G

Gast

Gast
  • #1

"Allwissende Eltern" und der Umgang mit Kindern

Mir fällt es immer unangenehm auf, wie viele Erwachsene sich in den Teletubbie-Modus begeben, wenn Kinder in der Nähe sind. Das hat mich schon als Kind geärgert. Es wird in Babysprache mit denen gesprochen, alberne Lieder mitgesungen und zur Krönung wird auf jede Frage eine Antwort an den Haaren herbeigezogen, statt auch mal zuzugeben, dass man etwas nicht weiß. Scheint, als ob das Erwachsenen-Hirn sich ab Elternschaft rückwärts entwickelt.
Kinder sind ja irgendwie auch ganz normale Menschen, warum werden sie nicht einfach auch so behandelt?
 
G

Gast

Gast
  • #2
Da stellt sich mir zunächst die Frage, wie so ein "normaler Mensch" denn auszusehen hat?

Und Kinder sollten nunmal so behandelt werden, wie es zu ihrer Entwicklungsstufe auch passt. Ein dreijähriges Kind kann beispielsweise noch nichts mit dem Tod anfangen. Ich würde es also mit dem Thema nicht so konfrontieren, wie einen Erwachsenen. Dies mag ein hartes Beispiel sein, aber allein die Vorstellung davon vermittelt doch recht gut, warum man mit Kindern anders umgehen sollte.

Kindern ehrlich zu sagen, wenn man etwas nicht weiß oder auf später zu verweisen, wenn man etwas nachgelesen hat, finde ich auch besser, als sich etwas auszudenken. Es gibt auch genug Erziehungsberechtigte, die dieses auch so handhaben. Da würde ich nicht verallgemeinern.

w,28
 
G

Gast

Gast
  • #3
Viele Menschen können gleich in welcher Rolle mit Unwissen nicht souverän umgehen, ist wohl innere Unsicherheit !

Für viele scheinen Kinder eben auch keine normalen Menschen zu sein, wenn man sich hier so manche Aussage durchliest , Bsp. "Ich mag keine Kinder!". Ersetze Kinder durch Frauen, Farbige, Homosexuelle und der Aufschrei wäre riesig...aber wenn jemand keine Kinder mag, bekunden nicht wenige ihre Sympathie... Kinder sind wohl für viele keine normalen Menschen.
Traurig aber wahr !
 
G

Gast

Gast
  • #4
Also Eltern reden mit ihren eigenen Kindern und auch mit fremden nicht im Teletubbie-Modus. Das machen nur Leute, die nichts mit Kindern anfangen können oder keine haben.

Und zu den Antworten?
Manchmal ist es eben schön, einem Kind ein Märchen zu erzählen - z.B. wie es auf die Welt kam oder dass es den Weihnachtsmann/das Christkind gibt, dass man nach dem Tod in den Himmel kommt oder dass es gegen Monster ein Anti-Monster-Spray gibt, was dann vor dem Schlafengehen versprüht wird.

Nicht, weil man als Erwachsener auf alles ne Antwort haben will, sondern weil Kinder gerne daran glauben wollen, weil es ihnen Sicherheit gibt und ihre Welt schöner macht!

:)

w,41
 
G

Gast

Gast
  • #5
FS hat offenbar keine Kinder, oder?

Ganz einfach: weil die Kleinen darauf stehen und nun mal keine Erwachsenen sind!
Man nennt das: sich auf die Ebene der Kinder begeben.
Sicher kann man das in unterschiedlichem Ausmass tun, aber Kinder wie Erwachsene behandeln, funktioniert eben nicht.
 
  • #6
Scheint, als ob das Erwachsenen-Hirn sich ab Elternschaft rückwärts entwickelt.

Was soll denn das?
Ich kenne mehr Kinderlose, die im "Teletubbie-Modus" mit Kinder reden als Eltern. Scih alberne Antworten aus den Fingern zu saugen ist absolut nicht "elterntypisch", sondern persönlichkeitsbedingt.

Ansonsten heißt das Zauberwort "entwicklungsangepasst", wie es schon jemand anders geschrieben hat. Kinderlieder und -reime sind im übrigen wichtig für die Sprachentwicklung, wie albern sie dir auch erscheinen mögen und genau deshalb habe ich mit meinen Kindern sehr viel gesungen und ihnen vorgelesen.

Und ja, Kinder sind normale Menschen. Aber sie sind trotzdem keine Erwachsenen.
 
G

Gast

Gast
  • #7
Für viele scheinen Kinder eben auch keine normalen Menschen zu sein, wenn man sich hier so manche Aussage durchliest , Bsp. "Ich mag keine Kinder!". Ersetze Kinder durch Frauen, Farbige, Homosexuelle und der Aufschrei wäre riesig...

Das ist schon ein Unterschied, denn ein Kind bleibt nicht immer Kind.
aber wenn jemand keine Kinder mag, bekunden nicht wenige ihre Sympathie... Kinder sind wohl für viele keine normalen Menschen.
Traurig aber wahr !

Es ist ja hier nicht die Frage, ob man Kinder mag, sondern, ob man nicht vernünftig mit ihnen umgehen kann. Dazu muss man sie nicht mögen - im Gegenteil, viele Leute, die Kinder angeblich mögen, gehen unmöglich mit ihnen um, wie ich finde. Stecken sie in lächerliche Klamotten (z.B. Anzug mit Teddyohren oder T-Shirts mit irgendwelchen peinlichen Aufdrucken), nennen sie "Wurm", "Stinker" oder "Zwerg", reden in Babysprache mit ihnen, geben ihnen schwachsinnige Auskünfte auf Fragen, etc. Mindestens wird ein anderer Tonfall und eine andere Tonlage benutzt als bei Erwachsenen. Wozu das?
Ein dreijähriges Kind kann beispielsweise noch nichts mit dem Tod anfangen.
Ein dreijähriges Kind kann vermutlich mit kaum einem Thema etwas anfangen. Dazu gibt es ja Erwachsene, die ihm das erklären. Aber wann fragt ein Kind schon nach dem Tod?
Wann kommt man in die Verlegenheit, den Tod erklären zu müssen?
Und warum soll man nicht einem Kind erklären, dass das Leben irgendwann endet und dass die Leute sich darüber streiten, ob es ein weiteres gibt?
Das kann man einem Kind doch ohne Weiteres sagen.
Wenn der Opa stirbt, warum soll man dem Kind dann erzählen, er sei verreist oder im Himmel oder sonst irgendwelchen Quatsch?
dass es gegen Monster ein Anti-Monster-Spray gibt, was dann vor dem Schlafengehen versprüht wird.
Wie kommt es denn dazu, dass ein Kind von Monstern fabuliert? Wo hat es denn die schwachsinnige Vorstellung überhaupt her?
Ich behaupte mal, wenn das Kind vernünftig erzogen wird, fantasiert es auch nicht von Monstern.
 
G

Gast

Gast
  • #8
Ich kenne auch das Gegenteil: Mal eine Mutter im Supermarkt erlebt, die hat ihrem 3 jährigen Kind mit dem Stock im Hintern erklärte, dass man Gemüse essen muss, weil das der Gesundheit dient. Ich musste aufpassen, nicht laut loszulachen.
 
  • #9
O ja, die Babysprache...

Wie schön kann man sich doch empören, dass Erwachsene beim Blick in den Kinderwagen die Stimmlage ändern, den Kopf herunter neigen und immer die gleichen, albernen Sätzchen wiederholen.

Merkwürdig jedoch, dass dieses Procedere in sämtlichen Kulturen so üblich ist. Auch die chinesische Mutter, oder die lieben Verwandten im hintersten Dorf Afrikas machen sich, auf diese Weise, vor einem Baby zum Affen.

Des Rätsels Lösung:
Ein Baby kann diese, nur scheinbar (!) albernen Laute am besten wahrnehmen. Durch die ständigen Wiederholungen gewinnt es Sicherheit und Vertrauen. Selbst die Nähe des Kopfes zu Kind ist die intuitiv richtige - bei diesem Abstand hat es das beste Sehvermögen. Alles bestens also!

Kleine Kinder lieben Lieder und Reime!
Was für Erwachsene ein Rockkonzert oder klassische Musik ist, sind Kinderlieder eben für Kleinen! Die Liebe zur Musik und zur rhythmischen Bewegung ist Menschen angeboren, deshalb ist es gut und richtig, diese beizeiten zu fördern.
Mir ist es ein Rätsel, wie dieser Spaß an Musik infrage gestellt werden kann!

So, und jetzt noch ein Wort zu den Fragen- Antwort- Spielen der Kinder:
Meine Güte. das, was Kinder wissen wollen, das weiß eben jeder Erwachsene. Sie sind es ja, die dem Kind die Welt erklären müssen Soll er sagen: "lass mich in Ruhe"??
 
G

Gast

Gast
  • #10
Ich glaube, so ein Verhalten ist schlecht für die Entwicklung der Intelligenz bei Kindern. Würde ich nie machen.

w31
 
G

Gast

Gast
  • #11
Ich behaupte mal, wenn das Kind vernünftig erzogen wird, fantasiert es auch nicht von Monstern.

Kinder sind nicht nur von ihren Eltern umgeben, sondern sollen hin und wieder auch auf andere Menschen treffen. Hort, Kindergarten, Verwandtschaft, Nachbarskinder. Sie schnappen alles mögliche auf, verarbeiten dies und kommen auf für Außenstehende völlig absurde Ideen. Außerdem sind Kinder zufällig auch Wesen mit eigenem Charakter, der unter Umständen ganz anders reagiert als sein Bruder auf dieselbe Information.
 
M

Mooseba

Gast
  • #12
Mein Vater war da immer knallhart zu uns. Wenn wir etwas wissen wollten (und wir konnten schon einigermaßen lesen und verstehen), sagte er, dass wir es gefälligst nachlesen sollten. An Büchern hatte es bei ihm wahrlich nicht gemangelt. Irgendwann haben wir nicht mehr großartig nachgefragt, er hatte seine Ruhe und wir etwas sinnvolles gelernt. Aber das ist leider kein guter Tipp für den Umgang mit kleineren Kindern.
 
G

Gast

Gast
  • #13
Ja du hast Recht. Viele nehmen Kinder einfach nicht ernst und sehen sie nicht als Persönlichkeit an. Nicht individuell, sondern verallgemeinern mit Phrasen. Da waren die Teletubbies aber noch viel besser.
 
G

Gast

Gast
  • #14
Warum regt dich das auf? Hör einfach weg. Sei versichert, dass ein dreijähriges Kind ganz gerne das Kasperle-Theater hat und bestimmt nicht reagiert, wenn du sagst, heute haben wir schönes Wetter, meinst du, dass hält an?!
 
G

Gast

Gast
  • #15
Scheint, als ob das Erwachsenen-Hirn sich ab Elternschaft rückwärts entwickelt.

Dem/ der FS scheint nicht klar zu sein, daß er/sie hier unzulässig verallgemeinert. Freilich - um das zu bemerken, braucht es ebenfalls ein Mindestmaß an Intellekt.

Vielleicht hängen aber seine/ihre Beobachtungen auch damit zusammen, in welchen Kreisen er/sie sich bewegt.

Ich kann jedenfalls nicht bestätigen, daß die überwiegende Mehrzahl der Eltern in meinem Umfeld sich derart albern benehmen würde.

M 49
 
G

Gast

Gast
  • #16
Ich finde es gar nicht schlimm wenn man mit Kindern, bzw Babys, rumalbert oder in die Babysprache verfällt. Babys finden das toll! Warum also nicht.

Es kommt immer auf das Alter der Kinder an. Wenn ich mit nem 12 jährigen anfange in Babysprache zu reden hört es auf.

Ich finde anders herum Eltern ganz schrecklich die sich nicht auf Augenhöhe zu Ihren Kindern begeben und dies vielleicht sogar albern finden.

Mein Freund hat einen 5 jährigen Sohn und ihm brauch ich nicht mit Quantenphysik kommen! Natürlich erzählen wir ihm auch kein blödes Zeug wenn wir die Antwort auf seine Frage nicht kennen. Gibt ja Google!!!!
 
Top