• #1

An die Damen: Freundschaft angeboten aus Unsicherheit?

An die Damen: Freundschaft angeboten aus Unsicherheit?

Hallo liebe Damen,

habt ihr schon mal einen Herren, der klare Absichten gegenüber euch geäußert hat, zurückgewiesen und mit dem Satz: "Wie wäre es mit einer Freundschaft?" abgespeist - und zwar nicht, weil ihr ihn höflich loswerden wolltet, sondern weil ihr euch einfach noch nicht sicher wart, ob er der Richtige ist?

Überall, ja wirklich überall liest man, dass dieser Satz mit der Freundschaft einfach nur eine höfliche Art der Abfuhr ist. Da sich der Mann meist sowieso nicht darauf einlassen wird (denn davor werden die Männer ja überall gewarnt: „Unbedingt Kontaktabbruch!“) ist im Prinzip der Kontakt damit beendet.

Nochmal zurück zur Frage: Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Frauen in diesen regelkonformen Mustern denken. Habt ihr schon mal so eine Antwort gegeben, weil ihr einfach abwarten wolltet, wie sich die Sache weiter entwickeln wird? Weil es euch einfach zu schnell ging?

Danke!
 
G

Gast

  • #2
Kann ich mir nicht vorstellen. Wenns zu schnell geht sag ich das, aber nicht, das ich Freundschaft will. Dann wär Frau ja auch schön blöd, wenn sie was von ihm will.
Und außerdem: Wenn Frau wirklich nur eine Freundschaft will, dann wirds von den Männern doch immer so verstanden, dass die Frau mehr will. Und da fragen die Männer einen dann oft: Wieso seit ihr so oft mit den Schwulen befreundet? Weil die eben tatsächlich gute Freunde sind, ohne Hintergedanken.
w,40
 
G

Gast

  • #3
Nein, das habe ich noch nie gemacht. Weil Freundschaft und Verliebtheit/Liebe verschiedene Dinge sind. Ich war ehrlich und habe gesagt dass ich mir noch nicht sicher bin..... oder um etwas Zeit gebeten..... Ob es nur Freundschaft ist, wobei Freundschaft ebenso wertvoll ist wie das andere, sieht man doch sehr schnell....
Hoffe, das hilft weiter.
LG
w, 43
 
G

Gast

  • #4
...na ja, "Freundschaft angeboten" ist vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck... aber eben gewartet mit der körperlichen Annäherung: na klar! Ich warte gerne etwas länger, auch wenn ich ihn toll finde: denn wenn man sich so schnell küsst, dann will man ja i.d.R. doch sehr bald auch ins Bett. Und bindet sich als Frau evtl. zu schnell emotional an jemanden, der sich dann als "Frosch" entpuppt oder der nicht ernsthaft in seinen Absichten ist. Aber wenn ich es nicht ernst gemeint habe, war ich mit beidem (küssen/Sex) auch schon sehr schnell. Frauen handhaben das wahrscheinlich gar nicht so viel anders als Männer: ernst gemeint - länger warten.
 
G

Gast

  • #5
Ich habe Freundschaft nicht konkret angeboten, wollte jedoch erstmal freundschafltich etwas unternehmen, damit man sich besser kennenlernt. Meiner Ansicht nach entschärft das den Kennlernstress und man hat nicht ständig das Gefühl auf dem Beziehungs-Prüfstand zu stehen.

Mir ist dabei aufgefallen, dass man das sehr vorsichtig formulieren muss. Männer denken offenbar sehr geradlinig und sobald das Wort "Freundschaft" irgendwo enthalten ist, sind sie weg. Leider, denn Worte ständig auf die Goldwaage zu legen zu müssen, ist sehr mühsam. Vielleicht zeigt sich aber hier bereits die erste Disharmonie im Verständnis bzw. eine unangenehm krampfhafte Beziehungssuche seinerseits und es hätte sowieso nicht gepasst.
 
  • #6
Eindeutig unkreative Abfuhr meiner Meinung nach.
 
G

Gast

  • #7
Freundschaft angeboten aus Strafe - das habe ich einmal! Wir hatten uns beim Tanzen kennengelernt, oft getroffen, er war charmant und interessiert und hat sich immer wieder gemeldet und ich fand, wir würden glänzend zusammen passen. Ich machte mir Hoffnungen. Aber hat keinen Schritt der Annäherung gemacht. Ich war vorsichtig verliebt. Dann kam er mal mit zu mir in die Wohnung (ca. 15. "date") und ich bin dann in die Offensive und habe ihn geküsst. Er küsste zwar zurück aber blickte mich dann ernst an und sagte: das würde mir Spass machen aber ich glaube, du willst eine Beziehung und ich nicht. Daraufhin habe ich ihn "von der Sofakante" gestossen und war ganz schön sauer! Es hat einen Tag lang sehr weh getan. Aber Wut half mir darüber hinweg. Daher habe ich mich trotzdem weiter mit ihm getroffen, er war ein guter Tanzpartner, geistreicher Gesprächspartner und begeisterter Kinogänger und dann habe ich es genossen... denn von da an hat ER darunter gelitten, dass er mir nicht näher kommen durfte. Er wollte eine Affäre, keine Freundschaft.
 
G

Gast

  • #8
Also ich halte Freundschaft für eine unebdingte Basis und Voraussetzung für ein späteres Verliebtsein bzw. Liebe. Nur wenn man sich den Partner auch als den besten Freund vorstellen kann, mit dem man sich sehr gut versteht und durch dick und dünn geht, hat eine Beziehung überhaupt nur ein solides Fundament. Alles andere ist sehr wankelmütig. Ich bedaure auch, dass Männer es oft missverstehen, keine Freundschaft wollen, weil sie glauben, dass sei eine Absage. Bei mir nicht, bei mir heißt das: lass uns erst mal schauen, ob wir überhaupt eine Basis haben....wenn das Fundament steht kann es gerne weitergehen. Verleibtsein ohne Fundamnet führt selten zur Liebe.
 
G

Gast

  • #9
Ich habe einem Mann (auch Internetkontakt) beim erste Date gesagt, dass ich mich nicht in ihn verlieben werde, aber gern mit ihm befreundet wäre- und wir sind seit einem Jahr befreundet.
Also, ich habe mit diesem Satz wortwörtlich das gemeint was ich gesagt habe, Gibst sonst noch irgendjemand auf der Welt der mit seinen Aussagen nicht rumeiert??
 
  • #10
Nein, noch nie und ich kenne auch niemanden der nach Freundschaft fragen würde wenn er eigentlich nach mehr zeit fragt. Es ist immer eine Abfuhr
 
G

Gast

  • #11
m40

Wenn ich an einer Frau als Partner interesssiert bin und das einzige was sie erzählt ist etwas von Freundschaft, wie soll ich dann auf den Gedanken kommen, dass sie mehr will. Die Frauen soll einer verstehen.
 
G

Gast

  • #12
Freundschaft angeboten WEGEN SEINER Unsicherheit - ja.
Ein Mann erzählte mir a) er suche etwas "Ernstes", b) sagte aber gleichzeitig Dinge wie "mit wird's wahrscheinlich nichts bzw. schwierig werden", denn er hätte u.a. praktisch 0 Zeit in seinem Leben für eine Frau. Noch dazu zauberte er c) eine andere Frau, die er quasi zeitgleich mit mir kennenlernte, aus dem Hut. Unter diesen Umständen, fand ich mein Freundschaftsangebot noch großzügig, wenn nicht gar unvernünftig.

Hätte er sich wirklich passend zu Aussage a) verhalten und gesprochen - natürlich hätte auch ich das Wort "Freundschaft" nicht in den Mund genommen, selbst wenn ich der Meinung bin, dass Liebe viele Elemente wahrer Freundschaft enthält.

Manche Männer müssen sich nicht wundern. Insebesondere die attraktiveren und/oder beruflich sehr erflogreichen Männer scheinen zu denken, das müsse genügen - egal was für "Abturner" sie sonst noch so in petto haben. Und viele vergessen schlicht um die Frau zu werben! Sie müssen sich nicht wundern, wenn Frau sich verabschiedet oder - wenn sie Glück haben - in den Freundschaftsmodus wechselt.
w,41
 
G

Gast

  • #13
Aus Unsicherheit biete ich keine Freundschaft an. Das wäre ja doppelt blöd. Entweder ich biete meine Freundschaft an, weil ich mir zur Zeit wirklich nur eine Freundschaft mit diesem Mann vorstellen kann oder es ist als Abfuhr gemeint, da ich den Mann generell als Menschen uninteressant finde, er mir aber leid tut. Und ich es ihm langsam übermitteln möchte oder muss, dass aus uns nichts wird.
w, 25
 
G

Gast

  • #14
ja (w 50+) habe ich. leider...
ich habe seine absichten nicht verstanden zum damaligen zeitpunkt. was für ihn KLAR ausgedrückt bedeutete, hat mich nicht erreicht. inzwischen sind wir einige jahre befreundet und ich habe gelernt ihn zu verstehen...zu spät für mich, aber die liebe bleibt.
 
G

Gast

  • #15
Ich biete keine Freundschaft wenn wenn ich keine Freundschaft will. Ein Freund ist ein ganz wichtiger Mensch in meinem Leben. Ich habe Freunde die ich seit 40 Jahren kenne, so lange hat keine Beziehung bei mir gedauert, das längste waren 17 Jahre..........
 
G

Gast

  • #16
...ist doch nicht alles so absolut im Leben! Nach dem Motto, ich wollte Partnerschaft daher keine Freundschaft. Klar, in den ersten Minuten eines Treffens ist meistens schon klar, ob man sich Sex vorstellen könnte. Unbewusst checkt man das einfach sofort ab. Nehmen wir an, die Ampel steht auf grün (Attraktivität passt - Sex denkbar). Was aber, wenn derjenige/diejenige einfach bei näherem Kennenlernen Eigenschaften oder Verhaltensweisen zeigt, die ihn/sie nicht als Partner in Frage kommen lassen??

Und da kommt der Knackpunkt:
Männer wechseln dann gerne auf die Affären-Schiene, Frauen auf die Freundschafts-Schiene ( vorausgesetzt derjenige hat ähnliche Interessen). Natürlich kann man nicht einfach so von verliebt oder Liebe auf Freundschaft wechseln. Aber so lange man noch nicht ganz stark verliebt ist?

Ja, aber diese Gedankengänge entspringen eben häufig weiblichen Gehirnen. Für Männer scheint ein weibliches Gegenüber, das kein Bedürfnis verspürt mit ihnen intim zu werden, eine personifizierte Kränkung zu sein. Und anders, wenn sie selbst dieses Bedürfnis mit einer Frau nicht verspüren, diese Frau schlicht Zeitverschwendung. Natürlich gibt es einige wenige Ausnahmen - nicht alle Männer und nicht alle Frauen sind so, wie wir wissen.
w45
 
G

Gast

  • #17
Die Freundschaft ist das höchste Gut, was der Mensch besitzen kann, Liebe ist vergänglich und kann leider auch ins Gegenteil, dem Hass um schlagen. Ich habe 3 Männer in meinem Bekanntenkreis, davon einen auch über ein Datingportal kennengelernt, und uns gemeinsam ist, dass wir uns sehr gut verstehen und keine weiteren Absichten hegen. Das besondere daran ist, dass wir uns genau auf dieser für alle Beteiligten klaren Ebene über Gott und die Welt, Privates und Intimes unterhalten können. Jedoch sind diese Unterhaltungen anders als mit einer Frau oder besten Freundin; ich erfahre wie Man(n) denkt und tickt über viele Sachen, die in einer Partnerschaft aus sogenannter Rücksichtnahme nicht mal angedeutet werden würden.

Ganz ehrlich, wenn mir jemand sympathisch ist, wir eine Wellenlänge haben, die gleichen Interessen teilen und es nur für die angeblich große Liebe nicht reicht, würde ich immer meine Freundschaft anbieten wollen.
 
  • #18
Wenn ich den Mann nett und sympathisch finde, aber nicht das Gefühl habe, dass daraus Liebe wird, biete ich eine Freundschaft an. Das meine ich auch so. Wenn ich einen Mann so garnicht toll finde, dann würde ich ein Freundschaftsangebot nicht nur so dahin sagen, sondern mich verabschieden und das wars.

Mein bester Freund hat 2 Jahre gehofft, dass aus uns mehr wird, doch für mich war er immer nur ein Freund. Er hat sich Illusionen gemacht, die weh getan und fast das Ende für uns bedeutet haben. Nach einer Pause von 6 Monaten haben wir nun wieder Kontakt und diesmal ist es wirklich nur noch eine Freundschaft. Ohne Hoffnung auf mehr. Er hat nun eine Freundin und ich bin sehr froh und glücklich darüber.
 
M

Meeresrauschen

  • #19
Ich habe in meinen 20ern auch sowas angeboten, obwohl ich spürte, dass ich mich in den Mann nicht mehr verlieben werde und dass er nur ein Kumpel ist. Es ist einfach unreif, jemandem falsche Hoffnungen zu machen. Man belügt sich selbst und das Gegenüber. Man muss dazu stehen, was man wirklich fühlt und dies dem Gegenüber auch so mitteilen, denn alles andere ist Käse. Ich bin auch dafür, den Beziehungsstatus früh zu klären, so dass keine falschen Hoffnungen entstehen können. Wenn dir eine Frau eine Freundschaft anbietet, will sie nicht mehr von dir. Das würde ich so unterschreiben. Ich denke, dass du ihr als Mensch dennoch sehr wichtig bist und dass sie dich sehr gern hat. Wärst du denn auch zu einer Freundschaft bereit?
 
  • #20
Ich halte zwar den freundschaftlichen Aspekt in einer Beziehung für extrem wichtig, weil er für Agape (neben Eros die wichtigste Liebesform) steht.
Sage das auch beim Kennenlernen aber wenn ich angeboten habe: mit Dir möchte ich gerne befreundet sein, dann war ich mir sicher, dass ich auch nur das wollte.
Das habe ich mit 15j zu einem Schulkameraden gesagt und das gilt auch 33 Jahre später noch!
 
R

rosenmann

  • #21
Ja, aber diese Gedankengänge entspringen eben häufig weiblichen Gehirnen. Für Männer scheint ein weibliches Gegenüber, das kein Bedürfnis verspürt mit ihnen intim zu werden, eine personifizierte Kränkung zu sein. Und anders, wenn sie selbst dieses Bedürfnis mit einer Frau nicht verspüren, diese Frau schlicht Zeitverschwendung. Natürlich gibt es einige wenige Ausnahmen - nicht alle Männer und nicht alle Frauen sind so, wie wir wissen.
w45
Es gibt Freundschaften zwischen den Geschlechtern, oft schon seit der Schul oder Uni Zeit, weil es sich so ergeben hat. Im Gegensatz dazu steht das bewusste Schließen einer Solchen, nach dem Motto, ein Paar werden wir nicht, lass uns Freunde sein.

Letzteres finde ich tendenziell seltsam, Freundschaften ergeben sich, wachsen langsam. Wenn es statt einer Beziehung vereinbart wird riecht das für mich erstmal nach Downgrade, das lassen manche single Männer mit sich machen, um überhaupt etwas weibliches im näheren privaten Umfeld zu haben.

Ergeben kann es sich, wenn es als Paar ersmal nichts wird und man sich dann z.B. irgendwann mal zufällig wieder trifft. Dann macht man hier und da was zusammen und es ist entspannt, keiner will was vom anderen, so kanns gehen.
 
  • #22
Wenn ich den Mann nett und sympathisch finde, aber nicht das Gefühl habe, dass daraus Liebe wird, biete ich eine Freundschaft an.
Wie soll man sich das Vorstellen? Nett und sympathisch, aber ein Depp? Oder Nett und sympathisch aber zu klein? Versteht das keine Frau, dass es abwertend ist? Was soll ich mit einer Freundschaft mit einer Frau anfangen, die mich für nicht gut genug für eine eventuelle Beziehungsanbahnung hält?

Ich weiß es nämlich nicht nach den ersten Dates, ob ich mir mit ihr etwas vorstellen kann, bin aber dennoch offen auch für eine Beziehung. Deswegen sage ich ihr nicht, "es wird nichts mit uns, aber ich kann dir eine Freundschaft anbieten". Diese setze ich sowieso voraus und muss es nicht anbieten.

Und wenn sie mich nach einem oder zwei Dates nicht interessant genug findet mich weiter kennenlernen zu wollen, dann ist das für mich effektiv eine Enttäuschung. Was soll dann der Unsinn mit der Freundschaft? Zeit miteinander verbringen und Belanglosigkeiten austauschen? Oder ihre Herzprobleme, die sie mit anderen Kerlen hat ausdiskutieren? Man muss schon masochistisch veranlagt sein, um sowas durchzuackern. Dann lieber - frei nach Revolverheld - "ein Sch... auf Freundebleiben".
 
  • #23
Wie soll man sich das Vorstellen? Nett und sympathisch, aber ein Depp? Oder Nett und sympathisch aber zu klein? Versteht das keine Frau, dass es abwertend ist? Was soll ich mit einer Freundschaft mit einer Frau anfangen, die mich für nicht gut genug für eine eventuelle Beziehungsanbahnung hält?
Oh wei, Du scheinst sehr sensibel und verletzt auf dieses Thema zu reagieren. Jemanden nett und sympathisch zu finden, ist per se nichts abwertendes. Deswegen ist der Mann doch kein Depp und die Frau nicht verletzend (gilt auch andersherum)! Um sich zu verlieben und eine Beziehung eingehen zu wollen, braucht es jawohl ein bisschen mehr als Sympathie. Zum Beispiel sexuelle Anziehung oder Chemie (wenn ich den anderen z.B. nicht riechen kann). Wenn ich die nicht verspüre, den Mann aber ansonsten gerne mag, dann ist das die Basis einer platonischen Beziehung, ja, ganz genau.

Was ist daran schlecht? Wenn ich dies früh und ehrlich kommuniziere und er das ebenso empfindet für mir, dann...tatata...hat man eben eine freundschaftliche Verbindung und vielleicht einen tollen, neuen Freund im Leben gewonnen. Was ist daran auszusetzen?
So entstehen Freundschaften. Zwischen Frauen. Zwischen Männern. Zwischen Mann und Frau. Man ist sich sympathisch, auf einer Wellenlänge, hat ähnliche Interessen, gleichen Humor, möchte aber nicht mit dem anderen Sex oder ihn als Partner haben.

Hast Du keine weiblichen Freundinnen?
 
  • #24
Zum Beispiel sexuelle Anziehung oder Chemie (wenn ich den anderen z.B. nicht riechen kann). Wenn ich die nicht verspüre, den Mann aber ansonsten gerne mag, dann ist das die Basis einer platonischen Beziehung, ja, ganz genau.
Wenn ich jemanden nicht riechen kann, die Chemie also nicht stimmt, schließt Sympathie eigentlich aus. Umgekehrt, wenn ich jemand anziehend - auch sexuell - finde, muss ja nicht heißen, dass es zu einem Vollzug kommen muss. Ich für mich könnte nicht mit jemanden befreundet sein, den ich organisch (Geruch, mangelnde Intelligenz, ungepflegtes Aussehen, etc.) nicht ausstehen kann.
Von daher ist für mich die Argumentation "er ist sympathisch, aber ich könnte mir nicht vorstellen" eine scheinheilige. Ich glaube tatsächlich, dass die meisten Menschen ihre erste Einschätzung der potentiellen Partner nicht mit dem Kopf sondern "mit dem Bauch" treffen und diese ist weit weniger zuverlässig, als viele meinen. Vielmehr benutzt man unterbewusst bereits gelernte Muster und erlebte Erfahrungen, um sie auf die neue Zielperson zu projizieren. Da aber jeder Mensch ein Individuum ist, ist die Aussagekraft einer solcher Einschätzung von eher geringem Wert. Was ich sagen will: man ist gar ncht in der Lage zuverlässig zu erkennen, ob es mit einem neuen Date erwas wird oder nicht. Das einzige, was man zuverlässig sagen kann, ist ob man denjenigen gut oder schlecht leiden kann, ob die Chemie überhaupt nicht stimmt, usw.
Ich finde die Formulierung "ich fand ihn sympathisch, aber mir war klar, es würde mit uns nichts werden" und das nach einem oder zwei Dates unsinnig und widersprüchlich. Viele Beziehungen entwickelten sich aus jahrelangen lockeren Bekanntschaften. Es ist nicht immer die romantische Liebe auf den ersten Blick.
Ich habe tatsächlich keine weiblichen Singles als Freunde. Einerseits, weil ich an eine Freundschaft zwischen Mann und Frau, ohne jeden sexuellen Hintergedanken nicht glaube. Andererseits erkennen gebundene Frauen eine attraktive Singlefrau recht zuverlässig als eine potentielle Konkurentin - die Gruppenaktivitäten sind dann kaum möglich und die machen das mit Freunden Beisammensein aus.
 
  • #25
Wenn ich jemanden nicht riechen kann, die Chemie also nicht stimmt, schließt Sympathie eigentlich aus.
Auf der freundschaftlichen Ebene ist man doch wesentlich toleranter als auf der liebestechnischen. Wenn ein Kumpel nach Schweiß, Zigaretten und Billigparfüm "riecht", finde ich das nicht sehr lecker, kann darüber aber locker hinwegsehen, wenn ich ansonsten mit ihm gut reden und lachen kann. Wenn ein platonischer Freund keine Familie und Kinder möchte (ich möchte das aber), ist mir das ziemlich egal, denn er ist ja nicht mein fester Freund.
Als platonischen Freund kann ich mir viel mehr Männer vorstellen. Als Partner dann aber eben nicht so ohne weiteres. Da müssen schon ein paar mehr Dinge "passen".

Ich habe einige männliche Freunde und mit keinem könnte ich mir eine Liebesbeziehung vorstellen (Grund: andere Lebensvorstellungen, fehlende Attraktivität und Anziehung, anderes Bildungsniveau, etc.). Trotzdem verstehe ich mich sehr gut mit ihnen, respektiere und schätze sie und bin froh, diese wunderbaren Menschen in meinem Leben zu haben.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #26
Wenn ein Kumpel nach Schweiß, Zigaretten und Billigparfüm "riecht", finde ich das nicht sehr lecker, kann darüber aber locker hinwegsehen, wenn ich ansonsten mit ihm gut reden und lachen kann.
Dann bin ich anders. Wenn jemand nach was auch immer stinkt, dann ist das für mich abstoßend und von "locker hinwegsehen" kann überhaupt keine Rede sein.

Und wie viele deiner "platonischen" Freunde sich etwas mit dir vorstellen könnten weißt Du auch nicht. Viele dieser "Freunde" hat man sozusagen "erzwungenermaßen" kennengelernt - durch Schule, Arbeit, etc. Die Frage ist: hättest Du sie auch kennenlernen wollen, wenn Du die Wahl hättest? Wahrscheinlich nicht, wegen mangelnder Attraktivität und Anziehung.

Und über die fehlende Attraktivität und Anziehung diskutieren wir gerade. Genau das habe ich hinterfragt.
 
  • #27
Die Frage ist: hättest Du sie auch kennenlernen wollen, wenn Du die Wahl hättest? Wahrscheinlich nicht, wegen mangelnder Attraktivität und Anziehung.
Ja!
Ich lerne nämlich grundsätzlich gerne Menschen kennen. Egal wie, egal wo. Und wenn sie tolle Persönlichkeiten haben, dann empfinde ich das als Bereicherung. Begegnungen mit tollen Menschen machen das Leben lebenswert in meinen Augen. Dabei ist es mir ziemlich egal welches Geschlecht, Alter, Hautfarbe, Sexualität etc. sie haben. Was für mich zählt ist die Persönlichkeit.
Ich suche mir meine Freunde in der Tat nicht nach ihrer Attraktivität aus, sondern nach ihren inneren Werten. Daher ist es mir egal, ob ich sie schön, sexy oder gut riechend finde. Was für mich zählt sind andere Werte, z.B. ein gemeinsames Hobby, dass wir teilen, gute Gespräche, Humor etc. Ein Freund muss für mich nicht äußerlich attraktiv sein, sondern sein Charakter muss attraktiv sein. Was habe ich von attraktiven Menschen, mit denen ich nicht reden oder keinen Spass haben kann? Das ist mir zu wenig.

Für eine Beziehung muss beides passen. Anziehung&Attraktivität und gleiche Wellenlänge bzl der Charaktere.
Wo nur Attraktivität ist, kommt es vielleicht zu einem sexuellen Abenteuer, aber reicht nicht für eine Beziehung oder Freundschaft, weil man sich nicht viel zu sagen hat.
Wo nur die inneren Werte stimmen, kommt es zu einer Freundschaft. Daraus kann möglicherweise mit der Zeit auch noch mehr entstehen (das ist aber nicht verhandelbar und auch nicht planbar, sondern passiert einfach). Es war dann nicht die Liebe auf den 1. Blick, sondern eine langsam aus Sympathie entstandene Liebe (was überhaupt nicht schlecht ist). Wer online datet, wird aber wohl eher nach dem "Funken sprühen" suchen, daher entstehen solche "Lieben mit der Zeit" eher im real life durch Kontakte im Job oder Freundeskreis, würde ich tippen.
 
R

rosenmann

  • #28
Viele dieser "Freunde" hat man sozusagen "erzwungenermaßen" kennengelernt - durch Schule, Arbeit, etc. Die Frage ist: hättest Du sie auch kennenlernen wollen, wenn Du die Wahl hättest? Wahrscheinlich nicht, wegen mangelnder Attraktivität und Anziehung.

Und über die fehlende Attraktivität und Anziehung diskutieren wir gerade. Genau das habe ich hinterfragt.
Erzwungenermaßen kennengelernt vielleicht, aber dann öfter was zusammen zu unternehmen, privat, ist freiwillig, insofern ist dein Argument quatsch.

Das mit dem Geruch ist ein gutes Beispiel, ich hatte mal eine gute Freundin, die ich sogar recht sexy fand, aber sie hatte einen bestimmten Geruch, den ich nicht mochte. Allerdings war das nun nicht so penetrant, dass ich sie nicht sehen konnte, eher dezent. Beim Kuscheln fällt das doch wesentlich mehr auf als beim gemeinsamen Film gucken etc.