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  • #1

AE-Mutter: schlechtes Gewissen wegen Vollzeit-Job?

Hallo, liebe Forum-Gemeinde. Habe folgende Problem, meine Kinder sind 5 & 7 J. jung. Ich bin z.z. arbeitslos , habe aber eine Stelle in Aussicht, wo ausser Vollzeit noch sehr ungünstige Arbeitszeiten dazu kommen. Schichten ca. ab 7.00 und bis 18.00 plus ca. 1 Stunde Fahrt. Ich habe kein gutes Gefühl, weil es dann bedeuten würde, ich werde meine Kinder sehr selten zu Gesicht bekommen. Aber eine Alternative dazu wäre H4! Wie würdet ihr entscheiden? Würdet Ihr das Angebot annehmen? Danke vorab
 
  • #2
Nein, würde ich nicht - ich würde auch keine Schicht arbeiten mit Kindern. "Arbeitslos" bist Du in meinen Augen nicht - mit Kindern hast Du immer Arbeit - Du bist erwerbslos, aber nicht "arbeits"los.
Wenn Du kein gutes Gefühl hast, dann höre auf Dein Gefühl und suche lieber weiter. Wer würde sich denn um Deine Kinder kümmern, wenn Du unterwegs bist? Betreuung kostet auch Geld, und für die Kinder ist es nicht gut. Dann lieber vorübergehend ALG II, aber vielleicht findest Du auch noch eher was Geeignetes, gib nicht auf!
Übrigend hättest Du ein Recht auf eine Teilzeitstelle - jedoch macht sich das nicht gut, vor Anstellung gleich auf Recht zu beharren - mit der Stelle wird es dann nämlich gar nichts.
Meine Meinung: Höre unbedingt auf Dein Bauchgefühl und finde eine Stelle, mit der Du Deine Familie in Einklang bringen kannst. Es gibt genug familienfreundliche Arbeitgeber, schau doch mal bei DM oder Rossmann - denn wenn Du mit schlechtem Bauchgefühl arbeitest, bekommt Du den Job eh nicht gut auf die Reihe, und davon hätte am Ende niemand etwas.
Suche weiter nach DEINEN Kriterien oder nach einer Stelle, wo die Kompromisse für beide Seiten akzeptabel sind. Deine Kinder sollten immer vorgehen.
Ich bin sicher, Du findest etwas, was besser ist, toi toi toi!
 
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  • #3
Liebe FSin,

ich würde die angebotene Stelle annehmen. Voraussetzung ist allerdings, dass deine Kinder während deiner Abwesenheit eine absolut gute und zuverlässige Betreuung haben. Die Kinder benötigen diese Betreuung durchgehend, also keine Stunde ohne Aufsicht, dazu sind sie einfach noch zu jung.
Wichtig ist natürlich ebenso, dass du möglichst schnell wieder im Arbeitsmarkt integriert bist. Wenn du erst mal Fuss gefasst hast, könnest du dich mit Ruhe nach einer anderen Arbeit umsehen mit familienfreundlicheren Arbeitszeiten.
Wünsche dir viel Glück dabei.
 
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  • #4
Wie sind deine Kinder denn sonst betreut? Geht auch das jüngere Kind schon zur Schule? Ganztags, oder gibt es einen guten Hort? Ist eine Großmutter, Tante oder eine ähnlich vertraute Person in der Nähe, die die Betreuung übernehmen könnte und wollte?

Eine gute Bekannte von mir hat dasselbe Problem mit einer wirklich fantastischen Tagesmutter gelöst - einer Frau, die in der Nachbarschaft wohnt und flexibel mit den Zeiten ist. Die Kleine ist nicht mehr klein, sondern jetzt 12 Jahre alt, und sie geht immer noch nach der Schule hin, so begeistert ist sie!

H4 ist die schlechteste aller Lösungen. Im Notfall, und nur dann, ist das ein Ausweg. Aber was für ein Vorbild bist du dann für deine Kinder? Bedenke, sie sind nicht unentwegt zu Hause, sondern durch Schule und evtl. Kindergarten viel nicht da. Du musst nicht von früh bis spät zur Verfügung stehen. In den Zeiten, in denen deine Kinder zu Hause sind, kann eine andere vertraute und vertrauenswürdige Person einspringen.
Sooooo klein sind sie auch nicht mehr, sie werden dich entbehren können! Wenn du Frühdienst hast, bist du ja auch schon am Nachmittag zu Hause.

Nimm den Job, wenn du die Betreuung regeln kannst. Du kannst ja trotzdem nach einer Arbeit in deiner Nähe, vielleicht Teilzeit, weiter Ausschau halten.
 
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  • #5
Ich war schon einmal in einer ähnlichen Situation. Ich habe mich für mein Kind entschieden, weil ich finde, dass es nur ein paar Jahre sind, diese Jahre aber so wichtig für das Kind sind. Ich bin also zu Hause geblieben und habe dann als Tagesmutter noch Geld nebenbei verdient. Das ging gut, und ich war immer für mein Kind da. Heut ist meine Tochter ein sehr glücklicher ausgeglichener Mensch, was ich auch darauf zurück führe, dass sie immer genug Aufmerksamkeit und Liebe bekommen hat, genug von mir gespiegelt wurde. Denke immer daran, es sind wirklich nur ein paar Jahre (vielleicht bis zwölf) wo sie Dich absolut brauchen. Ich bin fest der Überzeugung, dass man diese Jahre seinen Kindern schenken sollte. Das ist viel viel wichtiger als Geld.
 
  • #6
Ich bin hin- und hergerissen.

Einerseits finde ich es eine moralische Pflicht, nicht die Sozialgemeinschaft zu belasten, sondern sich selbst zu versorgen. Kinder hin und Kinder her, jeder Erwachsene muss eben für sich arbeiten. Mal ist das hart, mal weniger, das Leben ist kein Ponyhof. Es gibt weiß Gott genug Familien, intakte wie zerrüttete, wo Eltern unter ganz genau solchen Bedingungen arbeiten und in die Kassen einzahlen, von denen Du sonst leben würdest.

Andererseits ist dieser konkrete Job mit Fahrtzeiten und Schichtarbeit natürlich ganz besonders ungünstig. Wie schwierig ist es denn, mit Deiner Qualifikation einen Arbeitsplatz zu finden? Wie gut wären die Chancen, Alternativen geboten zu bekommen? Eigentlich ist die Zeit für Jobsuche doch wieder sehr gut und keineswegs mehr so jämmerlich.
 
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  • #7
Nein - selbst die beste Kinderbetreuung kann nicht wettmachen, dass Du Deine Kinder dann nur noch zum ins-Bett-bringen und morgens aus-dem-Bett holen siehst. Soviel ist kein Job dieser Welt wert!

Nutze die Zeit, um nach einem anderen Job zu suchen, der besser auf Deine familiäre Situation paßt - selbst wenn dies bedeutet, kurzzeitig H4 zu beziehen.
 
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  • #8
Tu es nicht und habe auch kein schlechtes Gewissen deswegen. Genau zu diesem Zweck sind unsere Sozialkassen da. Ich sehe das keineswegs als Ausnutzen der Sozialsysteme.
 
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  • #9
Es ist immer das gleiche Dilemma :) Und ich bin froh, diese Betreuungszeiten hinter mir zu haben.

Auch wenn ich weder Schichtarbeit - noch so lange Anfahrtswege - hatte. Hast Du Dir mal überlegt ein Au Pair Mädchen zu holen (falls der Platz in der Wohnung reicht) ?

Ich habe das damals so geregelt. Konnte wunderbar arbeiten, auf jeglichen Unterhalt verzichten und die Kinder hatten tolle Zeiten.

Und im Endeffekt ist es wesentlich verlässlicher und günstiger als eine Tagesmutter oder Tagesomi
 
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  • #10
Hallo, liebe Forum-Gemeinde. Habe folgende Problem, meine Kinder sind 5 & 7 J. jung. Ich bin z.z. arbeitslos , habe aber eine Stelle in Aussicht, wo ausser Vollzeit noch sehr ungünstige Arbeitszeiten dazu kommen. Schichten ca. ab 7.00 und bis 18.00 plus ca. 1 Stunde Fahrt. Ich habe kein gutes Gefühl, weil es dann bedeuten würde, ich werde meine Kinder sehr selten zu Gesicht bekommen. Aber eine Alternative dazu wäre H4! Wie würdet ihr entscheiden? Würdet Ihr das Angebot annehmen? Danke vorab

Nein! Würde ich nicht. Lieber von H4 leben und weiter suchen. H4 ist nicht schön, aber du hast bessere Bedingungen, für deine Kinder, die noch so jung sind, da zu sein.

Wo willst du deine Kinder unterbringen? Wer versogt die Kinder mit Abendbrot und Schulaufgaben etc.?

w 47
 
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  • #11
Arbeit annehmen und dann gibt es zwei Möglichkeiten.

1. ) Weiter bewerben. Als Arbeitende hast du irgendwie mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt als als Dauerarbeitslose. Vielleicht ist von dem Gehalt eine kleine Putzhillfe drin, die dir dann die Hausarbeit macht. Habe ich mir auch gegönnt und wenn sie nicht grad alles macht, auch erschwinglich.

2.) Bei absolutem Gefallen an der Arbeit und einer gewissen Sicherheit evtl. umziehen, damit sich der Arbeitsweg verkürzt.


Gegenfragen: Von wem wurde dir diese Stelle in Aussicht gestellt? Wußte dieser von deiner Situation? Ist das Gehalt auch so, dass sich nach Abzug der Ausgaben ein Mehr auf deinem Konto abzeichnet?

w,39
 
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  • #12
Wenn der Job finanziell dir deutlich mehr bringt als Hartz4 (auch nach Abzug von dadurch entstehende Kosten, wie Fahrkosten, Kinderbetreuungskosten), du die Kinderbetreuung vernünftig geregelt kriegst, und die neue Arbeit dich reizt (nicht nur Geldtechnisch), dann solltest du dir den Job nicht durch die Lappen gehen lassen.
Denk nicht nur an jetzt, denk auch an später.
Due Kinder werden größer, gehen nach der Schule vermehrt zu Freunden - somit wären sie eh nicht permanent um dich, auch wenn du zuhause bleiben würdest.
Mag sein, dass es jetzt die Möglichkeit der Versorgung durch den Staat gibt - für deine spätere Rente wird diese Zeit jedoch nichts bringen.
Du mußt auch an die Zukunft denken, ein 15-Jahre-Rentenloch wegen Kinderbetreuung heißt vielleicht, dass du auch im Alter kaum mehr als H4 zur Verfügung haben wirst.
Willst du dein ganzes Leben so verbringen, immer jeden Euro fünfmal umdrehen?
Ich wünsche dir viel Glück, dass du den Sprung zurück in das Berufsleben schaffst.
Alles Gute.

w(42)
 
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  • #13
Nein. Nicht annehmen. Ich arbeite mit Kindern und sehe, was rauskommt, wenn sie ihre Eltern SO selten sehen. Gibt es nicht noch irgendeine Alternative? Alle noch so tollen Betreuungsangebote können die Eltern nicht ersetzen!
 
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  • #14
Liebe FS,
ich stimme #7 und 12 in allem zu.
Nimm auf keinen Fall den Job mit diesen Arbeitzeiten an. Suche lieber nach einer anderen Stelle, in der Du auf Teilzeitbasis arbeiten kannst. Du bist Mutter und Deine Priorität sollten die Kinder sein. Sieh es mal auch aus der Sicht Deiner Kinder. Was ist ihnen wichtiger: eine Mutter zu haben (der Vater ist nicht mehr Teil der Familie - schon schlimm genug), die für sie Zeit hat, ihnen Aufmerksamkeit, Halt geben kann, aber dafür auf einige materielle Dinge und einen großen Urlaub zu verzichten, oder weitestgehend fremderzogen zu werden und eine total gestresste Mutter zu haben, die sie nur materiell versorgen kann.
Hör nicht auf die empathielosen Ratschläge kinderloser Frauen hier, die meinen Du sollst nur an Deine finanzielle Zukunft denken. Denke vor allem an Deine Zufriedenheit und an das Wohl Deiner Kinder.
… eine zufriedene in Teilzeit arbeitende alleinerziehende Mutter
 
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  • #15
Meine Eltern waren beide Vollzeit Berufstätig und ich habe sie unter der Woche eben nur Abends gesehen und das seit frühester Kindheit.
Weder ich noch meine beiden Geschwister fanden das übermäßig schlimm noch hat das irgendwelche negativen Spuren bei uns hinterlassen.
Dementsprechend sage ich entgegen meiner Vorposter: nimm den Job an.
 
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  • #16
Hier kommt es drauf an, ob die Betreuung Deiner Kinder gesichert ist. Hast Du das Jobangebot vom Arbeitsamt bekommen? Es ist zwar immer gut einen Job zu haben, statt Arbeitslosengeld bzw. H4, allerdings sollte der neue Job im Einklang mit der Familie stehen. Eine Tagesmutter kann sehr teuer werden. Du solltest Dich nach einem Job umschauen, der familienfreundlicher ist, sonst bist Du eine völlig gestresste Mutter, die ständig ein schlechtes Gewissen hat und ihre Kinder kaum noch zu Gesicht bekommt.

w
 
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  • #17
Meine Eltern waren beide Vollzeit Berufstätig und ich habe sie unter der Woche eben nur Abends gesehen und das seit frühester Kindheit.
Weder ich noch meine beiden Geschwister fanden das übermäßig schlimm noch hat das irgendwelche negativen Spuren bei uns hinterlassen.
Dementsprechend sage ich entgegen meiner Vorposter: nimm den Job an.

Die Zeiten haben sich aber geändert und vielleicht sind dir die Folgen dieser mangelnden Elternbetreuung noch nicht bewusst, aber kein Mensch kann mir erklären, dass solch ein Abwesenheit der Eltern keine psychischen negativen Folgen bei den Kindern hinterlässt.

Ich bleibe dabei, die FS ist Mutter und nicht verpflichtet so einen familienunfreundlichen Vollzeit-Job anzunehmen.

FS, wo bist du? Keine Meinung zu den Beiträgen hier?

w 47
 
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  • #18
Auch ich bin gespannt auf ein Statement der FS zur Betreuungssituation.

[Mod.= gelöscht! Hier geht es um Fragen und Antworten, nicht um statistische Auswertungen/Aufstellungen. die helfen niemandem.]
 
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  • #19
FS an alle. Vielen dank für Eure Beiträge und SORRY für meine verspätete Reaktion! Im Falle von #14 würde ich auch vor allem die Frage stellen, wer die Kinder, und zwar "seit frühester Kindheit" betreut hat? Meine Betreuungssituation sieht folgendermassen aus: mein Ex sollte bei mir als Mieter einziehen und die Kinder morgens und abends betreuen. Das hat urspr. mit meiner beruflichen Situation nichts zu tun, sondern eher mit seinen beruflichen und finanziellen Angelegenheiten. Ich habe keine Probleme damit, das wäre eine separate Wohneinheit und für mich eine einzige denkbare Lösung , weil ich eine Tagesmutter aus dem angebotenen Gehalt nicht bezahlen könnte. Ich bin hochqualifiziert, wohne aber im ländlichen Bereich mit angemessenen Job-Chancen. Der Job reizt mich nicht allzu sehr, immerhin würde ich gerne wieder berufstätig werden aber nicht auf Kosten meiner Kinder. Und natürlich bin ich dabei, mich aktiv weiter zu bewerben. Ich bin hin- und hergerissen, neige aber dazu, den Job erstmal anzunehmen. Wenn ich merke, dass es wirklich nicht mehr geht, kann ich immer noch H4 beantragen.
 
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  • #20
@18
Schön, dass du dich noch einmal gemeldet hast!
Ja, versuche einfach, ob es klappt. Ich möchte dich ermutigen, aus vielen Gründen, auch aus dem:

Wenn du weiterhin nach einem passenderen Job Ausschau hältst (und das solltest du tun), dann ist es viel leichter, sich aus einem Arbeitsverhältnis heraus zu bewerben als aus einer H4-Situtation. Jeder Arbeitgeber sieht das so!

Zum Thema Tagesmutter: Du müsstest sie doch nicht allein bezahlen, oder?
Dein Ex kann dazu beitragen, wenn nicht, gibt es Hilfe vom Staat, und in dem Fall würde ich sie ruhigen Gewissens annehmen.

Wenn dein Ex deine/eure Kinder mit-betreut - schön. Gut.
Bedenke nur, dass du es mit dem Ex im Hause sehr viel schwerer haben wirst, wieder einen Partner zu finden. Das ist hier nicht das Thema, deshalb nur am Rande. Du solltest es aber bei deinen Planungen mit bedenken, denn es geht auch um dein Leben, deine Zukunft, dein Glück - nicht NUR um deine Kinder.
 
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  • #21
Also wenn Du sicher weisst, das Dein Expartner auf die Kinder aufpassen kann und er auch verlässlich ist, dann könntest Du den Job annehmen und auch beim neuen AG darauf hinweisen, dass die Betreuung Deiner Kinder gesichert ist (die Frage wird ganz sicher kommen) verständlich, dass eine Tagesmutter für diesen langen Zeitraum zu teuer ist und das mit dem Ex wäre eben die günstigere Lösung.

Im schlimmsten Fall könntest Du, falls Du merkst, es geht nun noch nicht mit dem Job, während dieser Zeit einen neuen, familienfreundlicheren Job suchen und wärst nicht auf H4 angewiesen.

w
 
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  • #22
Der Job reizt mich nicht allzu sehr,

immerhin würde ich gerne wieder berufstätig werden aber nicht auf Kosten meiner Kinder.

Ist es nicht in Wirklichkeit der erste Teilsatz, der Dich von der Arbeitsaufnahme abhält? Es ist nicht so der Traumjob, unbequem, lange Fahrzeiten, Schichtdienst, dazu hast Du vermutlich wegen der Kinder schon 7 Jahre beruflich ausgesetzt und traust Dich jetzt nicht mehr so richtig ran? Was liegt da näher, als zu sagen "das geht auf Kosten meiner Kinder, das mach ich nicht!", eine schöne, bequeme Rechtfertigung, die in Deutschland immer noch "zieht". Französische oder skandinavische Frauen würden sich darüber eher kaputtlachen...

Mal ehrlich, die Kinder sind doch allerbestens durch eine vertraute Bezugsperson, nämlich ihren Vater versorgt. Der wird ja nicht nur auf sie aufpassen, sondern sich auch bezüglich Hausaufgaben und Freizeit um sie kümmern. Den Kindern fehlt also keine Elternzeit, sie haben keinerlei Nachteile. Besser geht es doch gar nicht!

Nur DU hast weniger Zeit mit ihnen, das ist sicher eine Umstellung. Versuche doch mal ehrlich mit Dir selbst zu sein und prüfe Deine wahren Motive, warum Du bei dem Job zögerst. DEIN Leben wird unbequemer, stressiger, aufwändiger, anstrengender, fremdabhängiger, alles muß gut geplant werden. Im Vergleich mit Deinem bisherigen Leben als Hausfrau mit freier Zeiteinteilung und deutlich weniger Arbeit (denn die Hausarbeit musst Du ja auch mit Job noch erledigen) sieht das natürlich erstmal wie die schlechtere Wahl aus.

Nur ist ALG2 entgegen Deiner Ansicht eben kein Mutter- Hausfrauen- und Erziehungsarbeitslohn, der zur Wahl steht, wenn man entscheidet, ob man sich lieber um die Kinder kümmert oder arbeiten geht. ALG2 steht erwerbsfähigen Menschen zu, die ihre materiellen Grundbedürfnisse nicht aus eigener Erwerbstätigkeit (oder durch die Hilfe anderer) decken können. Du könntest Deinen Lebensunterhalt durchaus selbst decken, überlegst aber, ihn von den Menschen bezahlen zu lassen, von denen ein Teil sich vermutlich auch jeden Morgen zu ihrem Nicht-Traumjob mit langer Anfahrt und Arrbeitszeiten schleppt und die Kinder fremdbetreuen lässt. Diese Einstellung finde ich sehr egoistisch!

Wovon lebst Du eigentlich jetzt?

w, 50
 
  • #23
@Gast 50: Ich finde Deine Fragen und Mutmaßungen der TE gegenüber sehr verletzend und würde sie sogar als heimliche Versuche der Manipulation ansehen. Übrigens - man unterstellt anderen immer genau das, wozu man selbst neigt...
 
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  • #24
Die Zeiten haben sich aber geändert und vielleicht sind dir die Folgen dieser mangelnden Elternbetreuung noch nicht bewusst, aber kein Mensch kann mir erklären, dass solch ein Abwesenheit der Eltern keine psychischen negativen Folgen bei den Kindern hinterlässt.
Dann erzähl uns doch erst mal an welchen negativen Folgen ich und meine Geschwister jetzt leiden.

@FS: zuerst waren wir in einer Kinderkrippe, dann Kindergarten, dann ein Au-pair Mädchen und als ich ca. 12 war sind wir auch alleine zurecht gekommen (mein älterer Bruder war da 14).
Ich hatte nie das Gefühl das mir etwas fehlen würde oder das meine Eltern mich nicht lieben würden.
 
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  • #25
FS an #22. Danke, das sehe ich genau so. Vor allem, weil ich in meinem Beitrag (#18) bereits erwähnt habe, ich würde den Job annehmen, wenn nichts besseres kommt, daran arbeite ich noch. Ich befürchte, dass ich es einfach physisch nicht verkrafte, regelmässig um ca. 5.00 Uhr aufzustehen. Die Alltagsbelastung kommt natürlich noch dazu. Ich habe gesundheitliche Probleme und bin fast 40. Ich habe schon Erfahrungen mit birn-out gemacht und denke mal, in diesem Falle wäre es auf Dauer gesehen beinahe vorprogrammiert. Ich finde nach wie vor, es ist wichtig, dass ICH als Mutter, und nicht mein Ex oder Au-Pair-Madchen viel Kontakt zu den Kindern haben und sich um sie kümmern. Ich sehe es als meine primäre Aufgabe, nicht nur die Kinder materiell zu versorgen, sondern auch Werte vermitteln, die für mich wichtig sind. Ausserdem wenn Kinder mich nur am WE sehen, werde ich als Person doch etwas "fremder" für sie. ich war über Jahre Berufspendlerin und ich glaube nicht, dass dieser Zustand für uns alle wirklich optimal war. Mehr dazu kann ich wirklich nicht sagen.
 
  • #26
Ich war/bin in einer ähnlichen Situation und kann dir nur meine darlegen. 2 Kinder, 4 und 6 Jahre. Ich bin seit der Geburt meines Sohnes (4) allein mit den Kids, unfreiwillig. Ausgesetzt habe ich nach der Geburt nur 1/2 Jahr, danach bin ich zu 80% wieder eingestiegen und auch ich habe je 1h Fahrtweg von und zur Arbeit. Die Kinder wurden in der Zeit in der Krippe bzw. im Kindergarten betreut.

Nach fast 4 Jahren hab ich aber aufgegeben. Mich hat das aufgefressen und krank gemacht. Gelebt habe ich nur für den Job und die Kinder, für nichts anderes gab es Platz, nicht mal für alltägliche Dinge wie Haushalt & Co.
Der Streß war mehr psychisch als physisch und hat dafür gesorgt, dass der Ton zu Hause bei uns schärfer wurder. Unter Streß fangen normale Situationen mit den Kinder schnell an zu nerven. Als mir aufgefallen ist, dass meine Kinder leiden müssen, hab ich die Reißleine gezogen. Jetzt setze ich regulär 1 Jahr aus, allerdings nicht zu Lasten der Allgemeinheit. Ich beziehe keine Sozialleistungen.

Mich hat die Arbeits- und Fahrtwegbelastung zusammen mit dem Alleinerzieherstatus krank gemacht. Ich hoffe, dass sich mein Gesundheitszustand in dem Jahr bessern wird. Wie es weiter geht, weiß ich noch nicht. Noch kann ich mir etwas Zeit lassen mit der Frage.

Du solltest dich aber selbst fragen, ob in der Konstellation mit dem Ex in deinem Haus/deiner Wohnung überhaupt die Möglichkeit besteht, ein kinderfreies Wochenende zur Erholung zu nutzen. Wenn du nicht regelmäßig die Chance hast, für ein oder zwei Tage aufzutanken, hältst du das nicht lange durch (fürchte ich).

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute bei deiner Entscheidung, wie auch immer sie ausfallen wird!
 
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  • #27
Deine Kinder sind noch viel zu jung.
Dein Bauchgefühl sagt Dir doch schon, dass du das nicht wirklich willst.
Nun holst du Dir das OK von hier?
Such Dir einen anderen Job, den Du mit Deinen Kindern besser vereinbaren kannst.
Wenn Du keinen findest, dann nutze die Zeit und bilde Dich weiter.(Volkshochschule, Arbeitsamt usw.) Für die Zeit, in der Du nicht da bist, suchst Du Dir eine Tagesmutter, die Kosten übernimmt das Jugendamt. Das ist ja dann nur befristet.
Dann erhöhst Du Deine Chancen, eine Arbeit zu finden und Deinen Kindern ein gutes Vorbild zu sein.
H4 - mit der Aussicht würde ich mich nicht zufrieden geben.
Es liegt an DIR und NUR an Dir!
Ich wünsche Dir viel Glück.
 
  • #28
Hallo FS, Kinder sind soooo schnell groß - du kannst es dir vermutlich jetzt nicht vorstellen, aber das geht viel schneller als man denkt.
Man bekommt Kinder nicht, um sie möglichst schnell irgendwo abzugeben, oder?

Die Situation vieler heutigen Eltern ist schwer und erinnert mich an einen Spruch aus meiner Jugend: "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt". DAS hat sich zum Glück verändert und man könnte diesen Spruch heute für Eltern, vor allem wenn sie AE sind, anwenden.
 
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  • #29
Egal was hier geschrieben wird, die Gesetze, unsere netten frauenfeindlichen, haben für Dich entschieden. Nimm den Job, sonst gehst Du ganz drauf! Die Betreuung der Kinder wird nie optimal laufen aber dennoch hast Du eigentlich keine Wahl, es sei Denn Du bist in einem gefragten Bereich tätig.
 
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  • #30
An die FS:

Du fühlst das ganz richtig: Kinder bekommt man schließlich nicht deshalb, damit man sie von Anderen betreuen lässt...wobei weiterhin noch zu berücksichtigen ist, dass sie Dich in diesem Alter noch besonders brauchen.
Auch wenn man mit Harz IV keine großen Sprünge machen kann - was zählt, ist doch die seelische Lebensqualität Deiner Kinder und Dir! Und die ist mit Reichtum an Zeit wesentlich größer als mit Reichtum an Geld - falls man bei dem angebotenen Job überhaupt von materiellem Reichtum sprechen kann.
Auf solch perverse Ideen, Kinder möglichst früh in Kinderkrippen etc. zu geben, können nur Politiker/innen kommen, aber keine Menschen, bei denen man noch ein Herz im Leibe pochen hört anstatt das Rumpeln von Steinen.
Sämtliche existierende Studien mit Langzeiterfahrungen - z. B. aus England und den USA - bestätigen auch, dass es sich sehr negativ auswirkt, wenn Kinder so früh von den Eltern in anderweitige Betreuung gegeben werden.
Du bist also in jeder Hinsicht auf der sicheren Seite mit Deinen Skrupeln, Deine Kinder eventuell wegzugeben, denn die Geborgenheit und Liebe die D u ihnen geben kannst, kann ihnen k e i n e andere Person geben - die wird lediglich bezahlt für das Aufpassen...
 
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