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  • #1

Adoption oder Betreuung fremder Kinder anstatt eigener?

Liebes Forum

Ich (w39) liebe Kinder wirklich sehr. Da ich derzeit keinen Partner habe, weiss ich nicht, ob ich noch eigene bekommen werde. Während mich das eine zeitlang eher traurig stimmte, kommen mir nun eher kontruktive Gedanken nach Alternativen zu eigenen Kindern. Ich liebe den Umgang mit Kindern sehr, und Kinder lieben mich in der Regel.
Nun habe ich mir überlegt, einmal in der Woche ein Kind zu betreuen. Damit wäre die Familie/alleinerziehender Vater oder Mutter entlastet, ich hätte Freude und das Kind hätte eine weitere Bezugsperson. Dafür möchte ich kein Geld nehmen, weil es mir ja Freude macht. (Ich kann auch gut mit einem 80 Prozent Gehalt leben. Mir wäre viel wichtiger, dass es eher eine langfristige Beziehung/Bindung zum Kind wäre.

Über die zweite Alternative (Adoption) würde ich erst zu einem späteren Zeitpunkt nachdenken. Hier gibt es ja eine ganze Menge an Formalien.

Hat jemand von euch mit meiner Idee schon Erfahrungen gesammelt und auch ein Kind zur Betreuung? Wäre spannend, eure Erfahrungen zu höre - vielen Dank!

P.S. bitte keine Diskussion darüber, warum ich noch keine eigenen Kinder habe. etc. das ist nicht zentral für meine Frage.
 
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  • #2
Ich finde deine Ansprüche, die du an das Kind, das du betreuen willst, und seine Familie stellst, etwas schwierig und denke, da kann es leicht Konflikte geben. Für die Familie bist du wahrscheinlich nur so etwas wie eine Kinderfrau, du selbst willst aber langfristige Bindungen aufbauen, auf die du so gesehen als fremde Person gar keinen Anspruch hast und die die Familie auf diese enge und langfristige Art vielleicht gar nicht möchte.

Ich habe das bei einer Freundin erlebt, die selbst keine Kinder hat, und die sich deshalb einen ganz intensiven Kontakt zu Nichte und Neffe, welche bei ihr in der Nähe wohnen, aufgebaut hat. Da gibt es öfter Konflikte mit der Mutter, weil sich meine Freundin zu sehr reinhängt und auch in die Erziehung einmischt.

Von diesem Modell würde ich an deiner Stelle Abstand nehmen. Du willst damit eine Art Ersatzkind. Eltern werden aber nicht wollen, dass sich eine dritte Person, die nicht mal zur Familie gehört, auf die Art reinhängt.

Bei der Adoption wird es sicher eine Rolle spielen, dass du schon knapp 40 und alleinstehend bist. Aber dazu können dir vielleicht Leute hier im Forum, die selbst damit Erfahrung haben, mehr sagen.
 
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  • #3
Ich möchte keine (eigenen) Kinder, unter anderem weil diese Welt einfach zu scheiße ist, um Kinder darauf loszulassen. Für mich käme höchstens eine Adoption in Frage. Und ich "arbeite ehrenamtlich" mit Kindern.
Ich kann mir vorstellen, dass es für eine Frau, die definitiv Kinder möchte, Folter ist, stundenweise fremde Kinder zu sitten.
 
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  • #4
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  • #5
Also, wenn ich ehrlich bin, dann habe ich einen kleinen Schock bekommen, als ich beiden Beitrag gelesen habe.

Hast du dich über das deutsche Adoptionsrecht informit? Bei einer Adoption geht es in erster Linie um das Kindeswohl, du hast da nicht mehr viel Zeit. http://web.de/magazine/gesundheit/kind/15425816-adoptionen-lange-warten.html# http://www.familien-wegweiser.de/wegweiser/stichwortverzeichnis,did=101188.html

Zu der anderen Idee, naja... wäre ich eine Alleinerziehende Mutter, dann würde ich so eine Beziehung zur der Pflegemutter nicht haben wollen. Weil es ist auch sicher dein Wunsch, dann auch zum Geburtstag des Kindes eingeladen zu werden, Weihnachten u.s.w., du würdest dem Kind Geschenke machen. Da du eine feste Bezugsperson sein willst, wirst du auch bei der Erziehung mitreden wollen. Du willst einen wichtigen Teil im Leben des Kindes einnehmen. Nein also ich würde sowas nicht haben wollen. Einen Paten okay aber der kommt aus der Familie oder dem Freundeskreis. Du wünscht dir eine langfristige Beziehung zum Kind. Sollen die Eltern dich dann fragen, ob und wann sie umziehen dürfen?

Also ich hallte von beiden Ideen nicht viel oder gebe dir da keine große Chance.
 
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  • #6
Dir sollte klar sein, dass die Betreuung oder Adoption von Kindern wohl was völlig anderes ist als eigene Kinder.
Das kann ein guter Ersatz werden oder auch böse nach hinten losgehen.
Wenn du diese Erfahrung machen möchtest, warm aber auch nicht.

Auf der anderen Seite - warum suchst du dir nicht gleich einen Partner mit Kind. Das sollte doch wohl nicht so schwer sein und dann hast du auch sowas ähnliches wie familiäres Umfeld.
 
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  • #7
Ich denke auch, dass Du als "Babysitter" nicht die Rolle wirst einnehmen können, die Du Dir erhoffst. Das könnte höchstens funktionieren, wenn Du zufällig zum Babysitter wirst, weil z.B. Deine Nachbarn ein Kind haben, das Du öfter im Garten triffst, o.ä.

Ein guter Bekannter von mir hat über Jahre hinweg ein Kind aus dem Kinderheim begleitet - in Form von anfangs ehrenamtlichen Nachhilfestunden 1x die Woche, später hat der Junge sogar ab und an ein Wochenende mit ihm verbracht. Vielleicht wäre so etwas eine Alternative?
 
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  • #8
Ich finde sowas sehr gut. Auch bei mir ist es so, dass ich auf keinen Fall eigene möchte, aber mir vorstellen kann, später vielleicht ein Pflegekind aufzunehmen oder sogar eines zu adoptieren (da gibt es ja glaube ich auch Möglichkeiten außerhalb von Deutschland ohne diese strengen Richtlinien bezüglich des Alters - da kenne ich mich aber nicht aus). Die Welt hat ja nun mehr als genug Kinder, denen es längst nicht allen gut geht. Ist doch eine prima Idee. Es gibt bestimmt Stellen, bei denen du dich weiter erkundigen kannst. Wenn es richtig Ernst werden sollte, wäre vielleicht das Jugendamt ein Ansprechpartner.
 
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  • #9
http://www.hamm.de/familie/eltern/adoptions-und-pflegekinderdienst/pflegekindpflegeeltern.html

lies Dir das mal durch oder frag mal beim Jugendamt nach.

meine ehem. Nachbarn hatten mehrer Pflegekinder. Eines davon haben sie mit 18 nachher adoptiert, da war sie über 10 Jahre in der Familie gewesen.

man bekommt auch für das Kind Pflegegeld, so dass man das auch gut versorgen kann.
 
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  • #10
Dir sollte klar sein, dass die Betreuung oder Adoption von Kindern wohl was völlig anderes ist als eigene Kinder.
Das kann ein guter Ersatz werden oder auch böse nach hinten losgehen.
Wenn du diese Erfahrung machen möchtest, warm aber auch nicht.

Auf der anderen Seite - warum suchst du dir nicht gleich einen Partner mit Kind. Das sollte doch wohl nicht so schwer sein und dann hast du auch sowas ähnliches wie familiäres Umfeld.
Das Kind des Partners ist dann aber auch ein "fremdes" Kind, noch dazu mit einer stets präsenten Mutter im Hintergrund. Und möglicherweise akzeptiert dieses Kind die neue Frau an der Seite von Papa gar nicht.
Nein, solch eine Situation würde ich auf keinen Fall wollen.
 
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  • #11
Hallo.
"Normale" Eltern oder auch "normale" alleinerziehende Mütter werden eher kein Interesse daran haben. Aber ich wüsste was für dich: Google mal unter "Ashoka Deutschland" und suche unter "Fellows" nach entsprechenden Projekten. Es gibt z.B. ein Projekt, das nennt sich "Arbeiterkind" - hier werden gerne Akademiker vermittelt, die sich ab und zu in Arbeiterfamilien einbringen können oder regelmässig Zeit mit dem Kind verbringen wollen um ihnen ein Vorbild zu sein und um Hilfestellung und Perspektiven aufzeigen zu können, was die eigenen Eltern mangels Bildung/Erfahrung nicht können. Außerdem gibt es ein Projekt (auf den Namen komme ich grade nicht), da werden Leute gesucht, die zu einer Bezugsperson für Kinder von psychisch kranken Eltern werden möchten. Sowas wie die "gesunde, starke ältere Schwester" oder so. Damit das Kind wenigstens eine sichere Säule hat. Denn depressive Eltern fallen oft aus und selbst wenn sie da sind, bieten sie emotional wenig Stüze.
Hoffe vielleicht geholfen zu haben!
Viel Glück!
 
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  • #12
hier die #10 noch mal:
Schau mal hier z.B.http://www.pfiff-hamburg.de/betreuungsform/patenschaften/
 
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  • #13
und noch ein link:
http://www.patenschaftsprojekt.de/index.php/2009081062/Presse/Materialien/1_Presse_Film.html
 
  • #14
Du kannst in Deutschland als Single-Frau kein Kind adoptieren. Voraussetzung dafür ist eine Ehe und ein Alter von deutlich unter 40 Jahren. In meinem Verwandtenkreis verlangten sie sogar, ein voll eingerichtetes Kinderzimmer vor einer Adoptionszusage zu sehen - und das, obwohl noch kein Kind in Aussicht war (!).

Es gibt aber ausreichend Kinder, deren Eltern sich nicht oder ungenügend um ihre Kinder kümmern (wollen oder können). Gehe einfach mal in den nächsten Problemstadtteil, suche die dortige Grundschule auf und sprich im Sekretariat vor. Viele Kinder aus ärmeren Familien könnten dringend jemanden gebrauchen, der mit ihnen Hausaufgaben macht oder sie zu Dingen oder Spielen oder Ausflügen animiert, die sie sonst nicht kennen oder finanzieren können.
 
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  • #15
Hier die FS

Zur Konkretisierung: ich lebe in der Schweiz und kenne das Schweizer Adoptionsrecht. Die Schweizer Sozial- und Familienpolitik entspricht nicht der deutschen Sozial- und Familienpolitik. Es gibt kein Erziehungsurlaub/Erziehungsgeld etc. Kinderbetreuung ist Privatsache und keine "Staatsaufgabe". Kinderkrippen/Kindergärten sind sehr teuer. Dafür sehr gut. Es gibt in CH die Möglichkeit 10, 20, 30, ....bis 100 Prozent zu arbeiten. Das ist ganz normal. Viele Eltern teilen sich die Kinderberteung und arbeiten z.b. 40 (Frau) und 80 (Mann).

Ich musste ein wenig schmunzeln, dass einige mich hier als nicht sehr intelligent einstuften und entsetzt über meinen Vorschlag sind. Niemals würde ich mich in die Erziehung einen Kindes einmischen. Mein Patenkind (lebt in Deutschland) hat auch ein Ehepaar, zu dem es einmal in der Woche geht. Ist dann wie Oma und Opa. Das ist bestens. Ich hatte das in meiner Kindheit auch. Nie hat sich jemand in die Erziehung eingemischt. Das macht ein gebildeter und empathischer Mensch nicht!

@Gast 10: ganz herzlichen Dank für deine Vorschläge und die Links. Das Projekt "Arbeiterkind" trifft mich mitten ins Herz. Schon lange wollte ich mich gern ehrenamtlich genau für so eine Tätigkeit engagieren. Die letzten Jahre war ich beruflich zu sehr eingespannt. Ich werde recherchieren, ob es in CH ähnliche Projekte gibt. Danke vielmal für deine "Unterstützung". Toll.
 
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  • #16
Liebe FS
Ich lebe auch in der Schweiz, habe selber keine Kinder und war einmal an einem Vortrag über "Patenschaften". Dort können sich Eltern melden, die überfordert sind oder ihrem Kind etwas mehr bieten möchten. Ich glaube, jedes zweite Wochenende könntest (müsstest) du dann mit einem Kind oder vielleicht sogar Geschwistern etwas unternehmen. Das Gute ist, dass alles über eine Ombudsstelle läuft. Auf mich hat die Idee und ihre Umsetzung einen sehr seriösen Eindruck gemacht! Es ist aber auch eine Verpflichtung, die mittels einer schriftlichen Vereinbarung getroffen wird. Leider weiss ich den Namen des Vereins nicht mehr....
Ob man sich in die Erziehung eines Kindes einmischt, hat nichts mit Bildung zu tun, aber gerade eben mit Empathie dem Kind gegenüber...Ich könnte es nicht ertragen, zu wissen, dass ein Kind zu Hause angebrüllt, mit allen möglichen Strafen gemassregelt oder vernachlässigt wird usw. Darum habe ich mich (wir uns, mein Partner war auch dabei) dagegen entschieden.
 
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  • #17
Nun habe ich mir überlegt, einmal in der Woche ein Kind zu betreuen. Damit wäre die Familie/alleinerziehender Vater oder Mutter entlastet, ich hätte Freude und das Kind hätte eine weitere Bezugsperson. Dafür möchte ich kein Geld nehmen, weil es mir ja Freude macht. (Ich kann auch gut mit einem 80 Prozent Gehalt leben. Mir wäre viel wichtiger, dass es eher eine langfristige Beziehung/Bindung zum Kind wäre.
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Es wäre m.E klüger ein massvolles Entgelt zu nehmen, das kannst Du stillschweigend für das Kind anlegen. Was nix kostet ist nix wert. Es ist bitter sich eventuell hinterher ausgenutzt zu fühlen, auch im Beruf hat man Freude und muss sich trotzdem nicht schämen ein Gehalt anzunehmen...