• #1

Anderes Verhalten in Beziehung vs Affäre vs intensive Kennlernphase

In einem anderen Post äußerte sich jemand überzeugt davon, dass man sich "anders verhält", je nachdem, ob man, eine Beziehung oder eine Affäre führt.
Gemeint war wirklich das Verhalten, nicht bloß das Gefühl (verliebt oder nicht verliebt). Und ebenfalls nicht gemeint waren so Selbstverständlichkeiten, wie dass man in einer Beziehung über Zusammenziehen oder Kinder bekommen redet, was man in einer Affäre wohl nicht tun würde.
Es ging auch nicht um eine heimlich geführte Affäre, in der man sich nie zusammen in der Öffentlichkeit zeigt. Gemeinsam mehr eine insgesamt andere Art des sich Verhaltens.
Mir leuchtet das auf Anhieb überhaupt nicht ein bzw verstehe ich überhaupt nicht was damit gemeint sein könnte.
Unabhängig davon, was in dem anderen Beitrag genau gemeint war, möchte ich fragen, wie das allgemein hier im Forum gesehen wird: verhält man sich anders, je nachdem ob man in einer
- Beziehung
- Affäre
- intensiven Kennlernphase (mit intensiv meine ich über mehrere Monate und inklusive Sex)
ist?
Und wenn nicht: sollte man sich jeweils unterschiedlich verhalten, wird unterschiedliches Verhalten erwartet?
 
  • #2
Da ich in einer Anbahnung immer von einer potentiellen Entwicklung zur Partnerschaft ausgehe unterscheide ich in diesem Kontext überhaupt nichts.

Leute die parallel mehrgleisig fahren halten das wahrscheinlich anders.
 
  • #3
Es geht nicht darum, was das Forum meint, es geht ausschließlich darum, was jeder einzelne meint! Ich finde das alles durcheinander gewürfelt, ziemlich chaotisch, strukturlos, sollte, sollte man schon mal gar nicht, man tut das, wozu man gewillt und befähigt ist! Jede Affäre ist unverbindlich, meist unzuverlässlich und offen, jeder kann tun und lassen was er will, ohne verpflichtend zu sein und das zu jeder Zeit, darauf lässt sich nichts anderes bauen! Beziehungen gibt es, im reinen Zweck geführt, mit Ego Vorteile, nicht allein sein können, wirtschaftliche / finanzielle Vorteile etcpp., und es gibt eine Beziehung, die in wahrer und in echter Leben mit 100% Vertrauen und monogam geschieht und zwar auf beiden Seiten gleichermaßen, die sehe ich verbindlich und höchst vertraulich. In einer solchen Beziehung spricht man als Paar ohne Angst haben zu müssen, über jedes Thema, man muss also keine anderen Anlaufstellen aufsuchen, um über intime Probleme zu reden! Wer das tut, hat bereits schon ein Beziehungsproblem, wil es aber noch nicht wissen!
 
  • #4
In einer Anbahnung bin ich zuverlässiger und verbindlicher. Wenn ich den anderen wirklich kennenlernen will und ihn für eine Beziehung attraktiv finde, sehe ich ihn häufiger und regelmäßig und habe täglich Kontakt (Telefonieren oder Schreiben). Zudem teile ich meinen Alltag. Es kommen unzählige Unternehmungen dazu. Miteinbeziehen von Familie und Freunden und so weiter und so fort. Es ist zudem wie der Aufbau einer tiefen Freundschaft. Ich lasse den anderen im mein Innerstes blicken.

Bei einer Affäre treffe ich mich seltener, mal so alle 14 Tage, nicht täglich Kontakt und sage auch schneller mal ab. Kann auch monatelang Funkstille sein und dann wieder aufflammen. Alles mehr so larifari und es beschränkt sich sehr auf ein paar schöne Stunden, Sex, gutes Essen, Wein zB. Der Alltag wird ausgeblendet.

Oder meinst du das Verhalten dem anderen gegenüber WENN man sich gerade sieht? In einer Affäre eventuell etwas distanzierter, oberflächlicher, was mich als Person betrifft. Ich gebe dort nicht viel von mir Preis. Wozu auch? Vielleicht aber auch leidenschaftlicher was das Körperliche betrifft. Darum geht es ja und was anderes will ich nicht von ihm.

W37
 
  • #5
In einer (auch beginnenden) Beziehung verhalte ich mich natürlich anders und verbindlicher als in einer Affäre. Eine Partnerin wird Teil meines Lebens.

Eine monatelange "intensive" Kennenlernphase würde für mich andererseits aber wieder eher Richtung Affäre laufen.
 
  • #6
Bei einer Affäre treffe ich mich seltener, mal so alle 14 Tage, nicht täglich Kontakt und sage auch schneller mal ab. Kann auch monatelang Funkstille sein und dann wieder aufflammen. Alles mehr so larifari und es beschränkt sich sehr auf ein paar schöne Stunden, Sex, gutes Essen, Wein zB. Der Alltag wird ausgeblendet
Da bewundere ich ja fast Menschen, die das so können.
Ich - und vielleicht doch auch viele andere??? - würde mich in so einem Verhältnis extrem komisch fühlen. Alle interessanten, tiefergehenden Themen müsste ich da ja irgendwie „umschiffen“, alle Fragen nach der Zukunft vermeiden, immer einen relativ plötzlichen Abbruch einkalkulieren… fast schon das Gefühl „nichts beim anderen rumliegen lassen“.
 
  • #7
Es gibt unzählig viele Menschen, die können Sex ohne Liebe machen, Liebe total vom Körper trennen, für mich sind solche Leute abgeklärt und abgeschliffen, durch viele Enttäuschungen und Verletzungen, sie geben es zurück, sind darauf noch stolz auf sich!
 
  • #8
verhält man sich anders, je nachdem ob man in einer
- Beziehung
- Affäre
- intensiven Kennlernphase (mit intensiv meine ich über mehrere Monate und inklusive Sex)
ist?
M.E. machst Du einen Denkfehler. Beziehung und Affären sind Beziehungsarten. Eine Kennenlernphase ist keine Beziehungsart, d.h. gehört in die Auflistung nicht hinein. Ich denke, dass die Ausgestaltung der Kennenlernphase abhängig ist von der angestrebten Beziehungsart.

Ich hatte nie Affären, habe immer nur konventionelle monogame Beziehungen angestrebt - und eine LAT.
Wenn ich es in der Retrospektive vergleiche, dann würde ich sagen, dass die Kenennlernphasen vom konventionellen Beziehungen und LAT sich unterscheiden haben, LAT eher so war wie ich mir Affäre vorstelle: unverbindlicher, weniger wichtig, unzuverlässiger. Wenn iich konventionelle beziehungen anstrebte war ich in der Kennenlernphase so, wie ich in cder Beziehung war: zuverlässig....

Und wenn nicht: sollte man sich jeweils unterschiedlich verhalten, wird unterschiedliches Verhalten erwartet?
Mir ist egal, was andere erwarten. Ich habe mich authentisch verhalten: LAT war für mich eine zweitklassige Angelegenheit, nicht zukunftsbezogen und auf Dauer gedacht.
Darum musste ich nicht so achtsam, korrekt etc sein, habe es auch von ihm nicht erwartet.
 
  • #9
Ich hatte nie Affären, habe immer nur konventionelle monogame Beziehungen angestrebt - und eine LAT.
Wenn ich es in der Retrospektive vergleiche, dann würde ich sagen, dass die Kenennlernphasen vom konventionellen Beziehungen und LAT sich unterscheiden haben, LAT eher so war wie ich mir Affäre vorstelle: unverbindlicher, weniger wichtig, unzuverlässiger. Wenn iich konventionelle beziehungen anstrebte war ich in der Kennenlernphase so, wie ich in cder Beziehung war: zuverlässig....
Das zeigt, dass es kein allgemeingültiges Verständnis von Beziehungsvarianten gibt.

Eine Affäre wäre für mich etwas was nebenbei läuft, neben einer Hauptbeziehung oder bis man was besseres gefunden hat oder wo man sich nur zum Sex trifft.

Eine LAT wie ich sie lebe ist eine Partnerschaft ohne, dass man in einem Haushalt zusammen lebt. Du kannst jetzt natürlich sagen, dass ist falsch. Dies ändert aber nichts an meiner Sicht.
 
  • #10
Ja, genau das meine ich.
Oder meinst du das Verhalten dem anderen gegenüber WENN man sich gerade sieht?
Ja, DAS meine ich.
Dass sich Beziehung und Affäre anders anfühlen und man ihnen andere Bedeutung und Wertigkeit beimisst, meinte ich nicht; denn das ist ja irgendwie klar.
Konkret auf die Frage hat mich der Beitrag von Anna1309 #236 im Thread "Flirten der Assistenzarzt - Update" gebracht.

Ich kann selber nur äußerst wenig Affären-Erfahrung vorweisen, bilde mir aber ein, dass das Besondere für mich daran war, dass man sich ebenfalls hält. WIE WENN man eine Beziehung führt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Laleila

Cilia
  • #11
Bei mir sind die Unterschiede relevant, allerdings kommuniziere ich sie nicht, meine Affaire könnte also meinen, es wäre mein normales Verhalten bei Beziehungsanbahnung.

Ich führe nur abgesprochene Telefonate. Ein "Magst Du telefonieren?" über den Messenger vorab ist obligatorisch. Kommen unabgesprochene Anrufe, gehe ich nicht ans Telefon oder äußere mich offensichtlich "verwundert" über die Aktion.
Treffen sind nur extrem spontan, wenn ich anfrage oder bei langer Vorplanung möglich. Es kann jederzeit sein, dass etwas Wichtigeres dazwischenkommt und ich absage.
Ich stelle ihn niemals Familie oder Freunden vor.

Bei einer Affaire bleibe ich nie bis zum Frühstück, gehe immer noch vor Tagesanbruch nach Hause. Es sei denn wir sind zusammen verreist.

An Ausgaben für gemeinsame Unternehmungen beteilige ich mich nicht.

Ich habe mit einem Affairenmann deutlich eher Sex. Meist schon nach 5 oder 6 Dates.

Er darf nie mit zu mir, ich werde bleibe stets unkonkret bei Adressen oder Angaben wie genauer Urlaubsort, Arbeitgeber u.Ä.

Das sind, bei mir, die wichtigsten Unterschiede zu Beziehunganbahnungen.
Kommunikativ gibt es nur sehr marginale Abweichungen. Ich erzähle fast alles über mich, frage auch bei ihm nach ob es was Neues auf Arbeit, im Familien- und Bekanntenkreis gibt.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #12
In einer Affäre eventuell etwas distanzierter, oberflächlicher, was mich als Person betrifft. Ich gebe dort nicht viel von mir Preis. Wozu auch?
Würde ich auch so sehen. Da ich keine Gefühle für ihn hege, habe ich logischerweise kein Bedürfnis nach emotionaler Nähe und die zeigt sich bei mir zum einen im „bedeckt halten“ (wobei ich generell wenig über meine Gefühle spreche) und zum anderen darin, dass ich auch körperlich kaum Nähe suche - bis auf den Sex logischerweise.

Ich bin der kinästhetische Typ, der seine Zuneigung primär durch Körperlichkeiten ausdrückt - fehlt die, zeigt sich das logischerweise in meinem Verhalten ihm gegenüber.
 
  • #13
Mir leuchtet das auf Anhieb überhaupt nicht ein bzw verstehe ich überhaupt nicht was damit gemeint sein könnte.
? Das wiederum finde ich höchst irritierend
Unabhängig davon, was in dem anderen Beitrag genau gemeint war, möchte ich fragen, wie das allgemein hier im Forum gesehen wird: verhält man sich anders, je nachdem ob man in einer
- Beziehung
- Affäre
- intensiven Kennlernphase (mit intensiv meine ich über mehrere Monate und inklusive Sex)
ist?
Äh..ja?
Der Erwartungshorizont ist anders, die Bereitschaft sich einzulassen usw.
Affäre:
Also für mich definiert das eine Zeit der schönen Stunden.
Da will ich nichts über seine schwere Kindheit, dem stressigen Job oder um langwierigen Wirrungen um Zukunftspläne umzusetzen wissen. Umgekehrt erfährt auch der andere nichts davon.
Es geht um Spass .
Ein Treffen ist eher ein Event.
Man ist frisch gewaschen, rausgeputzt und setzt ein freudiges Gesicht auf.

Beziehung ist Nähe suchen. Auch seelisch.
Austausch auf allen Ebenen.

Was soll ein intensives Kennenlernen mit Sex über Monate? Tut mir leid, das ist doch ein hinhalten.
Entweder du willst Beziehung und diejenige könnte es sein, dann ist das auch keine Garantie für dauerhafte Passung. Oder du sagst, es ist was lockeres
 
  • #14
Bei Affären war ich stets sorgloser mit dem, was ich über mich preisgegeben habe. Das lag wohl daran, dass es mir so ziemlich egal war, was er über mich denkt, weil ich ja sowieso keine Beziehung mit ihm wollte. Umgekehrt genauso. Die Männer waren irgendwie offener mit dem, was sie über sich erzählt haben.

Und so hat es sich ergeben, dass ich bei vielen Affären einen wesentlich näher intim vertrauliches Verhältnis zu der Person hatte, als er so mancher Beziehung.

Das ist schon irgendwie kurios war mir bis eben auch gar nicht so wirklich bewusst.
 
  • #15
Ich habe gerade doch etwas länger über Deine Worte nachgedacht und würde Dich gerne an meinen Gedanken teilhaben lassen:

Meine erste Sicht auf Deine drei Begriffe war:
Die Kennenlernphase ist ja normalerweise die Phase, wo Schmetterlinge im Bauch sind und alles wundervoll ist. Man ist wahnsinnig neugierig aufeinander. Mal aus meiner Sicht vereinfacht: Man ist verliebt.

Eine Beziehung würde ich da eher als etwas Gemeinsames sehen, wo dann auch mittelfristig das "Wir" im Vordergrund steht. Attribut: Liebe und mittelfristig Gewohnheit.

Eine Affäre hat nicht unbedingt den Schwerpunkt etwas gemeinsames zu (er)schaffen. Attribut: Eher kurzfristig bis mittelfristig.

Je mehr ich darüber nachgedacht habe, desto mehr kann man die Begriffe gar nicht so schwarz / weiß abgrenzen. Im Gegenteil. Eine Beziehung kann ja sehr unterschiedliche Arten haben zB kann eine Fernbeziehung auch ohne Gemeinsamkeit sein. Auch in einer Beziehung kann man sehr lange die Neugierde aufrecht erhalten Usw.

Ich denke, es kommt gar nicht auf die drei Begrifflichkeiten an, sondern darauf, was man aus dem Kontakt macht. Du hast das Wort "Erwartung" in den Mund genommen. Das würde ich einmal ganz nach hinten verfrachten: Ich denke, es gibt da kein richtig oder falsch. Es hängt davon ab, was beide daraus machen (wollen) und es ist wichtig, dass es sich für einen gut anfühlt.

Die Attribute halt.
Nicht die Überschrift.
Nicht das, was andere daraus machen wollen oder würden.
 

Laleila

Cilia
  • #16
Affäre:
Also für mich definiert das eine Zeit der schönen Stunden.
Da will ich nichts über seine schwere Kindheit, dem stressigen Job oder um langwierigen Wirrungen um Zukunftspläne umzusetzen wissen. Umgekehrt erfährt auch der andere nichts davon.
Interessant wie unterschiedlich das ist.
Mich interessiert all dies auch bei einer Affaire, deswegen hatte ich ja so viele, mir ging es immer darum, diese Männer so tief kennenzulernen, wie es sonst nur eine Beziehung erlaubt.
Allerdings halte ich mich, mit Informationen über mein aktuelles Ich, bedeckt. Zeige nur so viel, wie es braucht, damit er sich weitestmöglich öffnet. Ein spannender Balanceakt für mich. Aufregend

Für mich liegt der Spaß im oben Beschriebenen.
Ein Treffen ist eher ein Event.
Man ist frisch gewaschen, rausgeputzt und setzt ein freudiges Gesicht auf.
So sehe ich bei jedem Treffen aus? Egal mit wem aber erst Recht bei dem Mann, der Beziehungswert hat.
Und das freudige Gesicht ist nicht aufgesetzt. Freute ich mich nicht auf mein Gegenüber, träfe ich es nicht.
Beziehung ist Nähe suchen. Auch seelisch.
Austausch auf allen Ebenen.
Ka, das ist für mich eine Affaire allerdings auch.
Was soll ein intensives Kennenlernen mit Sex über Monate?
Mann lebt die Intensität einer schönen nahen, tiefen Beziehung ohne deren langfristige Konsequenzen, ohne den Alltag.

Aber wie gesagt, für mich ist es sehr spannend zu lesen, wie unterschiedlich hier die Intentionen sind.
 
  • #17
Der Erwartungshorizont ist anders, die Bereitschaft sich einzulassen usw.
Ja. DAS ist anders. Aber ist deswegen auch die ART, sich zu verhalten anders?
Was soll ein intensives Kennenlernen mit Sex über Monate? Tut mir leid, das ist doch ein hinhalten.
Das verstehe ich nicht: Beide halten sich gegenseitig hin, oder wie? Warum soll man sich nicht über einen längeren Zeitraum hinweg kennenlernen können/wollen - mit Sex?
Entweder du willst Beziehung und diejenige könnte es sein, dann ist das auch keine Garantie für dauerhafte Passung. Oder du sagst, es ist was lockeres
Dieses Entweder-Oder verstehe ich nicht.
Die Kennenlernphase ist ja normalerweise die Phase, wo Schmetterlinge im Bauch sind und alles wundervoll ist. Man ist wahnsinnig neugierig aufeinander. Mal aus meiner Sicht vereinfacht: Man ist verliebt.
Hier werden Kennlernphase und Verliebtheitsphase gleichgesetzt. Nach meiner Ansicht muss beides einander überhaupt nicht entsprechen. Ich kenne viele Kennenlernphasen, in denen beide sich kennenlernen wollten aber entweder einer von beiden oder sogar beide sich nicht verliebt haben. Oder natürlich doch beide. Dann kann es wundervoll sein. Sonst kann es auch grauenhaft sein.
 
  • #18
M.E. machst Du einen Denkfehler. Beziehung und Affären sind Beziehungsarten. Eine Kennenlernphase ist keine Beziehungsart, d.h. gehört in die Auflistung nicht hinein
Nach meiner Auffassung ist auch eine Kennenlernphase eine Beziehungsart; "Beziehung" ist dann in einem weiteren Sinne gemeint.
Der Unterschied zur Affäre bzw einer festen Partnerschaft besteht aber darin, dass die letztgenannten als "finale" Arten angelegt sind, die Kennlernphase dagegen soll ausdrücklich "Veränderungspotenzial" haben.
Ich führe nur abgesprochene Telefonate. Ein "Magst Du telefonieren?" über den Messenger vorab ist obligatorisch. Kommen unabgesprochene Anrufe, gehe ich nicht ans Telefon oder äußere mich offensichtlich "verwundert" über die Aktion.
Treffen sind nur extrem spontan, wenn ich anfrage oder bei langer Vorplanung möglich. Es kann jederzeit sein, dass etwas Wichtigeres dazwischenkommt und ich absage.
Ich stelle ihn niemals Familie oder Freunden vor.

Bei einer Affaire bleibe ich nie bis zum Frühstück, gehe immer noch vor Tagesanbruch nach Hause. Es sei denn wir sind zusammen verreist.
Danke für diese tollen Beispiele!
Das Telefonbeispiel ist tatsächlich eine unterschiedliche Verhaltensart.
Das Übernachtungsbeispiel eher nicht, denn es gibt ja die Ausnahme beim gemeinsamen Verreisen.
Dass man sich nicht der Familie (und Freunden) als Affäre vorstellt, betrifft eher nicht die von mir gemeinte Verhaltensart sondern beschreibt, WAS man zusammen (nicht) macht; nicht WIE man etwas zusammen macht.
Nochmal zum Telefonbeispiel: handhabst du das bei jeder Affäre so oder nur bei denen, die du NEBEN eine Beziehung führst?

@Joggerin: danke für diesen "gegenläufigen" Beitrag.
Ähnliches habe ich an mir beobachtet: manchmal ist es leichter, sich einem Fremden gegenüber auszusprechen/zu öffnen, als jemandem gegenüber, dem man wieder und wieder begegnen wird
 

Laleila

Cilia
  • #19

Das Übernachtungsbeispiel eher nicht, denn es gibt ja die Ausnahme beim gemeinsamen Verreisen.
Sehe ich nicht so, denn die Ausnahme ist ja, inhärenter, Bestandteil der Regel.

Dass man sich nicht der Familie (und Freunden) als Affäre vorstellt, betrifft eher nicht die von mir gemeinte Verhaltensart sondern beschreibt, WAS man zusammen (nicht) macht; nicht WIE man etwas zusammen macht.
Nein, denn ich lasse mich durchaus, wenn auch nicht besonders gern, von ihm vorstellen, allerdings stelle ich ihn meinem sozialen Umfeld definitiv vor.
Hier geht es mir um mein abweichendes Verhalten, nicht um seines, denn, wie schon beschrieben, thematisierte ich den Status Affäre nie. Würde, was sehr selten passierte, direkt nachgefragt, welcher Art diese Beziehung sei, beendete ich sie direkt. Das nahm ihr den Reiz für mich.
Nochmal zum Telefonbeispiel: handhabst du das bei jeder Affäre so oder nur bei denen, die du NEBEN eine Beziehung führst?
Nein, bei jeder Affaire. Ein Beziehungspartner ist Teil meines Lebens und hat, als solcher, jederzeit Zutritt, in jeden Bereich meines Seins.
Was für einen Affairenmann nicht zutrifft.
 
  • #20
In einer Anbahnung bin ich zuverlässiger und verbindlicher. Wenn ich den anderen wirklich kennenlernen will und ihn für eine Beziehung attraktiv finde, sehe ich ihn häufiger und regelmäßig und habe täglich Kontakt (Telefonieren oder Schreiben). Zudem teile ich meinen Alltag. Es kommen unzählige Unternehmungen dazu. Miteinbeziehen von Familie und Freunden und so weiter und so fort. Es ist zudem wie der Aufbau einer tiefen Freundschaft. Ich lasse den anderen im mein Innerstes blicken.

Bei einer Affäre treffe ich mich seltener, mal so alle 14 Tage, nicht täglich Kontakt und sage auch schneller mal ab. Kann auch monatelang Funkstille sein und dann wieder aufflammen. Alles mehr so larifari und es beschränkt sich sehr auf ein paar schöne Stunden, Sex, gutes Essen, Wein zB. Der Alltag wird ausgeblendet.

Oder meinst du das Verhalten dem anderen gegenüber WENN man sich gerade sieht? In einer Affäre eventuell etwas distanzierter, oberflächlicher, was mich als Person betrifft. Ich gebe dort nicht viel von mir Preis. Wozu auch? Vielleicht aber auch leidenschaftlicher was das Körperliche betrifft. Darum geht es ja und was anderes will ich nicht von ihm.

W37
Da man sich für jemanden in einer Beziehung anders interessiert (anderer Fokus) als bei einer Affäre ist es logisch, dass man sich anders verhält. 😄
 
  • #21
Da man sich für jemanden in einer Beziehung anders interessiert (anderer Fokus) als bei einer Affäre ist es logisch, dass man sich anders verhält. 😄
Ich finde das ganz und gar nicht "logisch".
Ich stelle mir eine Affäre wie eine Beziehung vor abzüglich aller Zukunftsplanungen (Zusammenziehen, gemeinsames Konto, Kinder kriegen u.ä.) und abzüglich das Versprechens, dass es "für immer" ist. Unter Umständen auch abzüglich von "Liebe", aber es geht auch gut mit, z.b wenn jemand in die Affäre verliebt ist, aber aus welchen Gründen auch immer seine "offizielle Beziehung" nicht beendet.

Hier geht es mir um mein abweichendes Verhalten, nicht um seines, denn, wie schon beschrieben, thematisierte ich den Status Affäre nie. Würde, was sehr selten passierte, direkt nachgefragt, welcher Art diese Beziehung sei, beendete ich sie direkt
Interessant - wie muss ich mir das konkret vorstellen? Die Männer wissen nicht, dass sie eine Affäre haben? Wie soll das gehen? Die können ja weder denken, dass sie "nichts" mit dir haben und die werden doch auch nicht alle denken, du bist ihre "offizielle Beziehung"?!
 
  • #22
Ich finde das ganz und gar nicht "logisch".
Ich stelle mir eine Affäre wie eine Beziehung vor abzüglich aller Zukunftsplanungen (Zusammenziehen, gemeinsames Konto, Kinder kriegen u.ä.) und abzüglich das Versprechens, dass es "für immer" ist. Unter Umständen auch abzüglich von "Liebe", aber es geht auch gut mit, z.b wenn jemand in die Affäre verliebt ist, aber aus welchen Gründen auch immer seine "offizielle Beziehung" nicht beendet.
Für den Sammelbegriff Affäre gibt es keine allgemein gültige und verbindliche Definition. Daher passt für dich deine Definition und für andere deren Definition.
Interessant - wie muss ich mir das konkret vorstellen? Die Männer wissen nicht, dass sie eine Affäre haben? Wie soll das gehen? Die können ja weder denken, dass sie "nichts" mit dir haben und die werden doch auch nicht alle denken, du bist ihre "offizielle Beziehung"?!
Wesentlich ist wie man selbst seine Beziehung einordnet. Jemand kann denken, dass er in einer Partnerschaft ist, während sein "Partner" weiß, dass er eine Affäre hat.

In manchen Konstellationen gibt es dazu bereits am Beginn eine Klärung, in einigen ist so eine Klärung nicht nötig und in anderen endet es damit, dass einer furchtbar überrascht und enttäuscht ist, wenn er erkennt, dass er Teil einer Affäre war.

Über solche Enttäuschungen gibt es hier einige Threads

Es gibt halt für Affären kein Handbuch in dem alles detailliert geklärt ist und nachgelesen werden kann.
 
  • #23
Bei mir war es einfach so, dass die Affären sich sowieso in mich verliebten, von daher war ihr Verhalten immer ziemlich gleich denen einer Art Beziehungsanbahnung, obwohl beiden Seiten klar war, dass es nicht die klassische Beziehung wird, da Zweitbeziehung. (So oft wie möglich sehen, Urlaube, viel reden,)Normale Affären hatte ich auch, da war es aber dermassen langweilig, also wie beschrieben, seltenes sehen und schreiben, dass es sehr schnell aufgegeben wurde, da es ja viel Besseres gab.
 
  • #24
Wesentlich ist wie man selbst seine Beziehung einordnet. Jemand kann denken, dass er in einer Partnerschaft ist, während sein "Partner" weiß, dass er eine Affäre hat.

In manchen Konstellationen gibt es dazu bereits am Beginn eine Klärung, in einigen ist so eine Klärung nicht nötig und in anderen endet es damit, dass einer furchtbar überrascht und enttäuscht ist, wenn er erkennt, dass er Teil einer Affäre war.
Ja, ich glaube auch, dass das durchaus so ist, wie du beschreibst.
Die naheliegende Schlussfolgerung daraus ist für mich, dass sich das VERHALTEN von Personen eben gerade nicht danach unterscheiden lässt, ob sie eine Beziehung oder Affäre zu führen meinen. Denn würde man schon am Verhalten des anderen erkennen, wie dieser es betrachtet, bräuchte es ja gar keinen klärungsbedarf.

Wesentlich ist wie man selbst seine Beziehung einordnet.
Genau. Was es ist, wird durch einen Akt der einseitigen oder gemeinsamen "Einordnung " festgelegt. Selbst die einseitige Einordnung wäre völlig überflüssig, wenn durch die Art des Verhaltens bereits offensichtlich wäre, welche Beziehungsart es ist.
 
  • #25
Was es ist, wird durch einen Akt der einseitigen oder gemeinsamen "Einordnung " festgelegt. Selbst die einseitige Einordnung wäre völlig überflüssig, wenn durch die Art des Verhaltens bereits offensichtlich wäre, welche Beziehungsart es ist.
Die Beziehungsart muss eben nicht für Beide eindeutig sein.
Bei mir war es einfach so, dass die Affären sich sowieso in mich verliebten,
ich denke von mir, dass ich mich nicht verliebe, aber ich habe immer den Fokus auf eine partnerschaftliche Struktur. Ich suche bzw. finde Zusammenhalt als Paar.

Eindeutige Affären- oder ONS Angebote habe ich daher immer abgelehnt weil ich denke, dass ich mich dadurch selbst verletzen würde.
von daher war ihr Verhalten immer ziemlich gleich denen einer Art Beziehungsanbahnung,
Das würde dann bei mir zur Fehleinschätzung führen, dass die folgende Klarheit ein Irrtum war und mehr möglich ist
obwohl beiden Seiten klar war, dass es nicht die klassische Beziehung wird,
du weisst ausschließlich was für dich klar ist. Was für den anderen klar ist kannst du nur spekulieren.
Sofern die Erstbeziehung für Beide eindeutig offen ist stehe ich dem neutral ggü. Sofern der Erstbeziehungspartner getäuscht wird gehe ich bezüglich des Affärensuchers von einer aus meiner Sicht toxischen Person aus.

Mit einer von mir als toxisch eingeschätzten Person würde ich keine Anbahnung versuchen. Egal ob es um eine Affäre oder Partnerschaft geht.

Dass du auch noch stolz darauf bist, dass sich deine Affären wider besseren Wissens in dich verlieben und dies genießt, bestätigt mein Bild.

Für grundsätzlich distanzierte und partnerschaftlich desinteressierte Affärensucher, die Verliebtheit als Kick immer wieder neu brauchen, bist du aber sicher ideal.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #26
Die Beziehungsart muss eben nicht für Beide eindeutig sein.
Stimmt.
Wenn es für einen von beiden unklar ist, welche Beziehungsart der andere der Beziehung beimisst, dann liegt diese Unklarheit daran, dass der eine am Verhalten des anderen eben nicht ablesen kann, wie der andere es sieht. Und daraus würde ich ablesen, dass das SIch-Verhalten eben nicht unterschiedlich ist in Beziehung, Affäre oder sonstigem.
 
  • #27
Wenn es für einen von beiden unklar ist, welche Beziehungsart der andere der Beziehung beimisst, dann liegt diese Unklarheit daran, dass der eine am Verhalten des anderen eben nicht ablesen kann, wie der andere es sieht.
Ja und zwar weil:
- er nicht weiß, wie der andere in einer Beziehung ist. Er kennt ja den Unterschied nicht
- er nicht erkennen will, das der andere ev nicht so begeistert ist.

Und daraus würde ich ablesen, dass das SIch-Verhalten eben nicht unterschiedlich ist in Beziehung, Affäre oder sonstigem.
Das ist der absolut falsche Schluss.
 
  • #28
Ja und zwar weil:
- er nicht weiß, wie der andere in einer Beziehung ist. Er kennt ja den Unterschied nicht
- er nicht erkennen will, das der andere ev nicht so begeistert ist.

Das ist der absolut falsche Schluss
OK, leuchtet mir ein: ich lerne jemand anderen immer nur so kennen, wie ich ihn halt kennenlerne. Ob der andere, wenn ich nicht dabei bin, gegenüber jemand Drittem sich ganz gleich oder ganz anders verhält und das Verhältnis zu dem dritten Beziehung oder Affäre nennt, weiß ich dann nicht.

Für den Sammelbegriff Affäre gibt es keine allgemein gültige und verbindliche Definition
Eine allgemeingültige, verbindliche Definition von Affäre gibt es vielleicht nicht, aber ein normales Wortverständnis schon. Dass zu einer Affäre keine gemeinsam zukunftsplanungen wie zusammenziehen oder Kinder kriegen gehören, dürfte quasi allgemeinverbindlich sein. Auch dass man der Affäre nicht das Versprechen gibt, es ist "für immer" dürfte Konsens sein.
Mir ging es ursprünglich gar nicht und Definitionsfragen. Mir ging es darum, ob man am Verhalten des anderen erkennen kann, ob dieser das ganze als Beziehung, als noch- kennenlernen oder als Affäre betrachtet.
 
  • #29
Das zeigt, dass es kein allgemeingültiges Verständnis von Beziehungsvarianten gibt.
Damit hast Du Recht, jeder handhabt das nach seinen Präferenzen anders. Affäre muss für mich z.B. nicht zwangsläufig für mindestens einen neben einer festen Beziehung laufen sondern kann es auch zwischen 2 Singles geben.

Eine LAT wie ich sie lebe ist eine Partnerschaft ohne, dass man in einem Haushalt zusammen lebt. Du kannst jetzt natürlich sagen, dass ist falsch. Dies ändert aber nichts an meiner Sicht.
Sage ich nicht und Du musst nicht umdenken.
Wenn ich mich für jemanden entschieden habe, dann möchte ich auch mit ihm den schnöden Alltag erleben.
Darum ist LAT für mich zweitklassig, eher gleichauf mit Affäre (Sonnenscheinbeziehungen) - dauert solange es schön miteinander ist. Und wenn nicht mehr, dann Null Aufwand,für die Trennung, weil: es gibt nichts Gemeinsames, kein Stress mit neuer Wohnungssuche, lückenhaften Möbeln und Schrankinhalten.

Bei mir sind die Unterschiede relevant, allerdings kommuniziere ich sie nicht
Das habe ich bei meiner LAT auch so gesehen: war für mich nicht so wichtig - eine Geschichte mit viel innerer Distanz. In Beziehungen bin ich sehr transparent, sage was ich mache und warum.
Bei der LAT nicht, da war meinerseits viel irrelevantes Geplapper, Unterhaltung halt, nichts Persönliches, nichts Substanzielles.

Kommen unabgesprochene Anrufe, gehe ich nicht ans Telefon.....
Treffen sind ... bei langer Vorplanung möglich. Es kann jederzeit sein, dass etwas Wichtigeres dazwischenkommt und ich absage..... Ich stelle ihn niemals Familie oder Freunden vor...... An Ausgaben für gemeinsame Unternehmungen..... ich werde bleibe stets unkonkret bei Adressen...
Genau so war es mit meiner LAT auch: nur meinen Anteil an den Rechungen habe ich selber bezahlt.
Meine Adresse kannte er, weil wir uns wegen der schöneren Wohnung und schöneren Lage bei mir getroffen haben, den gewünschten Schlüssel bekam er allerdings nicht.
Persönliche Dinge durfte er auch nicht in meiner Wohnung lassen.
Als ich meinen Mann kennelernte war es halt schön, trotz der Fernbeziehung seine Dinge in meiner Wohnung zu haben. Auch wenn er nicht da war das wissen: da gibt es jemanden.
 
  • #30
Ja. DAS ist anders. Aber ist deswegen auch die ART, sich zu verhalten anders?
Sicher. Mit dem Erwartungshorizont: ist nichts von Dauer fühle ich mich doch viel weniger verpflichtet in Sachen Korrektness.

Mein Mann weiß vorher, wann anrufen nichts bringt, weil ich mit wichtigem befasst bin (Transparenz). Wenn er dann doch anruft, dann gehe ich auch ans Telefon. Ich kenne ihn aufgrund von gegenseitiger Nähe und kann einschätzen: das ist jetzt wichtig.
Beim LAT-Mann bin ich nicht ans Telefon gegangen, selbst wenn ich zuhause war und Zeitzung gelesen habe - da war die Zeitung situativ wichtiger.

Nach meiner Auffassung ist auch eine Kennenlernphase eine Beziehungsart...... die Kennlernphase dagegen soll ausdrücklich "Veränderungspotenzial" haben.
Wenn der Andere das genauso sieht und versteht kann es funktionieren.
Bei mir war es anders: er hatte zu Anfang gesagt, für ihn geht nur LAT und so habe ich LAT nach meinen Bedürfnissen ausgestaltet - ihn nicht zu nah ranlassen, wenn auch er mit Vorbehalten agiert.

Die Sache ist übrigens sang- und klanglos auseinander gegangen, emotional wirkungslos, weil es keine Nähe gab und alles oberflächlich blieb.
Es war mir vollkommen egal als wir uns nicht mehr trafen, weil alles gemeinsam Erlebte unwichtig war, nur situativen Unterhaltungswert hatte.

Und daraus würde ich ablesen, dass das SIch-Verhalten eben nicht unterschiedlich ist in Beziehung, Affäre oder sonstigem.
Das ist eine nicht nachvollziehbare Schlussfolgerung. Wie kommst Du jetzt darauf?
 
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