• #1

Alte Rollenbilder rosten nicht?

Auch wenn die Emanzipation der Frau in den Medien sehr präsent ist und Frauen mittlerweile sowohl auf beruflicher als auch auf privater Ebene dem männlichen Geschlecht gleichtgestellt sind, spricht eine Untersuchung des Bundesfamlienministeriums eine andere Sprache: Über 90 Prozent der Männer können laut der Studie weder Bügeln noch Wäsche waschen. Mehr als die Hälfte der Vollzeit berufstätigen Frauen geben an, dass sie neben dem Job noch für die Kindererziehung zuständig sind. Warum kommt diese Rollenverteilung auch in „emanzipierten“ Haushalten nicht aus der Mode? Kann Anerkennung und Emanzipationsarbeit überhaupt Abhilfe schaffen? Welche Faktoren kommen neben der grundsätzlichen Gleichstellung der Partner ins Spiel?
 
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  • #2
Ja wer den sonst als die Eltern sollten für die Kindererziehung zuständig sein?! Die Kindertagesstätten? Ja super, dann können wir die Kinder gleich im Reagenzglas erzeugen und in Kinderlagern erziehen... Natürlich ist die Mutter für die Kindererziehung zuständig, egal ob sie daneben noch berufstätig ist oder nicht. Und das sagt auch gar nichts über die Rolle des Vaters aus, wenn die Sichtweise der Frau dargestellt wird. Wenn der Vater befragt wird, wird er das gleiche von sich sagen: berufstätig und für die Kinder zuständig. Die meisten Paare haben sich freiwillig für Kinder entschieden und wissen, dass das als Zusatzbelastung auf sie zukommt, vor allem wenn beide berufstätig bleiben. Die Belastung für die Frau wird erst dann grösser, wenn sie alleinerziehend ist. Dann bleibt sicher mehr an ihr hängen, wenn die Kinder bei ihr sind. Das gleiche gilt aber auch für alleinerziehende Männer..... so ist das nun mal in unserer Gesellschaft.

Und wozu soll der Mann waschen und bügeln können? Dann bringt er eben die Wäsche in die Wäscherei oder hat eine Haushalthilfe, das ist in meinem Bekanntenkreis ganz normal. Keiner hat Lust, seine spärliche Freizeit mit solchem Kram zu füllen. Ausserdem glaube ich das nicht, dass die Männer das nicht können, sie machen es nicht, das ist etwas anderes.
 
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Gast

  • #3
"Über 90 Prozent der Männer können laut der Studie weder Bügeln noch Wäsche waschen. "

= Das kann Mann aber lernen, ist ja nicht wirklich schwer. Solange Frauen aber Männer ohne diese elementaren Skills akzeptieren, wird das allerdings nix.

"Mehr als die Hälfte der Vollzeit berufstätigen Frauen geben an, dass sie neben dem Job noch für die Kindererziehung zuständig ist."

= Weil die Schieflage der Einkommen (selbst Frauen in Führngspositionen verdienen 30% weniger als Männer, ebenfalls Ergebnis einer aktuellen Studie) die Tätigkeiten von Frauen noch immer als die weniger wichtigen (da schlechter bezahlten) erscheinen lässt.

"Warum kommt diese Rollenverteilung auch in „emanzipierten“ Haushalten nicht aus der Mode?"

= Sorry, aber Haushalte mit dieser Rollenverteilung sind eben gerade keine "emanzpierten" Haushalte, sondern bestenfalls versteckt traditionelle.
 
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  • #4
"Mehr als die Hälfte der Vollzeit berufstätigen Frauen geben an, dass sie neben dem Job noch für die Kindererziehung zuständig ist."
Ja wer denn sonst? Es ist doch das Normalste der Welt, dass sich die Mutter um ihre Kinder kümmert. Kleinkindererziehung- und Betreuung ist nichts für Männer, sollte also auch nicht an die Väter abgeschoben werden. Die Natur hat die Frau nicht umsonst als Mutter determiniert.
 
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  • #6
90% der Männer können nicht Bügeln oder waschen oder sie wollen nicht. Ich bin ganz klar für eine Aufgabenteilung wenn beide berufstätig sind. Natürlich können Männer auch bügeln wenn sie müssen, aber wenn sie es lieber selber macht o.k.
Dafür repariere ich keine tropfenden Wasserhähne oder montiere Winterreifen.

Ich denke es geht um klare Absprachen und nicht darum sich permanent auf die Emanzipation zu berufen. Gewisse Aufgaben können fremdvergeben werden das kostet dann eben.

Auf solche Studien gebe ich immer wenig, sind sie doch nur dafür da die Gräben zwischen den Geschlechtern tiefer zu graben. Wem nützt das? Eine Beziehung regelt nicht die Emanzipation sondern zwei Menschen die gleichberechtigt aufeinander zu gehen.

w46
 
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  • #7
Ich bin der Meinung, dass wir Frauen heutzutage die gleichen Möglichkeiten haben wie Männer. Viele nutzen dies allerdings, warum auch immer, nicht. Für viele Frauen ist immernoch klar, dass sie nach der Geburt des Kindes zuhause bleiben, ohne groß den Mann als Möglichkeit in Betracht zu ziehen.
Tja, und was die Sache mit dem Haushalt betrifft: Wenn viele Frauen diese Sachen nicht immer wie selbstverständlich erledigen würden, sondern bei der Partnerwahl auch auf dieses Kriterium achten würden, hätten es Männer, die nicht mal ein Knöpfchen auf der Waschmaschine drücken können/wollen verdammt schwer...
 
  • #8
Ich bin schon der Ansicht, daß die allermeisten Männer eine Waschmaschine oder ein Bügeleisen bedienen können - allerdings wollen sie nicht. Wer als Mann einen Exenterschleifer bedient, schafft auch ein Bügeleisen.

Allerdings haben Männer eine faszinierende Eigenschaft, undankbare Tätigkeiten zu meiden. Wird diese undankbare Tätigkeit dagegen gut bezahlt machen sie sie trotz ihrer vorangegangenen Abneigung. Man denke an männliche Fensterputzer, Köche oder ähnliches. Wird ein einst typisch weiblicher Beruf gut bezahlt interessieren sich auch Männer dafür.
Ich habe davon gelernt.
 
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  • #9
Ja wer denn sonst? Es ist doch das Normalste der Welt, dass sich die Mutter um ihre Kinder kümmert. Kleinkindererziehung- und Betreuung ist nichts für Männer, sollte also auch nicht an die Väter abgeschoben werden. Die Natur hat die Frau nicht umsonst als Mutter determiniert.
Für mich ist es das Normalste der Welt, dass sich Männer, die Kinder zeugen, dann auch um die Erziehung ihrer Sprößlinge kümmern. Kleinkindererziehung und Betreuung ist nichts für Frauen, die müssen sich um wichtigere Dinge kümmern - zum Beispiel Wissen schaffen oder das Land regieren! Anders als den Mann, hat die Natur die Frau ja wohl nicht umsonst mit Verstand ausgestattet!
 
  • #10
Egal ob mit oder ohne Emanzipation - Die Meisen wollen nur die Vorteile daraus, nicht die Nachteile. (Männer und Frauen)
Kleinkindererziehung- und Betreuung ist nichts für Männer, sollte also auch nicht an die Väter abgeschoben werden. Die Natur hat die Frau nicht umsonst als Mutter determiniert.
Ich würde als Mann, und erst recht als Vater, energisch dagegen protestieren, wenn ich bei den Kindern nicht aktiv mitwirken dürfte. Und gar die Frau/en behaupten würden, daß sei alleine Frauensache ?

Also meine Vaterrolle wäre mir nur mit zeugen und zahlen viel zuwenig. Wenn Kinder, dann alles mit ihnen zusammen. Auch deren Nachteile, wie z.B. Windeln wechseln, was ich sogar stets gerne gemacht habe. Das ist wahre Emanzipation.

Aber ich erlebe sogar alleinerz. Mütter, denen das alte Rollenbild lieber ist: Frau in Küche, Kinder etc. wo der Mann nichts zu suchen habe. Dann muß ich mir halt eine andere Frau als Partnerin suchen.
 
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  • #11
Ich lebe zur zeit in den USA. Hier kann man richtige Gleichstellung sehen! Hier sind fast alle Leute glücklich verheiratet und haben Kinder. Beide Partner sind in der Regel voll berufstätig. Die Betriebe unterstützen das alles voll und ganz. Eine Arbeitskollegin hat ihren Baschelor Abschluss und ist bei uns in der Firma in ihrem ersten Job nach dem Studium, ist verheiratet und grade schwanger. Sie hat fest vor nach der Geburt noch ihren Master zu machen. And guess what: hier wird man dafür nicht schief angeguckt! Hier ist sowas ganz normal. Also an alle die hier immer mit der Laiher kommen "Deutschland geht unter weil Frauen arbeiten gehen wollen und daher keine Kinder mehr kriegen wollen und der einzige Weg das zu ändern ist wenn die alten Rollenverteilungen wieder kommen": in den USA geht das auch ganz anders und trotzdem ist Familie mit Kindern hier die Normalität.
 
  • #12
In den USA, in Schweden, in Frankreich - ist das oft anders als in Dtl.
Weil diese Leute es so wollen, und dafür emanzipiert sind.
Aber auch tlw. weil sie es müssen, um sich Kinder leisten zu können.

Wobei ich den Frauen und tlw. den Männern in diesen Ländern viel Emanzipation zutraue.
Dies aber m.E. viele deutsche Frauen nicht (mehr) haben wollen. Weder bei sich, noch bei ihren Männern.

Kinder (haben) sind längst kein so großes Hindernis, wie so Viele hierzulande meinen.
Wenn Alle offen sind, und unterstützen, ist für Eltern mit Kindern Vieles möglich.

Die Familie ist ein hohes Gut und geniest große Wertschätzung in den o.g. Ländern.
Aber hier haben Eltern schon Angst um ihren Job, falls sie mit ihrem Kind zum Notarzt müssen, und mal nicht zur Arbeit gehen können.

Ein werdender Vater in Dtl. erfuhr während der Arbeit, daß seine schwangere Frau als Notfall ins Krankenhaus gebracht wurde. Er übergab seine Arbeit einem Kollegen, und eilte zu seiner Frau ins Krankenhaus. Deswegen wurde er abgemahnt, und wäre beinahe gefeuert worden.
Sein Arbeitgeber sah keinen ausreichenden Grund, dafür den Arbeitsplatz zu verlassen.
 
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  • #13
Wenn beide Elternteile Vollzeit arbeiten wollen und die Kinder schon als Babys fremd betreut werden, ist das nicht Gleichberechtigung oder Emanzipation, sondern schlicht und einfach Egoismus! Vor allem die Kleinsten brauchen ihre Mutter, haben sie doch während neun Monaten ihre Stimme und ihren beruhigenden Herzschlag gehört. Die Erziehung ist Sache von Mutter UND Vater, wie auch die Aufteilung der Arbeiten im Haushalt. Wer was macht ist Sache des Paares und natürlich ist es schön, wenn der Mann kochen, waschen und bügeln kann und es auch tut. Wie auch die Frau eine Ahnung von "typischer Männerarbeit" haben soll. Aber was wäre, wenn der Mann jetzt plötzlich von der Frau erwarten würde, dass sie die schweren Kisten schleppt, die Reifen wechselt usw.? Immer dieses Theater um "mein Mann kann nicht kochen, kann nicht waschen, kann nicht blablabla..." Ich kann es bald nicht mehr hören! Die Welt besteht immer mehr aus Menschen, die nur sich im Sinn haben, ihre Selbstverwirklichung, ihre Karriere, ja keine Kompromisse! Von mir aus, aber bitte ohne Kinder!