präsentieren würde, macht mich nicht zum Opfer, er ginge mir nur fürchterlich auf den Geist. Es läge allerdings im Rahmen des Möglichen, dass er ab einem bestimmten Punkt selbst eins meiner dann eintretenden Missstimmung werden könnte, die in diesem Fall sehr deutlich ausfiele.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #215
@mokuyobi

Die Annahme, dass jemand, der einerseits schon so verrückt und labil in seiner Persönlichkeit sein soll, dass er bereits auf ein "Nein." stalkend und/oder aggressiv reagiert, andererseits dann aber stattdessen rational und selbstwertstark genug ist, um zu begreifen, dass die "Freunschaftsangebote" von Frauen nur dazu dienen, einen Mann bequem loszuwerden und er es damit tuntlichst abhaken sollte, ergibt keinen Sinn.
Wo bitte ging es denn um Stalker und Verrückte? In meinen Beiträgen ging es um normale Männer, die kein Nein akzeptieren. Dass jemand, der psychisch ein Problem hat eh auf gar nichts hört, ist ja logisch.
Normale Männer sollten aber ein Nein wie hier akzeptieren und bei einem Freundschaftsangebot auch wissen, dass das meist aus Nettigkeit, um den Korb abzumildern, kommt, jedenfalls, wenn sie das einmal in ihrem Leben hatten, diese Situation. Was ja auch nicht heißt, dass die Frau keine Freundschaft will, manchmal ergibt sich da ja wirklich eine, aber es ist eben kein Zeichen für "vielleicht habe ich doch noch eine Chance, wenn ich dranbleibe", überhaupt nicht. Normale Männer, die kein Nein verstehen, gibt es auch zu Genüge, und auch die nerven oder können Angst machen, wie hier zu lesen war.
Hatte ich bei meinen Dates Interesse und sei es nur lauwarm, hab ich mich immer auf ein 2. Date eingelassen, um den Mann noch etwas besser kennenzulernen. Gleich nach dem 1. Date habe ich nur dann einen Korb gegeben, wenn ich mir absolut sicher war,
Das, genau! Ein Nein gibt man eh erst, wenn man sich sicher ist. Ist ja auch ganz logisch. Solange man noch denkt, vielleicht doch... sagt man doch nicht "Nein", eher lassen es viele Männer und Frauen ja zu lange laufen, bevor sie einen Schlussstrich ziehen. Und dann jammern hier im Forum die Betroffenen, dass doch alles so gut lief, und der andere dann "plötzlich" doch meinte, er hätte keine Gefühle entwickelt. Er hat es halt länger versucht, ob sich nicht doch noch was entwickelt.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #216
Die Sache ist, das das aber hier von Leuten gutgeredet wird, als wäre es okay. Klar verletzt man mal Grenzen und macht mal dummes Zeug.
Noch einmal:
Niemand darf es „klar“ finden oder „redet es gut“, dass Grenzen „mal“ verletzt werden.
Das ist eine ganz unangebrachte Unterstellung.
Wie sähe denn deine Interpretation des Burgfräuleinbildes und der Belagerung aus?
Der Mann „belagert“ nicht (das ist wieder so eine „Opfer“-Metapher). Er versucht sie zu überzeugen (was allerdings tatsächlich in Richtung „Nice Guy“ geht. Ein PUA würde das anders machen.)
Kannst du nochmal erläutern, was genau du damit meinst?
Ganz einfach: wenn er glaubt, zu wissen, was für sie gut ist, kann es ihm nicht gleichzeitig egal sein.
Ah, da kommen wir der Sache schon näher. "Schnell zu haben" ist also schlecht, wenn es ums Flirten geht. Sind dir dann Frauen mehr wert, die länger Burgfräulein spielen?
Mir persönlich nicht. Oder vielleicht schon, aber ich begegne ihnen nicht.
Ich beobachte nur, dass (vielleicht speziell im hießigen OD-Zirkus) die Zwischentöne abhanden kommen. Ich möchte mich da keineswegs ausnehmen.
 
  • #217
Ein „Nice Guy“ lebt überhaupt keinen Sexismus. Er versucht, Frauen durch Nettigkeit von sich zu überzeugen.
Das ist leider falsch. Dann musst dich nochmal vertiefend einlesen in die Thematik und nicht nur PUA Foren durchstöbern.

„Das Verständnis von Sexismus hat sich zudem ausdifferenziert und es werden verschiedene Formen des Sexismus beschrieben. Eine Form hiervon ist der sogenannte „wohlwollende“ Sexismus, der sich weniger in dezidiert feindlichen Verhaltensweisen und negativen Einstellungen zeigt, sondern in einer scheinbar beschützenden und helfenden Form. In der sozialpsychologischen Forschung wird dies als benevolenter Sexismus bezeichnet (vgl. ebd.). Feindlicher (hostiler) und benevolenter Sexismus werden dabei als miteinander in Verbindung stehende Formen von Sexismus betrachtet.“

Quelle: https://bukof.de/wp-content/uploads/Exkurs-Wohlgemeinter-benevolenter-Sexismus.pdf
 

Laleila

Cilia
  • #218
Sexuelle Gewalt ist Alltag, den ich leider sehr oft erleben musst und ich bekomme einen dicken Hals, wenn ich hier so einige männliche Kommentare lesen muss, welche das bagatellisieren und diese Vorfälle als tolerierbare Flirts darzustellen versuchen.

Keine Frau ist dafür verantwortlich wenn sie belästigt wird. Es ist auch nicht ihre Aufgabe diese Situation durch Entgegenkommen zu deeskalieren. Geht es noch?!
Ich könnte hier dutzende Beispiele bringen, in denen sich Männer, mir gegenüber, grenzüberschreitend, zudringlich verhielten und ein klar ablehnenden Verhalten, selbst ein klares Nein, nicht als solches akzeptierten und ich könnte im Strahl kotzen, wenn hier, nachdem eine Frau deutlich "Nein" sagte, der Rat gegeben wurde, doch noch etwas dran zu bleiben.

Egal ob eine Frau hochgeschlossen, reizvoll oder gar nicht bekleidet ist, niemals ergibt sich für einen Mann, daraus irgendein Recht an dieser Frau! Egal ob sie sich nur ablehnend verhält, das Nein vorsichtig formuliert oder klar raushaut, niemals bedeutet es: "Ich signalisierte zwar, dass ich kein Interesse habe, aber es ist okay, wenn Du weiter baggerst."
 
  • #219
Der Mann „belagert“ nicht (das ist wieder so eine „Opfer“-Metapher). Er versucht sie zu überzeugen (was allerdings tatsächlich in Richtung „Nice Guy“ geht. Ein PUA würde das anders machen.)
Ich verstehe ehrlich nicht, warum du es sinnvoll findest, jemanden überzeugen zu wollen, der Nein gesagt hat. Ob man jemanden als Sexualpartner in Betracht zieht, entscheidet sich schon in den ersten Minuten, ob man jemanden als Partner in Betracht zieht, braucht etwas länger, aber wenn man sich für ein Nein entschieden hat, kann man davon nicht mehr überzeugt werden. Überzeugt werden (finde ich eh blöd bei Partnerfindung; man lernt den anderen halt kennen und mag ihn so wie er ist oder nicht, was hat das mit überzeugen zu tun?) kann man vielleicht, wenn man sich unsicher ist, dann sagt man aber eben nicht Nein, sondern verhält sich zögernd.
Ist doch logisch, dass, wenn man sich entschieden hat, man es als nervend betrachtet, wenn der andere einen dann überzeugen will. Ist doch bei einem Verkäufer genauso? Im schlimmsten Fall lässt man sich dann was aufschwatzen, was man nicht wollte (und das auch schon kommuniziert hatte) und ärgert sich dann später drüber. Ich kann also mit diesem Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte hier einfach mit dir nicht übereinstimmen. Die meisten Frauen haben geschrieben, sie finden es nervig, nach einer klaren Aussage mit Nein noch weiter bearbeitet zu werden, das solltest du doch akzeptieren können. Es geht hier ja darum, wie sich die Frau damit fühlt und ob es okay ist, wenn der Mann der Frau negative Gefühle aufdrängt, weil er selbst kein Nein akzeptieren kann.
Nein ist kein Zwischenton, sondern eine glasklare Aussage. Und die richtige Reaktion darauf ist nicht Weiterbaggern. Das ist kein Graubereich.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #222
Was hat das mit dem “NG”-Syndrom zu tun?
Als ziemlich typisch „wohlwollend sexistisch“ würde ich jemanden wie Tom ansehen.
Tom hat sein Bild von Frauen, kann aber Frauen sein lassen, wie sie sind.
Dafür kann Tom flirten, ein Nein akzeptieren, er wäre klar und eindeutig, und er kennt die Nein Varianten von Frauen, diskutiert daran nicht herum, kann abhaken, würde nicht nachbohren, erst recht nicht pathologisieren.
Ich denke, mit ihm kann man tatsächlich nach einem Korb immer noch ein Bier trinken gehen, ohne missverstanden zu werden.
 
  • #223
Nein ist kein Zwischenton, sondern eine glasklare Aussage
In diesem speziellen Fall gibt es zu wenig Anhaltspunkte, das ist fruchtlos und uninteressant, sei es wie sei („glasklar“ ist aber auf jeden Fall was anderes).
Dass hier so zusammenhanglos sämtliche Belästigungsszenarien bemüht werden, ist einfach auffällig und lässt vermuten, dass es eigentlich um etwas Anderes geht (Rationalisierung des “Wegbeißverhaltens”?). Deswegen bin ich etwas bei dem Thema verharrt.

Was ein „Nein“ aber theoretisch beinhalten kann, nur zwei Beispiele:
- ich bin momentan zu sehr mit mir (oder sonstwas) beschäftigt, es bringt nichts, dass wir uns treffen
- ich glaube, du suchst nur ein Abenteuer, das will ich nicht.
Es geht also nicht immer nur um die fehlende sexuelle Anziehung, die sich in den ersten Sekunden zeigt.
 
  • #225
Das ist zwar das genaue Gegenteil des Satzes oben… aber „Opfer“ ist schon auch interessant.
Siehst du dich, oder Frauen generell, tatsächlich als „Opfer“ männlicher Aufmerksamkeit?
Frauen werden von Männer oftmals objektifiziert.

Das ist nicht ihre subjektive Wahrnehmung, sondern eine Tatsache, die sich in Pornos, Filmen, Werbung und gesellschaftlichen Erwartungen widerspiegelt. Frauen sind in den Köpfen vieler Männer nach wie vor Objekte, auf die sie ihre Bedürfnisse projizieren dürfen.

Daraus kann man ihnen nicht mal einen Strick drehen, denn sie wurden entsprechend sozialisiert - und zwar auch von Frauen.


Was hat das mit dem “NG”-Syndrom zu tun?
Als ziemlich typisch „wohlwollend sexistisch“ würde ich jemanden wie Tom ansehen.
NG und Bad Boys = zwei Seiten derselben Medaille. Beide kategorisieren Frauen hinsichtlich ihrer „Brauchbarkeit“ und tragen ein sexistisches Weltbild mit sich rum. Beiden geht es um ihr Ego und ihr idealisiertes Selbstbild, was es aufrechtzuerhalten gilt. Dazu werden dann Frauen „benutzt“.

Du willst den Retter und Helden spielen dürfen und brauchst dafür ein passendes Gegenstück, was sich in diese Rolle einfügt. Tom möchte als Anführer und Alpha gesehen werden.
Beiden mangelt es an der Fähigkeit zur Augenhöhe.

Wäre die gewollt, dann würde sich Tom eine beruflich erfolgreiche Frau als Partnerin nehmen, die von ihm finanziell nicht abhängig ist.

Und der Retter sich eine, die keine Baustellen besitzt.

Beide halten Frauen „klein“ - zumindest kleiner als sich selbst.
 
  • #226
worauf Sie mir mitteilte, dass es besser wäre, wenn wir Freunde bleiben, Sie möchte ehrlich zu mir sein und mir nichts vormachen, gerne könnten wir aber wieder mal auf einen Drink gehen…
Nochmal zum Anfang: Der FS hatte das geschrieben. Das ist doch eindeutig ein Nein, was für Anhaltspunkte brauchst du da noch?
In diesem speziellen Fall gibt es zu wenig Anhaltspunkte, das ist fruchtlos und uninteressant, sei es wie sei („glasklar“ ist aber auf jeden Fall was anderes).
Ähm, ja, wir haben hier ja schon mehrfach gefragt, was glasklar für dich denn wäre. Die meisten Männer waren mit den Frauen einer Meinung, dass das ein NEIN ist. Nur für dich aus irgendwelchen seltsamen Gründen nicht. Ich würde ein Nein genauso auch formulieren können und würde auch denken, dass es da nichts rumzudeuteln gäbe. Ich wäre sehr erstaunt, wenn der Mann da nochmal nachhakt, weil es "zu wenig Anhaltspunkte" gibt. Man formuliert eigentlich nie das Nein in einer Form wie "Nein, ich finde dich nicht attraktiv genug und ekel mich vor der Vorstellung, mit dir ins Bett zu gehen"/"Nein, ich kann mir niemals und unter keinen Umständen eine Beziehung mit dir vorstellen." Sagt einfach niemand so, weil man eben den anderen nicht unnötig verletzen will.
- ich bin momentan zu sehr mit mir (oder sonstwas) beschäftigt, es bringt nichts, dass wir uns treffen
- ich glaube, du suchst nur ein Abenteuer, das will ich nicht.
Punkt zwei habe ich noch nie erlebt, dass eine Frau dann nicht mal ein zweites Date eingeht, wenn sie Sorge hat, dass der Mann nur Sex will; sie wäre dann vielleicht vorsichtig und würde mit dem Sex warten oder vorsichtig Fragen stellen, um herauszufinden, was der Mann will, aber wenn sie ihn gut findet, dann wird sie sich auf jeden Fall nochmal treffen.
Punkt eins ist eigentlich immer eine Ausrede. Habe ich auch noch nie erlebt, dass Mann oder Frau sich nicht treffen, wenn sie Interesse an der anderen Person haben, und wenn sie wirklich absolut zu beschäftigt sind, dann vereinbaren sie einen Termin in einem Monat und sagen sehr deutlich, dass sie Interesse haben, aber momentan keine Zeit (was selten vorkommen dürfte), ganz sicher nicht sowas, was die Frau hier zum FS gesagt hat.
Man könnte hier auch den Hufgetrappel-Zebra-Spruch bringen. Selbst wenn es seltenste Ausnahmen gibt, in denen jemand trotz Interesse Nein sagt (mag es geben), sind das eben wirkliche Ausnahmen, und man kann diese nicht als Rechtfertigung nehmen, 99% der Menschen, die Nein gesagt haben, danach noch weiter zu nerven.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #227
Der Mann „belagert“ nicht (das ist wieder so eine „Opfer“-Metapher).
Ah und eine "Überzeugungsoffensive" über drei Jahre nennst du dann wie? Charmant? Nett? Du kennst sicher auch die Metapher, dass man jemanden mit Nettigkeit erdrücken kann? Oder mit überbordender Hilfbereitschaft oder Kümmerei? Und alles war doch NUR gutgemeint!

Du zielst mir zu sehr auf die Opferschiene der Frau ab - ich finde es eben generell bedenklich, wenn jemand SO hartnäckig seine Ziele über den Kopf anderer hinweg verfolgt ohne einmal darüber nachzudenken, ob das Objekt seiner Begierde vielleicht andere Pläne hat.

An deiner Stelle hätte Bedenken, dass du nach einer solchen Aktion nur noch aus Mitleid o.ä. genommen werden würdest - an meiner Stelle, dass du innerhalb einer durch (netten) Druck herbeigeführten Partnerschaft bei anderen Dingen genauso agieren würdest, um deinen Willen zu bekommen. Augenhöhe geht anders - aus meiner Sicht.
Ganz einfach: wenn er glaubt, zu wissen, was für sie gut ist, kann es ihm nicht gleichzeitig egal sein.
Natürlich, kann es das. ICH glaube zu wissen, was gut für dich ist und setze das dann mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln durch. Deine Einwände wische ich weg und dass das, was ich vermeintlich als gut für dich ansehe, in solchen Fällen eher meiner eigenen Bedürfnisbefriedigung dient, wische ich auch weg. Unterm Strich ist mir egal, wie es dir damit geht, Hauptsache, ich kann durchsetzen, was ICH für richtig halte.

So schwierig ist das jetzt nicht.
 
  • #229
dass es besser wäre, wenn wir Freunde bleiben, Sie möchte ehrlich zu mir sein und mir nichts vormachen,
Naja, also dann doch noch ein paar Worte dazu:
- “es wäre besser“ ist etwas anderes als „ich möchte“.
- „ich will ehrlich sein und dir nichts vormachen“ - da fehlt doch die eigentliche Aussage, die normalerweise danach kommen sollte.
Natürlich ist eine naheliegende Interpretation, die Ergänzung dieser Lücken „ich finde dich nicht attraktiv genug“.

Aber - und leider hat der FS keine Infos dazu geliefert - kommen eben auch in Frage „never f… the company“, „du warst zu besoffen beim Date“, „ich halte dich für einen Windbeutel“, „ich bin in einer Beziehung“, „du bist zu jung“ etc.

Der springende Punkt ist, dass dir das ganz egal ist. Mich - und wohl auch den FS - interessiert so was.
Alles gut.
 
  • #230
NG und Bad Boys = zwei Seiten derselben Medaille. Beide kategorisieren Frauen hinsichtlich ihrer „Brauchbarkeit“ und tragen ein sexistisches Weltbild mit sich rum. Beiden geht es um ihr Ego und ihr idealisiertes Selbstbild, was es aufrechtzuerhalten gilt. Dazu werden dann Frauen „benutzt“.
Ein NG hat typischerweise von seinem weiblichen Erziehungsumfeld gelernt, dass man nett sein muss, um bei Frauen gut anzukommen, und wundert sich dann, dass er so keine erotische Anziehungskraft erzeugt.

Was du meinst ist wohl eher der „Weiße Ritter”.
 
  • #231
Ich habe nur die Situationen, die von Frauen beschrieben wurden, neutraler kommentiert
Und du kannst dich in die Situation von Frauen hineinversetzen, so dass du das besser beurteilen kannst, als sie selbst?

Ich spreche hier auch nicht von Angst, oder Ähnlichem. Ich habe selten Angst vor einem Mann gehabt. Aber es ist eben anstrengend, permanent Grenzen setzen zu müssen, die dann noch nicht einmal als Warnschuss verstanden werden, sich entsprechend zurückzuziehen.
Wenn überhaupt will ich die "Entscheidung" haben. Lieber ein "Nein" als ein monatelanges Herumgedruckse. Ich habe kein Problem mit einem Nein, auch wenn ich es nicht hören mag. Jeder vergibt doch Körbe.
Ja, genau ...Du willst die Kontrolle haben. Gut erkannt...Die Frau will das aber eventuell auch?

Und zwischen aufdringlich sein und herumdrucksen existieren noch viele Grautöne. Um die wahrnehmen zu können, bedarf es aber Empathie und einer gewissen sozialen Kompetenz.

Ja, um die Situation nicht eskalieren zu lassen. Ihr sagt doch selbst, dass ihr euch körperlich unterlegen fühlt. Also Deeskalation statt Schuldzuweisung
Wer ist denn ihr? Wir Frauen? Soviel zu differenzierten Schubladen. Ich fühle mich nicht körperlich unterlegen, weil die meisten Männer keine aufgepumpten Testeronbomben sind. Wo habe ich das geschrieben? Daher scheue ich auch keine Konfrontationen und Auseinandersetzungen, wenn das nötig ist.

Aber 1. Können das nicht alle Frauen und 2. Ist das ein gesellschaftliches Armutszeugnis, dass das überhaupt nötig ist.
 
  • #232
Naja, also dann doch noch ein paar Worte dazu:
- “es wäre besser“ ist etwas anderes als „ich möchte“.
- „ich will ehrlich sein und dir nichts vormachen“ - da fehlt doch die eigentliche Aussage, die normalerweise danach kommen sollte.
Natürlich ist eine naheliegende Interpretation, die Ergänzung dieser Lücken „ich finde dich nicht attraktiv genug“.

Aber - und leider hat der FS keine Infos dazu geliefert - kommen eben auch in Frage „never f… the company“, „du warst zu besoffen beim Date“, „ich halte dich für einen Windbeutel“, „ich bin in einer Beziehung“, „du bist zu jung“ etc.

Der springende Punkt ist, dass dir das ganz egal ist. Mich - und wohl auch den FS - interessiert so was.
Alles gut.
Es ist völlig wurscht, was ihr Grund für ihr Nein ist und den muss sie auch nicht erläutern. Und wie gesagt, so eine Absage formulieren doch die meisten. Ich will dir nichts vormachen ist ja nun eindeutig: ich will dir nicht vormachen, dass ich Interesse an mehr habe, daher lehne ich ein zweites Date ab, damit du dir nicht doch noch Hoffnungen machst. Sie gibt ihm keine Chance für einen zweiten ersten Eindruck beim Date, ganz egal, ob er besoffen war oder zu jung ist, und das sollte akzeptiert werden, nicht nachgebohrt, was nun der wirkliche Punkt ist. Weiß sie vielleicht selbst nicht. Ich wollte manchmal einfach kein weiteres Date, fertig. Ich bin dem anderen doch nicht schuldig, das schlüssig und in allen Fassetten offenzulegen, warum. Der hat das Nein zu akzeptieren.
Ganz einfach: wenn er glaubt, zu wissen, was für sie gut ist, kann es ihm nicht gleichzeitig egal sein.
Wenn man glaubt, dass etwas für den anderen gut ist, der das aber nicht will, setzt man sich über seinen Willen hinweg. Das ist okay bei einem Kind, was im Winter keine Jacke anziehen will, aber nicht bei einer Frau, die nicht will. Da geht es ja dann nicht darum, was für sie am besten ist, sondern, was er denkt, was für sie im Hinblick auf ihn am besten ist. Wenn er denken würde, er könnte nerven nach einem Nein und möchte das beste für sie, umwirbt er sie danach nicht weiter, auch wenn das für ihn ein Nachteil ist. Da geht es dann wirklich um die andere Person.
 
  • #233
Willst Du mich provozieren?
Das hast Du doch gar nicht nötig, so billig.
Willst du mir drohen? Wenn du dich provoziert fühlst, solltest du dich vielleicht einfach an deinen eigenen Ratschlag halten und dich aus der Situation begeben.

Und wie du darauf kommst, dass ich „immer so kontrolliert“ wäre, erschließt sich mir auch nicht. Kennen wir uns ? Hast du schon schon viel Zeit mit mir verbracht, dass du das beurteilen kannst? Schräg …
 
  • #234
Man könnte den Eindruck gewinnen, dass hier jeder mit seinen eigenen Dämonen kämpft. Viel Lärm um nichts.
 
  • #235
Ja, um die Situation nicht eskalieren zu lassen. Ihr sagt doch selbst, dass ihr euch körperlich unterlegen fühlt. Also Deeskalation statt Schuldzuweisung
Der Täter hat aber Schuld, nicht das Opfer, das gar nichts getan hat außer dort zu sein. Nochmal: was hätte meine Freundin am See also machen sollen? Oder ich, als der wildfremde Mann meinen Hintern angefasst hat? Was soll man da deeskalieren? Das ist doch total bescheuert, diese Aussage. Haben Frauen Mitschuld, wenn ihnen hinterhergerufen wird? Sollen sie sich „cooler“ verhalten deiner Meinung nach? Ist ja wohl nicht dein Ernst.
 
  • #236
Man könnte den Eindruck gewinnen, dass hier jeder mit seinen eigenen Dämonen kämpft. Viel Lärm um nichts.
Ich kämpfe mit keinen Dämonen. Aber mich triggern Aussagen von Männern wie „ein Nein ist das nicht unbedingt, versuche es weiter“ und noch viel mehr „Frauen mit negativen Erfahrungen müssen halt lernen ihren Anteil zu sehen/zu deeskalieren“ echt sehr, da ich viele Frauen kenne, die mit beidem schon mehrere negative Erfahrungen gemacht haben und dann werden sie von den Männern nicht mal ernstgenommen, „du müsstest dich doch nur geschmeichelt fühlen“. Ich bin ja keine Hardcore-Feministin, aber sowas regt mich extrem auf, ja. Aus naheliegenden Gründen, da ich mich ja mit den Konsequenzen dieses Denkens auch schon rumschlagen durfte. Dass du das als Mann vielleicht nicht so verstehst, weil das Thema für dich eher abstrakt ist, glaube ich.
 
Zuletzt bearbeitet:

Laleila

Cilia
  • #237
Der Täter hat aber Schuld, nicht das Opfer, das gar nichts getan hat außer dort zu sein. Nochmal: was hätte meine Freundin am See also machen sollen? Oder ich, als der wildfremde Mann meinen Hintern angefasst hat? Was soll man da deeskalieren? Das ist doch total bescheuert, diese Aussage. Haben Frauen Mitschuld, wenn ihnen hinterhergerufen wird? Sollen sie sich „cooler“ verhalten deiner Meinung nach? Ist ja wohl nicht dein Ernst.
Es gibt tatsächlich Männer, welche ernsthaft die Auffassung vertreten, Frau solle ein solches Verhalten als Komplimente auffassen.
Es sei doch nichts dabei, man nehme ihr ja durch Blicke, Berührungen und Worte nichts weg.
Erfahrungsgemäß, bringt es fast gar nichts mit diesen Männern diskutieren zu wollen, sie scheinen es tatsächlich nicht zu verstehen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #238
Wie genau sähe denn in deinem Fall die Deeskalation aus bei dem Beispiel am See?

Es einfach sein lassen. Es bringt ja nichts.
In dem Moment, wo er sich ihr gegenüber so respektlos - und da sind wir uns sicher einig - äußert, einfach gehen.
Wenn die Situation so wahr, wie beschrieben, hat er sich doch in diesem Moment disqualifiziert oder nicht?

Ich treffe gelegentlich auf Menschen, die ich für mich als auffällig und durchaus gefährlich einschätze. Bekomme ich die Situation nicht hin, gehe aus dieser Situation raus und denke mir "Fick Dich doch. Du wirst die Konsequenzen für Dein Handeln erfahren."
So what, ich muss doch nicht alle retten und belehren. Und manchmal ist Schwanzeinziehen einfach die bessere Alternative. Soll ich meine kostbare Lebenszeit an derartige Menschen verschenken? Muss ich nicht. Grenzen setzen.
 
  • #240
Niemand darf es „klar“ finden oder „redet es gut“, dass Grenzen „mal“ verletzt werden.
Das ist eine ganz unangebrachte Unterstellung.

Kontra.
Ich weiß ja nicht, wie Du im Kontakt zu Menschen stehst, aber natürlich verletzt Du im Außen wieder und wieder die Grenzen anderer Menschen.
Die meisten "Grenzverletzungen" bekommst Du doch gar nicht mit, weil es für Dich überhaupt nicht als Grenzverletzungen zu erkennen ist.

Es gibt genügend Menschen, die Grenzen viel früher setzen wie Du und Du Deine aktive Art irritiert sind.
Ich bin mir ciher, dass jeder Mensch in seinem Leben Dutzende von Menschen "verlieret", weil er deren Grenzen verletzt oder sehr empfindlich reagiert.
 
Top