• #31
Das gilt vor allem auch für Testamente etc., die sollten notariell hinterlegt sein und jemand sollte wissen, wo
Das Testament sollte beim zuständigen Amtsgericht (des Wohnortes) hinterlegt sein. Das ist die erste Stelle, an der nachgefragt wird, auch dann, wenn der/die Verstorbene keine Familie mehr hat. Das kostet eine geringe, einmalige Gebühr. Das handgeschriebene (!) Testament selbst kostet einen nix.
Denn im Zweifel kennt niemand den zuständigen Notar der betreffenden Person, oder der lebt auch nicht mehr, oder ...

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung (Vorsorgevollmacht ist besonders wichtig!) sollten beim Notar hinterlegt sein mit vorheriger Info auf diesen Ort bei Verwandten oder Freunden. Die Vorsorgevollmacht muss notariell verfügt sein, die Patientenverfügung nicht. Erstere kostet.

»Vorgesorgt« habe ich im Falle meiner LAT für meinen Freund in dem Sinne nicht (gilt umgekehrt genauso), da wir beide finanziell ähnlich aufgestellt sind. Wäre das nicht der Fall, würden wir uns das ansehen, z.B. die Altersvorsorge für den jeweils Schwächeren monatlich gegenseitig aufstocken. Das hatten wir irgendwann einmal geklärt (und konnten es verwerfen). Bankvollmacht haben die leiblichen Kinder.

Unsere jeweiligen Immobilien gehen ebenfalls an die uns jeweilig zuzuordnenden Kinder (ob sie das wollen oder nicht; mein Sohn will unbedingt, dass ich das vorher selbst verpulvere).
Gäbe es zwischen meinem Liebsten und mir größere finanzielle Abstufungen, würden wir das längst mit einem Vertrag (gibt es auch für Lebensgefährten) geregelt haben: so dass jede/r von uns auch ohne den/die Andere/n sorglos weiterleben kann. Der Näheverlust würde schwer genug zu verkraften sein.
 
  • #32
[
Auf Dauer angelegt bedeutet für mich immer ernsthaft. Man ist über die Phase hinaus, in der man überlegt, man wirtschaftet zusammen, man wohnt zusammen, man plant längerfristig zusammen.

Mir ist das Thema durch den Kopf gegangen - auch der Post von @HollyGolightly.

Und da triffst Du es, ich muss für mich das Gefühl haben, es ist auf Dauer angelegt - oder ich bin mir zumindest sicher, dass wir uns fair trennen würden.

Ich bin aber inzwischen Ü50, und deswegen langsamer.
Es muss wachsen, und mit dem sich Weiterentwickeln unserer Partnerschaft kommt das Vertrauen - in den anderen, ob eine gemeinsame Zukunft.
Ich lasse mir Zeit, mit Optimismus, aber auch mit Überlegung.

Ich kann es mir gut vorstellen, mit ihm zusammen zu ziehen, wäre aber jetzt noch nicht ganz soweit. Da finde ich den zeitlichen Ausblick - Auszug unserer Kinder nächstes Jahr - gut.
Ich mag zwar weiter denken, aber eines nach dem anderen.
Und mit jedem Schritt kommen dann auch andere Konsequenzen, es wird verbindlicher, enger, und so dann auch die finanzielle Offenlegung.
Wobei ich mir eine Entwicklung wie bei Vikky mit diesem Mann schon vorstellen kann und wünschen würde.
Aber - für ein 3. Mal Ja möchte ich mir sehr sicher sein😉.
Ich bin aber auch so eingestellt, dass mir die LAT, die wir jetzt haben, mir auf Dauer nicht reicht.

Es fühlt sich für mich sehr gut an, mit diesem Tempo, und sicher tut es mir auch gut, dass es für ihn längst entschieden ist - nicht ob, sondern nur wann.
Und noch besser tut es mir, dass er mich und mein Tempo so akzeptiert, wie es ist.

W, 51
 
  • #33
Es muss wachsen, und mit dem sich Weiterentwickeln unserer Partnerschaft kommt das Vertrauen - in den anderen, ob eine gemeinsame Zukunft.

Aber - für ein 3. Mal Ja möchte ich mir sehr sicher sein😉.

Ja, das stimmt. Es ist vielleicht auch einfach eine Frage der Zeit. Natürlich haben wir auch wechselseitig einen groben finanziellen Einblick, aber eben nicht in jedes Detail. Und natürlich vorenthalte ich auch nichts, was unser Leben verändern würde.
Das mit dem Heiraten ist auch eine Frage der Zeit. Vermutlich ist man nach dem ersten Scheitern vorsichtiger und sich einfach auch bewusst, dass es Sicherheit nicht gibt.
 
  • #34
Natürlich haben wir auch wechselseitig einen groben finanziellen Einblick, aber eben nicht in jedes Detail. Und natürlich vorenthalte ich auch nichts, was unser Leben verändern würde.
Jedes Detail ist auch nicht notwendig.
Wenn deine Partnerin weiß das Du ein Mensch bist der seine Verantwortung ernst nimmt, die Beziehung ernst nimmt, dann ist es nicht notwendig über Kleingedrucktes zu philosophieren.
Sie spürt, das Du zu EUCH stehst, wird sie dich und Euch nicht und niemals in Frage stellen was das betrifft.
Meine Exfrau wusste, ich hatte ihr gegenüber das Know-how , dass ich sie finanziell hätte im Regen stehen lassen können.
Sie wusste auch genau, egal wie sehr die Trennung mit allem Drum und Dran schmerzte, ich sie niemals geschnitten hätte.
Und ich wusste, sie würde nie auch nur einen Euro fordern.
Wenn deine Partnerin das blind fühlt und Du auch , dann gibt es keinen Grund solche ellenlangen Gespräche zu führen.
Ich würde nie eine Beziehung dauerhaft eingehen, wenn ich nicht dieses Gefühl auf beiden Seiten irgendwann fühlen würde.
Über Absicherung und Verfügungen zu sprechen ist gut, aber alles andere worüber man sich immer wieder Gedanken macht ist ein Band was zwischen einer aufrichtigen Beziehung steht.
Sie kann enden, aber bis dahin gibt es keine Ausreden.
M49
 
  • #35
Servus @Lebens_Lust,

Mal wieder eine Frage zum Leben, die Lust auf Antworten und noch mehr zum (Nach)Denken macht. Selten geworden hier im Forum.

Ich bin ohne gekommen, gehe ebenso und sichere niemanden ab. Nicht mal mich selbst. Wenn es nicht mehr geht, möchte ich gehen können. Dafür wäre noch zu sorgen.

Alles was für mich (langfristig) fürs Leben notwendig ist, ist im ausreichenden Maße vorhanden. Vieles früher Wichtiggehaltenes habe ich, vor allen Dingen Materielles, reduziert. Das Gepäck ist leichter geworden.

Meinen Kinder habe ich hoffentlich ausreichend ermächtigt für sich selbst sorgen zu können und die Menschen, denen ich begegnet bin, habe ich nach besten Wissen und Können unterstützt für sich selbst zu sorgen bzw. tue es.

Wenn nach mir etwas übrig bleibt, danach sieht es aus heutiger Sicht aus, wird sich Verwendung dafür finden. Vorrangig bei meinen Kindern. ;)

Ich bin immer wieder erstaunt wie wir versuchen das Unmöglich möglich zu machen, um regelmäßig lemmingartig zu scheitern. Was wohl so ein Phaoro denke würde, wenn er sich sehen könnte, wenn er grabgeräubert aus seinen Lumpen gepellt wird?

M51
 
  • #36
Wenn deine Partnerin weiß das Du ein Mensch bist der seine Verantwortung ernst nimmt, die Beziehung ernst nimmt, dann ist es nicht notwendig über Kleingedrucktes zu philosophieren.
Ich weiss schon, warum ich mit @neverever gerne mal unter Zuhilfenahme edler geistiger Getränke sinnieren möchte ......
Denn mir kommt hier Eines ein wenig zu kurz:
Diese Loyalität und das Einstehen für Versprechen, Vereinbarungen ...... ist etwas, was die jeweilige Freundin ja auch gewählt hat.
Ich habe vertragliche Bindungen und Vereinbarungen aus Kanzlei und Unternehmen. Ich stehe meinem verstorbenen Vater gegenüber im Wort. Sowohl meinen Nichten als auch meiner "Kleinen" (V Tochter) gegenüber habe ich Zusagen getroffen, Die Absicherung meiner Mutter ist wichtig. Und ein Freund hat einen Haufen Schulden bei mir - und die Zusage, dass ich das Geld nie zurück fordern werde. Er hat es nötig gebraucht, ich hatte es rumliegen .... so what.
Solche und ähnliche Dinge will und kann ich nicht über den Haufen werfen. Ich könnte meinen Anblick im Spiegel beim Zähneputzen nicht mehr ertragen. Und V ? Weiss das und unterstützt mich darin. Und auch sie weiss - für sie werde ich ebenfalls Sorge tragen - bzw hab ich schon getan.
Auch Neverever hat schon Entscheidungen getroffen. Für seinen Sohn und seine Stiftung und seine Exfrau. Eine Frau, die das Geld für sich aus diesen Vereinbarungen zurück fordern würde ..... nun ja, die Halbwertszeit wäre wohl ziemlich kurz.
Irgendwann ist man kein unbeschriebenes Blatt mehr. Auch das macht den Reiz des Zusammen Seins in reiferen Jahrgängen aus.
Schliesslich will ja keiner wie der Pharao posthum nackt durch die Medien getrieben werden. (Grossartiges Bild @Magnus)
 
  • #37
Über Absicherung und Verfügungen zu sprechen ist gut, aber alles andere worüber man sich immer wieder Gedanken macht ist ein Band was zwischen einer aufrichtigen Beziehung steht.

Das klingt auch richtig.
Allerdings, Du siehst in regelmäßigen Parallelthreads, wie erwartet und gefordert wird.
Wo Blicke geworfen werden auf das was andere bekommen, wo Verpflichtungen gegenüber anderen in Frage gestellt werden.
Viele Threads wo es um die Kinder eines Partners ging, die zuviel bekamen...

Nun, und da gehe ich mit Dir konform, eine aufrichtige Partnerschaft ist das nicht.
Ist man sich zugetan, akzeptiert man die Verpflichtungen des Anderen, lässt die Partnerschaft reifen und entwickelt sich zueinander.
Und in diesem Zuge klärt man, je nach Bedarf, auch finanzielles.
Wobei Vorsorgeverfügungen eine andere Nummer sind, da geht es ganz wesentlich um Vertrauen und was mute ich ggf. einem Partner zu.
Ob und wie man den Anderen absichert, finanziell, ist für mich eine ganz andere Frage.

Für mich ist es immer kritisch in einer Partnerschaft, wenn gefordert wird...

W, 51
 
  • #38
Denn mir kommt hier Eines ein wenig zu kurz:
Diese Loyalität und das Einstehen für Versprechen, Vereinbarungen ...... ist etwas, was die jeweilige Freundin ja auch gewählt hat.

Da hast du absolut Recht. Vertragliche, einklagbare Abreden habe ich kaum getroffen. Aber auf Vertrauensbasis umso mehr.

Auf solche Dinge achte ich auch in der Beziehungsanbahnung genau.

Wenn sich jemand von mir zB. 50 € borgt, erwarte ich, dass die ohne Aufforderung selbständig zurückgezahlt werden. Auch wenn ich dann vielleicht darauf verzichte und das gar nicht wieder haben will. Aber den guten Willen will ich erst sehen.

Ich finde Loyalität/Vertrauen/Ehrlichkeit am Wichtigsten in zwischenmenschlichen Beziehungen.
Ja, der eigene Anblick im Spiegel, da ist was dran. Es wäre auch gegen meinen Stolz, jemanden über den Tisch ziehen zu wollen. Eine gute, faire Verhandlung macht Spaß, jemanden austricksen ist für mich ein No-Go, egal in welchem Bereich.

Und genau das erwarte ich auch von den Mitmenschen in meinem näheren Umfeld.

Und genauso vertraue ich meiner Tochter, dass sie meinen Lebensgefährten bei meinem plötzlichen Tod nicht einfach aus dem Haus wirft auf, da auch mein Lebensgefährte ein gutes Verhältnis zu meiner Tochter hat und ihr den ein oder anderen ein oder anderen Gefallen getan hat.

Ich meine das ist auch eine Sache des eigenen Verhaltens und der Auswahl seiner Mitmenschen.
 
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