• #1

Ambivalenz bzgl Beziehung. Was sind eure Einschätzungen?

Liebe Leute,

Ich(30) bin seit 5 Jahren mit meinem Freund zusammen, erst Fernbeziehung und jetzt leben wir seit 1 Jahr zusammen. Ich zweifle seit Längerem an der Beziehung, mir geht es mittlerweile schlecht deswegen. Ich weiß nicht, ob es echt nicht passt oder ob es an mir liegt. In meinem (besonders aber seinem) Umfeld heiraten viele, ziehen in Häuser, erwarten Kinder. Mich setzt das unter Druck.

Mein Freund ruht in sich, ist loyal, gutherzig, bindungswillig, Familienmensch. Jedoch ist er auch sehr rational, vernunftgesteuert, braucht klare Strukturen. Ich eher das Gegenteil. Oft fühle ich mich ausgehungert nach etwas Spontanität, Verrücktheit, „Exzess“, sich mal was gönnen. Stattdessen wird alles rational durchdacht, abgewogen und quantifiziert. Er ist kaum sinnlich oder romantisch, hat kaum Sinn für Atmosphäre, Genuss oder „Schönes“, ist eher knausrig. Mir fehlt etwas. Wenn ich es anspreche, versteht er nicht, was ich meine, sagt, ich solle nicht so dramatisieren (sonst ist er an sich ein guter Zuhörer). Ich weiß, man kann Menschen nicht ändern.

Er kann sehr gut mit Tieren u Kindern umgehen, Eifersucht ist kein Thema (in früheren Beziehungen war ich manchmal eifersüchtig, hatte Probleme mit Selbstwertgefühl). Meine Familie liebt ihn. Wir reisen beide gern. Mein Kopf weiß, dass das viel wert ist, aber das Herz zieht irgendwie nicht mit. Im Alltag nervt mich manchmal, wenn er mich gängelt zb bzgl Wassernutzung und Heizung, wie viel Salz ich an (mein!) Essen mache o.ä. Das nervt mich. Wenn ich das sage, kommt, ich könne mit Kritik nicht umgehen.

Körperliches war immer schwierig, „hölzern“. Mittlerweile und nachdem ich manches versucht habe, denke ich, wir „ticken“ hier einfach unterschiedlich. Es gibt noch ein paar Unstimmigkeiten (zb: Ich will in der Großstadt leben, er im Grünen). Wir sind sehr unterschiedlich aufgewachsen, er sehr traditionell und mit fast rigiden strukturen, ich in einer städtischen Patchworkfamilie. Wir sind beide promoviert aber in ganz unterschiedlichen Bereichen.

Ihr merkt sicherlich schon, ich sehe derzeit vor allem, was mich stört. Ich denke aber, viele würden sich für so einen den Arm ausreißen. Freundinnen binden sich gerade an Männer, mit denen es deutlich schwerere Probleme gibt (Sucht, Vertrauen). Warum fällt es mir so schwer? Ich bin viel gereist, habe lange im Ausland gelebt, vielleicht kann ich mich irgendwie nicht voll binden? Bin ich einfach chronisch unzufrieden,suche das Haar in der Suppe?

Aber jetzt neu anfangen, auf die Gefahr hin mit dem Nächsten genauso unglücklich zu sein, oder keinen mehr zu finden (ich hätte gerne Kinder…)? Doch lieber noch mal richtig auf diese Bez. einlassen, entgegen meinem „Bauchgefühl“? Vielleicht ist es nur eine Phase?

Ich weiß, es gibt keine 100%! Fühl mich auch schuldig, undankbar. Die Ambivalenz macht mir zu schaffen.
Wäre dankbar über Einschatzungen u Erfahrungen…
 
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  • #2
Kein Mensch ist perfekt! Natürlich kann es sein, dass ihr zu unterschiedlich seid und du das erst jetzt so richtig merkst, seit ihr euch näher seid.

Aber das kann auch ein Vorteil sein, ihr könntet euch gut ergänzen. Du könntest von ihm vielleicht mehr Strukturierung lernen und er von dir mehr Gelassenheit. Jeder könnte seine Stärken im entsprechenden Bereich einsetzen z.b. dass er die Finanzplanungen übernimmt, Du für die kreativen Dinge zuständig bist.

Dass man die Ansicht des Partners überdenkt, ob nicht vielleicht doch ein Funken Wahrheit dran ist, zB. eine Investition zu überdenken, einerseits ob man sie wirklich braucht in (für dich). Und andererseits (für ihn) ob man sich nicht auch einfach mal was gönnen kann.

Verständnis, gegenseitige Toleranz und der Wille für ein Miteinander wären hierfür aber oberstes Gebot.

Und insbesondere die Einsicht, dass die eigene Ansicht nicht das Nonplusultra zwingend sein muss, dass man seinem Partner auch Freiraum gewähren muss, man manchmal einfach die Klappe zu halten hat. Egal, wie viel Salz er auf sein Frühstücksei streut.

Das würde ich mit ihm so besprechen und dabei auch einräumen, die eigene Ansicht zu überdenken, ihn in gewissen Dingen zu bestätigen.

Aber gleichzeitig klar machen, dass ihn die Salzmenge deines Frühstückseis nichts angeht und du nicht mit ihm darüber aus finanziellen Aspekten diskutieren wirst. Denn dann läuft was ganz falsch.

Wenn er natürlich ein notorischer Besserwisser ist, hast du schlechte Karten. Aber einen Versuch ist es doch wert, wenn es nicht funktioniert und ihr keinen gemeinsamen Nenner findet, kannst du dich alle mal noch trennen. Gib euch doch mal noch mindestens ein halbes Jahr, wo du beobachtest, ob du zufrieden bist oder nicht.
 
  • #4
Ich weiß nicht, ob es echt nicht passt oder ob es an mir liegt.
Das ist im Grunde egal: du fühlst dich nicht wohl in deiner Beziehung und da ihr euch schon eine Weile kennt, wird sich daran vermutlich auch nichts ändern. Im Gegenteil, deine unguten Gefühle werden wachsen.

Wenn ihr 4 Jahre in einer Fernbeziehung gelebt habt, kann es genau daran liegen, du erkennst plötzlich Verhalten (auf beiden Seiten) die nicht kompatibel sind. Es hilft nicht, wenn du dich an deinem Umfeld orientierst, in dem offensichtlich viel mehr im Argen liegt. Du suchst ja nicht den noch weniger passenden Mann (Sucht, kein Vertrauen) sondern einen, der dir das Gefühl vermittelt, du wärest genau bei ihm richtig.
Stimmt, du wirst ihn nicht ändern können (solltest du auch nicht), aber wenn er das Land, du die Stadt als Sehnsuchtsort suchst, er eher knauserig ist und du selbst »großzügiger« denkst, er dann auch noch hölzern im Bett ist ... also mir wäre das zuviel, auf was ich mich einlassen müsste.

Nehmt euch Zeit für ein Gespräch, denn möglicherweise geht es ihm ähnlich mit dir. Versucht herauszufinden, wo ihr übereinstimmt und wo überhaupt nicht. Erwägt zusammen, ob ihr beide bereit für Abstriche seid - und wenn da wenig heraus kommt, trennt euch im Guten bevor es eskaliert (weil eine Seite nicht mehr bereit ist, weiterzuleben wie bisher).
 
  • #5
Ich kann aus deinem Text rauslesen, das ihr einfach nicht zusammen passt. Ihr seit zu verschieden und findet so nicht zueinander. Da bringt es auch nichts Schuldgefühle zu haben. Dein Bauchgefühl wird dich nicht täuschen. Es ist wie es ist. Du wirst ja nicht glücklich, wenn ihr grundsätzlich verschiedene Meinungen habt. Und mich würde es auch stören, wenn ich bei meinem Wasser/Strom/ und Salzverbrauch gegängelt werde. Ich würde mich unter gar keinen Umständen an einen Mann binden, der mich aufregt oder wo mich zu viele Dinge stören. Das hat auch nix mit Undankbarkeit zu tun. Im Idealfall verbringt man ja eine lange Zeit miteinander und dann sollte es schon passen.
 
  • #6
(in früheren Beziehungen war ich manchmal eifersüchtig, hatte Probleme mit Selbstwertgefühl).........

............. ich in einer städtischen Patchworkfamilie.

Das sind für mich sehr wichtige wenn auch beiläufige Bemerkungen.

Ihr beide habt einen völlig anderen Bindungsstil. Er scheint mir sehr sicher gebunden, während es bei Dir holpriger ist. Menschen mit unsicherem Bindungsstil können "normale" Beziehungen oft gar nicht ertragen, sie suchen sich unbewusst immer wieder das "aufregende" Abenteuer. Ihr emotionales Gefüge "sehnt" sich nach Dramen, nach Unsicherheiten, denn sie haben gelernt, dass Liebe kompliziert ist.

Du hast in der o.g. Ex-Beziehung solche Zeilen vermutlich nicht geschrieben. Zwar hast Du darunter gelitten, aber langweilig war Dir nicht, weil Du mit existenziellen Beziehungsproblemen beschäftigt warst.

Ich denke, dass Du die Beziehung beenden wirst. Und er wird aus allen Wolken fallen. Du wirst noch einige Beziehungserfahrungen machen und Dich irgendwann nach ihm zurücksehnen.
 
  • #7
Ich selbst hab bei ähnlichen Themen schon häufig geschrieben: Ich würde so eine Beziehung nicht mehr führen wollen. Wenn das Gefühl nicht stimmt, ist es fast egal, woran es liegt. Aber dann wird man auf Dauer nicht glücklich. Ich brauche einen Partner, der mir in gewissen Dingen ähnlich ist, gerade vom Wesen her. Ich hatte da auch schon das Gegenteil. Aber ich muss mich verstanden fühlen und den anderen verstehen können. Sonst sehe ich die Gefahr, gerade bei Kindern, dass man sich rasend schnell auseinanderlebt und nur noch nebeneinander herlebt, weil man eigentlich nicht wirklich miteinander sprechen kann, so, dass der andere versteht, was ich meine.
Mein Freund merkt, was mich beschäftigt, bevor ich es sage. Er weiß sofort ich mache mir Sorgen um meine Eltern, er erkennt schon vor mir manchmal, was mich gerade verärgert hat. Und andersrum kann ich ihn auch sehr gut einschätzen. Wir sehen die Dinge ähnlich, was nicht heißt, dass wir in allem gleich sind. Aber es ist so ein Verständnis da, das ich in vorherigen Beziehungen nicht hatte. Zusätzlich zu den äußeren positiven Sachen, die bei dir auch stimmen.
Wenn dir das fehlt, dann weiß ich nicht so recht, ob das in Zukunft noch kommt. Glaube ich nicht. Nach fünf Jahren kennt man den Partner, und da gibt es keine großen Veränderungen mehr. Ich weiß nicht, ob es klug wäre, Kinder mit jemandem zu bekommen, weil man Sorge hat, man findet sonst niemand anderen mehr. Ehrlich gesagt fände ich die Vorstellung schrecklich, wenn mein Partner so denken würde. Und auch, wenn man dann jahrelang still unglücklich ist, weil man wegen der Kinder dann eine Trennung erst recht nicht in Betracht ziehen will.. Heirat, Hausbau, Kinder - würde ich immer erst machen, wenn ich das in dem Moment wirklich im Herzen toll finde.

Es gibt in meinem Umkreis auch ein Gegenbeispiel. Da war sie immer unsicher, und kurz vor der Trennung, weil er auch ganz anders tickt als sie (ähnlich wie bei euch). Dann wurde sie ungewollt schwanger, wollte das Kind erst auch nicht bekommen, dann haben sie sich dafür entschieden und sind beide total glücklich momentan. Da haben die Bindungshormone nach der Geburt vorerst auch alle Zweifel bei ihr weggewischt. Wie sich das auf lange Zeit entwickelt, das weiß ich aber nicht. Ich denke, später kommt das Problem sicher wieder.

Überstürze nichts, aber zwinge dich auch nicht zu einem Heile-Welt-Leben, weil du denkst, andere erwarten das und du hättest nicht das Recht, alles über den Haufen zu werfen. Das wäre auch Kindern gegenüber unfair. Die spüren, wenn Eltern nicht glücklich sind mit ihrem Leben.

w, 36
 
  • #8
Ja so ging es mir auch. Beziehung war gut aber kein Oberhammer. Nach 3,5 Jahren sind wir zusammengezogen, da hatte ich schon etwas Zweifel. Viele Reisen, tauchen, gemeinsamer Sport, gutes harmonieren stand auf der einen Seite.
Schlechter Sex, gähnende Alltagslangeweile, Unverstandenheit und verebbte Emotionen auf der Anderen. Als wir dann zusammen wohnten wurden die Zweifel immer größer, zumal noch eine psychische Erkrankung seinerseits dazu kam die dafür sorgte, dass alle Arbeit an mir hängen blieb.
Letztes Frühjahr, nach 1,5 Jahren Zusammenleben habe ich mich dann getrennt, nachdem ich ewig große Schuldgefühle hatte ihn hängen zu lassen und mir dachte was passiert wenn die Trennung ein Fehler ist und ich damit meine Lebenspläne gefährde? Getreu dem Motto: "Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach"
Ende vom Lied ist, dass die Trennung das beste war was mir passieren konnte. Ich merke endlich wieder, wie glücklich ich sein kann.

Und inzwischen hatte ich auch das Glück, einen neuen Partner zu finden der für mich das Gesamtpaket darstellt. Bodenständigkeit, Verständnis, Unterstützung, emotionale Nähe, großartiger Sex und diese Prise Verrücktheit von der du auch redest. Und seitdem habe ich auch keinerlei Zweifel mehr.
w31
 
  • #9
Körperliches war immer schwierig, „hölzern“. Mittlerweile und nachdem ich manches versucht habe, denke ich, wir „ticken“ hier einfach unterschiedlich.

Liebe FS,
mir ist nun nicht kklar, wie Du in 5 Jahren Beziehung nicht bemerken kannst, dass es körperlich nicht passt.
Ist es nicht eher so, dass sich im Körperlichen Deine zunehmende Distanzierung von ihm ausdrückt, weil Du Kritikpunkte an ihm suchst?

Mein Freund ruht in sic.... Ich eher das Gegenteil. Oft fühle ich mich ausgehungert nach etwas Spontanität, Verrücktheit, „Exzess“, sich mal was gönnen.
Ihr passt vom Lebensstil nicht zueinander. Du kannst ihn nicht nehmen, wie er ist, sondern bewertest ihn negativ. Beachte Deine Wortwahl: "knauserig".

Du hältst Dein städtisch-chaotisches Patchwork als Familienmodell seinem tradionellen Familienmodell für überlegen, statt zu sehen, was er hat und was Du davon auch brauchst. Er war nie anders und es gab einen Grund, warum Du mit ihm zusammengekommen bist.
Es gibt durchaus Menschen, die genauso unterschiedlich sind und zueinander gefunden haben, weil sie sich gut ergänzen. Mit Deiner wertenden Einstellung funktioniert es niemals miteinander.

Ich bin viel gereist, habe lange im Ausland gelebt, vielleicht kann ich mich irgendwie nicht voll binden? ..... Aber jetzt neu anfangen, auf die Gefahr hin mit dem Nächsten genauso unglücklich zu sein, oder keinen mehr zu finden (ich hätte gerne Kinder…)?
Ja, ja, ich bin so super. Aber leider ist es mir nicht gelungen, bei einem genauso coolen Mann zu landen sondern nur bei einem 'Dorfkind - was für ein Elend aber auch.

Entschuldige, aber die coole, weit gereiste, auslandserfahrende, städtisch-patchwork-chaotisch sozialisierte Frau hat mit 30 die Hosen voll, weil sie befürchtet keinen passenden Mann mehr zu finden und bleibt lieber an einem kleben, der ihr eigentlich nicht gut genug ist?
Was soll das denn für ein Leben über die nächsten Jahrzehnte werden - chronische Dauerunzufriedenheit, permanent wegen nichts vom Zaun gebrochene Konflikte, unglückliche Kinder?

Oder setz Dich in die Ecke und überleg Dir, ob das "bewegte" Leben vielleicht doch nicht so toll war und bei Dir Spuren hinterlassen hat "nicht voll binden will"/will oder kann, die garnicht so toll sind.
Ich bin schon älter und mir sind einige Menschen begegnet, denen die Eltern so einen unstetigen Lebensstil aufgezwungen hatten, für den die Kinder von ihrer biologischen Ausstattung her aber so garnicht geeignet waren. Die trudelten auch so durchs Leben - Halt suchen, aber keinen wollen können.
Das musst Du zügig für Dich klären, um dann zu entscheiden, wie es in Deiner Beziehung weitergehen soll.
 
  • #10
TE,

nein so einen Partner möchte ich nicht geschenkt haben. Wo man sich Freitag mittags schon darüber unterhält was man Sonntags Abend im Fernseh schaut.

Ein knauseriger, hölzerner Partner ohne jede Leidenschaft, der mit vorschreibt wie ich mein Essen würze. Es gruselt mich. Du bist 30 und hast jetzt 5 Jahre vergeudet, die hätten so aufregend sein können.

Ob Du jemand findest, der Dir die Schuhe auszieht oder Du jemals Kinder haben wirst, steht in den Sternen, aber in so einer Beziehung gehst Du ein wie ne Primel. Alle anderen um Dich herum sind glücklich und zufrieden nur Du nicht.

w/36
 
  • #11
Vorab: Du klingst sehr reflektiert. Hast Dir viele Gedanken gemacht und kannst Deine Situation sehr gut einscätzen.
Eure Beziehung ist in einer Sackgasse gelandet. Beide Akademiker, mit 30 beide beruflich erstmal gefestigt, wie geht es jetzt weiter?
Kinder, Heirat, Haus, SUV?

Oft fühle ich mich ausgehungert nach etwas Spontanität, Verrücktheit, „Exzess“, sich mal was gönnen.

Er ist kaum sinnlich oder romantisch, hat kaum Sinn für Atmosphäre, Genuss oder „Schönes“, ist eher knausrig. Mir fehlt etwas.

... denke ich, wir „ticken“ hier einfach unterschiedlich.

Ihr lebt erst seit einem Jahr zusammen und Du merkst es passt einfach nicht. Vielleicht bist Du auch einfach bindungsängstlich.

Die Leidenschaft ist weg, vielleicht war sie bei euch auch nie vorhanden? Durch die ständige Nähe und Verfügbarkeit Deines Partners erkennst Du immer mehr, dass es für Dich einfach nicht passt. Bleibt dran und schaue für Dich ob es noch passt.

Höre Dir mal den Hemschemeier an (youtube), vielleicht bringt er Dir was.
 
  • #12
Gib euch doch mal noch mindestens ein halbes Jahr, wo du beobachtest, ob du zufrieden bist oder nicht.
Ich sehe schwarz für FS, 5 Jahre sind sie als Paar zusammen, 1 Jahr leben sie gemeinsam zusammen, FS ist emotional unzufrieden, sie nennt genügend Dinge, die sie nerven, er buttert sie gewaltig runter, er wird sich garantiert nicht ändern, was gibt es da noch weiter zu überlegen und zu beobachten? Reine Zeitverschiebung und Zeitverlängerung mangels Mut und mangels Entschlossenheit! Vielleicht muss dann die Schmerz- und Leidensgrenze doch noch größer sein, z. B. mit vh. und mit Kinder, wie bei so vielen Frauen?
 
  • #13
Es ist ja egal, ob sich andere Frauen den Arm für ihn ausreißen würden. Fakt ist, dass es ein paar Dinge gibt, die nicht passen, und dass er Verhalten zeigt, das daneben für Dich ist.
Wenn ich es anspreche, versteht er nicht, was ich meine, sagt, ich solle nicht so dramatisieren
Also liegt der Fehler bei Dir, dass Du mit seiner unromantische Art nicht klarkommst. Schön einfach.
wenn er mich gängelt zb bzgl Wassernutzung und Heizung, wie viel Salz ich an (mein!) Essen mache
Also machst Du seiner Meinung nach viele Fehler.
Und das bei Dingen, bei denen eigentlich jeder Mensch selbst entscheiden darf, wie er das handhabt.
Körperliches war immer schwierig, „hölzern“. Mittlerweile und nachdem ich manches versucht habe, denke ich, wir „ticken“ hier einfach unterschiedlich.
Das würde ich auch sagen. Wieso steht da nicht "nachdem WIR manches versucht haben"?
Ich will in der Großstadt leben, er im Grünen
Wenn ihr euch nicht auf eine Klein- bis Mittelstadt mit Garten einigen könnt, wird das ein ernsthaftes Problem.
Aber jetzt neu anfangen, auf die Gefahr hin mit dem Nächsten genauso unglücklich zu sein, oder keinen mehr zu finden (ich hätte gerne Kinder…)? Doch lieber noch mal richtig auf diese Bez. einlassen, entgegen meinem „Bauchgefühl“? Vielleicht ist es nur eine Phase?
Es ist ja keine Phase, dass er so ist, wie er ist, und sich verhält, wie er sich verhält.
Du schilderst Probleme, die nicht zu ändern sind oder lange Zeit brauchen werden, bis er z.B. begreift, dass man selbst entscheiden darf, wieviel Salz woran gehört. (Das macht er mit Sicherheit auch als Vater bei euren Kindern mit der Gängelei, nur mal als Vorausschau.) Manche begreifen sowas nie, ich kenne 80+-Jährige, die trotz jahrelanger Auseinandersetzungen zu dem Thema immer noch gängeln und ins Essen quatschen. Es hat sich schon gebessert, aber jahrzehntelang war es so: Man wird ständig beobachtet, sobald der Mensch zufällig gerade anwesend ist, es werden ungefragt Kommentare zum eigenen Verhalten gegeben, es werden Regeln aufgestellt, wo es keine gibt (wo steht geschrieben, wieviel Wasser einer fürs Händewaschen nehmen sollte?). Nie im Leben würde ich das in einer Bez. ertragen wollen.

Dass es sexuell nicht passt, wäre für mich ein sehr ausschlaggebender Grund, denn DAS kannst Du Dir niemals woanders holen, außer Du betrügst oder versuchst, die Bez. zu öffnen (Dein Mann klingt nicht so, als wollte er das).

Deine Beziehung will, glaube ich, keine Frau geschenkt, die ein bisschen mehr im Kopf hat als "ich will aber Kinder und er ist bestimmt treu".
 
  • #14
Das fällt dir ja noch rechtzeitig auf. Wenn dir das erst in fünf Jahren und mit zwei Kindern auffallen würde, wäre es weit blöder.

Er wird aus allen Wolken fallen, aber er wird es überleben. Vermutlich wird er auch bald eine finden, die besser zu ihm passt.

Du wirst dich in Abenteuer stürzen und vermutlich auch nicht glücklich werden. Irgendwann wirst du an ihn zurückdenken, wenn dein unerfüllter Kinderwunsch überhand nimmt. Dann solltest du dir diese deine Zeilen nochmals durchlesen. Er wäre es nicht gewesen. Ich sehe dich in zehn Jahren in irgendeinem Patchwork-Murks ..
 
  • #15
Erst einmal, niemand muss sich binden. Es liest sich so als würdest du denken, Du tickst nicht richtig, weil du "so einen tollen Mann" nicht gleich heiraten willst.
Wie Du bemerkt hast, passt ihr in vielen Dingen nicht zusammen. Ich lese hier nichts von liebe deinerseits. Es liest sich nach Routine, nach Bequemlichkeit. Wir alle haben eben auch Angst vor Veränderungen.
Also nochmals: nicht jeder muß sich binden. Wieso willst du das? Willst du es nicht? Nicht jeder brennt dafür, Ehefrau und Mutter zu sein. Wie fühlst du diesbezüglich? Ehrlich- und nicht in Anbetracht der Freunde und Familie...
Wenn du grundsätzlich dich binden möchtest, kommt die nächste Frage: willst du dich an ihn binden? Trotz der nicht-passung bei einigen Dingen? Wie wichtig sind dir diese Dinge?

Ich kann hier nur meine Meinung schreiben aber evtl stimmt das nicht: ich denke, Du willst dich nicht von Herzen an diesen Mann binden. Du schätzt seine positiven Eigenschaften, aber es nervt einfach zu viel. Du bist dir unsicher, weil er objektiv betrachtet perfekt erscheint, Parameter passen. Aber ihr passt sexuell nicht, vom Charakter her nicht, vom Verständnis her nicht. Es geht nicht darum, den Objektiv gesehen besten Partner zu finden. Es geht darum, sich mit dem Partner wohl zu fühlen, sexuell und auch sonst Spaß zu haben, sich geborgen und verstanden zu fühlen.
 
  • #16
Dass es sexuell nicht passt, wäre für mich ein sehr ausschlaggebender Grund, denn DAS kannst Du Dir niemals woanders holen, außer Du betrügst oder versuchst, die Bez. zu öffnen (Dein Mann klingt nicht so, als wollte er das).

Deine Beziehung will, glaube ich, keine Frau geschenkt, die ein bisschen mehr im Kopf hat als "ich will aber Kinder und er ist bestimmt treu".

Das denke ich auch.
Für mich ist sexuelle Passung - also eine grundsätzliche - einfach wichtig. Sogar, wenn beide asexuell sind, ist das super, aber beide müssen da auf der gleichen Welle schwimmen. Sonst ist die Gefahr, dass sich einer trennt oder fremdgeht, einfach tausendmal höher.
Ich würde auch nie wieder mit jemandem zusammen bleiben, der von Anfang an gar nicht passt körperlich.

Hier wird ja oft gesagt, du wirst dich trennen und das dann später bereuen, weil du eigentlich nicht bindungsfähig bist. Ich finde es unverschämt, der FS das einfach so zu unterstellen. Es kann natürlich sein, denn es gibt durchaus Menschen, die aufgrund innerer Konflikte, Traumata usw. keine dauerhaften Beziehungen führen können. Aber es ist doch viel häufiger der Fall, dass ein Partner eben nicht der richtige ist und der nächste ist es aber. Nur, weil sich jemand trennt, heißt das nicht, dass er nie sein Glück in einer Beziehung finden wird. Die meisten, die ich kenne, haben sich mal von Leuten getrennt, die eigentlich gute Partner waren, aber eben nicht für diesen konkreten Menschen. Die sind jetzt auch verheiratet, haben Kinder, sind glücklich. Und denken nicht an den früheren Partner zurück mit Sehnsucht, sie hätten einen Fehler gemacht. Im Grunde kommt das doch nicht soo häufig vor, dass man Jahre später denkt, man hätte bei demjenigen bleiben sollen. Denn man hat doch meist wirklich gute Gründe für eine Trennung und überlegt sich das länger.
 
  • #17
Liebe Leute,

vielen Dank. Auf ein paar Dinge möchte ich antworten, wobei das jetzt wahrscheinlich kein sehr kohärenter Beitrag wird.


Liebe FS,

mir ist nun nicht kklar, wie Du in 5 Jahren Beziehung nicht bemerken kannst, dass es körperlich nicht passt.

Ist es nicht eher so, dass sich im Körperlichen Deine zunehmende Distanzierung von ihm ausdrückt, weil Du Kritikpunkte an ihm suchst?


Du hältst Dein städtisch-chaotisches Patchwork als Familienmodell seinem tradionellen Familienmodell für überlegen, statt zu sehen, was er hat und was Du davon auch brauchst. .


zu Punkt 1: nein es war von Anfang an so. ich habe es bemerkt. Er war nicht sehr erfahren vor mir und eine Zeit lang dachte ich, da muss noch irgendwie ein "Knoten platzen“. Dann habe ich gedacht, sobald die Fernbez vorbei ist kann man da vielleicht systematischer dran arbeiten. Aber mittlerweile bin ich mir recht sicher, dass es einfach nicht so richtig passt- wir finden keine gute Ebene. kuscheln und "alltägliche" Berührungen funktionieren.
Öffnen der Bez für meinen Freund nicht denkbar.


zu Punkt 2: Das weiß ich gar nicht, ob ich das Modell überlegen finde. Es ist mir nur vertrauter. Die "traditionelle" Version löst bei mir Stress aus. Gedanken, dass es nicht mein Ding ist, dass ich es nicht "kann". Dabei weiß ich noch genau, dass ich als Jugendliche dachte es mal "besser" machen zu wollen als meine Eltern... (Es gab mehrfach Trennungen/Umzüge und ich musste ich oft an neue Partner gewöhnen...derzeit sind beide allein aber nicht sonderlich unglücklich)
 
  • #18
Hier wird ja oft gesagt, du wirst dich trennen und das dann später bereuen, weil du eigentlich nicht bindungsfähig bist. Ich finde es unverschämt, der FS das einfach so zu unterstellen.

Komischerweise unterstelle ich mir das ja irgendwie selbst, obwohl ja auch wirklich einfach einiges nicht passt bei uns. Ich hatte schon mehrere Beziehungen vor meiner jetzigen (welche die längste ist) u habe mir glaube ich sehr früh selbst irgendwie den Stempel "Bindungsprobleme" aufgedrückt (und ja ich sehe das durchaus als Makel, daher auch danke an die Person die schrieb, nicht jeder müsse sich binden – diese Perspektive fällt mir oft noch schwer). Die Vorstellung irgendwo „gefangen“ zu sein war für mich schon immer sehr unangenehm, ohne dass ich das genauer begründen kann. Hauskauf und Heirat sind für mich eher unangenehme Gedanken, Kinder allerdings nicht. Jetzt, wo die Zweifel aufkommen sagt eine Stimme in mir „siehst du!! Da kommt der Wegrenn-Reflex. Das war ja klar!“ Und ich weiß dann nicht, was Sache ist, meine Gedanken ziehen Schleifen und ich schwanke SEHR zwischen den Extremen (zb „Es passt einfach nicht, ganz eindeutig!“ und „vielleicht brauchst du GERADE so jemanden!“).
 
  • #19
Die Leidenschaft ist weg, vielleicht war sie bei euch auch nie vorhanden?



Ein besonders leidenschaftliches Paar waren wir nie. Dafür erinnere ich mich, dass mir am Anfang seine Loyalität, Prinzipientreue, Familiensinn und Entschiedenheit imponiert haben, die absolute Abwesenheit von Zweifeln seinerseits hat mich richtig berührt- Ich fand das romantisch. Ich kannte sowas bis dahin nicht. Dass keine Spielchen gespielt werden und der andere 100% er selbst ist. ich habe noch keine einzige Nacht unruhig geschlafen aus Angst ihn verlieren zu können. (Ich weiß, es gibt keine Garantie, aber so war zumindest mein Gefühl). ich weiß, dass mir das gut tat und wahrscheinlich immer noch tut aber es kommt leider nicht gegen die Dinge an, die mir fehlen.



Es gibt in meinem Umkreis auch ein Gegenbeispiel. Da war sie immer unsicher, und kurz vor der Trennung, weil er auch ganz anders tickt als sie (ähnlich wie bei euch). Dann wurde sie ungewollt schwanger, wollte das Kind erst auch nicht bekommen, dann haben sie sich dafür entschieden und sind beide total glücklich momentan.



So einen Fall kenne ich tatsächlich auch. Die stabile Persönlichkeit des Mannes und seine ultrarationale Veranlagung plus das "sein Leben im Griff haben", Dinge auf die Reihe zu kriegen etc seinerseits war sehr wertvoll sobald Kinder da waren. Aber wie du auch schriebst, es ist einfach nicht schön u sicher auch nicht sinnvoll, an solche Entscheidungen so "berechnend" ran zu gehen.
 
  • #20
Nehmt euch Zeit für ein Gespräch, denn möglicherweise geht es ihm ähnlich mit dir.



Gespräche über eher "praktische" Punkte, wie mehr Zeit miteinander verbringen oä, funktionieren und sowas kriegen wir auch umgesetzt.

Gespräche bzgl meiner generellen Unzufriedenheit gestalten sich schwierig. Er versteht es nicht so recht u ich kann es auch schlecht erklären, irgendwie kritisiere ich ja Dinge an ihm die er nunmal nicht wirklich ändern kann.

ich leide einfach chronisch unter dieser unglaublich vernunftorientierten Sichtweise auf ALLES- oft nimmt mir das im Alltag die Euphorie u Begeisterung für Dinge und ich fühle mich so "gedämpft". Wenn alles nach Preis, Gesundheit, rationalen Gesichtspunkten kommentiert und bewertet wird. Mit Schönheit, Kunst, Musik, gutem Essen, gemütlichen Cafes etc kann er wenig anfangen. Dann schon eher Sport oder anderes, was man irgendwie messen kann...falls das Sinn ergibt.

Jemand hier das Bild von der eingehenden Primel verwendet.. so fühle ich mich. Jedoch, der Gedanke mich zu trennen bereitet mir derzeit Angst und auch Trauer und Schuld.

Euer input hat mir geholfen! Danke. Wenn ich bei Freunden oder Familie Andeutungen mache, dass ich seit längerem nicht glücklich bin oder er nicht der Richtige sein könnte, kommen ausnahmslos "Mach bloß keinen Blödsinn!!"-Reaktionen. Jedoch mache ich dort auch wie gesagt maximal Andeutungen.
 
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  • #21
Öffnen der Bez für meinen Freund nicht denkbar.
Wer das möchte, der braucht doch keine Beziehung!!! Für mich unvorstellbar, alleine der Gedanke und es wird mir schon komisch dabei!
Die "traditionelle" Version löst bei mir Stress aus. Gedanken, dass es nicht mein Ding ist, dass ich es nicht "kann". Dabei weiß ich noch genau, dass ich als Jugendliche dachte es mal "besser" machen zu wollen als meine Eltern... (Es gab mehrfach Trennungen/Umzüge und ich musste ich oft an neue Partner gewöhnen...derzeit sind beide allein aber nicht sonderlich unglücklich)
Du hattest bislang immer die unrichtigen, unpassenden und falschen Männer an deiner Seite, da du die Männer ausschließlich mit dem Kopf aussuchst, das kann niemals gut gehen, ich weiß von was ich spreche, das ist meine tiefgreifende Erkenntnis!
 
  • #22
Liebe Nachtigall2020

Theoretisch könntet ihr euch ergänzen. Wenn jeder die Eigenart des anderen schätzen und man sich ergänzen könnte.
In deinem Beitrag klingt dein Freund aber rechthaberisch und unflexibel. Es macht den Eindruck, als ob du dich seiner Pedanterie und Knausrigkeit übermässig anpassen müsstest. Oder dies von dir verlangst und ihm die Kontrolle überlässt, aber darunter leidest.
Als Paar ist man ein gutes Team, wenn man sich in gewissen Dingen ähnelt oder wenigstens gute Kompromisse findet. Auf dem Land oder in der Stadt wohnen wollen, das empfinde ich bereits als potentiell grossen Unterschied, der keine Bagatelle darstellt. Ebenso kann der unterschiedliche Umgang mit Geld zu jahrelangen, zähen Diskussionen führen.
Aber jetzt neu anfangen, auf die Gefahr hin mit dem Nächsten genauso unglücklich zu sein, oder keinen mehr zu finden (ich hätte gerne Kinder…)?
Ich kann die Risikoabwägung verstehen. Aber Angst (vor Alleinsein, vor Kinderlosigkeit) scheint mir kein ausreichend guter Grund, in einer Beziehung zu bleiben.
Ob ihr euch trennen solltet, weiss ich nicht. Aber ich würde dir raten, deine Zweifel ernst zu nehmen und dich nicht davon beeinflussen zu lassen, wer wen heiratet oder was deine Eltern denken. Auch wofür sich manche Frau den Arm ausreissen würde, sollte dich nicht kümmern. Wie du siehst, sind die Geschmäcker ja verschieden. Am Ende ist es dein Leben und dein Partner muss zu dir passen, niemandem sonst.
 
  • #23
Im Grunde kommt das doch nicht soo häufig vor, dass man Jahre später denkt, man hätte bei demjenigen bleiben sollen. Denn man hat doch meist wirklich gute Gründe für eine Trennung und überlegt sich das länger.
Sehe ich auch so. Ich denke, die, die es wirklich bereuen, sind mehrheitlich die, die es wegen einer Affäre machten. Denn so jemand wägt ja meist ab, ob er besser mit Partner oder besser mit Affäre wegkommt, und zweifelt noch weiter, wenn er sich entschieden hat.
Leute, die wegen ihrer schlechten, besser: nicht-funktionierenden Beziehung Schluss machen, wissen ja, warum, und haben nicht versucht einen besseren Alternativpartner einzutauschen, mit dem es - welch Überraschung - auch Probleme gibt.
Die "traditionelle" Version löst bei mir Stress aus.
Wundert mich nicht, weil Dein Partner ja ein schlechtes Beispiel dafür ist. Verkrampft, hölzern, oberlehrerhaft, unlustig und maßregelnd.
Gedanken, dass es nicht mein Ding ist, dass ich es nicht "kann".
Ach, das ist doch Quatsch :) Mit dem richtigen Mann willst Du doch auch zusammenbleiben. Nur hast Du Dir hier einen geholt, den Du vermutlich nach einigen Jahren nicht mehr aushalten kannst. Alles, was anfangs schon stört, wird meist Dauerthema mit Stresspotenzial.
Ich finde wichtig, sich NICHT so einen Plan, der klappen muss, zu machen. Denn ich denke, das geht auf jeden Fall schief, weil man nicht mehr drauf guckt, mit wem und wie man ihn umsetzt, sondern nur krampfig daran festhält, dass es klappen muss. Dann hat man zwar die Hülle geschaffen (und sich danach den Partner ausgesucht, der am stärksten danach aussieht, dass man die Hülle schaffen kann), und alles sieht von außen genauso aus, wie man es haben wollte, aber das Innere ist Mist.
 
  • #24
Wie hält man denn 5 Jahre schlechten Sex aus? Bei mir ist ganz schnell der Ofen aus, wenn ich merke, die Berührungen eines Mannes fühlen sich nicht gut an. Da spielt es dann auch keine Rolle, woran es liegt. Es geht einfach nicht für mich; ich müsste mich wirklich zwingen, weiter mit dem Mann ins Bett zu gehen. Es wäre quasi Selbstvergewaltigung. Die FS muss ja wirklich eine Engelsgeduld haben … oder sollte ich lieber sagen, eine enorme Leidensfähigkeit?

Und dann noch das verkopft-fantasielose, genussfeindliche und die „Erziehungsversuche“ … warum tun sich Frauen sowas immer noch an? Gesellschaftlicher Druck? Man sieht es ja hier in diesem Thread, was man sich auch heute noch anhören muss, wenn man es wagt, ein bisschen mehr vom Leben zu erwarten als (vermeintliche) Sicherheit. Da wird dann gleich wieder die "Bindungsangst"-Keule ausgepackt.

Und was die Sorge angeht, nicht mehr den Richtigen fürs Kinderkriegen zu finden: wenn die FS jetzt mit dem Mann zusammenbleibt, heiratet und eine Familie gründet, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie (spätestens) in den Vierzigern den totalen Koller bekommt von wegen: „Soll das jetzt alles gewesen sein!?“ Und wie sowas klassischerweise endet, können wir regelmäßig hier im Forum lesen. DAS solltest du deinen potenziellen Kindern nicht antun wollen, liebe FS.

Kinder sollte man nur mit jemandem in die Welt setzen, mit dem es sich wirklich richtig anfühlt. Und "quadratisch, praktisch, gut" reicht eben nicht; es muss auch auf emotionaler Ebene stimmen.
 
  • #25
Liebe Nachtigall2020

Aber ich würde dir raten, deine Zweifel ernst zu nehmen und dich nicht davon beeinflussen zu lassen, wer wen heiratet oder was deine Eltern denken. Auch wofür sich manche Frau den Arm ausreissen würde, sollte dich nicht kümmern.
Da hast du absolut Recht.ich arbeite dran. Ja, habe glaube ich die Tendenz ein people-pleaser zu sein. Aber ich glaube, die reihenweisen Hochzeiten/andere Commitments um mich herum (manche scheinen sehr glücklich, andere überhaupt nicht und gehen die schritte trotzdem) stressen mich vor allem, weil sie mich damit konfrontieren, dass ich diese Dinge nicht will oder zumindest nicht im Moment oder nicht mit dem jetzigen Partner. Es macht mir nicht direkt Druck, das jetzt auch machen zu müssen, aber es konfrontiert mich natürlich mit meiner eigenen Gefühlswelt durch die Abneigung die da in mir hoch kommt... Was vielleicht ja auch gut ist.
 
  • #26
So einen Fall kenne ich tatsächlich auch. Die stabile Persönlichkeit des Mannes und seine ultrarationale Veranlagung plus das "sein Leben im Griff haben", Dinge auf die Reihe zu kriegen etc seinerseits war sehr wertvoll sobald Kinder da waren. Aber wie du auch schriebst, es ist einfach nicht schön u sicher auch nicht sinnvoll, an solche Entscheidungen so "berechnend" ran zu gehen.
Ich muss noch dazu sagen, dass meine Freunde sehr unterschiedlich sind, aber er auf keinen Fall emotionslos, wie du das jetzt noch beschrieben hast. Er liebt seine Tochter über alles und zeigt durchaus Gefühle, Begeisterung und Glück. Bei deinem Partner klingt es richtig abschreckend für mich, eher wie ein Roboter, der alles rational abwägt.
Ich denke, manche Unterschiede können durchaus sehr bereichernd sein, wie hier einige schreiben; ich kenne auch Paare aus Intro/Extro, wo beide sich gegenseitig für ihre Stärken bewundern. Aber das ist bei euch ja nicht so. Du siehst seine Art nicht als Bereicherung, sondern als Fessel. Es müssen beim anderen schon Eigenschaften sein, die man selbst nicht hat, aber vermisst oder bewundert. Keine, auf die man gut verzichten kann.
 
  • #27
Kinder sollte man nur mit jemandem in die Welt setzen, mit dem es sich wirklich richtig anfühlt. Und "quadratisch, praktisch, gut" reicht eben nicht; es muss auch auf emotionaler Ebene stimmen.
Das kann ich nur unterschreiben.
Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, dass ich lieber Single und kinderlos bleibe, falls die einzige Alternative darin bestehen sollte, eine Vernunftehe zu führen. Mir ist bewusst, dass andere Frauen die Vernunftehe mit einem "guten" Mann vorziehen, aber so kann ich nicht leben. Ich wünsche mir entweder, dass ich die Person wirklich liebe und trotz Höhen und Tiefen zu ihr stehe. Oder, dass ich eben meine eigenen Wege gehe.
Das Risiko ist durchaus da, dass ich keinen emotional passenden Partner finde und keine Kinder bekomme. Obwohl ich Kinder mag. Ich bin darüber informiert und bleibe dabei.
 
  • #28
Gespräche bzgl meiner generellen Unzufriedenheit gestalten sich schwierig. Er versteht es nicht so recht u ich kann es auch schlecht erklären, irgendwie kritisiere ich ja Dinge an ihm die er nunmal nicht wirklich ändern kann.
Für mich glasklar, weil ihr emotional nicht zusammen paßt und das wird auch niemals geschehen, da ihr von innen zu unterschiedlich seid, nicht kompatibel seid, übrigens sind das bei allen Trennungen genau diese Ursachen, warum die allermeisten Beziehungen und Ehen nicht halten können und nicht halten!
ich leide einfach chronisch unter dieser unglaublich vernunftorientierten Sichtweise auf ALLES- oft nimmt mir das im Alltag die Euphorie u Begeisterung für Dinge und ich fühle mich so "gedämpft". Wenn alles nach Preis, Gesundheit, rationalen Gesichtspunkten kommentiert und bewertet wird. Mit Schönheit, Kunst, Musik, gutem Essen, gemütlichen Cafes etc kann er wenig anfangen. Dann schon eher Sport oder anderes, was man irgendwie messen kann...falls das Sinn ergibt.
Ganz klare Trennungsmotive!
Euer input hat mir geholfen! Danke. Wenn ich bei Freunden oder Familie Andeutungen mache, dass ich seit längerem nicht glücklich bin oder er nicht der Richtige sein könnte, kommen ausnahmslos "Mach bloß keinen Blödsinn!!"-Reaktionen. Jedoch mache ich dort auch wie gesagt maximal Andeutungen.
Guter Tipp: Du solltest mit Familie und mit Freunden über dein emotionales Beziehungsproblem nicht reden, es sind deine ureigenen Gefühle, die unverstanden sind!
Ich denke, dass Du die Beziehung beenden wirst. Und er wird aus allen Wolken fallen. Du wirst noch einige Beziehungserfahrungen machen und Dich irgendwann nach ihm zurücksehnen.
Wenn er aus allen Wolken fällt, das ist ausschließlich sein Problem, deshalb sollte man keine Beziehung halten!
Nein, FS wird sich garantiert nicht nach ihm zurücksehnen, da es gefühlsmäßig nicht passt, das können nur reine Kopfmenschen sagen, die das Gefühl von FS nicht nachempfinden konnen! Ich kenne das von mir, nur umgekehrt!
Öffnen der Bez für meinen Freund nicht denkbar.
Noch was zum Vertiefen: Wer solche Gedanken hat und Kinder haben möchte, gibt von sich somit und unbewusst die später alleinerziehende Frau/Mutter/Rolle bekannt!
 
  • #29
Ich muss noch dazu sagen, dass meine Freunde sehr unterschiedlich sind, aber er auf keinen Fall emotionslos, wie du das jetzt noch beschrieben hast. Er liebt seine Tochter über alles und zeigt durchaus Gefühle, Begeisterung und Glück. Bei deinem Partner klingt es richtig abschreckend für mich, eher wie ein Roboter, der alles rational abwägt.
hmm..also emotionslos ist er nicht. er liebt zb seine Nichten u Neffen wahnsinnig und albert stundenlang mit ihnen herum, bringt jeden verletzten Vogel zum Tierarzt und kann bei Filmen weinen. Er ist ziemlich fürsorglich, auch mir ggü (manchmal bisschen zu sehr, siehe Salz am essen..........)
Mich stört eher dass er null impulsiv ist,immer am abwägen...weiß nicht, wie ich erklären kann. kl.Beispiele aus dem Alltag (die für sich genommen nicht wirklich schlimm sind aber evtl deutlicher machen, was ich meine), er würde zb nie sagen, lass uns doch jetzt mal spontan Pizza bestellen und wir sind auch noch nie glücklich-betrunken zusammen durch die Nacht gewankt, wenn er etwas kaufen will recherchiert er wochenlang... Er ist sehr sehr kontrolliert. Ich finde liebe und fürsorge gibt es bei uns schon aber wenig Aufregung, Spontanität, Leidenschaft auch mal unvernünftig sein, Sinnlichkeit...Insgesamt war es aber eben auch nicht total furchtbar sonst hätte ich wahrscheinlich schon die Reissleine gezogen. Es ist eher eine still wachsende Unzufriedenheit.
 
  • #30
Mich stört eher dass er null impulsiv ist,immer am abwägen...weiß nicht, wie ich erklären kann. kl.Beispiele aus dem Alltag (die für sich genommen nicht wirklich schlimm sind aber evtl deutlicher machen, was ich meine), er würde zb nie sagen, lass uns doch jetzt mal spontan Pizza bestellen und wir sind auch noch nie glücklich-betrunken zusammen durch die Nacht gewankt, wenn er etwas kaufen will recherchiert er wochenlang... Er ist sehr sehr kontrolliert. Ich finde liebe und fürsorge gibt es bei uns schon aber wenig Aufregung, Spontanität, Leidenschaft auch mal unvernünftig sein, Sinnlichkeit...Insgesamt war es aber eben auch nicht total furchtbar sonst hätte ich wahrscheinlich schon die Reissleine gezogen. Es ist eher eine still wachsende Unzufriedenheit.

Es ist schade, dass du keine engen Freunde hast, mit denen du darüber reden kannst und die ihn und dich gut kennen. Mir hat sowas immer geholfen, also nicht in dem Sinne, dass die einem sagen können, was man tun soll. Aber wenn man drüber spricht, dann entwickelt man oft selbst nochmal neue Gedanken.
Dein Freund klingt wie ein guter Partner, aber perfekt wäre er wahrscheinlich für jemanden, der diese Eigenschaften eben schätzen kann. Weder wird er sich ändern, noch kannst du wahrscheinlich deine Unzufriedenheit mit seinem Charakter in dieser Hinsicht abstellen. Wenn du dich nicht überstürzt trennen willst, kannst du dir vielleicht eine Frist setzen und bis dahin auch mal mit einem Beziehungscoach oder -Therapeut reden? Oder Tagebuch führen und die guten und schlechten Dinge aufschreiben, um für dich selbst nochmal was vor Augen zu haben?
Wahrscheinlich wird dein negatives Gefühl sich einfach weiter verschärfen, bis du es nicht mehr aushältst, denke ich. Er tut mir auch leid, aber Mitleid oder Angst, niemanden mehr zu finden, sind wie hier schon gesagt wurde ja keine guten Gründe, eine Beziehung weiterzuführen... ich wünsche dir auf jeden Fall eine Entscheidung, mit der zu glücklich wirst!
 
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