• #61
Ich finde es befremdlich, anhand von Fragestellungen, in die Untiefen eines Menschen schauen zu können und zu erspüren, ob er irgendwo, ob mit, oder ohne archetiypischen Geistwesen, feststeckt.
Ich finde es entwürdigend und respektlos. Man sollte seine eigenen Pferde im Zaum halten, bevor sie mit einem durchgehen und man forenanalytisch unterwegs ist.
 
  • #62
Ehrlich gesagt, habe ich keine genaue Vorstellung davon, was Beziehungsarbeit eigentlich sein soll. Mir ist der Begriff wohl unsympathisch, weil er nach Problemen klingt.

In einer Beziehung habe ich noch nie solche Themen wie "Müll rausbringen" oder Zahnpastatube zuschrauben", "wer putzt was" gehabt, das passierte immer automatisch.
Vermutlich hatte ich immer die passenden Partner (bin sehr wählerisch) mit denen derartige Alltagsprobleme nicht auftreten - beide keine Schlampen. Der Mülleimer quillt nie über, ohne dass ich hätte sagen können, wer den Müll nun rausgebracht hätte - vermutlich derjenige der fand "voll genug" oder "unangenehmer Geruch".

Ich habe in vergangenen Beziehungen nie den Punkt gefunden an dem man was tun muss, wenn man zusammenbleiben will oder hatte bisher wohl keinen Partner, mit dem man Beziehungsarbeit machen konnte. Ich denke es lag an beiden: beidseitig zu wenig Vertrauen ineinander, um anzusprechen was stört.
Insbesondere ich habe mich früher einschüchtern lassen, wenn jemand agressiv wird. Unwirsch reichte schon, um mich in die Defensive zu drängen - Folgen von Gewalterfahrungen. Ich habe dann nichts mehr gesagt und dann fangen die Dinge an, sich aufzutuermen, bis sie nicht mehr wegzuraeumen waren. Darin war ich leider auch zu leidensfaehig, sodass eine Trennung dann immer einfach war: ich liebe ihn nicht mehr und tschüss.

Jetzt habe ich einen Partner, mit dem der Alltag passt, der eine gute Wahrnehmung hat und kommunikationsstark ist. Er spricht an, wenn er vermutet, dass was nicht stimmt und ich vertraue ihm, sodass ich ebenfalls Dinge anspreche die mir nicht behagen. Das geht ohne Rumtricksereien oder "ich muss charmant sein, sonst wird er infantil-bockig oder aggressiv" sondern so, wie es mir am liebsten ist: offen und direkt, damit mein Gegenüber es versteht.
Meine Emotionen dazu soll er auch sehen, damit er die Situation richtig einschätzen kann. Wenn ich sauer bin, wenn ich verunsichert bin o.a. ist es nur gut, dass nicht nur die sachliche Information sichtbar wird, weil mein Gegenüber die ganze Dimension sieht. Nur dann können die Dinge komplett geklärt werden, ohne dass sich ein Bodensatz aus giftigen Schlacken bildet, in dem die Beziehung mal erstickt.

Ohne sehr hohe Passung im Alltagsgeschehen und in der Kommunikation würde ich keine Beziehung mehr eingehen. Ich schüttel' immer den Kopf, wenn ich lese, dass Leute von Anfang an über Jahre in schwerster Beziehungesarbeit stecken und dann hier einen Verzweifelungsthread aufmachen.. Das könnte nichts werden und wird auch nichts, weil unpassend.
 
  • #63
Jetzt habe ich einen Partner, mit dem der Alltag passt, der eine gute Wahrnehmung hat und kommunikationsstark ist. Er spricht an, wenn er vermutet, dass was nicht stimmt und ich vertraue ihm, sodass ich ebenfalls Dinge anspreche die mir nicht behagen. Das geht ohne Rumtricksereien oder "ich muss charmant sein, sonst wird er infantil-bockig oder aggressiv" sondern so, wie es mir am liebsten ist: offen und direkt, damit mein Gegenüber es versteht.
Meine Emotionen dazu soll er auch sehen, damit er die Situation richtig einschätzen kann. Wenn ich sauer bin, wenn ich verunsichert bin o.a. ist es nur gut, dass nicht nur die sachliche Information sichtbar wird, weil mein Gegenüber die ganze Dimension sieht. Nur dann können die Dinge komplett geklärt werden, ohne dass sich ein Bodensatz aus giftigen Schlacken bildet, in dem die Beziehung mal erstickt.

Genau DAS ist doch Beziehungsarbeit: man arbeitet daran, dass sie immer besser wird, dass keine Probleme ewig heruntergeschluckt werden, dass man gegenseitig weiß, was den anderen stört, nervt, freut etc.
 
L

Lionne69

Gast
  • #64
Liebe @Pia, ein ganz großes Danke für Dein Mitfühlen..

Zum Thema
Nur so eine Geschichte - eine Beziehung mit einem Mann, den ich wirklich sehr liebte, gerne alt geworden wäre.

Unser Umgang?
Wir haben uns in vielen Dingen einfach wortlos verstanden, miteinander gelacht, geträumt, Zeit vergessen, Momente genossen, unser " Händetanz" - saßen irgendwo und hielten nicht Händchen, sondern streichelten mehr.
Wenn wir z. B. kochten, ging es ganz selbstverständlich Hand in Hand.
Nähe, Geborgenheit, Leidenschaft.
Er liebte bestimmte Nougatsorten, ich fand sie, er fand seine Aufmerksamkeiten, und wenn ich ihm immer die Sahne von Teller klauen durfte:)

Ergänzend dazu, von Anfang an hatten wir kommuniziert, jeder sagt, was er denkt, unzensiert, wenn etwas stört, wenn er sich nicht sicher ist, wie etwas gemeint ist, sagt Nein, achtet auf Grenzen, ohne dass der andere es persönlich nimmt.
Wir haben uns ausgetauscht, über das, was wir schätzen, was wir brauchen, was uns wichtig ist.
Wir kannten unsere wesentlichen Einstellungen, von Anfang an Offenheit, Vertrauen, Ehrlichkeit.

Es sollte mit diesem Mann aus anderen Gründen nicht sein, aber so möchte ich wieder Partnerschaft führen, mit einer solchen Bindung, soviel Leichtigkeit, soviel Wärme, soviel Vertrauen, soviel Liebe und einer solch offenen und freien Kommunikation.

Ich kenne die anderen Varianten.
 
  • #65
Ich sehe es auch wie ein immer wieder neu Abstimmen, sich justieren.
Archetypischer Bilder zu verwenden ist für mich auch kein Schwerverbrechen. Märchen arbeiten genau mit diesen Bildern, die die Seele ansprechen. Wer damit nichts anfangen, soll einfach drüberlesen. Dieser Rat wurde ja hier auch schon an Satima gegeben, wenn ihr etwas nicht passt.
 
  • #66
@Samtina,

wenn schon beziehen, dann auch einen Schritt weiter.

Es gab auch die Frage warum man hier sei.

So unterschiedlich die Antworten, so viele Gemeinsamkeiten. Als ich in (m)einer Beziehung (angekommen) war, war ich nicht in einer SB/PB, auch nicht nur für ein Forum, wusste noch nicht mal das es so was gibt. Wozu auch?!

Für die Beziehung, das war keine Arbeit, es war selbstverständlich, alltäglich und allgegenwärtig.

Wieder einmal in meinem Refugium unterm Sirius lausche ich dem “Der Weg“+“Mehr geht leider nicht“ und mein Herz versteht, aber ihm gruselt was man alles Beziehung nennt, für was man alles arbeiten soll und dann schlußendlich doch nicht mit ihr klar kommt.
 
  • #67
aber Eifersucht und Kontrollsucht ist ja ein Fass ohne Boden. Bei solchen Problemen, denke

Einen frisch fröhlichen guten Morgen in die Runde.

Dass man psychische Probleme nicht mit Humor nehmen kann, versteht sich von selbst. Meine Ohren auf Röllchen erreichen aber sehr viel kleinliches Gezeter und Gejammer um nichts. Oftmals steht es nicht mal ansatzweise im Zusammenhang mit all den positiven Dingen, die ein Partner aufweist. Darum wird nie so ein Theater gemacht und Positives wird nur schwach wahrgenommen, wenn überhaupt. Der Ton, die nonverbale Gebärde, geben ihr übriges dazu. Der gereizte, nörgelnde Unterton ist Standard und oftmals sehr gerne vor Publikum noch dazu. ich frage oft *warum seid ihr (noch) zusammen*.
 
  • #68
Niemand möchte umerzogen werden, jeder möchte geliebt werden, wie er ist.
Ich möchte an dieser Stelle kurz dafür sensibilisieren, dass auch etwas(-nicht-)zu-tun ein Umerziehen des Partners ist.

Teilweise ja. Wenn ich nicht putze, dann erziehe ich die Frau nicht zwangsläufig zur "Putze". Wenn beide das gleiche Sauberkeitsbedürfnis haben, dann wird man sich darauf einigen, wie man das herstellt. Wenn keiner einkauft, haben beide nichts zu essen. Wenn keiner sich darum kümmert, dass das Auto in zur Reparatur muss, fährt es nicht. Das alles hat wenig mit Persönlichkeitseigenschaften zu tun, an denen ich mich störe und die "Umerziehung erfordern". Es sind schlicht Aufgaben, die verteilt werden müssen.
Es ist ein Unterschied, ob ich mir eine Frau aussuche, die alles "auf den letzten Drücker" erledigt und dann versuche, ihr Zeitmanagement beizubringen oder die Dinge selbst erledige, weil es mir zu knapp wird oder ob ich mich in einer Beziehung darauf einige, wer was zu erledigen hat und dann darauf vertraue, dass es getan wird oder das anspreche. Wenn die Frau regelmäßig "heimlich" staubsaugt, habe ich keine Chance, zu sehen, dass es mal wieder nötig ist. Wenn ich diese Aufgabe habe, dann hat sie nicht staubzusaugen.
 
  • #69
Ab einer Wassertiefe von 1.20 m hat der Soldat, unaufgefordert und ohne besonderen Befehl, mit Schwimmbewegungen zu beginnen
Hab sehr gelacht, großartig!

Wenn für euch beide das Genörgel "Beziehungsarbeit" ist...eine sich anschliessende, nervtötende Diskussion um den Müll dazu gehört... keinerlei Lust auf "Beziehungsarbeit"... da er ja die charmante Dame kennt
Merkwürdig, natürlich ist Genörgel keine Beziehungsarbeit, ebensowenig wie Beleidigungen (siehe Nebenthread).

Lieber Tom, eure Verbindung ist - mit Verlaub - sehr frisch. Wir sind hier alle alt genug um zu wissen, dass die ersten Schmetterlinge dem Alltag weichen werden - auch bei LAT-Partnerschaften.

Eine hohe Passung finde ich mittlerweile sehr wichtig, allerdings nicht nur in den Lebensstilen, sondern auch in der Kommunikation. Hab zu viele Menschen in meinem Leben kennengelernt, mit denen ich ich mich nicht konstruktiv auseinandersetzen konnte, weil wir offensichtlich verschiedene Sprachen sprachen. Mauern, Giften, Beleidigen, Verstocktheit, Schweigen - alles destruktiv.

Aber auch Charme halte ich nicht für den Königsweg. Um bei deinem Beispiel zu bleiben: Möchte deine Dame, dass du ein Bonbon nach dem Rauchen lutschst, oder dass du nicht mehr im Haus rauchst, oder allgemein weniger, oder gar nicht?

Von wie vielen Männern lesen wir hier, die ihre Beziehung top in Ordnung fanden und aus allen Wolken fielen, als die Frau sich trennte? Wie viele dieser Frauen hatten zuvor Wünsche durch die Blume (oder durch Nörgeln) geäußert, die mangels Klarheit ignoriert wurden?
Was wenn sie (ich formuliere überspitzt und dem Beispiel folgend theoretisch) sich in einem halben Jahr trennt und ihren Freundinnen sagt "ich kann diesen Rauchgestank einfach nicht ertragen. Hab's ihm schon mehrfach gesagt, aber er ignoriert es einfach".

Beziehungspflege ist für mich u. a. auch, dass ich meinem Partner klar kommuniziere, was für mich wichtig ist (ich meine hierbei nicht Kleinigkeiten). Und ich möchte wissen, was ihm wichtig ist.
Durch-die-Blume-Geschwurbel hilft dabei wenig, auch wenn es sich im ersten Moment angenehmer anhört.
Meines Erachtens verleitet es dazu, die charmant geäußerten Wünsche nicht wirklich ernst zu nehmen. Siehe wieder dein Beispiel: du rauchst am Frühstückstisch eine weniger. Ob es das ist, was sie andeuten wollte, stelle ich mal frech in Frage.
 
  • #70
Lieber Tom, eure Verbindung ist - mit Verlaub - sehr frisch. Wir sind hier alle alt genug um zu wissen, dass die ersten Schmetterlinge dem Alltag weichen werden - auch bei LAT-Partnerschaften.
Das ist richtig - nur kennen wir uns schon über 10 Jahre, haben uns schon immer sehr gut nonverbal verständigen können. Wir wissen daher so Manches vom anderen schon - was ganz frische Paare erst herausfinden müssen.
Und zum Rauchen - sie raucht sehr wenig unter der Woche. 3 Stück am Abend - am We sinds auch mal mehr. ich rauche normal 12 - 15 Stück am Tag. Momentan sinds stressbedingt wieder 25 am Tag. Wir sind ein Team Xtreme - haben aber in vielen Dingen sehr ähnliche Ansichten. Hohe Passung ist gegeben - von daher kann es klappen. Was in einem halben Jahr ist - weiss niemand. Siehe Neverever.
Dennoch denke ich, dass eine Möglichkeit da ist - und wir diese nutzen wollen. Vielleicht gerade deshalb, weils bei beiden bisher meist 1 - 3 Jahre gehalten hat - wenns was ernsteres war.
 
  • #71
Nun, was macht zb eine Frau, deren Partner durch Weiterbildung gerade sehr viele freie Zeit hat, und der von ihr erwartet, dass sie die Einkäufe erledigt etc., während sie Vollzieht arbeitet und er aufgrund Ferien in den Tag hineinschläft. Gerade gestern gehört.
Gespräche waren bisher sinnlos und sie hat auch keine Lust, die Mutti zu sein. Wenn beide an einem Strang ziehen, wunderbar.
Aber auch hier kann es zu Konflikten kommen.
Oder einer hat extremen Stress auf der Arbeit, ist zusätzlich körperlich angeschlagen. Das wird sich auf die Beziehung auswirken,
Der Honeymoon der ersten Monate in allen Ehren.
 
  • #72
Ich sehe das inzwischen genauso wie die TE @Lionne69. Eine langfristige Betiehung ist dann Arbeit, wenn Herausforderungen zu bewältigen sind, die die Partner an ihre Grenzen führen. Kinder, Studium, Arbeit können dazu führen dass man sich verliert. Darunter verstehe ich den Blick für den anderen nicht mehr inne zu haben und nur noch sich selbst sehen. Da kommt man wirklich nur weiter wenn man eine angemessene geregelte Kommunikation pflegt. Man teilt sich selber mit (ohne Vorwürfe, Fordern, sondern eher ich-Botschaften) und der Partner erkennt was dem anderen fehlt und ändert Ggf freiwillig sein Verhalten. In dem Buch <<Die Wahrheit beginnt zu zweit: das Paar im Gespräch>> wird dies wundervoll erklärt. Für mich eine Bibel was Kommunikation in der Partnerachaft angeht.

Schöner Thread! :)
 
  • #73
Ich habe noch nie bewusst Beziehungsarbeit geleistet. Für mich muss Beziehung Bereicherung sein, keine Einschränkung. Wenn ich das Gefühl hätte, an der Beziehung irgendwie arbeiten/ sie verbessern zu müssen, damit ich in ihr leben wollte - würde ich es lassen und mich trennen.

Ich hab allerdings das Glück, dass es in meiner inzwischen 22-jährigen Beziehung auch ausgesprochen gut passt. Wir beide haben wenig Erwartungen aneinander - machen beide unser eigenes Ding. Alles, was in unserer Beziehung gegeben wird, wird freiwillig gegeben und nicht eingefordert. Wenn wir gemeinsame Zeit haben, genießen wir diese ganz einfach. Probleme miteinander gibt es kaum und seine eigenen löst jeder für sich.
Bsp: wenn mich stört, dass der Müll voll ist, bringe ich ihn raus.
Es gibt also kaum einen Anlass, in dem ich mir die Notwendigkeit von Beziehungsarbeit überhaupt vorstellen könnte.
 
L

Lionne69

Gast
  • #74
An dem Tag, wo ich anfangen würde, über Fragen wer bringt den Müll raus zu debattieren, ist eigentlich die Beziehung eh durch.
Wenn man zusammen wohnt, ergeben sich zwangsläufig Aufgaben - und sicherlich werden diese in einem gewissen flexiblen Rahmen verteilt, worüber man sicherlich redet, sich abstimmt, einen Konsens findet. Immer wieder auch mal anpasst, wenn sich Lebenssituationen verändern.
(Dazu auch schon ungezählte Threads)

Aber wenn obige Diskussionen starten, ist es wie die Zahnpastatube ein Symptom für eine massive Schieflage.
Wenn ich einem Partner anmaule, dass er nie den Müll raus bringt, sagt es was ganz anderes.
Wäre es nur der Müll, bringt man ihn selbst raus, ohne Worte, ohne Nachdenken, selbstverständlich.
 
  • #75
Nun, was macht zb eine Frau, deren Partner durch Weiterbildung gerade sehr viele freie Zeit hat, und der von ihr erwartet, dass sie die Einkäufe erledigt etc., während sie Vollzieht arbeitet und er aufgrund Ferien in den Tag hineinschläft.

Sie erfüllt seine Erwartungen nicht, sondern sagt ihm, dass er sich seine Erwartungen selber erfüllen soll und gibt ihm ihre an ihn auch noch auf, mit dem Hinweis, dass das nur einen Bruchteil seiner freien Zeit beansprucht.

Ein Mann, des so unverschämt ist, hält die Frau für zu blöd, dass sie die Fakten erkennen kann. Da muss sie ihm schon zeigen, dass sie etwas inetlligenter ist als er glaubt und sich ohnehin fragen, warum sie mit so einer Type zusammen ist.

Solche Dinge erlebt Frau doch nur, wenn sie den falschen Partner hat: einen faulen Typen, der keinerlei Interesse an ihrem Wohlergehen hat, nur sich und seine Komfortzone kennt, zu der Frau beizutragen hat.
Von einem zugewandten Partner erwarte ich in so einer Situation, dass er eigenständig seine günstige Gelegenheit nutzt, auch mir etwas Freiraum von Pflichten zu verschaffen, wenn ich viel stärker belastet bin als er - nicht, dass er es sichzu meinen Lasten noch bequemer macht.

Wenn er selber nicht auf die Idee kommt, muss frau sich fragen, was für einen unselbststaendigen und geistig trägen Partner sie an ihrer Seite hat. Mit dem kommt sie zwangsläufig in die "noergelnde Mutti"-Situation (=Beziehungsarbeit), d.h. an die Weiche wo sie entscheiden muss, will sie Mutti sein oder Partnerin. Wenn sie Partnerin sein will, geht das mit diesem Mann nicht.

Ich lache mich immer weg, wenn ich höre, was Frauen mit Männern in diesen Alltagssituationen erleben: in der Firma sind sie angeblich der gro Zampano, der alles rockt und zuhause setzt das eigenständige Denken komplett aus.

@Valmonts Schwimmbeispiel traf es auf den Punkt: will eine Frau kein Feldwebel zuhause sein, muss sie sich einen Mann suchen, der mitdenkt und im Kern seines Wesens fair ist - sonst erntet sie nicht nur die gesamte Hausarbeit sondern auch übelste Beziehungsarbeit.

Passender Partner vermeidet 90% unangenehmer Beziehungsarbeit.
 
  • #76
Moin,

der Begriff "Beziehungsarbeit" kann sich eigentlich nur auf die Metakommunikation bzw. das gezielte Thematisieren von Beziehungsdynamiken und daraus abgeleitete Verhaltensänderungen (z.B. einen Pärchenabend in der Woche gezielt freikämpfen) beziehen. Das wird man tun, weil einem die Beziehung wichtig ist, weil man nicht riskieren will, dass sie an irgendetwas scheitert, das man vielleicht hätte abstellen können, wenn man drüber geredet hätte, rechtzeitig gegengesteuert hätte.

Alles andere - "den passenden Partner suchen", "einfach nett zum anderen sein", "sich natürlich geben, wie man eben ist", "den Augenblick genießen" usw. sehe ich nicht als Beziehungsarbeit, sondern geradezu als die Weigerung, etwas gezielt für die Beziehung zu tun. Besonders stark ist dabei die Fraktion der "Selbstgerechten" ("ich habe mich in der Beziehung immer tadellos verhalten, an mir lag es nicht"), aber auch die der "Schatzsucher" ("man muss nur die/den Richtige/n finden, dann geht es von selbst".

Wahrscheinlich halten es in der Realität die meisten so wie Tom, selbstgerecht und an das ganz große Los glaubend (oder das nächste, oder das übernächste...)
Nicht Problem, Diskussion, Beziehung und das Gespräch drum herum oder gar die Arbeit daran
und halten das alles für Zeitverschwendung, verkopftes Getue von armen Würstchen, die eben in einer unpassenden Beziehung feststecken und sich besser sowieso trennen würden.

Meine eigene Haltung liegt etwas zwischen "Arbeit" und "Glück" - was ich in eine Partnerschaft allerdings eindeutig nicht mitbringe, ist Selbstgerechtigkeit oder Selbsgefälligkeit, daher bin ich generell zur Reflexion und - na gut - Arbeit geneigt.

manchmal
 
  • #77
Solche Dinge erlebt Frau doch nur, wenn sie den falschen Partner hat: einen faulen Typen, der keinerlei Interesse an ihrem Wohlergehen hat, nur sich und seine Komfortzone kennt, zu der Frau beizutragen hat.
Nunja, "dieser Typ" hat wohl eine Wendung um 180 Grad hingelegt.
Dann redet man halt erst Mal. Offensichtlich hat er vorher diese Verhaltensweisen nicht gezeigt, sonst wäre sie wohl nicht mit ihm zsammengekommen. Also, man weiss auch nicht unbedingt, wann und wie sich die Büchse der Pandora öffnet.
Es kann immer unvorhergesehende Wendungen geben, wenn sich zb äussere Situationen verändern können sich neue Charakterzüge zeigen.
 
  • #78
was ich in eine Partnerschaft allerdings eindeutig nicht mitbringe, ist Selbstgerechtigkeit oder Selbsgefälligkeit, daher bin ich generell zur Reflexion und - na gut - Arbeit geneigt.
Danke dir - für den Lacher des Abends.
Wir wollen - zu deinen Gunsten - nicht diskutieren, was du alles nicht mitbringst - und auch nicht, was du mitbringst.
In jedem Falle hast du eines erreicht - eine Beziehung voller Zweifel. Wenn ich dich an deinen Thread von vor ein paar Tagen erinnern darf. Ich gratuliere dir von Herzen. Denn du hast ja so fleissig und emsig darauf hingearbeitet.
Ich gebe zu - was du hast, will ich gar nicht. Noch nicht einmal, wenn ich es ohne Arbeit bekomme. Wirklich glücklich kommst du nämlich wirklich nicht rüber - selbstgerecht und selbstgefällig dagegen sehr.
 
  • #79
mit all den positiven Dingen, die ein Partner aufweist. Darum wird nie so ein Theater gemacht und Positives wird nur schwach wahrgenommen, wenn überhaupt. Der Ton, die nonverbale Gebärde, geben ihr übriges dazu. Der gereizte, nörgelnde Unterton ist Standard und oftmals sehr gerne vor Publikum noch dazu.
Solches Verhalten zeigen leider auch sehr viele Eltern gegenüber ihren Kindern. Was diese natürlich lernen und später gegenüber Partnern und eigenen Kindern wiederholen (nicht immer, aber meistens). So bin ich auch aufgewachsen (plus Unterstellungen, Ungerechtigkeiten die zum Himmel schreien, Benachteiligung, schwarzes Schaf,...) und hatte in der Anfangszeit meiner Lebenspartnerschaft damit zu kämpfen - nach und nach habe ich mir ein völlig anderes Verhalten zugelegt. Beziehungsarbeit bzw -pflege nützt nicht nur dem Partner, sondern noch mehr einem selbst. Es gehören aber ehrliche Selbstbetrachtung, Toleranz, Demut, konstruktive Strategien dazu.
 
  • #80
Mir ist gerade richtiggehend übel.
Ich muss hier von Leuten lesen, wie wichtig es doch wäre, dass sie an einer Beziehung arbeiten - und dann lese ich im Geburtstagsthread, dass es Frauen gibt, die seit zig Jahren auf ein nettes Wort, einen Blumenstrauss, ein Geschenk, einen Kaffee ans Bett zum Geburtstag warten. Obwohl sie ihren Geburtstag gerne mögen und feiern wollen. Manche haben auch mehr "Glück" - sie erhalten einen seelenlosen Gutschein von amazon (Vielleicht noch mit der Anmerkung: Kauf dir mal ein Kochbuch??) oder eine kleine Überweisung (Verwendungszweck Geburtstag - aber nicht alles auf einmal versaufen).
Das scheint dann der erarbeitete Alltag in den Beziehungen zu sein. Freudlos, lieblos, sexlos - oder so.
Mich persönlich wundert auch nicht, dass solche Leute in Ermanglung von Freunden mit Kollegen feiern müssen. Bzw sich davor drücken.
Ob Lionne das gemeint hat, als sie dieses Thema aufgemacht hat? Ich bezweifle das - aber lese ich von ach so reflektierten Männern, wie hart und freudlos sie an ihrer "Beziehung" arbeiten - lese ich von Frauen, dass "Beziehung" wichtig ist - mit welchem Mann ist zweitrangig ... dann kann ich sehr genau erkennen, dass mein Weg - ohne Beziehung und Arbeit daran, aber mit Freude eine Freundin zu haben - zumindest für mich goldrichtig ist. Meine Freundin wird übrigens Kaffee ans Bett, Blumen und Geschenk bekommen - und weil ich eben auch solche Seiten habe, werden mir meine Fehler nachgesehen.
Sorry Lionne, du bist wirklich nicht gemeint, aber viele der "Beziehungsarbeiter /innen" sollten sich wirklich überlegen, ob sie ihren Kindern beibringen wollen , grau in grau zu leben - oder ob sie nicht besser mit den Kindern lernen sollten, wie man Freude (oder Bereicherung) erhält.
 
Top