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  • #1

Als Single gesellschaftlich nur zweite Wahl?

Ich bin weiblicher Single und stelle immer wieder fest, dass Freunde und Bekannte mit mir meist nur dann etwas unternehmen, wenn sie gerade nichts Besseres vorhaben. Mich nervt diese Situation ungemein!
Es ist so: Wenn mich jemand nach einer gemeinsamen Unternehmung fragt, dann versuche ich, dass diese gemeinsame Unternehmung auch zustande kommt. Umgekehrt, wenn ich mit den anderen etwas unternehmen will, bekomme ich sehr oft Absagen. So komme ich eigentlich kaum zu dem, was ICH tun möchte, außer ich tue es dann allein, was ich aber nicht möchte.
Geht es jemanden von Euch auch so? Was kann ich dagegen tun?
w/52
 
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  • #2
Liebe Leidensgenossin,

mir geht es ähnlich. Ich musste vor 8 Jahren mit fast 50 in eine Kleinstadt in der Provinz ziehen, wo ich außer meiner jüngsten Tochter, die mit mir kam, niemanden kannte. Die Menschen waren alle sehr nett - oberflächlich - und ich war umgeben von lauter intakten Familien mit Kindern. Eingeladen wurde ich nur von 1 Familie. Dort fühlte ich mich aber meist als 5. Rad am Wagen, weil ich auch nur auf Ehepaare traf. Vereinzelt traf ich (beruflich) alleinstehende Frauen, die ich auch hier und da nach gemeinsamen Unternehmungen fragte, doch es kamen nur Absagen. Nun glaube ich, dass ich sicherlich ebenfalls gefragt werden würde, wenn auf Seiten der anderen irgendein Interesse an einem privaten Kontakt bestehen würde. Da das nicht der Fall ist, habe ich das Fragen aufgegeben. In den ersten Jahren zog ich mit meiner Tochter los, mittlerweile verbringe ich die Wochenenden sehr aktiv, aber eben allein.
 
  • #3
Kenne ich auch, ich hatte Freundinnen die mich beruflich und privat anriefen um ihr Seelentief zu bequatschen, da ich auch gut zuhören kann, amüsieren oder am WE auf die Paucke hauen taten sie dann aber mit anderen.

Diese "Freundschaften" hatte ich im Laufe der Jahre alle aussortiert.
Anfangs hatte ich Angst soziale Netzwerke zu verlieren, aber dann habe ich mir pro und contra vorgestellt und wusste schnell, dass mir diese Kontakte rein garnichts bringen außer Energieverlust und von einer Freundschaft sollten beide profitieren.

Heute im "reifen" Alter habe ich nur Kontakte, bei denen ich mich wohl fühle und umgekehrt.
Es sind Leute allen Alters und unterschiedlicher Lebenskonzepte dabei, Singles, Verheiratete, Geschiedene, junge, alte Leute, aber Leute mit gleicher Wellenlänge.

Sobald es an "ausnutzen" geht, egal in welcher Form, sofort abbrechen, dass muß sich niemand antun.
 
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  • #4
Liebe FS,
sind Deine Freunde und Bekannten verpartnert oder Singles? Bei Paaren ist es so, dass sie gemeinsam Zeit verbringen wollen und gemeinsame Aktivitäten haben, wie kochen, Klarschiffmachen, gemeinsame Mahlzeiten. Im meinem Umfeld sind alle erfolgreich berufstätig, auch Vielarbeiter und wenn sie echte Partnerschaft leben, ist es schon schwer, gemeinsame Termine zu finden. Das war bei mit auch nicht anders, als ich verheiratet war und ein Haus am Stadtrand zu bewirtschaften hatte.

Heute ist das anders: ich habe viel Zeit, weil ich nicht ständig Familienfeiern organisieren muss, gekocht wird nicht, selbst gefrühstückt wird außer Haus, wodurch 80% der Hausarbeit entfallen. Statt eines Hauses mit Garten habe ich eine kleine Wohnung, durch die Wohnlage in der Stadt kurze Wege zur Arbeit und zum Sport. Das war bei meinem alten Bekanntenkreis ganz anders und ich habe das gleiche erlebt wie Du. Daher habe ich die Kontakte zu Paaren daher komplett aufgegeben, weil sie so sporadisch waren, dass man sich einfach nichts mehr zu sagen hatte.

Ich habe mir in den letzten Jahren eine Clique aufgebaut von Frauen, die sehr unternehmungslustig sind und ihre Zeit nicht mit Rumgepussel im Haushalt verdaddeln, sondern rausgehen zu Veranstaltungen, zum Sport... Heute haben wir uns um 10 Uhr im Fitnessstudio getroffen, unsere Bodypumpeinheit absolviert, jeder noch ein bisschen Individualtraining gemacht und bis 16 Uhr im Saunagarten gechillt. Um 20 Uhr gehen wir auf ein Stadtfest.
Das hat sich über Kontaktanzeigen (Freundschaft) in der Stadtteilzeitung ergeben, Aushänge im Fitnessstudio. (Sportpartnein), Online-Kontaktboersen (neu in der Stadt), private Ausgruendung aus kostenpflichtigem Freizeitclub etc

Es war nicht einfach, diese Leute zu finden. Es ist mir erst gelungen, als ich die anderen, die desinteressiert und/oder unzuverlässig sind, so radikal aus meinem Leben gekickt, Platz für andere geschaffen habe und jetzt auch niemanden mehr reinlasse, der unverbindlich ist. Sich auf Leute zu fokussieren, die nicht so wechselhaft sind, war der Schlüssel zum Erfolg. Wir sind ein Kernteam von ca 35 Frauen, alle 50+, alle beruflich erfolgreiche Akademikerinnen, die vielseitig interessiert sind und so gibt es viele abwechselungsreiche Verabredungen. Ich muss keinen Tag allein sein, wenn ich es nicht will.
Es gehört dazu, verbindlich zu sein und sich auch mal aufzuraffen, wenn es einem nicht so gut geht, sonst fällt das alles schnell auseinander. Es kommen immer wieder mal Neue dazu, die versuchen können, sich zu integrieren. Zuletzt war ein paar Wochen eine Frau dabei, die ständig deutlich verspätet kam und irgendwann haben wir sie dann aus dem Verteiler genommen, weil es alle nervte. Es ist nun mal so, dass Singles richtig was tun müssen, wenn sie sich nicht in die Familie flüchten können und da macht so ein Verhalten alles kaputt.
Deswegen machen wir auch keine Facebookgruppe o.a. auf, sondern kommunizieren direkt miteinander.
w, 55
 
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  • #5
Hallo

meiner Mutter (69,w, solvente Witwe, schlank und fit) geht es genauso. Sie klagt mir die Freundinnen sind ständig mit ihren Ehemännern unterwegs oder daheim. Sie machen Reisen, nehmen Einladungen nur als Paar an und sitzen gemeinsam in ihrem Haus oder Garten. Unerwartete Besuche werden mit steigendem Lebensalter unüblich(er). Die Leut sind nicht mehr so offen für Neues.

Im Tennisclub sterben die Bekannten weg. Es ist schwieriger geworden Freundschaften für alle Lebensphasen zu finden wenn die Leute sich so einigeln !
 
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