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Gast

  • #1

Als Introvertierte genügend Zeit/Energie f ernsthafte Beziehung?

Ich (35) bin eine introvertierte Frau und benötige relativ viel Zeit für mich. Diese Zeit verbringe ich hauptsächlich damit, zuhause zu sein, und um mich zu erholen. Mein Job ist nicht übermäßig anstrengend, jedoch arbeite ich unmittelbar mit sehr vielen Menschen zusammen, was mich sehr viel Energie kostet.
Diese Zeit abends und am Wochenende ist mir einfach unglaublich wichtig. Auch mit Freunden und Bekannten treffe ich ich kaum noch, da ich mich sehr zurückgezogen habe. Ich habe jedoch nicht den Eindruck, darunter zu leiden, obwohl mir schon hin und wieder ein Gesprächspartner für Privates fehlt.

Mein Bedürfnis nach einer ernsthaften und emtional nahen Partnerschaft wächst. Natürlich ist mir bewusst, dass es Zeit, viel gemeinsame Zeit - die als wertvoll empfunden werden sollte - benötgt, um eine vertrauensvolle Partnerschaft aufzubauen. Ich weiß nicht, ob ich diese "Energie" habe.

Mich interessieren eure Erfahrungen. Lesen hier Menschen mit, die ebenfalls introvertiert sind, und relativ viel Zeit für sich benötigen? Lässt sich eine Beziehung unter den gegebenen Umständen aufbauen und leben?

Meine Bedenken sind hauptsächlich, dass mir nicht mehr genügend Zeit für mich bleibt.

Ich danke euch schonmal für eure Erfahrungen und Anregungen.
 
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Gast

  • #2
Mir (w) geht es genauso. Da dies kein Dauerzustand sein sollte, habe ich meinen Job gewechselt und bin im neuen Job auf 75 % der Arbeitszeit gegangen.
Die Einbuße nehme ich gerne in Kauf, da ich nicht mehr so ausgepowert bin - und auch mit einer Beziehung hat es wenig später geklappt.
 
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  • #3
Mir geht es genauso wie dir - ich (49,w) bin ebenfalls introvertiert und deine Aussagen über dich treffen genau auf mich zu.

Mein Noch-Mann hatte mir die Freiräume gelassen. Er ist in einem Verein engagiert und hat noch andere Hobbies, die er ohne mich gepflegt hat. Wir haben nie zusammen samstags Einkaufswagen durch den Supermarkt geschoben.
Gemeinsame Unternehmungen waren dann Ausflüge in die Umgebung und Kurzreisen, sowie gemeinsame Mahlzeiten. Wir hatten auch auf unser beider Wunsch getrennte Schlafzimmer.

Die Ehe zerbrach leider an seiner Alkoholsucht.

Sollte ich irgendwann mal wieder einen Partner finden, würde ich mich sogar freuen, wenn jeder in seiner eigene Wohnung bleibt. In meinem Alter, wo Familienplanung kein Thema mehr ist und man sich beruflich etabliert hat, habe ich recht gute Chancen dafür.
 
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  • #4
Liebe FS,
mir geht es wie dir.

Mit meinem letzten Partner war keine längerfristige Beziehung möglich, weil er ständig mit seinen Freunden bzw. Freundinnen mit mir im Schlepptau etwas unternehmen wollte. Ihm waren meine Bedürfnisse nicht wichtig genug. Ich hingegen habe mich aus Liebe lange angepasst und zu Dingen überreden lassen, die ich im Innersten gar nicht wirklich wollte. Lange Nächte, Spaß über Spaß, eine richtige Spaßgesellschaft war ihm wichtig. Ich bin ja durchaus humorvoll, habe häufig einen kecken Spruch auf den Lippen, aber meine Lebensphilosophie war konträr zu seiner.

Auch ich habe beruflich mit vielen Menschen zu tun und bevorzuge daher in meiner Freizeit die leisen Töne. Ich treffe mich zwar immer wieder gerne mit Freundinnen, aber im kleinen Kreis, max. zu viert. Es ist mir wichtig, dass es eine harmonische Umgebung dabei gibt und dass wir für mich persönlich wertvolle Gespräche führen, dh mit aufrichtigem Interesse am anderen, Lachen und Freude inklusive.

Wie überall muss man halt den Richtigen dafür finden. Jemanden der die Ruhe und Entspannung genießen kann, ohne langweilig und desinteressiert zu sein.

w/46
 
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  • #5
Hallo FS
Ich bin männlich und mir geht es ähnlich wie dir.
Nur das es bei mir nicht Introvertiertheit sondern Sensibilität ist.
Da ich schon als Kind und Jugendlicher schmerzhaft erfahren musste wie meine Mitmenschen so manches Mal drauf sind entwickelte sich bei mir siese Sensibilität die oftmals mit Introvertiertheit verwechselt wird.
Auch ich brauche mehr Zeit um zu jemandem Vertrauen zu fassen und mich zu öffnen.
Ich sehne mich nach einer erfüllenden Patnerschaft aber habe leider noch keine Frau gefunden, die etwas Zeit in mich investieren will.
Ich weis, dass ich eine Beziehung leben kann und würde eine Frau sehr glücklich machen.
 
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  • #6
Auch ich brauche mehr Zeit um zu jemandem Vertrauen zu fassen und mich zu öffnen.
Ich sehne mich nach einer erfüllenden Patnerschaft aber habe leider noch keine Frau gefunden, die etwas Zeit in mich investieren will.
Ich weis, dass ich eine Beziehung leben kann und würde eine Frau sehr glücklich machen.
Meine letzte Bekanntschaft zu einem introvertierten Mann scheiterten auch daran, dass er mir nicht zeigen konnte, dass er wirklich an mir interessiert war. Es reicht nicht nur, dass per Mail kundzutun, sondern auch zeigen bzw. leben können. Zeit hätte ich ihm gerne gegeben, aber auch das hat Grenzen. Wenn nichts kommt, dann geht die Frau irgendwann. Es kann ja nicht sein, dass die Frau immer die Beziehungsarbeit machen muss, nur weil ER introvertiert ist.

w
 
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  • #7
Liebe FS,

mir geht es auch wie Dir.
Ich bin eine Frau (38 J.) und momentan solo.
Ich habe keine Probleme, alleine zu sein, da ich viel Zeit für mich brauche, um wieder "Energie zu tanken" und mich innerlich "zu ordnen" nach den vielen Kontakten im Alltag.
Ich habe in meinen bisherigen Beziehungen immer meine eigene Wohnung behalten und das ist mir auch für die Zukunft sehr wichtig.
Auch hatte ich immer Partner, die ihre eigenen Interessensgebiete hatten (Forschung,Sport, Schach, etc)
und es daher nicht schlimm fanden, dass wir nicht immer alles zusammen gemacht haben.
Ein sehr "klammernder" Partner, der ständig mit mir kuschelnd auf dem Sofa sitzen möchte (überspitzt formuliert) wäre daher überhaupt nichts für mich.
Es gibt viele Menschen, die das Bedürfnis nach Rückzug nicht verstehen und dies persönlich nehmen und daher finde ich es nicht einfach, einen Partner zu finden, der damit umgehen kann (zumal in meinem Fall das introvertiert nicht heisst, dass ich sehr still bin - ich gelte als eloquent und liebe schwarzen und geistreichen Humor) .....
ich wünsche Dir, dass Du einen Partner findest, mit dem Du Dich wohlfühlst und der Deine Bedürfnisse respektiert (verleugnet habe ich sie z.B. nie: ich habe von Anfang an gesagt, dass ich viel Zeit für mich brauche) -

alles Gute für Dich!
 
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  • #8
Hallo FS,

ich (m,32) bin auch introvertiert.
Ich denke... wenn in einer Beziehung beide introvertiert sind (sich aber dennoch schätzen und lieben) ist alles bestens.
 
  • #9
Hallo FS,

Ich bin auch stark introvertiert. Aber ich bin eigentlich "durch" mit dem Zeit für mich alleine verbringen.

Ich wünsche mir eine Partnerschaft, um mehr zu unternehmen, weil zu zweit viele Dinge mehr Spass machen, z.B. Reisen, Wanderungen, Konzerte, usw. Vermehrter Kontakt mit anderen Menschen gehört für mich ebenfalls als Bereicherung dazu, weil der gemeinsame Freundeskreis grösser ist als der eigene.

m42
 
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  • #10
Liebe Fragestellerin,
eine sehr schöne Frage, die ich gut nachvollziehen kann. Auch ich bin so wie Du (w/41). Ich liebe meine Zeit mit mir und meinen "Tankstellen", die ich einfach nur alleine geniessen kann und will.
Aber ich habe bisher den großen Fehler gemacht, dennoch eine Beziehung einzugehen. Mit Männern, die genau das Gegenteil von Menschen wie uns sind.
Ergebnis: desaströs und alles andere als angenehm. Energieverlust, Kräfteraubend.
Leider habe ich es bisher nicht geschafft aus meiner derzeitigen Beziehung rauszugehen.
Was ich Dir empfehle: Anfangs getrennte Wohnungen und trotzdem Ja zu einer tiefgehenden Beziehung sagen
Ein Mann, der Dich liebt, wird das akzeptieren.
So wie Du schreibst, stehst Du zu Dir und Deinen Eigenschaften. Bitte bleib dabei. Solange Du Dich nicht selbst verleugnest, bist Du in Deiner Kraft und ein Mann, der das mag und vor allem Dich als Mensch schätzt, wird damit kein Problem haben

Viel Freude und Glück!
 
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  • #11
Liebe FS

Ich bin zwar nicht introvertiert, brauche aber viel Zeit alleine. Ich sehne mich wieder nach Liebe, könnte einem Mann aber kein Rundumbetutteln bieten. Manchmal denke ich, das Wissen, es gäbe einen zuverlässigen Mann in meinem Leben, würde mir reichen. Ich müsste ihn nicht dauernd sehen.

w
 
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  • #12
Liebe FS

Ich bin zwar nicht introvertiert, brauche aber viel Zeit alleine. Ich sehne mich wieder nach Liebe, könnte einem Mann aber kein Rundumbetutteln bieten. Manchmal denke ich, das Wissen, es gäbe einen zuverlässigen Mann in meinem Leben, würde mir reichen. Ich müsste ihn nicht dauernd sehen.

w
Finde ich sehr interessant, dass es auf weiblicher Seite auch solche Verhaltensweisen gibt. Mir geht es als Mann ähnlich. Ich hab einen wirklich fordernden Job (mit hoher Leitungsverantwortung) und muss ständig kommunizieren. Das macht mir zwar Spass ist aber auch durchaus anstrengend. Denn zeige ich eine hohe Sensibilität, so dass mir dann manchmal belangloser Smalltalk völlig zuwider ist. Privat lese ich viel und geniesse es auch durchaus alleine mal ein verlängertes Wochenende zu verreisen, weil ich mich da traumhaft dabei erholen kann. Natürlich möchte ich auch geliebt werden und eine Beziehung führen, habe aber dabei oft vor dem letzten Schritt zurückgeschreckt, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass ich den zeitmässigen Ansprüchen einer Partnerin genügen kann ohne mich dabei selbst zu sehr einzuengen oder gar aufzugeben.

m.
 
  • #13
Hallo Threadstellerin, eine introvertierte Frau ist eine perfekte frau, da sie ideal ist für Familie und das Gegenteil von Karrierefrau ist. Also freu dich so ruhig zu sein. :)
 
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  • #14
Ich wundere mich immer wieder, was für ein Problem Frauen aus einer Beziehungsanbahnung machen. Da gibt es Frauen von 58, die allen Ernstes eine "Probezeit" von ein bis zwei Jahren in Erwägung ziehen und das auch vorschlagen und sich dann wundern, dass da niemand "mitmacht".

Da muss man sich erst mal kennenlernen, Vertrauen aufbauen, die gemeinsamen Interessen abchecken und abstecken, den Freundeskreis des anderen kennenlernen und blablablabla.

Wahrscheinlich bin ich da mit meiner sehr unkonventionellen Art einfach schneller, auch schneller als die meisten Männer. Wir leben nur einmal, was sollen diese Umstände? Schmeiß dich rein ins Getümmel, probier einfach mal was aus. Introvertiertheit? Quatsch.

m 50
 
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  • #15
G

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  • #16
Ich wundere mich immer wieder, was für ein Problem Frauen aus einer Beziehungsanbahnung machen.

Da muss man sich erst mal kennenlernen, Vertrauen aufbauen, die gemeinsamen Interessen abchecken und abstecken, den Freundeskreis des anderen kennenlernen und blablablabla.

m 50
Da muss ich mich aber wundern, wie naiv und unvernünftig manche Männer mit den Gefühlen von Frauen umgehen. Eine Probezeit finde ich ganz gut. Zeigt sie doch Verantwortungsbewusstein im Ungang mit den Gefühlen von anderen Menschen, also auch denen der Männer. Vertrauen muss tatsächlich aufgebaut bzw. erarbeitet werden. Wer anders denkt ist in meinen Augen ein unreifer Mensch. Erst recht, wenn man Gedanken anderer Menschen als blablabla bezeichnet.

w
 
  • #17
AU weia, was für ein Jammertal!

Introvertiert heisst also grundsätzlich gaaanz viel Zeit für sich alleine zu brauchen. Aha. Und dann bitteschön komplett für einen da sein aber bitte nicht zu nah!

Abgesehen davon dass das eine (introvertiert) nix mit dem anderen (Zeit für sich zu brauchen) zu tun hat sind Eure Vorstellungen halt nix was sich die Mehrheit wünscht. Und dazu noch eben die introvertierte Ader...
Wobei, kann mir mal eine der Jammernden hier erklären wie man als Introvertierter Mensch einen hoch kommunikativen Beruf ausüben kann? Falsche Brufswahl würd ich sagen.
Mein Job ist nicht übermäßig anstrengend, jedoch arbeite ich unmittelbar mit sehr vielen Menschen zusammen, was mich sehr viel Energie kostet.
Wenn Du Abends und am Wochenende völlig platt bist dann überfordert Dich dieser nicht übermässig anstrengender Beruf einfach.

Überlegt doch mal: Tagsüber geht Ihr arbeiten und danach seids Ihr so platt dass ich weder irgendwas unternehmen wollt noch jemanden um Euch rum haben könnt. "Es reicht zu wissen dass da jemand ist". Neee, so funktioniert das nicht! Ein bisschen Zeit müsst Ihr für eine Beziehung schon frei machen, am Anfang sogar ein bisschen viel.
Was zusammen schweisst sind gemeinsame Erlebnisse, wie wollt Ihr die zusammenbringen wenn es die nicht gibt?

Man kann sich übrigens auch so seine Freiräume lassen- wir sind beide ehe Extrovertiert, aktiv, machen viel gemeinsam aber lassen uns auch unsere Freiräume. Und wenns denn mal so ist wird der Partner halt mal für ne Stunde oder zwei zum Sport geschickt. Man kann auch zusammen entspannen ohne sich laufend bespassen zu müssen. Man kann auch, ich finde sogar besonders gut, beim Partner auftanken. Manchmal schweigend manchmal durch ein gutes Gespräch.

Also entscheidet Euch, Partnerschaft oder ständige Ruhe!
 
  • #18
Liebe Leute, das ist doch Unsinn!

Introvertiert oder extrovertiert, ohne Zeit und Bereitschaft in eine Beziehung zu investieren wird es nicht gehen! Dann kommt es auf die individuellen Vorlieben, die Charaktere etc an- wenn das passt, ist ein Partner null anstrengend, sondern ein Quell der Kraft.

Zudem ist es mir ein Rätsel, weshalb es ein Vorteil ein soll, immer und auf jeden Fall die eigene Wohnung zu behalten. Dieses Hin- und Herpendeln kostet viel Kraft und Energie, während in eine Wohnung problemlos eine kleine Rückzugsecke eingerichtet werden kann. Mann oder frau zieht sich zurück, regeneriert sich und verbringt den Rest des Abends gemeinsam. Wo ist das Problem?
 
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  • #19
Oh, was für ein Traum. Ich hatte mich schon damit abgefunden, daß man entweder eine Beziehung führen kann, die einen vollkommen einengt, oder eben gar keine. Natürlich bleibt Dir bei einem Menschen, der ähnlich gestrickt ist, der nicht immer nur reden will, nicht immer nur Unterhaltung braucht, sondern gerne auch mal etwas ganz allein unternimmt, gerne Musik hört oder einem Hobby nachgeht, bei dem eine Frau nur stören würde, genügend Zeit für Dich. Trotz intensiver Beziehung oder vielleicht sogar deswegen. Weil es sehr schön sein kann, sich über die Erlebnisse, die man alleine hatte, hinterher auszutauschen, vielleicht sogar Fotos zu zeigen oder etwas Materielles mitzubringen oder was auch immer.
 
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  • #20
Ach, das tut ja so gut, zu lesen, dass man "damit" nicht alleine auf der Welt ist!.......

Ich bin auch "so Eine", w 37.
@16 und 17: So können eben nur Menschen urteilen, die NICHT introvertiert sind und demzufolge diese nicht verstehen (können).

Zudem ist es mir ein Rätsel, weshalb es ein Vorteil ein soll, immer und auf jeden Fall die eigene Wohnung zu behalten. Dieses Hin- und Herpendeln kostet viel Kraft und Energie, während in eine Wohnung problemlos eine kleine Rückzugsecke eingerichtet werden kann. Mann oder frau zieht sich zurück, regeneriert sich und verbringt den Rest des Abends gemeinsam. Wo ist das Problem?
Dass das für einen Introvertierten eben nicht das Gleiche ist, wie sich mal in seine Höhle zurück zu ziehen, wo einfach mal NIEMAND ist und komplette Ruhe herrscht! ;) Genau da liegt eben einer der Unterschiede.
Und das macht es auch so verdammt schwer, jemanden zu finden, der passt.

Ich habe auch einen höchst kommunikativen, extrovertierten Job - täglich massenhaft Kundenkontakte -, das "beißt" sich ganz und gar nicht. Gibt es sogar ziemlich häufig. Ich liebe meinen Job SEHR, aber auch ich möchte von der ganzen Kommunikation dann am Abend abschalten.
Auf "gesellige Abende unter Freunden" lege ich keinen Wert.
Alleine verbrachte Zeit ist für mich absolut unabdingbar, so sehr ich einen Partner auch liebe und gerne mit ihm zusammen bin. Ich brauche einfach BEIDES. Ohne meine Ruhezonen zum Sortieren & Auftanken funktioniere ich nicht und bin nicht psychisch gesund.
Als sehr attraktive und "auffällige" Frau verfolgt es mein Umfeld mit größter Irritation, dass ich am Wochenende am liebsten alleine einsame Wanderungen mit meinen Hunden mache. Oder in meinem Garten vor mich hin wühle. Das ist für mich wie Meditation, einfach herrlich.

Liebe FS, ich verfolge den thread mit großem Interesse. Leider habe ich für mich noch keine Lösung gefunden. Bislang scheiterten alle Beziehungen, darunter eine Ehe, früher oder später an der unterschiedlichen Bedürfnislage. Dabei habe ich Nähe und gemeinsame Aktivitäten schon sehr gerne. Aber eben nicht immer und rund um die Uhr.
Wer nicht so tickt wie wir, der kann es einfach nicht verstehen und fühlt sich persönlich zurück gewiesen, wenn man mal etwas alleine machen möchte.

Wahrscheinlich kann es nur mit einem ebenso Introvertierten funktionieren. Doch so jemanden müsste man erst mal finden!... Schwierig, leider!!
 
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  • #21
Ich selbst bin männlich und ebenfalls sehr intovertiert. Ich halte mich aber trotzdem für beziehungsfähig und bin auch nicht unbedingt ein Stubenhocker.

Was ich aber brauche, ist eine Frau, die mich zum einen auch einfach mal in Ruhe lassen kann (keine Klette) und die sich auch mal allein beschäftigen kann. Sie bekäme diesbezüglich von mir natürlich auch alle Freiheiten für beispielsweise Unternehmungen mit Feunden (treu sollte sie aber natürlich schon sein, sonst wäre ich sofort weg!).

Insbesondere müßte sie auch damit klar kommen, daß ich nicht besonders viel rede, wenn es nichts Wichtiges zu bereden gibt (SmallTalk ist mir ein Graus). Sie sollte sich also durchaus auch mal nur mit meiner Gegenwart zufrieden geben können. Auch sollte sie nicht versuchen, mich auf irgendwelche Parties zu schleppen. Zum einen werde ich unter vielen Leuten stumm wie ein Fisch und zum anderen macht mir das einfach keinen Spaß.

Das sollte mit der passenden Frau aber sicher alles lösbar sein. Das größere Problem sehe ich eher darin, so eine Frau zu finden, was mich zum nächsten "Problem" führt: Durch meine Intovertiertheit komme ich nämlich auch ganz gut allein zurecht ("Einsamer Wolf"), was wiederum dazu führt, daß ich mich selbst ehrlich gesagt nicht so richtig bemühe, so eine Frau zu finden. Ich hätte mitlerweile aber schon ganz gerne eine.

Ein weiteres Problem ist, daß es mir furchtbar schwer fällt, auf Menschen zuzugehen, was die Beziehungsanbahnung (gerade wenn man ein Mann ist!) nicht gerade vereinfacht.

Möglich halte ich eine Beziehung mit Leuten wie uns aber durchaus.

m, 32
 
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Gast

  • #22
Ich dachte eigentlich auch immer, dass ich ein sehr introvertierter Mensch bin, aber wenn ich das hier so lese... Ok, ich habe abends auch gerne mal meine Ruhe, mach es mir auf dem Sofa vorm Fernseher bequem. Aber glücklich bin ich damit nicht! Man kann sich auch einreden dass man viel Zeit für sich braucht, aber in den meisten Fällen steckt da auch immer ein bisschen Bequemlichkeit dahinter. Ich z.B. habe gerne jemanden, der mich ein wenig mitzieht, daher gerate ich auch oft an Männer, die eher extrovertiert sind. Meiner Meinung nach passt das prima, schließlich kann man sich so super ergänzen. Ich habe die Erfahrung gemacht, das man immer introvertierter wird, je mehr man sich mit sich selbst beschäftigt. Also geh raus, unternimm etwas, such Dir ein Hobby, aber jammer nicht, dass Du keine Zeit/ Energie für eine Beziehung hast.

w,35
 
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Gast

  • #23
Wie so oft, ist es auch hier schwer, einen allgemeingültigen Lösungsvorschlag zu geben.

Ich (w) war bis zu meinem 36. Lebensjahr ein ziemlich extrovertierter Mensch. Verschiedene Umstände und Schicksalsschläge führten jedoch zu einem nahezu 10jährigen Single-Dasein, währenddessen ich zunehmend introvertierter wurde. Im Gegensatz zu früher, brauche ich heute auch meine Rückzugsmöglichkeiten. Man wird ein bisschen kauzig. Das, was Du mit "Mangel an Energie" beschreibst, kann ich unterstreichen, auch wenn ich das Wort "Energie" lieber durch "Kraft" ersetze. Bei mir war es so, dass die Verarbeitung diverser Schicksalsschläge wirklich viel Kraft gekostet hat, die mir heute bisweilen einfach fehlt.

Da ich einen Wandel von Extrovertiertheit zu Introvertiertheit erlebt habe, sehe ich Vorzüge und Nachteile. Die Introvertiertheit brachte mich von der Oberflächlichkeit weg. Ich fühle heute viel klarer und tiefer, und dafür bin ich dankbar. Allerdings bin ich auch intoleranter und strenger geworden, sowohl mir, als auch anderen gegenüber. Das empfinde ich als Nachteil.
 
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Gast

  • #24
Dass das für einen Introvertierten eben nicht das Gleiche ist, wie sich mal in seine Höhle zurück zu ziehen, wo einfach mal NIEMAND ist und komplette Ruhe herrscht! ;) Genau da liegt eben einer der Unterschiede.
Das kann ich für mich bestätigen, selbst wenn die Frau in ihrem Zimmer am Laptop sitzt, fällt es mir wesentlich schwerer, mich auf mir wichtige Dinge zu konzentrieren, als wenn ich sie bei der Arbeit weiß. Allein die Möglichkeit, daß sie plötzlich mit einem "duuuu, kannst du mir mal helfen" in der Tür stehen könnte, reicht schon als Störquelle, denn ich müßte in diesem Moment etwas fallen lassen, das ich später nicht mehr werde aufgreifen können (Stichwort: Kurzzeit-Gedächtnis). Und das ist der Konzentration vom ersten Augenblick an abträglich.
 
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Gast

  • #25
Liebe FS

klar kannst du als introvertiert veranlagter Mensch, der nicht so gern aus sich herausgeht, auch eine glückliche erfüllende Partnerschaft haben ! Aber die Wege dahin sind etwas umständlicher.
Zunächst brauchst du jemanden der deine Introvertiertheit als natürliche Wesensart akzeptiert. So wie Linkshänder sein. Mein Mann /meine Frau ist eben introvertiert. Was soll's. Der Kluge weiss sich zu helfen.

Zeitgeiz hast du normalerweise nicht wenn du jemanden liebst !
Ich bin Schriftstellerin. Ich muss pro Tag ein bestimmtes Pensum schaffen wenn ich eine Vorgabe durch ein Buch habe. Für manche Leute, besonders Verwaltung, ist das keine ernstzunehmende Arbeit. Ich sage: es ist ein Haufen "handwerkliche" Arbeit, und zwar eine die dich von anderen abkapselt in völliger Isolation.
Aber wenn ich meinen Schreibtisch verlasse schalte ich durchaus um auf normaler Mensch und komme aus meiner Gedankenwolke heraus. Zeitweilig introvertiert, ansonsten kommunikativ. So würde ich mich beschreiben.
 
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  • #26
Ich bin auch eine sehr introvertierte Frau.

Ich war schon als Kind sehr ruhig und schüchtern. Ich hatte es oft nicht leicht. Viele mochten mich nicht, ich konnte mich nicht durchsetzen.

Heute bin ich auch ein eher ruhiger Typ, natürlich auf eine andere Art und Weise als in meiner Kindheit. Bei meiner Familie (Eltern, Bruder) und bei guten Bekannten, die mich so mögen, wie ich bin, kann ich aus mir rausgehen, bin oft fröhlich und unbeschwert.

Mit Männern hat es nie geklappt. Denen war ich wohl zu ruhig. Ich versuche in der Hinsicht auch nichts mehr. Wenn man so lange allein gelebt hat, ist man - glaube ich - für eine Partnerschaft "versaut".

Glücklicherweise empfinde ich Alleinsein nicht als Last. Ich kann immerhin tun und lassen, was ich will.

Ich habe es eher so erlebt, dass viele Mitmenschen mit mir introvertiertem Zeitgenossen nicht sehr viel anfangen können und für meine ruhige Art nicht so viel Verständnis aufbringen. Auch wird man schon mal übergangen, eben weil man nicht so auffällt.

Aber das ist halt mein Leben. Ich akzeptiere das in der Zwischenzeit so, wie es ist. Und ich mag mich auch so, wie ich bin. Das ist sehr wichtig.