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Gast

  • #1

Angst vor langjähriger Beziehung

Hallo ihr Lieben,

ich bin 24 Jahre alt und seit 4 Jahren mit meinem Freund zusammen. Ich liebe ihn und kann mir vorstellen, mit ihm zusammen zu ziehen und eine Familie zu gründen.
Mit 20 habe ich mein Studium begonnen und meine ganze Studienzeit mit ihm verbracht. Da ich nicht der Typ für ONS bin und mich eigentlich immer nach Vertrautem sehne, müsste alles perfekt sein.
Immer wieder merke ich jedoch, dass ich Angst vor der Zukunft habe. Ich habe Angst davor, dass nach 10 oder 20 Jahren Beziehung einfach "die Luft raus ist" und man dann nie wieder dieses schöne Gefühl am Anfang einer Beziehung hat, sondern alles der Langeweile und dem Frust weicht. Wir waren noch so jung, als wir zusammen kamen und der Gedanke, dass wir noch 40 Jahre eine Beziehung führen, die nur aus Gewohnheit besteht, ist schrecklich für mich.
Ich war immer Romantikerin und wollte immer nur den Mann fürs Leben finden, aber jetzt frage ich mich, ob das überhaupt geht, oder ob man sich einfach damit abfinden muss, dass man nie wieder so Gefühle für den Partner haben wird, wie in den ersten Jahren.
Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?
Vielen Dank schon im Voraus für die Antworten!
 
G

Gast

  • #2
Liebe FS,

Du schreibst ja, dass Du Deinen Freund liebst und Dir vorstellen kannst, mit ihm zusammenzuziehen und eine Familie zu gründen - das ist doch wunderbar! Ich vermute, dass Dir hier sehr viele sagen werden, dass ein Mensch im Laufe seines Lebens mehrere Partner gehabt muss, bevor er sich für eine lebenslange Bindung entscheidet, dass man sich die "Hörner abstoßen" muss und dergleichen Unfug mehr. Meiner Ansicht nach ist das falsch. Ich habe meinen Mann kennengelernt, als ich 17 war. Es war für uns beide jeweils die erste Beziehung und wir sind heute (nach 39 Jahren) noch immer glücklich zusammen. Dass Gefühle sich verändern und nach 30 Jahren nicht mehr so sind wie am Anfang, ist eine Tatsache - aber ich kann aus meiner eigenen Erfahrung heraus nur sagen, dass sie sich zum Positiven verändern. Aus der Verliebtheit der ersten ein, zwei Jahre wird im Laufe der Zeit eine tiefe Liebe, die keineswegs "Gewohnheit" ist, sondern jeden Tag wieder ein Geschenk. Deswegen muss es nicht langweilig werden: Ich freue mich heute noch immer darauf, aus der Arbeit zu ihm nach Hause zu kommen. Und ich habe nach wie vor ein Kribbeln im Bauch, wenn wir einen besonderen Abend zusammen planen.

Als ich mein Studium beendet hatte und es langsam konkret wurde mit einer gemeinsamen Wohnung etc., hatte ich auch eine ähnliche Phase wie Du gerade. Ich habe mir viele Gedanken gemacht, auch über die Bemerkungen von Freunden/Bekannten, dass Jugendlieben ja üblicherweise nicht halten würden und dass man fast zwangsweise irgendwann Lust auf "Abwechslung" bekäme, wenn man nie einen anderen Partner hatte - und bei diesem vielen Nachgrübeln wurde mir klar, dass es genau dieser Mann ist, den ich liebe und mit dem ich mein Leben verbringen will. Ich hatte einfach Glück, meinen "Mann für's Leben" so früh zu finden und nicht den "Umweg" über gescheiterte Beziehungen mit dem Falschen gehen zu müssen. Wieso soll es bei Dir nicht ebenso sein? Ich denke, es ist durchaus möglich, dass man in jungen Jahren den Menschen kennenlernt, mit dem man sein Leben verbringen kann und dass man dennoch nichts vermisst - wieso soll es bei Dir nicht auch so sein?

Also hör auf Dein Bauchgefühl und wenn das Dir sagt, dass Du den nächsten Schritt mit ihm gehen sollst, dann nur Mut! Ich wünsche Euch alles erdenklich Gute dabei!
 
G

Gast

  • #3
Wenn du deinen Freund liebst, mach dir keine Sorgen über "ungelegte Eier". Niemand weiß, was die Zukunft bringt. Es gibt keine Garantien. Daher ist es auch müssig, sich bereits in guten Zeiten darüber sinnlos den Kopf zu zerbrechen.

Genau wie bei meiner Vorrednerin kann es ja durchaus sein, dass ihr euch tatsächlich auch in der fernen Zukunft noch aufrichtig liebt. Vielleicht hast du tatsächlich das beneidenswerte Glück, bereits jetzt auf deinen Traumpartner getroffen zu sein? Nur weil andere von negativen Erfahrungen berichten, muss es bei dir nicht zwingend auch schlecht ausgehen. Womöglich sind sie auch ein bisschen neidisch auf eure Liebe?

Ich wünsche dir sehr, dass du lange glücklich mit ihm bleibst und alle Zweifler Lügen strafen wirst. :)
 
G

Gast

  • #4
Du solltest nicht daran denken, was in 40 Jahren ist, sondern was heute ist. Jeder Tag könnte dein Letzter sein, so dass man gar nicht langfristig planen kann und sollte, weil das ist einfach zu weit. Wer sich zu viel Gedanken um die Zukunft macht, vergisst heute zu leben und darin seine Energie zu stecken.

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, wenn man den richtigen Partner gefunden hat, mit dem man alles machen und erleben kann (Familie, gleiche Zukunftvorstellungen, guter Sex, guter Alltag, viel Fantasie und Kreativität), dann wird auch eine Beziehung in 20 Jahren nicht langweilig und eine Liebe muss nicht abschwächen, aber jede Liebe ist anders und jeder Mensch stellt sich unter Liebe etwas anders vor und Liebe ändern sich auch. Zum Beispiel liebt man mit 40 anders als mit 20, viel flexibler und offener und macht sich nicht mehr so viele Gedanken und Ängste.

Meine "Jugendbeziehungen" in den 20ern hielten zwar nicht so lange, man trennte sich tatsächlich aus Langeweile nach 2-7 Jahren, Grund war aber die Unflexibilität der meisten Männer, die keine Familie gründen wollten, der Sex war nur sporadisch oder gänzlich unwichtig/gar nicht da, die Männer im Alltag kompliziert und nicht bereit, etwas zu tun oder zu ändern. Was ich damit sagen will: man kann an einer langen Liebe arbeiten, dass es nicht langweilig wird, aber es ist harte Arbeit, es erfordert viel Toleranz, Offenheit, Akzeptanz und Respekt für den anderen und manchmal muss man auch demütig zurückstecken und akzeptieren lernen.
 
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