• #31
Hallo FS,
Bei mir war es in etwa so, wie du es dir vorstellst. Jedenfalls ab meinem zweiten und dritten Kind. Da hat mein damaliger Mann fast komplett die Zuhause Zeit übernommen (er verdiente damals wie heute mehr als ich, aber damals war der Unterschied noch grösser). Auch nach den Auszeiten, war mein Ex Mann lange der, der die Kinder vom Kindergarten holte, Mittag machte etc. und ich die Mutter die ziemlich spät nach Hause kam. Das funktioniert, ja. Aber es belastete eben in der Länge doch die Beziehung. Es war natürlich nicht der einzige Grund für die Scheidung, aber Männer scheinen mit dieser Situation auf Dauer nicht so gut zurecht zu kommen. (Bei uns ging es nicht anders, ich war neu im Land, hatte keine feste Stelle, dann Doktorarbeid). Aber überlege gut, zusammen mit Deinem Partner, ob Ihr beide das wirklich wollt.
 
  • #32
Entscheidend ist doch das Paar im Einzelfall und nicht das, was Mutter und Vater gesellschaftlich tun sollen.

Es klingt mir alles sehr kopfig, du trägst 9 Monate dein Kind aus, bist 4 Monate daheim, wo du eine Bindung aufbaust - hoffentlich- und gehst dann wieder arbeiten, Bindung ade.
Und dann? Die beiden haben das so zwischen sich vereinbart, beruflich wird bei ihm schon alles abgeklärt sein, bei ihr auch. Dann muss man einfach sagen: Pech! So hart es klingt. Erwachsene Menschen treffen Entscheidungen und können auch Fehler machen, natürlich. Damit muss man dann leben.

Ich finde nicht, dass Mütter automatisch ein Anrecht darauf (oder die Pflicht dazu) haben, sich für Kindererziehung und Leben auf Kosten des Vaters zu entscheiden! Es sollte immer eine gemeinsame Entscheidung des Paares sein, ohne dass das Geschlecht hier grundsätzlich eine Rolle spielt (Stillzeiten und die Regenerationsphase der Geburt mal ausgenommen, das ist klar). Hier wird zu viel nach dem Motto "was wäre, wenn x eintritt" gedacht. An sich in Ordnung, aber warum dann nur in dieser Konstellation? Könnte man nicht auch im traditionellen Modell pauschal immer fragen, ob beide Parteien so wirklich glücklich sind? Ob die Männer nicht auch lieber mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen möchten? Den Frauen nicht die Decke auf den Kopf fällt? Das scheint aber immer noch einer Majestätsbeleidigung gleich zu kommen.

Die FS zwingt niemandem ihr Modell auf. Ja, man kann ihr die Konsequenzen einer jeden Rolle aufzeigen. Aber warum Ängste schüren, die man umgekehrt nicht sieht?

Ìm übrigen wäre das nur die Umkehrung des klassischen Modells, was daran fortschrittlich sein soll, entzieht sich mir.
Es geht um Fortschritt bei der Auflockerung der Rollenbilder, nicht bei der Erziehung.

Ich bin so schon oft abgemeldet bei meiner Tochter, da ich die spießige bin, da ich dann mal aufräumen möchte , gesund essen und frisch kochen möchte.
Daran ändert sich doch nichts, wenn die "spießige" Mama zuhause bleibt.

Du bist jetzt 30. Also ohnhin Spätgebärende
Im Ernst?
 
  • #33
Hallo FS,
ich habe zwei Kinder und war jeweils nach der Geburt nur die Zeit des Mutterschutzes und danach noch zwei bis drei Wochen (Urlaubszeit) zuhause, habe also trotz der zwei Kinder nie Erziehungszeit in Anspruch genommen. Ich wollte lieber arbeiten als zuhause sein und mein damaliger Partner wollte seine bereits langjährige Berufstätigkeit für die Familienzeit gerne unterbrechen. Berufliche Nachteile hätten wir beide nicht zu befürchten gehabt und verdient haben wir zum Zeitpunkt meiner ersten Schwangerschaft ungefähr gleich viel.
Für mich war es die richtige Entscheidung, ich habe es auch geschafft, sowohl beruflich voranzukommen als auch engen Kontakt zu den Kindern zu haben. Es ließ sich sogar einrichten, dass ich beide bis zum Alter von sechs Monaten voll gestillt habe und bis zum 1. Lebensjahr teilweise. Aber sehr anstrengend war das schon und mein Partner hatte sich sein Leben als Hausmann wohl auch deutlich einfacher vorgestellt. Wir haben dann nach fünf Jahren beide wieder gearbeitet (er überwiegend Teilzeit, ich Vollzeit), aber zwei Kindern und Beruf gerecht zu werden, war für uns beide nicht einfach und über die vielen anstrengenden Jahren ist unsere Beziehung auch in die Brüche gegangen; er hat dann letztlich die Familie verlassen. Die Kinder waren zu dem Zeitpunkt in der Pubertät und hatten die deutliche engere und unkompliziertere Beziehung zu mir, obwohl ich sie viel weniger betreut hatte, so dass sie bei mir blieben. Wären wir verheiratet gewesen, hätte er Anspruch auf Versorgungsausgleich gehabt und wahrscheinlich sogar Unterhaltsansprüche mir gegenüber. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass ich (sozusagen als Ausgleich für seinen Rentenverlust durch die Zeiten der Kinderbetreuung) auf den Unterhalt, den er eigentlich für die Kinder hätte zahlen müssen, verzichte. Heute sind meine Kinder beide erwachsen, wir verstehen uns nach wie vor sehr gut und ihren Vater, der jetzt weit weg wohnt, sehen sie kaum noch.

Unser Umfeld hat auf unser eher ungewöhnliches Familienmodell oft etwas befremdet reagiert, aber das hat uns beide nicht weiter gestört (mich manchmal, weil mir oft unterstellt wurde, ich hätte kein Interesse am Zusammensein mit meinen Kindern oder Karriere wäre mir wichtiger).

Ich kann mich also meiner Vorposterin anschließen - es macht die Dinge wahrscheinlich komplizierter, wenn man sein Leben abweichend von üblichen Rollenmodellen einrichtet. Aber es geht. Euch viel Glück!
 
  • #34
An sich in Ordnung, aber warum dann nur in dieser Konstellation? Könnte man nicht auch im traditionellen Modell pauschal immer fragen, ob beide Parteien so wirklich glücklich sind?
Klar, ich finde das sowieso schlecht, wenn automatisch davon ausgegangen wird, dass die Frau zu Hause zu bleiben hat und der Mann das Geld verdient.

Was mich im Fall der FS aber skeptisch macht, ist ihre eigene Haltung zur Mutterschaft. Wäre da nicht dieses Strikte, dass sie auf keinen Fall zu Hause bleiben will, dass sie große Ängste und Zweifel hat, nicht mehr im Beruf Fuß fassen zu können, und so schnell wie möglich wieder voll 50 Stunden arbeiten will, und wäre da nicht mein Verdacht, dass der Mann der treibende Keil in Richtung "Kinder, jetzt" ist, so würde ich an dem Modell gar nichts auszusetzen haben, auch wenn ich 16 Wochen viel zu früh und das von Knall auf Fall Wegbleiben der Mutter wegen des vollen Arbeitstages wirklich nicht gut fände.

Das an-die-Wand-Malen von möglichen Problemen sehe hier nicht als Schwarzmalerei, sondern als Warnung, dass ihr ganzer Lebensplan über den Haufen geworfen werden könnte, was ihre Arbeit angeht. Und darunter leidet dann das Kind.

Sie hat EINE Möglichkeit in Betracht gezogen, die sie glücklich macht nach der Geburt, und dieses Szenario ist ihr sehr wichtig. Es können aber zig andere Situationen auftreten, die ihr alles "versauen", was sie sich erhofft für ihr Leben.

Und ich denke eben, dass diese Einstellung nicht gut ist dafür, ein Kind zu wollen, wenn man schon vor der Schwangerschaft plant, so schnell wie möglich von den Pflichten entbunden zu sein, die ein Kind mit sich bringt. Da ist gar keine Offenheit für die Situation, was das Kind vielleicht braucht, sondern ein Korsett, in das es passen muss, damit die Mutter sich nicht vom Leben ausgeschlossen fühlt, oder wie man es auch immer nennen will. Ich finde das richtig, dass sie sich Gedanken macht, was sie will für ihr Leben. Nach unbedingtem Kinderwunsch sieht das nicht aus, sondern nach unbedintem Arbeitswunsch.
 
  • #35
Wegen mir kann die FS machen, was sie will. Ich will ihr auch ihr Modell nicht vorhalten. Wenn alles klar ist mit ihrem Freund, warum stellt sie es dann hier ein? Weil sie selber Zweifel hat.
Ich habe die Zweifel weniger wegen möglicher gesellschaftlicher Ablehnung, sondern weil ich denke, dass unsere Biologie eben in manchen Bereichen doch stärker ist, als dass was wir uns am Reißbrett vorstellen. Von der reinen Logik spricht nichts dagegen,
ich persönlich kann es mir nicht vorstellen, dass es erfolgversprechend ist. Aber wenn sie sich sicher ist, nur zu.
 
  • #36
Finde ich klasse von Dir, dass Du diese Variante in Erwägung ziehst, die meisten Frauen wählen lieber den bequemen Weg. Ich befürchte aber, dass es Dir auf Dauer so geht wie den meisten Männern, die nur noch fürs Geldranschaffen zu Hause gebraucht werden. Man wird unzufrieden und nörgelig, der Partner zu Hause immer bequemer. Ich finde eine gleichmäßige Aufteilung der Aufgaben besser für Kinder und Partner.
 
  • #37
Eine Freundin von mir, lebt das gleiche Modell. Sie arbeitet Vollzeit, ihr Mann als Frührentner ist ausschließlich für Kindererziehung und Haushalt zuständig. Sie erträgt nach einem Jahr nicht mehr ihre selbst gewählte Versorgerrolle und will jetzt das Traditionelle als auch mehr "Kindzeit". Aber auch dafür werden sich dann sicherlich Lösungen finden.
Nach dem was ich bisher erlebt habe, kommt es wohl ziemlich oft vor, dass Frauen sich für sich (wenn die Kinder erstmal unterwegs oder schon da sind) umentscheiden und letzlich lieber eine Teilzeitberuf mit viel Kindzeit wählen, auch wenn es vorher anders besrpochenwar. . Das habe ich auch erleben müssen.
 
  • #38
Ich finde es ganz toll, dass die FS dieses Modell überhaupt so offen mit ihrem Partner besprechen kann.
Das würde ich mir für mich auch wünschen. Ich weiß noch nicht, ob das wirklich so haben will in Zukunft (Biologie und so, ist hier schon in der ein oder anderen Antwort erwähnt) aber ich hätte zumindest gerne einen Partner, der auch für diese Variante von Anfang an offen ist.
 
  • #39
Sei auch du bereit, im Notfall beruflich zurückzustecken. Dann klappt es auch mit einer glücklichen Familie.
Daran kann ich mit meiner großen Lebenserfahrung insgesamt nicht glauben, da sich im Zurückstecken Defizite und Ungleichgewichte bilden, die dann später knallhart zum Ausbruch kommen. Ich halte vielmehr von ausgewogenen und selbst gesteckten und überzeugten Lebensweisen viel mehr, sogar das Allerwichtigste!
Jedem das Seine! Für mich wäre diese Option absolut nichts! Ich denke, dass ein Jeder in seinem Geschlecht bleiben sollte, wollte niemals eine vermännlichte und/oder männlich verkopfte Frau und ich werde auch niemals einen verweiblichten Mann sein wollen! Wenn das dein Freund mitmacht? Und übrigens möchte ich auch nicht mein einmaliges Leben von A-Z einschränken, für die nächsten ca. 20 Jahren und ebenso persönlich zurückstecken mit Kindererziehung etc. pp., aber auch das muss jeder für sich selbst entscheiden, hat mit Egoismus und mit eigenen Kinderablehnung nichts zu tun, ist lediglich eine ganz persönliche Einstellungssache, die aus dem selbst erlebten Wissen kommt! Von langjährigen Konditionierungen fremder Art und von vielen fremd gesteuerten Programmen bin ich zu meinem großen Glück inzwischen überwiegend und hauptsächlich befreit! Das tut mir sehr gut, ich bin sehr glücklich und sehr zufrieden mit mir selbst, die beste Basis für eine Liebesbeziehung! Möchte mit niemand tauschen, der/die nur deshalb mit Jemanden zusammen ist, weil er/sie nicht alleine leben kann, was bei sehr vielen Beziehungen der Fall ist und Probleme pur bedeuten!
 
  • #40
Ich wäre dann quasi die liebende Mutter, die am Abend von der Arbeit nach Hause kommt und sich noch ein bisschen um die Kinder kümmert, bevor sie ins Bett gehen...
Das geht. Aber du hast dann nicht die "Vaterrolle". Das ist ein Unterschied. Du hast weiterhin die Mutterrolle und der Mann hat die Vaterrolle. Es gibt Unterschiede zwischen Männern und Frauen bzw. Vätern und Müttern. Bspw. sind Männer tendenziell risikobereiter und Frauen eher vorsichtig. Väter ermutigen das Kind, auf den Baum zu klettern, Mütter warnen eher davor, herunter zu fallen. Beides ist o.k.

Worauf ich hinaus will: Die klassische liebende Mutter wärst du natürlich nicht. Und ich bezweifle, dass du es hinbekommst, nach 10 oder 12 Stunden Abwesenheit von zu Hause abends den Kindern eine gute-Nacht-Geschichte vorzulesen wie es andere Mütter machen, die halbtags arbeiten.

Die Mutter ist schon mehr als die Gebährende. Und was halt nicht geht, ist zu denken, ich als Mutter verdiene das Geld und der Vater soll die Mutterrolle einnehmen, weil ich als Frau verdiene das Geld. Das passt so nicht.
 
  • #41
Ich denke, dass ein Jeder in seinem Geschlecht bleiben sollte, wollte niemals eine vermännlichte und/oder männlich verkopfte Frau und ich werde auch niemals einen verweiblichten Mann sein wollen!
Das beschreibt so ziemlich gut das Kernproblem der ganzen Problematik. Was heißt denn jeder solle in "seinem Geschlecht bleiben"? Klar gibt es sehr viele biologische Komponenten, die eindeutig definieren, was männlich und was weiblich ist. Kinder austragen = ganz klar weiblich. Aber Kinder erziehen? Ist weder weiblich, noch männlich! Männer und Frauen mögen zwar grundsätzlich unterschiedliche Komponenten in die Erziehung einbringen (Väter sind risikobereiter, wurde hier schon genannt). Aber das führt dann ja nicht dazu, dass die weibliche Erziehung wichtiger ist. Nein, vielmehr ist es wichtig, dass sich weibliche und männliche Erziehung ergänzen, sodass eine Aufteilung von Familienarbeit/Erwerbstätigkeit die ideale Lösung wäre. Das geht aber in unserer unflexiblen Leistungsgesellschaft nicht wirklich, sodass wir eine Rollenaufteilung (leider) mit all ihren Konsequenzen für beide Partner brauchen. Traditionell waren die Frauen für die Familienarbeit zuständig, aber das heißt nicht, dass dies biologisch notwendig wäre! Auch bei liebenden Vätern ändert sich der Hormonhaushalt durch das Kind, Väter können theoretisch sogar stillen.

Rollenbilder sind stark gesellschaftlich beeinflusst und ich finde es schade, dass man diese hier so hochhält. Man kann das für sich so sehen, kein Thema. Aber der FS dann zu sagen:

Die klassische liebende Mutter wärst du natürlich nicht.
finde ich mehr als bedenklich.
 
  • #42
Traditionell waren die Frauen für die Familienarbeit zuständig, aber das heißt nicht, dass dies biologisch notwendig wäre! Auch bei liebenden Vätern ändert sich der Hormonhaushalt durch das Kind, Väter können theoretisch sogar stillen.
Nein, daran ist bei weitem nicht allein die Leistungsgesellschaft schuld!
Du vergißt , was für Frauen eine Geburt bedeutet.

Sie haben dann das (letztlich biologisch so angelegte) Bedürfnis, mit dem Kind am Anfang quasi ständig und später auch relativ vollzeitig zusammenzusein.
Sie wollen behüten und beschützen.

Nun, das will ich als Mann auch, aber nicht in demselben Maße und Ausprägung wie die Mutter.

Dieser Bio-Faktor war es auch, was meine Partnerin endgültig davon abgebracht hat, nach dem Mutterschutz (oder später nach 1-2 Jahren) wieder quasi Vollzeit in den Beruf zurückzukehren.

Ich liebe meine Kinder abgöttisch, hatte aber trotzdem nicht dieselben Gefühle wie die Mutter.
Ja , es war wunderschön, unsere Babys zu sehen und in den Armen zu halten. Aber am Anfang 2-3 x am Tag und später jeweils 1-2 x pro Tag (bzw. später 3-4 x in der Nacht, meine Aufgabe) haben meinen Bedarf an "Baby" abgedeckt. Mehr wäre auch schön gewesen, aber dann hätte ich mir zuviel Sorgen um die Firma gemacht.
Ergo:
Die Biologie (incl. der daraus entstehenden Gefühle) der Menschen ist nach wie vor entscheidend und erst dann, was eine Gesellschafft daraus macht.
 
  • #43
Ja , es war wunderschön, unsere Babys zu sehen und in den Armen zu halten. Aber am Anfang 2-3 x am Tag und später jeweils 1-2 x pro Tag (bzw. später 3-4 x in der Nacht, meine Aufgabe) haben meinen Bedarf an "Baby" abgedeckt. Mehr wäre auch schön gewesen, aber dann hätte ich mir zuviel Sorgen um die Firma gemacht.
Ergo:
Die Biologie (incl. der daraus entstehenden Gefühle) der Menschen ist nach wie vor entscheidend und erst dann, was eine Gesellschafft daraus macht.
Ich verrate dir mal was: Den meisten Frauen geht es genauso. Sie wären auch mit 3-4x Babyknuddeln zufrieden. Aber einer muss das Kind betreuen und wenn deren Männer sich "Sorgen um die Firma" machen, muss der andere Elternteil (=die Mutter) beim Kind bleiben.
 
  • #44
Sie haben dann das (letztlich biologisch so angelegte) Bedürfnis, mit dem Kind am Anfang quasi ständig und später auch relativ vollzeitig zusammenzusein.
Sie wollen behüten und beschützen.

Nun, das will ich als Mann auch, aber nicht in demselben Maße und Ausprägung wie die Mutter.
Es geht hier um verschiedene Dinge (im Vergleich zu meinem Beitrag unter 40), die hier und generell in dieser Debatte immer durcheinander gebracht werden.

Es geht nicht um die Gefühlswelt von Mutter und/oder Vater bei dieser Debatte. Ich werte Mütter, die deswegen zuhause bleiben, nicht ab oder bestreite mütterliche Gefühle. Wie auch immer diese zwischen den Geschlechtern verteilt sein mögen. Da muss jedes Paar für sich eine Entscheidung treffen. Wichtig ist nur, dass diese individuell getroffen wird und die Gesellschaft hier keine Stereotype aufrechterhält.

Aber Kinder erziehen? Ist weder weiblich, noch männlich!
Darum geht es doch! Muttergefühle bedeuten nicht, dass der Mann die Kindeserziehung nicht genauso gut hinbekommt. Das bedeutet nicht, dass Kindeserziehung weiblich ist! Hier wird die Erziehung aber immer als biologisch weiblich dargestellt. Ob es der Mutter schwer fällt, diese abzugeben, steht auf einem anderen Blatt, hat aber wenig mit dem Thema zu tun.
 
  • #45
Guten Morgen liebe FS,
sehr schade und bedauerlich, dass ich Deiner Idee nicht früher begegnet oder darauf gekommen bin. Ich wäre sofort darauf eingegangen. Über die Nachteile im aktuellen Einkommen und beruflich hätte man sich sicher einigen können sowie würde ich einen angemessenen Beitrag leisten können und im zukünftigen Auskommen würde ich eine Versicherung abschliessen.
Ich finde Dich und Deinen Vorschlag sehr sympatisch.

PS: Unabhängig vom "alten" Rollenmodell zahlt nun die Mutter unserer Kinder, weil trotz oder gerade dem diese bei mir geblieben sind.
 
  • #46
Liebe FS,
über das gewählte Rollenmodell entscheidet das Paar gemeinsam. Wenn es für Dich und Deinen Partner ok ist, er sich um das Kind kümmern kann und will und Du die Rolle der Hauptverdienerin übernehmen willst, wer soll das kritisieren und was interessiert es Dich, wenn andere das bekriteln.
Ich wäre auch nicht der reine Muttertyp gewesen, brauche meine anspruchsvollen Berufsaufgaben, um wirklich ausgelastet zu sein. Insofern bin ich offen für ein variables Rollenmodell.

Wichtig ist, dass es für Euch stimmt, dass bei Deinem Partner das männliche Ego nicht leidet, wenn er den Hauptteil der Familienarbeit macht. Das ist ein Aspekt, welcher m.E. bei einer anderen Rollenverteilung wenig bedacht wird - der Mann möchte der Familienmensch sein, hat auch alle Fähigkeiten dafür, kommt dann aber nicht damit zurecht, wenn er von anderen als unmännlich wahrgenommen wird und kompensiert es in einer Art und Weise, die Dich als Partnerin dann sehr hart treffen kann. Auf den Aspekt, dass Dein Partner es kann und will, d.h. nichts zu kompensieren hat, solltest Du unbedingt achten.

Im erweiterten Bekanntenkreis habe ich zweimal erlebt, dass die Frau ihren gutbezahlten IT-Job weitergemacht hat, der Mann mit weniger guten Berufschancen sich die ersten 3 Jahre um die Kinder kümmern wollte und sollte, dann aber emotional in unebenes Fahrwasser geriet und mit so ziemlich jeder Berufsmutter in der Kita Äffären laufen hatte, um sein Ego zu pimpen.
In beiden Fällen, ließen die Frauen sich das nicht bieten und beendeten die Ehen. Die Kinderversorgung wird in beiden Fällen nun hälftig geteilt. Beide Frauen sind damit nicht so glücklich, hätten lieber das zuvor vereinbarte Modell mit dem Partner, aber nur mit einem Partner, der es dann auch kann und nicht daran scheitert.
 
  • #47
Traditionell waren die Frauen für die Familienarbeit zuständig, aber das heißt nicht, dass dies biologisch notwendig wäre! Auch bei liebenden Vätern ändert sich der Hormonhaushalt durch das Kind, Väter können theoretisch sogar stillen.
Worauf willst du denn hinaus? Weisst du, ich habe Alice Schwarzer und Esther Villar gelesen und noch ein paar andere Bücher und glaube ungefähr zu wissen, was mit Feminismus und Gender Mainstraiming gemeint ist. Ich habe auch jahrelang als Mann teilzeit gearbeitet und mich um meine Tochter gekümmert.

Und ich glaube, dass du auf dem Holzweg bist. Du kannst nicht aus Protest gegen ein gesellschaftliches Bild individuell für dich und deine Familie einen Weg definieren. Deine Kinder und deine Familie sind nicht dazu da, einem theoretischen, philosophischen Idealbild einer modernen Familie zu entsprechen.

Deshalb bleibe ich dabei: So lange du als Mutter in der Lage bist, nach deinem Arbeitstag die Kinder an dich zu drücken und für sie da zu sein, ist es o.k. Nicht mehr und auch nicht weniger.
 
  • #48
Daran kann ich mit meiner großen Lebenserfahrung insgesamt nicht glauben, da sich im Zurückstecken Defizite und Ungleichgewichte bilden, die dann später knallhart zum Ausbruch kommen. Ich halte vielmehr von ausgewogenen und selbst gesteckten und überzeugten Lebensweisen viel mehr, sogar das Allerwichtigste!
Was willst du damit insgesamt sagen? Dass du das Modell der FS nicht gut findest?

Wie ging euer Familienmodell aus, waren beide Partner mit der "klassischen" Rollenverteilung zufrieden, hat es euch "enger" zusammengeschweißt?