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Gast

  • #1

Antidepressiva und Sex?

Die Partnerschaft läuft seit Monaten und ich habe mich gewundert, warum er den 1. Sex so lange rausgezögert hat.

Er nimmt Antidepressiva . Und hat es mir lange verschwiegen. Der 1. Sex war unbefriedigend, er konnte nicht. Weitere Versuche in gewissen Zeitabständen waren mehr oder weniger erfolglos.

Dass er Tabletten nimmt, wusste ich. Die Nebenwirkungen kannte ich nicht.

Was tun ?

WIr sind beide über 50.
 
M

Mooseba

  • #2
Es kommt immer darauf, welches AD er nimmt. Das wäre zu gut zu wissen. Immerhin ist er über 50. Da können - leider - auch ganz natürliche Gründe eine Rolle spielen. Ich habe unterschiedliche Antidepressiva probiert, weil keines wirklich gewirkt hat. Aber die Nebenwirkungen waren immer unterschiedlich. Zurzeit nehme ich auch wieder was und habe auch wenig Lust. Die ist auch nicht mit Sport, den ich mache, wieder reinzuholen - aber da muss meine Freundin jetzt mal durch, sie nimmt ja auch ein AD. Deswegen nochmal die Fragen: Welches AD nimmt er?

(m,30)
 
  • #3
...Bei riesigen Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker...
 
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Gast

  • #4
Ich nehme auch AD (Entact), aber die Nebenwirkung der Unlust habe ich nicht. Ich finde es schade, dass man öffentlich sich nicht dazu äußern darf, weil man sonst schiefen Blicken ausgesetzt ist und (habe ich zumindest das Gefühl) und hier gibt man es offen zu.

Zur Frage, hat er es vor abzusetzen oder müsste er die AD noch länger nehmen? Sind es starke Mittel oder leichte-unterstützende?
 
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Gast

  • #5
Wenn er Antidepressiva nimmt, ist er an Depressionen erkrankt. Macht er parallel dazu eine Therapie? War das vor Beziehungsbeginn in der Kennenlernphase nicht zu sehen?

Wenn nicht, würde ich mich trennen. Beziehung ohne Sex und Ehrlichkeit stirbt so oder so.

w 49
 
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Gast

  • #6
Danke an die Mitschreiber.

Ich bin die FS

Ich lernte ihn kennen ,mir fiel nichts auf.

Nein, er macht keine Therapie, Anfangs, seit zig Jahren , wie er sagte, hat er Therapien gemacht, hätten alle nichts gebracht.

Wegen seiner Stimmungsschwankungen nimmt er ärztlich verordnete Medis ein.
Sonst wäre er sehr launenhaft und jähzornig.

Ich stehe dem Ganzen momentan sehr skeptisch gegenüber. So habe ich mir eine Beziehung nicht vorgestellt. Das weiß er auch.

Am Wochenende gibt es ein Gespräch , um einiges zu besprechen.
So geht es nicht weiter .
 
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Gast

  • #7
Ich bin auch an Depressionen erkrankt und kann dir dazu sagen, dass die Libido dann sowieso sehr gering ist. Antidepressiva setzen diese oft noch zusätzlich herab.

Ich kann sehr gut verstehen, dass er dir erst nichts davon erzählt hat. Denn als depressiv Kranker ist man oft vielen Vorurteilen ausgesetzt. Wahrscheinlich hatte er einfach Angst, dass du ihn deshalb ablehnst. Er hat dich ja nicht wirklich belogen, sondern nur die Einnahme dieser Medikamente verschwiegen. Du solltest das also nicht überbewerten und gleich darauf schließen, dass er auch sonst unehrlich ist.

Wenn man unter Depressionen leidet, ist man fast immer ein sehr sensibler Mensch und auch das kann zu Versagen im Bett führen. Ich finde, man darf das den Depressiven nicht vorwerfen, denn sie können nichts dafür.

Eine einfache, unkomplizierte Beziehung wirst du mit ihm sicher nicht haben. Dir wird aber wahrscheinlich ein feinfühliger, warmherziger Mensch durch die Lappen gehen.

Jetzt liegt es an dir, ob du bereit bist, dich mit der Krankheit Depression zu befassen und dich damit vertraut zu machen, um ihn zu verstehen oder ob du es dir doch wichtiger ist, nur befriedigenden Sex zu haben.

w 40
 
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Gast

  • #8
Eine Therapie kann die Psyche wieder geraderücken, so dass man keine Medikamente braucht, muss sie aber nicht.
Meine Depression verschwand nach ein paar Jahren zum Glück von selbst. Während ich Medikamente genommen habe war Libido zwar da, Erektion funktionierte auch, aber das Problem war, dass ich schier endlos zum Orgasmus brauchte.
Lösung des Problems für mich damals, Medikamente für einen Tag aussetzen, und dann am darauffolgenden Tag Sex. Hat dem ganzen zwar deutlich an Spontanität genommen, dafür war es für uns beide wieder befriedigend.
 
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Gast

  • #9
Es dauert, bis es besser wird. Reicht da Deine Geduld ?

Bei Paaren, die länger zusammen sind, über Jahre , klappt es besser. Bei frischliierten eher nicht.

Das hat die Erfahrung gezeigt.

M/50
 
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Gast

  • #10
Liebe FS
Als Selbstbetroffene würde ich Deinem Partner raten, ein gesundheitliches "Update" zu machen. Mittlerweile gibt es so viele verschiedene Medikamentengruppen mit ganz unterschiedlichen Nebenwirkungen, die Deinem Partner auch helfen würden. Das soll aber ein erfahrener Spezialist entscheiden und nicht der Hausarzt. Bei mir hat es ganz lange gedauert, ein Medikament zu finden, da ich meist mit Heisshunger reagiert habe...Aber Jähzorn und Launenhaftigkeit....hmmmmm...ein Antidepressivum?
Ich denke, er hat Dir nichts gesagt, weil er hoffte, es würde alles gut gehen oder weil er Angst hatte, dass Du dann fluchtartig das Weite suchen würdest....Schade, ich gehe immer sehr offen mit meiner Erkrankung um. Erstens weiss ich dann gleich, woran ich bei meinem Gegenüber bin und zudem geht der Druck weg, perfekt sein zu müssen.
 
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Gast

  • #11
Ich (w, 27) kenne das Problem.
Mit 18 hatte ich eine Liebschaft, die tablettenbedingte Funktionststörungen hatte.
Da half nur Gelassenheit, Verspieltheit, viel Vertrauen und Geduld!
Sex besteht aus so viel mehr als nur einem steifen Glied...
 
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Gast

  • #12
Ich fand es sehr belastend mit den Antidepressiva trotz Lust nicht erregt zu sein. Es dämpfte sehr die Stimmung zwischen mir und meinem Partner. Ich habe dann in Absprache mit dem Arzt das Medikament gewechselt und es klappte besser. Die Medikamente werden immer weiter entwickelt und jemand, der seit Jahren auf eines eingestellt ist, könnte durchaus ein neues versuchen.

Kann jedoch sein, dass die Abhängigkeit so groß ist dass die Angst davon "loszulassen" überwiegt. Auch ist eine Umstellung nicht einfach und man fühlt sich schlecht dabei.
Aber ich habe es gemacht weil ich es selber wollte und bin froh darüber.
 
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Gast

  • #13
Das ist ein Problem, wobei der gnädige Herr zum Arzt gehen sollte. Viele Männer haken dieses Problem zu gerne ab und belastet und übersehen die eigentlichen Wünsche ihrer Frau. Sowas empfinde ich unverschämt! Mache gleich morgen einen neuen Termin für ihn aus! Ein Mann würde mit seiner Frau nicht so lange fackeln, wenn sie plötzlich keine Lust mehr hätte!
 
  • #14
Liebe FS

Es wäre sicher zielführend, wenn dein Partner dieses Problem mit dem verschreibendem Arzt / der verschreibenden Ärztin besprechen würde. Es gibt Antidepressiva, die die Libido weniger dämpfen. Es gibt sicher eine Lösung. Allenfalls kann er in Absprache mit dem Therapeuten die Medis auch langsam ausschleichen lassen. Vielleicht braucht er sie gar nicht mehr, wenn er nun wieder in einer stabilen Beziehung ist. Also, auf jeden Fall ärztlichen Rat und Unterstützung einholen.

Alles Gute!
 
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Gast

  • #15
ich hatte bis zum Alter von 42 jahren eine regelmässige starke Libido..

Nie probleme damit.

Dann nahm ich Aufgrund Trennung von Frau und Kinder Antidepressiva .

Schon nach kurzer zeit ging bei mir nichts mehr..Da ich keine Partnerin hatte machte es mir nichts aus.

Nach einem halben Jahr hatte ich wieder eine und hätte gerne gekonnt.,Da bin ich zum neurologen der hat mir Tabletten aufgeschrieben die man zusätzlich zu den AD nehmen kann damit er wieder steht.

10 Stück knapp 100 Euro..

Da hab ich lieber langsam die AD ausgeschlichen und konnte dann auch gleich wieder.

M
 
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Gast

  • #16
Als Betroffene kann ich Dir sagen: nicht nur Antidepressiva wirken negativ auf die Libido, sondern die Depressionen selber als Krankheit machen Nähe und Emotionen schwer zulass- und aushaltbar. Von einem Präparatwechsel kannst Du keine Wunder erwarten - trotzdem sollte er es versuchen. Aber Du musst wissen, es sind nicht nur die Pillen, es ist nicht, weil er nicht will, weil er Dich nichbt mag - das macht diese furchtbare Krankheit.

Grundsätzlich solltest Du Dich mit der Thematik eher in einem Depressionsforum (Angehörigenberatung) umtun. Da bekommst Du fundierte Stellungnahmen von Angehörigen und Betroffenen.

Ich wünsche Euch viel Glück
 
G

Gast

  • #17
Ein Depressiver ist nicht zwangsläufig ein warmherziger, sensibler Mensch, wie das hier gepostet wurde, sondern in der Regel ein überempfindliches, ansprüchliches Individuum, bei dem bereits in der Kindheit etwas schief gelaufen ist und der keine ausreichende Frustrationstoleranz entwickelt hat. Bezeichnend für dessen Mentalität ist es, sich lieber ADs einzuwerfen als sich einer Psychotherapie zu unterziehen, wo er mitarbeiten muß. Er ist meist völlig unreflektiert, will das auch nicht lernen und ist gewohnt, alle Wehwehchen mit Pillen aus der Welt zu schaffen. Dass diese teilweise erhebliche Nebenwirkungen haben, verdrängt er so lange bis es offensichtlich wird, dass sein edles Teil nicht steht.
Ich habe mit diesen Exemplaren täglich beruflich zu tun und rate der FS, wenn sie Glück sucht (wovon ich mal ausgehe), die Beine in die Hand zu nehmen und wegzulaufen so schnell und so weit wie sie kann, denn Depressionen sind vor allem für Angehörige die Hölle und Aggressionen und Entwertung der Partnerin bei vielen depressiven Männen an der Tagesordnung.

Das Bild vom sensiblen Gutmenschen, der unter seinem schwerem Schicksal zusammengebrochen ist, das haben hauptsächlich Laien. Für Frauen gilt umgekehrt übrigens Ähnliches, nur dass sie meist weniger aggressiv, sondern mehr klagend und weinerlich leiden.
 
G

Gast

  • #18
Ein Depressiver ist nicht zwangsläufig ein warmherziger, sensibler Mensch, wie das hier gepostet wurde, sondern in der Regel ein überempfindliches, ansprüchliches Individuum, bei dem bereits in der Kindheit etwas schief gelaufen ist und der keine ausreichende Frustrationstoleranz entwickelt hat. Bezeichnend für dessen Mentalität ist es, sich lieber ADs einzuwerfen als sich einer Psychotherapie zu unterziehen, wo er mitarbeiten muß. Er ist meist völlig unreflektiert, will das auch nicht lernen und ist gewohnt, alle Wehwehchen mit Pillen aus der Welt zu schaffen. Dass diese teilweise erhebliche Nebenwirkungen haben, verdrängt er so lange bis es offensichtlich wird, dass sein edles Teil nicht steht.
Ich habe mit diesen Exemplaren täglich beruflich zu tun und rate der FS, wenn sie Glück sucht (wovon ich mal ausgehe), die Beine in die Hand zu nehmen und wegzulaufen so schnell und so weit wie sie kann, denn Depressionen sind vor allem für Angehörige die Hölle und Aggressionen und Entwertung der Partnerin bei vielen depressiven Männen an der Tagesordnung.

Das Bild vom sensiblen Gutmenschen, der unter seinem schwerem Schicksal zusammengebrochen ist, das haben hauptsächlich Laien. Für Frauen gilt umgekehrt übrigens Ähnliches, nur dass sie meist weniger aggressiv, sondern mehr klagend und weinerlich leiden.
Ich weiss, dass ich gerade erheblich von der Ausgangsfrage abweiche, aber diesen abwertenden, aggressiven Post kann ich nicht einfach so stehen lassen!
An Deiner Stelle würde ich die Beine in die Hand nehmen und mich so schnell als möglich von all diesen weinerlichen, aggressiven "Exemplaren" distanzieren. Oder bist Du so auf das Geld angewiesen?
 
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Gast

  • #19
@Gast 17:
Du hast beruflich mit solchen Menschen zu tun? Inwiefern denn? Dazu kann ich nur sagen, sie können einem leid tun, wenn sie mit so einem verständnislosem, abwertenden Menschen Kontakt haben müssen, der einem nur mit Vorurteilen begegnet. Ich glaub kaum, dass du weißt, was diese Krankheit (und genau das ist es) bedeutet. Ein Menschen, der darunter leidet, hat schon genug Probleme. Da brauch er nicht noch so jemanden wie dich! Du hast überhaupt keine Ahnung, wovon du redest, weil du dich nie wirklich damit beschäftigt hast! Und nur weil man ADs nimmt, heißt das noch lange nicht, dass man keine Psychotherapie macht. Nur hat man sehr lange Wartezeiten bei solchen Therapien und deshalb beginnt man als Erstes mit der medikamentösen Behandlung. Das Optimum ist eine Kombination aus beidem!
FS, lass dich nicht von solchen unqualifizierten Äußerungen von einem Menschen ohne jegliche Empathie entmutigen! Ich denke nach wie vor, dass Menschen mit Depressionen sehr sensibel sind.

w 40
 
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Gast

  • #20
@17
solange es noch solche (vor)urteile über depressive gibt, müssen depressive mit ausgrenzung leben. und das ist schlimm.
glaubt mir, ich leide selbst drunter. und es ist die hölle. depressionen wünsche ich meinem ärgsten feind nicht. angehörige leiden mit und das schmerzt am allermeisten. aber zum glück gibt es menschen, die einem auch in diesen phasen beistehen. man sehnt sich nach nähe und kann sie nur bedingt zulassen. ich bin kein mimöschen, sondern stehe in den gesunden phasen mitten im leben und bin beruflich erfolgreich. in den depressiven phasen geht gar nichts. mit medikamenten ist mir ein halbwegs normales leben möglich. aber auch nur, weil ich liebevolle menschen an meiner seite habe, die mich in diesen phasen tragen und nicht fallenlassen. so eine herzlose, zynische haltung, wie @17 sie hier vertritt, macht mich nur sprachlos und traurig.
 
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Gast

  • #21
Die Dauer der Einnahme von Antidepressiva und die genaue Indikation
müsstest du kennen. Ausserdem was er sonst noch aktiv gegen die Depression
tut oder zu tun bereit wäre.
Ist er sonst gesund oder kommen weitere Stressoren hinzu ?
Hat er Schuldgefühle ?
Hat er Sorgen, Ängste, Schulden, Mißerfolge ?
Macht er Sport oder Bewegungstherapie ?
Bewegung und Musik kann gegen manifeste Depression etwas ausrichten.
Habt ihr gemeinsame Rituale im Alltag auf die er sich verlassen kann ?
Dass ein depressiver Mann keinen Sex mehr geniessen kann halte ich
für ein Märchen, es sei denn es geht bei dir prinzipiell nicht ohne
Erektion. Gerade einen Depressiven kannst du mit körperlicher Nähe
sehr ruhig und zufrieden machen.
 
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Gast

  • #22
Hallo, ich muss auch zustimmen:" Ein Depressiver ist nicht zwangsläufig ein warmherziger, sensibler Mensch, wie das hier gepostet wurde, sondern in der Regel ein überempfindliches, ansprüchliches Individuum, bei dem bereits in der Kindheit etwas schief gelaufen ist und der keine ausreichende Frustrationstoleranz entwickelt hat."
Ich bin jetzt ein Jahr mit einem Mann zusammen, der ohne Antidepressiva seinen Alltag nicht bewältigen kann. Ich bin total auf ihn eingegangen, habe ihm mein Kind nicht aufgedrängt - im Gegenteilt - und immer, immer, immer rennt diese Beziehung auf totalem SCHONGANG damit ihn ja nichts überfordert. Er ist wirklich krank. Das Ausmaß der Krankheit wird einer total Unwissenden wie mir erst nach einem Jahr voll klar. Ich habe wie gesagt ein Kind. Er hat beschlossen, dass ihn mein Sohn stresst. Deshalb können wir nicht zusammenziehen. Gleichzeitig beschwert er sich, dass wir keine Zukunftspläne machen können, weil das involviert sich mit meinem 9-jährigen Sohn zu befassen und das geht doch gar nicht, weil wir ja so schnell die Nerven weghauen und dann muss er noch mehr Benzos nehmen und er macht sich doch gesundheitlich nicht kaput wegen uns.
In diesem Ton redet er mit mir. Ich habe gerade die Beziehung beendet, weil mir geht mein Kind vor. Er muss leider alleine weiter zurechtkommen. Soviel Egoismus hält keine Beziehung aus.
 
  • #23
Hallo,mein Freund hat ein Jahr lang Antidepressive genommen und seit ein Monat hat er aufgehört.Ich hab Verständnis und alles aber ich frage mich nur wann kommt wieder sein Lust auf Sex zurück?