• #1

Alles offen nach Kontaktabbruch - Schwierigkeit des Loslassens durch ständige Erinnerungen im Alltag

Hallo zusammen,

ich suche dann auch mal um Rat, weil ich nicht mehr weiter weiß. Ich habe vor knapp vier Monaten eine Frau kennengelernt. Wir hatten regelmäßig Kontakt, hatten ein Date, sie stellte mich ihren Freunden vor, danach wieder regelmäßig Kontakt mit der Aussicht auf ein zweites Date, das von beiden Seiten klar gewollt war. Dann plötzlich Stress bei ihr, für mich auch nachvollziehbar und nicht an den Haaren herbei gezogen. Plötzlich das altbekannte Phänomenen: Kontaktabbruch. Nach etwas Drängen eine kurze Zeile: Sie weiß nicht, was sie will. Weiterhin kein Kontakt. Alles soweit nachlesbar – gefühlt die zwei schlimmsten und unklarsten Formen des Versetztwerdens. Danach zwar noch zwei, drei Kontaktversuche, aber letztlich vergeblich.

De facto stehe ich also an dem Punkt, dass ich nicht weiß, ob sie sich nicht doch noch irgendwann mal meldet oder nicht. Ich gehe natürlich nicht davon aus, hoffe es – weil mich diese Frau auch sofort vom Hocker gerissen hat – innerlich dennoch. Alles Spekulation, aber ohne eine klare Abfuhr kann ich sie von meiner Seite aus überhaupt nicht verdrängen. Für mich in dieser Form neu.

Also versuche ich mich abzulenken. Nur geht das in diesem Fall überhaupt nicht: Ich werde durch eine Reihe von Orten – die ich versuche zu meiden –, durch gemeinsame Interessen wie Sport, Veranstaltungen, ein gemeinsames Interesse für eine bestimmte Sache – sagen wir mal Autos, also Dinge die man ständig sieht –, aber auch in beruflicher Hinsicht immer wieder an sie erinnert. Dann komme ich ins Grübeln, fange an zu heulen, usw. (kann das gerne noch ausführen; Zeichenbegrenzung).

Klar tun gescheiterte Dates, Beziehungsanbahnungen oder Beziehungen weh. Der Unterschied ist für mich dieses Mal, dass sie sich im Prinzip alle Türen offen gehalten und mich im Regen stehen lassen hat, und andererseits, dass ich sie mit meinem Alltag – allem was ich selbst gerne unternehme und allem dem ich nachkommen muss – in Verbindung bringe. Entsprechend schaffe ich es mich nicht gedanklich von dieser einen Frau zu lösen oder mich gar auf andere Frauen einzulassen (ein paar Möglichkeiten hätten dazu inzwischen bereits bestanden).

Kurzum die Frage: Irgendjemand Tipps, Ideen, Hinweise, wie ich mit der Situation besser umgehen könnte? Als Hinweis noch dazu: Ich würde ungern mein komplettes Leben – mit dem ich im Übrigen (auch das hatte ich kurz hinterfragt) sehr zufrieden bin – auf den Kopf stellen.

Vielen Dank schon mal für eure Antworten.
 
  • #2
Hallo,
Zunächst einmal fühl dich gedrückt. Sowas passiert und das gegenüber hat wahrscheinlich den Eindruck es wäre alles gesagt. Wollte nicht unklar lassen und wehtun und hat das eben doch.

Mein Tipp an dich ist, ein neues Hobby mit fixen Terminen anzufangen das dich ablenkt.

Und/oder Jeden Tag eine kleine Sache, die dich (und nur dich) freut, fix einzuplanen.
Wichtig ist das fix, weil man sich zu Beginn wahrscheinlich zwingen muss. Und es auf Dauer doch wieder mehr Freude ins Leben bringt. Das kann ein saunabesuch, das einreichen oder verschicken eines Bildes etc sein. Anrufe an Freunde, eine schöne Blume besorgen, ... Eine Nacht wie 'früher' mit Freunden unterwegs etc sein.

Zweiter Tipp ist, eine Liste mit netten Sachen, die man ohnehin oft aber auch gern macht, zu notieren. Und diese dann genau ein wenig abzuändern. Z.b einen liebgewonnenen weg aus der anderen Richtung bewusst gehen. Das Hirn wird so angeregt und auch wenn man sich zu Beginn komisch vorkommt ändert sich positiv etwas.

Zudem: etwas für den Körper tun. Eine diätumstellung (man muss sich nicht mehr nach jemand anderem richten), schwimmen gehen, etc. das tut auf alle Fälle gut und ändert auch etwas.

Eventuell auch ein Projekt mit Ziel starten. Eine Patenschaft übernehmen, einen Blog zu einem Lieblingsthema schreiben, etc.

Das alles hilft.

Viel Glück!
 
T

Toi et moi

  • #3
"Ich weiß nicht was ich will" bedeutet übersetzt "ich habe einen anderen gefunden, den ich besser finde". Nichts anderes bedeutet dieser Satz. Sie hat sich in einen anderen Mann verliebt, der besser zu ihr passt. Lass ihr Zeit. Vielleicht ändert sie ihre Meinung/Gefühle aber in der Regel kannst du anfangen dich von ihr zu verabschieden.
 
  • #4
Moin Quatzfatz,

ich bin selbst ja auch ein Experte darin, mich schnell und intensiv zu verlieben. Aber du...übertreibst einfach: Ein einziges Treffen mit Aussicht auf ein zweites - das heißt doch gar nichts, sehr viel früher im Kennenlernen geht ja gar nicht...da hättest du dich genausogut in ihr Foto verlieben können!

Dass sie "nicht weiß, was sie will" - heißt vor allem, dass sie dich nicht will. Dieser und ähnliche Sprüche werden aus der Mottenkiste geholt, wenn man eine Abfuhr nett verpacken möchte bzw. generell Konflikte und klare Worte scheut. In keinem Fall bedeuten sie, dass sich der andere noch irgendeine Hoffnung machen sollte.
Da kommt nichts mehr - Ende Gelände.

Was würde es über deine Gefühle für sie aussagen, wenn du dich gegenüber ihr so verhalten würdest, wie sie es tut? Siehst du.
Du willst doch letztlich eine Frau, die genau so viel Interesse an dir hat wie du an ihr... keine, die dich vielleicht nach gaaanz langem Grübeln ein zweites mal treffen würde, wenn sie gerade überhaupt nichts besseres vorhat. Und die den Kontakt zu dir so wenig wichtig findet, dass sie ihn mal so eben komplett abbricht.

manchmal
 
  • #5
Du fügst dir diese Schmerzen leider selbst zu, weil du dich in einer Illusion verlierst. Eine klare Abfuhr möchtest du? Die hat sie dir gegeben, du möchtest es nur nicht wahr haben und interpretierst noch weitere mögliche Chancen hinein. Das was du beschreibst liest man hier im Forum täglich. Wenn ein Mensch nicht weiß was er will, wie groß kann sein Interesse sein? Die Gründe hierfür können so vielfältig sein, darüber solltest du gar nicht erst nachdenken. Man entwickelt eben nicht für jeden Menschen die großen Gefühle, oder sie sind kurz da und verflüchtigen sich wieder.

Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung sagen, dass es ewig dauern kann, bis man diese Sache verarbeitet hat, aber ich kann heute auch sagen, dass ich sehr daran gewachsen bin. Ich hatte mal eine kurze Kennenlernphase mit einem Mann, den ich auf den ersten Blick so umwerfend fand. Wir hatten schöne Dates und trotzdem verschwand er von jetzt auf gleich aus meinem Leben. Ich wollte das nicht glauben, gerade weil ich unsere Treffen als so intensiv wahrnahm. Mir ging diese Sache so nah, dass ich monatelang depressiv war. Mir fiel es selbst schwer das zu verstehen, aber ich denke es war einfach der harte Entzug, jemand der plötzlich verschwindet, wenn man gerade diese anfänglichen, blauäugigen und naiven Gefühle aufgebaut hat. Eine Trennung nach zwei Jahren Beziehung fiel mir leichter.

Gelernt habe ich daraus, dass man diese intensive Anziehung am Anfang nicht überbewerten darf. Sie ist da, weil wir einen Menschen noch nicht kennen, nur seine guten Seiten sehen (wollen) und noch Raum für all unsere Wüsche ist, die wir auf eine Person projizieren. In Wirklichkeit war diese Person aber nie Teil unseres Lebens und kann daher gar keine so große Lücke hinterlassen. Deine Gefühle spielen dir einen Streich, aber du wirst in ein paar Monaten darüber lachen, glaub mir.
 
  • #6
Kurzum die Frage: Irgendjemand Tipps, Ideen, Hinweise, wie ich mit der Situation besser umgehen könnte? Als Hinweis noch dazu: Ich würde ungern mein komplettes Leben – mit dem ich im Übrigen (auch das hatte ich kurz hinterfragt) sehr zufrieden bin – auf den Kopf stellen.
Wo bleibt dein Selbstwert? Niemals würde ich einer Frau so nachtrauern wie du es machst. Hätte sie sich mir gegenüber so verhalten, so hätte ich Kontaktabbruch ihr mitgeteilt und umgesetzt, damit bin ich sofort wieder frei. Auch.kann ich bei dir widersprüchliches Verhalten erkennen, du trauerst dieser nicht interessierten Frau hinterher und bist gleichzeitig zufrieden als Single, wie geht das?
 
  • #7
Hallo
ich grüße dich ganz herzlich.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie es sich anfühlt, wenn man nicht weiß woran man bei einem Menschen ist. Das zermürbt total und du zweifelst an dir selber.
Ich würde mir inzwischen mehr Klarheit und Entscheidungsfähigkeit in einer Beziehung, als eines der wichtigsten Kriterien, wünschen. Leider nur ein Traum, der sich oft nicht realisieren lässt.

Mir geht es wie dir, du weinst, wenn du bestimmte Erinnerungen an sie hast, Orte besuchst, wo ihr gemeinsam gewesen seid, Musik hörst, die dich an sie erinnert usw.

Du möchtest eine klare Abfuhr haben, um sie aus deinen Gefühlen und Gedanken loslassen zu können.
Das wird ihr wahrscheinlich auch sehr schwer fallen, um dich nicht zusätzlich noch zu kränken. Deshalb gib ihr erstmal Zeit.

Was Lela geschrieben hat finde ich sehr gut, dass man sich zwingen sollte, neue Hobbys mit fixen Terminen anzufangen.
Ich habe mir auch ein neues Hobby gesucht, dass ich in einer Gruppe betreibe.

Durch Veränderung meiner Gedanken versuche ich zusätzlich
zu verhindern, dass ich in eine Depression verfalle. Meinen inneren Schmerz zulasse, aber mich nicht beherrschen lasse durch ihn.

Das geht ganz gut durch "Achtsamkeitsübungen", über die viele Bücher geschrieben wurden. Der Autor Jon KABAT-ZINN hat u.a. in dem Buch "Gesund durch Meditation" das große Buch der Selbstheilung (keineswegs weltfremd, vielmehr hat es ganz konkret mit unserem Leben und Alltag zu tun) sehr eindrucksvoll beschrieben, wie man mit solchen Situationen umgeht.
Gerade unsere Gedanken sind es ja, die uns immer wieder in die Vergangenheit führen. Um das zu unterbinden braucht es Geduld und Übung.
Ob es dann im Endeffekt auch klappt und einen nicht doch total verzweifeln lässt, wird sich rausstellen.

Ratschläge gibt es viele. Nur was wir selber fühlen, können Außenstehende nicht genau erfassen.

Wenn du Freunde hast, dann unternimm etwas mit ihnen. Wenn es sehr gute Freunde sind, die dir zuhören, dann rede mit ihnen darüber. Das nimmt den Druck, der in dir ist.
Du hast jetzt einen Menschen verloren, der dir sehr viel bedeutet hat.
Um das zu verarbeiten, gehören nicht nur ein Haufen neuer Aktivitäten, sondern auch eine Zeit der Ruhe und des Trauerns.

Ich wünsche dir viel Glück

LG
Santosha
 
  • #8
Ich bin kein Freund von schmeichelhaften Worten!

Du hattest 1 (in Worten "ein") Date, in dem Du eindeutig als Partner abgelehnt wurdest - und für Dich bricht die Welt bis hin zur großen Lebenskrise zusammen? Ich bewundere fast die Frau für ihre Weitsicht.

Was passiert denn bei Dir, wenn Du (nehmen wir mal an) nach einer fünfjährigen Beziehung in der Du Dich verheizt hast, den Schlußstrich akzeptieren musst - ist zu befürchten von Dir in der Zeitung lesen zu müssen?

Wie sagte noch mein seliger Vater: "Was nicht tötet, härtet ab" und mit solchen Erlebnisse wirst Du wahrscheinlich in Deinem Leben noch öfters konfrontiert werden, lerne also damit zu leben wie ein Mann!
 
  • #9
Das hat noch niemand hier moniert, aber ich finde es äusserst merkwürdig: Ihr hattet ein Date und sie stellte Dich ihren Freunden vor. Das finde ich schon sowas von schräg. Bereits an diesem Punkt kommt mir diese Geschichte komisch vor.

An diesem Punkt kann ich diejenigen noch viel besser verstehen, die dafür sind, nicht so lange zu schreiben, sondern gleich mit einem Date anzufangen, wohl gerade, um dieser grotesken Eigendynamik vorzubeugen und auch dem Entstehen einer virtuellen Beziehungsgeschichte, die der Realität nicht stand hält.
 
  • #10
Quatzfatz,

Ein Denkanstoß -
Es ist ja schon eine etwas heftige Reaktion für die kurze Beziehungszeit, eigentlich noch nicht mal Beziehung sondern Kennenlernphase.

Kann es sein, dass es zwar der Auslöser ist, aber ganz andere Erfahrungen, Verletzungen, alte Geschichten angesprochen werden?
Die Erfahrung, sich immer wieder abgewiesen zu fühlen, dass sich Leute wortlos davon gemacht haben? Das Gefühl, öfters im Stich gelassen worden zu sein?

Hör mal in Dich hinein, ob es wirklich nur dieser aktuelle Anlass ist.

Mental könntest Du Dir den Abschluss selbst geben - sie hält es sich vielleicht offen. Aber willst Du auf die Wartebank geschoben werden?
Wenn Du Dir selbst sagst - Ich beende dieses Kennenlernen, habe kein Interesse an weiteren Kontakten, setzt Du den Schlusspunkt.
Stehst zu Dir und Deinem eigenen Wert, denn so lässt man sich nicht behandeln.

Und ganz wichtig, Du wirst vom passiven Dulder zum aktiven Handler.
 
  • #11
Hallo,

Zunächst einmal fühl dich gedrückt. Sowas passiert und das gegenüber hat wahrscheinlich den Eindruck es wäre alles gesagt. Wollte nicht unklar lassen und wehtun und hat das eben doch.
Vielen Dank für deine ganzen Tipps, ich schau mal, was ich davon noch beherzigen kann und nicht ohnehin schon getan habe. Zum oberen Zitat: Ich habe ihr recht deutlich klar gemacht, dass das für mich keine klaren Worte sind, habe ihr klar gesagt, was ich will, dass sie sich aber auch im Klaren darüber werden und mir mitteilen soll, was sie will. Alles ohne ihr Vorwürfe für ihr Verhalten zu machen, manchmal spielen die Gefühle halt verrückt, aber manchmal muss man dann auch Entscheidungen treffen – auch wenn sie weh tun.

"Ich weiß nicht was ich will" bedeutet übersetzt "ich habe einen anderen gefunden, den ich besser finde". Nichts anderes bedeutet dieser Satz. Sie hat sich in einen anderen Mann verliebt, der besser zu ihr passt.
Die Gründe hierfür können so vielfältig sein, darüber solltest du gar nicht erst nachdenken.
Zu spät, damit habe ich bereits begonnen. Entsprechend habe ich mir auch diverse Beiträge vor dem Starten dieses eigenen Beitrags gelesen und kann daher zumindest sagen, dass solche Aussagen aus einer ganzen Reihe von verschiedenen Situationen resultieren können – da muss nicht immer ein anderer Mann im Spiel sein. Aber letztlich kann nur sie die Bedeutung im Einzelfall auflösen.

Lass ihr Zeit. Vielleicht ändert sie ihre Meinung/Gefühle aber in der Regel kannst du anfangen dich von ihr zu verabschieden.
Ich gebe mich niemals als 2. Wahl zur Verfügung. Ende und konsequenter Abschluß mit vergessen heißt das Thema.
Im Prinzip versuche ich mich ja zu verabschieden, aber letztlich schaffe ich es gedanklich nicht, das ist ja gerade der springende Punkt. Als 2. Wahl gebe ich mich sicherlich nicht zufrieden, etwas anders sieht es aber aus, wenn sie aus anderen Gründen Zeit für sich braucht, die sie im Moment nicht klar kommunizieren kann.
 
  • #12
Moin @Quatzfatz ,

was ich auch erst schmerzhaft lernen musste:

Vielen Frauen ist Freundschaft mit Männern sehr wichtig, auch wenn sie sich mit ihnen keine Beziehung, das heißt insbesondere keinen Sex, vorstellen können.
Diese Bedeutung hat Freundschaft für Männer selten, das kann man auch am engen Umgang von weiblichen Freunden untereinander schön beobachten, wie häufig da z.B. Tränen fließen, sich geküsst wird etc.. Männer halten derartig enge Freundschaften selten untereinander, noch viel seltener/fast nie mit Frauen.
Für einen verliebten Mann ist so etwas natürlich der blanke Horror, die berüchtigte "Friendzone", aus der er nie - wirklich nie - wieder rauskommt.

Ich denke, das erklärt die Unentschlossenheit deiner Bekannten: sie will eben den Kontakt mit dir nicht gerne komplett einstellen, wahrscheinlich sieht sie in dir gutes Material für die Friendzone. Geh darauf auf keinen Fall ein, emotional suicide at its best.
Mach einen klaren Schnitt, setz noch eine Deadline, wenn dir das Spaß macht (auch wenn das selbst unter besten Voraussetzungen kein probates Mittel für eine Beziehungsanbahnung wäre).

manchmal
 
  • #13
Lieber Quatzfratz,

dann nutze die deadline für dich, nicht für sie. Sie hat sich bis xxx nicht klar geäußert, dass sie dich näher kennenlernen möchte, ok, sie ist raus ... dann vollziehe den innerlichen und äußerlichen Abschluss. Ende der Qual. Augen geradeaus und lustig weiterleben. Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Viel Glück!
 
  • #14
Wenn man die Überschrift liest: "Schwierigkeiten des Loslassens durch ständige Erinnerung im Alltag", dann könnte man fast glauben, da hatte einer eine Trennung nach einer Beziehung. Und Du hast diese Dame nur ein einziges Mal gesehen.

Mit Verlaub. Das ist wirklich komisch. Ich glaube, das Problem ist ein ganz anderes, nicht die nicht zustande gekommene Beziehung. Schau mal nach, wo Dein Problem wirklich liegt. Warum Du Dich in eine solche Sache so verrennst. Viel Glück.
 
  • #15
Je mehr du postest @Quatzfatz desto mehr erinnert das mich an meine Geschichte. Ich habe damals auch gar nicht unbedingt eine Beziehung gewollt, dann diesen einen Menschen getroffen und plötzlich war ich wie besessen.
Und es ist absoluter Quatsch, dass man nach einer mehrjährigen Beziehung mehr leidet. Das Problem ist das Stadium, in dem man sich emotional befindet. Ganz am Anfang kennt man die negativen Eigenschaften eines Menschen noch nicht und hat ein nahezu perfektes Bild vor sich. Nach einer gewissen Zeit kommen die ersten Macken des anderen ans Licht. Nach ein paar Jahren kann man bestimmte Inkompatibilitäten nicht mehr leugnen. Eine Trennung ist dann natürlich immer noch nicht unbedingt toll, aber man kann einschätzen woran es gescheitert ist.

Ich denke hier war mein Problem und ist auch das des FS, dass ihm diese konkrete Einschätzung fehlt. Gleichzeitig wird dieses unrealistische und berauschende Gefühl (genannt rosarote Brille) falsch eingeordnet und mich echter Zuneigung verwechselt. Wie schon gesagt, wenn das vorbei ist wirst du was dazu gelernt haben.
 
  • #16
Danke für eure Beiträge.

Ihr hattet ein Date und sie stellte Dich ihren Freunden vor. Das finde ich schon sowas von schräg. Bereits an diesem Punkt kommt mir diese Geschichte komisch vor.
Ergänzend sollte ich, dass es im Anschluss war, weil wir beide nach dem gemeinsamen Tag Verabredungen stehen hatten. Da meine später war, lud sie mich mehrfach dazu ein mitzukommen, worauf ich einstieg.

An diesem Punkt kann ich diejenigen noch viel besser verstehen, die dafür sind, nicht so lange zu schreiben, sondern gleich mit einem Date anzufangen, wohl gerade, um dieser grotesken Eigendynamik vorzubeugen und auch dem Entstehen einer virtuellen Beziehungsgeschichte, die der Realität nicht stand hält.
Wir waren eigentlich recht flott. Wir haben uns abends beim Ausgehen kennengelernt, nicht online. Danach hatte ich mich recht schnell bei ihr gemeldet, hatte aber hundert Kilometer entfernt noch Verpflichtungen, sodass wir uns letztlich nach zwei Wochen wiedersahen und dazwischen schrieben.

Kann es sein, dass es zwar der Auslöser ist, aber ganz andere Erfahrungen, Verletzungen, alte Geschichten angesprochen werden? ...
Ich bin gefühlt alles dreifach durchgegangen, weil ich selbst hinterfragte, ob ich solch ein Verhalten schon einmal erlebte. Das war nie der Fall. Am Ende galt für beide Seiten immer: ehrliche Worte, auch wenn für beide nicht leicht.

Ich habe nun noch einmal versucht in mich hineinzuhören. Mein Problem ist wie gesagt weniger eine Abfuhr, de facto habe ich mich ja dazu entschlossen, dass ich über sie hinweg kommen muss. Ich versuche mich ja nun auch nicht ihr aufzudrängen oder sie täglich, wöchentlich, usw. umzustimmen. Letzten Endes müsste, wenn überhaupt, von ihr ein klares Signal kommen und auch die Einsicht, dass das so nicht in Ordnung war. Was mir am meisten weh tut ist, dass ich einen Menschen sehr schnell sehr gern und mich in diesem Menschen sehr stark getäuscht habe und von ihr eine so geringe Wertschätzung erfahre, dass ein kompletter Kontaktabbruch in Frage kommt. Selbst mit Menschen, die ich wirklich wenig mag, habe ich mitunter mehr Kontakt. Für irgendeine Freundschaft – weil das angesprochen wurde – reicht das auch nicht aus: Mit Freunden rede und verabrede ich mich, aber auch dazu muss man miteinander sprechen. Und es bleibt halt das Problem, dass ich ständig daran erinnert werde.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #17
Vielen Dank für eure Anregungen. Ich habe ihr nun noch mitgeteilt, dass sie sich gerne darüber im Klaren werden kann, was sie will und sich dann durchaus nochmal melden kann, dass von meiner Seite aus nun aber nichts mehr kommen wird. Ich habe ihr nun keine Vorwürfe gemacht, freundliche Worte gewählt und ihr alles Gute für ihre Zukunft gewünscht.

Keine Ahnung, was sie davon hält. Vielleicht hatte sie ihre Entscheidung schon getroffen und sie freut sich nun, dass sie mit ihrer unklaren Vorgehensweise so durchgekommen ist. Dann tun mir die Menschen in ihrem Umfeld leid, die es so in Zukunft ertragen müssen. Vielleicht lernt sie auch für die Zukunft daraus sich klarer und unmissverständlicher mitzuteilen - das wäre ja ein Erfolg. Vielleicht meldet sie sich auch irgendwann noch einmal und je nach ihrer Einstellung und Erkenntnis dann, passt es vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt. Zumindest für den Moment passt es so definitiv nicht und damit war es richtig nun diese Entscheidung zu fällen, auch wenn ich es mir anders gewünscht hätte, weil ich noch immer daran glaube, dass sie im Grunde ein guter Mensch ist (auch gute Menschen sind vor Fehlern nicht gewappnet).

Mir tut es auf jeden Fall gerade enorm gut diesen Schlussstrich gezogen zu haben. Wichtig war es für mich am Ende auch ihr meine Entscheidung klar mitzuteilen, weil ich das in allen anderen Fällen auch getan habe und mir so selbst treu geblieben bin und nicht ihre Form übernommen habe, mich wortlos aus dem Staub zu machen.

Im Prinzip stehe ich nun an dem Punkt an dem ich vor unserem Kennenlernen stand: Im Reinen mit mir selbst. Vielleicht dann doch nicht sofort auf neue Bekanntschaften aus, aber das kann sich wieder mit der Zeit ergeben. Für mich selbst nehme ich mit, dass ich mir nocheinmal Gedanken darüber mache, was ich in Zukunft anders machen werde (vielleicht hören die Gefühle dann wieder etwas stärker auf den Kopf) und woran es zu diesem speziellen Zeitpunkt gelegen haben kann, dass ich überhaupt so herüber kam, dass ein Mensch mich so behandeln konnte.

Vielen Dank auf jeden Fall noch einmal an alle!