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  • #1

aktuelles Thema Missbrauch - würdet ihr mit eurem Partner darüber sprechen?

nachdem auch einige Elite-Schulen davon betroffen waren/sind, ist es nicht ausgeschlossen, daß frühere Opfer heute bei Elite auf Partnersuche sind. Sprecht ihr mit euren Partnern/Partnerinnen darüber, und wenn ja, zu welchem Zeitpunkt? Oder wird über dieses Thema geschwiegen Wenn euch euer Partner erzählt, daß er/sie als Kind mißbraucht wurde, wie geht ihr damit um?
 
  • #2
Ich beziehe die Frage jetzt konkret auf die Situation "Partner" (also bereits länger gelebte Partnerschaft in Liebe und Vertrautheit) und nicht "neuer Partner" (im Sinne von frisch zusammen).

Ich persönlich bin nie missbraucht und noch nicht einmal irgendwie belästigt worden, insofern ist diese Antwort sehr theoretisch. Ich glaube aber, wenn ich es verarbeitet hätte und für mich Vergangenheit wäre, dann würde ich es nicht erzählen und Vergangenes Vergangenes sein lassen. Würde es mich noch belasten, hätte ich es wahrscheinlich einem geliebten, vertrauten Partner erzählt.

Wenn mir mein Partner so etwas erzählen würde, wäre ich schon ziemlich geschockt. Wenn es seine Eltern oder andere Verwandte beträfe, würde ich zumindest darrauf bestehen, keinen Kontakt mehr zu pflegen, schon aus Schutz der eigenen Familie und eventueller späterer Kinder. Ansonsten kann man nur miteinander reden und hoffen, dass man in dem Moment die richtigen Worte findet und eine Hilfe ist. Ich hoffe nicht, dass mir so etwas mit einem Partner passiert.
 
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  • #3
Ich kenne missbrauchte Menschen und hatte einen Partner der dies erlebt hat- es handelte sich aber nicht um Missbrauch in der Schule. Missbrauch ist ein traumatisches Erlebnis und kann meist von den Betroffen erst verbalisiert werden wenn es auf einer gewissen Ebene verarbeitet wurde.
Traumatas egal welcher Herkunft, gehören nicht in „Laienhände“, daher würde ich einen Psychiater um Rat bitten wie ich mich verhalten soll.
 
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  • #4
Natürlich würde ich das erzählen. Wie sonst sollte mein Partner mich und meine Beweggründe und Reaktionen verstehen?
 
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  • #5
Ja, es ist nicht ausgeschlossen, daß jemand dem das passiert ist auch bei EP ist.

Aber wenn ich jemanden treffen sollte, werde ich zuhören und für die Person da sein. Eine allgemeingültige Regel kann man aber nicht aufstellen, da das sehr individuell von dem was passiert und von den betroffenen Personen abhängig ist. Ich würde dann versuchen, Gleichgesinnte im Netz zu suchen und dann herausfinden was deren Erfahrungen sind.
 
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  • #6
Das Forum ist anonym, deshalb kann ich das hier schreiben:
Bin selbst betroffen. Habe eine Therapie gemacht. Es ist so, dass ein Partner sehr viele gute Eigenschaften haben muss, damit ich ihm vertraue. Manchmal macht mir Sex Spaß, manchmal will ich nur flüchten. Vor zehn Jahren noch habe ich die Männer damit konfrontiert, was falsch war. Sie waren überfordert (ganz logisch) und ich wollte nur Verständnis und Halt. Nur ein erwachsener, gebildeter Mann der weltoffen ist kann das verstehen, aber mir auch nicht helfen. Deshalb kann man das nur in einer Therapie verarbeiten. Mittlerweile wache ich nicht mehr schweißgebadet in der Nacht auf, kann aber nicht garantieren, dass das mal wieder vorkommt. Traumata kann man nur irgendwo platzieren, muss aber leider alleine da durch. Das Verständnis der Menschen im Umfeld und vom Partner kann man nicht erwarten, die haben Angst. Wenn er es weiß, würde es alles andere überschatten und ich möchte ein normales Leben, einen normalen Alltag. Würde es daher erst zur Sprache bringen, wenn viel Vertrauen da ist und ich mich fallen lassen kann. Ist bis jetzt noch nicht geschehen.
Wie ich damit umgehen würde? Naja, mit Verständnis, weil ich weiß, wie es ist. Eine Therapie ist aber unumgänglich, ein nicht geschulter Mensch kann diese Last nicht mittragen.
 
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  • #7
Mir (m) ist Folgendes zum Thema Missbrauch passiert! - Es verliebte sich in mich (und ich mich heftig in sie) eine wunderschöne begehrenswerte Frau. Gerade im sexuellen Bereich harmonierten wir hervorragend. So glaube ich jedenfalls, sie könnte dies ebenfalls unterschreiben. Nach einiger Zeit bemerkte ich jedoch, dass ich es mit einer ausgesprochen gefühlskalten Dame zu tun hatte. Meine optische Traumfrau entpuppte sich als ausgesprochene giftige Venusfalle. Sie gab auch bald zu von ihrem Vater im Alter von sieben Jahren über längere Zeit missbraucht worden zu sein. Ihre um ein Jahr jüngere Schwester war ebenso das Ziel dieses Verbrechers. Trotz Pille wurde meine schöne Geliebte, die dreißig Jahre jünger war als ich, nach fünf Monaten unserer Beziehung schwanger. Wir beabsichtigten die Sache auch zu unterbrechen, jedoch nach ein paar Tagen hat sie sich für das Kind entschieden. Was könnte mir besseres passieren, dachte ich, eine schöne junge Frau und vielleicht von ihr eine kleine Tochter um doch noch Vater zu werden. Denn bisher habe ich aus bestimmten traumatischen Kindheitserlebnissen keine Kinder in diese Welt setzen wollen. Kurz: Ich denke ich habe alles getan, damit aus unserer Beziehung eine richtige Familie wird, was ja auch erst einmal theoretisch für unser Kind das beste gewesen wäre. Falsch gedacht und ersehnt. Nun begann bereits in ihrer Schwangerschaft meine Leidenszeit. Wir haben uns einfach nicht verstanden, redeten, lebten und handelten aneinander so vorbei, dass ich mit einer zukünftigen Vaterschaft immer größere Probleme bekam. Dazu muss ich sagen, dass ich nicht wenige erfüllte Partnerschaften recht zufrieden durchlebt habe. Ich kam mit vielen Frauen ohne größere Probleme klar. Die Mutter meiner inzwischen achtjährigen Tochter hat keine Möglichkeiten ausgelassen mich zu diskriminieren und herabzustufen. Nichts konnte ich ihr recht machen. Muss dazu sagen, dass ich beruflich und finanziell sehr gut aufgestellt bin und ich ihr - auch gerade wegen unseres gemeinsamen Kindes - in jeder Hinsicht immer zur Seite stand; weit über meine gesetzlichen Verpflichtungen hinaus. Ihre Passivität in Gefühlsangelegenheiten mir gegenüber war nicht mehr auszuhalten. Vor zwei Jahren haben wir uns nach fast sieben qualvollen Jahren endlich getrennt. Sie hat mich durch ihr Verhalten einfach brutal weg geekelt.

Nach zwei Therapien die ich machen konnte, kann ich heute sagen, dass die Mutter meiner Tochter, indirekt sich über mich, an ihrem Missbrauchsvater, bitter gerecht hat. So fühle ich mich als Opfer. Die Mutter machte (oder macht noch) ebenfalls eine schon lange anhaltende Gruppentherapie. "Opfer und Täter!" - Interessante Spekulation? - Hat die Mutter meiner Tochter unbewusst mit ihrem Vater Sex gehabt als sie mich gewählt hat? - Zumal ich angeblich ihrem Vater sogar vom Typ her ähnlich aussehe? -
Fazit: Ich bin über diese Begegnung krank geworden. Chronischer Bluthochdruck - wenn ich nur an diese Frau denke. Jedes Telefonat mit ihr (wegen meiner Tochter) oder gar ein Treffen mit ihr wird mir zur Qual, was ich möglichst immer wieder hinaus schiebe und dadurch mich auch nicht genug um meine Tochter kümmere. - Ich bekomme zu der Mutter keinen Abstand, da ich allein bin ohne ein tröstenden Ausgleich und fest gestellt habe, dass auch eine neue Partnerin mit diesen meinen Altlasten nichts zu tun haben möchte. - Dies, mein Betrag zu diesem leidigen Thema Missbrauch als Mann! -
Mich würde sehr die Meinungen der anderen EP-Teilnehmerinnen und Teilnehmer interessieren. Bedanke mich ganz herzlich für eure Worte hierzu im voraus! -
 
  • #8
#6
Man hat dir in einem üblen Theaterstück die Rolle des Schurken zugeteilt - aber keiner kann von dir verlangen oder erwarten, daß du diese Rolle spielst!
Die Frage, ob deine Partnerin dir die Position ihres Vaters gegeben hat, ist für dich nicht (mehr) interessant, für dich stellt sich nur die Frage, wer du bist - nicht, als wen oder was dich jemand anderer sehen möchte.
Wenn du es schaffst, emotionalen Abstand zu der Situation deiner früheren Partnerin (für die du ja keine Verantwortung hast) zu bekommen, kannst di eine gute Beziehung zu eurer Tochter aufbauen - und ich denke, daß das notwendig wäre.
Im Übrigen glaube ich nicht, daß die Folgen eines Mißbrauchs durch eine Gruppentherapie behandelt werden können.
 
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  • #9
Ich bin als Kind sexuell missbraucht worden.
Eine Therapie habe ich nie gemacht und auch heute habe ich noch mit den Folgen zu kämpfen. Es zeigt sich unterschiedlich aber alle sind früher oder später für meinen Partner sichtbar. Egal ob es schlechte Träume sind oder eine tiefsitzende Traurigkeit, verstecken wird schwer.
Trotzdem habe ich meinem Partner noch nichts davon erzählt. Ich will nicht, dass er für mich leidet. Ich weiß aber auch, dass es schwer ist ein Verhalten zu verstehen ohne die Gründe dafür zu kennen.
Seine Ex und Mutter seines Sohnes, hat selbst Probleme, was diese verursacht haben, weiß ich aber nicht. Aber egal was sie tut, es wird mit dem Problem gerechtfertigt.
Ich bin mal etwas böse geworden und meinte, dass auch ich schlechte Erfahrungen gemacht habe, dennoch mein Leben auf die Reihe bekomme. Man merkte mir an, dass etwas nicht stimmt. Trotzdem habe ich nichts mehr dazu gesagt.
Ich glaube, dass ein Partner für einen da sein sollte und einen auffangen sollte, wenn man fällt. Aber er sollte nicht dein Laster tragen. Es reicht, dass er sich mit den Problemen seiner Ex (wegen des Kindes) herum schlagen muss.
Ob es die richtige Entscheidung ist, dass weiß ich nicht aber jeder sollte sich gut überlegen, wieviel man seinem Partner zumutet.
 
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  • #10
eine betroffene:
man kann traumata therapieren. ich habe es erlebt. denkmuster ändern, lernen. man kann auch traumata auflösen. auch das habe ich erlebt. zutiefst dankbar, weil lebensfroh, gesund und glücklich.

unbehandelter missbrauch wird in eine bezeihung hineingetragen, belastet u im schlimmsten fall zerstört, egal ob man darüber redet oder nicht. der partner sollte das recht erhalten zu wissen womit er es zu tun hat bzw. worüber er sich erkundigen sollte/ kann, (denn die wenigsten können sich die weitreichenden auswirkungen auf die beziehung auch nur im ansatz vorstellen - die betroffenen selbst eingeschlossen).

ich rede darüber, wenn genug vertrauen da ist, für mich aber auch für ihn. woher soll sonst die tiefe verbindung zu ihm kommen, wenn nicht aus offenheit und ehrlichkeit?

der partner kann nie etwas lösen, dass eine folge von missbrauch ist. das müssen fachleute tun. der partner ist allenfalls fähig, da zu bleiben, liebend im besten fall. die meisten männer überfordert das thema aus den verschiedensten gründen. ich MUSS das thema gott sei dank nicht mehr sehr stark in meine beziehung hinein bringen, weil es wegen meiner verarbeitung nur noch der vergangenheit angehört. (was an dieser stelle anderen nicht therapierten betroffenen hoffentlich mut macht, die professionelle verarbeitung zu beginnen)
 
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  • #11
Auch ich habe eine Partnerin, die ein Geheimnis mit sich rumträgt. Ich habe sie oft genug und ohne Druck gebeten sich zu öffnen, aber sie tut es nicht und an den Folgen geht unsere Beziehung in diesen Tagen kaputt. Es ist also nicht unbedingt so, dass das verschließen und in sich fressen besser ist als das nicht belasten des Partners. Es müsste also gut abgewogen werden, aber welcher Betroffene kann das schon gut abschätzen.
 
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  • #12
Meine Güte, bin ich froh, daß ich so eine schöne Kindheit und Jugend hatte!
Das ist ja schrecklich, das hier alles zu lesen.

Eine frühere Freundin hat mir - kurz nachdem wir uns kennengelernt hatten - mal so etwas aus ihrer Familienhistorie erzählt und das sie deshalb jahrelang in Therapie sei.

Jetzt, wo ich hier lese, wie lange jemand braucht, sich einem Freund oder einer Freundin mitzuteilen, zweifle ich allerdings sehr stark an der Glaubwürdigkeit dieser Freundin (auch aus anderen Gründen).

w.
 
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  • #13
Ja, das muss ich.
Recht schnell sogar, sonst werde ich nicht zu verstehen sein.
Ich hatte eine Missbrauchsehe, es bleibt nicht ohne Folgen.
Psychischer Missbrauch, teilweise körperlicher Missbrauch.
Ich werde mit Partnerschaft und Vertrauen lebenslang dadurch ein Problem haben.
Ich brauche Sicherheit nicht verletzt zu werden, erst dann werde ich Gefühle zu lassen können!
Ich wirke oft kalt und hart, bin aber selbst sehr leicht zu verletzen.
Das heisst konkret: wenn ein Mann mit so einer Vorgeschichte nicht umgehen kann, oder will, was ja auch sein kann, ich bin ja kompliziert, manchmal unausgeglichen,wenn er das nicht versteht, und darüber reden kann und will, etwas Rücksicht darauf nimmt,
hat das keinen Zweck.
Ein Mann, der ein Partner für mich sein kann, muss wissen, mein Vertrauen muss häufig gestützt werden.Es ist brüchiger als bei anderen.Ich ziehe mich sehr schnell zurück, und bin sehr misstrauisch.Ich bin in Therapie, und grundsätzlich merkt man es nicht.
In engen Beziehungen merkt man es deutlich und sehr schnell!
Begreiflicherweise möchte ich in solchen Umständen nie wieder landen!
Daher lieber mit sehr offenen Karten spielen, von Anfang an.
w51
 
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  • #14
Ich habe eine Bekannte, die vielfache Traumata durchleben musste. Ihre Schwangerschaft war unerwünscht, für ihre Abtreibung war es zu spät, als Kind wurde sie von ihren Eltern vernachlässigt, ab 2-15 Jahren wurde sie mit Alkohol von ihrer Familie ruhig gestellt, ihre Eltern haben sich geschieden, und von mehreren Liebhabern ihrer Mutter wurde sie ab 9 Jahern immer wieder missbraucht. Das Schlimmste für sie war, sagt sie, dass alle immer weggeschaut haben, ihr Vater hat sie verlassen, ihre Mutter hat sie im Stich gelassen, und auch alle Nachbarn und Bekannte haben immer nur weggesehen. Beruflich hat sie nie wirklich Fuss fassen können, und echte Beziehungen hatte sie bisher nie, sondern eher nur Affären, und hatte dabei noch das unsägliche Pech von einem dieser Männer mehrfach vergewaltigt worden zu sein.

Sie ist seit einigen Jahren in professioneller Behandlung und ist heute berufsunfähig, sie fühlt innerlich eine tiefe Erschöpfung weil sie andauernd gegen die Geister von einst ankämpfen muss. Sie glaubt niemals eine echte Beziehung eingehen zu können, oder zu wollen. Sie denkt, kein Partner könnte mit dem Wissen um ihre Vergangenheit umgehen, und dauerhaft die Rolle einer andern Frau zu spielen wird nicht gehen.

Und warum erzähle ich euch ihre Geschichte? Es gibt Missbrauch, das ist fakt. Möglicherweise auch in unserer Nähe. Und gerade das NICHT WEGSCHAUN kostet Mut - aber es ist ein Einsatz der sich lohnt. Deshalb bitte: Schaut niemals weg!
 
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  • #15
Ich wollte mich hier nie dazu äußern, aber wenn ich hier so lese bekomme ich Mut. Ich wurde als Kind körperlich und seelisch mißbraucht. In Form von Schlägen und bösen Worten und allein gelassen werden. Als Teenager dann auch noch vom Stiefvater eben anders körperlich und sehr stark verbal fertig gemacht worden. Und ich hatte eine Mutter, die nie richtig zu mir gestanden hat. Die keinen Ton zu ihrem Mann sagte, bis heute nicht. Meinem Mann habe ich mich schnell anvertraut und er hat immer zu mir gestanden. Bin seid ca.7 Jahren in Therapie. Lerne immer besser damit umzugehen, auch wenn es heut noch oft für mich schwere Momente gibt. Als ich vor gut 1,5 Jahren einen Mann kennenlernte (leider neben meinem Mann, ist aber alles überstanden, er vertraut mir wieder) habe ich nicht so recht verstanden, wie ich mich ihm so schnell öffnen konnte. Ich habe ihm auch ein wenig davon erzählt und weiß nicht ob er mir geglaubt hat, was mir heute egal ist. Ich weiß wie es früher war und das reicht. Ich habe mich aber recht schnell meinen Freundinnen anvertraut, es tat mir einfach gut es los zu sein. Ich habe meinen Freundeskreis inzwischen seit 17 Jahren und sie mögen mich immer noch und haben mich immer unterstützt und tun dies auch heute noch, wie auch mein Mann.
 
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  • #16
Es bleibt doch dem "Opfer" gar nichts über als es zu erzählen.
In nahezu allen Fällen hat es emotionalle Probleme überlassen, und da ist wohl besser den Hintergrund anzusprechen als einfach nur "eigenartig" zu sein.

Wenn der Partner nicht damit umgehen kann ist es eh der falsche.

Zumindest wusste ich bei meiner Ex-Freundin wieso heute kein Sex - und das es nicht an mir/uns lag.
 
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  • #17
Zumindest wusste ich bei meiner Ex-Freundin wieso heute kein Sex - und das es nicht an mir/uns lag.
von 11:
Bestimmt bin ich keine, die wegschaut oder nicht den Mund aufmacht, wenn etwas nicht passt.
Aber erstaunt war ich schon, daß o. g. Freundin sich mir zwar so früh offenbarte, gleichzeitig aber ständig relativ wahllos Bestätigung bei Männern sucht ("nicht mit Reizen geizen" in jeder Hinsicht, diverse Internetkontakte etc...).
Das passt doch nicht.
 
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  • #18
zu 16

Bei viele Opfer ein "normales" Verhalten. Ich selbst hatte Phasen an denen ich mich versteckt habe und andere an denen ich 2-3 Affären gleichzeitig hatte. Heute habe ich vieles verändert und versuche eine ehrliche Beziehung mit Vertrauen zu führen.
Auch ein typisches Verhalten ist, sich Männer zu suchen die es 1. nicht Ernst meinen und 2. einen schlecht behandeln. Auch das musste ich schmerzhaft lernen.
 
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  • #19
16 an 17: Also da habe ich von einer befreundeten Familientherapeutin was anderes gehört.
Und von einer mit meiner Mutter befreundeten Psychotherapeutin ebenfalls.
Sie konnten beide versichern, sie würden mehr Frauen kennen, die sich nicht so verhalten, wie du es schilderst. Eher die Minderheit ist so.

Ich bin nicht vom Fach, ich kann das nicht aus einer gewissen Anzahl von Beispielen beurteilen, sondern kenne nur eine. Und bei der habe ich eben diesen Eindruck - auch bestätigt durch andere Erlebnisse mit ihr bzw. durch ihr Verhalten in ihrer "Partnerschaft". Oder was auch immer sie da hat.
 
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  • #20
@#18
Ich war selbst in einer Partnerschaft, in der meine Partnerin als Kind missbraucht worden war. Sie reagierte im Besonderen in einer sehr schwierigen Phase der Therapie sehr fix auf männliche Avancen und "verliebte" sich permanent neu. Das war überaus schwer zu ertragen. Ich hab mich aber dann intensiver eingelesen in die Materie und mich damit befasst. Manche Überlebende haben sich über so lange Zeit über ihr "sexuelles Sein" (im Rahmen der sexualisierten Gewalt!) definiert, dass eine Neudefinition über anderes Verhalten erst einmal sehr schwierig ist. Zudem ist der sexuelle Missbrauch etwas Bekanntes, etwas das in aller Schrecklichkeit weniger Angst macht als das Neue, das womöglich viel mehr weh tun kann - gerade, weil Missbrauchsopfer gelernt haben, dass man sich auf andere Menschen nicht verlassen kann, dass man allein gelassen wird...
Soviel mal dazu als Denkanstoß. Und: nicht alle Therapeuten haben gleich viel Ahnung von Missbrauchsthematiken, auch wenn das von der breiten Masse leider so gesehen wird!

Im Nachhinein muss ich sagen: ich war froh, dass ich von dem Missbrauch bereits vor der Beziehung wusste. Manchmal muss man Verhalten (nicht nur im sexuellen Bereich) einfach auch durch solche Vergangenheiten verstehen lernen. Hätte ich es nicht gewusst, wäre ich ein großes Fragezeichen gewesen.
Dazu kommt, dass Partnerschaft in meinen Augen eben durch gute und schlechte Zeiten tragen muss. Eine Traumatherapie ist kein Spaziergang, das wusste ich aber auch vorher. Und WENN ich es vorher weiß, habe ich als Partner die Verantwortung zu sagen: "OKay, ich befasse mich jetzt wirklich mit dem Thema und geh da mit" oder "Nein, ich kann es nicht tragen". Wenn ich es nicht weiß, ist alles sehr diffus..
 
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  • #21
das mit dem "draüber sprechen" ist ein grosses problem für die opfer

1. wenn sie dissoziieren (verdrängen) , dh. sich selbst nicht erinnern können
2. scham
3. verlustangst
4. auch endlich mal leben wollen ohne diesen mist

bitte bedenkt, dass dies nicht gleich zu setzen ist mit, etwa einem kleinen schönheitsmakel. viele sind bereits bei ganz anderem (alter, gewicht etc) unehrlich aus angst nicht zu gefallen. kann ein opfer darüber nicht reden, kann es dafür nicht verurteilt werden.

missbrauch (emotionaler wie sexueller) ist gleich zu setzen mit schockerlebnissen wie krieg und andere katastrophen. wir sprechen von nahtoderfahrungen. panik, schrecken, alpträumen die oft für die opfer selbst nicht einzuordnen sind.

ich möchte eindringlich davor warnen mit diesem thema ähnlnich grob umzugehen, wie hier in anderen posts. ein (potenzieller) partner kann nach kenntniserlangung sich nur darum bemühen wissen über alle umstände, auswirkungen und therapiemöglichkeiten, zeitfaktoren etc. zu erlangen um dann für sich zu beurteilen, ob er das schafft, schaffen möchte und kann.
 
  • #22
In diesem Zusammenhang ist sicher auch dieser Thread für einige interessant:

https://www.elitepartner.de/forum/frueheren-missbrauch-dem-partner-erzaehlen-ein-fehler-13948.html
 
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  • #23
Missbrauch ist ein sehr weites Gebiet, bei mir war es zunächst eine erkennbar schwierige Partnerschaft, Ehe später , die mich mit dem Thema in Berührung brachte.
Ich musste mich lösen in einer Verhaltenstherapie, und die Frage für mich war dann danach, warum? Warum bin ich auf das alles so bereitwillig eingegangen.
Es war völlig offen erkennbar, dass das so schwierig wird.
Das Schwierigste dabei war der 1. Schritt, ich gehe jetzt zum Arzt , und sage wie es ist.
Ich kann nicht mehr.Bin depressiv,komme kaum hoch, versorge mich und mein Kind schlecht, brauche Hilfe.
Nachdem dieser Schritt gegangen war, ist ganz langsam die Berührung mit dem Thema Missbrauch , seinen Ursachen aus der Kindheit entstanden.
Vorher hat mein Umfeld ganz lang versucht auf mich ein zu wirken, ohne Erfolg, alles wurde weg
gedrängt, geleugnet, nicht offenbart. Es war dann erkennbar zum Schluss, und eine Arbeitskollegin hat mit meiner Einwilligung einen sofortigen Termin beim Psychiater vereinbart.
Ich kann zu so aufmerksamem Verhalten nur raten, es ist nichts ehrenrühriges, jemand der erkennbar fast nicht mehr kann ,den Besuch beim Facharzt zu empfehlen.
Im Fall meiner Kollegin den Termin sogar persönlich zu vereinbaren.
Ich bin Ihr sehr, sehr dankbar.Der Hausarzt hatte sich täuschen lassen, Anti-depressiva über Jahre verordnet, eine Besserung trat nicht ein , weil es zu wenig war.
Die Ursachen wurden verschwiegen, waren ja lange gar nicht bewusst.
Sie wurzeln hier bei mir in der Kindheit, Kriegserfahrungen des Vaters, später Kriegserfahrungen des Ehemanns.Beide führten ihre nicht bewältigten Traumas in ihren Familien weiter.
w51
 
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  • #24
Sprecht ihr mit euren Partnern/Partnerinnen darüber, und wenn ja, zu welchem Zeitpunkt? Oder wird über dieses Thema geschwiegen Wenn euch euer Partner erzählt, daß er/sie als Kind mißbraucht wurde, wie geht ihr damit um?
Mein heutiger Mann wusste schon vor unserer körperlichen Beziehung von meinem Erlebten. Ich lernte ihn in meiner Verarbeitungszeit kennen, und ohne Ihn wäre ich heute nicht wo ich mich jetzt befinde. Er betont des Öfteren - du hast das alles selber geschafft. Ja, doch nur mit seiner behutsamen und geduldigen sowie liebevollen Begleitung. Wie es genau war behalte ich für mich, da es nur mir und meinem Mann gehört. Es war und ist unser Weg der mich zur Heilung geführt hat. Heute fühle ich mich als gesunde Frau und genieße was `unser` ist und bewahre es in mir als den Kostbarsten Schatz den es auf dieser Welt geben kann. Unsere Liebe, unser unendliches Vertrauen...

Mein Leben gehört wieder mir
Mein Täter schaffte es nicht meine Seele für immer zu töten
Ich lebe
Ich liebe


Auf diesem Wege wünsche ich allen Betroffenen Mut und Kraft sowie heilsame Begegnungen.

w38