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Gast

  • #1

Angst vor einer neuen Beziehung. Wo liegt die Lösung?

Liebe EP-Community,

ich befinde mich in folgender Situation: Seit längerem bin ich (w35) mit einem Mann (36) in Kontakt, d.h. wir unternehmen regelmäßig etwas gemeinsam und wir haben bereits Intimitäten ausgetauscht (Küssen und Kuscheln). Hört sich ja eigentlich alles positiv an, aber Folgendes geht mir ständig durch den Kopf: Ich glaube, dass ich nicht in der Lage bin, eine Beziehung zu führen, da ich alles, was mir nicht passt als Ablehnung meiner Person verstehe. Das ist natürlich kindisch und absurd.

Ein Beispiel: Vor einigen Tagen waren wir unterwegs und ich wollte ein Foto von ihm mit meinem Handy schießen, aber er bat mich, das zu unterlassen, da er keine Lust darauf hat. Es ist ja sein gutes Recht, nicht fotografiert werden zu wollen ( ich hatte an dem besagten Tag bereits Fotos von ihm gemacht, daher eigentlich halb so wild! ). Dennoch war ich eingeschnappt, weil ich mich abgelehnt gefühlt habe. Solche Situationen habe ich schon öfters erlebt, unabhängig davon, ob es sich um eine Freundin, eine Kollegin oder einen Freund handelt.

Ich habe wohl den Drang bzw. den Zwang, von allen geliebt zu werden. Und alles was mir nicht passt, interpretiere ich als Zurückweisung und Ablehnung. Das ist doch kindisch. Ich denke, dass die Ursache in meiner Kindheit liegt. Als Kind habe ich alles bekommen und konnte meine Eltern hin- und herkommandieren, aber Liebe an sich habe ich nie von meinen Eltern bekommen.

Wenn das die Ursache für mein Problem ist, wo liegt dann die Lösung?
 
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  • #2
Liebe FS

das kannst du trainieren wie deinen Bizeps. Totale Harmonie gibt es nur in der Rama-Reklame.
Wenn er dies oder das nicht mag nimm es nicht persönlich.
 
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  • #3
Liebe Fragestellerin,

ich kenne das Problem. Mein Exmann hat mal einen einschneidenden wichtigen Satz zu mir gesagt:

Du bist nicht der Mittelpunkt der Welt !

So vorwurfsvoll er klingt, genauso befreiend war er für mich. Nicht alles auf der Welt steht in Bezug zu einem. Andere richten ihr Verhalten nicht nach mir, sondern vor allem nach sich selbst. Sie schauen nicht ständig auf mich, beurteilen mich nicht ständig und ich muss anderen nicht ständig gefallen. Das müssen sie mir ja auch nicht.

Diese Erkenntnis nahm mir auch eine Menge Druck ab.

Denk mal drüber nach !

Was die Fotosache angeht : Ich mag es auch nicht fotografiert zu werden. Und ich sag das auch. Ich fühle mich bedrängt, wenn mich jemand ständig fotografieren will. Warum ? Weil ich mich auf Fotos zu 99 % doof aussehend finde.... hat also nix mit dem Fotografen zu tun...

Liebe FS, du hast das Problem ja schon erkannt. Versuch es zu bearbeiten, es gibt viele gute Selbsthilfebücher
 
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Gast

  • #4
Liebe Fragestellerin,
Wenn Du ihn gerne hast und hauptsächlich Angst, dass es schief geht und Du verletzt wirst, sprech doch mit ihm über Deine Ängste und überlege Dir, ob Du es nicht versuchen willst und Dir parallel eine/n Therapeuten/in suchst (dass Kriterium für den/die sollte sein, dass er Dir zugewandt vorkommt und Du Dich verstanden fühlst).
 
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  • #5
Liebe FS,
stell' das hobbypsychologisieren ein und leb' einfach. Wenn Du lange genug allein warst und für Dich erkannt hast, womit Du andere Menschen regelmäßig verprellst, dann wirst Du Dein Verhalten ändern, weil Du einen Beziehungswunsch hast.
Akzeptier' einfach, dass es zur Zeit nicht so ist, dass Du vielleicht erst richtig einsam sein musst, bevor Du beziehungsfähig wirst und solche pubertären Albernheiten von allein einstellst, weil sie den Erfolg behindern. Du weißt ja, was Deine Probleme sind - ist der Druck groß genug/bist Du ausreichend oft damit gescheitert, wirst Du das ändern.
Es dauert so lang wie es dauert - das ist das Leben.
 
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  • #6
Hallo FS,
dieses Problem kenne ich auch. Nur habe ich genügend Liebe in der Kindheit bekommen und mich immer gefragt, warum ich jede Verneinung und Nicht-Handeln als bös ansehe und dann eingeschnappt oder traurig bin.
Ich hab versucht daran zu arbeiten und sehr viel bringt natürlich auch die Zeit und der Umgang mit vielen Menschen. Das hatte ich im Beruf, eigentlich hab ich dort gelernt, Dinge einfach abzuhaken, sozusagen links rein-rechts raus.
Bei Beziehungen merke ich es jedoch noch. Dort hinterfrage ich gerne mal, aber meist halte ich einfach meinen Mund und vergesse dann die Situation auch wieder und ich merke, dass man mir nichts böses wollte und muss dann schon mal lachen.
Mach Dir nicht soviel Gedanken über die Kindheit, lebe im Jetzt und vor allem, versuch die Dinge nicht so ernst zu nehmen. Es ist erst schwer, aber man fühlt sich irgendwie freier!
LG
 
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  • #7
Wenn er dies oder das nicht mag nimm es nicht persönlich.
Besonders das ist sehr schwierig in so einer Situation!! Man kann nicht einfach das "es persönlich nehmen" abschalten. Mir geht es auch so ähnlich - ich versuch dann immer (wenn ich traurig/angepisst/beleidigt/etc. bin), die Situation ein paar Stunden ruhen zu lassen und sie dann aus den Augen des Gegenübers zu betrachten. Das hilft mir zwar nicht, diese Gefühle zu vermeiden, aber immerhin, "blöd" oder peinlich zu reagieren - sondern eher etwas normaler und gelassener.. vielleicht wird es ja irgendwann automatisch so! Alles Gute!

w, 25
 
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Gast

  • #8
Ich schliesse mich Nr. 4, man sollte nicht immer als psychologisieren und in der Kindheit suchen. Was du da beschreibst finde ich nämlich weder aussergewöhnlich noch annormal.

Die meisten Menschen fühlen sich schnell abglehent und zurückgewiesen in solchen Situationen. Abgesehen davon würde ich mich bei der Szene mit dem Fotografieren auch ärgern, denn was ist schon schlimm daran, spontan ein Foto mit dem Handy zu machen. Ich als Mann würde mich sogar geschmeichelt fühlen, wenn eine Frau das von mit machen würde.

Deshalb solltest Du dich auch fragen, ob dieser Mann wirklich so Interesse an dir hat oder deine negativen Gefühle vielleicht doch nicht gerechtfertigt sind. Ich will damit sagen, dass du nicht immer denken solltest, deine Gefühle seien falsch oder sogar krankhaft. Denn im Leben wird man oft wirklich zurückgewiesen und abgelehnt.