• #1

Als Frau die Vaterrolle übernehmen

Hallo ihr Lieben,

ich hätte da mal eine Frage, die mich schon eine Zeit lang beschäftigt.
Ich bin 30 Jahre alt und seit ca. 4 Jahren mit meinem Freund zusammen - seit ca. 3 Jahren wohnen wir auch zusammen. Langsam aber sicher stellt sich nun immer häufiger die Frage bezüglich Kinder kriegen. Mein Freund hätte wahnsinnig gerne (am liebsten 3) Kinder - ich bin jedoch diesbezüglich eher skeptisch.

Nicht, weil ich Kinder nicht mag - ich möchte nur mein bisheriges Leben nicht aufgeben bzw. auch nicht allzu sehr einschränken. Deshalb kam mir eine Idee. :)

Was, wenn ich zwar das Kind gebäre - im Alltag jedoch eher die "typische Vaterrolle" annehme. Für mich würde das heißen, dass ich außer den gesetzlich vorgeschrieben 16 Wochen Mutterschutz nicht in Karenz gehen möchte. Ich möchte so weiterarbeiten wie bisher (30 Stunden die Woche Bürojob + 20 Stunden die Woche als Versicherungskauffrau, wo ich mir die Zeit aber frei einteilen kann). Mein Partner wäre dann zuhause und würde sich um das Kind kümmern und auch in Karenz gehen.... So weit, so gut. Das habe ich auch alles schon mit meinem Freund geklärt und er hätte grundsätzlich auch nichts dagegen. Doch was ist dann? Ist es vertretbar, wenn ich auch nach der Karenzzeit arbeitstechnisch nicht kürzer treten möchte und das von meinem Freund verlangen würde? D.h. Teilzeitbeschäftigung, geringeres Einkommen, in Folge auch geringeren Pensionsanspruch... das wären alles Probleme, die mich dann nicht treffen würden, sondern die ich quasi meinem Partner anlasten würde. Ich wäre dann quasi die liebende Mutter, die am Abend von der Arbeit nach Hause kommt und sich noch ein bisschen um die Kinder kümmert, bevor sie ins Bett gehen...

Nur noch zur Info - mein Freund ist Beamter und ich bin in der Privatwirtschaft tätig. Unsere Gehälter unterscheiden sich kaum.
 
  • #2
Hallo Mira, ich finde es schön, dass du die Nachteile eines Berufsaustiegs für deinen Partner siehst.

Ich finde, wenn dein Partner unbedingt Kinder möchte, er sich seiner Risiken bewusst ist und er die Hausmann-/Vollzeitvaterrolle übernehmen möchte, steht dem nichts im Wege. Das gibt es millionenfach umgekehrt bei uns Frauen ja schon - nur dass es hier arroganterweise sogar gesellschaftlich verlangt wird und vielen Frauen leider auch der Weitblick hinsichtlich der Konsequenzen fehlt. Als Beamter dürfte er aber auch "weicher fallen" bei den genannten Dingen, oder?

Umgekehrt musst du dir natürlich auch der Risiken bewusst sein, die deine Rolle mit sich bringt. Wenn es zur Trennung kommt, kannst du zur Zahlmama degradiert werden. Diese "Risikoverteilung" zeigt sehr deutlich, dass das klassische Modell in der heutigen Zeit ausgedient hat und wir andere Wege brauchen, damit beide gleichberechtigt Job und Kinder vereinbaren können, aber das nur am Rande...

PS: Ich schnuppere schon eine Flut von Kommentaren, die dir dein modernes Geschlechterbild schlecht machen wollen. Ignoriere das am besten. Ich finde es gut, dass nicht mehr jeder geistig in den 50er-Jahren steckt!
 
  • #3
Nur noch zur Info - mein Freund ist Beamter und ich bin in der Privatwirtschaft tätig. Unsere Gehälter unterscheiden sich kaum.

Aber die Altersversorgung von Beamten ist deutlich besser - jedenfalls in Deutschland (das Posting klingt etwas als käme die FS aus der Schweiz). Und ich glaube nicht, daß Beamten unbegrenzt Teilzeit arbeiten können - es kann sein daß irgendwann das Beamtenverhältnis weg ist.
 
  • #4
Grundsätzlich finde ich es toll, dass ihr euch vorher über die neuen Aufgaben im Zusammenhang mit Familiengründung und Kinderbetreuung unterhaltet. Warum soll immer die Frau diejenige sein, die sich beruflich und privat für die Familie einschränkt? Du hast jedoch drei Dinge nicht genügend berücksichtigt:

1) Ein Kind verändert eine Beziehung in einer Weise, die man sich vorher beim besten Willen nicht vorstellen kann. Die Veränderung wird in jedem Fall auch dein Berufsleben betreffen, beispielsweise wirst du bei Erkrankung des Kindes mit deutlich weniger Schlaf auskommen müssen, selbst wenn er den Hauptanteil der Aufgaben übernimmt.

2) Es ist nach meiner Erfahrung nicht gut für die Beziehung, wenn nur einer die Hauptverantwortung tragen soll. Es fehlt am gegenseitigen Verständnis und im Notfall an entsprechendem praktischen Beistand. Außerdem wird sich der zur Kinderbetreuung/ Hausarbeit "verdonnerte" schnell überlastet fühlen, trotz Teilzeitbeschäftigung. Egal, ob dies nun Mann oder Frau betrift.

3) Verlangen sollte man in einer Liebesbeziehung gar nichts.

Also: Teilt die Verantwortung gerecht, bleibt flexibel, unterstützt und achtet euch gegenseitig. Sei auch du bereit, im Notfall beruflich zurückzustecken. Dann klappt es auch mit einer glücklichen Familie. Und die ist unbezahlbar:)
 
  • #5
Warum sollte das nicht gehen? Das machen die meisten Paare so (auch wenn es meistens die Frau ist, die die beruflichen Nachteile in Kauf nimmt)

Ein befreundetes Paar (sie Selbstständig, er Angestellter) hat das auch so gemacht und es klappt sehr gut.
Ich hoffe aber, das du nicht eifersüchtig bist. Schließlich werden sich deine Kinder mit ihren Freunden treffen oder gemeinsam auf den Spielplatz gehen. Ist es dann ok für dich, dass dein Mann mit anderen Mütter (teilweise alleinerziehend und/oder auf Partnersuche) redet, während die Kinder zusammen spielen?

Denkbar wäre übrigens auch, dass du die ersten 6 Monate zu Hause bleibst und erst wieder arbeiten gehst, wenn das Kind nicht mehr vollgestillt wird, sondern Mittags einen Brei gefüttert bekommt und nur noch Abends und Morgens gestillt wird. Dann hättest du auch genügend Zeit für die Rückbildung, du willst ja nicht mit hängender Bauchdecke rumlaufen.
 
  • #6
Hm. Grundsätzlich finde ich so etwas gut, und sicherlich funktioniert das auch irgendwie. Aber letztendlich können dir die Forenteilnehmer ja nur sagen, wie sie das subjektiv selbst für sich einschätzen würden. Aber letztendlich muss dir diese Frage doch dein Freund beantworten, ob er das mitmacht? Das können wir euch ja hier nicht vorschreiben.

Ich denke, dass deine Frage eher auf einen anderen Punkt abzielt, nämlich auf den moralischen. Da die Rollenverteilung gesamtgesellschaftlich betrachtet ja eher andersrum ist, bekommt man als Frau natürlich auch immer Zweifel, ob eine solche Rollenverteilung nicht naturgegeben ist. Daher bekommt man als Frau Schuldgefühle, schließlich will man ja auch, dass es dem Kind an nichts fehlt. Prinzipiell ist es dir hoch anzurechnen, dass du dir solche Gedanken machst, BEVOR das Kind entsteht. Ich denke, ihr solltest das beide unter euch ausmachen, wie ihr euch damit wohlfühlt. Wenn das zwischen euch klar ist, dann kann der Rest der Welt sagen, was er will.

Kleine Frage am Rande: Kommst du aus Deutschland oder Österreich? Ich frage nur deshalb, weil ich das Wort "Karenzzeit" im Zusammenhang mit Mutterschutz und Elternzeit noch nie gehört hab und mit den 16 Wochen auch nicht wirklich was anfangen kann. In Deutschland gibt es doch 6 Wochen vor, 8 Wochen nach der Geburt. Das wars. Rest ist Elternzeit, die geteilt werden kann. Wie die Gesetze in anderen Ländern sind, weiß ich nicht.
 
  • #7
Wenn ihr beide Euch einig seid - warum denn nicht?

Ich kenne mich zwar im Beamtentum nicht aus, aber wenn Dein Partner in der freien Wirtschaft tätig wäre, hätte ich doch schon stärkere Bedenken. Dort wird Karenzzeit des Mannes (leider, aber verständlich) äußerst negativ gesehen und kann einen Knick im beruflichen Vorankommen nach unten verursachen. Aber wenn Ihr ungefähr das gleiche Einkommen mit nach Hause bringt, ist auch der Punkt "wirtschaftliche Betrachtung" unerheblich.
Umgekehrt musst du dir natürlich auch der Risiken bewusst sein, die deine Rolle mit sich bringt. Wenn es zur Trennung kommt, kannst du zur Zahlmama degradiert werden.
Mit diesem Risiko mußten bisher alle Männer in den klassischen Modellen leben, dann sollte es für "Frau" im modernen und gleichberechtigten Modell auch machbar sein.
 
  • #8
Erstmals danke für eure Antworten, es tut gut auch andere Meinungen zu lesen und Anregungen zu bekommen, auf die ich selbst noch gar nicht gekommen wäre. :)

Zu der Annahme von PLZ92-m1969 möchte ich noch kurz anmerken: Ich komme nicht aus der Schweiz sondern aus Österreich. Mein Freund ist Polizeibeamter und schon i"definitiv" - d.h. quasi unkündbar. :)

Liebe Nigiri, das mit dem 6 Monate zuhause bleiben ist auch so eine Sache. Ich bin in einer kleineren Firma alleine für die gesamte Kostenrechnung und Buchhaltung zuständig. Dh. wenn ich jetzt wirklich 6 Monate in Karenz gehe, müsste Ersatz für mich gefunden werden. Ich habe ehrlich gesagt Angst, dass ich dann nicht mehr in mein Aufgabengebiet zurück kann - die Arbeit macht mir nämlich wirklich Spaß.

Ich sehe mich in der ganzen "Kinderkriegen - Sache" wirklich eher als Vater denn als Mutter. Mein Freund liebt Kinder über alles, kann auch um einiges besser mit kleinen Menschen umgehen als ich selbst. Ich hätte halt gerne eine kleine Familie, in der nicht ich die Rolle der Hausfrau und Mutter, bzw. der "total gestressten Teilzeit arbeitenden und trotzdem immer noch Hausfrau und Vollzeit Mutter" übernehme...
 
  • #9
50 Stunden Arbeit die Woche finde ich sehr viel dafür, dass man ein so kleines Baby hat. Bei einem Kind von zwei, drei Jahren könnte man das meiner Ansicht nach so machen, dass man langsam die Zeit verkürzt, aber nach 16 Wochen finde ich das zu früh.
Ich kenne eine, die es auch nicht zu Hause ausgehalten hat, das Kind musste dann in eine KiTa mit noch nicht mal einem Jahr. Es hing dauernd am Rockzipfel der Mutter, wenn sie Zeit für das Kind hatte, und versucht immer noch, der Mutter die Wünsche von den Augen abzulesen statt umgekehrt.
In Deinem Fall ist nun der Vater der Betreuer, das ist noch was anderes, aber die Bindung zur Mutter in den ersten Monaten so von Knall auf Fall abzuschneiden und sich plötzlich nur noch die eine oder zwei Stunden am Tag zu kümmern, obwohl man nach dem Arbeitstag eigentlich verarbeitet und entspannt und sich vermutlich nicht voll auf die Bedürfnisse eines kleinen Kindes konzentrieren kann, finde ich problematisch.

Versteh mich nicht falsch, ich bin sehr dafür, dass Frauen in ihrem Job bleiben und das tun, was ihnen am meisten Spaß macht. Ich denke auch bestimmt nicht, dass eine frustrierte Mutter gezwungen werden sollte, sich um ihr Kind zu kümmern, denn es hat nichts davon, weil es unterbewusst eingetrichtert bekommt, schuld zu sein am Zustand der Mutter.

Auch wenn das jetzt unpopulär klingt: Ich denke, es wäre für Dich und Dein Leben besser, wenn Du (jetzt?) noch keine Kinder bekommst. Du klingst so, als gingest Du in Deiner Arbeit auf und das Kind ist Nebensache. Ich finde es andersrum besser für das Kind und auch für Dich. Irgendwie habe ich auch den Eindruck, dass Du denkst, Du "musst" unbedingt Kinder haben, und Dein Freund wird durch sein Reden davon, wie gern er welche hätte, unterschwellig auch vermitteln, dass es Probleme gibt, wenn Du sagst, dass Du vielleicht keine Kinder willst?
Nur ne Vermutung.
 
  • #10
Irgendwie habe ich auch den Eindruck, dass Du denkst, Du "musst" unbedingt Kinder haben, und Dein Freund wird durch sein Reden davon, wie gern er welche hätte, unterschwellig auch vermitteln, dass es Probleme gibt, wenn Du sagst, dass Du vielleicht keine Kinder willst?

Das stimmt so nicht ganz - ICH möchte schon auch Kinder. Ich möchte aber lieber (egal ob jetzt oder in 5 Jahren) die Vaterrolle übernehmen. Mein Kind mit noch nicht einmal einem Jahr die ganze Zeit fremdbetreuen zu lassen, käme weder für mich, noch für meinen Freund in Frage.

Ich glaube, NormaJean hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Mir geht es wahrscheinlich wirklich eher um die moralische Betrachtung. Mein Partner hat ja bereits zugestimmt die Kinderbetreuung zu übernehmen und auch, dass er in Karenz geht. Ich mache mir eher Gedanken über die Zeit danach, wenn er dann quasi Teilzeit arbeitet, damit sich in meinem Leben so wenig wie möglich ändert. Ich möchte ja jetzt nicht allen Vätern unterstellen, ein Kind ändert nichts an ihrem Leben, doch ich stelle mir vor, dass die Veränderungen nicht so einschneidend sind, wie bei einer Frau.

Ich weiß, das ganze ist ein bisschen schwierig zu erklären, vielleicht kennt jemand von euch das Buch "Regretting Motherhood"... Ich habe einfach Angst, dass es mir einmal genauso ergeht.

Ich möchte eine Familie haben, den passenden Partner habe ich ja bereits gefunden, ich habe nur eine Sch..... Angst, dass ich es irgendwann mal bereuen werde, wenn ich zu sehr zurückstecke...
 
  • #11
Ich bin in einer kleineren Firma alleine für die gesamte Kostenrechnung und Buchhaltung zuständig. Dh. wenn ich jetzt wirklich 6 Monate in Karenz gehe, müsste Ersatz für mich gefunden werden. Ich habe ehrlich gesagt Angst, dass ich dann nicht mehr in mein Aufgabengebiet zurück kann - die Arbeit macht mir nämlich wirklich Spaß.
Du machst dir viel zu viel Gedanken. Wenn das Baby erst mal auf der Welt ist, wirst du dich noch wundern, wie wenig spannend Buchhaltung auch einmal ist.
Es klingt allerdings eher so, als ob du Angst um deinen Job hast. Das ist Blödsinn. Als gut qualifizierte Buchhalterin findest du sehr leicht was.
Unterschätze nicht die Macht der Hormone. Aber gut, das haben vor dir schon 100% der Mütter getan... ;)
 
  • #12
Ich glaube, die Bindung der Mutter wird gemeinhin vor allem in Deutschland (und sicherlich auch in Österreich) "überbewertet". Es steht fest, dass BEIDE Elternteile einen sehr wichtigen Einfluss auf die Kindesentwicklung haben. Die fehlenden -da Vollzeit berufstätigen - Väter werden aber kaum bis gar nicht thematisiert. Denn dass die Mutter zuhause bleibt, ist für uns einfach ein gewohntes Bild und gilt als "natürlich".

Es gibt sehr viele Kinder, die nicht in den ersten Jahren quasi nur von der Mutter betreut werden. Früher wuchsen Kinder mehr in Großfamilien auf, diese erzogen die Kinder auch; es ging gar nicht anders, da jeder mit anpacken musste. Reiche (adelige) Frauen erzogen ihre Kinder auch nicht selbst, das schickte sich oftmals nicht. Die reine Hausfrauenehe gibt es so doch eigentlich erst seit den 50er-Jahren. Kinder, die in schwulen Partnerschaften aufwachsen, sind statistisch gesehen sogar bildungstechnisch ganz weit vorne. Das wichtigste ist eine liebevolle Betreuung und die kann wohl zweifellos auch von einem Vater übernommen werden!

Mit diesem Risiko mußten bisher alle Männer in den klassischen Modellen leben, dann sollte es für "Frau" im modernen und gleichberechtigten Modell auch machbar sein.

Gegenteiliges habe ich auch nicht behauptet.
 
  • #13
... "Regretting Motherhood"... Ich habe einfach Angst, dass es mir einmal genauso ergeht.
Ja, genau daran dachte ich bei meinem Beitrag. Ich weiß nicht, was Dich im Leben antreibt. Also Kinder wollen, aber eigentlich in der Arbeit aufgehen, kriege ich nicht im Kopf zusammen.
Und Männer und Zuverlässigkeit in Sachen Kinderbetreuung - ich kenne einen Mann, der Elternzeit genommen hat. Ich kenne hier einige Beiträge, in denen stand, dass Männer gern Elternzeit nehmen würden - um mal das Haus zu renovieren oder sich zwei Monate zu erholen. Und ich kenne viele Männer, die erst große Töne spuckten, bis das Kind dann da war. Ganz abgesehen vom gefahrenvollen bis strumzdämlichen Umgang mit dem Kind.

Ich möchte eine Familie haben, den passenden Partner habe ich ja bereits gefunden, ich habe nur eine Sch..... Angst, dass ich es irgendwann mal bereuen werde, wenn ich zu sehr zurückstecke...

Warum genau eigentlich? Wegen Rentenansprüchen oder Karriereknick? Was sind Deine primären Ziele im Leben?

Ich möchte aber lieber (egal ob jetzt oder in 5 Jahren) die Vaterrolle übernehmen.
Ich würde das nicht so strikt sagen. Ich meine, wieso muss überhaupt einer die klassische Vaterrolle der Abwesenheit und der 50Stundenwoche haben, wenn ihr es so einrichten könntet, dass ihr beide weniger arbeitet und beide mehr Zeit für Kind und euch habt? Reichen nicht 30 Stunden die Woche auch, wäre meine Frage für Dich (und den Mann).
Ich sehe es auch so, dass früher und auch heute noch die Kinder quasi nur von der Mutter geprägt werden und der Vater in der Woche mal ne Stunde mit dem Kind spielt. Ich fänd es jetzt genauso schlecht, wenn die Mutter diese Rolle hätte.

Also ich würde, solange ich Zweifel habe, kein Kind zeugen wollen. Wenn Du jetzt "versehentlich" schwanger wärst und Zweifel hättest, wäre das was ganz anderes für mich, als nun absichtlich zu versuchen, schwanger zu werden, wo Du doch aber so denkst, wie Du denkst.
 
  • #14
Ich bin in einer kleineren Firma alleine für die gesamte Kostenrechnung und Buchhaltung zuständig. Dh. wenn ich jetzt wirklich 6 Monate in Karenz gehe, müsste Ersatz für mich gefunden werden.
Glaubst du, deine Firma kommt 4 Monate ohne Ersatz aus?

Für eine Stelle, die auf 1,5 Jahre (Einarbeitung, Schwangerschaftsvertretung und 1 Jahr nach der Geburt) befristet ist, findet sich leichter jemand, als für nur 4 Monate. Die 4 Monate schafft du auch nur, wenn keine Komplikationen auftreten. Nicht wenige Frauen müssen früher aufhören zu arbeiten, weil sie sich schonen müssen.


Wenn ihr drei Kinder wollt, solltet ihr jetzt damit anfangen, wenn ihr vor deinem 40. Geburtstag damit fertig sein wollt. Eure berufliche Situation wird in den nächsten Jahren wahrscheinlich nicht kinderfreundlicher.
 
  • #15
Liebe FS,
Wir sind eine moderne Gesellschaft, und wenn dein Partner lieber zuhause bleiben und du arbeiten möchtest - why not?
Einfach, dein Partner kann noch nicht wissen, wie sehr er für Vollzeitbabybetreuung geschaffen ist. Das ist viel mühsamer, als man denkt! Vielen jungen Eltern fällt schon bald die Decke auf den Kopf und am Ende arbeiten beide und das Kind ist in der Kita oder bei den Grosseltern. Daran ist nichts auszusetzen, bloss dass man das bedenken sollte. Vielleicht will keiner von euch wirklich dauerhaft "Hausfrau/mann" sein. Jetzt, wo das Kind noch nicht da ist, ist es einfach, sich das zuzusichern. Aber man kann es nicht wissen. Also mein Tipp: Nur ein Kind haben, wenn du bereit bist, viele Kompromisse in deinem Leben einzugehen dafür. Vielleicht klappt dein Plan mit der Rollenverteilung, vielleicht musst du ihn aber revidieren, weil das reale Elterndasein seine eigene Dynamik annimmt.
 
O

oh ja

Gast
  • #16
Hallo Mira

Diese Version habe ich vor knapp 20 Jahren gelebt. Meine damalige Frau ist so bald als möglich wieder zur Arbeit gegangen. (Nach Mutterschutz und Jahresurlaub)
Durch meinen Beamtenstatus hatte ich die nötige Arbeitsplatzsicherheit, hatte fast 3 Jahre Erziehungsurlaub (mit 25%) und anschließend bis zum Eintritt ins Gymnasium 7 Jahre auf 50% (vormittags) reduziert. Man kann es sogar verlängern.
Du musst überprüfen, in wie weit diese Möglichkeit besteht, auch wenn ihr nicht verheiratet seid. Das könnte Probleme bereiten.
Solltest du privat krankenversichert sein, sollte der Mann das Kindergeld beziehen können, denn dann kann er das Kind über die Beihilfe mitversichern. Das funktioniert, wenn er auch nur einen geringen Prozentsatz arbeitet.
Anders als in der gesetzlichen Rentenversicherung sind Erziehungszeiten keine pensionsbewährten Zeiten. Die Abzüge sind sehr hoch, wenn man nicht die volle Anzahl der notwendigen Dienstjahre erreicht!
Natürlich schadet Erziehungsurlaub bei Männern in männerlastigen Beamtenstrukturen der Beförderung stärker als es Entziehungskuren täten. Aber vielleicht ist er ja in einem Bereich in dem dies keine Relevanz hat. (z.B: Lehrer)
All dies muss deinem Partner klar sein. Mir war es das wert!

Natürlich kann niemand das Rad zurückdrehen und sehen, ob sich das Verhältnis zu Vater und Mutter verändern würde, wenn die jeweiligen Rollen andere wären. Aber ich behaupte mal, das dies mehr an der Persönlichkeit und nicht am Geschlecht fest zu machen ist.

Ab einem gewissen Zeitpunkt werden beide Elternteile Vollzeit berufstätig sein und das ist dann die Normalität.

Wenn ihr BEIDE entsprechend emanzipiert seid, kann ich euch nur zu diesem Modell raten.
 
  • #17
Ich finde, das ist eine wunderbare Lösung. Umgekehrt ist das gang und gäbe und kein Hahn kräht danach. Warum sollte das also eine Frage sein? Macht das, ich finde das toll.
Und als Beamter kann man dauerhaft teilzeitarbeiten, zumindest in Deutschland. Erst wenn das Kind 12 Jahre alt ist, kann der Dienstherr verlangen, dass man wieder Vollzeit arbeitet.
 
  • #18
Und, findest du deinen Freund noch sexy, wenn du abgespannt von der Arbeit kommst und dein Freund dir mit breibekleckertem Pullover entgegen kommt? Den Tag hat er übrigens mit anderen Müttern auf dem Spielplatz und in der Krabbelgruppe verbracht, mit einer versteht er sich übrigens super, sie gehen öfter zusammen Kaffee trinken...
Ihr Mann ist auch viel unterwegs und hat kaum Zeit für die Kinder...
 
  • #19
Der Mann ist Beamter, hat es also viel einfacher mit der Vereinbarkeit. Der Mann will es, auch wenn er natürlich nicht weiß, wie der Babyalltag so ist. Aber das wissen Frauen, die zum ersten Mal Mutter werden, ebenso wenig.

Klischees a la

Und Männer und Zuverlässigkeit in Sachen Kinderbetreuung - ich kenne einen Mann, der Elternzeit genommen hat. Ich kenne hier einige Beiträge, in denen stand, dass Männer gern Elternzeit nehmen würden - um mal das Haus zu renovieren oder sich zwei Monate zu erholen. Und ich kenne viele Männer, die erst große Töne spuckten, bis das Kind dann da war. Ganz abgesehen vom gefahrenvollen bis strumzdämlichen Umgang mit dem Kind.

oder

Den Tag hat er übrigens mit anderen Müttern auf dem Spielplatz und in der Krabbelgruppe verbracht, mit einer versteht er sich übrigens super, sie gehen öfter zusammen Kaffee trinken...


helfen da absolut nicht weiter. Denn nicht alle Männer sind unzuverlässig oder gar gefährlich für ihr Kind (also bitte!) und sie könnte ebenso gut auf der Arbeit mit ihrem Arbeitskollegen, der von seiner Hausfrau zuhause genervt ist, anbändeln. Liebe FS, du kennst dich und deinen Mann! Du weißt, was ihr beide wollt. Lass dich bitte nicht von solch lächerlichen Klischees beeindrucken. Dass du zweifelst, sieht man an deiner Fragestellung. Ja, sich gegen vorgeprägte Bilder zu stellen ist immer schwieriger und es gibt immer jemanden, der dich das spüren lässt. Aber da müsst ihr beide drüber stehen. Die Alternative wäre, gegen eure Wünsche zu planen und warum? Nur weil du Eierstöcke und er einen Penis hat! Sollte das im Jahre 2016 noch so sein oder sind wir da schon weiter? Ich denke du kennst die Antwort.
 
  • #20
Ich finde dein Modell super.
Auch ich wollte wirklich sehr gerne ein Kind, kann aber mit sehr kleinen Kindern nichts anfangen. Ich finde das Zusammensein mit ihnen ebenso anstrengend wie langweilig.
Nix mit Hormonen und nicht-abgeben-können.
Ich komme mit Kindern zurecht, die mindestens drei sind, eher ab 10 Jahren, aber große bekommt man ja nicht, also mußte ich durch die Babyzeit durch.
Und ich bin sehr gerne berufstätig.

Mein Fall lag etwas anders als deiner, weil ich nicht nur das Geld verdiente, sondern auch alles andere machte, weil mein Freund lieber gar nichts machte.
Meine Tochter war früh in einer Kinderkrippe und wurde auch von meinen Eltern betreut.
Was ein super-Glücksfall war.
Ich konnte ihnen vertrauen, alles, was sie mit meiner Tochter machten, fand ich gut ( Detailabweichungen waren mir wurscht ).

Hoffentlich findest du alles gut, was dein Freund mit eurem Kind macht, denn Männer sind ja eher lockerer, risikobereiter, lassen viel durchgehen und legen nicht so viel Wert auf's Zähneputzen.
Kann auch sein, dass er den Haushalt nicht schafft ( Frauen mit Babies auch nicht ) und du dann am Abend alles machen mußt.

Du schreibst, dass du hoffst, dass sich dein Leben nicht wesentlich ändert. Davon würde ich mich frei machen.
Rechne lieber damit, dass du auf dem Zahnfleisch kriechen wirst und dein Freund auch.

Ich finde, du bist im richtigen Alter, die finanziellen Bedingungen sind gut und dein Freund würde sehr gerne Hausmann und Vater sein.
Avanti !

Was ich sehr wichtig finde: Du solltest ihn bitten, dich zu heiraten, so wie ich das sonst immer den Männern rate, wenn Kinder kommen. Ich bin eigentlich kein Freund vom Heiraten, aber hier ist es wichtig, damit man später nicht zur Zahlmutter degradiert wird, ich meine im Falle der Trennung.

w 48
 
  • #21
Warum sollte das Modell nicht funktionieren? Wenn ihr beide nach reiflicher Überlegung zu Eurer Entscheidung steht, was interessiert es Euch dann noch, was andere darüber denken? Ihr seid doch nicht der Umwelt rechenschaftspflichtig.
Ein Beamter kann in Dtl. jahrelang Teilzeit arbeiten, genauso wie Beamtinnen es tun. Ich kenne Männer, die bekommen den Haushalt und die Kindererziehung genauso gut hin, wie jede Frau. Liegt an jedem Einzelnen, man kann alles lernen und wollen.
Drei Sachen möchte ich anmerken, welche schon von anderen Foristen erwähnt wurden. Du fällst beruflich durch die Schwangerschaft 4 Monate aus, aber auch nur, wenn die Schwangerschaft reibungslos verläuft. Diese Zeit kann deine Firma durchaus überbrücken, mit deiner momentanen Urlaubs- und Vertretung im Krankheitsfall.
Aber was wird sein, wenn nicht alles sorgenfrei läuft. Du während der Schwangerschaft nicht arbeiten darfst und/oder nach der Entbindung nicht so schnell wohlauf bist. Also wenn du länger als 16 Wochen beruflich ausfällst? Was passiert, wenn sich dein Freund nach der Geburt plötzlich umentscheidet und nicht mehr den teilzeitarbeitenden Hausmann und Kindererzieher machen will?
Oder wenn Du, dein eigenes Rollenmodell, wegen dem Kind über den Haufen wirfst?
Eine Freundin von mir, lebt das gleiche Modell. Sie arbeitet Vollzeit, ihr Mann als Frührentner ist ausschließlich für Kindererziehung und Haushalt zuständig. Sie erträgt nach einem Jahr nicht mehr ihre selbst gewählte Versorgerrolle und will jetzt das Traditionelle als auch mehr "Kindzeit". Aber auch dafür werden sich dann sicherlich Lösungen finden.
 
  • #22
Liebe FS, das Modell funktioniert ganz bestimmt, ABER - du unterschätzt komplett die Gefühlsebene!!
1. wenn du dich nicht zu sehr einschränken möchtest - lass es mit Kinder kriegen, bis du soweit bist! Ein Kind in die Welt zu setzten bedeutet ganz viel Einschränkung ob du nun die Haupterziehungsarbeit leistest oder nicht! Ob du willst odernicht, du wirst schlaflose Nächte haben, du wirst dich an Schulferien halten müssen, du wirst Termine wahr nehmen müssen ect.
Ich finde es verantwortungslos, ein Kind in die Welt zu setzten, wenn du als Mutter nicht 100% davon berzeugt bist.
Das mit Pension, Gehalt ect. hast du dir schön ausgedacht - aber die Gefühlsebene hast du komplett ignoriert!
Du wirst dich in der Schwangerschaft verändern, und nach der Geburt deines Kindes das du 9 Monate ausgetragen hast, wirst du ein komplett anderer Mensch sein,d as kannst du jetzt noch unmöglich abschätzen.
was denn, wenn dein Mutterinstinkt plötzlich erwacht, und du gar nicht mehr an Karriere denkst weil es in Anbetracht dieses Babys einfach nicht mehr diesen Stellenwert hat? Schickst du dann deinen Mann wieder arbeiten weil du dich gerade eben umentschieden hast? Wenn du ein Kind willst, dann muss es die erste Position in deinem Leben haben - Rollenverteilung hin oder her. Hast du eine Ahnung wie schwer es ist, sich am Morgen von seinem Kind verabschieden zu müssen gerade wenn es krank ist und dich braucht? Sicher kann das dein Partner auch, aber du bist eine Frau und du hast es ausgetragen und deine Hormone erwecken diesen Mutterinstinkt automatisch. Zeuge erst dann kinder wenn du dazu bereit bist und die Karriere, das Geld und die Pension nicht mehr so eine wichtige Rolle spielen!! Natürlich wünsche ich dir ein kerngesundes Kind - was aber wenn nicht? was wenn das Kind eine Behinderung haben sollte? Wenn es ein Schreikind ist ect ect. was machst du dann mit dienen schönen Plänen??
 
  • #23
Rein theoretisch ist alles möglich. Aber es könnte eben rein theoretisch einen Unterschied machen, ob jemand einen Penis oder Eierstöcke hat. Möglicherweise sieht sie ihn dann nicht mehr als Mann und er fühlt sich kastriert .
Ìm übrigen wäre das nur die Umkehrung des klassischen Modells, was daran fortschrittlich sein soll, entzieht sich mir.
Dh sie kommt abends nach Hause und bringt die Kinder allenfalls ins Bett, und er ist Hausmann und nicht Frührentner.
Aber bitte wenn es für euch passt, warum nicht? Ist nur zu hoffen dass dir deine Hormone nach 4 Monaten keinen Streich spielen und es dir nichts ausmacht, dass möglicherweise das erste Wort etc. alles dein Freund erlebt und er das Kind besser beruhigen als du, Hauptbezugsperson ist etc.
Wenn du sagst, kein Problem, es genügt mir völlig mein Kind morgens und abends zu sehen, kein Problem.
Noch gibt es keine künstlichen Gebärmutter, wo man das Problem mit der Schwangerschaft auslagern kann.
 
  • #24
Was genau ist Dein Problem? Wenn beide gleicher Meinung sind, ist doch alles in Butter. Sein geringerer Pensionsanspruch wird doch durch Deine höhere Rente ausgeglichen, euer Gesamteinkommen bleibt gleich.
 
  • #25
Denn nicht alle Männer sind unzuverlässig oder gar gefährlich für ihr Kind
Habe ich nie behauptet, ich kenne nur die Schilderungen der Mütter und habe es gesehen bei einigen Männern.
Darum geht es mir auch nicht. Es geht mir im Wesentlichen darum, dass die FS im Grunde keinen Plan für ihr eigenes Leben mit Kind machen kann, weil es möglich ist, dass es anders kommt als geplant, sie aber genau weiß, was sie will bzgl. der Arbeit, und das aber nicht mehr funktionieren könnte. Und da es um ein Kind geht, fänd ich das wichtig, dass erstmal nicht 100% geklärt ist, dass und wie man wieder sein volles Arbeitsleben bekommen kann, wenn das Kind da ist, sondern welche Alternativen es gibt, wenn es nicht so läuft wie gedacht, und wie man diese Alternativen findet und sich fühlen würde dabei. Na und das Kind eben auch.
 
  • #26
Hallo ihr Lieben,

ich hätte da mal eine Frage, die mich schon eine Zeit lang beschäftigt.
Ich bin 30 Jahre alt und seit ca. 4 Jahren mit meinem Freund zusammen - seit ca. 3 Jahren wohnen wir auch zusammen. Langsam aber sicher stellt sich nun immer häufiger die Frage bezüglich Kinder kriegen. Mein Freund hätte wahnsinnig gerne (am liebsten 3) Kinder - ich bin jedoch diesbezüglich eher skeptisch.

Nicht, weil ich Kinder nicht mag - ich möchte nur mein bisheriges Leben nicht aufgeben bzw. auch nicht allzu sehr einschränken. Deshalb kam mir eine Idee. :)

Was, wenn ich zwar das Kind gebäre - im Alltag jedoch eher die "typische Vaterrolle" annehme. Für mich würde das heißen, dass ich außer den gesetzlich vorgeschrieben 16 Wochen Mutterschutz nicht in Karenz gehen möchte. Ich möchte so weiterarbeiten wie bisher (30 Stunden die Woche Bürojob + 20 Stunden die Woche als Versicherungskauffrau, wo ich mir die Zeit aber frei einteilen kann). Mein Partner wäre dann zuhause und würde sich um das Kind kümmern und auch in Karenz gehen.... So weit, so gut. Das habe ich auch alles schon mit meinem Freund geklärt und er hätte grundsätzlich auch nichts dagegen. Doch was ist dann? Ist es vertretbar, wenn ich auch nach der Karenzzeit arbeitstechnisch nicht kürzer treten möchte und das von meinem Freund verlangen würde? D.h. Teilzeitbeschäftigung, geringeres Einkommen, in Folge auch geringeren Pensionsanspruch... das wären alles Probleme, die mich dann nicht treffen würden, sondern die ich quasi meinem Partner anlasten würde. Ich wäre dann quasi die liebende Mutter, die am Abend von der Arbeit nach Hause kommt und sich noch ein bisschen um die Kinder kümmert, bevor sie ins Bett gehen...

Nur noch zur Info - mein Freund ist Beamter und ich bin in der Privatwirtschaft tätig. Unsere Gehälter unterscheiden sich kaum.
Das geht andersherum schon hunderte von Jahren. Redet darüber ausführlich und entscheidet beide ganz oder gar nicht. M45
 
  • #27
Macht dein Partner den auch viel und gerne den Haushalt? Der muss ja auch gemacht werden und nicht nur Kinder bespaßen.
Mein Mann ist auch total Kinder lieb und Kinder verrückt. Er wollte auch ganz oft wickeln.... bis es mit Brei anfing und der Stuhlgang dann richtig anfing zu riechen.
Brei füttern war dann auch zu klebrig usw. Erst jetzt ab anderthalb wird hier getobt und viel unternommen ohne Mama und Naja das Chaos wartet danach auch auf mich.
Ich hoffe dein mann weiß dann auch worauf er sich einlässt und du natürlich auch wenn du nach hause kommst, dein mann gestresst ist, du denkst eine Bombe ist explodiert, das kind ist nörgelig und du entweder schuldigefühle bekommst oder dich zurück auf die Arbeit wünschst.
Ich denke mir immer (Entschuldigung dafür) aber Männer überschätzen sich immer einwenig. Klar es gibt bestimmt welche die das super hinbekommen und alleine Kinder erziehen. ( Hat mein Schwiegervater auch gemacht und merke sehr) Aber oft spielen die Väter viel lieber, bauen Höhlen, es gibt Schoki zum Frühstück, ziehen das kind entweder zu dünn oder zu dick an, leben meist in den tag hinein und sind der größte Held für das kind.
Ich bin so schon oft abgemeldet bei meiner Tochter, da ich die spießige bin, da ich dann mal aufräumen möchte , gesund essen und frisch kochen möchte. Dieses tut mir dann schon weh.
 
  • #28
Es klingt mir alles sehr kopfig, du trägst 9 Monate dein Kind aus, bist 4 Monate daheim, wo du eine Bindung aufbaust - hoffentlich- und gehst dann wieder arbeiten, Bindung ade.
 
G

Ga_ui

Gast
  • #29
Meiner Erfahrung nach ist das besser, als wenn die Mutter den ganzen Tag daheim abhängt und das Kind umtüddelt und Parade steht. Ihr könnt nicht zu Dritt oder Viert oder später dann Fünft, immer nur aufeinanderhocken.
Dein Partner ist bald genervt von dir, wenn du zu viel daheim bist und deine Kinder später dann auch, wenn sie für die Schule lernen und sich konzentrieren müssen.

Bei euch scheint doch eine gute Basis da zu sein. 4 von 3 Jahren zusammenwohnen und das klappt scheinbar ganz gut. Andere Paare sind 7 Jahre zusammen und ziehen zusammen und nach einem halben Jahr nervt man sich und trennt sich.

Überhaupt sollte man sich nicht so viel Gedanken darüber machen. Du bist jetzt 30. Also ohnhin Spätgebärende. Andere haben es auch geschafft und das meist ohne große Überlegung. Bist du drei Kinder in die Welt gesetzt hast, bist du wahrscheinlich über 40. Wenn du noch ein paar Jahre wartest, wirst du wahrscheinlich nicht mehr erleben, wenn deine Kinder heiraten.

Viel Planung im Leben behindert den Fluss und man lässt es dann am Ende ganz bleiben, weil es einem zu anstrengend erscheint.
 
  • #30
Eine Garantie gibt es nie.
Na klar kann es sein, dass die FS die ganz großen Muttergefühle bekommt und ihr Kind 24/7 um sich haben will.
Dass sie während der Schwangerschaft liegen muss.
Dass sie eine Pränataldepression bekommt.
Oder bei der Geburt stirbt.
Oder der Mann bei einem Autounfall stirbt.
Oder doch keine Lust auf die Vaterrolle hat.
Oder das Kind die ganze Nacht schreit bis zu seinem ersten Geburtstag.
Oder behindert ist.
Oder
Oder
Oder
Wir alle bekommen unsere Kinder ohne Netz und doppelten Boden und fast immer geht es gut.

w 48
 
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