• #1

Ambivalenz und Verlustangst

Guten Morgen,

Mich (w 30) quält mal wieder die innere Zerrissenheit. Die Antworten auf die Fragen:
Soll ich gehen? Soll ich bleiben?
Ist er vielleicht einfach nicht der richtige?
Kriegen wir es hin, wenn ich noch mehr Abstriche mache?
Muss es das große Kino sein, oder kann sich nicht doch was zukunftträchtiges entwickeln?
Ich finde einfach keine Antworten. Der Kopf sagt lass es. Der Bauch weiß nicht so recht und dem Herz geht die Verlustangst durch, sobald er etwas in Richtung Trennung sagt. Dann beschwichtige ich ohne Ende, nur um nicht verlassen zu werden - ganz gleich wie stark die Vernunft (geh-Appel) zuvor war...

Zum Hintergrund:
Wir sind seit einem halben Jahr zusammen. In den ersten Wochen hatte ich das Gefühl: wow, zum ersten Mal habe ich einen Mann, der so tickt wie ich. Zum ersten Mal ist ein Mann bereit, mir zu liebe Kompromisse zu machen. Zum ersten Mal geht es um das wir und nicht nur um ihn.
Das hielt leider nicht lange.
2 Monate später der erste Krach mit dem Resulatat, dass bis heute nur noch seine Bedürfnisse berücksichtigt werden.
Er sagt, er brauche Zeit für sich. Wir wohnen 5km von einander entfernt und sehen uns deshalb nur am Wochenende.
Gleichzeitig fängt er immer wieder das Thema zusammen ziehen an. Ich frage mich, wie das funktionieren soll. Wie er sich vorstellt, mit mir zusammen Leben zu können, wenn er mich nur 2 mal pro Woche sehen will...

Mir fehlen Halt, Geborgenheit, Unterstützung und Vertrauen in der Beziehung. Spontan würde ich auch sagen: dann geh halt...
Nur so einfach ist das nicht, weil mir das fast immer in beziehungen gefehlt hat.
So manches Wegrennen bereue ich etwas, weshalb ich jetzt nicht wieder voreilig Rennen will...

Seht ihr eine Chance, dass ein Mittelweg funktionieren kann?
Bei Gesprächen sagt er nur, dass er mir halt nicht geben kann, was ich brauche...
Liegt es nun an mir zu lernen damit umzugehen, oder soll ich mal wieder wegrennen - in der Hoffnung dass es vielleicht auch doch anders ablaufen kann?!

Vielen Dank für eure Denkanstöße.
 
  • #2
Hallo FS,
Du schreibst "Kriegen wir es hin, wenn ich noch mehr Abstriche mache?" und "Der Bauch weiß nicht so recht und dem Herz geht die Verlustangst durch, sobald er etwas in Richtung Trennung sagt." ... ich denke da liegt der Hund begraben. Wenn das ganze noch dazu wie ein Dejavue deiner vergangenen Beziehungen ist, dann wirst Du endlich einmal beginnen müssen an Dir zu arbeiten! So bitter diese Einsicht auch sein wird.

So wie das für mich klingt hat er nach recht kurzer Zeit schon den Respekt vor Dir verloren. Das hat er (bewusst oder unbewusst) ganz fix ausgetestet und die Grenze immer weiter ausgedehnt. Ich denke nicht das es zu spät ist, aber Du wirst Dir seinen Respekt wieder erarbeiten müssen. Im Prinzip ist das nur eine Frage wie Du dich ihm gegenüber verhältst.

Richte Dich eben NICHT ausschließlich nach seinen Bedürfnissen. Auch Du hast ein Leben und Bedürfnisse. Fordere diese ein und zwar konsequent! Und wenn er mit "Schluss machen" droht, dann sei so konsequent zu Dir und lass ihn Schluss machen. Er spielt damit um Dich im Griff zu halten, denn er hat ganz schnell deine Verlustangst mitbekommen. Bzw. das Du wohl alles dafür tun würdest das er nicht geht. Das ist dein wunder Punkt!

Wenn er meint er kann Deine Bedürfnisse nicht erfüllen, dann ist er definitv nicht der Richtige für Dich. Da nützen auch keine Kompromisse etwas, denn Du wirst Dich nie rundum wohl fühlen, da Du ständig zu kurz kommst. Wenn ihm wirklich etwas an Dir liegt und er merkt Du lässt ihn gehen, dann wird er auch einlenken bzw. endlich anfangen etwas dafür zu tun das es für beide passt. Tut er das nicht, hast Du nichts verloren was zu bedauern wäre.

M(42)
 
N

nachdenkliche

Gast
  • #3
Ich glaube, es ist sowieso egal, wie hier geantwortet wird, es kann für Dich nur ein Denkanstoß für Dich sein. Ich habe gelernt, zwar sehr spät für mein Alter (Dank Vikky) wenn es mir in der Beziehung nicht mehr gut geht, wenn ich anfange zu grübeln, wenn ich traurig werde und keine Sicherheit mehr habe, gab es einen Riss in der Beziehung und man trennt sich besser wenn alles Reden nichts bringt.

In einer guten und funktionierenden Beziehung schwimmt man auf einer Wellenlänge, es geht einem gut, muss keinen Liebeskummer haben, nimmt nach der ersten Zeit nicht mehr an Gewicht ab, verbiegt sich nicht und stellt Fragen, ohne Angst vor der Antwort zu haben.

Außerdem muss man nicht pausenlos kommunizieren, wie man hier so schön sagt, man kann sich auch totquatschen, finde ich. Sich schweigend, nicht immer, zu verstehen und wohlzufühlen, sich sicher und gehalten zu fühlen, wenn es so ist, dann ist alles gut. Sonst eben nicht!
 
  • #4
Leider passt ihr wirklich nicht so gut zusammen. Du brauchst jemanden, der ähnlich bedürftig und nachgiebig ist wie du und auch bereit ist, so krasse Sachen wie nach 6 Monaten zusammenziehen mitzumachen.
Persönlich halte ich das für viel zu früh. Da ihr euch 6 Monate nur am Wochende gesehen habt, sind das ca. 25 Wochenenden, also 50 Tage bzw. 25 Nächte. Normalerweise zieht man nicht zusammen, wenn man sich so wenig "kennt". 50 Tage sind nicht mal 2 Monate.
Objektiv: Aberwitzig
Subjektiv: krass bedürftig
Viel Glück!
 
  • #5
2 Monate später der erste Krach mit dem Resulatat, dass bis heute nur noch seine Bedürfnisse berücksichtigt werden.
Er sagt, er brauche Zeit für sich. Wir wohnen 5km von einander entfernt und sehen uns deshalb nur am Wochenende.
Gleichzeitig fängt er immer wieder das Thema zusammen ziehen an. Ich frage mich, wie das funktionieren soll. Wie er sich vorstellt, mit mir zusammen Leben zu können, wenn er mich nur 2 mal pro Woche sehen will...

Liebe FS,
ihr habt ein vollkommen unterschiedliches Nähe-Distanz-Bedürfnis. Das wird niemals zusammen passen.

Wenn er beim nächsten Mal was von Zusammenziehen erzählt, dass frag' ihn einfach danach, wie er sich das vorstellt.
sondheim hat es Dir ja wunderbar beschrieben - ihr seht Euch kaum, wie kommt er dann auf den Gedanken, mit Dir zusammenziehen zu wollen, zumal er gleichzeitig sagt, dass er Zeit für sich braucht. Einfach fragen, wie er sich das vorstellt und ihn reden lassennachfragen, wie er sich im Zusammenleben "seine Zeit für sich" vorstellt - von Deiner Seite keine Diskussion, nichts.
Viele Männer kommen gern mit solchen Sprüchen, damit die Frau ihnen nicht abhaut, aber sie meinen das nicht ansatzweise so. Wenn Du dann ihr Zielbild beschrieben haben willst, kommt Gestammel und damit weißt Du, bis auf eine Überschrift haben sie sich zu dem Thema keine Gedanken gemacht, weil sie das garnicht wollen - es soll Dich nur beschwichtigen.

Wenn nur seine Bedürfnisse gelebt werden, dann zieh' an dieser Stelle einfach den Stecker und mach' das nicht mehr mit. Er will Dich nur am Wochenende sehen - dann hast Du eben was anderes vor, gehst mit anderen aus und zwar so ziemlich jedes Wochenende.
Schau' Dir an, wie Eure Wochenenden aussehen, was davon willst Du wirklich und was wird Dir von ihm aufgedrückt?
Lass' nicht zu, dass er sich regelmäßig am Wochenende bei Dir einnistet, lass' Dich zu ihm einladen. Das ist typisch für Distanz-Männer, sie kommen lieber zu Dir, damit sie bestimmen können, wann sie gehen.
Wenn Du respektiert werden willst, darfst Du nicht bedürftig und allzeit bereit sein, sondern musst Dich durch Verhalten wahrnehmbar machen - nicht durch Genörgel.
 
  • #6
Mir fehlen Halt, Geborgenheit, Unterstützung und Vertrauen in der Beziehung. ... Nur so einfach ist das nicht, weil mir das fast immer in beziehungen gefehlt hat.
Weil Du bereits von einer Beziehung redest, wenn es für den anderen eine lockere Affäre ist. Woher sollen Halt, Geborgenheit, Vertrauen etc kommen in Eurer Verbindung? Wer so nah beieinander wohnt und kein Bedürfnis hat, sich zu sehen, hat keine Beziehung.

Nach einem halben Jahr lockerer Bekanntschaft mit Wochenendtreffen ist es maximal eine Beziehungsanbahnung. In diesem Status scheitern die meisten Versuche. Ein Fehler ist nur, ein Konstrukt, was wegen Verschiedenheit der Partner garnicht halten kann, versuchen irgendwie aufrechtzuerhalten. Bei diesen Unterschieden empfiehlt sich einen kurzfristige Trennung. Das hat mit weglaufen nichts zu tun, sondern damit, dass Du Dir immer die falschen Männer aussuchst, diejenigen die Dir nicht geben können, was Du in einer Beziehung suchst.
Ein weiteres Problem ist, dass Du von Beziehung bereits redest, wenn es diese noch nicht ansatzweise gibt.

Du bist 30. Da musst Du Dich mit dem Gedanken anfreunden, dass nicht jeder Mann ab 30+ der mit Dir Sex will, eine Beziehung sucht. Die wenigsten wollen eine Beziehung sonst hätten sie diese, sondern überwiegend "Zeit für Sich" und regelmäßig Sex mit einer Frau, die sonst nichts fordert. Die "Beziehungsmänner" sind in diesem Alter gebunden.
Wenn Du trotzdem forderst, siehst Du ja was passiert: es interessiert ihn nicht. Er macht was er will, solange Du das mitmachst und wenn Du das nicht mehr mitmachst, sucht er sich für sein Lebensmodell eine andere Frau und zwar solange, bis er keine mehr findet. Dann fängt er (45+) an zu überlegen, ob er seine "Beziehunsgverhalten" ändert oder Sex nur noch gegen Bares bekommt, bzw. sehr viel Aufwand dafür treiben muss, ständig eine neue Frau aufzureißen.

Für Dich ist eine Trennung von solchen Männern immer richtig, weil sie nicht Deinen Bedürfnissen entspricht - besser noch, solche Unverbindlichkeitsmänner von vornherein meiden. Das verlangt Selbstreflexion und Menschenkenntnis. Beides fehlt Dir, sonst würde sich das gleiche Muster in Deinen Beziehungen nicht immer wiederholen.
 
  • #7
Mich würde interessieren wie sich deine Beziehung auf dein Agieren in deinem Umfeld auswirkt. Damit meine ich nicht deine engsten Freunde, die du vielleicht befragst und mit denen du darüber sprichst. - Sondern ob & wie veränderst du dich vor Bekannten, auf Arbeit im alltäglichen Miteinander? Bist du gereizt? Unkonzentrierter im Job? Spricht man dich "darauf" an und mischt sich wertend ein? Du musst dir grundsätzlich darüber klar werden was dir besser tut: Halt, Geborgenheit und Unterstützung, oder eine leidenschaftliche, aufwühlende Liebhaberei mit ungewisser Zukunft. Falls es tatsächlich letzteres wäre: Eine Liasion wie du sie beschreibst ist oft viel besser lebbar wenn sie etwas anonymer stattfindet. Durch räumliche Distanz und/oder keine gemeinsamen Bekannte. - Das auch weil du eben keine "normale Beziehung" führst.
PS: was ich an allem was du schreibst seltsam finde ist, dass du schreibst, dass du so manches "wegrennen" bereust.?? Betreibe dahingehend Ursachenforschung. Lerne zu wissen was du willst.
 
  • #8
Dann beschwichtige ich ohne Ende, nur um nicht verlassen zu werden - Zum ersten Mal ist ein Mann bereit, mir zu liebe Kompromisse zu machen. Wir wohnen 5km von einander entfernt und sehen uns deshalb nur am Wochenende.

Mir fehlen Halt, Geborgenheit, Unterstützung und Vertrauen in der Beziehung. Nur so einfach ist das nicht, weil mir das fast immer in beziehungen gefehlt hat.

So manches Wegrennen bereue ich etwas, weshalb ich jetzt nicht wieder voreilig Rennen will...

Liegt es nun an mir zu lernen damit umzugehen, oder soll ich mal wieder wegrennen?!

Liebe Zerrissenne, wenn man deinen Post genau liest, dann gibst du dir die Antworten fast schon selbst.

Du hast eine enorme Verlustangst. Wichtig ist, dass du sie dir bewusst machst, ihre Gründe herausfindest (liegen oft in der Kindheit, auch durch nicht mehr bewusste Erlebnisse), und einen Weg findest, aus DIR heraus stark zu werden. Erkenne, dass du das, was du dir von einem anderen erhoffst (Halt, Geborgenheit, Unterstützung, Vertrauen), nur selber geben kannst und auch zuerst musst. Sonst kannst du sie auch keinem anderen geben. Du bist kein Kind mehr und stark genug OHNE einen anderen Menschen zu leben. Frage dich, was dich ausmacht, was DU willst, was deine Stärken sind und lebe das. Stelle dich zunächst mal auf deine EIGENEN Füße! Ansonsten wirst du immer wieder das Gleiche erleben, was du ja schon erkannt hast.

Insofern ist wegrennen keine Lösung, aber es geht hier um das Wegrennen vor dir selbst, nicht vor der Beziehung oder vor dem Mann. Kein Mann ist dazu da, einer Frau zuliebe Kompromisse zu machen, genauso wenig umgekehrt. Wer liebt, macht GERNE Dinge für den anderen, weil er es MACHEN WILL, nicht, um etwas dafür zu BEKOMMEN (und sei es ein „Danke“). Eure Beziehung spiegelt deine Verlustangst, dieser solltest du dich stellen. Ob du dann noch mit genau diesem Mann zusammen sein willst, wirst du sehen. Ich denke, er ist ein wertvoller Mensch in deinem Leben, um dir genau das Genannte bewusst zu machen, aber weniger der Partner, mit dem du wirklich auf Dauer glücklich sein wirst.

Übrigens sind 5 km sind ja nun absolut kein Grund sich nur am Wochenende zu sehen, 500 km wären es schon eher…
 
  • #9
Du klammerst, er will Beziehung aber individuelle Freiheit - letzteres ist auch mein Ding und mit dem richtigen Partner geht das auch.

Individuelle Freiheit bedeutet nicht ständig zu klünglen, auch mit Freunden was machen aber spannend für den Partner bleiben, dauerzusammenhocken ist der Tod jeder Bindung - es wird öde, träge, langweilig.

Wenn jemand aber rund um die Uhr dauerversorgt sein will vom Partner hat er erstmal ein Problem mit sich selbst. Er definiert sich über den Partner, wobei der Partner quasi sein Rettungsanker ist, aber wer will Rettungsanker sein, jeder will als eigenständige Persönlichkeit fungieren, auch in der Bindung und nicht verantwortlich gemacht werden für die Befindlichkeiten des andern.

Im Grunde gehört die FS in Therapie oder Selbstwert-Training.
 
G

Gast

Gast
  • #10
Wenn dir schon nach einem halben Jahr diese Gedanken kommen, läufst du nicht weg, du beendest lediglich eine Beziehungstestphase, die leider nicht zufriedenstellend verlaufen ist. Es ergibt keinen Sinn bei jemandem zu bleiben, der selbst sagt, dass er dir nicht geben kann, was du brauchst.
Ich verstehe deine Gedanken, aber sich zu quälen wird keine Verbesserung bringen, nur ein geschädigtes Selbstwertgefühl deinerseits.
Es wäre sinnvoller deine Beziehungen auf schädliche Muster abzusuchen und dich davon zu befreien, damit du passendere Männer anziehst, für die du dich nicht verbiegen musst. Das ist keine Kritik an diesem Mann, es passt eben nicht.
Auch du verdienst es glücklich zu sein.
 
  • #11
Frage eigentlich deinen jetzigen Freund, wie er sich eine für ihn die beste Beziehung vorgestellt? Er soll dir einfach nur beschreiben, was er sich wünscht, was er braucht und wenn er mit dir zusammenziehen möchte, wie er sich das nun vorstellt da ihr euch nur 2x pro Woche seht?

Erzähle du ihm dann, was du dir immer gewünscht hattest von einem Partner. Erzähle ihm, welche Gefühle für dich wichtig sind und immer waren, dass du dir Nähe, Geborgenheit Verlässlichkeit und Vertrauen wünschst und dass dir die Basis dafür fällt, ihm langfristig zu vertrauen und du ständig am zweifeln bist, ob es mit euch beiden gut kommt oder ob deine Bedürfnisse zu kurz kommen und nur die Erfüllung seiner an erster Stelle stehen.

Eine Beziehung sollte ziemlich ausgewogen sein betreffend Geben und Nehmen, beide sollten sich achten und respektieren, sich nicht zu häufig gegenseitig enttäuschen, denn damit verlieret einer die Zuneigung und die Liebe für den anderen - in diesem Fall vermutlich mehr und du wenn dein Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit zu wenig befriedigt wird.

Möglich ist aber auch, dass dein Freund selber mehr auf Distanz geht und zwar nicht, weil er dich nicht will, sondern vielleicht, weil ihm zu viel Nähe unerträglich ist und er sich dadurch ein wenig vereinnahmt - um nicht zu sagen sein Ich bedroht fühlt. Selbst wenn es so ist bedeutet das nicht das er keine Nähe und Geborgenheit braucht die Frage ist nur wie Kanne lernen die Nähe und die Geborgenheit aus etwas angenehmes und schönes zuzulassen, zu spüren und sie zu geniessen.

Das haben sehr viele Menschen eigentlich; Angst vor emotionaler Nähe, weil man dadurch sich emotional vom anderen abhängig macht und wer abhängig ist, ist auch leicht verletzlich.

Deine Fluchttendenzen "bleiben oder gehen" deuten für mich auch auf deine Angst vor emotionalen Verletzlichkeit. Wäre dein Freund sehr anhänglich und klammernd, so vermute ich wäre dir das auch zu viel Nähe und du würdest dann als erster auf Distanz gehen.

Ihr müsstet miteinander reden, weil die Beziehung zu beenden und eine neue zu beginnen bedeutet nur, das gleiche Spiel wieder von vorne zu beginnen. Das Ziel eurer frischen Beziehung wäre eine ausgewogene Balance zw. Nähe und Distanz herzustellen und nicht schon wieder, die Flucht zu ergreifen. Das würde sich ansonsten in eine Endlosschleife wiederholen.

Viel. hilft dir eine Therapie, deine Unsicherheit und Ambivalenz dauerhaft zu überwinden.
 
  • #12
Liebe Fragestellerin, was bleibt in/aus so einer "Beziehung" ist grenzenlose Traurigkeit oder sogar Krankheit und der Verlust der Leichtigkeit und des Vertrauens in einen Mann und eine Verbindung mit einem Mann. Mindestens.
Was dir geschieht ist Manipulation. Du bist eine Marionette für ihn. Weil du es zulässt!!
Werde dir bewusst, was DU brauchst, was DU willst und warte damit nicht länger, auf dich zu achten und es umzusetzen. Es ist höchste Zeit!! Denn du kennst diese "Themen" ja schon. Nun muss damit Schluss sein. Das solltest du dir wert sein. Es ist schon viel Gutes hier geschrieben worden. Nimm es freudig an! Mache dir erst einmal für eine Zeit ein schönes Leben. Und wenn es ein paar Wochen oder Monate sind. Und dann lasse nur einen Mann/einen Menschen an deiner Seite sein, mit dem es dir besser geht, als allein.
Liebe Grüße. w58
 
  • #13
Liebe FS, damit ich mir ein Bild von diesem Mann machen kann wäre es gut, wenn du uns hier schildern kannst:

1) wie alt er ist --> ab einem gewissen Alter verändert sich die Persönlichkeit Struktur eines Menschen nicht
2) wie viele ernsthafte Beziehungen er hatte und wie lange sie dauerten --> daran lässt sich erkennen, ob er überhaupt bindungswillig und beziehungsfähig (sprich: sozial kompetent) ist und
3) woran sie letztlich gescheitert sind, bzw. wer hat sie beendet er oder die Frauen --> falls es die Frauen waren und falls die Ursache nicht seine Untreue wäre, so kannst du vermutlich daraus schliessen, dass die elementaren Grundbedürfnisse dieservFrauen nicht befriedigt waren (sie verhungerten sozusagen bei ausgestrecktem Arm).

Jeder Mensch braucht eigentlich jemand anderen - auch ein typischer Eigenbrötler - doch es gibt Menschen, die nur ganz wenig emotionale Nähe ertragen können und sich alleine viel wohler fühlen und bestens alleine zu Recht kommen. Es sind insbesondere Menschen, die bereits in ihrer Kindheit sehr oft alleine und auf sich selbst gestellt waren. Sie haben menschliche Nähe, Wärme, Geborgenheit und Zuneigung kaum erfahren, so dass sie das auch nicht wirklich vermissen und auch nicht diese Bedürfnisse in sich selbst spüren und wahrnehmen.

Aus der Vergangenheit eines Menschen und insbesondere seiner Kindheit und Jugend lässt sich viel über die Persöhnlichkeit eines Menschen "herauslesen" und damit auch die Gründe für sein Verhalten im Hier und Jetzt. Die psychologischen Gründe sind aber dem Betreffenden selbst fast nie bewusst.

Lese Bücher vom Psychologenpaar Klaus und Karin Grossmann und vom Kinderpsychiater Karl Heinz Brisch über Bindung/Bindungsstile/Bindungsforschung.
Die Bindungsstile sicher und die mehreren unsicheren Bindungsstile sind nicht schicksalhaft unabänderlich. Mit einer Psychotherapie kann sich vieles bereits positiv ändern. Zuerst bei dir!
 
  • #14
Hier nochmal die FS:

Danke für eure Antworten und Denkanstöße.

Zwei Punkte möchte ich zunächst richtig stellen:
Mir geht es nicht um 24/7 Rund-um-Versorgung, sondern nur um das Gefühl einen Partner an meiner Seite zu haben. Das heißt nicht, dass man nur aufeinander klebt und nur noch im Doppelpack vorkommt.
Was mir fehlt, ist das Gefühl, dass jemand an meiner Seite ist, dass ich jemanden habe, um die schönen Dinge des Alltags zu teilen, z.B. nach Feierabend zusammen auf der Terrasse beim Grillen. All das mache ich zu 90% ohne ihn.

Er ist kein Affären-Typ. Ihm geht es nicht um unverbindlichen Sex.
Ich denke, er hat aufgrund seiner schlechten und vereinnahmenden ex Beziehungen massive Angst sich richtig einzulassen.
In der Hoffnung, dass er merkt, dass ich nicht so bin, dass er wegen mir nicht sein Leben umkrämpeln soll, habe ich versucht so wenig Druck wie möglich zu machen und somit meine Bedürfnisse hintenan gestellt.
Auf Dauer macht mich das aber unglücklich. Auf Dauer bleibe ich auf der Strecke und sitze in der Zwickmühle. Bleiben ist nicht richtig, gehen aber auch nicht.

Richtig ist mit Sicherheit, dass er nicht optimal zu mir passt.
Richtig ist aber auch, dass ich schon häufiger gegangen bin, weil es mir zu wenig Nähe und zuwenig gemeinsamer Alltag waren. Besser wurde es beim nächsten Versuch nie. Pech? Zufall? Liegt es an mir? Sollte ich versuchen mit dem zufrieden zu sein, was ist anstatt mir mehr zu wünschen?! Oder soll ich es mir einfach machen und das ganze abhaken unter dem Motto: "es hat halt wieder nicht gepasst". Ich weiß es nicht ...
 
  • #15
Hallo Du arme Zerrissene,

mein Gott...Dein Post könnte fast von mir sein (kannst ja mal in meine beiden Threads schauen...).
Ich bin in einer ganz ähnlichen Situation. Und ich hab mich (gestern Abend) erst mal für´s bleiben entschieden.

Aber auch dafür, an mir selbst zu arbeiten. Habe mir in den letzten Monaten sogar ein paar Stunden bei einer privaten Psychotherapeutin gegönnt.
Mein Ziel: herausfinden, was ICH wirklich vom Leben will. Was MICH glücklich macht. Was MEIN Sinn im Leben ist.
Und ob ich dafür einen Partner an meiner Seite brauche oder eben besser nicht.
Innerlich fühle ich mich immer noch ziemlich zerrissen- aber ich merke, dass es mir immer besser geht je mehr ich mich auf mich selbst konzentriere.

Das soll sich jetzt nicht egoistisch anhören- ich will nur endlich damit aufhören, immer alles so zu machen, wie ich denke, das es von mir erwartet wird. Dadurch habe ich mir und anderen schon viel kaputt gemacht.
Und bei Dir hört es sich ein bisschen so an, als würdest Du das auch machen!
Mit meinem Partner bleibe ich zusammen weil ich es gar nicht übers Herz brächte, ihn zu verlassen. Die positiven Aspekte überwiegen ganz einfach.

Aber ich versuche, ihn nicht mehr für mein Glück verantwortlich zu machen- sondern diesen Part selbst zu übernehmen. Mir hat auch das Buch "Liebe Dich selbst und es ist egal, wen Du heiratest" ganz gut geholfen...

Alles gute für Dich (oder Euch)!
 
  • #16
Hallo Zerrissene,

Ich fühle mich selbst zerrissen, habe auch eine Beziehung hinter mir, die ich auf Abstand gehalten habe....

Darüber war ich mir jedoch nicht bewusst, erst durch intensive Selbstbeobachtung, habe ich bei mir eine Bindungsangst erkannt!

Das Buch "Jein" von Stefanie Stahl hat mir sehr geholfen, meine Partnerschaft zu "betrachten"

Ich würde aus Deinen Erzählungen schließen, dass es bei Dir ein zu geringes Selbstwertgefühl ist und Dein Freund Bindungsängste hat!

Ich hoffe mein Kommentar kommt nicht zu spät!?


Hallo Du arme Zerrissene,

mein Gott...Dein Post könnte fast von mir sein (kannst ja mal in meine beiden Threads schauen...).
Ich bin in einer ganz ähnlichen Situation. Und ich hab mich (gestern Abend) erst mal für´s bleiben entschieden.

Aber auch dafür, an mir selbst zu arbeiten. Habe mir in den letzten Monaten sogar ein paar Stunden bei einer privaten Psychotherapeutin gegönnt.
Mein Ziel: herausfinden, was ICH wirklich vom Leben will. Was MICH glücklich macht. Was MEIN Sinn im Leben ist.
Und ob ich dafür einen Partner an meiner Seite brauche oder eben besser nicht.
Innerlich fühle ich mich immer noch ziemlich zerrissen- aber ich merke, dass es mir immer besser geht je mehr ich mich auf mich selbst konzentriere.

Das soll sich jetzt nicht egoistisch anhören- ich will nur endlich damit aufhören, immer alles so zu machen, wie ich denke, das es von mir erwartet wird. Dadurch habe ich mir und anderen schon viel kaputt gemacht.
Und bei Dir hört es sich ein bisschen so an, als würdest Du das auch machen!
Mit meinem Partner bleibe ich zusammen weil ich es gar nicht übers Herz brächte, ihn zu verlassen. Die positiven Aspekte überwiegen ganz einfach.

Aber ich versuche, ihn nicht mehr für mein Glück verantwortlich zu machen- sondern diesen Part selbst zu übernehmen. Mir hat auch das Buch "Liebe Dich selbst und es ist egal, wen Du heiratest" ganz gut geholfen...

Alles gute für Dich (oder Euch)!
 
Top