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  • #1

alternative Lebensformen - Erfahrung

Hello,
wie sind eure Erfahrung mit langfristigem Singleleben - gewählt und zufrieden?
In den Nachbarfragen von @dabidu und @Melodia sind viele negative Selbsteinschätzungen und Fremdzuschreibungen, zu dauerhaftem Singleleben zu hören.
Zudem wird immer wieder die Aufnahme von Hobbies, nur zum Zweck der Partnersuche empfohlen - u.a. von @Inanna* , die Schwimmen empfiehlt, um erfolgreiche Männer kennenzulernen.
Aber wird damit nicht nur das Feld etwaiger Enttäuschungen ausgeweitet, in dem Sinne, als das Hobby, dessen eigentlicher Zweck eine innere Befriedigung, ein Flow sein sollte, nun leeres Mittel zum Ziel wird.

Nun zu mir und meiner eigentlichen Frage: Ich bin alleinerziehend (nicht getrennt erziehend ;)) mit zwei Kindern (Grundschulalter) und habe ein für mich schönes Leben.
Das wie folgt skizziert werden kann: Studium und Organisation der anschließenden postgradualen Ausbildung, Sport, sehr routinisierter und für mich funktionierenden Alltag, sowie regelmäßige Wanderungen/Ausflügen/Kulturveranstaltungen mit den Kindern - so wird auch die Oper und das Theater gemeinsam besucht.
Fernerhin habe ich schon viele Pläne für die Zeit, nachdem die Kinder das Haus verlassen haben und freue mich darauf sehr. Wie beispielsweise regelmäßige Aufenthalte in Fastenkliniken + Ausweitung der Kulturbesuche und insbesondere meiner sportlichen Interessen.
Dementsprechend bin ich zwar einem wertschätzenden Partnerschaft nicht abgeneigt, aber eben nur mit einem Mann dessen Lebensrythmus dem meinem relativ ähnlich ist. Denn ansonsten wäre ja meine bestehende Zufriedenheit, auf Basis des feinabgestimmten Lebensverlaufs, aufzugeben.

Von daher frage ich mich: Inwieweit der Verpartnerungsdrang nicht ein sozialromantisches Produkt der Medien und nicht ein Resultat unseres konservativen Wohlfahrtsstaats ist?
und warum wird Singles Lebenszufriedenheit abgesprochen?
 
  • #2
Von daher frage ich mich: Inwieweit der Verpartnerungsdrang nicht ein sozialromantisches Produkt der Medien und nicht ein Resultat unseres konservativen Wohlfahrtsstaats ist?
und warum wird Singles Lebenszufriedenheit abgesprochen?
Letztlich machst du doch genau dasselbe wie @dabidu und @Melodia nur mit umgekehrten Vorzeichen. Ich bin ja schon jemand, der viel zerdenkt und grübelt, aber diese Fragen zur Gesellschaft, die einem irgendwas vorschreiben oder suggerieren soll oder, oder - die ja in diesem Zusammenhang öfter mal kommen, stelle ich mir nie.

Mir stellt sich bei solchen Betrachtungen eher die Frage, wer denn "DIE" Gesellschaft sein soll? Die ist genauso heterogen wie auch die Medien. Einfach mal sein Ding machen, ohne darüber nachzudenken, was wohl Hinz und Kunz dazu zu meint, könnte helfen. Ich sehe bis auf einzelne Personen oder Strömungen niemanden, der einem Single die Lebenszufriedenheit abspricht. Das tun die, wenn, dann eher alleine. Gib doch mal ein Beispiel dafür, wo dir was abgesprochen wird und von wem und wie.

Es gibt ja auch die Fraktion, die DER Gesellschaft immer mehr Individualisierung vorwirft, das würde deiner These aber widersprechen. Und als alternative Lebensform würde ich Singleleben gar nicht bezeichnen, gibt inzwischen soviele davon, dass "alternativ" aus meiner Sicht gar nicht mehr passt.
 

Laleila

Cilia
  • #3
Von daher frage ich mich: Inwieweit der Verpartnerungsdrang nicht ein sozialromantisches Produkt der Medien und nicht ein Resultat unseres konservativen Wohlfahrtsstaats ist?
und warum wird Singles Lebenszufriedenheit abgesprochen?

Also erstmal sitzt Bedürfnis nach Anschluss ganz tief im Stammhirn des Menschen, wo auch lebensnotwendige Reflexe verankert sind.

Dazu kommt, dass schon die Vorfahren des heutigen Menschen sehr bald lernten, dass sie nur in einem sozialen Gefüge dauerhaft überlebensfähig sind.
Im Laufe der Evolution setzte sich mit der Zeit hauptsächlich das Konzept Familie durch.

Zur Familie gehört Partnerschaft.
Atomisierumg, Singledasein usw. sind daher viel eher ein Aspekte der Wohlstandsgesellschaft, in der die meisten Menschen ihr Leben auch allein Schultern können. Jetzt müssen, sie keinen Partner mehr suchen, sondern können sich den Luxus der Romantisierung von Beziehungen leisten. Mit der Schlussfolgerung. Ich verpartnert mich nur, wenn es keine Kompromisse bedeutet, wenn der andere mein iststabiles Lebensgefüge zusätzlich bereichert, ohne notwendig zu sein.
Was erstmal Deine Grundfrage einwenig zurechtrückt. 😉

Und genau hier setzt die Individualität ein. Du brauchst keinen Partner. Zur Zeit leben wir in einer Gesellschaft, in der das für viele Menschen nicht mehr zwingend nötig ist, sich zu verpartnern. Nicht mehr mal um Nachwuchs zu zeugen und diesen erfolgreich aufzuziehen.

Lass noch ein paar Enttäuschungen dazukommen und schon ist man lieber als Single, vielleicht nicht ganz so, glücklich, als unglücklich mit Partner, denn erforderlich ist er ja nicht mehr.
In den. Letzten zwei Jahrzehnten wollen das die Menschen auch nicht mehr relativieren, denn wer sein Glück ins Verhältnis stellt, hat nicht genügend "S-Werte +", wie einige selbsternannte Coache's skandieren. Also ist es unbedingt unentbehrlich allein so glücklich zu sein, dass dieses Glück nur schwer durch einen anderen Menschen steigerbar ist.
Kapitalistisches, gesellschaftsatomidierendes, Individualismusgeschwafel.

Ja klar bin ich auch allein zufrieden und glücklich in mir, aber mit einem Single möchte ich ums Verrecken nicht tauschen.
Meine Beziehung macht mich frei. Bereichert mich, nimmt mir Sorgen, stellt mir Beistand, schenkt mir Kommunikation, Gesellschaft, Liebe und Zärtlichkeit wann immer mich es danach verlangt und lässt mir den Freiraum wenn ich ihn brauche.

Ich würde auch noch nie durch einen Partner verletzt, im Gegenteil, persönlich kenne ich nur Berreicherung durch Beziehung. (ja, ich weiß, schön für mich, geht aber nicht allen so)
Stimmt, und deswegen ist es auch wichtig mit sich allein zufrieden sein zu können, glückliche Momente zu finden und sie sich zu schaffen.
Aber deswegen den Wunsch nach Zweisamkeit als neumodischesProdukt der Wohlstandsgesellschaft zu erklären ist schon arg an den Haaren herbeigezogen.
 
  • #4
Von daher frage ich mich: Inwieweit der Verpartnerungsdrang nicht ein sozialromantisches Produkt der Medien und nicht ein Resultat unseres konservativen Wohlfahrtsstaats ist?
und warum wird Singles Lebenszufriedenheit abgesprochen?
Fragst Du nun uns oder Dich selbst?

Ich gehe mal als Erstes auf Deine "Medien"- Schelte ein.

Ich finde das immer so blöd dahingeschrieben, dass ja "die Medien " (oder alternativ "die Werbung" oder meinetwegen in anderen zusammenhäöngen "das Internet") mal eben zu quasi einer Meinung hingestellt werden (Hallo @Ina).

Ja, diese zusammengefassten Gesellschaftsbereiche gibt es und es gibt dort auch Mainstream, Nischen und Graubereiche, sowie Einzelmeinungen.
Aber alles gründet auf den biologisch- soziologisch / natürlichen begründeten Bedürfnissen und Interessen von uns Menschen. Es gibt dort nichts, was nicht auch irgendwen interssiert.

Was uns in den "Medien" nicht anspricht, ist in Summe dann auch nicht erfolgreich. Das ist normale Selektion. Was dabei herauskommt, muss niemand unbedingt toll fidnen.

Und das gilt für das Thema "Single" und "Paarbeziehungen" ganz genauso, dort schön im Zusammenwirken von Traditionen, biologischen angelegten Trieben, Neid und Erziehung.

Ja, die Gesellschaft fördert das Zusammenleben auf allen Ebenen , eben auch auf der Paarebene.
Das merkst Du ja auch am Forum.
Es gibt sogar Gesellschaften, die alles andere, als dieses Modell
sogar versuchen auszuschließen (islamische Gesellschaften z.B).

Und klar, es ist auch hier im Forum einer Partnerbörse zu spüren, dass das Eingehen einer Beziehung protegiert wird und damit dem "Single"-Modell vorgezogen.

Und woher kommt das:
Aus unseren kummulierten individuellen Bedürfnissen, die sich zwar ein wenig von Mensch zu Mensch unterscheiden, aber im Großen und Ganzen doch wieder ähnlich sind, so das dann z.B. Einsamkeit, Ausgeschlossenheit und Abgrenzung negativ konotiert sind .

Und deshalb wird hier eben auch die Lebensform "Paarbeziehung" immer an erster Stelle stehen und alle anderen wie z.B. "Single" oder "Patchwork" stets dahinter.

In Deinem Falle würde ich für "Paarbeziehung" in "LAT-"Form plädieren,
aber wenn Du wirklich keinen Mann vermisst (wie Du oben schreibst) , dann belasse es doch einfach wie es ist. Natürlich wäre bei Deinem Ablauf auch "Patchwork" nicht ganz uninteressant. Aber gut, DU hast ja dich selbst gefragt.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #5
Der Versuch, sich über andere zu stellen, die andere Bedürfnisse haben, ist auch hier immer wieder zu sehen. Schau, du kannst doch deine Hobbies pflegen, du musst keinen Partner haben, das interessiert außer dir eigentlich niemanden. Wenn du denkst, die Gesellschaft würde dich dazu drängen ist das eigentlich nur dein Problem, denn der Gesellschaft bist du herzlich egal. Du hast 2 Kinder, du sorgst für sie, du hängst an keinem Tropf, so what? Fühlst du dich zu wenig Wert geschätzt? Das sollte man vergessen wenn man sein Leben ohne Anpassung an erdachte Werte leben will, das ist ja völlig egal was der Nachbar sagt. Noch ein bisschen Kapitalismusschelte eingemischt, bzw. konservativer Wohlfahrtsstaat, fertig ist das Gericht. Lass dir gesagt sein, ohne den konservativen Wohlfahrtsstaat, in den die halbe Welt gerne möchte, hättest du ganz massive Probleme und ein eigenes selbstbestimmtes Leben wäre nur halb so lustig.
 
  • #6
Von daher frage ich mich: Inwieweit der Verpartnerungsdrang nicht ein sozialromantisches Produkt der Medien und nicht ein Resultat unseres konservativen Wohlfahrtsstaats ist?
und warum wird Singles Lebenszufriedenheit abgesprochen?
Ich glaube nicht das der Verpartnerungsdrang ein romantischer Drang ist. Ich glaube einfach das der Mensch tatsächlich eine Art "Steinzeitbewusstsein" hat. Er brauchte andere Menschen. Es war überlebenswichtig Teil einer Gruppe zu sein. Bei den Naturvölkern sieht man das noch heute. Dabei gibt es durch aus Kulturen, die zwar in Familienverbänden leben, aber nicht zwingend Monogam. Es war lange überlebenswichtig Kinder gemeinsam groß zu ziehen. Man brauchte dafür einen Partner. Es gibt sehr wenige, die es Dauerhaft wirklich alleine aushalten.
Die romantische Vorstellung von Beziehung ist aber sicher Medien geprägt. Die Vorstellung ein anderer Mensch könnte uns Glücklich machen, ist mMn. allerdings überwiegend romantischer Natur. Der Wunsch danach von einem anderen Menschen möglichst bedingungslos geliebt und gesehen zu werden, tut sein übriges. Dazu kommen all die anderen gesellschaftlich geprägten Vorstellungen, dass man nur als Paar vollständig sei. Wer gerne Single ist, ist nicht normal, oder macht sich selber etwas vor, Sex nur innerhalb der Beziehung etc. Wer diese Denke für sich verinnerlicht hat, weil er so geprägt ist, spricht anderen natürlich ihre Wahrheit gerne ab. Was ich selber nicht fühle, erlebe ist nicht Wahr. Letzteres lesen wir hier doch ständig.
Ich kann nur für mich selber sagen. Früher konnte und wollte ich nicht alleine sein. Heute kann, will und brauche ich das.
Trotzdem bin ich weder einsam noch alleine. Ich habe Menschen um mich, mit denen ich meine Zeit sehr gerne teile. Sie kompensieren meine dysfunktionale Familie. Würden die komplett weg fallen, wäre es wohl etwas anderes. Mit ihnen lebe ich das Gefühl von Zugehörigkeit.
Eines bleibt aber auch bei mir. Der Wunsch nach körperlicher Nähe und Zuneigung. Ein Vertrauen zu einem anderen, das ich bisher so nur in glücklichen Zeiten meiner Paarbeziehungen gefunden habe. Am Ende weis ich, es ist ein Gefühl. Es schwindet, wenn die Beziehung nicht rund läuft und ist darum flüchtig und immer an einen anderen gekoppelt. Je zufriedener ich in meinem Leben bin, um so mehr rückt es in den Hintergrund. Es ist in mir vorhanden, dominiert mich aber nicht mehr.
 
  • #7
@Marxina
Ich komme wunderbar mit mir alleine zurecht, wenn ich nicht mit meinem Partner zusammen bin (Lat). Aber mein Herz hüpft jedes Mal vor Freude, wenn ich meinen Liebsten am Bahnhof stehen sehe, wo er mich abholt. Was für ein schöner alter Mann! Ein solches Glücksgefühl kannst du als Single nicht erleben.

Du kommst sehr routinisiert und sistemisiert rüber. Ich verstehe, daß du das brauchst, um den Alltag zu meistern, aber in deinem feinabgestimmten Leben scheint für gelegentliches Laissez-fair und für Romantik kein Platz zu sein. Es schüttelt mich etwas bei deiner Schilderung. Aber auch dafür gibt es die passenden Partner.
 
  • #8
Für einen Partner hast Du keinen Platz in Deinem Leben. Alles ist geplant oder verplant, durch gemanagt bis zu der Zeit wo Deine Kinder schon das Haus verlassen haben. Erschrocken bin ich darüber, dass Du Dich so sehr auf die Zeit freust, wo Deine Kinder ausziehen werden. Als meine Kinder im Grundschulalter waren, habe ich nicht einen Gedanken daran verschwendet, sie einmal ziehen lassen zu müssen. Das Thema Fasten - Klinik überrascht mich auch. Wozu willst Du so eine Klinik aufsuchen? Gewicht abbauen oder entgiften? Du machst eher einen unglücklichen Eindruck auf mich. Wie würde es auf einen Mann wirken, der Dich kennenlernen möchte? Umgekehrt, Du lernst einen Mann kennen, der sich so präsentiert. Siehst Du da evtl. eine Chance auf eine glückliche Liaison....
 
  • #9
Würde jeder Mensch sein Leben nach seinem Geschmack leben, ohne sich um Gesellschaft oder Modetrends, Religionen und Ideologien, Ansichten und Geschmack anderer Leute zu kümmern wären wir im Durchschnitt alle zufriedener.

Aber halt - es gibt ja die Oberlehrer. Inzwischen wohl die Mehrheit. Die wollen erklären, was andere falsch machen. Und besser machen müssten. Und wundern sich, wenn wirklich niemand sie ausstehen kann. Noch nicht einmal sie selber .....

Es gibt zufriedene Singles - die auch dann noch zufrieden sind, wenn sie nicht mehr Single sind. Und es gibt unzufriedene Menschen denen kannst du Adonis oder Cleopatra an die Seite stellen, die finden noch immer was, was sie kritisieren können.

Glück kann nur finden, wer die Freiheit nutzt, sein Leben zu seiner eigenen Zufriedenheit zu gestalten.
Lass die Romantiker Liebesbriefe schreiben, die Pragmatiker den Steuervorteil bedenken, die Menschen, die Drama brauchen genau das leben .....
Du kannst entscheiden was du willst. Aber die Träume anderer Menschen zu bewerten steht niemand zu.
 
  • #10
Aber wird damit nicht nur das Feld etwaiger Enttäuschungen ausgeweitet, in dem Sinne, als das Hobby, dessen eigentlicher Zweck eine innere Befriedigung, ein Flow sein sollte, nun leeres Mittel zum Ziel wird.
Die meisten Menschen achten in der Partnerfindung auf die Dinge, auf die es nicht ankommt und achten nicht auf die Dinge, die sein müssen, nämlich: auf die emotionale Passung! Viele Menschen glauben, man könnte eine Beziehung knüpfen, wie man es beruflich macht, was für ein Irrtum!
Dementsprechend bin ich zwar einem wertschätzenden Partnerschaft nicht abgeneigt, aber eben nur mit einem Mann dessen Lebensrythmus dem meinem relativ ähnlich ist. Denn ansonsten wäre ja meine bestehende Zufriedenheit, auf Basis des feinabgestimmten Lebensverlaufs, aufzugeben.
Du brauchst gar nichts aufgeben! Du musst immer nur dann was aufgeben, wenn es emotional nicht passt, dann kommen Kompromisse ins Spiel, ein Anfang für das darauffolgende Ende!
Von daher frage ich mich: Inwieweit der Verpartnerungsdrang nicht ein sozialromantisches Produkt der Medien und nicht ein Resultat unseres konservativen Wohlfahrtsstaats ist?
und warum wird Singles Lebenszufriedenheit abgesprochen?
Eine zufriedene und glückliche Partnerschaft sehe ich einzig alleine darin, dass es emotional sehr gut passt! Mich interessieren Medien und Wohlfahrtstaat nicht! Die Lebenszufriedenheit als Single wird deshalb abgesprochen, weil es nicht anders gelernt worden ist, es ist gelernt worden, nicht alleine zu sein, dabei entwickelt man seine Persönlichkeit im tiefen ICH nicht! Die Lebenszufriedenheit fängt ausschließlich bei einem selbst an, sonst bei niemand! Du kannst mit Geld vieles kaufen, nur nicht die wichtigsten Dinge, wie: Zufriedenheit, Glück, Liebe, Freundschaft und Gesundheit. Es geht um die innere und persönliche Einstellung, die alleine sorgt für die eigene Zufriedenheit und für das eigene Glück! Klug und weise ist man, wenn man nicht bedauert, was man nicht hat, sondern wer sich für sich freut, was er mit sich als ein einzigartiger und besonderer Mensch hat!
 
  • #11
Und als alternative Lebensform würde ich Singleleben gar nicht bezeichnen, gibt inzwischen soviele davon, dass "alternativ" aus meiner Sicht gar nicht mehr passt.
Das ist sicherlich einerseits abhängig vom Umfeld/der Lebensphase und andererseits habe ich meine Frage anscheinend nicht ausreichend präzise formuliert. Es geht mir eher um Menschen die langfristig auch Single bleiben wollen und nicht nur "bis jemand kommt".

Also erstmal sitzt Bedürfnis nach Anschluss ganz tief im Stammhirn des Menschen, wo auch lebensnotwendige Reflexe verankert sind.
Da gehe ich bei dir mit, bin nur der Meinung hierfür bedarf es keiner Partnerschaft, emotionale Bindung, emotionales Gebundensein funktioniert doch auch über intensive Freundschaften.

Damit sind für dich Alleinerziehende keine Familien?
Ich würde auch noch nie durch einen Partner verletzt, im Gegenteil, persönlich kenne ich nur Berreicherung durch Beziehung.
Sicherlich können Beziehungen bereichern, vor allem in Phasen der Krankheit.
Ein solches Glücksgefühl kannst du als Single nicht erleben.
Warum?
also warum sollte so ein Gefühl auf einen Partner festgeschrieben sein?

Beides. Bis vor kurzem habe ich natürlich auch die klassischen Vorstellung des Lebens gehegt: Partner + Kinder.
Mittlerweile frage ich mich, inwieweit ersteres ein von außen produzierter Wunsche war, insbesondere weil ich eben merke das eine Partnerschaft in meinen Lebensplänen nicht mehr vorkommt sukzessiver Prozess.
Und nun frage ich mich, inwieweit ich es eben so einer Lebenshaltung entwickeln kann - ist das gesund, ist es verfrüht (ich bin Ende 20), ist es konsequent?
Natürlich wäre bei Deinem Ablauf auch "Patchwork" nicht ganz uninteressant.
Hast du damit Erfahrung? Bisher hörte ich nur von eher anstrengenden Geschichten....Höchst unattraktiv finde ich daran auch, dass entweder junge Kinder mit ins Spiel kommen, oder alte Männer.
Trotzdem bin ich weder einsam noch alleine. Ich habe Menschen um mich, mit denen ich meine Zeit sehr gerne teile
Genau so :)
Noch ein bisschen Kapitalismusschelte eingemischt, bzw. konservativer Wohlfahrtsstaat,
Ja, da war ich ungenau. Ich kritisiere den konservativen Wohlfahrtsstaat, der ein Ein-Verdiener-Modell unterstützt, nicht wie der sozialdemokratische, indem kein konservatives Familienmodell unterstützt wird.
 
  • #12
Erschrocken bin ich darüber, dass Du Dich so sehr auf die Zeit freust, wo Deine Kinder ausziehen werden. Als meine Kinder im Grundschulalter waren, habe ich nicht einen Gedanken daran verschwendet, sie einmal ziehen lassen zu müssen
Ja das finde ich auch.

Wofür bekommt man Kinder, wenn man es schon im Grundschulalter nicht abwarten kann bis sie ausziehen?
Bis dahin fließt ja noch eine Menge Wasser den Rhein hinunter….

Im übrigen sind viele Kinder heutzutage sehr lange im Haushalt der Eltern.
Wenn man in Universitätsstädten für 500€ nur ein mickriges hässliches Loch im Keller bekommt, überlegt man es sich dreimal, ob man sein schönes Zimmer im Haus der Eltern aufgibt.
 
  • #13
Die romantische Vorstellung von Beziehung ist aber sicher Medien geprägt. Die Vorstellung ein anderer Mensch könnte uns Glücklich machen, ist mMn. allerdings überwiegend romantischer Natur. Der Wunsch danach von einem anderen Menschen möglichst bedingungslos geliebt und gesehen zu werden, tut sein übriges.
Das war selbst bei Autoren schon immer eines der wichtigsten Themen überhaupt
Sind die Bücher und Gedichte von Schiller, Göthe, Shakespeare,
für Dich auch " die Medien" ?
 
  • #14
wie sind eure Erfahrung mit langfristigem Singleleben - gewählt und zufrieden?
Ich war länger Single, nicht mal aktiv gewählt, aber zufrieden.
Aber wird damit nicht nur das Feld etwaiger Enttäuschungen ausgeweitet, in dem Sinne, als das Hobby, dessen eigentlicher Zweck eine innere Befriedigung, ein Flow sein sollte, nun leeres Mittel zum Ziel wird.
Wenn eine völlig unsportliche Frau plötzlich mit Triathlon anfängt, dann passt das nicht. Aber warum sollte man nicht einfach ab und an mal schwimmen gehen oder etwas neues ausprobieren?
Dementsprechend bin ich zwar einem wertschätzenden Partnerschaft nicht abgeneigt, aber eben nur mit einem Mann dessen Lebensrythmus dem meinem relativ ähnlich ist. Denn ansonsten wäre ja meine bestehende Zufriedenheit, auf Basis des feinabgestimmten Lebensverlaufs, aufzugeben.
Das klingt gut und ist doch dann für Dich die richtige Lebensweise
Von daher frage ich mich: Inwieweit der Verpartnerungsdrang nicht ein sozialromantisches Produkt der Medien und nicht ein Resultat unseres konservativen Wohlfahrtsstaats ist?
Wir sind umgeben von verheirateten Paaren, dieses Bild taucht auch in den Medien sicher häufig auf. Mittlerweile überall sehr gehypt: Diversität. Muss ich deswegen heiraten oder mich operieren lassen? Und was hat das mit "Wohlfahrtsstaat" zu tun?
und warum wird Singles Lebenszufriedenheit abgesprochen?
Wo wird das getan?
 
  • #15
Dementsprechend bin ich zwar einem wertschätzenden Partnerschaft nicht abgeneigt, aber eben nur mit einem Mann dessen Lebensrythmus dem meinem relativ ähnlich ist.
Dieser Ansatz legt eine Form von lockerem LAT nahe. Vermeiden, dass der bisherige Lebensstil durch den neuen Partner eingeschränkt wird, aber doch in den Genuss von etwas Nähe, Sex, gemeinsamen Aktivitäten kommen.

Ich kann für mich, aus eigener Erfahrung, nur sagen, dass das einen etwas mühseligen Kompromiss darstellt. Einerseits eben doch die eigene Flexibilität beschneidend, andererseits aber auch keine echte Verbundenheit produzierend. Und „besser als gar nichts“ ist für mich kein Ansatz bei der Partnersuche, dafür bin ich zu gerne Single.
 
  • #16
Es schüttelt mich etwas bei deiner Schilderung. Aber auch dafür gibt es die passenden Partner.
:D das ist die Frage - gibt es sie?
btw. Romantik würde ich ja von einer Partnerschaft entkoppeln, dafür reichen Liebschaften.
Erschrocken bin ich darüber, dass Du Dich so sehr auf die Zeit freust, wo Deine Kinder ausziehen werden
Keine Lebenspläne finde ich eher erschreckend.
Wenn meine Kinder erwachsen sind, bin ich gerade 40, da sollte ich schon noch Pläne haben ;).
Aber die Zuschreibung von dir und @Süsse65 zeigt doch direkt wieder engstirnige Borniertheit. Anstatt zu lesen und zu begreifen was ich schreibe, das ich mein Leben jetzt mag, wird hier eine Mutter-Kind-Problematik herbeigedichtet. Vollkommen daneben.
Du machst eher einen unglücklichen Eindruck auf mich.
Warum diese Schlussfolgerung?
Weil mein Leben andere Genüsse bereithält als das deine, als das dir vertraute?
Siehst Du da evtl. eine Chance auf eine glückliche Liaison....
? - naja das ist doch der Punkt - ich plane mein Leben, ohne Beziehung.
Aber halt - es gibt ja die Oberlehrer. Inzwischen wohl die Mehrheit
Ach, vermutlich bin ich für kritisierende Stimmen einfach noch zu empfänglich.
Vielleicht habe ich meine Frage auch zu sehr kontextualisiert, eigentlich ging es mir um Erfahrungsaustausch mit Menschen, die zufriedene Singles sind/waren (hier vielleicht ältere Semester)....
Du musst immer nur dann was aufgeben, wenn es emotional nicht passt,
!
Klug und weise ist man, wenn man nicht bedauert, was man nicht hat, sondern wer sich für sich freut, was er mit sich als ein einzigartiger und besonderer Mensch hat!
ja ich denke das ist der Punkt. Es wird einem Menschen als Single ein Mangel zugeschrieben - wie auch an den Beiträgen hier wieder ersichtlich wird - anstatt offen zu sein, für die Möglichkeitsräume, die ein nicht verpartnertes Leben hat.
 
  • #17
Es geht mir eher um Menschen die langfristig auch Single bleiben wollen und nicht nur "bis jemand kommt".
Das dürfte letztendlich eine sehr, sehr kleine Gruppe sein. Ich bin auch überzeugter Single, aber wenn wirklich die Richtige kommt - ? Meine Messlatte liegt jedoch sehr hoch und ich bin auch durchaus nicht everybodys darling. Die Wahrscheinlichkeit ist also gering, aber ganz ausschließen kann man nie etwas, will ich auch nicht.

Sicherlich können Beziehungen bereichern, vor allem in Phasen der Krankheit.
Ne, gerade das würde ich nicht wollen, gerade dafür brauche ich keine Liebes-Beziehung, um eine Krankenschwester zu haben.

ErwinM, 53
 
  • #18
Aber warum sollte man nicht einfach ab und an mal schwimmen gehen oder etwas neues ausprobieren?
Mir ging es um die Zielsetzung. Neus ausprobieren, um der Erkundung, um des Erlebniswillen ist bereichernd. Sich ein Hobby zulegen, in der Hoffnung dort einen Mann zu finden, ist Unfug.

Ich werde regelmäßig gefragt, ob ich noch Single bin, ob ich jemand kennengelernt habe.
Als ob es ein Zustand sei, der behoben werden müsste, als ich mein Verharren im Singledasein einer Erklärung bedürfe.
 
  • #19
@INSPIRATIONMASTER
Ich denke, niemand muß es lernen, nicht allein sein zu wollen. Es liegt in unserer menschlichen Natur, sich einen Partner zu suchen, aus welchen Gründen auch immer, wie wir hier ja schon des öfteren besprochen haben. Dies trifft auch auf die Menschen zu, die lieber in einer kaputten Partnerschaft bleiben als alleine zu leben.

150% gebe ich dir Recht, was die Lebenszufriedenheit betrifft. Das Fehlen dieser L. ist das Grundübel unserer Gesellschaft, jeder Gesellschaft. Leider gibt es dafür weder Kurse noch Rezepte. Viele Unzufriedene wissen noch nicht einmal, warum sie unzufrieden sind, deswegen kann auch kein Heilungsprozeß stattfinden.
 
  • #20
Und „besser als gar nichts“ ist für mich kein Ansatz bei der Partnersuche, dafür bin ich zu gerne Single.
Das ist eben auch mein Punkt.
Partnerschaft erfordert Abstimmung, Zuwendung, Zuhören etc. pp....und das muss ich doch dann gerne machen, das müsste doch eher naturwüchsig sein und solange es das nicht ist, verzichte ich darauf gerne. Dafür kann ich wandern, lesen, Musik hören, Lebenserfahrungen sammeln.
Der Genuß der in einem erfüllten Leben, in bedürfnisorientiertem Leben steckt, wird in meinen Augen absolut unterschätzt.
Und ich bedarf eben aktuell und imaginiert auch zukünftig keiner Partnerschaft.
 
  • #21
Ein solches Glücksgefühl kannst du als Single nicht erleben.
Wr mit sich selber stimmig ist, in seiner ganzen Fülle lebt, nur der kann es, als Single! Es ist die Einstellung, es sind die eigene Gedanken, es sind die eigenen Gefühle. Das Glück ist schon da, es ist und lebt in uns, wir haben es nur vergessen und müssen uns wieder daran erinnern!
Du kommst sehr routinisiert und sistemisiert rüber. Ich verstehe, daß du das brauchst, um den Alltag zu meistern, aber in deinem feinabgestimmten Leben scheint für gelegentliches Laissez-fair und für Romantik kein Platz zu sein. Es schüttelt mich etwas bei deiner Schilderung. Aber auch dafür gibt es die passenden Partner.
Es gibt für jeden Menschen einen Partner, ob er passt, das ist die große Frage, ich sage: ganz SELTEN!
 
  • #22
@Marxina
Selbstverständlich gibt es auch für dich den passenden pragmatischen Partner, der ohne Gitarren bei Mondschein auskommt. Ganz im Ernst: bei deinem Satz "Romantik würde ich bei einer Partnerschaft entkoppeln, gehört zur Liebschaft" ist mir vor Schreck fast das Handy aus der Hand gefallen. Ist das wirklich deine Meinung oder willst du uns veräppeln? Ich bin sprachlos - und das kommt selten vor.
 
  • #23
Ich denke, niemand muß es lernen, nicht allein sein zu wollen. Es liegt in unserer menschlichen Natur, sich einen Partner zu suchen, aus welchen Gründen auch immer, wie wir hier ja schon des öfteren besprochen haben. Dies trifft auch auf die Menschen zu, die lieber in einer kaputten Partnerschaft bleiben als alleine zu leben.
Doch allein sein können, muss gelernt sein! Die Gesellschaft, der Mainstream möchte nicht, dass man mit sich selber zufrieden und glücklich ist und mit sich selber alleine gut klarkommt! Das gesamte Umfeld hat einen sehr großen Einfluss auf Menschen, die in sich selber nicht 100% gestärkt und stabil sind!
Leider gibt es dafür weder Kurse noch Rezepte.
Doch gibt es, Leute die sich für Persönlichkeitsentwicklung interessieren, kontaktieren mich!
Viele Unzufriedene wissen noch nicht einmal, warum sie unzufrieden sind, deswegen kann auch kein Heilungsprozeß stattfinden.
Volle Zustimmung und warum wissen sie es nichtx weil sie sich mit sich selber, so gut wie nie intensiv beschäftigt haben, keine Selbstreflexion betrieben haben, zumindest nicht ausreichend genug! Die meisten Leute kennen sich nicht, dass ist das Grundübel aller Probleme bei und mit Menschen!
 
  • #26
Ich kritisiere den konservativen Wohlfahrtsstaat, der ein Ein-Verdiener-Modell unterstützt, nicht wie der sozialdemokratische, indem kein konservatives Familienmodell unterstützt wird.
Und dein Name "Marxina" hier ist vermutlich bewusst gewählt?

Ich kritisiere deine geringe Weitsichtigkeit in deiner gestellten Frage.
Inwieweit der Verpartnerungsdrang nicht ein sozialromantisches Produkt der Medien und nicht ein Resultat unseres konservativen Wohlfahrtsstaats ist?
Du gehst von deiner Lebenssituation aus, die andere Singles so unter Umständen nicht haben.

Nicht jeder ist mit einem intakten sozialen Umfeld gesegnet. Nicht jeder hat noch Ursprungsfamilie. Nicht jeder lebt in der Nähe der Ursprungsfamilie. Nicht jeder ist mit Freundschaften gesegnet.

Zudem hast du deinen Lebensplan teilweise verwirklicht. Du hast Kinder, du hast Familie. Du bist also nicht alleine, so wie andere Singles, die keine Kinder und keinen "Expartner" haben.

Du kennst also die "Verpartnerung", was andere so womöglich nie kennenlernen durften. Du brauchtest einen Partner, um jetzt dort zu sein, wo du bist. Denn künstlich wirst du dich nicht befruchten haben lassen. Lass deine finanziellen Umstände anderes sein, dann wäre auch für dich das Alleinerziehende nicht mehr ganz so lustig.

All das berücksichtigst du nicht in deinen Überlegungen.

Es erinnert an militante Veganer, die über ihren städtischen Horizont nicht hinausgelangen und sich Lebensumstände überall auf der Welt nicht vergegenwärtigen, in denen ihre Theorie einer rein pflanzlichen Ernährung aus Gründen gar nicht umgesetzt werden kann (und natürlich auch nicht muss).
Da werden Jahrtausende Ernährungsstrukturen (z.B. Fischerei) mal eben wegtheoretisiert.
All das kann nur in einem Land passieren, indem die Menschen im absoluten Überfluss leben.

Ich stimme dir zu, dass keiner mehr das "konservative Beziehungsmodell" braucht. Der Wunsch nach einem Partner, der Wunsch nach Fortpflanzung, ist jedoch ein Urinstinkt und davon vollkommen abgekoppelt.

Man kann kritisieren, dass eine alleinstehende Frau (im Gegensatz zum alleinstehenden Mann) immernoch als "komisch" angesehen wird. Dass dies "Normalität" ist, hat sich sicherlich gesellschaftlich noch nicht vollständig durchgesetzt. Jedoch wie bei allen anderen Sachverhalten auch, die vor allem über Jahrhunderte religiös beeinflusst sind, braucht es Zeit, bis das im letzten Winkel (auf dem Land) angekommen ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #27
Es geht mir eher um Menschen die langfristig auch Single bleiben wollen und nicht nur "bis jemand kommt".
Die wirst du hier eher selten antreffen. Es gibt aber die Menschen, die z.B Zölibatär leben, weil sie z.B durch die spirituellen Liebe völlig erfüllt sind. Eremiten, die sich in die selbstgewählte Isolation begeben. Menschen die keinen Wert auf Monogame Konstrukte legen, etc.
bin nur der Meinung hierfür bedarf es keiner Partnerschaft, emotionale Bindung, emotionales Gebundensein funktioniert doch auch über intensive Freundschaften.
Das erlebe ich z.B trotzdem ersetzen die natürlich keine romantische Liebe. Wenn man das aber, so wie ich im Moment als Fülle erkennt und annimmt, dann kann das durch aus reichen.
Damit sind für dich Alleinerziehende keine Familien
Ein komplexes Thema. Ich empfinde mich gemeinsam mit meinem Sohn als Familie. Kann aber anerkennen, dass ihm die Vaterfigur im Alltag fehlt.
also warum sollte so ein Gefühl auf einen Partner festgeschrieben sein?
Weil es gefühlt eine andere Qualität hat. Dennoch glaube ich, es ist eine Frage der inneren Haltung, ob man das zu einem alles beherrschenden Mangelthema macht oder eben nicht.
 
  • #28
Fernerhin habe ich schon viele Pläne für die Zeit, nachdem die Kinder das Haus verlassen haben und freue mich darauf sehr.
Das sind ja noch 15 Jahre für die vorausschauende Freizeitplanung. Dass man manche beruflichen Sachen so langfristig planen muss, ok - aber Freizeit?

Warum machst Du das? Man weiß doch garnicht was dann ist und ob man nicht andere Interessen hat.
Ich finde sich auf sowas Unplanbares schon freuen (auf Jahre in der Zukunft) schürt die eigene Unzufriedenheit mit dem was jetzt ist, weil man sich durch die Kinder gehandicapt fühlt - liest sich wie ab Mitte 40 täglich auf die Rente warten und für anxdere besserzuwissen. Gruselig.

Dementsprechend bin ich zwar einem wertschätzenden Partnerschaft nicht abgeneigt, aber eben nur mit einem Mann dessen Lebensrythmus dem meinem relativ ähnlich ist. Denn ansonsten wäre ja meine bestehende Zufriedenheit, auf Basis des feinabgestimmten Lebensverlaufs, aufzugeben.
Das ist so. Die Bilanz muss stimmen, sonst geht man Partnerschaften nicht mehr ein in den späteren Jahren.

Wem es allein sehr gut geht, der kann die Latte entsprechend hoch auflegen - gilt für m+w.

Inwieweit der Verpartnerungsdrang nicht ein sozialromantisches Produkt der Medien und nicht ein Resultat unseres konservativen Wohlfahrtsstaats ist?
Ach Du meine Güte, eine Nummer kleiner geht nicht?

Bleib doch einfach bei Dir und Deinen persönlichen Bedürfnissen in so einer persönlichen Angelegenheit wie Partnerschaft, wenn Du selber denken kannst und nicht auf "Manipulation durch Medien" und "die Politik" angewiesen bist zur Meinungs- und Bedürfnisbildung.

und warum wird Singles Lebenszufriedenheit abgesprochen?
Der Mensch in in der Regel ein soziales Wesen und lebt seit jeher in Gemeinschaften.
In unserer Kultur hat sich nunmal die Kleinfamilie als verbreitete soziale Einheit herausgebildet - passt wohl am besten ins aktuelle System und so suchen viele die es aktuell nicht haben dieses Modell für sich auch.

Es wird aber niemand gehindert anders zu leben der es will und passende Menschen,d sonstige Möglichkeiten dafür findet - ist doch gut so.
Es gibt doch grad für Ältere zunehmend Modelle, bei diesen Vereinzelung und Vereinsamung zu verhindern (meistens mit ungeeigneter Infrastruktur am A**** der Welt) und auch Mehrgenerationenhäuser/-wohnanlagen mit Gemeinschaftseinrichtungen.

Drei Freundinnen von mir leben seit vielen Jahren sehr glücklich in einer mittlerweile Seniorinnen-WG.
Wenn mir mein Mann nicht ins Leben gelaufen wäre (gesucht habe ich nicht nach einem), dann wäre ich dort die glückliche Vierte im Bunde, denn so war es geplant und so ist der Wohnraum.
Ich bin immer wieder gern dort als Gast und ziehen dorthin wenn meine Ehe endet - keine Frage.
 
  • #29
Würde jeder Mensch sein Leben nach seinem Geschmack leben, ohne sich um Gesellschaft oder Modetrends, Religionen und Ideologien, Ansichten und Geschmack anderer Leute zu kümmern wären wir im Durchschnitt alle zufriedener.
Höchst Philosophische Frage. Ich glaube das nicht. Obwohl ich den Gedanken dahinter verstehen kann. Aber sind wir mal ehrlich. Der durchschnittliche Mensch ist ein bequemes Schaf, will seine Führung, einen Art Anker an dem er seine Werte und Normen entwickelt. Wir denken doch gerade darum so gerne in Schubladen, weil es so schön bequem ist ;-)
Aber generell wäre es erstrebenswert, wenn jeder bei sich bleibt ohne dafür andere ver- und beurteilen zu müssen.
Es gibt zufriedene Singles - die auch dann noch zufrieden sind, wenn sie nicht mehr Single sind.
Genau so! Es ist einfach keine entweder oder Frage. Sowohl als auch scheint für viele Menschen schwierig.
Glück kann nur finden, wer die Freiheit nutzt, sein Leben zu seiner eigenen Zufriedenheit zu gestalten.
Lass die Romantiker Liebesbriefe schreiben, die Pragmatiker den Steuervorteil bedenken, die Menschen, die Drama brauchen genau das leben .....
Du kannst entscheiden was du willst. Aber die Träume anderer Menschen zu bewerten steht niemand zu.
Word!
 
  • #30
@IM. du hast geschrieben
n i c h t alleine sein zu wollen ist angelernt
 
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