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  • #1

Altes Scheidungsrecht wieder einführen?

Knapp 36 Jahre nach Abschaffung des "Schuldprinzips" im alten Scheidungsrecht und Einführung des "Zerrüttungsprinzip" im neuen Recht, interessiert es mich, wie Männer und Frauen heute darüber denken. Anfang der 80er Jahre gab es durch das Allensbacher Institut eine representative Umfrage in der Bevölkerung mit dem Ergebnis, dass eine grosse Anzahl der Befragten sich "befremdet" zeigte, weil die "Schuld" am Scheitern der Ehe keine Konsequenzen mehr haben sollte.

Wie wird das heute beurteilt? Wer möchte das alte Recht zurück haben wollen? Und warum?

1) Welche Verbesserungen/Verschlechterungen hat das neue Recht für Frauen gebracht?
2) Welche Verbesserungen/Verschlechterungen hat das neue Recht den Männern
beschert?

Danke für eure Antworten und die Zeit die ihr dieser Frage widmet. Bitte gebt auch mit an, ob ihr Frau oder Mann seid.
 
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  • #2
Ich glaube nicht, dass es mit dem alten Recht weniger Scheidungen gegeben hätte. Zwar ist es rechtlich einfacher geworden, da man sich mit dem Zerrüttungsprinzip "passiv auseinanderleben" kann, aber sind die Leute auch insgesamt aufgeklärter im Sinne der klassischen Aufklärung und fordern ihre Rechte etc. auch ein. Mehr als früher jedenfalls.

Mit passiv auseinanderleben meine ich, dass das neue Recht es einer Seite möglich macht, den anderen zu verlassen wann es einem passt und niemals mit dem anderen geredet werden muss. Die Selbstbestimmung triumphiert über die klärende Diskussion, die ganz vermieden werden kann.
 
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  • #3
Ja, ich glaube es hat einen Grund, warum Männer wesentlich seltener die Scheidung einreichen, als Frauen. Es liegt m.E. daran, dass Männer durch eine Scheidung wesentlich häufiger extrem negative Folgen für ihr Leben hinnehmen müssen (Trennung und Entfremdung vom eigenen Kind und gleichzeitig Leben von sehr wenig Geld wg. Unterhaltszahlungen) als Frauen. Das bedeutet, dass sich Männer heute in genau der Situation befinden, in der sich Frauen vor der Reform des Scheidungsrechts befanden. Genaugenommen sogar in einer noch schlimmeren, denn nun kann es passieren, dass man all diese Folgen zu tragen hat, ohne überhaupt etwas zum Scheitern der Ehe beigetragen zu haben. (Kommt mir nicht mit "Zum Scheitern gehören zwei", das stimmt einfach nicht)

Hinzu kommt, dass das Zerrüttungsprinzip u.a. eingeführt wurde, um insbesondere Frauen von der Armutsfalle im Fall der schuldhaften Scheidung zu befreien. Durch die Reform des Unterhaltsrechtes und den neuen Anspruch der Gesellschaft, dass jeder für sich selbst sorgen können muss, ist diese Argumentation aber nur noch absurd.

Deswegen wäre ich für eine neuerliche (ausgewogene) Reform des Scheidungsrechtes mit einer (vielleicht begrenzten?) Wiedereinführung des Schuldprinzips.
 
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  • #4
Aus rein finanzieller Sicht hat die Regelung natürlich Vorteile für den Versorgten gebracht, alleine deswegen da ja das Scheidungsrecht grosszügige Unterhalts- und Ausgleichszahlungen vorsieht. Das auch nicht ganz zu Unrecht, schliesslich möchte nicht der Staat später für Sozialfälle aufkommen.

Früher war eine Scheidung durch den Versorgten ja nur dann möglich wenn er praktisch die "Schuld" auf sich genommen hat, damit verbunden meist das Verzichten auf viele finanzielle Zuwendungen seitens des Versorgers.

Und da ja selbst heute noch in den meisten Fällen der Mann der Versorger und die Frau die Versorgte ist kannst du dir ja die Frage selber beantworten wer von den beiden per Saldo nun Vorteile aus der Regelungsänderung hat und hatte. Also der Versorgte fällt heute definitiv weicher als damals, schlicht und ergreifend weil die finanzielle Konsequenzen nicht mehr so schlimm sind.
 
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  • #5
Ich, W, kenne das alte Scheidungsrecht nicht.
Ich wurde 2007 geschieden.
Aber wenn jemand Schuld am Scheitern unserer Ehe hatte, dann mein Mann.
Der hat sich hinter meinem Rücken eine andere Frau gesucht.
Ich habe es mir gedacht, aber nicht weiter nachgeforscht, auf Schlammschlacht hatte ich keine Lust.
Er zahlte über 1 Jahr Unterhalt, wir teilten unser Zeug auf, Zugewinnausgleich haben wir umschifft,und für mich gabs Rentenanteil. Das wars-Ehe zerrüttet, Schuldfrage gabs nicht-Scheidung!
Was waren denn damals die Konsequenzen, wenn ich mal fragen darf?
 
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  • #6
Mit dem Wegfall des Schuldprinzips wurde die Axt an die Wurzel der Familie gelegt!
Jeder kann machen was er will und meint auch noch, es wäre das Richtige!
Die Auswirkungen sind heute deutlich zu spüren...
Ganz wenig solide, vernünftige Familenverhältnisse und dramatischer Geburtenrückgang!
Patchwork, Alleinerziehend etc., etc.
Verloren haben alle, sowohl Frauen, als auch Männer.
Am meisten jedoch die Kinder!
 
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  • #7
Das Schuldprinzip wünsche ich mir auf keinen Fall zurück. Ich glaube auch nicht, dass sich so ein Verschulden tatsächlich feststellen lässt. Wenn einer von beiden die Ehe beendet und sich einem anderen Partner zuwendet, kann er oder sie das entweder aus Leichtsinn tun oder, weil der Ehepartner ihn seit langem lieblos behandelt. Im ersten Fall trägt das Verschulden der "Fremdgänger", im zweiten Fall der Egoist zu Hause. Ich finde allerdings ohnehin, das Scheidungsrecht sollte nicht wieder einen Schritt zurückgehen und geschiedene Ehepartner auf Dauer alimentieren lassen, sondern nach einem Jahr der Trennung sollte jeder für sich selbst einstehen, ohne wenn und aber und ohne Ausnahmen, die dann sowieso zur Regel werden. Dann braucht man kein Schuldprinzip.
 
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  • #8
Ich, W, kenne das alte Scheidungsrecht nicht.
Ich wurde 2007 geschieden.

Was waren denn damals die Konsequenzen, wenn ich mal fragen darf?
Die Fragestellerin

Bis Juni 1977 war es so: ein Mann konnte sich nur mit Einverständnis der Frau scheiden lassen und er musste sich zudem bereit erklären, die "Schuld" auf sich zu nehmen, was zur Folge hatte, dass er der Frau in jedem Fall zu Unterhalt verpflichtet war - lebenslang. Das war der Preis den Mann bezahlen musste, wenn er die Ehe beenden wollte, z. B. weil er eine neue Partnerin hatte. Falls sich das Paar über die Schuldfrage nicht einig war, war es Aufgabe des Tatrichters diese festzustellen und mit den entsprechenden Konsequenzen zu belegen.
Eine Frau dagegen, die von ihrem Mann wirtschaftlich abhängig war (und damals betraf dies eine große Anzahl von Frauen, weil sie nur selten berufstätig, sondern Hausfrau und Mutter waren) konnte es sich nicht erlauben die Ehe zu beenden, weil sie z.B. einen neuen Partner hatte. Sie wäre "schuldig" geschieden worden und hätte damit ihren Unterhaltsanspruch eingebüßt.

FS
 
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  • #9
Die Fragestellerin

Eine Frau dagegen, die von ihrem Mann wirtschaftlich abhängig war (und damals betraf dies eine große Anzahl von Frauen, weil sie nur selten berufstätig, sondern Hausfrau und Mutter waren) konnte es sich nicht erlauben die Ehe zu beenden, weil sie z.B. einen neuen Partner hatte. Sie wäre "schuldig" geschieden worden und hätte damit ihren Unterhaltsanspruch eingebüßt.

FS
Richtig, und genau das kann eine Frau heutzutage ohne Probleme tun. Die Ehe beenden ohne irgendeinen Anspruch zu verlieren!
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...;-)
 
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  • #10
Die Fragestellerin
Eine Frau dagegen, die von ihrem Mann wirtschaftlich abhängig war (und damals betraf dies eine ...
FS
Und das völlig zu Recht. Es ist eine Schande, dass heute Frauen aus Langeweile "fremde Haut suchen" dürfen und dafür noch mit Unterhaltsanspruch (begrenzt) und Zugewinn- und Versorgungsausgleich (weitreichend) belohnt werden. Der arbeitende Mann hat die A...karte. Natürlich nur, wenn er sich einseifen lässt, heiratet und Kinder bekommt - mit einer "falschen" Frau. Drum prüfe...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
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  • #11
Und das völlig zu Recht. Es ist eine Schande, dass heute Frauen aus Langeweile "fremde Haut suchen" dürfen und dafür noch mit Unterhaltsanspruch (begrenzt) und Zugewinn- und Versorgungsausgleich (weitreichend) belohnt werden. Der arbeitende Mann hat die A...karte. Natürlich nur, wenn er sich einseifen lässt, heiratet und Kinder bekommt - mit einer "falschen" Frau. Drum prüfe...
FS
Und ist es nicht eine Schande, dass heutzutage Männer aus Langeweile "fremde Haut suchen" und dafür auch noch belohnt werden, weil die meisten Frauen berufstätig sind, trotz Kleinkinder, und wenn nicht, dann entfällt jeglicher Unterhaltsanspruch sobald das jüngste Kind 3 Jahre alt ist und die Mütter gnadenlos auf den Arbeitsmarkt zurück geworfen werden, zur Entlastung der betrügenden Ehemänner!

Wäre es nicht besser für betrügende Ehemänner das Schuldprinzip wieder einzuführen?
 
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  • #12
@FS bzw.

Ja, auch das wäre richtig!
Du siehst, her mit den alten Spielregeln.
Ich bin knallhart dafür!
 
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  • #13
Man sollte gar nicht mehr heiraten! Und natürlich sollte man das Scheidungssystem ändern! Die Menschheit ist nicht mehr so konservativ und veraltet, und die alten Konservativen, werden eh die nächsten Jahre dann vollends aussterben, danach wird sich auch in der Politik endlich mal einiges tun!
 
  • #14
Am liebsten ein ganz neues Scheidungsrecht. Um Scheidungen noch einfacher und kostengünstiger zu machen. Eine Ehe sollte man -fast- so einfach abmelden können, wie ein Fahrzeug.
Alles Weitere macht nur die Anwälte reich.

Unterhaltsansprüche nur nach Bedürftigkeit festlegen. Und dabei prüfen und kontrollieren, ob Jede/r sich bemüht hat, für seinen eigenen Lebensunterhalt, während der Trennung und nach der Scheidung.

z.B. der Ehemann war untreu = will eine andere Frau. Wozu noch "nachtreten" mit Schuldfrage etc. = Rache ?

Einfach nur Scheidung - Regelung Kinder und Unterhalt - Rentenausgleich - ggf. Vermögensausgleich basta.
Bei einvernehmlicher Scheidung ließe sich alles in einem Gerichtstermin erledigen, und sofort die Scheidung.

Vielleicht werden die Ehepartner dadurch besser und treuer ?
Wenn ihnen ihr Ehepartner noch schneller und einfacher davon laufen kann ?
Und nicht erst nach einem oder zwei Trennungsjahren ?

Warum mit Trennungsjahren noch weiter die Ehe aufrecht halten ?
Wenn sie einvernehmlich nicht mehr weiter verheiratet sein wollen, dann besser sofort die Scheidung ?
 
  • #15
Das heutige Familienrecht, man kann darüber im Einzelfall denken, was die Rachegelüste des Rosenkrieges so hergeben, ist nach meiner Erfahrung (und ich habe wahrlich genug davon) erstaunlich balanciert und gerecht. Ja, gerecht.

Leider ist die Nebenwirkung davon, dass das Eheversprechen an sich das Papier nicht mehr wert ist, auf dem die Liebenden im 7. Hmmel es unterschrieben haben. Jeder kann im Prinzip gehen, wann er/sie will und ohne Angabe von Gründen. Tschüß und es wird halt aufgeteilt, was bisher erwirtschaftet wurde. Die Kinder badens aus, ja mei, aber das war früher nicht anders.

Wenn also die Frage gestellt wird, ob das Familienrecht so "In Ordnung" sei, so ist das in Wirklichkeit die Frage, ob Scheidung so einfach sein soll und ob eine Ehe so einfach wegen irgendwelcher Zipperlein gekündigt werden können soll. Oder ob nicht, wie damals in den Ardennen, die Leute gezwungen werden sollen bis dass der Tod blablabla.

Wir haben also in der heutigen Welt die Wahl, die Leute aus einer Ehe nicht mehr raus zu lassen, dann wird keiner mehr heiraten oder den Leuten die Freiheit zu lassen, zu gehen, dann wird zwar noch geheiratet aber eben mehr geschieden, im Ergebnis bleibt sich das wohl gleich.

Konsequent wäre also, und manche Politiker arbeiten mit dem Ansinnen, das Ehegattensplitting abzuschaffen, ja schon in diese Richtung, die Ehe an sich abzuschaffen. Wozu brauchen wir sie noch? Sie ist doch eh unverbindlich und kann jederzeit beendet werden. Von wegen bis dass der Tod euch...

Was also soll geschützt werden? Die Familie! Was ist Teil der Familie? Kinder! Warum also nicht einen Rahmen schaffen, die die rechtlichen Rahmenbedingungen schafft, Kindern den notwendigen Raum zu geben und fertig? "Ehe" also automatisch mit der Geburt von Kindern in Form einer Verantwortungsgemeinschaft mit entsprechenden finanziellen Pflichten und entsprechender, gegenseitiger Absicherung ohne Anspruch auf Treue und Wohlverhalten der Eltern gegenseitig. Wäre mal eine Überlegung wert, finde ich, aber für weitere Details ist es mir jetzt zu spät am Abend...
 
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Gast

  • #16
Ich denke gerade darüber nach, ob man nicht einfach die Ehe zwischen zwei Menschen ohne (!) Kinder abschafft (also prinzipiell ist niemand verheiratet und wird somit auch unabhängig vom Schuldprinzip etc. nicht geschieden) und erst wenn ein Kind geboren wird, kommt zwischen der austragenden Mutter und dem zeugenden Vater "automatisch" eine Art Vertragswerk auf Zeit (beispielsweise 18 oder 25 Jahre) zustande, um die Interessen des Kindes zu wahren.

Die Idee finde ich nicht so ganz uninteressant, zumal wir dann auch die ganzen Witwen-/Witwer-Renten, Witwer-/Witwengeld sparen würden und sich jede/r mehr um Berufstätigkeit und somit die eigene Absicherung kümmern würde.

w/50
 
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  • #17
@15

Interessante Idee, dann wird aber als Schlussfolgerung daraus die ganze Solidargemeinschaft als Grundstock unserer Gesellschaftsordnung aufgelöst werden müssen.
Aber die Tendenzen gehen ja ohnehin schon in diese Richtung...
 
  • #18
Ich denke gerade darüber nach, ob man nicht einfach die Ehe zwischen zwei Menschen ohne (!) Kinder abschafft (also prinzipiell ist niemand verheiratet und wird somit auch unabhängig vom Schuldprinzip etc. nicht geschieden) und erst wenn ein Kind geboren wird, kommt zwischen der austragenden Mutter und dem zeugenden Vater "automatisch" eine Art Vertragswerk auf Zeit (beispielsweise 18 oder 25 Jahre) zustande, um die Interessen des Kindes zu wahren.

Die Idee finde ich nicht so ganz uninteressant, zumal wir dann auch die ganzen Witwen-/Witwer-Renten, Witwer-/Witwengeld sparen würden und sich jede/r mehr um Berufstätigkeit und somit die eigene Absicherung kümmern würde.

w/50
Genau das meinte ich. Ob die Eltern zusammen leben oder nicht, entscheiden sie eh "spontan". Bleibt also, für die Kinder die Versorgung sicher zu stellen per Unterhalts- und Betreuungspflicht - die gibts eh schon - und z.B. nach 18 Jahren automatisch einen Versorgungsausgleich zwischen den Eltern durchzuführen, um Unterschiede wegen Betreuung/Arbeit auszugleichen. Nicht mal mit der Kirche wäre das ein Problem, wer mag, kann ja in der Kirche heiraten und sich entsprechend gebunden fühlen und verhalten. Nur die Standesamtliche Ehe gehört imho abgeschafft.
 
  • #19
Nach der weiteren Reform von 2008 find ich es durchaus richtig und gerecht. Auch wenn ich damals als "unschludig" geschiedener heftigst draufgezahlt hatte. Aber ich war selbst damals zu blöd einen Ehevertrag zu machen, also brauch ich mich nicht beschweren.

Das Problem mit der "alten" regelung war ganz einfach das feststellen der "Schuld". Wie zum Beispiel Gewalt in der Ehe feststellen? Ist ja auch ein Scheidungsgrund- ein sehr berechtigter wie ich finde. Wer hat wieviel Schuld etc. pp.
Das alles sind einfach Dinge die die Allgemeinheit (was ja der Staat ist) nichts angehen.

Also muss man eine Lösung finden die möglichst gerecht ist, immer und in jeder Konstellation geht das nicht, macht nur die Anwälte reich weil wir ja hier nicht von Physik reden in der die Dinge eindeutig sind.

erst wenn ein Kind geboren wird, kommt zwischen der austragenden Mutter und dem zeugenden Vater "automatisch" eine Art Vertragswerk auf Zeit (beispielsweise 18 oder 25 Jahre) zustande, um die Interessen des Kindes zu wahren.
Das ist in der Tat ein nachdenkenswerter Ansatz. Hat nur keine Chance weil dann der Staat viel Geld ausgeben müsste. Wittwenrenten sind sehr viel weniger geld als die Unterhaltsverpflichtungen gegenüber Ehepartnern (es gibt kein H4 etc, übrigens auch nicht wenn man "nur" in demselben Haushalt lebt.. Dazu müsste man dann automatisch allen Eltern die besseren Steuerklassen zugestehen, nicht nur den verheirateten. Die Ehe ist für den Staat ein zu gutes Geschäft. (Übrigens auch der Grund für das festhalten am Ehegattensplitting, würde das wegfallen müsste auch die Unterhaltsverpflichtung wegfallen).
 
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  • #20
Zitat von Kalle;499511 Wie zum Beispiel Gewalt in der Ehe feststellen? [/QUOTE:
Das meinst du nicht ernst, oder? Durch Atteste vom Arzt mit Fotos, durch Zeugen, durch Rufen der Polizei?

Emotionale Gewalt kann man auch feststellen. Ein Psychologe kann das sehr gut feststellen. Und welche Frau, die dessen nicht ausgesetzt war, lässt sich wegen emotionaler Gewalt scheiden? Wer nimmt irgendwelchen Stress mit Polizei, Krankenhäusern und Psychologen auf sich, nur um sich scheiden zu lassen?

Das geht doch viel einfacher und unkomplizierter.

Zum Glück ist mir das alles erspart geblieben.

w 50
 
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  • #21
Ich denke gerade darüber nach, ob man nicht einfach die Ehe zwischen zwei Menschen ohne (!) Kinder abschafft (also prinzipiell ist niemand verheiratet und wird somit auch unabhängig vom Schuldprinzip etc. nicht geschieden) und erst wenn ein Kind geboren wird, kommt zwischen der austragenden Mutter und dem zeugenden Vater "automatisch" eine Art Vertragswerk auf Zeit (beispielsweise 18 oder 25 Jahre) zustande, um die Interessen des Kindes zu wahren.

Die Idee finde ich nicht so ganz uninteressant, zumal wir dann auch die ganzen Witwen-/Witwer-Renten, Witwer-/Witwengeld sparen würden und sich jede/r mehr um Berufstätigkeit und somit die eigene Absicherung kümmern würde.

w/50

FS

Ich finde deinen Gedanken durchaus überlegenswert, ein Vertrag (keine Ehe) kommt erst zustande wenn ein Kind gezeugt wurde, im Interesse des Kindes. Es bleibt jedoch eine wichtige Frage unbeantwortet: wer kümmert sich um das Kind, wer erzieht es, bei wem soll es leben? Einer muss beruflich zurückstecken. Wer kommt dann für den Verdienstausfall oder den Minderverdienst auf? Wenn beide Elternteile zurückstecken und nur noch 50% arbeiten und sich die Erziehungsarbeit teilen, ebenso wie die Arbeit im Haushalt (falls das Paar zusammen lebt) und die Unterhaltskosten für das Kind, glaubst du allen Ernstes, dass ALLE Väter dazu bereit wären?
Und falls die Eltern nicht zusammen leben, empfinde ich es für das Kind unzumutbar im wöchentlichen Wechsel mal bei Mama, mal bei Papa leben zu müssen!

Genau an dieser Frage dürfte dein Gedankenexperiment scheitern.
 
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  • #22
FS

Und falls die Eltern nicht zusammen leben, empfinde ich es für das Kind unzumutbar im wöchentlichen Wechsel mal bei Mama, mal bei Papa leben zu müssen!
Aha, Du empfindest es also unzumutbar!
Natürlich ist vielmehr zumutbarer, wenn ein Kind bei der Mutter aufwächst, und den Vater bestenfalles alle zwei Wochen mal sieht!
Klingt alles sehr logisch...
 
  • #23
FS
...wer kümmert sich um das Kind, wer erzieht es, bei wem soll es leben? Einer muss beruflich zurückstecken. Wer kommt dann für den Verdienstausfall oder den Minderverdienst auf? ...
Wie ist es denn heute MIT Ehe geregelt? Wer Kinder will, muss sich Gedanken machen, wie er sie durchbringt, so oder so! Der Punkt ist ja gerade, dass die Ehe an sich dazu rein gar nichts beiträgt.

Genau an dieser Frage dürfte dein Gedankenexperiment scheitern.
Nur, wenn wir nicht drüber nachdenken und die tatsächlichen und die scheinbaren Problempunkte vermischen. Allein der Ausdruck "Minderverdienst" zum Beispiel basiert doch auf der Annahme, ein bestimmter Verdienst sei selbstverständlich und wenn er nicht erreicht wird, ist das ein Schaden. Die heutige Lebensrealität entspricht dem aber eh schon nicht mehr. Wie wäre es alternativ mit dem Ausdruck "Minderelternschaft", für die auch niemand einen Schaden geltend macht?

Im Übrigen sind genau diese Punkte ja heute schon in Ansätzen geregelt: Wer hat welche Unterhaltsansprüche im Falle eines unehelichen Kindes. Das muss sicher noch etwas ausgebaut und verfeinert werden und dann könnte es klappen und wir sind die Verlogenheit des "bis dass der Tod euch" los.
 
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Gast

  • #24
Keine Frau der Welt wird mich jemals wieder dazu bringen zu Heiraten.

Die Rechtslagen geht nurnoch auf Lasten der Männer, während sich die Frauen die Rosinen Rauspicken können.
90 % aller Scheeidungskinder werden immernoch der Mutter zugesprochen, Es Interessiert dabei nicht ob die Mutter Drogen Konsumiert, oder sich jeden Tag ins Koma Säuft, Automatisch ist immer der Vater der wo das Nachsehen hat.
2 Kinder = 2x Unterhalt
1 Ex = 1x Unterhalt

Ein 2000 Euro Netto einkommen, Reduziert sich somit ganz schnell auf 800 Euro, wovon der Mann sein eigenes Leben bezahlen muss, sowie auch noch GEld bräuchte um seinen Kinder alle 2 Wochen etwas bieten zu können (zumindest das sie am Wochenende etwas zu essen haben).
Ich kenn einige Männer, die nach einer Scheidung die ganze woche Nudeln mit Sosse essen, damit sie am Wochenende genug GEld für Ihre eigenen Kinder haben.
Während sich die Exfrau zuhause, mit dem neuem Stecher vergnügt, und ihr Auskommen auch durch das Gehalt des neues Freundes aufgebessert wird.

So muss der Mann trotz Trennung immernoch für seine Ex aufkommen, und das obwohl wir in einer Zeit Leben wo sich jeder selber versorgen könnte.
 
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Gast

  • #25
So muss der Mann trotz Trennung immernoch für seine Ex aufkommen, und das obwohl wir in einer Zeit Leben wo sich jeder selber versorgen könnte.
Verstehe ich nicht, warum sollst du für deine Ex aufkommen? Den Kindesunterhalt musst du so oder so zahlen, dass die Ex einen neuen Mann hat, tja, dazu hat sie ein Recht. Auf anderen Unterhalt hat sie keinen Anspruch mehr, oder du kümmerst dich nicht darum?

Du kannst dir ja auch eine doofe Frau suchen, die dich mit durchfüttert. Nimm doch deine gleichen Rechte wahr, wie deine Ex sie wahrnimmt, dann geht es dir auch besser.

w
 
G

Gast

  • #26
@#20: Ich ging bei meinen Gedanken nicht davon aus, dass das mit Geburt (!) (Du schreibst im Gegensatz von mir von Zeugung) des Kindes in Kraft tretende Vertragswerk einer "Hausfrauen-Ehe" entspricht. Dann wäre ja nichts gewonnen. Und die Verbindung von Berufstätigkeit und Kinderbetreuung für beide Geschlechter zu ermöglichen, darum kommen wir ohnehin nicht drumherum. Da wir es in der Vergangenheit nicht freiwillig getan haben, wird uns die demographische Entwicklung dazu zwingen. Finde ich auch gerecht und in Ordnung.

@Kalle: Ich finde Deinen Hinweis bezüglich Unterhaltspflicht gegenüber Ehepartnern wichtig und richtig, habe es in meinem Beitrag aber beabsichtigt nicht erwähnt, da ich mir keine Einschätzung zutraue, wie die Zahlen denn tatsächlich aussehen würden. Immerhin fiele die kostenlose Krankenversicherung der Ehefrauen weg und ich könnte mir auch vorstellen, dass ohne das Konstrukt Ehe, mehr Frauen erwerbstätig sind/bleiben und wir somit evtl. nicht mehr so viele Hartz-4-Empfänger haben, da alleinerziehende Mütter, wenn ich richtig informiert bin, ca. 1/3 ausmachen. Aber wie gesagt, ob es letztendlich ein Nullsummenspiel ist oder zu Gunsten/zu Lasten der Sozialversicherungskassen traue ich mir nicht zu einzuschätzen. Ich wollte das Thema Finanzen auch nicht in den Vordergrund stellen.

w/50
 
M

Mooseba

  • #27
Klar, man sollte auch das Gesetz wieder einführen, dass Männer ihren Frauen die Jobs kündigen dürfen, dass Vergewaltigung in der Ehe nicht strafbar ist (wurde erst in den Neunziger endlich geändert), dass man die Kinder verprügeln darf (war früher auch nur schwer strafbar) usw. Geht's noch? Gesetzesänderungen bringen einem Teil Vor-, dem anderen Nachteile. Das ist immer so. Dafür wurden auch Sorgerechtsansprüche der Männer und Erwerbspflichten der Frauen in den letzten Jahren geändert. Es gab also auch Anpassungen bei den Nachteilen.