• #31
Das habe ich mich auch schon gefragt, ob Tom seiner neuen Flamme auch schon von seiner Meinung zur Monogamie erzählt hat. Wenn sie das ähnlich locker sieht, oder es mit einem charmanten Lächeln quittiert, sollte er beim Ausgehen mit seinen Buddies mit einer anderen Anbändeln und ins Bett steigen-? Oder selbst mal eben so einen Anderen vernascht? Aber klar, wer keine Beziehung hat, sich nicht aufeinander bezieht, kann auch nicht fremdgehen.
Oder es wird damit begründet, dass die Frau klammert, nicht mehr so reizvoll und charmant ist wie am Anfang-und man als wirklicher Mann eine reizende Dame doch nicht einfach so an dich vorüberziehen lassen kann.-wie auch immer, viel Lärm um nichts.
Ja Worte haben eine grosse Macht, können dem anderen das Hirn vernebeln. Es gibt viele Männer, die Meister der Verneblung sind--lass uns das Schöne genießen. ..das ist völlig in Ordnung, solange dem Gegenüber klar, um was es sich handelt und ebenfalls eine leichte freie und unverbindliche Zeit gemessen möchte, apruptes Ende und andere Frauenkontakte eingeschlossen.
 
  • #32
Das Wort Beziehungsarbeit ist für mich gruselig negativ besetzt. Ich denke da an "Beziehungsgespräche" aus meiner Jugend. Die sind immer so verlaufen, dass ich mir anhören musste, wie mängelbehaftet ich bin und was ich alles sollte und nicht sollte. Ein Graus. Wenn es um Schwächen und Unzulänglichkeiten von mir geht, wünsche ich mir Wohlwollen und Empathie und nicht eine gnadenlose Analyse mit fuchtelndem Zeigefinger. Wenn es um Unterschiede in Haltungen, Charakter oder Prägungen geht, wünsche ich mir Toleranz.

Das, was du unter Beziehungsarbeit verstehst, liebe @Lionne69, kann ich allerdings voll und ganz unterschreiben:
Man lernt sich kennen, ist bereit sich einzulassen, lässt es zu, dass der andere einen kennen lernt, will den anderen kennen lernen - seine / ihre Wünsche, Träume, Bedürfnisse.
Man lernt, miteinander umzugehen, zu kommunizieren in einer Art, dass es beide verstehen. Wo hat eine/r vielleicht Empfindlichkeiten, Eigenheiten, wie kann man Missverständnisse, Unstimmigkeiten minimieren.
(...)
Es gehört insgesamt Wertschätzung, Achtsamkeit, Respekt dazu.
Arbeit nennen würde ich das nicht. Sondern Interesse an einem geliebten Menschen, neugierig sein auf ihn, ihn so sein lassen, wie er ist, und seine Andersartigkeit als Bereicherung sehen. Das ist schön und spannend und hat nichts Mühseliges und Schweres.

Frau 50
 
  • #33
Liebe FS
Das Wort "Beziehungsarbeit" finde ich darum schwierig, weil es impliziert, dass eine Beziehung vor allem Arbeit sei. Es verleiht dem Zusammensein zweier Menschen etwas von einer strengen Pflicht.
Nun, weg von den Wortspielereien, ich finde, Beziehungsarbeit muss zu einem grossen Teil auch Arbeit mit sich selbst sein, bevor man mit dem anderen an der Beziehung "arbeiten" kann.
Beispiel (fiktiv):
Mein Partner kündigt am Samstag Nachmittag plötzlich an, er wolle heute Abend mit seinen Freunden Fussball schauen. Und ich merke, mich irritiert das. Dann ist es erst mal meine Aufgabe, heraus zu finden, was mich warum stört (z.B. dass ich davon ausgegangen bin, wir würden den Abend auch zusammen verbringen, weil sich das so eingebürgert hat, und ich nun aufgrund der Kurzfristigkeit dieser Ansage ohne Pläne da stehe). Und wenn ich klar weiss, was mich weshalb stört, kann ich was Konstruktives für die Beziehung sagen, statt mit globalen Vorwürfen oder mit passiv-aggressiver Haltung zu reagieren.
Beziehungsarbeit hat für mich auch mit dem Mut zu tun, Unangenehmes und Wahres auszusprechen. Aber ohne zu verletzen oder alles sofort ändern zu wollen. Und auch, zuhören können. Im Prinzip ist es keine Arbeit, es ist eine Haltung der Beziehung gegenüber. Auch ein Vertrauen, dass man sich gegenseitig genug mag, dass auch Konflikte überstanden werden können.
 
L

Lionne69

Gast
  • #34
Und jetzt doch mal das Zusammenbringen der beiden Threads.

Der andere Thread, das gleiche Thema arid anderer Perspektive. - Eine glückliche Beziehung will gepflegt sein, doch wie?

Da sind wunderschöne Geschichten, Beispiele.
Vielleicht sollte man dieses Wort Beziehungs"Arbeit" durch Beziehungspflege ersetzen?

Wobei für mich nicht nur die Freuden, die Wertschätzung, die kleinen Aufmerksamkeiten dazu gehört, sondern durchaus die offene und ehrliche Kommunikation.

Ich möchte es wissen, wenn ich mit meinem Verhalten meinem Partner auf den Wecker gehe - ich bin keine Gedankenleserin, Interpretieren funktioniert nicht. Da bitte Klartext.
Die Kleinigkeiten, über die heute so charmant hinweg gesehen werden, sind die Fallgruben von morgen.

Das gehört für mich durchaus zur Beziehungspflege, genau wie mal das Innehalten, sich sortieren, zu prüfen, ist alles noch stimmig.
Wo bröckelt die Bindung. Wann war die letzte Paarzeit, wann hat man das letzte mal gelacht?
Welche Träume gibt es. Welche Perspektiven, haben wir gemeinsame Ziele?

Ich lese hier zu oft
Wir hatten eine perfekte Ehe, waren glücklich, blabla, und auf einmal, aus heiterem Himmel ist er / sie gegangen.
Vielleicht zu selten über Divergenzen gesprochen, nur geschluckt und gehofft, der/ die andere müsste doch...? Statt gemeinsam Lösungen zu finden?
 
  • #35
Gott sei Dank, noch so viel Menschen an Beziehungsarbeit glauben. Die Gesellschaft hat sich so entwickelt, dass man leicht neue Partnerin findet. Jedoch sind alle Partnerschaft mit 'Herausforderung'. Zwei Personen haben meisten zwei unterschiedliche Meinungen. Es ist auch sinnvoll so. Das Leben ist nicht immer rosa. Wenn es in der Schwierigkeit geht, sollten beide mit einander bei jeder Schwierigkeit den Unterschied bearbeiten. Fehlt die Willing, ist dann die Partnerschaft vorbei. Partnerschaft bedeutet schon zusammen arbeiten.
 
  • #36
Das gehört für mich durchaus zur Beziehungspflege, genau wie mal das Innehalten, sich sortieren, zu prüfen, ist alles noch stimmig.
Wo bröckelt die Bindung. Wann war die letzte Paarzeit, wann hat man das letzte mal gelacht?
Welche Träume gibt es. Welche Perspektiven, haben wir gemeinsame Ziele?

Guten Morgen,

dem stimme ich dir zu, liebe @Lionne. Ich bin ein Freund von gemeinsamen beschnattern, wie es denn aktuell so um eine Beziehung bestellt ist und das in regelmäßigen Abständen und nicht erst, wenn es irgendwo klemmt. Ich habe das auch in meiner Familie so gehandhabt und später als AE mit meinen Kindern. Regelmäßig wurden die Dinge auf den Tisch gepackt und einvernehmlich besprochen, die unser Zusammenleben betraf. Einmal wöchentlich Beziehungshygiene und -pflege, damit man aufgeräumt das WE genießen konnte ;-)

Ich lese hier zu oft
Wir hatten eine perfekte Ehe, waren glücklich, blabla, und auf einmal, aus heiterem Himmel ist er / sie gegangen.

Das passiert, denn der heitere Himmel bietet oft Möglichkeiten, Chancen und Herausforderungen, die der Mensch mental nicht zu erfassen vermag. Wenn solche Dinge in das Leben eines Menschen purzeln, dann muss es nicht zwangsläufig bedeuten, dass die Beziehung nicht glücklich war. Es hat sich dann nur eine Möglichkeit aufgetan, noch mehr Glück, Chancen und Entwicklungspotenzial erleben zu können. Es gibt für alles im Leben Steigerungen, es wäre fatal, wenn man das, was man bisher hatte und erlebte, deswegen als schlecht zu bewerten, oder zu beurteilen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #37
'An der Beziehung arbeiten' ?
Oder 'gut gemeinte' Grenzübertritte ?
Ich muss gestehen, dass mir im Forum vieles zu nah geht.
Fühle mich nicht wohl, wenn ihr zuviel aus der aktuellen Beziehung öffentlich auf dem Tablett (gemeint ist nicht nur das Tablet) serviert.
Es ist mir persönlich angenehmer, wenn ihr aus eurem Erfahrungs-Schatz vergangener Beziehung berichtet oder es in eine lehrreiche Geschichte verpackt wird.
Mir wird unbehaglich, wenn in diesem oder anderen Thread so ganz nebenbei der Partner mal 'vorgeführt' wird und persönlichste Bereiche ausgeplaudert werden. Ihr fühlt euch vielleicht ganz locker und sicher dabei oder poliert eure vermeintliche Beziehungs-Position.
Aber jedesmal lasst ihr viel gute Kraft aus der intimen Nähe, die es nur in der Beziehung geben sollte.
Ich will nicht wissen, wann es endlich soweit war und Tom einige Stunden vor dem Beitrag die neue Flamme ins Bett bekommen hat ... und danach lockerflockig ein neues Heldentum lebt und zeitweise die Genußmittel reduziert. Ich habe schon Beziehungen hingepfeffert, wenn ich gemerkt habe, dass er bei anderen zuviel von UNS beiden in die Runde geworfen hat.
Ich will auch nicht wissen, wie die starke Vikky im Gartencenter Stress macht um einen Grill zu kaufen und mütterlich wichtigtut und der arme alte Kerl auch noch loben und lächeln muss, wenn sie ihm Schwagers und Nachbarn zusammentrommelt wie zu einem Kindergeburtstag.
Ich will nicht wissen, wenn dem Freund von Frey die Hose im Schritt genäht werden musste.
Und ich will nicht wissen, wo die Geheimnisse eurer derzeitigen Beziehung im Argen liegen.
Dafür seid ihr hier auch gar nicht mehr anonym genug. Und ich finde es furchtbar unangenehm so viel über eure Partner zu erfahren.
Und es steht euch auch gar nicht zu, solche Plaudertaschen zu sein. Findet euch wohl noch toll?
Ich wäre euch schon längst davon gelaufen und manch eine(r) hat entsetzt einen Thread in so einem Forum aufgemacht.
Wenn die das alles mitteilen wollen, dann sollen sie es selber tun.
Soviel noch zur Beziehungs-Arbeit und zum anderen Thread 'Pflege von Beziehungen' ...
 
  • #38
Allerdings dürfte sie so einige meiner Eskapaden mitbekommen haben - wir kennen uns seit 17 Jahren, verkehren teilweise im selben Umfeld. Frag mich in 3 Monaten nochmals - bisher haben wir dieses Thema noch nie angesprochen.

Man merkt richtig wie verliebt du bist. Da wird aus einer Lebenseinstellung eine "Eskapade".

Das finde ich aber recht gefährlich, für die Frau. Du hast ja mal selbst gesagt das Frauen, die sich auf Männer einlassen und dieses Thema vorher nicht abgesprochen haben, selber schuld sind und nicht traurig sein sollen, wenn der Mann nicht treu ist. Das Klingt so ein bisschen nach "Freifahrtschein".
Naja, an dieser Stelle würde ich die Beziehung pflegen, indem ich A. Das Thema anspreche; B. Treu bin; C. Bei nahender Untreue die Beziehung beende; D. Die Beziehung öffne (zumal du ja auch mal meintest, Sex und Liebe trennen zu können).
 
P

proudwoman

Gast
  • #39
Liebe @Lionne69 , wenn ich ehrlich bin, kann ich dazu nichts aus eigener Erfahrung schreiben. Ich war zwar 17 Jahre verheiratet, aber diese Ehe zeichnete sich für mich durch die Abwesenheit meines Mannes, (auch) aus beruflichen Gründen aus. Wir sahen uns im Schnitt so alle 4 bis 6 Wochen.
Wir wurden uns immer fremder. Ich hätte ihn nicht heiraten sollen, aber ich sage mir, dann hätte ich meinen Sohn nicht bekommen und er macht alles wieder wett. Auch schlechte Erfahrungen machen das Leben spannend..wenn man daraus lernt :)
Meine letzte Beziehung war ja auch eine Fernbeziehung, so dass ich glaube, Beziehung und das was es wirklich bedeutet, also der Alltag mit allem Drum und Dran, ist nichts für mich!
Wie sollte ich da lernen, wie man daran arbeitet? Den Mann aus der Fernbeziehung habe ich ehrlich geliebt, und ich dachte..naja, das ist ein guter und erwachsener Typ...Unsere Arbeit oder unser Tun war eben, dass ich ihn besuchte, bemüht war, ihn täglich abends anrief (er wollte das so, ich war oft zu müde...), gab ihm am Anfang unserer Beziehung ne Menge Geld um ihn aus der Patsche zu helfen...Ich dachte mir dann so..okay, wir lieben uns, wir helfen uns, wir teilen..DAS ist eine gute Beziehung, so macht man das! :)
Es war NICHT so, es war eine Affaire, ich habe mich geirrt. Und habe daraus hoffentlich gelernt. Beziehung ist nichts für mich, höchstens jeder in seiner eigenen Wohnung, das könnte klappen. Und dann miteinander das Leben genießen.
Gut, man sagt ja auch, dass man Trauerarbeit zu leisten hat. Vielleicht ist das der Grund, warum es für viele so negativ besetzt ist? Für mich war das so eine richtig fiese Arbeit über ihn hinweg zu kommen. Die Spuren sieht man mir wahrscheinlich jetzt noch an...Aber mir geht es gut jetzt liebe Lionne!
 
  • #40
Einen wunderschöner Sommertag wünsche ich euch...

Den hatte ich in einer ganzen neuen Hütte in den Bergen - Danke :)

Ich glaube auch hier wieder geht es wie im Parallelthread um Wortglauberei. Ich denke nicht, dass mit dem Wort Beziehungsarbeit tatsächlich Arbeit im klassischen Sinne gemeint ist. Ich sehe es wie neverever. Ein bisserl sähen und gießen und das zarte Pflänzchen wächst zur stattlichen Pflanze. Beziehungsarbeit in dem Sinne wäre eher so eine Art Hobby. Wir eben das Garteln auch. Dann ist es entspannt und führt zu einem angenehmen "Ergebnis" - nämlich dem Fortführen der Achtung böses Wort: Beziehung.

Ich denke viel tun muss man nicht, solange es läuft. Die Frage ist eher, wann man erkennt das es läuft und ab dem Zeitpunkt heißt es den "Pflegebedarf" zu erkennen und entsprechendes umzusetzen.

Aber nochmal zur Wortglauberei - früher und heute:

früher: schlecht - heute: gut
früher: gut - heute: sehr gut
früher: sehr gut - heute: super
früher: super - heute, sehr sehr super

Also es wird noch positiv geredet, egal wie schlecht etwas ist und konstruktive Kritik wird bereits als beleidigend empfunden. Da liegt der Hase teilweise im Pfeffer. Das ist sicherlich meine subjektive Empfindung. Ich zumindest entferne mich von Immerschönrednern, die die Wahrheit verbiegen. Optimismus in allen Ehren und auch positives Denken. Aber irgendwann ist Schluss. Ich finde gerade es vom verliebten Tom und von Lebens-lust schon fast befremdlich wie sie das sehen. Im Umkehrschluss habe ich aber auch bereits festgestellt, wenn ich dann mal nicht männlich genug auftrete, dass ich schon wieder langweilig und uninteressant war.
Daher plädiere ich schon lange (wir hatten es schon mal davon) für das Schulfach "Kommunikation". Einfach um den Umgang damit zu lernen und auch andere verstehen zu können.

M 47
 
  • #41
Beim lesen von @Lionne69 ´s Beitrag bemerkte ich, dass dies in meinem Leben mehr oder weniger so war. Ich hatte zwei Beziehungen. Eine sehr sehr lange >25 Jahre und eine < 5 Jahre. In der ersten hat genau all das gefehlt was @Lionne69 aufzählt. Ich behaupte jetzt einfach mal vereinfacht, dass meine damalige Frau und ich es einfach verpasst haben diese Dinge Gemeinsam zu erlernen. Am Ende war uns beiden mehr oder weniger bewusst, dass es ziemlich genau an diesen Dingen lag, warum man sich hat gehen lassen und es so zum aus kommen musste. Wir hatten es einfach nicht gelernt. Warum auch immer. Bei der letzten Beziehung war das völlig anders. Da gab es all diese Dinge, man hatte ja etwas aus der Vergangenheit gelernt und wollte es besser machen. Hat leider auch nicht geklappt aber das aus anderen Gründen. Ich glaube auch. Geht man in eine Beziehung ein und kann behaupten das man dies möglichst ohne Schwerwiegende Altlasten macht. Dann sind die von Lionne beschriebenen Grundlagen eine Richtig gute Basis. Eine Garantie gibt es nie das weiß wohl jeder. Aber es ist eine Echte Chance eine sehr sehr lange und gute Zeit miteinander verbringen zu dürfen.
m46
 
  • #42
Ich will nicht wissen, wann es endlich soweit war und Tom einige Stunden vor dem Beitrag die neue Flamme ins Bett bekommen hat ... und danach lockerflockig ein neues Heldentum lebt und zeitweise die Genußmittel reduziert. Ich habe schon Beziehungen hingepfeffert, wenn ich gemerkt habe, dass er bei anderen zuviel von UNS beiden in die Runde geworfen hat.
Ich will auch nicht wissen, wie die starke Vikky im Gartencenter Stress macht um einen Grill zu kaufen und mütterlich wichtigtut und der arme alte Kerl auch noch loben und lächeln muss, wenn sie ihm Schwagers und Nachbarn zusammentrommelt wie zu einem Kindergeburtstag.
Ich will nicht wissen, wenn dem Freund von Frey die Hose im Schritt genäht werden musste.
Und ich will nicht wissen, wo die Geheimnisse eurer derzeitigen Beziehung im Argen liegen.
Dafür seid ihr hier auch gar nicht mehr anonym genug. Und ich finde es furchtbar unangenehm so viel über eure Partner zu erfahren.
Und es steht euch auch gar nicht zu, solche Plaudertaschen zu sein.
Du kannst doch überlesen, was du nicht lesen magst. Oder ?
Wir alle, die du hier genannt hast, haben nichts intimes ausgeplaudert. Da ziehen wir nämlich alle 3 die Grenzen, die wir nicht überschreiten. Jeder auf seine Weise. Oder?
Wenn @Vikky den halben Baumarkt einspannt, um ihrem Freund ein grosszügiges Geschenk zu machen, dann ist das eine Handlung in der Öffentlichkeit. Haben genug Fremde mitbekommen müssen - alleine der Verkäufer, der Fahrer, Leute an der Kasse ....
Wenn @frei mit ihrem Freund öffentlich über die alte Jeans spricht, wenn Tom mit einer neuen Frau aufkreuzt - dann sind das alles Handlungen, die in der Öffentlichkeit stattfinden und keine Geheimnisse aus dem Hinterzimmer sind. Oder dem Schlafgemach.
Schutz der Intimsphäre ist wichtig und gut - aber ein wenig öffentlich dargestellter Stolz auf Frau oder Mann an der eigenen Seite ist auch Ausdruck der Wertschätzung einer ganz bestimmten und wichtigen Person.
 
  • #43
Liebe Lionne,
habe hier sehr lange nicht reingeschaut und nun gesehen, dass du nach wie vor eine der fleißigsten, gründlichsten, aufmerksamsten Beziehungsarbeiterinnen hier im Forum bist - wer hier Rat sucht, kann sich auf offene, ehrliche, wertschätzende Weise in seiner Not einen Augenblick von dir gehalten fühlen. Ich glaube, dass du mit der "Arbeit", die du hier nahezu täglich verrichtest, auch die eine oder den andere erreichst, aber du weißt es nicht. Nur in den seltensten Fällen kommt eine Rückmeldung aus dem anonymen Off. Und so ist es irgendwo auch verwunderlich, dass du so viel arbeitest, eigentlich für "nichts" - solche Art der unausgewogenen Arbeit ist im realen Leben auch nicht selten ; man astet sich ab, aber eigentlich kommt nichts zurück und daran gewöhnt man sich - vielleicht ist man es so gewohnt, weil man es von Kindesbeinen nicht anders kannte. Wenn nichts zurück kommt, ist alles "Arbeiten" aber auch eine endlose Selbstbespiegelung - du schreibst, dass auch im Forum Beziehungen gepflegt werden - ja, das ist richtig, aber es sind Als-ob-Beziehungen von Bildschirm zu Bildschirm. Ich kann sehr viel anfangen mit allem, was @Samtina dir und anderen "hauptamtlichen" Foristen schreibt - mal von der unglücklichen Pferdemetaphorik abgesehen. Aber Samtina sagt dir etwas wichtiges, und du wischst es weg: bei aller nach außen ins Off gerichteten Beziehungsarbeit bist du nicht frei für einen Partner, der dir echte Nähe geben könnte, denn du gibst sie selbst (noch) nicht. Deine Reflektiertheit zeichnet dich aus - aber echte Nähe ist nicht in Netzbeziehungen zu finden und zu geben. Mir scheint, du stopfst hier ein Gefühl der Leere durch "Arbeit" und schreibst dich um die Nähe für die du so gern arbeiten willst...
 
  • #44
Du hast an anderer Stelle geschrieben, dass Du Klartext willst. Die Waffen einer Frau sind hintenrum-zum-Ziel-kommen, manipulieren und Mädchen- bzw. schwache-Frau-Getue, aber auf keinen Fall Klartext. Das ist ein Widerspruch, den keine Frau lösen kann. Und wenn Du eine Frau als Freundin hast, die solche Waffen einsetzt, darfst Du Dich, falls Du in fortgeschrittener Beziehung gerade mal keinen Bock hast, schon wieder auf ihr Unwohlsein einzugehen, nicht wundern, wenn es sich dann als Genörgel äußert. Denn: Wenn was so formuliert ist, als hätte sie DEIN Bestes im Sinn, es aber meint, dass sie es für SICH SELBST will, dann stört das ja weiterhin, was Du tust, auch wenn Du für Dich entscheiden willst, dass Du z.B. nicht zu viel rauchst. Ist ja Deine Gesundheit.

Du hast ja mal selbst gesagt das Frauen, die sich auf Männer einlassen und dieses Thema vorher nicht abgesprochen haben, selber schuld sind und nicht traurig sein sollen, wenn der Mann nicht treu ist. Das Klingt so ein bisschen nach "Freifahrtschein".
Für mich klingt es wie "selber schuld, wenn du von Treue ausgehst". Du, lieber Tom, hast außerdem auch mal gesagt, dass Du es selber ansprichst, dass Du nicht treu sein wirst. Deswegen: Ich würde das Thema durchdenken und mir überlegen, was ich mache, weil Du sonst im Fall der Fälle Deine Beziehung selber kaputtmachst.
 
  • #45
Die Waffen einer Frau sind hintenrum-zum-Ziel-kommen, manipulieren und Mädchen- bzw. schwache-Frau-Getue, aber auf keinen Fall Klartext.
Eine nörgelnde Frau löst ganz andere Gedankengänge aus als eine Frau, die mit Charme (und den Waffen der Frauen) daran erinnert, dass SIE sich wohler fühlen würde
Vielen Dank, @Tom26 , für das Statement und @void für die weiterführende Übersetzung. Das ist sehr aufschlussreich. Hab das irgendwo vermutet, aber es so deutlich zu lesen, ist nochmal was anderes.

Ich hatte ja beim Einstieg in dieses Forum herbe Probleme mit der besten Freundin meines Partners, die eindeutig eine Charme-Frau ist, während ich eher die Klartext-Fraktion bediene. Das Problem ist mittlerweile gemindert, jedoch erklärt sich mir meine damalige Erfolglosigkeit hier noch einmal im Nachgang.

Fazit für mich: Das sind offenbar die Regeln, und wir können sie nicht beugen oder brechen, sondern müssen uns daran halten. Das charmante Manipulieren erlernen, wenn wir es nicht bereits beherrschen. Offenbar ist diese Vorgehensweise sehr viel erfolgsträchtiger als jegliche "Beziehungsarbeit". Irgendwie ein fader Beigeschmack, aber so ist es wohl.
 
  • #46
Vielen Dank, @Tom26 , für das Statement und @void für die weiterführende Übersetzung. Das ist sehr aufschlussreich. Hab das irgendwo vermutet, aber es so deutlich zu lesen, ist nochmal was anderes.
Nein, ihr 2, ihr habt etwas grundlegend falsch verstanden.
Klartext und mit Charme schliesst sich doch nicht aus - während Genörgel meist nicht Klartext ist.
Am Beispiel mit dem Müll:
"Nie bringst du den Müll runter, immer muss ich dir das sagen" das ist Genörgel und alles andere als Klartext.
"Tom, der Müll läuft über - kannst du mal eben ..." ist die selbe Frage mit Charme geklärt. Dazu Klartext, der Eimer ist voll.

Wenn für euch beide das Genörgel "Beziehungsarbeit" ist, dazu dann vielleicht noch eine sich anschliessende, nervtötende Diskussion um den Müll dazu gehört - dann braucht ihr euch doch wirklich nicht zu wundern, dass Tom (und nicht nur er) keinerlei Lust auf "Beziehungsarbeit" hat, da er ja die charmante Dame kennt.
Das Lästige ist nämlich nicht, mal den Müll runter zu tragen - sondern die Diskussion drum herum.
Prinzipiell liegt nämlich das Rezept von @Lionne69 gar nicht soweit weg von meinem - miteinander reden inkl. zuhören, dem anderen eine Freude bereiten, gemeinsame Unternehmungen. Der Unterschied ist: ich instrumentalisiere nicht. Meine Gedanken kreisen nicht um eine "Beziehung" - ich denke an mein Mädel. Wir nehmen uns keine "Paarzeit" - wir essen miteinander, lachen und reden dabei. Wir gehen aus, spazieren, Cabrio fahren oder schauen einen Film - einfach so, weil wir das schön finden. Und jeder kann für sich, mit seinen Freunden etc was unternehmen, ohne dass man daraus eine Diskussion machen muss.
Ich verstehe die Menschen nicht, die im Urlaub ihre Betten selber machen - und ich verstehe auch nicht, warum ich die kostbare Zeit mit meiner Freundin mit "Beziehungsarbeit" verschwenden soll.
 
  • #47
"Nie bringst du den Müll runter, immer muss ich dir das sagen" das ist Genörgel und alles andere als Klartext.
Hehe, das kommt darauf an... Wenn der betroffene Mann den Müll immer wieder stukt und stukt, damit sein Müll noch reingeht, und er drauf wartet, dass die Frau den nun endlich mal runterbringt, weil er sich nicht zuständig fühlt, ist das schon Klartext, was Du formuliert hast.

Wenn für euch beide das Genörgel "Beziehungsarbeit" ist
Genörgel ist für mich keineswegs Beziehungsarbeit, wie kommst Du darauf? Genörgel ist was, das man immer wieder macht und sich nie was ändert. Das wäre mir zu viel Stress, irgendwas jahrelang wieder und wieder zu benörgeln. Ich rede eigentlich schon immer Klartext und ja, auch so, wie Du Charme definierst.

dann braucht ihr euch doch wirklich nicht zu wundern, dass Tom (und nicht nur er) keinerlei Lust auf "Beziehungsarbeit" hat, da er ja die charmante Dame kennt.
Ich hatte noch nie hier irgendwo geschrieben, dass mein Ex keine Lust auf "Beziehungsarbeit" hatte?! Den musste man auch nicht benörgeln, der wollte, dass die Beziehung läuft, so wie ich das auch wollte. Das Problem, das Du bei Frauen siehst, ist nicht meins.

Das Lästige ist nämlich nicht, mal den Müll runter zu tragen - sondern die Diskussion drum herum.
Glaub mir, die Frau, die das dem Mann, der darauf wartet, dass sich die Frau drum kümmert, wieder und wieder sagen muss, geht die Diskussion auch auf den Nerv. Wenn er Erfolg hat, hört sie irgendwann auf zu "nörgeln" und macht es in Zukunft allein. Männer, die sich so anstellen, kenne ich auch. Aber sie trennen sich ja nicht, also der Mann erträgt erst den genörgelten und dann den stummen Vorwurf und die Frau den Mann, der sich absichtlich doof anstellt, damit er seine Ruhe hat. Aber das ist nicht weg, ihren Frust über ihn äußert sie dann mit anderen Abwertungen.

Beziehungsarbeit macht man ja nicht, weil einem langweilig ist. Also wegen Zeitverschwendung. Wo kein Problem, da keine Arbeit nötig.
 
  • #48
Das sind offenbar die Regeln, und wir können sie nicht beugen oder brechen, sondern müssen uns daran halten. Das charmante Manipulieren erlernen, wenn wir es nicht bereits beherrschen. Offenbar ist diese Vorgehensweise sehr viel erfolgsträchtiger als jegliche "Beziehungsarbeit". Irgendwie ein fader Beigeschmack, aber so ist es wohl.
Aber ist die charmante Methode denn wirklich Manipulation im Sinn von "Falschheit"? Oder umgekehrt, ist "Klartext" nicht oft ein Euphemismus für "Axt im Walde"?

Und außerdem: Ist man der "charmanten. Methode" gegenüber denn nur in Beziehungen aufgeschlossener?

Ich kann da aus eigener Erfahrung eine Anekdote zum Thema "Du rauchst zu viel" beisteuern:
Bis vor einigen Jahren war ich starke Raucherin, und in Gegenwart einer bestimmten Bekannten rauchte ich bemüht wenig, weil sie öfters betonte, dass das Rauchen gar nicht zu mir passen würde, weil ich "so ein frisches, hübsches Gesicht" hätte und selbst sie als Nichtraucherin neidisch auf meinen jugendlichen Teint sei, und diesen Vorteil solle ich doch nicht aufs Spiel setzen.
In meiner Raucherzeit habe ich selten so gut gelaunt so wenig geraucht!

Von Winston Churchill stammt die Aussage, dass Diplomatie die Kunst sei, jemandem so zu sagen, dass er zur Hölle fahren solle, dass er sich auf die Reise freut.
Und dann gibt es noch den Postkartenspruch "Die kluge Frau folgt ihrem Mann, wohin sie will".

Ich glaube, wenn man das im Kopf behält, kann man sich manch mühselige "Beziehungsarbeit" ersparen.
 
L

Lionne69

Gast
  • #49
...
Prinzipiell liegt nämlich das Rezept von @Lionne69 gar nicht soweit weg von meinem - miteinander reden inkl. zuhören, dem anderen eine Freude bereiten, gemeinsame Unternehmungen. Der Unterschied ist: ich instrumentalisiere nicht. ....

Vielleicht liegen wir noch näher in den Haltungen.
Gerade bei Paarbeziehung denke ich genauso, es müsste leicht und locker gehen, selbstverständlich. Und das tut es - am Anfang. Was da nicht leicht ist, wird nicht besser.
Instrumentalisierung - also als "wir müssen Beziehungspflege betreiben - will ich nicht.
Aber - ich denke, dass eine gute Partnerschaft keine Selbstverständlichkeit ist, sonst kämen hier nicht so oft die Fragen. Daher die Frage, wie kann gute Partnerschaft entstehen.
Wie sieht eine gute Basis aus - das Kennenlernen, ich muss mich einlassen.
Ebenso wie der Abgleich bei zunehmendem Kennenlernen ob die Schnittmenge groß genug ist - @manchmal thematisiert nach fast einem Jahr die Einstellung zu Treue?
Ich möchte den Weg finden zwischen der sich verlierenden Selbstverständlichkeit, wenn man eben nicht mehr zusammen lacht, und der Nörgelei - da gehe ich auch.

Wie kommuniziere ich in einer Partnerschaft, wie pflege ich diese, wie entwickle ich diese -
Oder soll es das Ziel sein, Mann - Frau begegnen sich, Wolke7, und wenn das Schweben nachlässt, Aus, Ende, Next please?
Mich haben die Gedanken zu diesem Thema interessiert.
Einerseits weil es im Forum immer wieder aufschlägt, andererseits weil ich für mich einiges lernen möchte.

@Melusine,
Danke, ich nehme es wertschätzend.
Allerdings, nein, das hier ist nicht mein Ersatz für die reale Welt.
Es ist eine Ergänzung - bereichernd, nachdenklich, dankbar machend, interessant, weil es mir andere Sichtweisen, Erfahrungen zeigt. Ich lese und schreibe hier gerne. Das reduziert aber nicht meine Präsenz in der Realität.

Aufmerksamkeit, Mitgefühl, Nähe, virtuell, real gebe ich, wo ich mag, so intensiv ich mag und mir gut tut, meine Grenzen kenne ich.
Hier zu schreiben, schmälert nicht die Kapazität Nähe, reale, geben zu können, genauso wenig wie die Liebe zu meinen Kindern mich trotzdem fähig macht, einen Partner zu lieben.
Nähe geben, Zuneigung, Liebe sind für mich nicht quantifizierbar und begrenzt.

Real war früher Raum für einen Partner, und wäre es wieder, wenn es stimmig ist, wenn mir dieser Mann begegnet.
Dieser Raum schafft sich dann ganz von alleine, ganz selbstverständlich.
So wie jetzt im Alltag mein Tag gut gefüllt ist mit den verschiedenen Qualitätszeiten, und sich dann trotzdem der zeitliche Raum für Partnerschaft ergeben würde.
Ob ich gerade dafür offen bin? Ich denke, es findet sich, wenn es sich finden soll.
Warum diese Rückschlüsse auf mein reales Leben gezogen werden, verstehe ich nicht.
 
  • #50
Mich haben die Gedanken zu diesem Thema interessiert.
Mich interessieren sie immer noch - und ich teile dir meine Gedanken gerne mit:
Für mich liegt sehr viel an den Fähigkeiten, Freude zu empfinden, Zufriedenheit gefunden zu haben, glücklich sein zu können und auch mal pragmatisch bis fatalistisch sein zu können.
Klingt trivial und einfach - aber wenn ich an meine Ex denke - die konnte einfach nicht glücklich sein. Hat sie die schwarze Lederjacke gekauft, hat sie sich daheim geärgert, nicht die rote gekauft zu haben. Sie hat immer den Fehler gesucht, wollte immer das, was sie gerade nicht hatte. Und das war so anstrengend, dass auch bei mir irgendwann die Freude weg war. Nichts war gut genug - das hat nicht zu mir gepasst. Eine tolle Frau, ich bereue auch keine Sekunde mit ihr, wir verstehen uns immer noch sehr gut - aber zuviel ist manchmal auch nicht gut. Und immer perfekt ist mir zu anstrengend.
Jetzt sind Glück, Freude und Zufriedenheit zurück. Weil eben nicht alles auf Fehler untersucht wird, nicht alles hinterfragt wird, dankbar genossen wird, was das Leben alles bietet. Und hingenommen wird, was halt so ist. Kann es so einfach sein ? Wir beide hoffen es - haben diese Zeilen teilweise gemeinsam verfasst und freuen uns auf einen sonnigen Tag und ein schönes, langes WE - was wir euch auch wünschen.
 
T

Toi et moi

Gast
  • #51
Ich habe nicht alle Beiträge gelesen aber ja, Du hast Recht, man sollte an eine Beziehung arbeiten aber dazu müssen beide Bereitschaft zeigen. Leider habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass die Bereitschaft sehr oft einseitig ist. Die Frauen sprechen die Probleme an und die Männer denken, aha sie hat wieder ihre Tage. Vielleicht ist es auch etwas wahres daran. Wer weiß. Letztendlich kann man die Menschen nicht viel ändern, weil viele unsere Merkmale in unserem genetischen Erbgut verankert sind und man kann auch nicht viel ändern. Ich denke am Ende bleibt einfach nur akzeptieren oder gehen.
 
  • #52
Letztendlich sind sich ja die meisten einig:
Wenn beide sich wohlfühlen, dann fühlt es sich nicht nach Arbeit an.
Wenn man sich nicht wohlfühlt und Dinge ändern möchte, auch an sich...dann arbeitet man daran.
Und manchmal arbeitet man auch an sich, in einer Beziehung oder eben auch, wenn man keine hat.
Und sich hier auszutauschen ist hilfreich und vielleicht auch "Arbeit ".
Denn ich zb reflektiere mich dabei selbst und kann das gerade gut, wenn hier persönliche Beispiele genannt werden.
Beträge die sehr psychologisch sind etc berühren mich persönlich nicht.
Ich kann mit der Hose mehr anfangen als mit dem Ross...denn ich habe gemerkt: den Spruch über die Hausschuhe hätte ich mir sparen können.
Ich schreibe hier auch schon länger mit, in der Zeit wo ich keinen Partner hatte aber dringend aus Fehlern lernen wollte oder jetzt wo ich in den Anfangsmonsten bin.
Und ja, ich habe zu einigen Foristen hier eine Art Beziehung aufgebaut...den ein oder anderen hätte gerne mal erdolcht oder geknuddelt.
Die Sichtweise...jede Jeck is angersch...Habe ich hier besser erlangt als in vorherigen Partnerschaften.
Zu Schreiben habe ich noch nie als Arbeit empfunden, dass was ich daraus für mich gezogen habe eher schon.
Und wer @Lionne69 über eine längere Strecke hier begleitet, hätte auch genug Argumente die gegen ein Flucht aus dem Paarleben sprechen...Wenn man alles und nicht nur Auzüge liest.
Zu lernen, dass man sich abarbeiten an einem anderen, weil sie wichtig für einen selbst sind und nicht für andere ist eine Sache.
Hier empfinde ich es gar nicht als Arbeit sondern es macht mir Spaß und bringt mir einiges.
 
  • #53
Wenn für euch beide das Genörgel "Beziehungsarbeit" ist, dazu dann vielleicht noch eine sich anschliessende, nervtötende Diskussion um den Müll dazu gehört - dann braucht ihr euch doch wirklich nicht zu wundern, dass Tom (und nicht nur er) keinerlei Lust auf "Beziehungsarbeit" hat, da er ja die charmante Dame kennt.
Genörgel ist für mich gerade nicht "Beziehungsarbeit".
Ist mir ein Rätsel, wie Du das denken kannst, dass ich das damit meine. Es geht ums Wahrnehmen und Bemühen um ein Problem von BEIDEN, weil ja irgendwas, das die Partnerschaft stört, auch beide betrifft. Wenn nichts kommt, obwohl man es schon ein paar mal angesprochen hat, wird die Kritik vielleicht auch von manchen Frauen nicht mehr so verständnisvoll formuliert.
Das Beispiel mit dem Müll ist gut, falls der Mann jeweils drauf wartet, dass sich die Frau um den Müll kümmert und nie ohne Aufforderung selber einen Handschlag tut. Er wohnt ja auch dort, geh ich mal von aus, und weiß, wann die Mülltüte voll ist. Warum muss die Frau das also immer sagen? Nach dem fünfzigsten Mal wird sie das nicht mehr so nett formulieren, denke ich.

ich verstehe auch nicht, warum ich die kostbare Zeit mit meiner Freundin mit "Beziehungsarbeit" verschwenden soll.
"Beziehungsarbeit macht man nicht, weil einem langweilig ist oder man nach irgendwas sucht, sondern weil ein Problem aufgetreten ist und man, wenn es einen selbst betrifft, es irgendwie ansprechen muss, oder wenn der andere es angesprochen hat, überlegen muss, was man tun kann. Wenn einem die Beziehung kostbar ist.

Meine Gedanken kreisen nicht um eine "Beziehung"
Wenn man eine Beziehung führen will, liegt einem ja was an deren Erhalt. Dh. man lässt sie nicht los, wenn Probleme auftreten, sondern muss drüber nachdenken, ob diese zu lösen sind oder nicht und damit die Beziehung nicht passt.

Ich finde es völlig gleichgültig, ob man es "Beziehungsarbeit" nennt oder "Beziehungspflege" oder sonstwie. Ich versteh zwar, dass das Wort "Arbeit" für manche Menschen nach "kein Vergnügen" klingt, vielleicht, wenn sie einen Job haben, den sie nicht mögen, oder mehr der inaktive Typ sind, der nicht gern was tut, aber eigentlich finde ich es albern, sich am Wort festzuklammern, weil man eine Beziehung FREIWILLIG eingeht und alle Unannehmlichkeiten sofort los ist, wenn man die Beziehung wieder auflöst. Will man sie erhalten, steckt man auch gern Energie hinein dafür. Wer Angst davor hat, macht eben Schluss, wenn es Probleme gibt oder geht erst gar keine Beziehung ein, sondern hat wenndann Affären. Es steht doch keiner mit der Waffe da und fordert, der andere soll gefälligst an der Beziehung arbeiten. Wer von vornherein ausschließt, sich um die Beziehung kümmern zu wollen, wenn es ein Problem gibt, halst die Lösung und Kompromissfindung komplett dem Partner auf. Oder er findet einen Partner, der so perfekt zu ihm passt, das nie Probleme auftreten.
 
  • #54
Hallo ihr Lieben,

Beziehungsarbeit hin und her, mir fehlt die Leichtigkeit, der Humor.
Sehr oft steckt doch der übliche Geschlechterk(r)ampf dahinter und dann wird Beziehngsbemühen,oder was auch immer, zur Arbeit mit Mühlensteinen, die man hinter sich herzieht. Oft fängt es schon beim sezieren von Kleinigkeiten an und wird zur Lawine, die das überdeckt, was eigentlich zum tragen kommen sollte. Aus Prinzip und überhaupt, tackert man sich fest. Nachsicht, Verständnis, sich mal zurücknehmen können, verbietet schon die Emanzipation und wird zugleich als Schwäche ausgelegt. So wird es ein ewiges Gerangel um Gleichberechtigung, Aufrechnen und Hin- und Herschieben von Zuständigkeiten bleiben und das ständige Fragezeichen wer zu viel, zu wenige macht, im Raum schweben.
Förderlicher wäre, Beziehungsarbeit zu verlegen. Auf das, was gut und schön ist, dann erübrigt sie vieles von ganz allein,
 
  • #55
Die Tiefenpsychologische Arbeit mit Arche-Typen, Naturgeistern oder Wesenheiten ... wirkt ja genau dann, wenn man sie nicht mit dem Verstand 'erfassen müssen' kann.
Wenn ich spüre, dass jemand in einem Thema drinsteckt - obwohl intelligent und emotianal gereift anderen zu helfen - selber aber nicht aus dem 'Eingemachten' kommt.
Und das Pferd in diesem Menschen hat die Kraft, den verfahrenen Karren wieder auf neue Wege zu bringen.
Dieses Pferd macht sicherlich seine Arbeit - auch und gerade dann - wenn man sich daran 'reibt' ... sehr Animus-betonte Frauen
oder Männer, die erst wieder lernen müssen, den inneren Garten behutsam zu beschauen, sprich der eigenen Anima zu lauschen und Raum zu geben ... werden Archetypen wie z.B. Hund & Pferd & Garten sicher in die eigene Tiefe begleiten. Auch ist die Wahl des Baumes mehr, als es im äußeren scheint. Ebenfalls ein archetypischer Spiegel und ein Energiefeld der kommenden Jahrzehnte.

Doch anstatt hier zu disputieren und Worte zu verschwenden möchte ich mich lieber dem echten einfachen Leben zuwenden, mit seinen alltäglichen Wundern. Es gibt so viel, auf was wir derzeit achten und schauen sollten ...

Die Formulierungen der Fragen, sagen immer am deutlichsten, wie es um die Fragesteller bestellt ist.
 
  • #56
Wenn für euch beide das Genörgel "Beziehungsarbeit" ist, dazu dann vielleicht noch eine sich anschliessende, nervtötende Diskussion um den Müll dazu gehört - dann braucht ihr euch doch wirklich nicht zu wundern, dass Tom (und nicht nur er) keinerlei Lust auf "Beziehungsarbeit" hat, da er ja die charmante Dame kennt.
Ich frage mich, wie du zu diesem merkwürdigen Schluss kommst.
Kann verstehen, dass du deine Dame nicht in einem Zuge mit "Manipulation" in Kontext hören möchtest und deswegen etwas um dich schnappst. Aber gerade @void ist hier nun wirklich nicht der Inbegriff der weiblichen Nörgelei.

Für mich ist weder Genörgel Beziehungsarbeit, noch möchte ich mich alle 4 Wochen regelmäßig mit meinem Partner an den Tisch begeben, um Probleme auszudiskutieren. Bin da sehr bei @Lionne69 und ihrer Definition. Im Vordergrund stehen Achtsamkeit und Respekt.

Zum Respekt gehört für mich auch, nicht schönzuquatschen. Sorry, aber ich glaube keine Sekunde, dass deine Freundin dich wegen des Rauchens rüffelt, weil sie (primär) um deine Gesundheit besorgt ist. Es stört sie. Sie ganz persönlich.

Ich möchte auch nicht wie die von @Queen_Cersei zitierte "Axt im Walde" kritisiert werden. Das ist herablassend und respektlos. Ich möchte aber auch nicht manipuliert werden.
Ich möchte ehrlich wissen, was mein Partner denkt.
Und dass mein Partner ehrlich wissen möchte, was ich denke.
Das ist für mich Klartext. Damit kann ich arbeiten.

Menschen, die nie so richtig sagen, was sie denken/wollen/fühlen/ablehnen, sind mir unheimlich. Man kann sie schlecht greifen. Ich brauche Klarheit und das Vertrauen, dass Probleme für mich deutlich angesprochen werden. Nicht verschwurbelt und verschleiert und mit Blümchen geschmückt, so dass ich sie nicht als ernstzunehmendes Problem erkenne und ggf. ignoriere. Ich möchte wissen, was meinem Gegenüber wirklich wichtig ist.

Um beim Beispiel Rauchen zu bleiben: anfangs, wenn man frisch verliebt ist, ist doch immer alles soo einfach. Schmetterlinge, rosarote Wattewölkchen. Wir sind alle alt genug um zu wissen: das bleibt nicht so. Irgendwann müssen die Karten auf den Tisch, wenn die Beziehung standhalten soll. Möchte sie, dass du nach dem Rauchen ein Mint nimmst, weniger rauchst, nicht im Haus rauchst, gar nicht mehr rauchst? Könnt ihr da einen Kompromiss finden, mit dem beide leben können?
Wenn das nicht geklärt ist, kann es ansonsten (überspitzt!) dazu kommen, dass sie geht und ihren Freundinnen erklärt, sie käme mit dem ekligen Rauchgestank einfach nicht klar. Hat es dir schon durch die Blume gesteckt, aber du hast es ignoriert.
DAS ist für mich u. a. Beziehungs"arbeit" aka "-pflege" und Klartext.

Aber Männer haben's lieber mit Blümchen. Mich wundert daher überhaupt nicht, dass so viele Beziehungen zerbrechen und der Mann dann jault "sie hat doch nie gesagt, dass sie unzufrieden ist." Nö, Klartext war ja nicht gewünscht, lieber Charme, damit es nicht aufstößt.
 
  • #57
Wer Angst davor hat, macht eben Schluss, wenn es Probleme gibt oder geht erst gar keine Beziehung ein, sondern hat wenndann Affären.

Gutes Argument.
Wer nicht pflegen/ arbeiten will, geht keine Beziehung ein oder sucht sich tatsächlich einen perfekten Partner oder Affären bei denen es nicht nötig ist. Ich Frage mich gerade wovon es also abhängig ist, wann ein Partner gerne Pflege in eine Beziehung investiert.
Bestes Beispiel ist Tom. Wenn er die aktuelle Frau als feste Freundin bezeichnet, was waren denn dann die Frauen, mit denen er auch Spaß, Sex und schöne Zeiten hatte? Worin unterscheidet sich also das Verhältnis zu den anderen Frauen und der aktuellen Frau, wenn er generell nicht viel von Treue hält?
Und ist es legitim Verbindlichkeit, als Thema, nicht anzusprechen, damit eine Beziehung überhaupt zustande kommt?
 
  • #58
Oder er findet einen Partner, der so perfekt zu ihm passt, das nie Probleme auftreten.
DAS halte ich für den Königsweg. Leider passt es so zu 100 % sehr selten. Aber aus dieser Erkenntnis habe ich eine sehr hohe Passung gesucht.
Wir sind beide Sonnenuhren - wollen glücklich sein. Miteinander. Alltag, Stress und Aufgaben haben wir beide - das läuft. Kraft dafür holen wir uns aus den Sonnentagen - Freude und Glück wollen wir uns sein. Nicht Problem, Diskussion, Beziehung und das Gespräch drum herum oder gar die Arbeit daran.
Um im Müllbeispiel zu bleiben - der Müll kommt in die Tonne am Haus - ist dann aus den Augen und dem Sinn. Wir wollen nicht im Müll wühlen. Wahrscheinlich würden wir beide nach 2 Minuten Mülldiskussion in schallendes Gelächter ausbrechen - und uns fragen, warum wir unsere Zeit mit Müll vergeuden.
Ich habe eine Freundin - diese Frau ist mir wichtig. Sie soll sich bei und mit mir wohlfühlen - und ich mich mit ihr. Braucht sie meine Hilfe - sagt sie es mir. Brauche ich ihre - sage ich das. Wortreiche Entschuldigungen brauchen wir beide nicht - Beziehungsmüll auch nicht. Joy and Fun - Seasons in the Sun - das ist das Ziel. Und der Weg dahin soll fröhlich sein. Liegt mal ein Fels im Weg - weg damit.

Ich habe gelernt, dass meine Einstellung hier exotisch ist. Kein Alltag, keine Probleme. Jede Sekunde mit ihr ist ein Geschenk - und Geschenke soll man pfleglich behandeln. Dankbar sein und sich freuen. Geniessen - und nicht zerreden.
 
  • #59
Am Beispiel mit dem Müll:
"Nie bringst du den Müll runter, immer muss ich dir das sagen" das ist Genörgel und alles andere als Klartext.
"Tom, der Müll läuft über - kannst du mal eben ..." ist die selbe Frage mit Charme geklärt. Dazu Klartext, der Eimer ist voll.

Nein, sorry! Der zweite Satz hat eben nicht den selben Sinngehalt, den der erste Satz hat! Bei Jungens, wie Tom, läuft das nämlich geradezu zwangsläufig auf Genörgel raus!

Meine Frau hat es mal ganz charmant gesagt: "Du kennst das Schwimmen lt. Reibert?" (ihr Großvater war Berufsoffizer) Ich: "Jaaaaa....???" Sie: "Der Müll ist das Wasser und Du bist der Soldat!"
(Im Reibert steht "Ab einer Wassertiefe von 1.20 m hat der Soldat, unaufgefordert und ohne besonderen Befehl, mit Schwimmbewegungen zu beginnen")

Die Beziehungsarbeit besteht quasi darin, den Sinngehalt von Satz 1 NICHT zu entstellen und den Müll nicht nur dieses eine Mal rauszubringen (was der uminterpretierte Satz von Tom aussagt), sondern die Prozedur selbstwiederkehren fest zu installieren!

V.m47
 
  • #60
Das ist, denke ich, eine Frage des Menschen und seiner Reife, also ob man jegliche Kritik gleich als persönlichen Affront versteht und eingeschnappt ist, oder ob man weiß, dass es sein kann, dass man was im Zwischenmenschlichen falsch macht, falsch sieht oder einfach nur irgendwas den Partner stört, was der vielleicht nicht mal ändern kann. Aber er sollte es sagen dürfen.
Wenn man locker ist, sieht man viel mit Humor.

Nachsicht, Verständnis, sich mal zurücknehmen können, verbietet schon die Emanzipation
Das klingt so, als wären Frauen die Krampftypen, auch wenn Emanzipation auch Männer betrifft. Ich seh das Negative und den Geschlechterkampf bei beiden Geschlechtern gleichermaßen und die damit verbundenen Vorurteile.

Förderlicher wäre, Beziehungsarbeit zu verlegen. Auf das, was gut und schön ist, dann erübrigt sie vieles von ganz allein,
Ich versteh vielleicht nicht ganz, wie Du das meinst. Aber nimm z.B. die junge Frau mit dem eifersüchtigen Partner, der ihr das letzte Fest am Ende vermiest hat. Der Mann will dran arbeiten, dass er nicht mehr so ist. Das ist für mich Beziehungsarbeit und davon profitiert er auch, weil er sein Problem bearbeitet und falls diese Beziehung daran zerbricht, das nicht wiederholt in der nächsten. Sie hat sich bislang angepasst an seine Kontrollwünsche, also hat sie die Arbeit bislang übernommen, eigentlich liegt es aber an ihm, aus sich einen Partner zu machen, mit dem die Beziehung schön ist. Denn wenn er es nicht macht, zerbricht die Beziehung oder seine Partnerin leidet weiter, aber Eifersucht und Kontrollsucht ist ja ein Fass ohne Boden. Bei solchen Problemen, denke ich, geht das nicht locker und flockig mit Humor, weil der Mann ja echt leidet und seine Freundin dadurch mit.
Ich will damit sagen, dass "gut und schön" keine Arbeit braucht, das fluppt ja von allein. Die Konflikte und Probleme sind es, die die Anstrengung erfordern und die das Leid bereiten.

aber wenn ich an meine Ex denke - die konnte einfach nicht glücklich sein. Hat sie die schwarze Lederjacke gekauft, hat sie sich daheim geärgert, nicht die rote gekauft zu haben. Sie hat immer den Fehler gesucht, wollte immer das, was sie gerade nicht hatte.
Aber lieber Tom, Du wirst doch Kritik üben und Probleme bearbeiten unterscheiden können von dem Genörgel ewig unzufriedener Menschen?
 
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