• #31
Wenn ich etwas mit einer vergebenen Frau anfange, ist doch mein eigenes Handeln aus moralischer Sicht fragwürdig. Worin sollte nun der Sinn liegen, den gehörnten Partner zu informieren?

So manche Affärenfrau erhofft sich, wenn die Ehefrau Bescheid weiß, schmeißt sie ihren Gatten raus und er kommt dann zu ihr. Die Frau kann man ja auch anonym informieren oder den Mann markieren (Parfum, Lippenstift, Haare an der Kleidung/im Auto, eindeutige Zettelchen in der Anzugstasche), in der Hoffnung, die Ehefrau kommt von selbst drauf. Verliebte Affärenfrauen sind da schon erfinderisch, wenn sie den Mann für sich wollen und dieser keine Anstalten macht, sich von seiner Ehefrau zu lösen und ganz zur Affärenfrau zu wechseln.
Manche Affärenfrauen suchen aber auch das direkte Gespräch mit der Ehefrau, z.b. wenn sie merken, dass ihnen der Mann entgleitet.
 
  • #32
Ich fand es gut, dass mich die Affären über das Treiben meines Exmannes informiert haben. ...
Dass es nur das Paar was angeht ist Unfug, wenn er lügt.

Interessant.
Ich hatte lange Zeit eine Affäre mit einem Mann - erst waren wir beide Single, dann hatte er eine Freundin, dann war er verlobt und jetzt hat er geheiratet und ein Kind. Ich habe mir zeitweise auch überlegt, ob seine Freundin/Frau es wissen sollte, weil sie einen Mann heiratete und jetzt ein Kind hat mit einem Mann, der sie schon während der Kennenlernzeit betrogen hat.
Ich hatte es erst nicht so ernst genommen, als ich erfuhr, dass er liiert ist, weil er für mich nicht so der Beziehungsmensch war. Ich war total geschockt, als ich durch einen Zufall mitbekam, dass er geheiratet hat (hat er mir nicht gesagt) und als ich dann auch noch mitbekam, dass seine Frau die ganze Zeit schwanger war, als wir uns trafen, war ich mehr als entsetzt und hab den Kontakt eingestellt.
Aber soll man einer schwangeren Frau dann die Wahrheit sagen? Was bringt das?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man als Affärenfrau sowieso den Kürzeren zieht, weil der Mann der Frau das Blaue vom Himmel runterlügt.
Mein Mann hat mich auch betrogen und erzählte dann, dass die Frau verrückt sei, die behauptet, sie hätte was mit meinem Mann, sie wäre eine Stalkerin - und ganz ehrlich: Ich wollte ihm glauben, weil die Lüge leichter zu ertragen war als die Wahrheit.
Also ich fordere alle Frauen auf Männer zu verachten, die Seitenspringer, Affärenliebhaber, gerne auch mit den Lügenworten 'du bist was besonderes', 'habe ich noch nie gemacht', 'ich bin so in dich verliebt' sind und deren Freundin zu informieren.
Das wäre schön, weil dann die ganzen Betrüger und die Hälfte aller EInträge hier auf EP verschwinden würden, ist aber unrealistisch.
Weil die Affärenfrauen ja wissen, dass sie damit jegliche Chancen auf weitere Treffen zunichte machen UND manche wollen sich auch den Stress ersparen, den sie dann mit der Ehefrau bekommen (oder gar der ganzen Familie). Und dann gibt es ja auch noch Frauen, die ihre Affäre genießen und den Mann gar nicht für den Alltag wollten, gerade WEIL er ein Betrüger ist.
 
  • #33
Ja, ich kenne die Einstellung hier!
Die Ist: Jeder ist sich selbst am nächsten: Also mischt sich keiner in etwas ein.

Ich sehe das anders…. Ich würde die Ehefrau sofort informieren.

Es ist eine allgemeine Einstellung in Deutschland von vielen Menschen. Wegschauen, hin nehmen, dulden, sich nicht einmischen, egal ob im privatem wie auch beruflichen. Somit wird immer mehr Leid verursacht, Kollegen dulden Mobbing, schlechte Behandlung von sich selbst und den Kollegen, keiner will, oder getraut sich, zusammen zu stehen und die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Ich bin auch dafür. Die Wahrheit ans Licht, sofort!, also die Ehefrau/Ehemann informieren!

W Ü50
 
  • #34
Als ich als Ehefrau betrogen wurde und schon etwas ahnte, es aber nicht beweisen konnte, war es für mich wie eine Erlösung, als es endlich herauskam und ich nicht als die Ehefrau mit übertriebener Eifersucht dastand, die einfach nur zickig war.
Mein Ehemann warf mich nämlich vor, mit meiner Eifersucht unsere Ehe zu gefährden, dabei hatte er eine sehr aktive Geliebte...
Ich dachte, ich schnappe noch über.
Als Geliebte wäre mir der Stress zu groß, dass dann die heulende Geliebte bei mir zuhause auftaucht, oder auf der Arbeit.
Ich würde allerdings als Geliebte meine Affäre nicht schützen, wenn die Frau aus eigenen Stücken herausbekommt, dass da evtl. etwas sein könnte und mich kontaktiert. Da würde ich nicht lügen.
ich hatte als Ehefrau die Geliebten meines Mannes teilweise kontaktiert und die haben alle immer alles geleugnet. Lag wohl daran, dass sie sich mehr erhofften und damit ihren "kurzen Hebel abgebrochen hätten", wie @Lebens_Lust es formulierte.
Übrigens: Obwohl die Geliebte am kürzeren Hebel sitzt, ist ihre Position wesentlich angenehmer als die der betrogenen Ehefrau, denn als Ehefrau ist dein Leben komplett zerstört, wenn du so etwas mitmachen musst, als Geliebte ist es eben "nur" eine Liebesgeschichte, die unglücklich lief. Als Geliebte hast du auch immer die Wahl, weiterzumachen oder es zu beenden - das ist als Ehefrau wesentlich schwieriger, erst recht mit Kindern, weil man in jeglicher Hinsicht abhängig ist und nicht einfach so gehen kann.
 
  • #35
Ich denke, es kam nicht klar genug rüber:
wenn eine Frau bemerkt, dass sie nur die Zweit-, Dritt- oder Viertfrau ist, also eine Affäre mit einem liierten Mann hat, dann soll sie sich sofort trennen. Ich glaubs einfach nicht, dass immer mehr Frauen sich zu Wort schreiben und gestehen, sie waren auch einmal eine Affäre. Wie kann man als Mensch (um geschlechtsneutral zu bleiben) Betrug und Lügen aktiv unterstützen???
Und wie gesagt eine offene Beziehung ist es in solchen Fällen nicht, da dann kein Betrug und keine Lügen nötig wären.

Leider unterschätzen Frauen und Männer die Gefahr von Geschlechtskrankheiten, das Argument: man weiß doch wie der "Partner" (Affäre) lebt, ist naiver als naiv oder kurz gesagt falsch.
Tut mir leid, aber was mich betrifft, möchte ich mir keine Geschlechtskrankheit einfangen, erst recht keine mit potentiell tödlichem Ausgang.
Ich habe das Beispiel von dem in Italien verurteilten Mann gebracht, glaubt ihr ernsthaft, die 30 (es könnten auch mehr sein, aber jedenfalls wurden diese 30 ermittelt) Frauen haben vor Gericht gelogen und wussten von dem HIV-infizierten Mann und haben die Ansteckung gewollt? Nein, der Mann hatte es bewusst verschwiegen, obwohl er es wusste.
Verschweigen, bewusst anlügen ...es ist immer derselbe Kreis und nein, da mache ich nicht mit.

Es geht um meine Gesundheit, es geht darum, dass ich "ich liebe Dich" nicht zu meinem Partner sagen würde, wenn ich wissen würde, er geht fremd und ich würde ihn auch nicht kostenlos aus Liebe ins Grundbuch mit eintragen lassen.
Ich bitte jede Frau in sich zu gehen und der betrogenen Frau/Freundin die Wahrheit zu sagen. Job erledigt. Wie diese damit umgeht, ist ihre Sache.
Und auch als Schwangere möchte ich lieber die Wahrheit wissen, als mit einem Lügenbold auch nur noch eine Stunde länger zusammenleben zu müssen.
 
  • #36
Es ist eine allgemeine Einstellung in Deutschland von vielen Menschen. Wegschauen, hin nehmen, dulden, sich nicht einmischen, egal ob im privatem wie auch beruflichen. Somit wird immer mehr Leid verursacht, ....
Ich bin auch dafür. Die Wahrheit ans Licht, sofort!, also die Ehefrau/Ehemann informieren!

W Ü50

Vielleicht verursachst du dadurch aber auch mehr Leid, wenn du es sagst. Ich finde, dass das sehr individuell zu entscheiden ist. Eine Affärenfrau muss ihr leid selber tragen, wenn es von Anfang an klar war, dass es eine Affäre ist.
Wieso muss die Ehefrau mitleiden? Wieso eine funktionierende Ehe (vielleicht inkl. Kindern) zerstören, wenn doch eigentlich alles ok lief? Nicht jede Ehefrau will informiert werden.
Manche weiß es, aber solange es nicht ausgesprochen ist, muss sie nicht handeln und kann hoffen, dass sie um ihre Beziehung kämpfen kann.
Eine andere ist vielleicht naiv und weiß gar nichts und ist glücklich so wie es ist. Ich wollte da auch als Freundin nicht diejenige sein, die die Ehe zerstört, solange meine Freundin als Ehefrau zufrieden ist.
Man muss den anderen Menschen schon auch zutrauen, dass sie erwachsen sind und wissen, was sie tun.
Manche Frauen wissen auch, dass sie einen Mann heiraten der sie betrügen wird, aber es ist der Deal, den sie eingehen.
Einmischen ist manchmal richtig, aber manchmal auch falsch. Da muss man schon feine Antennen haben.
Und wie schon geschrieben wurde, kann eine Geliebte auch subtil ihre "Spuren" hinterlassen, wenn sie es unbedingt will mit Nachrichten am Abend, Haaren oder Lippenstiftspuren, Parfüm, einem vergessenen Haargummi, Schmuck oder gar Dessous - aber meines Erachtens können Geliebte ihren Affärenmann nicht zwingen, sich zu entscheiden. Sie können nur gehen - wenn sie wichtig waren, kommt er schon wieder.
 
  • #37
Die Affärenfrau hat m.E. der Ehefrau gar nichts zu sagen! Warum sollte sie das? Vielleicht etwa aus Mitleid und Frauensolidaritaet? Weil sie so anständig ist? Ich lach mich tot. Dann hätte sie doch gar nichts mit einem gebundenen Mann anfangen sollen! Es wurde ja schon angesprochen, warum die Affärenfrau in Wahrheit der Ehefrau alles erzählt: Um zu manipulieren. Um zu erreichen, dass die Ehefrau den Mann rauswirft, damit sie selbst freie Bahn hat. Und nicht aus so hehren Motiven wie Mitleid für die arme Betrogene. (Wahrscheinlich reden sich solche Affärenfrauen solche Motive aber ein, es ist ja erschreckend, wie sehr sich Menschen selbst belügen können. )

Wenn mir das als Ehefrau passieren würde, dass mich eine Affäre meines Mannes kontaktiert, würde ich erst recht NICHT Schluss machen, damit die Manipulation der Frau nicht aufgeht. Ich würde erst später Schluss machen, wenn die Affäre zwischen den beiden schon Vergangenheit ist. Das würde ich extra machen, um so einem charakterlosen Weib die Tour zu vermasseln. Denn ich sehe es so wie Inspirationmaster:

Wer Charakter hat mischt sich in eine Ehe bzw in eine Beziehung nicht ein

Leider habe ich das Gefühl, dass so eine strikte Einstellung mehr und mehr als altmodisch verdammt wird, auch hier im Forum.

W, 43
 
  • #38
ich hatte als Ehefrau die Geliebten meines Mannes teilweise kontaktiert
Mich kontaktierte in jungen Jahren auch mal eine Ehefrau mit deren Mann ich mich traf. Dank Wahlwiederholung hatte sie meine Telefonnummer. (Mobile Telefone waren damals noch nicht verbreitet)
Bei unserem Telefonat stellte sich heraus, dass der Mann mir gegenüber die Beziehung zu seiner Frau in einer Art darstellte die offenbar nicht der Realität entsprach.
Das Telefonat war sowohl für seine Frau als auch für mich sehr aufschlußreich. Am Ende sagte sie, wenn ich ihn haben wollte, könne ich ihn haben. Ich verzichtete dankend. Damit war die Sache geklärt. Er hat mich nach diesem Gespräch mit seiner Frau nicht mehr kontaktiert.

Wenn eine Frau von sich aus Informationen haben möchte, sehe ich keinen Grund ihr diese zu verweigern oder gar wegen einem Mann, der mir bzgl. seiner Situation Märchen auftisch, zu lügen.
 
  • #39
Ich wollte da auch als Freundin nicht diejenige sein, die die Ehe zerstört, solange meine Freundin als Ehefrau zufrieden ist.
Nicht der, der es mitteilt, zerstört die Ehe, sondern der Betrügende.
Und so toll kann die Ehe dann ja auch nicht sein, wenn es zum Betrug kommt.
Wenn die Ehefrau mit einem Betrüger zusammen sein will. Ok.
Kein Problem.
Sie soll aber die Chance haben, sich bewusst dafür oder dagegen entscheiden zu können und das kann sie nur, wenn sie aufgeklärt wird. Zur Not kann man ja die jeweilige Person fragen, ob sie denn aufgeklärt werden möchte, wenn es zum Betrug kommen sollte.
Ich würde es wissen wollen.

Bei einer Straftat, z.B. Diebstahl schaut ja auch keiner weg und sagt, es ist eine Sache zwischen Täter und Opfer. Solange der Verkäufer nicht merkt, das die Ware weg ist oder den Dieb selber erwischt, ist alles im grünen Bereich…
 
  • #40
Entweder will ich aus moralischer Sicht sauber handeln, dann fange ich nichts mit einer vergebenen Frau an. Es gibt dann niemanden zu informieren.
Genau das ist der Punkt. Meine Kontaktperson ist der Teil, der fremd gehen will, nicht der/die Betrogene. Wenn ich als Mann wüßte oder das Gefühl hätte, daß die Frau jemanden hintergeht, dann würde ich zuallererst einmal darauf drängen, daß diese Sache geklärt und ggf. die Beziehung beendet wird. Vorher geht überhaupt gar nichts. Und ob danach, hinge vom Einzelfall ab. Im allgemeinen eher nicht.
 
  • #41
Ich halte davon gar nichts!

Denn diese Notwendigkeit ergibt sich doch gar nicht wenn die Affäre gestartet wird

1. durch zwei Single. Die treffen sich für eine Nummer und vielleicht auch mal auf ein Essen im Restaurant etc. etc. Der Wunsch nach mehr Gemeinsamkeiten besteht definitiv nicht. Möglicherweise passen aber auch die Charaktere irgendwie nicht zusammen. Soll es durchaus geben!

2. durch zwei anderweitig fest gebundene Menschen. Auch die treffen sich für die schnelle Nummer aus welchen Gründen auch immer. Mit Wissen des Partners oder ohne, im letzteren Fall belügen und betrügen sie. Und spätestens hier kommt wieder meine grundsätzliche Meinung ins Spiel: Fremdgeher - ob weiblich oder männlich - sind in meinen Augen immer Selbstwert gestört oder anderweitig krank im Kopf.

3. durch einen Single - in der Regel weiblich - und den tollen gebundenen männlichen Hecht. In 99 % der Fälle verliebt sich die Frau und jetzt wird es interessant: Frau ist/wird mit der dahin eiernden Bettgeschichte unzufrieden weil er nicht in die Pötte kommt, nur erzählt aber keine Taten folgen lässt. Deshalb entsteht der Gedanke: Wenn er keine Entscheidung trifft tue ich es eben indem ich die Basis-Frau informiere in der Hoffnung, diese macht Nägel mit Köpfen und schmeisst den Betrüger raus. Somit freie Bahn für die Geliebte und das neue offizielle Paar wird glücklich bis an ihr Lebensende!

Eine Frau die so denkt und handelt ist in meinen Augen völlig naiv und extrem blauäugig. Bevor sie tatsächlich das Gespräch mit der z. B. Ehefrau sucht sollte sie im stillen Kämmerlein überlegen was sie an diesem Looser reizt und warum sie einen Betrüger für sich allein möchte. Rational gedacht mit dem Schalter im Kopf auf "on", die eigenen Gefühle außen vor. Selbst die dümmste Nuss dürfte dann darauf kommen, dass der Typ es gar nicht wert ist und es keine Alternative gibt zu: Beenden, besser jetzt als gleich!
 
  • #42
Mir ist das alles zu pauschal.

Es gibt die unterschiedlichsten Partnerschaften, und genügend davon sind ungut, ein Arrangement.
Wo Trennung vielleicht sinnvoll wäre, dass Paar sich aber entschieden hat, dieses Konstrukt zu erhalten. Warum auch immer.
Ich nehme meine Großeltern, meine Oma beschloss nach der Geburt der Tochter, dass sie somit Ihre eheliche Pflicht erfüllt hätte. Sex per se war für sie sowieso "dégoutant". Was tat mein Opa? Versorgte sich anderweitig. Nicht nachvollziehbar? Beide machten sich das Leben gegenseitig zur Hölle (das Opfer war meine Mutter), Trennung wäre nie eine Option gewesen.
Aber wer will ihm die Affären vorwerfen?
Vielleicht sind heute solche Geschichten nicht mehr ganz so krass, aber ähnliche Arrangements gibt es immer noch genügend.

Und so unterschiedlich Partnerschaften sind, so unterschiedlich sind Affären, von den Beweggründen, den Beteiligten, den Gründen, warum sich jemand darauf eingelassen hat.

Liebe @kcLydia, was versprichst Du Dir explizit davon, in der Rolle eines Affärenpartner den anderen zu informieren? Hätte es der/ diejenige nicht einfach lassen können? Es wird niemand dazu gezwungen, wer moralische, gesundheitliche und sonstige Bedenken hat, muss keine Affäre haben.
Da sind 2 Menschen, die sich freiwillig dazu entscheiden, mit welcher Motivlage auch immer.
Warum diese Vehemenz? Die Affärenfrau ist kein Opfer.

Gibt eine nette Geschichte in der Bibel, passt doch hier ganz gut. (Wobei da die Affärenfrau gesteinigt werden soll, aber manches verändert sich)
Wer ohne Schuld...
 
  • #43
Entweder will ich aus moralischer Sicht sauber handeln, dann fange ich nichts mit einer vergebenen Frau an. Es gibt dann niemanden zu informieren.

So ist es. Manche meinen dann aber, die pseudomoralische Masche stricken zu müssen. Ich finde schon die Frage völlig verlogen.

Die einzig vernünftige Konsequenz ist doch, die Affäre gar nicht erst mit einem verheirateten Mann zu starten oder aber so lange auf Eis zu legen, bis die Ehefrau Bescheid weiß. Und der Ehefrau etwas sagen ist so oder so nicht Aufgabe von Frauen, die meinen, etwas mit verheirateten Männern anfangen zu müssen und die Verantwortung dann auf den Mann zu schieben. Beihilfe ist nicht viel besser als die Tat selbst.
 
  • #44
Was soll das denn?
Es weiss doch niemand, ob die beiden vielleicht eine Vereinbarung haben.... oder unausgesprochen nur noch wegen der Kinder zusammen sind.
Vielleicht will die Ehefrau das auch gar nicht so genau wissen, oder hat selber eine Affaire?
Darf ich die Frage so verstehen, dass der Ehemann, dem fremdgegangen wird, nicht informiert werden sollte, die Frau aber schon?
 
C

Charline

Gast
  • #45
Die Einstellung, dass man sich als Außenstehender nicht in eine Ehe einmischen soll, halte ich für bedenklich.
Wenn ein Mann seine Frau verprügelt, galt das früher auch als Privatsache. Heute ist Gewalt in der Ehe geächtet und viele Menschen (leider nicht alle) würden sich dann einmischen. Wenn ein Ehemann seine Frau betrügt, dann ist das psychische Gewalt. Sie sollte auf jeden Fall die Möglichkeit haben, eine eigene Entscheidung zu treffen, z.B. um sich vor Geschlechtskrankheiten zu schützen. Was nützt es, wenn man in einer Phantasieblase lebt? Alle wissen, dass der Ehemann fremd geht, alle lachen sich über die dumme Ehefrau kaputt und die Arme wundert sich vielleicht, warum kein Mensch sie mehr ernst nimmt. Leider ist mir so ein Fall in der entfernteren Verwandschaft bekannt. ALLE haben es gewusst, es gab sogar ein uneheliches Kind im gleichen Alter wie die ehelichen Kinder und niemand hat etwas gesagt. Irgendwann kam es dann heraus, weil sich das Jugendamt eingschaltet hat und sich die Unterhaltszahlungen nicht mehr geheim halten ließen. Die Einzelheiten weiß ich nicht.
 
  • #46
- Warum sollte der Affärenpartner den betrogenen Partner informieren? Wer sich auf eine Affäre einlässt, weiß, dass es da dann durch sein Einlassen eine/n betrogene/n Partner/in gibt und nimmt dies in Kauf. Also dann auf einmal Moral?

Nun, es gibt viele Gründe, warum mit einem Mal "informiert" wird:
- z.B. Rache, weil die Affärenfrau über den Beziehungsstatus des Mannes belogen würde, er sich als Single ausgab und sie sich nie auf eine Affäre eingelassen hätte. Sie wähnte sich nicht als Zweitfrau in einer Affäre sondern vermutete sich als Erstfrau in einer Beziehung.
Irgendwann realisiert sie, dass er ihr ein Märchen auftischt und dann holt sie zum atomaren Gegenschlag aus und will ihm sei. Leben in Trümmer legen, damit ihm auch mal was wehtut.
- Weil die Gefühle sich geändert haben. Sie lässt sich auf Affäre ein und verliebt sich, will den Mann für sich. Eine Chance hat sie nur, wenn sie seine Hauptbeziehung zerstört. Wenn seine Frau ihn rausschmeisst, kann es sein, dass er erstmal bei ihr unterschluepft mangels Dach über dem Kopf und dann auf Dauer bleibt. Bei Affärenmaenner kannst Du nicht die höchsten ethischen Werte ansetzen und auch von einer gewissen Trägheit ausgehen, denn sonst würden sie nicht belügen und betrügen sondern die anliegenden Probleme in ihrem Beziehungsgefuege lösen.
- Aus Rache, weil er sie verlassen/gegen eine andere Affärenfrau ausgetauscht hat.
- Weil sie dauerfrustriert und wütend auf die Hauptfrau ist, die einen festen Partner hat, den sie nie für sich gewinnen konnte. Immer nur Affäre sein tut halt weh und da beißt die Affärenfrau wild um sich. Warum auch nicht? Einen Affärenmann findet sie an jeder Ecke, d.h. sie muss sich nicht unbedingt konstruktiv auf eine Zukunft verhalten sondern kann einfach mal ihren Dauerfrust ablassen und anderen ihre Behaglichkeit vernichten.

Ich würde nicht so viel vermuten, dass die (Ehe-)frauen nicht wissen wollen, dass sie betrogen werden und die Augen zu machen. Genauso geht es um das Thema, dass beide Partner ein Arrangement haben (diskret geöffnete Ehe). Wenn dem so wäre, dann hätten die Affärenfrauen nicht so viel zu klagen.

Ich kenne außer meiner Mutter keine Frau, die betrogen würde und aus wirtschaftlichen Gründen sich nciht getrennt hat. In miener Generation haben die Frauen teilweise lange gewartet, bis die Kindervaus dem Gröbsten raus waren, das Haus bezahlt war, sodass sie arbeiten könnten und ein Grundkapital sowie Versorgungsausgleich mitgenommen haben, um die Familienpause zu kompensieren.
Bei der jüngeren Generation, wo die Frauen eh arbeiten, sehe ich eine viel höhere Trennungsbereitschaft direkt nachdem sie Kenntnis davon haben - ändert sich doch nicht viel jedenfalls nicht zum Negativen, wenn sie den Betrüger los ist, eher zum Positiven.
 
  • #47
Gibt eine nette Geschichte in der Bibel, passt doch hier ganz gut. (...)
Wer ohne Schuld...
Ja, tolle Geschichte, und sie geht weiter. Nachdem alle Steiniger sich verkrümelt haben, fragte Jesus die Ehebrecherin, wo denn alle abgeblieben seien, die sie verurteilen wollten? Sie seien alle weg, antwortete sie. Jesus sagte, er verurteile sie auch nicht. Sie solle gehen und nicht mehr sündigen.

Heisst für mich: Es steht uns nicht zu, andere moralisch zu verdammen, nicht einmal Gott (so es ihn denn gibt) verdammt uns, was aber nichts daran ändert, dass wir gut daran tun, uns halbwegs moralisch zu verhalten. Aus eigenem Impetus, ohne Druck von aussen, aus der Erkenntnis heraus, dass unser eigenes Leben angenehmer ist, wenn wir uns nichts nehmen, was uns nicht gehört.

Alterserkenntnis, bis vor einigen Jahren sah ich das noch ziemlich anders.

Zur Frage: Ich würde mich hüten, mich in eine Ehe einzumischen und Dinge auszusprechen, von denen ich nicht wissen kann, ob sie gehört werden wollen.

Frau 51
 
  • #48
Ich bin leider vor Jahren unwissentlich in eine Affäre reingerutscht. Es war eine Fernbeziehung. Er war zwar nicht verheiratet aber in einer Beziehung. Da ich mit der Zeit skeptisch wurde, warum er mich nie zu sich nach Hause einlädt, habe ich nachgeforscht. Und bin (leider oder aber auch Gott sei Dank) fündig geworden. Ich wusste dann auch, wer seine Freundin war bzw. noch ist.
Kurz, aber wirklich nur ganz kurz ist der Rachegedanke in mir hochgekommen und ich habe mir überlegt Kontakt zu ihr aufzubauen um ihr zu stecken, mit was für einem Kerl sie zusammen ist.
Aber mit welchem Ziel? Ich wollte ihn nicht mehr....
Also hab ich das Ganze beendet und darüber geschwiegen.

Aber ich selbst würde es wissen wollen, wenn mein Partner mich betrügt. Denn dann hat sich für mich alles erledigt und die Beziehung gehört der Vergangenheit an.
 
  • #49
Aber mit welchem Ziel? Ich wollte ihn nicht mehr....
Also hab ich das Ganze beendet und darüber geschwiegen.
Aber ich selbst würde es wissen wollen, wenn mein Partner mich betrügt.....

Das nenne ich eine doppeldoedige Moral: wenn Du die betrogene Frau bist, soll die Affärenfrau Dich informieren, aber wenn Du selber die Affärenfrau bist, dann ist es Dir egal. Immer hübsch in der eigenen Komfortzone bleiben.
Wenn alle Affärenfrauen sich so verhalten wie Du, wie willst Du dann an das Wissen kommen, wenn Du vetroffen bist? Dein Partner sagt es Dir garantiert nicht.

Zur Frage: Ich würde mich hüten, mich in eine Ehe einzumischen und Dinge auszusprechen, von denen ich nicht wissen kann, ob sie gehört werden wollen.

Du weißt aber auch nicht, ob sie gehört werden wollten. Eshaben doch sehr viele Frauen fesagt, dass sie es wissen wollen, S.o.
Wenn ich von den Affärenfrauen meines Exmannes nichts hätte wissen wollen, dann hätte ich sie am Telefon so abgekanzelt, dass sie nie wieder angerufen hätten.

Ich habe mehr Zivilcourage. Wenn ich eine Affäre hätte und den Mann wollte, dann würde ich seine Frau einfilmen, damit sie entscheiden kann.
Wenn ich im engen sozialen Umfeld sowas mitbekomme, dann würde ich dem Täter eine Ansage machen, damit er es selber klären kann und wenn er es nicht tut, den betrogenen Partner (m oder w) informieren. Dafür muss ich ganz sicher sein, dass es so ist. Verdacht reicht nicht.

Als ich 19 war hatte ich eine Beziehung mit einem verheirateten Mittvierziger. Er war so ein Jugendsammler, veranstaltete philosophische Gesprächskreise in ihrer gemeinsamen Wohnung. Dort gingen die jungen Frauen, mit denen er sie betrog ein und aus.
Als ich reifer war, habe ich mich zu Tode geschämt über mein Verhalten ihr gegenüber, denn sie war eine ganz liebenswerte Frau und war brandsauer auf ihn, der jugendliche Unerfahrenheit brutal ausnutzte.
Danach haben gebundene Männer von mir immer eine sehr barsche Absage bekommen.

Irgendwann bekam sie sein Treiben doch mit, bekam Depressionen, trennte sich von ihm, war berufsunfaehig und er zahlt lebenslang von seiner Beamtenpension ihren Unterhalt und ihre private Krankenversicherung - geschieht ihm Recht.
 
  • #50
Mein Exmann hat mich jahrelang betrogen und dies mir nach langer Zeit gestanden, als ich ihm sagte, dass ich mich in jemanden anders verliebt habe. Ich erkenne dieses späte Geständnis an, und es trägt dazu bei, dass wir freundschaftlichen Umgang haben. Allerdings war ich recht zermürbt, als ich von einer Freundin viel später erfuhr, mit wem er sonst noch so fremdgegangen ist und auch zu Zeiten, als wir eine Versöhnung versuchten. Ich denke sie hätte es mir früher sagen sollen. Dadurch, dass sie so eine wichtige Sache geheimgehalten hat, hat auch sie mein Vertrauen missbraucht, denn sie hat sich auf die Seite des betrügenden Ehemanns gestellt. Ich bin ihr gleichwohl dankbar, dass sie es mir überhaupt gesagt hat.
 
  • #51
Also manche Empörung verstehe ich nicht
- Warum sollte der Affärenpartner den betrogenen Partner informieren? Wer sich auf eine Affäre einlässt, weiß, dass es da dann durch sein Einlassen eine/n betrogene/n Partner/in gibt und nimmt dies in Kauf. Also dann auf einmal Moral?
(ich schreibe bewusst geschlechtsneutral, denn auch Frauen betrügen ihre Partner, die Geschlechter vergeben sich da gar nichts
einmal wollte mich einen vergebenen Mann für Sex „missbrauchen“. Ergab sich zunächst als Single aus aber das kann man alles verdächtig, denn er war niemals Abend reichen sein Handy war ausgeschaltet und er wollte das wir uns treffen und meinte er würde dann ein Hotelzimmel an seinem Wohnort buchen.

Ein Single Mann ist doch jederzeit erreichbar auch am Abend und an den Wochenenden, und ein Single Mann muss kein Hotelzimmer buchen wenn er eine Frau nur für Sex treffen will. Ich habe nicht mehr reagiert, weil ich wusste dass sie lügt. Nach sehr vielen Monaten schickte er mir eine Freundschafts Anfrage bei FB. Ohne Profilfoto und er war niergends zu sehen, aber durch sein Profil habe ich seine Freundin gefunden und auf ihrem Profil ein gemeinsames Foto.

Über FB nahm ich Kontakt zu ihr und habe sie informiert, dass ihr Freund sie mit mir betrügen wollte und, dass er das vielleicht schon mit anderen Frauen getan hat. Sie hat sich nicht nur bei mir bedankt, sondern in der Konversation mit mir sogar sich selbst Vorwürfe gemacht hat und sich fragte: was mache ich denn nur alles falsch, dass er das tun muss?“ Die sehr nette Frau hat sich selbst die Schuld gegeben und sagte zu mir er sei so weinen er geschieden gewesen sei und seine Frau ihn angeblich betrogen hat.

Da bin ich sehr wütend geworden und habe sie beruhigt und sagte ihr, dass er kein Recht hätte sie zu betrügen, wenn er selbst betrogen geworden ist von seiner Exfrau, auch noch mich zu belügen und für Sex missbrauchen zu wollen!

Den habe ich nie im Leben getroffen aber ich habe ihn verraten und ich bin stolz darauf, denn solche Männer verdienen nur verraten zu werden! Ob sie noch zusammen sind, weiß ich natürlich nicht aber ich habe getan, was ich für richtig und gut hielt!
 

Laleila

Cilia
  • #52
Bei einer Straftat, z.B. Diebstahl schaut ja auch keiner weg und sagt, es ist eine Sache zwischen Täter und Opfer.

Jemand der fremd geht mit einem Straftäter zu assoziieren oder auch nur zu vergleichen, ist absolut unpassend.

Auch ich verachte Betrug aber als Außenstehende kann ich in den seltensten Fällen überhaupt beurteilen ob es sich um einen solchen handelt oder um eine Vereinbarung unter mündigen Menschen.

Wir sind alle nur Menschen, keiner von uns ist fehlerfrei oder eine überlegene moralische Instanz.

Ich weiß von einem Fall, da betrog der Mann seine Frau 16(!) Jahre lang mit einer anderen Frau. Etwa eine halbe Stunde pro Woche. Eine rein sexuelle Affäre.
Als er es beendete, lies die Ex-Geliebte der Ehefrau einen Brief zukommen in der sie diese 'aufklärte'.
Die Ehefrau konfrontierte ihren Mann, dieser gab alles zu, bat verzweifelt um Verzeihung. Zutiefst verletzt zog sich die Ehefrau erst einmal zurück. 56 Stunden nach diesem Gespräch erschoß sich ihr Mann. Er dachte sie würde ihm dies nie verzeihen und konnte sich nicht vorstellen ohne seine geliebte Frau zu sein.

Diese wollte ihm verzeihen, sie brauchte nur erstmal etwas Abstand um den Schock zu verarbeiten. Nun ist sie ein gebrochene Frau, ihr wurde der Mann ihres Lebens genommen.... das war er nämlich trotz des Sexes mit einer anderen Frau. Für die Witwe ein verzeihlicher Fehler.
Das Eingreifen der verlassenen Geliebten in ihre Ehe .... unverzeihlich für sie.
 
  • #53
Nun ist sie ein gebrochene Frau, ihr wurde der Mann ihres Lebens genommen.... das war er nämlich trotz des Sexes mit einer anderen Frau. Für die Witwe ein verzeihlicher Fehler.

Eine etwas schräge Wahrnehmung. Ihr wurde nicht der Mann genommen. Der Mann hat sich aus freien Stücken dazu entschlossen. Zuerst hatte er seine Frau 16 Jahre lange betrogen. Als es dann aufgeflogen ist, erschießt er sich sofort (bzw. nach 56 Stunden!). Er betrügt seine Frau 16 Jahre lang und das "Hascherl" kann es keine 56 Stunden ertragen, dass ihm seine Frau nicht sofort verziehen hat? Da reiht sich negative Charaktereigenschaft an negative Charaktereigenschaft. Wenn er seine Frau geliebt hätte, hätte er sie erstens nicht ewig hintergangen und zweitens hätte er dann auch um sie gekämpft anstatt sich wehleidig wegzuräumen.

Als Außenstehender würde ich mich da nirgends einmischen - außer der Betroffene(Betrogene) würde mir nahe stehen, dann würde ich mich demjenigen gegenüber verpflichtet fühlen.
 
  • #54
Eine offene Beziehung schließt nicht aus, dass Diskretion vereinbart wurde! z.B. weil die Partnerin aus med. Gründen keinen Sex mehr haben kann und daher außerhäuslichen Sex akzeptiert.
Möglicherweise geht es dieser Frau besser wenn sie prinzipiell weiß, dass ihr Partner ONS/Affären hat, aber nichts konkretes erfährt.

Ich finde nicht, dass man anderen Menschen das Recht absprechen darf, dass sie gewisse Dinge lieber nicht so genau wissen wollen.
Und woher wollen Außenstände wissen, dass der Betrogene oder die Betrogene nicht darüber Bescheid wissen möchte? Natürlich wissen wir nicht, ob ein Paar eine offene Beziehung untereinander vereinbart hat und wenn doch so kann die betrogene Frau, wenn ihr jemand davon erzählt hat trotzdem ganz locker reagieren und sagen: „vielen Dank, dass du dir Gedanken um mich gemacht hast und mich informieren wolltest, das ist sehr nett von dir aber mein Mann und ich haben das schon vorher miteinander geklärt.“

Diese Frau hat sich bei mir jedenfalls bedankt, dass ich sie informiert hatte auch, wenn ich ihren Partner nie getroffen habe! Eine Frau die weiß dass ihr Partner sie betrügt oder sogar selbst darauf gekommen ist kann trotzdem bei ihm bleiben wenn sie will! Darauf hat niemand einen Anschluss, sondern die betrogene Person entscheidet trotzdem immer über sich selbst!

@Kathyberlin wünschte sich ihre Freundin hätte sie noch viel früher darüber informiert! Denn Menschen, die betrügen und lügen denken nur an die eigenen Vorteile und ich kann mir vorstellen, dass dieser Mann, der Suizid begangen hat, mit den Schuldgefühlen und Scham nicht mehr leben konnte, weil ihm richtig bewusst wurde, was er seiner lieben und treuen Frau 16 Jahre lang angetan hat! Der Suizid wäre nicht passiert, wenn er gar nicht betrogen hätte, denn dann hätte er logisch keine Schuldgefühle! So lebte er 16 Jahre lang mit der Schuld auf seinen Schultern.
 
  • #55
Und woher wollen Außenstände wissen, dass der Betrogene oder die Betrogene nicht darüber Bescheid wissen möchte?
Genau das ist der springende Punkt! Aussenstehende können nicht wissen ob der vermeintlich Betrogene tatsächlich der/die Betrogene ist und ob diese Person informiert werden möchte. Deshalb kann auch nicht allgemeingültig behauptet werden es wäre richtig die betreffende Person über eine Affäre in Kenntnis zu setzten. Im Fall einer vereinbarten diskreten Vorgehensweise würden sich Außenstehende in Beziehungsinterna einmischen die sie absolut nichts angehen.

wenn doch so kann die betrogene Frau, wenn ihr jemand davon erzählt hat trotzdem ganz locker reagieren und sagen:
Handelt es sich im beschriebenen Fall ja nicht um eine betrogene Frau, ergo braucht sie nicht von einer wohlwollenden AffäreFrau informiert zu werden.

Ich wäre z.B. nicht dankbar gewesen, hätte man mich gegen m einen Willen informiert. Denn ich wollte selbst darüber bestimmen wann ich es ggf. erfahre. Eine petzende Sexpartnerin meines verstorbenen Mannes hätte mit Sicherheit nicht damit rechnen dürfen, dass ich mich höflich bedanke.
 
  • #56
Als er es beendete, lies die Ex-Geliebte der Ehefrau einen Brief zukommen in der sie diese 'aufklärte'.
Die Ehefrau konfrontierte ihren Mann, dieser gab alles zu, bat verzweifelt um Verzeihung. Zutiefst verletzt zog sich die Ehefrau erst einmal zurück. 56 Stunden nach diesem Gespräch erschoß sich ihr Mann. Er dachte sie würde ihm dies nie verzeihen und konnte sich nicht vorstellen ohne seine geliebte Frau zu sein.

Diese wollte ihm verzeihen, sie brauchte nur erstmal etwas Abstand um den Schock zu verarbeiten. Nun ist sie ein gebrochene Frau, ihr wurde der Mann ihres Lebens genommen.... das war er nämlich trotz des Sexes mit einer anderen Frau. Für die Witwe ein verzeihlicher Fehler.
Das Eingreifen der verlassenen Geliebten in ihre Ehe .... unverzeihlich für sie.
Als Fazit kann ich doch aus dieser Geschichte ziehen: ein Mann darf nicht nur seine Ehefrau jahrelang belügen und betrügen und damit ihr Vertrauen missbrauchen und ihre Gefühle verletzten, sondern ebenfalls eine andere Frau für Sex benutzen, ihr falsche Hoffnungen auf gemeinsame Zukunft machen.

Beide Frauen wurden überlst hintergangen und zumindest war die Geliebte eine dumme Kuh, nicht nach spätestens einem Jahr, die Affäre zu beenden. Ein vergebener Mann trennt sich bereits in den ersten 4-6 Monaten oder nie! (Bei der FS trennte er sich nicht!) Je länger die Affäre dauert, desto kleiner die Wahrscheinlichkeit, dass er sich scheiden lässt!

16 Jahre waren im Grunde genommen, wie eine Ehe und die Geliebte wurde wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen. Ihr Schmerz und Verzweiflung kann ich sehr gut verstehen. Dass sie der Ehefrau einen Brief schrieb, kann ich ihr nicht verübeln, denn kein Mensch auf der Welt hat das Recht, einen anderen nur zu eigenen Zwecken zu benutzen, wenn dann war er verpflichtet ihr zu sagen, dass er sich nie scheiden lassen wird und sie hätte freiwillig entscheiden können, ob sie sich darauf ein lässt oder nicht. So fair hätte er sein müssen - ehrlich zu ihr! Wenn seine Frau keinen Sex mehr wollte oder konnte.

Dass die eigene Ehefrau dem Mann - der beide Frauen zu tiefst verletzt hat - verziehen hätte aber der Geliebten nicht verzeiht, ist noch unverständlicher für mir. Er hat BEIDE verletzt!

Ich hätte nur meinem Mann nicht verziehen, denn ich hätte erkannt, dass er der Hauptschuldige ist - der beide Frauen schamlos benutzte und belogen hat! Die Ehefrau war hier auch eine ohne Selbstachtung!

Sein Suizid war die eigene Bestrafung - so kommt mir das vor.
 
  • #58
Ich lehne es ab, mich in das Leben anderen Menschen einzumischen. Grundsätzlich und ganz besonders im Bereich der Sexualität.

Bei einer Straftat, z.B. Diebstahl schaut ja auch keiner weg und sagt, es ist eine Sache zwischen Täter und Opfer.
Der Vergleich hinkt: bei Straftaten ist ganz klar festgelegt, dass dieses Verhalten strafbar ist.
Bei einer Affäre kann man nicht per se davon ausgehen, diese gegen den Willen des anderen Partners passiert, man kennt die Absprachen des Paares nicht.

Zudem denke ich, dass es auch Gründe dafür gibt, dass jemand belogen/betrogen wird. Die Beziehung wird nicht gut genug sein, dass die Partner eine gemeinsame Lösung für den bestehenden Wunsch nach anderen sexuellen Kontakten gefunden haben. Somit ist also nur sehr vordergründig der "Betrüger" der "Böse".
Sie hat sich nicht nur bei mir bedankt, sondern in der Konversation mit mir sogar sich selbst Vorwürfe gemacht hat und sich fragte: was mache ich denn nur alles falsch, dass er das tun muss?“
Genau das halte ich für den richtigen Ansatz. Aber selbst wenn jeder betrogene Mensch sein eigenes Verhalten so gut reflektiert, hat man meiner Meinung trotzdem nicht das Recht, dies durch "anschwärzen" anzustossen.
 
  • #59
Die Einstellung, dass man sich als Außenstehender nicht in eine Ehe einmischen soll, halte ich für bedenklich.

Ja, da gebe ich Dir grundsätzlich Recht. Man kann überlegen, ob man dazu etwas sagt. Ich halte aber die mitbetrügende Frau für die falsche Person, sich einzumischen. Die macht das nämlich nicht, um die Ehefrau aufzuklären, was für ein mieser Typ ihr Mann doch ist, sondern weil sie damit erreichen möchte, den "miesen Typen" für sich zu bekommen. Das finde ich scheinheilig und verlogen.
 
  • #60
Auf jeden Fall. Es geht doch nicht darum, den Mann zu verurteilen oder sich in die Ehe einzumischen. Man informiert die Ehefrau über den Fakt, dass ihr Mann sie betrügt. Was sie mit dieser Information macht, muss und wird sie selbst entscheiden. Sie hat doch ein Recht, die Wahrheit zu kennen. Wenn ich betrogen würde und mein Umfeld hat davon gewusst und mich bewusst im Unklaren gelassen, wäre ich stinksauer. Man hätte mir die Möglichkeit genommen, auf diese Tatsache zu reagieren.
Ich wundere mich, dass so viele Frauen gern den Kopf in den Sand stecken wollen. A la: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Diese Seifenblase platzt doch trotzdem irgendwann.
 
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