• #61
Aber dafür kann es keine objektive Begründung geben, sondern einfach nur deine rein subjektive Wertung. Einen Zusammenhang zu konstruieren, wo keiner ist, ist miraculöses Denken.
Ist mir egal. Ich mache was sich für mich gut anfühlt mit einem Mann der das genauso sieht.
Gegen ab und an mal Miracoli ist auch nichts einzuwenden - grad im Urlaub nicht, wenn man einen Tag verchillen will.

Also mir ist wichtig, wie meine Freundin die Beziehung sieht...
Mir ist wichtig, dass mein Mann und ich das Gleiche in der Beziehung sehen, die gleichen Bedingungen brauchen um uns miteinander wohlzufühlen und miteinander die gleichen Vorstellungen/Ziele haben. Sonst hätten wir nicht geheiratet.

Wenn ich zu konkrete Vorstellungen davon habe, wie es funktionieren sollte, habe ich mich schon schon von vorne herein selbst beschränkt und kann damit weniger zum Gelingen der Beziehung beitragen
Ich nicht, ich bin alt genug um zu wissen was für eine Beziehung ich brauche und finde es beschränkt, wenn ich was mache, was nicht gut für mich ist.
Keine Beziehung zu haben ist für mich weniger Einschränkung als eine nicht passende. Ich habe beides durch, ich weiß das.

Je weniger ich mich selbst beschränke, desto mehr Freiheit gewinne ich. Und zwar Freiheit FÜR die Beziehung.
Ich habe für mich festgestellt, dass wider besseren Wissens LAT anzufangen eher weniger Freiheit, mehr Beschränkung für mich war und manche meiner Ausflüchte wenn ich keine Lust hatte waren sogar beschränkt :cool: .
 

Laleila

Cilia
  • #62
Sehe ich nicht so. Aber was ist schon wahre Liebe?
Perfektion in der Beziehung und Liebe wie @Laleila sie beschreibt halte ich für eine Illusion aber schön wenn diese Illusion lange währt.
Nun, sollte diese Illusion das Leben aller Beteiligten überdauern, wäre ich vermessen genug, das gelebte Realität zu nennen. 😉
 
  • #63
Also mir ist wichtig, wie meine Freundin die Beziehung sieht (und ihr ist wichtig, wie ich es sehe). Ob sie sie als vorbehaltlose Beziehung möchte. Und dann muss man halt gucken, wie man es gemeinsam zum Funktionieren bringt. Wenn ich zu konkrete Vorstellungen davon habe, wie es funktionieren sollte, habe ich mich schon schon von vorne herein selbst beschränkt und kann damit weniger zum Gelingen der Beziehung beitragen. Je weniger ich mich selbst beschränke, desto mehr Freiheit gewinne ich. Und zwar Freiheit FÜR die Beziehung.
Du beschreibst einen sicheren Umgang mit Beziehung

Es gibt verschiedene Beziehungstypen. Den sicheren, den vermeidenden (der seine Schwierigkeiten mit Nähe hat) und den ängstlichen (mit Verlustängsten, welche aber auch dazu führen können, dass man Beziehung meidet).

Geprägt wird dies z.T. in der Kindheit, meist in der Interaktion zwischen Eltern und Kindern. Aber es besteht im Laufe eines Lebens durchaus Änderungspotential.
 

Laleila

Cilia
  • #64
Ich glaube hier liegt der eigentliche Knackpunkt:
Also mir ist wichtig, wie meine Freundin die Beziehung sieht (und ihr ist wichtig, wie ich es sehe). Ob sie sie als vorbehaltlose Beziehung möchte. Und dann muss man halt gucken, wie man es gemeinsam zum Funktionieren bringt.
Und Vikky, bringt auch meine Sichtweise auf den Punkt, wenn sie schreibt:
Mir ist wichtig, dass mein Mann und ich das Gleiche in der Beziehung sehen, die gleichen Bedingungen brauchen um uns miteinander wohlzufühlen und miteinander die gleichen Vorstellungen/Ziele haben. Sonst hätten wir nicht geheiratet.

Es gibt Gründe warum man mit einem Menschen eine Beziehung eingehen möchte und oben beschriebener ist für mich essenziell.
Ich möchte doch nicht auf Teufel komm raus, irgendeine Beziehung mit irgendwem und wenn es nicht passt, wird es eben passend gemacht.
Freiheit in einer Beziehung fühle ich, wenn sich keiner der Beteiligten dafür verbiegen muss.
Maximale Grundpassung sorgt demzufolge für maximale Freiheit für jeden der Beziehungspartner.
Finde ich niemanden, der aufgrund seiner Bedürfnisstruktur zur mir passt, bleibe ich lieber Single, denn:
Keine Beziehung zu haben ist für mich weniger Einschränkung als eine nicht passende.
 
  • #65
Welche Bedingen stellst du an deine Kinder dafür, dass du sie liebst? Wenn du keine hast, stell dir vor du hättest welche.
Bedingungslose Liebe.

Jemanden dafür toll zu finden weil er alles so macht wie es mir gefällt, wird für einige eine Beziehungsbedingung sein.

Mit Liebe hat das aber nichts zu tun. Das ist eine Art großzügiges Tringeld wenn Essen und Service hervorragend sind.

Es gibt natürlich jene die wenn es nicht so läuft wie sie es sich vorstellen sagen "Du liebst mich nicht mehr" oder zu unartigen Kindern "Habt ihr Mutti nicht mehr lieb" oder "Jetzt hat Mutti euch nicht mehr lieb".

Das nennt man emotional Erpressung. Da ist keine Liebe.
Nun, sollte diese Illusion das Leben aller Beteiligten überdauern, wäre ich vermessen genug, das gelebte Realität zu nennen. 😉
Was Illusion und was Realität ist wird durch Krisen auf die Probe gestellt. Krankheit z.B.

Was Krisen übersteht war und ist real.
 
  • #66
Ich nicht, ich bin alt genug um zu wissen was für eine Beziehung ich brauche und finde es beschränkt, wenn ich was mache, was nicht gut für mich ist.
Keine Beziehung zu haben ist für mich weniger Einschränkung als eine nicht passende. Ich habe beides durch, ich weiß das.
Klar du weisst was für dich richtig ist und ziehst das durch. Da bist möglicherweise noch fokussierter als andere.

Ein Partner-Kandidat passt sich dem an oder lässt das sein. Passt er sich an nennst du das Passung. Die ist aber nicht Gott gegeben sondern liegt an der Kompromissfähigkeit und dem Kompromisswillen des Partners.

Besser wäre es aber wenn beide Partner aufeinander zu gehen und dies eben nicht einseitig ist. Das kann man negieren wenn man sein eigener Weltmaßstab ist.

Zumindest sehe ich das bei einem Paar im Bekanntenkreis. Ihre besondere Eigenschaft ist Asperger. Er hätte gern mehr Kontakt mit uns. Uns ist das dafür notwendige Verhalten aber zu anstrengend.
 

Laleila

Cilia
  • #67
Welche Bedingen stellst du an deine Kinder dafür, dass du sie liebst? Wenn du keine hast, stell dir vor du hättest welche.

Bedingungslose Liebe.
Bedingungslose Liebe wird es nur vom Kleinstkind zur Mutter geben.
Eltern SOLLTEN ihre Kinder bedingungslos lieben und viele tun das anfänglich auch. Die bittere Realität sieht leider auch hier sehr oft anders aus.
Ich hätte an mich den Anspruch meine Kinder bedingungslos zu lieben und wenn es mir nicht gelänge, alles dafür zu tun, dass meine Kinder sich, zumindest, bedingungslos geliebt fühlen.
Doch selbst das ist in der gelebten Praxis, leider nur ein hehres Ideal.
Jemanden dafür toll zu finden weil er alles so macht wie es mir gefällt, wird für einige eine Beziehungsbedingung sein.

Mit Liebe hat das aber nichts zu tun.
So, weg von den Kindern, hin zur partnerschaftlichen Liebe, es ist für eine sinnvolle Debatte wesentlich, hier bewusst zu unterscheiden.

Natürlich braucht eine, für mich gesunde, Liebe einen Rahmen.
Jemanden zu lieben, der einen verachtet, hasst, klein macht u.Ä. ist behandlungswürdig, eine ungesunde Form der emotionalen Abhängigkeit.
Zum Rahmen meiner Liebe gehört u.A. Gegenseitigkeit.

Davon abgesehen gibt es nicht die eine, definierte, wahre Liebe. Auch wenn einige ganz gernmal für sich in Anspruch nehmen, ihre subjektive, sehr persönliche und willkürliche Definitipn davon, sei generalisierbare und entspringen dem Quell der Wahrheit.

Es gibt natürlich jene die wenn es nicht so läuft wie sie es sich vorstellen sagen "Du liebst mich nicht mehr" oder zu unartigen Kindern "Habt ihr Mutti nicht mehr lieb" oder "Jetzt hat Mutti euch nicht mehr lieb".
Ja, das ist eine schlimmes Spiel mit den Urängsten der Menschen und im Ansatz schon, alles andere als gesund.
Das ist emotionaler Mißbrauch, psychische Gewalt. Vor allem in Eltern - Kind- Beziehungen, aber auch in ungesunden Formen von Beziehungsabhängigkeiten.

Das nennt man emotional Erpressung. Da ist keine Liebe.
Stimmt. Das bestreitet hier auch keiner und es hat gar nichts damit zu tun, das partnerschaftliche Liebe einen, persönlich festgelegten, Rahmen braucht.
Was Du hier gerade betreibst, ist eine unsaubere rhetorische Vermengungung von Begrifflichkeiten, welche nur auf einem gleichlautenden Wort beruhen, das wiederum selbst nur ein loser Oberbegriff, einander ähnelnder, emotionaler Nenner, ist.
Was Illusion und was Realität ist wird durch Krisen auf die Probe gestellt. Krankheit z.B.
Nun, dann musst Du die Liebe, welche ich lebe und erlebe als Realität anerkennen, denn das was Du hier Krisen bezeichnest, gab es viele und unsere Liebe überstand sie, ohne auch nur minimal ins Wanken zu geraten.
 
  • #68
Ich weiss nicht ob noch jemand das so sehen kann - ich sehe es so:
Jede Situation hat ihr Gutes. Und ein paar Nachteile .....
Wir wollen das Gute bewahren, die Nachteile möglichst eliminieren.
Kennen lernen - eine Phase, die wir weniger hatten, da wir uns schon lange kannten .....
Dennoch, diese Neugier auf die Frau, dieser Stolz, sie gewonnen zu haben, diese Freude , sie zu sehen ...... (und umgekehrt) .... haben wir bewahrt
Affaire - steht für Leichtigkeit, das Leben geniessen, Unternehmungen, Lebensfreude .....
auch das bleibt uns erhalten - und die Freiheit auch.
Der Status "vergeben" - Loyalität, Zuverlässigkeit, das Zusammengehörigkeitsgefühl, auch die Sorge ums Wohlergehen, Pläne, Unterstützung .....
das haben wir erreicht.

"Beziehung" - das klingt für mich wie "Spiesserehe für Alt 68 er. Das will ich nie haben. Lastenfahrrad, Elterngruppe, Schulförderverein, Diskussionsabende bei billigem Rotwein, möglichst noch Beziehungskiste genannt .... bäh - könnt ihr behalten. So unsexy, so langweilig, so ermüdend

Eine möglichst gute Passung muss sein. Was nicht passt wird passend gemacht - das ist der Spruch der Pfuscher.
 
  • #69
Ein Partner-Kandidat passt sich dem an oder lässt das sein. Passt er sich an nennst du das Passung. Die ist aber nicht Gott gegeben sondern liegt an der Kompromissfähigkeit und dem Kompromisswillen des Partners.
Das würden so ziemlich alle Paartherpeuten gänzlich anders sehen. 70% der Paarkonflikte sind nicht lösbar, weil sie auf der Persönlichkeit des Partners beruhen - hier gilt: take it, or leave it. Also entweder bin ich bereit die Andersartigkeit meines Partners an dem Punkt zu akzeptieren ( oder sogar wertzuschätzen ), oder ich empfinde sie als so störend, dass ich mich damit nicht arrangieren kann.

Paare sollten sich in den sie grundlegend ausmachenden Eigenschaften schon ähneln - ansonsten herrscht zu wenig Harmonie, oder die fehlende Passung muss durch Anpassung kompensiert werden. Was wiederum negative Auswirkungen auf die Partnerschaft haben wird.

Das sind dann die Paare, die in die Praxen kommen und über ein nicht mehr vorhandenes Sexleben klagen. Weil sie sich gegenseitig ihre Individualität aberzogen haben.
 
  • #70
Ein Partner-Kandidat passt sich dem an oder lässt das sein. Passt er sich an nennst du das Passung. Die ist aber nicht Gott gegeben sondern liegt an der Kompromissfähigkeit und dem Kompromisswillen des Partners.

Besser wäre es aber wenn beide Partner aufeinander zu gehen und dies eben nicht einseitig ist. Das kann man negieren wenn man sein eigener Weltmaßstab ist.
Ich würde das hier auch nicht so sehen. Passung bedeutet für mich, dass die Persönlichkeiten zueinander passen, von Anfang an, so wie die beiden Menschen sind; Lebensziele und Lebensstil ebenfalls. Soweit ich weiß ist es erwiesen, dass gleich und gleich besser ist als Gegensätze ziehen sich an, weil eben viel mehr Kompromiss notwendig ist und das auf Dauer anstrengend und kräftezehrend sein kann. Ich habe das selbst aus meiner einen Beziehung gezogen, die eben wirklich nicht "passte" von den Charakteren. Wenn einer immer unter Leuten sein will und der andere nicht, dann ist das im Alltag schwierig auszubalancieren; wenn dann noch andere Unterschiede hinzukommen, wird es auf Dauer stressig.
Das würden so ziemlich alle Paartherpeuten gänzlich anders sehen. 70% der Paarkonflikte sind nicht lösbar, weil sie auf der Persönlichkeit des Partners beruhen - hier gilt: take it, or leave it. Also entweder bin ich bereit die Andersartigkeit meines Partners an dem Punkt zu akzeptieren ( oder sogar wertzuschätzen ), oder ich empfinde sie als so störend, dass ich mich damit nicht arrangieren kann.
Ja, das glaube ich sofort, auch wenn ich dazu nicht die Studienlage kenne. Bei meinen Beziehungen trifft das auf jeden Fall zu. Ich weiß mittlerweile, was ich akzeptieren oder wertschätzen kann an Unterschieden und was ich kräftemäßig einfach nicht hinbekommen würde auf Dauer.
 
  • #71
Soweit ich weiß ist es erwiesen, dass gleich und gleich besser ist als Gegensätze ziehen sich an,
Sehe ich ein wenig anders ......
Manchmal ist es auch die Ergänzung, die genau richtig ist.

Überleg mal Tom und sein Pendant, die "Tomine" .... natürlich würden wir uns gegenseitig pushen und scheisse reich werden. Müssten allerdings jede Woche neues Personal suchen ..... und Ruhe würde niemals einer von uns beiden finden.

Ne du, für Menschen wie mich gibt nur die Ergänzung ein Plus an Lebensfreude
 
  • #72
Sehe ich ein wenig anders ......
Manchmal ist es auch die Ergänzung, die genau richtig ist.

Überleg mal Tom und sein Pendant, die "Tomine" .... natürlich würden wir uns gegenseitig pushen und scheisse reich werden. Müssten allerdings jede Woche neues Personal suchen ..... und Ruhe würde niemals einer von uns beiden finden.

Ne du, für Menschen wie mich gibt nur die Ergänzung ein Plus an Lebensfreude
Das gilt ja auch nie für alle. Aber statistisch ist es so, dass es besser hält auf Dauer, wenn sich die Partner ähnlich sind. Da gibt es Studien, aber es ist auch einfach logisch. Zwei Leute, die absolut unterschiedlich sind, werden miteinander wohl selten glücklich.
https://www.sueddeutsche.de/wissen/psychologie-gleich-und-gleich-liebt-sich-1.287621
https://www.psychologie.ch/gleich-und-gleich-gesellt-sich-gern
Wenn viele Dinge passen und nur z.B. eine Charaktereigenschaft verschieden ist, die aber jeder am anderen mag statt ändern will, kann es auch gut passen. Meine Patentante (extrovertiert) und ihr Mann (introvertiert) sind sehr glücklich miteinander, auch mit Ü80 noch. Sie stimmen aber in allem anderen überein, also Religion, Lebensstil, Einstellungen usw. Ich würde bei ihnen also trotzdem sagen, sie sind sich eigentlich ähnlich in den meisten wichtigen Punkten und unterscheiden sich nur in diesem Bereich.
Ihr beide habt ja dennoch gleiche Einstellungen zum Thema Beziehung; d.h. dass sexuelle Treue nicht sein muss, ihr LAT leben wollt wenn ich mich recht erinnere, und ihr werdet wohl auch in anderen Bereichen viele ähnliche Einstellungen haben, sonst - würde es halt nicht passen oder ständig zu Streit kommen.
Bei meinem Ex kamen in ganz vielen Bereichen mehr und mehr Unterschiede zum Tragen: Er wollte immer viele Leute um sich haben, in Gruppen Urlaub machen, ich nicht. Er wollte ständig neue Sachen ausprobieren, ich bin eher jemand, der Sachen lange und intensiv macht. Er war materialistisch ausgerichtet, redete mehr und mehr über teure Anschaffungen, ich nicht. Er war sehr egoistisch, jemand, der an Schlangen vorbeigeht und sich einfach frech vorn anstellt oder auf der Arbeit so tut, als hätte er mega lange an etwas gearbeitet, was gar nicht stimmte, um gut dazustehen - ich bin das Gegenteil. Er wollte zur High Society gehören, ich nicht. Bei solchen Unterschieden im Charakter und Weltbild würde es fast unmenschlich große Anstrengungen für beide kosten, den anderen so zu akzeptieren, wie er ist. Und es gäbe kaum Schnittmengen im Alltag. Schon ständig Leute um mich zu haben, wenn ich das Wochenende gern mit ihm zu zweit verbracht hätte, hat mich extrem viel Energie gekostet, weil mein Hirn so verdrahtet ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #74
Ein Partner-Kandidat passt sich dem an oder lässt das sein. Passt er sich an nennst du das Passung.... Besser wäre es aber wenn beide Partner aufeinander zu gehen
Das ist doch dummes Zeug. Es gibt ja auch Männer die die gleichen Vorstellungen von Beziehungen haben wie ich. Wenn man das Gleiche will muss man nicht aufeinanderzugehen.
Ich bin mit einem Frauenmagneten verheiraten, nicht mit einem chancenlosen Underdog. Der lässt sich von mir nichts vorgeben.

Mein Mann hatte vor unserer Ehe 3 Langzeitbeziehungen und in allen diesen Beziehungen hat er mit den Frauen in einem gemeinsamen Haushalt gelebt - es ist sein bevorzugtes Lebensmodell. Er ist in so einer Familie aufgewachsen, hattte eine tolle Kindheit und Jugend, seine Geschwister leben so, alle unsere Freunde auch.
Er sieht keinerlei Grund, etwas zu ändern was gut für ihn ist weil der Zeitgeist das so fordert.

Wir haben coronabedingt getrennt leben müssen - fanden wir beide nicht gut. Da fehlte genau: der gemeinsame Alltag, das Hand in Hand wirken ohne viel zu reden und abzustimmen, das uns verbindene jeden Moment leben.
Das es sowas gibt und schön ist, kann ein LATter sich wohl nicht vorstellen.

Zumindest sehe ich das bei einem Paar im Bekanntenkreis. Ihre besondere Eigenschaft ist Asperger. Er hätte gern mehr Kontakt mit uns. Uns ist das dafür notwendige Verhalten aber zu anstrengend.
Ja, dann ist ihm seine Beziehung wichtiger als ihr - ist auch ein Statement. Das hat mit Asberger überhaupt nichts zu tun: uberall im Freundeskreis pflegen Paare unterschiedliche Interessen.

Mein Mann besucht Freunde öfter allein, weil ich meine Erholungszeiten brauche. Das wissen alle und gehen damit um ohne sich brüskiert zu fühlen. Grad wenn man zusammen wohnt hat man so viel gemeinsame Zeit, dass man eben nicht alles zusammen macht.

Daran ist doch meine LAT gescheitert: nicht zusammenleben, beide arbeiten, machen allein ihre Sachen, haben keine Zeit mehr und verlieren sich.
 
  • #75
Ich würde bei ihnen also trotzdem sagen, sie sind sich eigentlich ähnlich in den meisten wichtigen Punkten und unterscheiden sich nur in diesem Bereich.
100%ige Übereinstimmung existiert ja auch nicht. Dafür ist der Mensch dann doch zu komplex.
Bei meinem Ex kamen in ganz vielen Bereichen mehr und mehr Unterschiede zum Tragen:
Da würde mich mal persönlich interessieren, was dich zu Beginn dann überhaupt angezogen/fasziniert hat an ihm?
 
  • #76
100%ige Übereinstimmung existiert ja auch nicht. Dafür ist der Mensch dann doch zu komplex.

Da würde mich mal persönlich interessieren, was dich zu Beginn dann überhaupt angezogen/fasziniert hat an ihm?
Ja, das ist ganz interessant. Das mit dem extrovertiert war mir einfach noch nicht klar und ihm auch nicht, dass das zu Problemen führt. So einen großen Unterschied hatten wir beide vorher nie in einer Beziehung. Haben wir beide draus gelernt - einen so gegensätzlichen Partner schließen wir gleich aus beim nächsten Mal.
Der andere Teil hat sich erst mit der Zeit bei ihm noch mehr in die Richtung entwickelt. Als ich ihn kennenlernte, war er noch Praktikant nach dem Studium, hatte noch nicht viel, keine Connections und kein Geld. Das Interesse an Macht, Geld und Status kam dann während der drei Jahre mehr und mehr auf. Sachen wie, dass er an allen Schlangen einfach vorbeiläuft und sich vorn anstellt, oder sich selbst für den allertollsten hält (extrem großes Ego) kamen auch erst später deutlich raus - wir hatten eine Fernbeziehung, da sieht man ja auch viel alltägliches nicht. Aber ich denke, wir beide waren grad am Abschluss der 20er, d.h. wo man wirklich zu der Persönlichkeit wird, die man sein will, und diese Entwicklung ging dann auch noch mehr auseinander. Aber ich hätte das auf jeden Fall früher merken können. Ich glaube, ich dachte damals aber auch noch, man kann solche Unterschiede überwinden und man muss auch nicht so total krass verliebt sein wie in den ersten Freund. Für mich habe ich gemerkt: stimmt nicht, ich muss wirklich richtig verliebt sein, wie ich es jetzt bei meinem Mann wieder bin, und ich kann nur einen kleineren Teil Unterschiede akzeptieren, sonst muss ich mich ja völlig verrenken, dass es passt :)
Der Großteil meiner Freunde mochte ihn übrigens nicht, das wäre mir jetzt auch eine Warnung.
100%ige Übereinstimmung existiert ja auch nicht. Dafür ist der Mensch dann doch zu komplex.
Ja, und das wäre dann auch ziemlich öde, denke ich :)
 

Laleila

Cilia
  • #77
Ich bin auch eher der Ergänzungs-Theorie-Anhänger.
Für mich ist eine gut laufende Beziehung wie ein funktionierendes Uhrwerk. Die Zahnrädchen greifen perfekt ineinander, das geht nur, weil sie nicht deckungsgleich sind. Wohl aber haben sie die gleiche Form.

Auf Beziehungen übertragen bedeutet dies für mich. Das grundlegende Ansichten und Werte im Gros übereinstimmen und sich Bedürfnisse, Kompetenzen, Charaktere ergänzen.

J. und ich haben gemeinsame, nach außen vertretbare, Grundwerte aber völlig unterschiedliche Interessen, Fähigkeiten, , Charaktere, welche , nimmtan sie zusammen, ein perfekt funktionierendes System ergeben mit einem sehr breiten Feld an Möglichkeiten.

Eine Beziehung mit einem Mann, der mir sehr ähnlich ist, würde ein stetiges Gerangel um persönlichen Lebensraum, Bedürfnisbefriedigung bedeuten.

Wir hören nicht die selbe Musik, haben nicht ein gemeinsames Hobby, einen völlig unterschiedlichen Filmgeschmack, die Gebiete unserer geisigen und praktischen Interessen bieten kaum Schnittmengen.
Da wir uns gegenseitig aber die größtmöglichen Freiheiten lassen, können wir alles ausleben und haben uns anschließend eine Menge zu erzählen.
Manchmal entführen wir uns auch gegenseitig in unsere jeweiligen Welten.
Meine Freunde sind meine Freunde, seine die Seinen.
Wir schätzen einander, führten sie allerdings nie ineinander über.
Wir haben immer Gesprächsstoff, langweilen uns nie miteinander und erfreuen uns an der gegenseitigen Andersartigkeit.
 
  • #78
70% der Paarkonflikte sind nicht lösbar, weil sie auf der Persönlichkeit des Partners beruhen - hier gilt: take it, or leave it
Gibt es dazu belastbare Studien?
Paare sollten sich in den sie grundlegend ausmachenden Eigenschaften schon ähneln -
Welche Eigenschaften meinst du mit grundlegend ausmachende Eigenschaften?
fehlende Passung muss durch Anpassung kompensiert werden.
So kann man jegliche Anpassungen natürlich auch diffamieren. Einfach die angeblich fehlenden Passung betonen.
Passung bedeutet für mich, dass die Persönlichkeiten zueinander passen, von Anfang an, so wie die beiden Menschen sind; Lebensziele und Lebensstil ebenfalls.
Persönlichkeiten müssen nicht "passen", die müssen nur kompatibel sein. Lebensziele sollte es jedenfalls eine gegeben, die wirklich gemeinsam passen. Daneben kann jeder noch eigene haben.
Die Lebensstil muss halt zu den gemeinsamen lebenszielen passen. Wenn beide ein Häuschen kaufen wollen, kann der eine nicht sein Geld mit einem passenden Lebensstil verschwenden.
Daran ist doch meine LAT gescheitert: nicht zusammenleben, beide arbeiten, machen allein ihre Sachen,
Um an zu viel Arbeit und jeder macht Seins zu scheitern, braucht es kein LAT. Das passiert fahren, die einen Haushalt führen, genauso.
 
  • #79
Ich denke für viele ist es ein großes Problem zu erkennen, inwieweit die Passung für eine Gemeinsamkeit, für was auch immer, stimmig ist oder nicht stimmig ist! Wenn man sich selbst zu wenig kennt, kann man den anderen auch nur wenig einschätzen! Die Ursache dafür liegt ausschließlich im unbewussten, emotionalen Bereich, der einem immer wieder so lange, bis man sich besser kennt, einen Strich durch die Rechnung macht! Ich habe in meinem beruflichen Leben bislang tausende Menschen gefragt, mit der Frage, wer sie sind? Daraufhin bekam ich zu 99% immer die gleiche Antwort: ich weiß es nicht! Wer in einer Krise steckt, die einen tiefgreifend berührt, dass man selber zu dem Punkt kommt, bei dem man merkt, dass der Sinn des Lebens nicht darin besteht, ausschließlich die Erwartungen der Menschen zu erfüllen, sondern einzig und alleine zu einem selbst findet, der “inneren Stimme”, zu gehorchen, ohne dabei jemandem etwas Ungutes zu wollen oder anzutun, dann hat man aus meiner Sicht, zumindest ein bedeutsames Stück weit zu einem Selbst, seiner Lebensmotivation und zu seinem eigenen Lebenssinn, gefunden! All das sind wichtige Voraussetzungen für eine glückliche Liebesbeziehung!
 
  • #80
Persönlichkeiten müssen nicht "passen", die müssen nur kompatibel sein
Ähm. Du weißt schon, dass ein Synonym von kompatibel passend ist...? Du meinst doch genau das gleiche? Es muss auf eine Art und Weise passen; ob es sich nun ergänzt oder gleich ist, kommt doch auf das an, um was es geht: Wenn einer gern das Bad putzt und einer die Küche, passt es auch; es geht darum, dass es harmoniert in der Beziehung und nicht ständig Überwindung braucht, damit man nicht aneinander gerät.
Wenn einer sehr abenteuerliebend und draufgängerisch ist, auf jeden Fall auswandern will und Fernreisen liebt, ist das nicht kompatibel oder passend mit jemanden, der zurückgezogen Routinen liebt, am liebsten nur daheim ist und in seinem Dorf wohnen bleiben will. Ich finde, das ist ja nicht so schwer zu verstehen. Wenn einer sehr sozial und extrovertiert ist und sich um alle Freundschaften kümmert, der andere eher passiver, aber soziales genießt und sich darüber freut, dass der andere alles organisiert, oder aber gern allein ist und den Partner gehen lässt, der wiederum gar kein Problem damit hat, dass ein Partner selten dabei ist, ist das dagegen passend. Wenn der eine aber eben sehr extrovertiert ist und immer viele Leute um sich haben will und es ihm wichtig ist, dass der Partner da dabei ist, der andere introvertiert und genau das hasst, sondern eher zu zweit oder in ganz kleinen Gruppen die Freizeit verbringen will, ist es nicht kompatibel und nicht passend.
Ich habe ja gesagt: Klar kann es im Charakter Unterschiede geben, solange aber auf vielen anderen Gebieten Ähnlichkeiten vorhanden sind und man den Unterschied am anderen gut findet, nicht "erträgt". Trotzdem ist man dann im Großen einander ähnlich, wenn Weltsicht, Interessen usw. gleich sind und nur der Charakter verschieden. Wenn man aber in fast allen Dingen unterschiedlich ist, halten Beziehungen nur selten, rein auch von der Studienlage. Und das ist auch ziemlich logisch.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #81
Du weißt schon, dass ein Synonym von kompatibel passend ist...? Du meinst doch genau das gleiche?
Der Schlüssel muss ins Schloss passen. Kleine Ungenauigkeiten und er passt nicht mehr.
Eine zu kleine Hose passt auch nicht mehr, man kommt einfach nicht mehr rein.
Mit kompatibel meine ich nicht so einen "enges" Verhältnis von "passen".
Mir fällt gerade kein richtig gutes Beispiel ein, aber damit das Tor zählt, muss der Ball einfach nur über die Linie. Egal ob oben, unten, rechts oder links.
Vielleicht wäre ein schöneres Wort "harmonieren"?
Drei Gänge sollten miteinander harmonieren. Ein Glasnudelsalat vorne weg, dann ein Pastagericht und zum Nachtisch süße Nudeln, das passt einfach nicht. Aber unzählig viele andere Gerichte harmonieren. Ganz viel ist möglich. Beim Wort passen kommt es mir immer so vor, als wäre nur ganz wenig möglich.
Das ist in etwa der Unterschied den ich deutlich machen möchte.
 
  • #82
Der Schlüssel muss ins Schloss passen. Kleine Ungenauigkeiten und er passt nicht mehr.
Eine zu kleine Hose passt auch nicht mehr, man kommt einfach nicht mehr rein.
Mit kompatibel meine ich nicht so einen "enges" Verhältnis von "passen".
Mir fällt gerade kein richtig gutes Beispiel ein, aber damit das Tor zählt, muss der Ball einfach nur über die Linie. Egal ob oben, unten, rechts oder links.
Vielleicht wäre ein schöneres Wort "harmonieren"?
Drei Gänge sollten miteinander harmonieren. Ein Glasnudelsalat vorne weg, dann ein Pastagericht und zum Nachtisch süße Nudeln, das passt einfach nicht. Aber unzählig viele andere Gerichte harmonieren. Ganz viel ist möglich. Beim Wort passen kommt es mir immer so vor, als wäre nur ganz wenig möglich.
Das ist in etwa der Unterschied den ich deutlich machen möchte.
Ich glaube wir meinen das Gleiche.
Es muss harmonieren, ohne, dass einer sich zu großen Teilen dafür verändern muss. Kleine Kompromisse gibt es wohl immer (obwohl mir bei meinem Mann nur eine Kleinigkeit einfällt); aber große Opfer für den anderen, damit es passt für eine Beziehung, ist kurzzeitig spannend, auf lange Zeit zu anstrengend für die meisten.
 
  • #83
Aber ich denke, wir beide waren grad am Abschluss der 20er, d.h. wo man wirklich zu der Persönlichkeit wird, die man sein will, und diese Entwicklung ging dann auch noch mehr auseinander.
Das stimmt...Daher halten Beziehungen auch tendenziell wohl auch eher, wenn sie in den 30ern geschlossen werden. Da ist man dann so halbwegs gefestigt und hat einen bestimmten Lebensweg für sich eingeschlagen. Der Berufseinstieg ist dann so ein klassisches Lebensergnis, was nochmal Einfluss auf die Persönlichkeit nimmt.
Was verstehst du denn unter belastbar? Bzw. Wie würdest du denn eine solche Studie aufbauen?
Die Zahlen stammen vom dem Psychologen, Paartherapeuten und Professoren John Gottman. Von ihm stammt auch die Theorie mit den apokalyptischen Reitern und er hat einiges an Lektüre zu die Thema verfasst.
Welche Eigenschaften meinst du mit grundlegend ausmachende Eigenschaften?
@mokuyobi hat das in der Beschreibung ihrer Ex Beziehung anschaulich aufgezählt. Da musste ich beim Lesen auch direkt an die BiG five denken. Zum einen geht es um wesentliche Persönlichkeitsmerkmale.

Wenn ich eine starke Ausprägung bei Offenheit/Offen Neuem gegenüber aufweise. Dann werde ich mich sehr schwer mit einem Partner tun, der hier wesentlich geringere Ausprägungen mitbringt und eher ängstlich unterwegs ist, sich gerne an Routinen ect. festhält. Genauso wenn ich wenig Gewissenhaftigkeit an den Tag lege und mein Partner aber sehr. Ihm werde ich zu "flatterig" und ungenau sein. Er mir zu penibel und unspontan.

Dann kommen noch Werte und Beziehungsmotive hinzu.

Was als willkommene Ergänzung und was als störend empfunden wird, hängt von so vielen Faktoren ab, dass es wenig Sinn macht, das überhaupt diskutieren zu wollen.
 
  • #84
Bei mir sind die Unterschiede relevant, allerdings kommuniziere ich sie nicht, meine Affaire könnte also meinen, es wäre mein normales Verhalten bei Beziehungsanbahnung.

Ich führe nur abgesprochene Telefonate. Ein "Magst Du telefonieren?" über den Messenger vorab ist obligatorisch. Kommen unabgesprochene Anrufe, gehe ich nicht ans Telefon oder äußere mich offensichtlich "verwundert" über die Aktion.
Treffen sind nur extrem spontan, wenn ich anfrage oder bei langer Vorplanung möglich. Es kann jederzeit sein, dass etwas Wichtigeres dazwischenkommt und ich absage.
Ich stelle ihn niemals Familie oder Freunden vor.

Bei einer Affaire bleibe ich nie bis zum Frühstück, gehe immer noch vor Tagesanbruch nach Hause. Es sei denn wir sind zusammen verreist.

An Ausgaben für gemeinsame Unternehmungen beteilige ich mich nicht.

Ich habe mit einem Affairenmann deutlich eher Sex. Meist schon nach 5 oder 6 Dates.

Er darf nie mit zu mir, ich werde bleibe stets unkonkret bei Adressen oder Angaben wie genauer Urlaubsort, Arbeitgeber u.Ä.

Das sind, bei mir, die wichtigsten Unterschiede zu Beziehunganbahnungen.
Kommunikativ gibt es nur sehr marginale Abweichungen. Ich erzähle fast alles über mich, frage auch bei ihm nach ob es was Neues auf Arbeit, im Familien- und Bekanntenkreis gibt.
Hast du denn immer noch Affären?
Klingt stark danach...

Was sagen dein Ehemann und dein Lebensgefährte zu deinem Lebenswandel?
 
  • #85
Hast du denn immer noch Affären?
Klingt stark danach...
Hatte ich so verstanden
Was sagen dein Ehemann und dein Lebensgefährte zu deinem Lebenswandel?
Ich hatte es so interpretiert, dass sein Einverständnis oder Wegsehen dazu, Teil des perfekten Glücks und der Liebe zwischen Beiden ist.

Da ich mir so eine beidseitige Passung immer schwer vorstellen kann, gehe ich eher von einer einseitigen Anpassung aus. Eine mögliche Erklärung wäre, dass sich in diesem Fall ein Mann aus Verlustangst dem fügt was seine Frau glücklich macht.

So ein Muster interpretiere ich oft auf bei längerfristigen Beziehungen mit speziellen Persönlichkeiten wie z.B. Narzisst*innen, Borderline*innen oder anderen emotional wirksamen Spezifika, insbesondere jenen die für einen gewissen Tunnelblick bekannt sind.

Auch die Rückkehr zu so einem Menschen projiziert bei mir den Gedanken, dass Verlustangst kompensiert wird oder ein Helfersyntom bedient wird.

Aber das ist mein eigener Tunnelblick.

Eine Dame hat im Forum häufiger sehr ausführlich über sich, ihren Mann und ihren Geliebten berichtet. Das erschien mir sehr schlüssig 🤷‍♀️ und überhaupt nicht toxisch.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #87
Die Sache ist übrigens sang- und klanglos auseinander gegangen, emotional wirkungslos, weil es keine Nähe gab und alles oberflächlich blieb.
Das hat alles nichts mit LAT zu tun, sondern ausschließlich damit, dass er dir nichts bedeutet hat.
er hatte zu Anfang gesagt, für ihn geht nur LAT und so habe ich LAT nach meinen Bedürfnissen ausgestaltet
aber dass er nur eine unverbindliche Affäre wollte, hat er offenbar nicht gesagt.
 

Laleila

Cilia
  • #88
Hatte ich so verstanden

Ich hatte es so interpretiert, dass sein Einverständnis oder Wegsehen dazu, Teil des perfekten Glücks und der Liebe zwischen Beiden ist.

Da ich mir so eine beidseitige Passung immer schwer vorstellen kann, gehe ich eher von einer einseitigen Anpassung aus. Eine mögliche Erklärung wäre, dass sich in diesem Fall ein Mann aus Verlustangst dem fügt was seine Frau glücklich macht.

So ein Muster interpretiere ich oft auf bei längerfristigen Beziehungen mit speziellen Persönlichkeiten wie z.B. Narzisst*innen, Borderline*innen oder anderen emotional wirksamen Spezifika, insbesondere jenen die für einen gewissen Tunnelblick bekannt sind.

Auch die Rückkehr zu so einem Menschen projiziert bei mir den Gedanken, dass Verlustangst kompensiert wird oder ein Helfersyntom bedient wird.

Aber das ist mein eigener Tunnelblick.
Ja, das ist Dein eigener Tunnelblick, wie Du schon schreibst, kannst Du es Dir nicht vorstellen, also attestiert Du mal so, aus dem Tunnel heraus, Verlustängste, toxische Beziehungsmuster und Persönlichkeitsstörungen.

Aber nicht alles, was Du Dir nicht vorstellen kannst, gibt es nicht lieber @Ejscheff 😉

Zum Thema Verlustangst. Sowas, im Sinn der Angst verlassen zu werden, kennt mein Mann nicht. Genauso wenig wie Eifersucht.
Aber selbst wenn ihn früher der Gedanke mal gekommen wäre, er weiss genau, dass er nur mit den Finger schnippsen musste/müsste/bräuchte und es gäbe keine anderen Männer mehr in meinem Leben.
Es wäre in dem Fall nichtmal eine Begründung nötig.

Denn ich genieße mein Leben zwar so wie es ist, aber ich könnte auch leicht darauf verzichten, würde es J. stören.

Mittlerweile empfinde ich eifersüchtige Männer als unmännlich, von Selbstzweifeln getrieben, überängstlich und in der Konsequenz, unattraktiv.
J. hängte die Latte für einen theoretischen Nachfolger derart hoch, dass sie wohl jeder andere Mann reißen würde.
 
  • #89
Mittlerweile empfinde ich eifersüchtige Männer als unmännlich, von Selbstzweifeln getrieben, überängstlich und in der Konsequenz, unattraktiv.
Das ist für mich völlig nachvollziehbar.

Es ist in sich logisch, dass du diese Haltung hast. Alleine um dich dem gegenüber zu positionieren, dass ein Affärenleben immer noch gesellschaftlich eher abgelehnt wird. Aber medial verschieben sich diese Maßstäbe zunehmend.

Allerdings steht das
er weiss genau, dass er nur mit den Finger schnippsen musste/müsste/bräuchte und es gäbe keine anderen Männer mehr in meinem Leben.
Es wäre in dem Fall nichtmal eine Begründung nötig.
im Widerspruch, dass du Männer die ein Problem mit deinem Lebensstil haben unattraktiv findest.

Außerdem denke ich, dass er dies weiß und sich entsprechend verhält. Daraus ergibt sich dann Passung.
 

Laleila

Cilia
  • #90
Allerdings steht das

im Widerspruch, dass du Männer die ein Problem mit deinem Lebensstil haben unattraktiv findest.
Nein, steht es nicht,... Ich schrieb: "Mittlerweile".
Früher dachte ich, Eifersucht und Verlustangst gehörten zu Liebe dazu.
Heute weiß ich, das muss beileibe nicht so sein.
Außerdem denke ich, dass er dies weiß und sich entsprechend verhält. Daraus ergibt sich dann Passung.
Nein, auch hier liegst Du falsch. Als wir uns kennenlernten, wollte ich eine "übliche", monogame Beziehung. Ich spare mir die Erklärung, warum es anders kam, zum x-ten Male zu wiederholen.
Die Passung war dennoch sofort da. Eben durch die Verzahnung von Kompetenzen und Bedürfnissen, welche bei uns so perfekt greift.
Wir entwickelten uns miteinander weiter und dabei immer mehr aufeinander zu. Das war nie eine einseitige Sache.
Momentan habe ich kein Interesse an zusätzlichen Romanzen. Das hat verschiedenste Gründe, aber einer davon ist, dass ich mich (kommt durchaus öfter vor) einmal wieder neu, Hals über Kopf, in meinen Mann verliebte und Legionen von Schmetterlingen meinen Bauch bevölkern. 😊
Das passiert, wie gesagt, immer mal wieder, wenn wir gemeinsam etwas angehen, wie derzeit den Vegetarismus, zusammen einen neuen Weg wählen.
Dazu kommt, dass mein Mann sein Bäuchlein los wurde. Rrrrrrrrr.. 😍

Außerdem werde ich immer anspruchsvoller. Ein potentieller Affäre Mann musste: - größer sein als J., attraktiver, intelligenter, liebevoller (was fast unmöglich ist). Er sollte,wie meine Männer, nicht rauchen, nicht trinken, kilometerweit durch den Regen oder Schneesturm laufen, um für mich das Auto zu holen, mich auf Händen tragen, nie die Contenance verlieren usw, usf.

Da war die Luft eh schon dünn, und sie wird, mit fortschreitenden Alter nicht reichhaltiger, zumal ich, betrachte ich meine Männer, sie sehe wie sie vor 15/25 Jahren aussahen und fremde Männer, wie so ein Mann ü50 halt ausschaut.

Ohne mich zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen, könnte sein, die Zeit der physischen Romanzen ist vorüber.
 
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