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  • #1

Abtreibung nur in absoluten Notsituationen?

Also nur bei Vergewaltigung, Behinderung des Kindes oder Lebensgefahr der Mutter? Ist eine Abtreibung nur in diesen Fällen moralisch zu rechtfertigen?
In anderen Fällen - z.B. es passt nicht in die momentane Lebenssituation, der Mann ist weg/will kein Kind usw. - nicht?
 
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  • #2
Für mich ist eine Abtreibung nur bei Lebensgefahr der Mutter moralisch zu rechtfertigen.

Eine Vergewaltigung wird nicht ungeschehen, wenn man noch einen Mord obendrauf setzt.

Und die Behinderungen: Im dritten Reich sind die Behinderten heimlich umgebracht worden. Heutzutage gehen die Schwangeren freiwillig zum Arzt und zahlen viel Geld um nur ja keine abtreibungs-fähige Erkrankung zu übersehen.
 
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  • #3
Lieber Fragesteller,
da gibt es mehrere Antworten. Einmal die rechtliche Lage. Abtreibung ist in Deutschland als ein Verhütungsmittel akzeptiert und wird von der Kasse bezahlt. Die einzige Referenz auf Moral / Ethik die hier gemacht wird ist dass kein Arzt / Krankenschwester gezwungen werden darf, eine Abtreibung durchzuführen.
Dann Moral / Ethik - einerseits der Einstieg ein Zellhaufen in Himbeergröße / andererseits ein Leben mit oder ohne Seele.
Dann auch Moral - darf einer Frau zugemutet werden, ihren Körper für eine Schwangerschaft gebrauchen zu müssen wenn sie selbst sich als erziehungsunfähig einstuft? Leihmutterschaft ist das gleiche moralische Dilemma - darf das sein?
Dann auch Moral / Ethik - was tut ein Mensch sich an, wenn er sagt, ein Kind passt nicht ?
Dann auch Moral / Ethik - wieviel Verantwortung trägt ein Mensch der sagt, ich will meinem Kind ein Leben mit einer arbeitslosen Mutter - einem geringverdienenden Vater nicht zumuten?

Deine Frage eröffnet ein weites Feld! Ich würde dir wünschen, dass hier ein kleiner Diskurs stattfindet.
W 55
 
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  • #4
Eine Abtreibung in frühem Stadium ist auch nicht viel anders als normale Verhütung. Warum habe ich das Recht, durch Verhütung die Entstehung eines Menschen zu verhindern, aber nicht durch Abtreibung?
Zu einem aufgeklärten modernen Staat gehört auch ein modernes Antreibungsrecht ohne Beeinflussung der Kirche.
W28
 
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  • #5
Eine Abtreibung in frühem Stadium ist auch nicht viel anders als normale Verhütung. Warum habe ich das Recht, durch Verhütung die Entstehung eines Menschen zu verhindern, aber nicht durch Abtreibung?

Das sehe ich genauso.
Einen "Zellhaufen in Himbeergröße" (wie jemand es weiter oben so schön beschrieb) aus der Gebärmutter zu entfernen ist genausoviel oder genausowenig "Mord", wie wenn man durch die Verhütung (z.B. Spirale) verhindert, dass ein noch kleinerer Zellhaufen sich in der Gebärmutter einnistet.

Wer aus moralischen Gründen gegen Abtreibung ist, weil etwas, das ohne Eingreifen zu einem Menschen mit Bewußtsein werden könnte, seiner Meinung nach ein Recht auf Leben hat, der darf auch niemals verhüten, darf entsprechend nur dann Sex haben, wenn er eine mögliche Fortpflanzung in Kauf nimmt.
Ansonsten wäre diese sogenannte "Moral" ziemlich verlogen.
 
  • #6
Eine Abtreibung in frühem Stadium ist auch nicht viel anders als normale Verhütung. Warum habe ich das Recht, durch Verhütung die Entstehung eines Menschen zu verhindern, aber nicht durch Abtreibung?
W28

Man braucht sich da nichts schön reden!
Zum Zeitpunkt der Abtreibung ist aus dem Zellhaufen bereits erkennbar ein Lebewesen geworden, deshalb ist es für mich persönlich schockierend, eine Abtreibung mit Verhütung gleichzusetzen. Immerhin entsteht hier ein Mensch!

Genau diese Sichtweise einer Abtreibung wäre für mich undenkbar!
Dennoch muss eine Frau selbst entscheiden können, ob sie ein Kind austragen kann, oder nicht.
 
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  • #7
Ich bin zwar dafür, das ich als Frau das Recht habe, eine Abtreibung durchzuführen. Allerdings finde ich es völlig daneben, eine Abtreibung als "Verhütung" anzusehen und regelmäßig eine durchführen zu lassen. Es ist immerhin ein Eingriff, der selbstverständlich auch die üblichen gesundheitlichen Risiken mit sich bringt. Ganz zu Schweigen von den psychischen Risiken.

Als erwachsene Frau sollte ich doch in der Lage sein, effektiv zu Verhüten. Wie krank ist es denn, durch die Betten (oder Toiletten o.ä.) zu hüpfen und anschließend auch noch auf Kosten der Allgemeinheit eine Abtreibung vornehmen zu lassen.

Nach einer Vergewaltigung kann ich es gut nachvollziehen. Hätte bestimmt auch Probleme, das Kind auszutragen, das mich ständig an die Vergewaltigung erinnert. Aber auch bei schwerwiegenden Erkrankungen des Kindes würde ich eine Abtreibung befürworten.

w, 50
 
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  • #8
Eine Vergewaltigung wird nicht ungeschehen, wenn man noch einen Mord obendrauf setzt.

Aber man kann keiner Frau zumuten, das Kind ihres Vergewaltigers auszutragen! Ganz davon abgesehen, dass das Kind später erfahren könnte, wie es gezeugt wurde! Stell dir vor, deine Mutter sagt dir plötzlich, dass du durch ne Vergewaltigung entstanden bist!
 
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  • #9
Ansonsten wäre diese sogenannte "Moral" ziemlich verlogen.

Ich sage dir was verlogen ist: Abtreibungen nach der 14 SSW weil ein Kind möglicherweise behindert sein könnte zuzulassen, und dann andererseits von Inklusion zu faseln. Das ist verlogen.Teilweise werden Föten in solchen Fällen im Mutterleib getötet, um zu verhindern, dass sie ihre eigene Abtreibung überleben. Und es ist noch vielmehr verlogen, wenn man bedenkt, welche Gründe jede dritte Schwangere bei Befragungen angibt: das Geld. Würde ein Mann ein solches Argument vorbringen, würde man ihn verhöhnen und ihn darauf hinweisen, dass bei Sex nunmal Kinder entstehen können, mit Recht.
Im übrigen hat ein Fötus in der 14. SSW tatsächlich in etwa die Größe einer Himbeere, es handelt sich dabei aber keinesfalls um einen Zellhaufen, oder irgendein Wesen, das von Föten anderer Spezies noch nicht zu unterscheiden ist, sondern deutlich erkennbar um einen Menschen. Dein Argument, dass man also auf Verhütung verzichten müsste, wenn man abtreibungskritisch (ich bin kein absoluter Gegner) ist, zieht demnach nicht. Gerade weil ich Abtreibungen schlimm finde, finde ich Verhütung wichtig.

Ich glaube durchaus, dass es Situationen gibt, in denen eine Fortführung der Schwangerschaft unzumutbar ist.. Ich denke aber, dass wir bei uns viel zu locker mit dieser Frage umgehen und Abtreibungen auch aus Gründen zulassen, die so nicht zu rechtfertigen sind.
Im Prinzip denke ich, ist es ganz einfach. Da nur Frauen das Recht auf Abtreibung haben, müssen alle Gründe für eine Abtreibung, die genausogut ein Mann vorbringen könnte, als mögliche Rechtfertigung für eine Abtreibung ausgeschlossen werden.

Das Wort Rechtfertigung habe ich übrigens bewusst gewählt, denn Abtreibung ist bei uns nicht legal, sie ist nur unter bestimmten Bedingungen straffrei. Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied.
 
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  • #10
Eine Abtreibung ist etwas herbeigeführtes, insofern Gewaltsames.
Hier wird eine Schwangerschaft willkürlich und nicht natürlich beendet. (Im Gegensatz zur Fehlgeburt)

Abtreibung ist unter bestimmten Umständen zwar legal - sie ist aber KEIN Verhütungsmittel.
(Verhütungsmittel liebe w 55 verhindern die Empfängnis, sie verhüten sie.)

Wer aus moralischen Gründen gegen Abtreibung, die ja ein gewaltsames Beenden einer Schwangerschaft ist, ist - sollte nicht, sondern MUSS sogar verhüten, damit eine Empfängnis gar nicht erst stattfindet. Das ist nur logisch.

@w 28 - Der Unterschied zwischen Verhütung und Abtreibung sollte einem in Deinem Alter schon klar sein: Verhütung: Empfängnis entsteht erst gar nicht; Abtreibung: Frühschwangerschaft wird gewaltsam beendet. Merkst Du was? Der Unterschied ist groß!

Wenn eine Frau sich selbst als unfähig zur Erziehung eines Kindes einstuft (w55) ist es doch wohl folgerichtig, dafür zu sorgen, dass sie erst gar nicht schwanger wird.
Sonst mutet sie ihrem Körper UND ihrer Seele eine Abtreibung zu!

Wenn alle Geringverdiener darauf verzichten würden, Kinder zu haben, weil sie sie recht früh zur Betreuung abgeben müssen, um ihren Lebensunterhalt zu erarbeiten, wir würden uns umschauen. Bei diesem Argument wird vergessen, dass es nicht Geld in aller erster Linie ist, das Kinder brauchen, sondern Liebe und Zeit der Eltern.

Für mich kommt und kam Abtreibung nie in Frage und ich bin nicht katholisch.
 
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  • #11
Ich finde doch, dass Verhütung in der heutigen Zeit Verhütung unter erwachsenen Menschen kein Problem mehr darstellt. Jeder weiß, was er tun muss, um einer Schwangerschaft vorzubeugen. Pille nicht vertragen, vergessen, falsch genommen, kein Kondom dabei gehabt u. ä. lasse ich nicht gelten. Dann muss man sich halt so vergnügen, dass es safe ist. Wie haben es denn unsere Mütter bzw. Großmütter geschafft, nur ein oder zwei Kinder zu bekommen, als es noch keine Pille gab? Es müssen halt zwei im Bett die Verantwortung übernehmen, damit keine ungewollte Schwangerschaft entsteht.

Mein Frauenarzt hatte in einem seiner Sprechzimmer, Föten und Embryonen ab einem Stadium von 4 Wochen in Glasbehältern fixiert. Sah wirklich unheimlich aus. Ich war ein junges Mädchen als ich diese Embryonalstadien das erste Mal sah. Und ab diesem Zeitpunkt kam Abtreibung für mich nicht mehr in Frage: Schon in der 4. Woche ist der Kopf zu sehen. Augen und Ohren sind sichtbar und es bilden sich Arme und Beine. Ganz zu schweigen davon, dass man bei einem lebenden Fötus das Herz im Ultraschall schlagen sieht. Von einem Zellhaufen kann man also maximal in den ersten 10 bis 14 Tagen sprechen, wenn überhaupt, und da wissen die meisten noch nichts von ihrer Schwangerschaft.

Abtreibungen geschehen in der Regel in einem sehr viel späteren Stadium. Schaut euch halt die Bilder im Internet mal an, z. B. wie ein Embryo in der 9. Woche aussieht!

Fazit also: Ich habe kein Verständnis für eine Abtreibung, außer es handelt sich um eine Vergewaltigung, ein junges Mädchen in der Pubertät (da kann man noch Unreife als Entschuldigung gelten lassen), eine geistig behinderte Frau, die die Folgen eines Geschlechtsaktes nicht antizipieren kann oder eine Abtreibung nach gewissenhafter ethischer Prüfung bei einer diagnostizierten Schwerbehinderung des Embryos.

Übrigens bin ich alleinerziehend und sehr glücklich ein Kind zu haben. Auch das ist zu schaffen und keine Ausrede, um abzutreiben.
 
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  • #12
Einen "Zellhaufen in Himbeergröße" (wie jemand es weiter oben so schön beschrieb) aus der Gebärmutter zu entfernen ist genausoviel oder genausowenig "Mord", wie wenn man durch die Verhütung (z.B. Spirale) verhindert, dass ein noch kleinerer Zellhaufen sich in der Gebärmutter einnistet.

Das Problem ist deutlich komplexer, als es hier versucht wird darzustellen. Der Unterschied zwischen Verhütung und Abtreibung liegt, und das ist mehr als offensichtlich, darin, dass durch eine Spirale dem Entstehen von Leben vorgebeugt wird, wohingegen die Abtreibung entstehendes Leben tilgt.

Wann genau Leben entsteht, wird mit Blick auf den Schwangerschaftsabbruch heiß diskutiert. Meiner Meinung nach müsste man, vertritt man die Einstellung "ist ja nur ein Zellhaufen", deutlich konsequenter mit dieser Auffassung umgehen. Zellhaufen sind wir nämlich alle nur. Demnach müsste die "Abtreibung" eines Säuglings kurz nach der Entbindung [der zwar weiter entwickelt, trotzdem aber keine Persönlichkeit besitzt und auch keine Anzeichen einer Seele (wenn man denn daran glauben möchte) aufweist -> "nur ein Zellhaufen"] ebenso unverwerflich sein, wie die Entfernung eines Fötus. Aus offensichtlichen Gründen ist dem zum Glück nicht so. Letztlich legitimiert man mit der "ist-ja-nur-ein-Zellhaufen-Einstellung", sofern man diese konsequent und damit glaubhaft vertreten möchte, die Beendung jedweden Lebens ungeachtet seines Entwicklungsstatus.

Ich bin kein Abtreibungsbefürworter, sehe aber die Notwendigkeit eines Abbruches in Extremsituationen (wie bspw. der Vergewaltigung) ein. Kein Verständnis kann ich hingegen für "den falschen Zeitpunkt" oder die generelle Unlust auf eine versehentliche Schwangerschaft aufbringen. Darin spiegelt sich meiner Meinung nach die Mentalität der deutschen Wegwerfgesellschaft in einem höchst fragwürdigen Maße wider.
 
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  • #13
Ich will mal hoffen, dass alle Abtreibungsgegner sich den Film "Gottes Werk und Teufels Beitrag" angesehen haben - und natürlich bitte alle in sozialen Einrichtungen arbeiten und sich um das Elend der lebenden ungewollten Kinder kümmern, die in Leben lang darunter leiden, dass sie von ihren Müttern ungewollt waren....?

Wer gegen etwas ist, sollte zumindest den Schneid besitzen, auch danach zu handeln, statt vom bequemen Computerstuhl aus an andere Forderungen zu stellen... Also: Alle, die so militant gegen Abtreibung sind: Umschulung machen, bzw. Ausbildung in charitativen Einrichtungen, Kinderheimen, etc. Macht die Welt besser! Wer das nicht will, sollte den Mund halten. Wer nicht in den Schuhen eines anderen steckt und nicht dessen Lebensweg geteilt hat, sollte lieber kleinere Brötchen backen. Punkt.
 
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  • #14
Für mich ist eine Abtreibung nur bei Lebensgefahr der Mutter moralisch zu rechtfertigen.

Eine Vergewaltigung wird nicht ungeschehen, wenn man noch einen Mord obendrauf setzt.

Und die Behinderungen: Im dritten Reich sind die Behinderten heimlich umgebracht worden. Heutzutage gehen die Schwangeren freiwillig zum Arzt und zahlen viel Geld um nur ja keine abtreibungs-fähige Erkrankung zu übersehen.

Moral ist eine ganz persönliche Einstellung, es gibt nicht "die Moral", nur eine "persönliche Moral".

Eine Vergewaltigung ist für eine Frau eines der schlimmsten Verbrechen, es nimmt ihr die Würde. Wenn noch eine Schwangerschaft folgt, stürzt es die Frau in eine Hölle. Die Vergewaltigung wird somit nie enden, sie wird sie ihr Leben lang begleiten. Ein Kind austragen, das aus diesem Verbrechen entstanden ist, braucht viel Mut. Daher finde ich deine Aussage ganz einfach nur oberflächlich. Eine Abtreibung ist kein Mord und so etwas dann einer Frau zu sagen, die vergewaltigt wurde, wäre einfach nur unterste Schublade,

Zur Behinderung: Im 3. Reich wurden Menschen umgebracht, das ist nicht zu vergleichen mit der Abtreibung eines höchstwahrscheinlich schwerstbehinderten Fötus.
Ich selbst hätte es nicht gekonnt und habe daher (mit damals 36) auf eine Fruchtwasseruntersuchung verzchtet. Aber ich möchte Frauen nicht verurteilen, die es sich nicht zutrauen, ein schwerstbeindetes Kind großzuziehen.

Verurteilen würde ich nur Frauen, die leichtfertig abtreiben, weil es gerade jetzt nicht so passt, weil sie erst noch ihren großen Australien-Urlaub machen möchten oder weil grad eine Beförderung ansteht.

w 55
 
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  • #15
Schwierige Frage.
Nein, Abtreibung ist natürlich nicht Mord; und nein, es ist nicht einfach nur ein Zellhaufen und eine Abtreibung eine Art Verhütung - was für ein Blödsinn.

Wir haben in Deutschland übrigens KEINE Fristenlösung, d. h., Abtreibung ist NICHT in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft legal und wird einfach mal so von der Krankenkasse gezahlt.
Es muss eine Beratung vorausgehen, es müssen bestimmte Indikationen vorliegen, damit ein Schwangerschaftsabbruch straffrei ist.

Ich verurteile keine Frau, die eine Schwangerschaft abbrechen lässt, innerhalb der ersten 3 Monate, aus welchen Gründen auch immer. Für mich PERSÖNLICH, ganz persönlich, käme eine Abtreibung nicht in Frage, außer, es bestünde Lebensgefahr für mich.

Aber, wie gesagt, das ist meine ganz persönliche Ansicht, und ich meine, dass jede Frau diese Frage letzten Endes mit sich selbst abmachen und die Verantwortung tragen muss und darf.
 
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  • #16
Wer aus moralischen Gründen gegen Abtreibung ist, weil etwas, das ohne Eingreifen zu einem Menschen mit Bewußtsein werden könnte, seiner Meinung nach ein Recht auf Leben hat, der darf auch niemals verhüten, darf entsprechend nur dann Sex haben, wenn er eine mögliche Fortpflanzung in Kauf nimmt.
Ansonsten wäre diese sogenannte "Moral" ziemlich verlogen.

Es ist etwas ganz anderes, etwas Entstehendes zu vernichten als etwas am Entstehen zu verhindern.
Verhütung hat mit Abtreibung rein gar nichts zu tun, außer, dass eine sorgfältige Verhütung im besten Fall eine Abtreibung überflüssig macht.

Falls es wirklich so ist, dass menschliches Leben vom Augenblick der Empfängnis an beseelt ist, was immer man sich darunter vorstellt, ist Verhütung etwas grundlegend anderes als ein Schwangerschaftsabbruch.
 
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  • #17
Ich befürworte immer eine Abtreibung. Warum? Weil ich es mir nicht anmaße mit der Moralkeule zu winken und Frauen, die abtreiben, als unmoralisch hinstelle.

Und ich denke auch nicht, daß Frau es sich leicht mit einer Abtreibung macht, auch wenn es vielleicht sich so anhört. Irgendwie kommt immer der Gedanke an das abgetriebene "Kind".

Es gibt so viele Situationen und Konstellationen im Leben, in die ein ausgetragenes Kind nicht hineinpaßt. Mir persönlich ist es lieber, wenn abgetrieben wird als daß das Kind später mißhandelt, ungeliebt im Kinderheim landet.

w
 
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  • #18
Eine Vergewaltigung wird nicht ungeschehen, wenn man noch einen Mord obendrauf setzt

Das ist für mich eine unfassbar empathiefreie Aeusserung. Was für eine Kindheit soll daraus folgen, mit welchen psychischen Verletzungen bis lebenslanger Verkrueppelung, wenn die Mutter jedes mal, wenn sie ihr Kind sieht, Hass gegen den Täter empfindet und Körperkontakt zum Kind vermeidet, weil sie ihn nicht ertragen kann? Die Frau ist keine Gebaermaschine, die das Kind zur Welt bringen muss, um es dann zur Adoption freizugeben. Die Schwangerschaft löst bei der Frau körperliche Prozesse aus, die sich nicht abspalten lassen und sie in tiefe Konflikte stürzen.

Ich bin für ein sehr freizügiges Abtreibungsrecht, weil ich nicht glaube, dass eine Frau sich diesen Eingriff ohne Notlage antut. Was die Notlage ist, bestimmt allein die Frau, denn die Schwangerschaft findet in ihrem Körper statt und löst auch hormonelle/psychische Prozesse aus. Die Folgen der Schwangerschaft und Geburt finden für die Frau statt, nicht für. Den Mann, nicht für die Gesellschaft. Erst wenn das Kind da ist, tritt Aussenwirksamkeit ein.
Weil die Frau auch die beruflichen und sozialen Folgen zu tragen hat, hat sie die Entscheidungsfreiheit.
w, 55
 
  • #19
Das ist ganz allein eine Sache der Frau und ihres Partners! Oder wolltest Du jemanden zum Austragen der Schwangerschaft zwingen? Eine ganz dumme Idee, bei der das entstehende Kind am meisten leidet.
 
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  • #20
Ich bin auch für Abtreibungen nur in Notsituationen. Dabei sollte genau die Notsituation definiert werden. Was für den einen eine Notsituation ist, ist für den anderen noch lange keine.

Aber dies gesetzlich durchzusetzen, wäre ein riesen Fehler. Was würde das passieren, werden Abtreibungen werden illegal durchgeführt. Zum Schluß sind die Frauen die leidtragenden. Die Frauen, die abtreiben, weil gerade die Lebensumstände etwas schlechter oder komplizierter werden, bei denen ist aber sowieso ethisch etwas vorbei gelaufen ...(w)
 
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  • #21
Zum Zeitpunkt der Abtreibung ist aus dem Zellhaufen bereits erkennbar ein Lebewesen geworden,
Wenn man Spermien unter dem Mikroskop betrachtet, sieht man auch, dass sie leben. Müssen die nun auch alle zu Menschen werden?

Ich finde es eigentlich moralischer, kein Kind in dieser heutigen Welt aufwachsen zu lassen und diese noch voller zu machen als sie so schon ist.
Muss aber letztlich jede Frau selbst entscheiden. Da haben Dritte nicht hineinzureden.
 
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  • #22
Eine ungewollte Schwangerschaft ist immer eine Notsituation. Man ist nicht darauf vorbereitet, kann die Verantwortung vielleicht nicht stämmen - je nach Psyche und Charakter! Es wäre verantwortungslos, ein Kind zu bekommen, wenn man keine gescheite Mutter sein kann! Das sind dann die Kinder, die später von ihren Müttern misshandelt, abgewürgt und vermutlich in der Erde verscharrt werden. Man muss es ja nicht herausfordern, dass potenziell ungewollte Mütter ihrem Kind Böses antun. Damit ist keinem geholfen. Auffällig häufig bekommen junge Frauen ihr Kind heimlich zur Welt und schmeißen es hinterher in die Mülltonne. Soweit sollte es besser nicht kommen.
 
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  • #23
Eine Abtreibung sollte NIEMALS als Verhütung angesehen werden. Leider ist dies mittlerweile "Standard" und groß in Mode bei jungen Frauen geworden. Die Beratung und die "Indikatoren" stelle ich mir ein wenig so sinnbefreit vor, wie die Fragen bei einer MPU. Kenn ich die Antworten, bekomme ich mal wieder einen "Freifahrtschein" - und kann mich wieder schwanger vögeln.

Um die Abtreibungsrate auf ein "vertretbares Maß" zu senken, würde ich empfehlen, die Aufklärung früher und vor allem intensiver durch zu führen, aber auch die kostenlose Abgabe von "sicheren" Verhütungsmaterialien sollte eingeführt werden. Das es in einem so fortschrittlichen Land immer mehr Abtreibungen gibt, finde ich armselig und vor allem sehr bedenklich.

w
 
  • #24
Stellt Euch vor (egal ob Mann oder Frau) - ihr würdet selber ungewollt schwanger werden.
(z.B. weil die Verhütung trotzdem versagt hat)

Dann
- ungewollt ein Kind austragen und gebären
- ungewollt es 20 Jahre lang groß ziehen.

oder Abtreibung.

Wie würdet ihr entscheiden, wenn ihr persönlich davon betroffen seid ?

Ich schätze, das 99,99 % der Männer sich für eine Abtreibung entscheiden, wenn sie selber schwanger wären.
Weil 20 Jahre raus aus Beruf und Job, und höchstens Teilzeit.
sowie Abbruch der beruflichen Karriere + Nachteile bei der Rente.
wird sich kaum ein Mann aufhalsen, wegen einem eigenen, ungewollten Kind.

Wenn bereits Kinder vorhanden wären, dann wäre die Entscheidung für ein weiteres Kind leichter. Aber gleiches Recht für Alle. Egal ob bereits Kinder oder nicht.

Ich bin grundsätzlich für ein Recht auf Abtreibung.
Keine Frau soll ein Kind ungewollt haben müssen.
Über die Details kann man diskutieren.

Ich bin nicht begeistert von Abtreibung. Beim ersten Vortrag darüber wurde mir kotzübel, sogar als Mann.

Adoptionsfreigabe wäre eine Alternative, aber keine bessere Lösung.
Adoptierte Kinder ok - aber dessen leibliche Eltern wollen ggf. es auch später nicht sehen.
Und ungewollt ein Kind austragen, ist für diese Frauen auch nicht leicht.

Ich bin auch für die Freigabe der PID-Untersuchung in Deutschland.
(Untersuchung bei künstlicher Befruchtung)
So das man z.B. behinderte Kinder bereits vorher erkennen, und verhindern kann.
Wenn es erst eine befruchtete Eizelle ist, und mehr nicht.
Und damit Allen viel erspart wird.

Ich schätze, das in der Zukunft die PID Standard werden wird.
Für die Paare, die es sich finanziell leisten können.
Gewollte Kinder - und soweit wie möglich gesunde Kinder. Ganz besonders im Interesse der Kinder.
(Das hat nichts mit Rassismus, und auch nichts mit den Vorstellungen des 3. Reich zu tun)

(m,53)
 
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  • #25
Ich möchte hier nicht alle Argumente und moralischen Abwägungen neu aufrollen. Das geht ohne Vereinfachung so gar nicht.

Ich begnüge mich stattdessen mit einer ganz persönlichen Feststellung: ich habe vor rund 30 Jahren trotz eminenter Verliebtheit eine Beziehung beendet, weil die Frau (a) sexuell für meinen Geschmack zu beliebig war und (b) dazu noch meinte, wäre sie schwanger geworden, hätte sie abgetrieben.

Heute, Jahrzehnte später, weiß ich erst, wie gut meine damalige Entscheidung war. Ich bin mit einer wertekompatiblen Frau verheiratet, habe zwei Kinder mit ihr, und wir sind, nachdem wir einige sehr schwierige Phasen gemeinsam durchstanden haben, sehr zuversichtlich, dass wir nicht nur zusammen gehören, sondern das auch noch sehr lange (...) so bleiben wird. Die angesprochene Ex dagegen ist nach Dutzenden Männerbekanntschaften, einer gescheiterten Ehe, drei Kindern und nach mehreren Psychotherapien eine AE-Mutter, die ihr Leben aufgrund ihres Erbes und der Unterhaltszahlungen ihres Ex bestreitet und ansonsten einen in alle 5-8 Jahre wechselnden Vereinen einen auf ehrenamtlich macht und die Umgebung blendet...

Statt eines theoretischen Exkurses eine persönliche Geschichte aus dem realen Leben.
 
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  • #26
ich habe relativ jung und zu einem vollkommen ungünstigen Zeitpunkt ein ungeplantes Kind bekommen. Der Vater hat mich hängen lassen. Ich hatte massive berufliche und finanzielle Nachteile zu bewältigen. Interessant war in all den Jahren, dass die Frauen, die bereits Abtreibungen hinter sich hatten, und es natürlich unfassbar fanden, wie ich die Frechheit besitzen konnte, in dieser Lage ein Kind zu bekommen alle recht ähnlich auf mich reagiert haben....immer nach dem Motto "selbst schuld " und in einer ganz eingenartigen Boshaftigkeit...
 
  • #27
Wie entstehen diese ungewollten Schwangerschaften ?
Sind das alles "Pannen trotz Verhütung" oder viel mehr andere Ursachen ?

Ich schätze, das die Notsituationen (z.B. Vergewaltigung, Gefahr für die Mutter, Krankheiten) nur einen kleinen Teil der Ursachen betragen.

Ich maße mir kein (Vor-)Urteil an. Sondern würde mir erst betroffene Frauen anhören, wie es zu ihrer ungewollten Schwangerschaft kam ?

Ich schätze, mehr Prävention sowie Aufklärung über die Ursachen - würden die Abtreibungszahlen senken ?

Weniger ungewollte Schwangerschaften = weniger Abtreibungen dafür nötig.

(m,53)
 
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  • #28
An FS:

Jedes Kind hat das Recht, bei einer Mutter/Familie aufzuwachsen, die es liebt, und die ihm eine gesicherte Zukunft und Geborgenheit geben kann.

Deswegen finde ich es verantwortungslos, Mütter zu zwingen, ein Kind auszutragen, das sie höchstwahrscheinlich hassen, nicht richtig erziehen, oder es unter Umständen erziehen müssen, die man wirklich keinem Kind wünscht.

Verhütung kann versagen...

w, 41
 
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  • #29
@ Bernd

Diese Frage stellt sich jede Frau.
Ich habe schon bei meinen ersten Freund für mich festgelegt. Falls so etwas passiert, werde ich nie abtreiben. Unsere Gesellschaft hat ein sehr gutes soziales Netz,ich bin auch nicht auf dem Kopf gefallen, schaffe das notfalls allein und bin nicht selbstsüchtig.
Meinen Freund habe ich das auch klipp und klar komuniziert. Der Mann hätte in dem Fall bei mir nur die Wahl entweder er steht mir bei oder nicht.
Jeden Mann ist es doch hoffentlich bewusst, dass Sex nicht nur Spaß macht sondern auch das Risiko der Fortpflanzung in sich trägt. Von Vergewaltigungen spreche ich nicht, dass ist wirklich ein Sonderfall.
In die Situation einer ungewollten Schwangerschaft bin ich nie gekommen, weil die Verhütungsmittelchen ganz gut funktionieren.

Eine Schwangerschaft vorbeugen ist immer noch etwas anderes als eine zu haben und das entstehende Leben in mir entfernen zu lassen. In jedem Biologieschulbuch für Sexualkunde sind Föten in den unterschiedlichen Phasen zu sehen, schaut euch mal die in der betreffenden Woche näher an. Von einem Zellhaufen kann man in den ersten paar Tagen sprechen und hierfür gibt es die Pille danach.
Wenn man wirklich etwas für die Frauen tun möchte, sollte man wenigsten die Pille frei zugänglich machen und damit rezeptfrei. So maches Drama würde erspart bleiben.

Von einer gesetzlichen Einschränkung der Abtreibungsmöglichkeit sehe ich ab, jeder ist frei genug selber zu entscheiden. Nur sollte den Menschen genausten bewusst sein was sie damit tun.
 
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  • #30
Hallo

Ich finde, dass eine Abtreibung nicht nur in einer Notsituation gewählt werden muss.
Wenn jemand verhütet hat, in einer Schule/Ausbildung ist, kein Geld vorhanden, alleinstehend ist etc., dann sind für mich das ebenfalls Gründe, welche für eine Abtreibung sprechen.
Lieben Gruss
tm
 
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