L

LilaLaunebär

Gast
  • #1

Anleitung zum Glücklichsein?

Ich (w, 30) bin jetzt knapp zwei Jahre Single. Ich bin es unfreiwillig, da mein Exfreund sich nach fast neun Jahren von mir getrennt hat. Ich wollte ihn eigentlich heiraten und eine Familie haben, mit ihm alt werden. Seitdem habe ich keinen Partner mehr gefunden. Besonders jetzt zu dieser Jahreszeit fühle ich mich sehr unglücklich mit dieser Situation, weil alle um mich herum die Vorweihnachtszeit mit ihren Liebsten genießen. Ich möchte so gerne endlich wieder einen Partner haben, Zweisamkeit genießen und später auch eine Familie gründen. Ich bin überzeugt, ich bin einfach nicht für´s Alleinsein geschaffen. Wenn ich mit Freunden oder Bekannten darüber rede, dann heißt es meistens, ich solle doch mein Singleleben genießen und ich es wäre doch super, alle Freiheiten zu haben. Aber ich sehe das nicht so.

Ich habe hier in vielen Beiträgen gelesen, dass Unglücklich sein und Bedürftigkeit ausgestrahlt werden und man deswegen erst mit seinem Singledasein glücklich und zufrieden sein muss, bevor man auf Partnersuche geht. Ich frage mich, wie das gehen soll? Es gibt so viele Ratschläge dazu, wie etwa Sport machen, Hobbies suchen/betreiben, viel mit Freunden unternehmen, sich selbst etwas Gutes tun etc. Doch das hilft nicht. Ich habe angefangen, Sport zu machen (habe auch schon 8 kg abgenommen), habe angefangen zu Tanzen, pflege viele Freundschaften, habe mich wieder voll in mein Studium gestürzt und gönne mir öfters schöne Dinge wie Wellnessbehandlungen oder gehe shoppen. Trotzdem wird es nicht besser.

Was kann ich noch tun? Ich möchte wieder glücklich sein, aber ich befürchte, ich kann das als Single nicht. Wie habt Ihr solche Krisen überwunden? Wie lange hat es gedauert? Gibt es überhaupt eine Anleitung zum Glücklichsein?
 
G

Gast

Gast
  • #2
Um glücklich zu sein, hat nichts zu tun, dass man studiert oder gar sportelt. Mit sich selbst vollkommen sein und Dinge tun, die der "eigenen" Natur entspricht. Das Umfeld (Freundeskreis, Job, Bekannte, Wohnung uvm.) machen einen wesentlichen Anteil zum "Glücklichsein" aus. Man muss nicht andauernd was tun, eher würde das das Gegenteil bewirken.

Aus meinem Umfeld sehr häufig zu beobachten:
Sehr viele Bekannte von mir sind unglücklich in der beruflichen Situation und Auswahl des Bildungsweges, da es anscheinend es sich so gehört, dass man studiert haben muss. Sonst wäre man ein niemand.
 
G

Gast

Gast
  • #3
Hallo Lilalaunebär,
ich habe keine Anleitung für Dich, möchte Dir aber den Senf überlassen, den ich auf Deinen Text hin abgeben möchte, und vielleicht gelingt es mir, Dich ein wenig aufzumuntern:
Du bist jung, was Du über Dein Leben schreibst, klingt doch wirklich positiv, und soo lange bist Du jetzt auch noch nicht Single, daß Du Dir deswegen Sorgen machen solltest (daß du niemand mehr abkriegst oder so - das Gegenteil wird der Fall sein).
Ich bin seit einer sehr schweren Enttäuschung ein Vielfaches von zwei Jahren Single. Onlinedating habe ich jetzt beendet - es hat sich für mich gelohnt, wenn ich auch immer noch Single bin, ich denke, ich bin jetzt zumindest offener dafür, auf eine Frau zuzugehen.
In der Tat glaube ich, es klappt am besten, wenn man nicht zu verkrampft auf der Suche ist. In dem Sinne hoffe ich, daß Du Dich nicht zu sehr unter Druck setzt. Natürlich fehlt einem was ohne Beziehung - allein kuscheln geht leider nicht. Insofern finde ich es auch nicht sehr nett, Dir zu sagen, Du solltest Dein Singledasein genießen. Aber es bleibt Dir im Moment nichts anderes übrig, als das Beste draus zu machen. Und eins vielleicht noch: Ich finde es sehr wichtig, daß man dazu in der Lage ist, allein klarzukommen. Alle Deine Freunde, die Dir empfehlen, Dein Singleleben zu genießen, können über Nacht allein sein. Das kann jedem passieren, und in einer Beziehung denke ich ist es sicher auch ein Vorteil, wenn man im Hinterkopf die Gewißheit hat, daß man im Notfall auch allein klarkommt mit allen Höhen und Tiefen, die dazugehören.
Ich wünsche Dir alles Gute und viel Glück!
m43
 
  • #4
Hi Lilalaunebär... ist der Nick nicht schon Programm?

An sich machst Du alles was so in den Rezepten zum Glücklichsein drin ist... Leidenschaften ausüben, sein Leben leben.

Der rest ist also reine Vermutung, Könnte!

Also was könnte?

- vergangene Beziehung aufgearbeitet? Weisst Du was schief lief?
- Vielleicht einfach nur zu kurze Heilzeit gegönnt ( hatte bei mir 2 Jahre gedauert, allerdings nach mehr als der doppelten Paarzeit)
- Vielleicht zu sehr auf Zweisamkeit fixiert?

Aber alles "könnte".

Eben das was Du gesagt hast- Inventur (mit der Hilfe eines Paartherapeuten) und nach der Bestandsaufnahme die Konsequenzen gezogen. Was lief schief in der Beziehung, was gut, was lief schief in meinem Leben und was gut? Das Schlechte nach und nach verändert (zum Beispiel den Job) was gut war ausgebaut (Freundschaften, Sport, Musik).

Ich bin davon überzeugt dass ich ohne diesen Prozess (incl. durchaus schmerzhafter Selbsterkenntnis) niemals diese tolle Frau für mich hätte gewinnen können.

Aber was bei mir funktioniert muss nicht für andere gelten.
 
G

Gast

Gast
  • #5
Liebe FS,

da du den Großteil deines Erwachsenenlebens in einer Beziehung gelebt hast und jetzt erst seit zwei Jahren (auch wenn es dir lang vorkommt) alleine bist, brauchst du meiner Meinung nach viel Geduld, gerade weil du dir deine neu gewonnene Freiheit (das meine ich jetzt nicht ironisch) nicht selber ausgesucht hast. Noch mehr Aktivitäten in dein Leben reinzupacken würde an Aktionismus grenzen und Flucht vor dir selbst.

Hast du schon mal über eine Gesprächstherapie oder ein Coaching nachgedacht? Auch wenn du keine akuten oder gravierenden Probleme hast, kannst du mit Hilfe eines guten Therapeuten lernen, besser mit dir allein klarzukommen. Bei mir war es jedenfalls so, ich profitiere auch nach über 10 Jahren noch davon. Dafür müsstest du natürlich offen sein, mit Widerwillen daran zu gehen würde nichts bringen.

wÜ45
 
G

Gast

Gast
  • #6
Es ist nicht leicht, nach langer Beziehung allein zu sein. Alleine sein, wie geht das? Plötzlich ist man mit sich selbst konfrontiert. Mir hat es Anfangs Angst gemacht. Vielleicht hört es sich komisch an, aber ich habe das erste Jahr ganz ganz viel geschlafen. Und dann begann ich, mich selber neu kennen zu lernen. Mich zu lieben..

Vielleicht ergibst Du Dich einfach Deiner Situation und schaust, was passiert..? Ich war überzeugt, keine neue Beziehung mehr eingehen zu wollen. Tat ja alles so weh, Trennung, Sehnsucht, Herzschmerz...

Doch trotzig habe ich mich auf mich konzentriert und den Rest der Welt auf mich zukommen lassen. Eines Tages klingelte mein Telefon, es sollte mein künftiger Liebster sein...

Nun bin ich dankbar für den schmerzlichen Weg den ich gehen musste, denn ich habe mehr über mich erfahren. Ein sehr kostbares Gut.

Entspanne Dich und lass es Dir gut gehen. Der Rest ergibt sich aus dem was Du tust und wie Du bist..
 
G

Gast

Gast
  • #7
Besonders jetzt zu dieser Jahreszeit fühle ich mich sehr unglücklich mit dieser Situation, weil alle um mich herum die Vorweihnachtszeit mit ihren Liebsten genießen. Ich möchte so gerne endlich wieder einen Partner haben, Zweisamkeit genießen und später auch eine Familie gründen. Ich bin überzeugt, ich bin einfach nicht für´s Alleinsein geschaffen.

Was kann ich noch tun?

Ganz einfach - Dich aus dem Gedankenkarussell befreien. Indem Du Dich in diesen Wünschen drehst und darauf fixierst, nur so glücklich zu sein, wirst Du Dich immer weiter davon entfernen. Du strahlst das unglücklich/bedürftig sein aus und das zieht nunmal andere Menschen nicht an, insbesondere attraktive Männer nicht.
Betreib' keine Massnahmen, die Dich ablenken, sondern leb' Deine Lebenssituation. Irgendwann kommt schon einer und wenn nicht, dann kannst Du wenigstens gut als Single leben - das ist eine echte Alternative zum gezielten unglücklich sein.
Als mir das gelungen ist: ich Sport gemacht habe, weil es mir Spass macht, nicht um die Zeit totzuschlagen oder um für einen evtuellen Partner schlank und fit zu sein, da kam der Traumprinz um die Ecke und er war ganz anders, als ich ihn bestellt hatte. Er ist aber so Klasse, dass ich ihn auf garkeinen Fall umtausche.

Wenn Du so ganz und garnicht allein sein willst und unbedingt Mann mit Kindern als Lebensinhalt brauchst, an nichts anderes denken kannst und willst - schraub' Deine Ansprüche runter. Ab igrendeinem Lebel findet sich dann einer.
w, 55
 
G

Gast

Gast
  • #8
Dein Problem liegt daran, dass du meinst, nur Erfüllung mit einem Partner finden zu können. Hast du gar keine eigenen Interessen, die du alleine ausbauen kannst? Dein Partner ist schließlich auch nicht rund um die Uhr in deiner Nähe, sondern "macht sein Ding"... Arbeit, danach abschalten, eigene Freunde. Und wer weiß, ob dein nächster Partner überhaupt Kinder will? Dein Problem ist, dass du schlichtweg nicht mit dir alleine glücklich sein kannst. Mache einen Sport, den du LEBENSLANG ausführen kannst (nicht nur 5 Wochen abnehmen), erlerne ein Hobby, dass dich bis INS HOHE ALTER erfüllt. Denn du wirst immer wieder Phasen im Leben haben, wo du alleine auf dich gestellt bist - auch und vor allem in Beziehungen! Manche Leute können sich in Beziehungen einsamer und verlorener fühlen als allein!
 
M

Mooseba

Gast
  • #9
Hi Lilalaunebär... ist der Nick nicht schon Programm?

An sich machst Du alles was so in den Rezepten zum Glücklichsein drin ist... Leidenschaften ausüben, sein Leben leben.
Vorsicht! Sie hat nicht gesagt, dass sie Leidenschaften ausübt. Eher klingt es nach einer Strichliste. Das ist bei mir nicht anders. Würde ich nach reiner Motivation gehen, würde ich mir wahrscheinlich nicht mal einen Job suchen. Nicht alle Menschen sind sehr lustgetrieben - warum auch immer. So extrem wie bei mir ist es bei der FS aber sicher nicht.
Keine Ahnung wie sehr es vergleichbar ist, aber das Gefühl, es wird nicht angenehmer im Kopf, obwohl man sich viel Gutes tut, kenne ich grundsätzlich auch, und zwar sehr gut.

Liebe LilaLaunebärin, wenn der Zustand noch einige Monate so bleibt trotz aller Hilfsmaßnahmen, dann muss ein Arztbesuch nicht falsch sein. Sicherlich sind noch andere Fragen zu klären, v.a. was die vorangegangene Beziehung betrifft. Geht es denn schon so seit der Trennung (die akute Trauerphase mal ausgenommen) oder erst seit kurzer Zeit bzw. wegen der Vorweihnachtszeit? Wenn es nur die Adventszeit ist oder die Jahreszeit, dann wird es sicher bald wieder besser. Wenn nicht, gehe lieber zu einem Arzt.
 
G

Gast

Gast
  • #10
Warum muss man eigentlich glücklich sein? Ich bin fast versucht zu sagen "Ich bin unglücklich, und das ist gut so!". Jedenfalls sehe ich es für mich so, dass ich allen Grund habe, unglücklich zu sein. Wenn jemand meint, das wäre aber nicht so gut und käme auch nicht so gut an. Meinetwegen. Ist aber nicht mein Problem.

Natürlich möchte ich auch glücklich werden und mit einer Frau zusammen sein. Mit einem grimmigen Foto in einer Singlebörse klappt das sicher nicht.
Aber dieses sich immer von der besten Seite zeigen müssen und gut drauf sein müssen finde ich nervig.

Ich fände es auch schön, wenn man sich kennenlernt wie in einem melancholischen französischen Liebesfilm, wo mindestens einer ganz traurig ist.

Also mein Rezept: Das Unglücklichsein einfach akzeptieren wie es ist. Damit geht es mir jedenfalls schon viel besser. :)

m
 
  • #11
Liebe FS,

ich wünschte, ich hätte so eine "Anleitung" oder ein Geheimrezept, aber leider habe auch ich es nicht. Vielleicht gibt es sowas ja auch gar nicht.
Ich fühle sehr ähnlich wie du und ich erkenne mich sehr wieder in dem von dir Geschriebenen. Ich bin seit 7 Monaten Single (aber auch absolut unfreiwillig, mein Freund hatte sich von einen Tag auf den anderen ohne ersichtlichen Grund getrennt). Ich habe wahnsinnig gelitten unter der Trennung und tue es immer noch. Auch ich versuche, die allgemein bekannten Ratschläge umzusetzen, stürze mich in die Arbeit, unternehme viel mit Freunden, habe einen neuen Sport angefangen und auch wieder zu tanzen. Alles Dinge, die mir Spaß machen und mich auch mal von meiner eigentlichen Gefühlslage ablenken. Ich komme auch gut allein zurecht, wohne allein, organisiere alles selbst. Aber ich bin auch nicht glücklich als Single und schätze auch die gewonnene Unabhängigkeit/Freiheit etc nicht. Das bedeutet mir einfach nicht so viel.
Ich denke, wir können wirklich einfach nur das Beste aus der Situation machen und die Hoffnung nicht aufgeben.

Alles Liebe dir,
w25
 
G

Gast

Gast
  • #12
Ich habe mein Glücklichsein dadurch gefunden, dass ich die Suche nach einer Lebenspartnerin eingestellt habe. Die Konkurrenz um die wenigen gutaussehenden Frauen ist viel zu groß - und wenn man überhaupt mal eine kennenlernt, dann wird diese Macht gnadenlos gegen den Mann ausgespielt (denn die attraktive Frau könnte ja jeden anderen haben, also musst du [Mann] wie ein Hampelmann nach meiner Pfeife tanzen).
Seit dem ich die endgültige Entscheidung getroffen habe, keinen Frauen mehr hinterherzulaufen und mein Leben allein zu leben, bin ich innerlich zufrieden, ausgeglichener und komme im Job viel besser voran. Auch meine Finanzen werden deutlich geschont.

Mann, 47
 
  • #13
Es ist ganz unterschiedlich und sehr persönlich, was Einen glücklich macht.

Bei mir (m) ist es die Musik, Freunde, Kinder (korrekter Umgang) und soziales Engagement.
Ich mache mich also damit glücklich, auch als Single. Und bin dabei unabhängig von einer Partner/in.

Heute im Supermarkt. Ein Kind (ca. 8 J. alt) und ihre Oma. Das Kind wollte ein Paar Winterstiefel, aber sie fanden nicht die passende Größe. Ich fand die passenden Schuhe - Oma kaufte sie - Kind glücklich - ich happy.

Ein Freund suchte ein Ersatzteil für sein Auto. Ich fand es für ihn im Internet (Neuteil). Und viel billiger als von anderen Anbietern hier. Er war begeistert - ich happy.

Bringe Andere dazu, sich zu freuen oder gar glücklich zu sein - und Du freust dich auch, und mit ihnen.
Diese eigene Freude ist auch ein "Training", wodurch man "antrainiert" die Lebensfreude und Optimismus zu bekommen, und dann auszustrahlen.
Diese Ausstrahlung ist dann der "Sender" der einen "Empfänger" sucht. Der darauf "anspringt."

Am 20.12. bin ich zu einer privaten Geburtstagsparty einer langjährigen Bekannten eingeladen.
Und dort wie immer auch mehrere Single-Frauen als Gäste. Also muß ich "trainieren" um für diesen Termin "fit" zu sein. Somit strategische Partnersuche.
 
  • #14
Vorsicht! Sie hat nicht gesagt, dass sie Leidenschaften ausübt. Eher klingt es nach einer Strichliste

Touche! Liebe FS- das ist schon auch wichtig. Es muss Dich wirklich erfüllen- nicht zu einer Pflichterfüllung ausarten. Wenn Du aber etwas zu Deiner Leidenschaft (und eben nicht nur zu einem blosen Hobby) machst ist es ein grosser Schritt. Da bin ich schon froh dass ich meine immer ausgeübt habe, auch innerhalb der Beziehung.
Du klingst schon auch so als ob Du Dich selbst in der Beziehung weitgehend aufgelöst hast und Dein ICH wieder finden musst. Das macht den weg noch etwas steiniger- Das Ziel aber lohnt allemal.

Ich bin fast versucht zu sagen "Ich bin unglücklich, und das ist gut so!".
Das ist etwas was mir der Therapeut auch gesagt hat- für eine gewisse Zeit muss man einfach Unglücklichsein zulassen. Gehört zum Heilungsprozess. So sind 7 Monate wie bei Kolobri durchaus eine normale Zeit um das noch zu sein. Da bringt auch ein neuer Partner keine Heilung sondern deckt die Wunde nur zu- was dann passiert kann Dir jeder Mediziner sagen.

Aber nach zwei Jahren sollte das so langsam abgeschlossen sein, da sollte der Zieleinlauf beim 5km Volkslauf, das gelungene Sax-Solo, die fertige Skulptur, die tolle Tanzperformance, das soziale Engagement, der Kinderchor der zwar schräg aber Begeistert unter Deiner Leitung was darbietet, der Berufliche Erfolg.... all das wieder so nen richtigen Kick bringen. Wenn nicht, wenn dennoch alles von der Trauer über den Verlust des Partners überdeckt wird wäre wirklich ein Therapeut nicht schlecht. Manchmal muss man sich einfach helfen lassen- Man hat deshalb noch lange keinen Dachschaden.
 
G

Gast

Gast
  • #15
Liebe Bärin,
du musst den Spagat schaffen - einerseits mit dem Ist "Glücklich" sein, andererseits alle Kraft die du dafür aufbringen kannst in die Partnersuche zu stecken. Soweit das Plakat.
Mit dem "IST" glücklich sein- wie kann ich das beschreiben. Du sollst dich nicht damit abfinden, dass du Alleine leben bleiben wirst/ musst / sollst. Aber es gibt Momente, in denen du nichts für die Partnersuche tun kannst. Wenn du mit deiner Freundin / Arbeitskollegin / Zufallsbekannten einen Kaffee trinkst, dann kannst du im Hinterkopf haben "Ach wie schade das ich Singele bin, Ach wie schade, dass ich Single bin - sollte ich nicht doch dem M zulächeln- auch wie Schade, dass ich Single bin. ODER du unterhältst dich mit deiner Bekannten über Gott und die Welt - je nach deiner Befindlichkeit Smalltalk oder ernsthaft - was dir Spaß macht. Wenn du vor dem Tatort sitzt, dann kannst du ständig eine Schallplatte hören : "Ach wie schade - ich würde so gerne mit meinen Mann vor dem Fernseher sitzen - Ach wie schade .." oder du konzentrierst dich auf den Tatort, freust dich über den Ermittler xy oder findest den Plot blöde bis zum Abwinken aber sehr entspannend. Du musst dir klarmachen, dass du vielleicht 12 oder 14 Stunden am Tag nichts für die Partnersuche tun musst. Und dann hast du in den zwei Stunden Tag auch Kreativität und Kraft für dei Partnersuche. Alle Kraft die du aufbringen kannst in die Partnersuche stecken heißt erstens dich von Vampierfreundinnen zu trennen. Zweitens - überleben, welche Werte du hast. Willst du eine Beziehung mit Treue oder mit Untreue - in die Richtung. Du willst Kindern -also musst du nach jemand suchen, der dies auch will.
Glücklichsein - na ja - es gibt keinen Rechtsanspruch daauf. Bist du glücklich, wenn die Sonne scheint oder wärst du nur glücklich, wenn du vor dem Traualter stehen würdest ? Aber Glück sind momentane Zustände - keine Dauer. Zufriedenheit ist eine Dauerzustand.
Es klingt paradox - aber aus dem Unglücklichsein kann viel Kraft kommen. Die Kraft zur Veränderung. ! Wenn du aber das Ziel hast "Glücklich" zu sein, dann dürfte sich dir das Glück entziehen.
Übrigens - ich bin ein sehr rationaler Mensch. Aber imme wenn ich einen Cent finde, dann bekommt der einen Kuss - und ich stecke ihn ein und sage mir: heute werde ich Glück haben. W
 
G

Gast

Gast
  • #16
Liebe FS

es gibt nur die "Anleitung zum Unglücklichsein".
Es beginnt damit dass man sich selbst als Opfer fühlt.

An einer Schule in Süddeutschland wird das Fach Glück unterrichtet.
Ein Lehrer kam drauf dass Glück nicht von Geld, Status, aber auch nicht vom Beziehungsstatus
abhängt. Die Fähigkeit sich selbst glücklich zu machen wird in der Ausbildung heute vernachlässigt. Deine Idee dass du nur als Paar glücklich werden kannst ist fragwürdig.
 
L

LilaLaunebär

Gast
  • #17
Vielen Dank für die Antworten bisher und Eure Empathie. Es tut gut, verstanden zu werden.

Weil das jetzt öfters angesprochen wurde, möchte ich noch etwas zu meinen Aktivitäten sagen: ich arbeite eigentlich keine Strichliste ab, auch wenn sich das so anhört. Klar habe ich mit manchen Dingen wie Tanzen, (intensiver) Sport treiben oder Yoga angefangen, um mich nach der Trennung abzulenken. Aber das macht mir auch unheimlichen Spaß und inzwischen sind das eher "Leidenschaften".

An sich macht mir mein Leben schon Spaß und Single sein hat auch Vorteile. Ich verschwende auch nicht jeden Moment an den fehlenden Partner und bin rundum kreuzunglücklich. Aber es ist halt schon sehr präsent. Ich kann es auch nicht lassen, ständig Ausschau zu halten. Wenn ich z.B. in der Stadt unterwegs bin, dann checke ich unbewusst jeden Mann passenden Alters im vorbeigehen auf sein Partner-Potential ab.

Auch wenn das fragwürdig ist, aber ich bin momentan wirklich der Meinung, dass ich ohne Partner nicht vollständig glücklich werden kann. Ich meine, jeder möchte doch geliebt werden und für jemand anderen das Wichtigste sein, oder?

Das mit der Therapie habe ich von Bekannten auch schon geraten bekommen, aber ich glaube nicht, dass ich das brauche. Wobei ich glaube, dass das so ziemlich jeder Therapiewürdige von sich selbst sagt, oder?
 
L

LilaLaunebär

Gast
  • #18
Hi Lilalaunebär... ist der Nick nicht schon Programm?

Leider nicht immer...

Der rest ist also reine Vermutung, Könnte!

Also was könnte?

- vergangene Beziehung aufgearbeitet? Weisst Du was schief lief?
- Vielleicht einfach nur zu kurze Heilzeit gegönnt ( hatte bei mir 2 Jahre gedauert, allerdings nach mehr als der doppelten Paarzeit)
- Vielleicht zu sehr auf Zweisamkeit fixiert?

Aber alles "könnte".

Naja, da hast Du einen wunden Punkt bei mir angesprochen. Ich war mit meinem Ex fast 9 Jahre zusammen. Dann hat er sich getrennt, weil wir angeblich nicht zusammen passen. Es hat einfach nicht mehr funktioniert und außerdem wollte er keine Familie gründen (keine Kinder, nicht heiraten). Leider ist es nach der Trennung unglücklich gelaufen. Ich war natürlich am Boden zerstört und habe erst mal den Kontakt abgebrochen, um alles zu verarbeiten. Nach einem halben Jahr kam er von sich aus wieder auf mich zu - wegen Freundschaft, wie er sagte. Ich fühlte mich eigentlich ganz gut und dachte, ich hätte es verarbeitet. Es klappte ganz gut, bis ich heraus fand, dass er mich belogen hatte. Er erzählte mir, dass er mit einem Kollegen im Urlaub gewesen war, doch in Wahrheit war er mit seiner "besten Freundin" (die schon während unserer Beziehung ein rotes Tuch für mich gewesen war). Es kam zum Streit, doch wir vertrugen uns wieder. Doch dann lernte er ziemlich genau vor einem Jahr eine Frau kennen und kaum war er mit ihr zusammen, entsorgte er mich wieder aus seinem Leben wie ein Stück Müll. Das hat mir sehr zugesetzt.
Wir hatten dann fast ein dreiviertel Jahr gar keinen Kontakt, bis ich ihn wegen einer organisatorischen Sache kontaktieren musste. Erst blockte er ab, dann kamen wir ins Plaudern. Er meinte am Ende des Telefonats, dass er sich freuen würde, wenn ich ihm schreibe und erzähle, was momentan so bei mir los sei etc. Ich war so blöd und machte es eine Woche später, nur um als Antwort von ihm zu erhalten, dass ich mich bitte nicht mehr bei ihm melden soll.
Vor kurzem hörte ich auch, dass er Vater wird und sich verlobt hat. Das hat mich wieder ziemlich aus der Bahn geworfen, weil es mir umso mehr vor Augen führte, dass ich allein bin. Es war wie ein Schlag ins Gesicht, dass er nun alles haben sollte, was ich mir wünsche. Damit zurecht zu kommen fällt mir schwer. Von daher hast Du recht, dass noch längst nicht alles aufgearbeitet ist. Aber die Trennung war vor fast zwei Jahren und ich weiß nicht, wie ich davon los kommen soll...
 
Top