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Lena_34

Gast
  • #1

Auf einmal ehrgeizlos und asexuell mit 50?

Hallo zusammen,

Ich lese/schreibe hier schon eine Weile mit und schätze die unterschiedlichen Einblicke, die man hier gewinnen kann sehr. Meine Frage hat einen Hintergrund aus meinem Leben. Allerdings meine ich sie allgemein.

Ich war schon immer jemand, der gerne an sich arbeitet. Seien es mein Körper, meine Karriere oder sonstige Projekte. Natürlich gab es immer wieder Phasen, in denen der eine oder andere Aspekt mehr im Vordergrund stand (Prüfungsphase, Schwangerschaft und Babyzeit, Karriereschritte etc.), aber im Großen und Ganzen lasse ich da nie locker. Ich hatte z.B. durchaus Phasen, in denen ich mich mit meinem Körper unwohl fühlte, aber ich hatte nie vor, mich damit abzufinden. Einige Projekte/Ziele mussten verschoben werden oder angepasst, aber nie wurde etwas Wichtiges freiwillig aufgegeben.

Das mag auf einige krampfig und anstrengend wirken, aber es gibt nunmal auch solche Menschen. Und da sich Gleich und Gleich gern gesellt, umgebe ich mich vorzugsweise mit Menschen, die ähnlich drauf sind. Vor einigen Jahren hat mich ein solcher Mensch ganz besondes in seinen Bann gezogen. Sehr beeindruckt hat mich, was er in seinem Leben geschafft hat und mit welcher Disziplin und Willenskraft er an Dinge, die er erreichen wollte, herangegangen ist. Ich fand ihn auch sexuell sehr anziehend, weil er sehr körperlich wirkte. Als ich ihn kennenlernte, hatte er sich gerade in Topform gebracht, nachdem er sich längere Zeit v.a. um das Berufliche gekümmert hat. Damals war er voller Elan. Das Berufliche war in trockenen Tüchern (und v.a. hatte er die Erkenntnis, dass mehr Geld nicht glücklich macht) und er hat sich sportlich Großes vorgenommen, hatte sehr vielseitige Interessen und ja, auch sexuell wollte er sich angeblich nicht mit dem sexlosen Zustand in seiner langen Ehe abfinden, sondern sich offensichtlich anderweitig umsehen, da seine Frau da kein Interesse mehr hatte.

Nun sind paar Jahre vergangen. Aus der Affäre ist nichts geworden (warum auch immer; er sagte, dies sei, weil er keinen Stress mehr will). Aus dem großen sportlichen Ziel ist auch nichts geworden. Im Gegenteil, er hat sich in dem Bereich sehr zurückgezogen. Die vielseitigen Interessen/Aktivitäten wurden - zumindest soweit ich das beurteilen kann - reduziert/eingestellt. Beruflich macht er weiter wie gehabt, erklimmt da keine weiteren Gipfel. Auch körperlich hat er nachgelassen, inzwischen sichtbar.

Wie sind da eure Erfahrungen? Ist das üblich, dass man sich schon mit 50 so zurücknimmt? Auf einmal keinen Ehrgeiz mehr hat? Sich mit der Sexlosigkeit (Handbetrieb ausgenommen) zufriedengibt? Sich nichts mehr daraus macht, dass die Fitness nachlässt? Habt ihr das so erlebt? Könnt ihr euch das für euch vorstellen?
 
  • #2
Dein geschilderter Mann ist schwierig zu beurteilen - wie gut kennst Du ihn wirklich? Sprichst Du mit ihm über dieses Thema oder ist es nur Deine eigene Einschätzung? Sich absichtlich zurücknehmen - ich weiß nicht. Aber wenn Dir der schnelle "Verfall" auffällt, steckt vielleicht eine Krankheit dahinter - Depression, Schilddrüsenunterfunktion etc.
ErwinM, 48
 
  • #3
Hallo Lena34,
du bist 34 Jahre alt? Dann warte mal noch 16 Jahre. Mal sehen, ob du dann auch noch so ehrgeizig bist?
Ich war früher, als ich in deinem Alter war, ähnlich gestrickt. Doch im Lauf der Jahre erkennt man, dass es auch anders geht, als sich selbst ständig unter Druck zu setzen. Nach wie vor achte ich auf mein Äußeres, aber lange nicht mehr so extrem. Hab meine eigene "Schmerzgrenze" beim Gewicht um drei Kilo überschritten. Na und, ich hab einfach keine Lust, auf alles zu verzichten und nur wegen drei Kilo in den Dauersportwahn zu verfallen. Ähnlich ist es in vielen anderen Bereichen des Lebens. Man wird einfach ruhiger und gelassener. Sex, ja klar ist der wichtig. Leider kann ich mir aber keinen Prinzen herzaubern, und auf Affäre hab ich keine Lust. Also geht's auch ohne. Ich bin mir sicher, das wird sich irgendwann auch wieder ändern. Aber doch nicht auf Krampf und mit übertriebenem Ehrgeiz.

w55
 
  • #4
Tja, ganz normal, dass grosse sportliche Ziele mit 50 eher nach unten korrigiert werden.
Überleg mal logisch - Profisportler hören meist mit 35 auf - weil dann der Zenit überschritten ist.
Beruflich bist du mit 50 auch meist da angekommen, wo du sein willst. In einem Grosskonzern geht evtl noch ein Schritt, bist du aber auf einem bestimmten Level, wo du zufrieden bist - dann bleibst du genau dort. Freiberufler und Selbständige müssen noch ein paar Jahre Gas geben - aber der ganz grosse Sprung ist da meist auch schon vorbei. Die Phase des Sicherns und Erhaltens hat begonnen.
Sexuell - naja, ganz so wie mit 25 gehts eben nimmer, aber mit Routine geht noch einiges. Sexlos - denke mal, das kommt mit 70.
Mit 50 beginnt so langsam die Freiheit, nicht mehr jeden Bockmist mitmachen zu müssen. Das ganz grosse Risiko hat man erlebt, es beginnt die Phase des Genusses. Projekte wie Familiengründung stehen meist nicht mehr an.
Allerdings ist meine Erfahrung, dass nun die Interessen mehr gepflegt werden - vielleicht auch zielgerichteter.
Man hat sich ausprobiert - nun weiss man, was man will und wo man hingehört. Das heisst nicht, dass nichts Spannendes mehr kommt - aber oft sind die Dinge anders spannend als mit 30.
 
  • #5
Wenn ich dich richtig verstehe, war er völlig normal, hatte dann eine hyperaktive Phase, und die hat sich nun wieder gelegt? Er ist jetzt nicht anders als vor dieser Phase, einfach nur ein paar Jahre älter? Mir scheint, nicht wenige Männer haben um die 50 herum das Bedürfnis, noch einmal richtig durchzustarten, sie machen Sport wie blöd, setzen sich auf Diät, testen ihre sexuelle Attraktivität noch einmal aus. Eine Phase, die kommt und auch wieder geht. Wenn diese Aktivität nicht dem inneren Naturell entspricht, kann sie auf Dauer nicht glücklich machen.

Frau 50
 
  • #6
Ist das üblich, dass man sich schon mit 50 so zurücknimmt?
Man nimmt sich nicht zurück, man entwickelt andere Prioritäten.
Ich jedenfalls. Die Waage habe ich mit 50 entsorgt. Ich hab da keine Lust mehr drauf, ständig einem Gewicht hinterherzuhecheln. Habe ich als jüngere Frau immer gemacht. Medizinisch gesehen ist mein Gewicht im Ideal- bis Normalbereich (meine Ärztin wiegt mich, ich gucke weg und sie sagt mir mein Gewicht nicht, nur ob ideal oder normal bewertet sie). Alles andere ist mir egal. Das ist die Lässigkeit des Alterns, dass man zu gewissen Dingen eine andere Haltung annimmt. So gesehen ist es die beste Lebensphase überhaupt. Seit ich mich z.B . nicht mehr wiege , verliere ich völlig automatisch dann Gewicht, wenn es mal zuviel wird.
Beruflich bin ich angekommen, was soll ich da noch Ehrgeiz entwickeln, es ist gut so wie es ist. Mehr brauche ich für mein Leben nicht. Alles wichtige kann ich mir leisten.
Mit 50 bin ich nicht ehrgeizlos, es geht ja um Erhalt der Dinge, die man sich erarbeitet hat. Haus, Job, Umfeld...das muß ja alles gepflegt werden. Das erfordert schon Ehrgeiz, alles zu behalten, sonst geht es ja den Bach runter.
Asexuell bin ich nicht. Ich suche mir aber andere Sexpartner als die, die ich noch als junge Frau gesucht habe. Zu leicht habe ich mich beeindrucken lassen von Männern, auch das ist vorbei.
Wenn ich in einer langjährigen Beziehung wäre, in der kein Sex mehr stattfindet, würde ich überlegen, was mir wichtig ist. Bin ich aber nicht, von daher kann ich Sex haben, mit wem und wann ich will.
Ich fühle mich mit Ü50 freier als jemals zuvor in meinem Leben.
Das kannst Du, liebe FS, vielleicht noch nicht nachempfinden, weil Du diese "magische" Grenze noch nicht erreicht hast.
W
 
  • #7
Wie sind da eure Erfahrungen? Ist das üblich, dass man sich schon mit 50 so zurücknimmt? Auf einmal keinen Ehrgeiz mehr hat? Sich mit der Sexlosigkeit (Handbetrieb ausgenommen) zufriedengibt? Sich nichts mehr daraus macht, dass die Fitness nachlässt? Habt ihr das so erlebt? Könnt ihr euch das für euch vorstellen?

Hm. Kann es sein, dass dieses in Topform bringen und die sportlichen Ziele etc. darin begründet war, dass er Dir - seiner neuen Affäre - imponieren wollte? Und da er diese beendet hat, ist damit auch sein Elan weg - weil nicht mehr erforderlich?

Ich kann nur für mich sprechen, für mich ist der Sprung auf die 50 vor einigen Wochen eher der Anlass gewesen, mich wieder mehr auf die Fitness und meinen Körper zu besinnen. Bedingt durch die schwierigen letzten Jahre hatte ich ein Gewicht erreicht, dass mich einfach nur noch genervt hat und das auf Dauer schwere gesundheitliche Risiken mit sich gebracht hätte. Also habe ich da die Disziplin entwickelt, durch sportliche Aktivität und andere Ernährung endlich wieder ein Gewicht zu erreichen, das ich eigentlich seit Jahren will. Damit habe ich jetzt in knapp sieben Wochen 10 Kilo runter und das ist erst ein Drittel meines gesetzten Zieles.

Sexlosigkeit mit 50? Halte ich auch nicht für üblich.
 
L

Lena_34

Gast
  • #8
Hallo und vielen Dank für die bisherigen Antworten!

Ja, ich bin Mitte 30. Ehrgeizig war ich schon immer und es hat sich bisher nicht das Geringste daran geändert. Deswegen frage ich ja.
Das heißt übrigens auch nicht, dass man nicht geniesst. Man geniesst nur anders. Ein großes Eis ist für mich zum Beispiel ein weitaus geringerer Genuss als nach einer langen Radtour erschöpft ins Bett zu fallen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das bei mir mit 50 ändert.

Was denn Mann angeht: Er war in seiner Jugend Leistungssportler, hat sich aber für die Karriere etwas zurückgenommen, wobei der Level immer noch sehr hoch war. Das hochgesteckte Ziel hat er sich vorgenommen als er fast 50 war und meinte, sich beruflich/familiär Freiräume leisten zu können (samt Affäre). Karriere gesichert, Kinder schon ziemlich groß, Haus längst gebaut, mehrere Urlaube pro Jahr etc. und die Erkenntnis, dass mehr Geld ihn nicht glücklicher machen würde. Neben der Arbeit und den sportlichen Ambitionen widmete er sich seinen künstlerischen und sprachlichen Interessen. Das alles hat er ziemlich direkt nach dem 50. gelassen. Im Job verbringt er immer noch sehr viel Zeit, aber auch da versucht er nicht mehr, sich so hervorzutun wie früher.

Deswegen frage ich mich ja, ob man sich mit dem Alter (und sooo alt ist 50 aus meiner Sicht nun mal auch nicht, weder für einen Mann noch für eine Frau), dass man sich im Vergleich zu dem, wie man sein Leben lang war, so stark verändert.

Ich laufe viel, mache auch bei Volksläufen mit. Die Alterskategorie 45+/50+ ist da zahlreich vertreten. Von vielen würde man sagen, dass sie in der Midlifecrisis stecken. Allerdings habe ich da noch niemanden erlebt, der aufgehört hat, weil die Midlifecrisis überwunden war. Wenn, dann hören Leute aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen auf und das kann in jedem Alter passieren.

Man hat sich ausprobiert - nun weiss man, was man will und wo man hingehört. Das heisst nicht, dass nichts Spannendes mehr kommt - aber oft sind die Dinge anders spannend als mit 30.

Sicherlich anders als mit 30. Mit 30 erlebt man die Dinge ja auch anders als mit 20.
Aber erlebt man die Dinge mit 52 anders als mit 48?
 
  • #9
Liebe FS,
Du weißt ja wenig über diesen Mann, da kannst Du nur raten.Ein guter Freund von mir muss z.B. blutdrucksenkende Medikamente einnehmen, was ihn insgesamt träger und leider auch deutlich dicker und phlegmatischer gemacht hat. Mein Partner übertreibt es dafür mit dem sportlichen Ehrgeiz in mittlerem Alter etwas und laboriert nun ständig an Marathon-bedingten kleineren Verletzungen/Beschwerden herum, ist aber meist ausgeglichen. Ich hatte da große Bedenken, als diese klassische Midlife-Crisis-Eigentherapie begann, die sich zum Glück nicht zu 100% bewahrheitet haben.
Ist es aber nicht so, dass es Dich stört, dass er nach seiner aktiven Phase wieder gemütlich in den Ehe-und Alltagstrott zurückkehrte, ohne mit Dir ausbrechen zu wollen? Vielleicht war er auch, wie fast alle in diesem Alter, in eine ganz junge Kollegin verliebt, die er beeindrucken wollte. Wenn die reiferen Männer dann merken, dass trotzdem nichts möglich ist, geben sie das anstrengende Programm wieder auf, denn für die Frau zuhause braucht es ja keinen Top-Performer. Wahrscheinlich geht es ihm ganz gut so. Und Frauen kennen solche Phasen ja auch mal ...Diät..Sport...neue Frisur..neue Outfits...weil da jemand ist, der aufregend ist...aber dann verläuft es im Sande. Dafür müssen wir unds nicht ständig Sorgen machen um unsere "Perfektion". Hat auch was!
 
  • #10
Liebe FS
Ich versuche mich in dich hinein zu versetzen und frage mich: Was treibt diese Frau an, eine Frage zum Lebensstil ihres 50-jährigen Ex-Geliebten zu stellen?
Warum grübelt sie, die Sportliche, Karrieretüchtige etc. jetzt darüber nach, ob seine vermutete Lebensstagnation normal sei?
Ich kann mir das nur so erklären, dass er dich gekränkt hat durch sein Schlussmachen und du irgendwo nicht loslassen kannst. Es könnte dir einfach wurscht sein, ob er dick ist oder denselben langweiligen Job macht oder nachts heimlich masturbiert. Wenn da nicht die Frage wäre: Warum hat er dieses langweilige, zermürbende Eheleben gewählt, statt mit mir auszubrechen. Mit seiner ehrgeizigen, sexuell gewandten, erfolgreichen Geliebten, die doch offensichtlich so viel besser passt.
Ich glaube, Menschen sind aus unterschiedlichem Holz gebaut. Manche brauchen die Sicherheit einer Ehe. Oder wissen einfach, wie unangenehm eine Scheidung sein kann, so dass sie diesen Entschluss immer wieder aufschieben. Oder vielleicht sind sie dick, masturbierend und am selben Ort arbeitend letztlich doch ganz glücklich und jammern der Affäre nur was vor.
 
  • #11
Wie sind da eure Erfahrungen? Ist das üblich, dass man sich schon mit 50 so zurücknimmt? Auf einmal keinen Ehrgeiz mehr hat? Sich mit der Sexlosigkeit (Handbetrieb ausgenommen) zufriedengibt? Sich nichts mehr daraus macht, dass die Fitness nachlässt? Habt ihr das so erlebt? Könnt ihr euch das für euch vorstellen?

Das hat weniger mit dem Alter zu tun, sondern mit dem Glauben an sich selbst, mit dem, was man sich selbst wert ist.

Für mich klingt es so, als ob er sich aufgegeben hat. Ich bin eher so wie Du.

Vielleicht war für ihn aber auch das was er an Sportlichkeit durchgezogen hat ausreichend, und nun sind andere Dinge dran. Es ist alles gut. Vielleicht nimmt er sich nicht zurück sondern ist jetzt eben einfach so, wie er nun ist und ist zufrieden damit und glücklich.

Letztendlich ist wichtig was mit Dir ist. Was möchtest Du?

Liebe Grüße
 
  • #12
Ich denke, es kommt erstmal drauf an, wofür man was macht - also für sich oder eigentlich für andere in der Ansicht, deren Bewunderung/gute Meinung bräuchte man. Irgendwann entdeckt man ja, dass man niemandem mehr was beweisen muss und die einzige Person, die zufrieden mit einem selbst sein muss, man selbst auch ist.
Es kann Resignation und Passivität erzeugen, wenn man feststellen musste, dass all die Bemühungen nicht dazu geführt haben, was man sich gewünscht hat. Also man z.B. davon ausgegangen ist, dass man nur genug Geld verdienen muss, dann wäre die Beziehung schön, was nicht eingetreten ist. Oder wenn man sich einen abstrampelt für die Akzeptanz oder die Anerkennung der Eltern, die das niemals geben werden, einfach, weil es das eigene Kind ist.

Ich finde es, gerade was die Gesundheit angeht, extrem wichtig, das nicht aus der eigenen Verantwortung zu geben, also anzufangen, Pillen zu schlucken, statt sich mit gesunder Ernährung zu befassen und Sport zu treiben.
Krampfig finde ich das nur, wenn man seiner Gesundheit eher schadet durch Übertreibung, weil man den Körper nicht als Ganzheit und vereint mit der Seele betrachtet, sondern als Leistungsmaschine.

Es gibt nicht nur Menschen Ü50, die lieber im Sessel sind und keine Freude dabei empfinden, sich Ziele zu stecken und sie zu erreichen. Manche sind mit 25 schon so. Für sie ist Trägesein "das Leben genießen" und sie können sich nicht vorstellen, dass die anderen das Leben genießen, indem sie was Neues machen, sich Ziele setzen und sie erreichen wollen, eine andere Ernährungs- oder Lebensweise leben wollen. Und auch, wenn einer Ü70 ist, muss er sich nicht "innerlich zur Ruhe setzen", denn wer sein Leben lang für sich als Lebensfreude empfand, aktiv zu sein, Neuem aufgeschlossen zu sein, wird in nie gänzlich aufhören, so zu leben.

Was Deinen bekannten Mann angeht, so denke ich, hat vielleicht sein Hormonspiegel auch eine gravierende Änderung erfahren, also weniger Testosteron. Deswegen vielleicht kein sexuelles Interesse mehr, kein Antrieb mehr, kein Aktionsdrang mehr. Vielleicht ging es auch einher damit, dass er die Erkenntnis hatte, dass ihm seine ganze Mühe nicht das brachte, was er sich als seelische Befriedigung gewünscht hatte. Wenn er es für sich selbst braucht, wird er die Aktivität mit anderer Motivation sicher später wieder aufnehmen, denke ich.

w, 47
 
  • #13
Auch körperlich hat er nachgelassen, inzwischen sichtbar.
Ich muss lachen! Mädel, hast du schon einmal davon gehört, dass der Mensch altert? Der körperliche Verfall bereits mit 35 Jahren beginnt und Frauen in diesem Alter durchaus schon in den Wechseljahren sein können?

Es ist wirklich so, dass die meisten Menschen im Alter ruhiger werden und ihre Prioritäten ganz woanders setzen. Ich persönlich
gehe z. B. gerne mit Freunden oder Freundinnen mal in ein Café oder in eine Kneipe. Aber lieber noch sitze ich mit mir wichtigen Menschen zusammen, privat bei einem von uns zu Hause bei einem guten Essen und einem leckeren Glas Wein. Haben Spaß und klönen über Gott und die Welt. Im Hintergrund läuft Musik von David Bowie, Frank Zappa etc. und nicht irgendein lauter Müll wie Techno und Gott sei Dank auch nicht Helene Fischer. Not my favorite!!!

Bis auf Fahrrad fahren, durchaus lange Strecken, betätige ich mich mit über 50 Jahren sportlich heute nicht mehr. Früher hatte ich das satt und genug durch Leistungssport Geräteturnen und Leichtathletik Sprint. Mehr als 20 Jahre. Das reicht.

Warum aber machst du dir einen derart intensiven Kopf über diesen einen Mann? Trauerst du etwa noch der nicht zustande gekommenen Affäre nach, würdest gerne dort anknüpfen?

Merke dir: Jeder Mensch ist individuell. Der Eine dreht mit über 50 Jahren noch einmal auf weil er meint sonst etwas zu verpassen, der Andere lehnt sich zufrieden zurück und ist glücklich mit dem was er erreicht hat.
 
  • #14
Ich erlebe das sehr unterschiedlich. Dein Objekt der Begierde wollte einiges und konnte dann wenig. In meinem Umfeld gibt es Männer die mit 56 nochmal Gas geben wollen, da sie jetzt über die finanziellen Mittel verfügen und einfach Freude und auch die Herausforderung lieben. Dann gibt´s einen , der mit 57 weiß, dass er mit 62 aufhören will und seine Schäfchen im trockenen hat.
Sportlich ist auch alles dabei. Ausdauersportler sind zäh und stecken mit 50+ manchen 30 -ig jährigen locker in die Tasche. Wir achten auf uns, die Figur und sind fit.
Sexuell habe ich in den letzten 3 Jahren nur aktive 50+ erlebt. Und ich selbst hatte nie eine erfüllerende Sexualität wie die letzten Jahre. Es geht nicht mehr darum 5 Orgasmen hintereinander zu haben, sondern um die Qualität, dass wir uns gegenseitig mitnehmen .Hier steht der Genuss im Vordergrund und die Erfüllung für beide Seiten.
Was allen gemeinsam ist und ich zähle mich dazu: wir wissen wer wir sind und müssen nicht mehr alles mitmachen. Wir sind entspannter und müssen uns nichts mehr beweisen. Wir versäumen nichts mehr. Das finde ich am Älter werden super. Ich persönlich war noch nie so sehr Frau wie die letzten 3 Jahre. Und die Männer die ich traf und mit dem einen, mit dem ich heute zusammen bin. Ehrlich: es war nie so gut wie heute. Fazit: Deine Erfahrung kann ich nicht ganz teilen. Menschen Ü 50 sind gefestigter, doch weder asexuell noch ehrgeizlos . w/53
 
  • #15
Ach Lena, letztlich beschäftigt dich bei dieser Frage der eine konkrete Mann mit dem eine Affäre im Raum stand und von dem du annahmst, seine Frau hätte sich von ihm getrennt (s. Threads vom Frühjahr). Vermutlich hat er eine Lebensabschnittskrise, die mit teilweiser, womöglich temporärer, Aufgabe von beruflichem Leistungsstreben und sexuellem Bedürfnissen einhergeht. Irgendwann wird sich das schon wieder einpegeln und vllt. weckt eine neue Liebe verschüttete Lebensgeister. Manche resignieren mit 50, andere sind noch lange agil und offen fürs Leben. Was nützen dir Pauschalaussagen oder individuelle Erlebnisberichte? Bleib so ehrgeizig und Willens, dich selbst zu optimieren - aber lass bitte anderen Menschen ihre Phasen der Stagnation. Die lösen sie von selbst auf, wenn nötig oder gewünscht.
 
  • #16
Ich kann aus meinem eigenen erleben leider sagen, dass ab 50 die Kraft als schleichender Prozess nachläßt. Das kann man sich in einem jüngeren Alter gar nicht vorstellen. Wenn ich daran zurück denke, was ich als junge Frau so mal eben locker gewuppt habe....
Ich habe mehr als 45 Stunden die Woche gearbeitet, habe 2 kleine Kinder mit dem Rad paar Kilometer zur Kita gefahren inkl. Einkaufsbeutelchen. Hab dann die Kinder versorgt, den Haushalt gemacht und bin dann noch 2 mal die Woche Abends eine Stunde mit dem Rad und der Bahn zum Training in die Schwimmhalle gefahren und zwar richtiges Training.
Nächsten Tag wieder um 5 Uhr raus aus dem Bett. An den Wochenenden waren wir wandern, segeln, paddeln oder tauchen. Lagen also auch nicht auf dem Sofa rum.
Heute würde ich nach einem Tag mit solchen Aktivitäten spontan versterben und zwar auf der Stelle.

Der Mann kann einfach nicht mehr. Er spürt das und es macht ihn ganz sicher nicht glücklich.
Das ist halt der Nachteil, wenn sich Männer 20 Jahre jüngere anspruchsvolle Frauen suchen.
Aus diesem Grund will ich auch keinen 70 jährigen Partner.
 
  • #17
Ich verstehe den Sinn Deiner Frage nicht.
Es ist anders mit 50 (ich bin 47), als mit 30. Früher wollte ich Karriere machen. Heute ist mir das zu stressig. Keine Lust mehr drauf. Ich fühle mich in vielen Dingen freier,renne nicht irgendwelchen must haves hinterher. Ich kann das Eis nach dem Essen oder dem MTB fahren genauso genießen. Das Radln darf mal ausfallen (obwohl ich heute mehr Sport mache als mit 30). Es ist einfach entspannter, die Lebenseinstellung geht zumindest bei mir immer mehr in die Richtung: So what.
Er hatte vermutlich irgendwas vor Augen, wofür es sich gelohnt hätte (vllt. warst du es), das alles zu tun, um zu beeindrucken. Dann folgt bei ihm die Abwägung und er stellte fest, dass es sich nicht lohnt.

Wenn ich nach meiner Trennung mit irgendwelchen Frauen in Kontakt kam, mit denen ich früher länger in Kontakt geblieben wäre, bin ich heute schnell dabei zu denken, dass es der Mühe nicht lohnt.

M 47
 
T

Toi et moi

Gast
  • #18
Ehrgeizlos und asexuell? Woher weißt Du das alles? Ok er hat ein bisschen zugenommen aber das bedeutet nicht, dass er asexuell und ehrgeizlos ist. Aber angenommen, alles ist richtig, was du schreibst, die Gründe können unterschiedlich sein. Entweder hat er kein Spaß mehr an dem Ganzen oder er hat eine Lebenskrise und fühlt sich leer. Ist er nicht der Mann, der kürzlich von seiner Frau verlassen wurde? Wenn ja, dann ist es doch völlig normal, dass nach so einer Entwicklung nicht alles toll ist. Er sieht die Trennung von seiner Frau als eine Art Niederlage und er ist in Trauer und Wut. Auch wenn Du es nicht lesen möchtest, eine Langjährige Ehe ist etwas sehr komplexes und es geht um viel mehr als rein sexueller Aspekt.
Ich denke, dass er vielleicht sogar an einer Depression leidet und medikamentös eingestellt ist, die Symptome Gewichtzunahme und mangelnde Libido sprechen jedenfalls dafür, aber letztendlich nur reine Spekulation....
 
L

Lena_34

Gast
  • #19
Hallo und vielen, vielen Dank für die vielen unterschiedlichen Antworten!

Sicher interessiert mich dieser Mann. Nicht mehr so sehr sexuell wie früher, aber so wie es nun mal Menschen gibt, deren Entwicklung einen interessiert. Natürlich war ich sehr enttäuscht, weil es damals nicht geklappt hatte und auch gekränkt, wie das gelaufen war. Aber das ist nun lange her und nicht mehr akut.

Wir haben jetzt kaum Kontakt, aber früher war dieser durchaus eng und intensiv. Und es gab auch mindestens einen guten Grund, warum wir uns mal so gut verstanden, nämlich einen vergleichbaren Grad an Ehrgeiz, Willenskraft, Vielseitigkeit, vielleicht auch innerer Ruhelosigkeit. In den Bereich, in dem wir arbeiten, gibt es eigentlich nur ehrgeizige Menschen, aber selbst unter denen hat er den Ruf, extrem drauf zu sein, weil der Ehrgeiz sich nicht auf den Beruf allein begrenzte. Vergleichbares bei mir.

Er war sein Leben lang so. Nur gab es wie bei so vielen auch bei ihm die "Rush hour des Lebens", in der Karriere, Familie und Hausbau im Fokus standen. Hat alles bestens geklappt, aber für sich hatte er kaum Zeit. Auch die Ehe geriet in die Schieflage.
Er veränderte sich beruflich so, dass er vergleichsweise frei über seine Arbeitszeit verfügen konnte und investierte wieder mehr in sich. Trieb wieder deutlich mehr Sport, nahm ab, nahm sich Zeit für sonstige Interessen und Ziele. Das war die Zeit, in der ich ihn kennenlernte. Wir sind nie im Bett gelandet, aber es gab auch keine einzige Begegnung, bei der er nicht irgendetwas Sexuelles aufs Tapet gebracht hätte. Und er sprach viel über den runden Geburtstag und das Alter überhaupt. Es machte ihm offensichtlich zu schaffen.

Dann kam der runde Geburtstag und nun hat er sich selber quasi zum asexuellen Wesen erklärt, Sport wenn überhaupt, dann nur auf Rentner-Niveau, das große Ziel vergessen, sonstige Interessen offensichtlich aufgegeben. Nur die Arbeit ist noch da, mit der er wie in der "Rush hour" die meiste Zeit verbringt.

@Sirius97
Ich kann gut verstehen, dass du keinen 70-jährigen Partner willst. Aber wie @void schon sagte, sind viele 25-Jährige (und Jüngere!) so. Die meisten Männer in meinem Alter sind so oder eben in der "Rush hour des Lebens" und nur dabei, mit Tunnelblick irgendwas abzuarbeiten. Ich fand diesen damals Fast-50-Jährigen eben so interessant, weil er sich und anderen schon bewiesen hatte, was er drauf hat, und nun persönliche Akzente setzen und sich Zeit für Dinge nehmen konnte, die ihm wichtig erschienen und Freude machten. Das waren damals ganz offensichtlich die Arbeit am eigenen Körper, neue intellektuelle Herausforderungen und auch die Sexualität. Und kaum war er 50 interessiert ihn das alles angeblich nicht mehr. Deswegen frage ich diejenigen, die die "magische Grenze" schon überschritten haben, ob das so realistisch ist...
 
  • #20
Sicherlich anders als mit 30. Mit 30 erlebt man die Dinge ja auch anders als mit 20.
Aber erlebt man die Dinge mit 52 anders als mit 48
Manchmal geht das von einem Tag auf den anderen.
Mit 48 hatte ich keinerlei Lust, meine DJ Karriere zu beenden - mit 52 habe ich mit Freude meine letzte Party vorbereitet. Und vermisse das Rampenlicht überhaupt nicht. Obwohl ich noch 3 Jahre später Angebote von Discotheken bekomme - es zieht mich nicht zurück.
Erstmals seit sehr langer Zeit lasse ich mich dagegen auf eine Frau ein, bei der ich bleiben könnte. Vor 5 Jahren hätte ich die Finger weg gelassen.
In manchen Dingen bin ich "altersmilde" geworden - der Ehrgeiz, sehr gute Arbeit für mein Honorar abzuliefern, ist aber nach wie vor da. Offen für Neues bin ich nur noch, wenn mich das Neue interessiert. Ich geniesse die Freiheit, so manches Ziel schon erreicht zu haben. Habe auch noch welche, aber weniger als früher.
Das Ganze ist ein schleichender Prozess - der durchaus schöne Seiten hat. So bin ich heute dankbarer für mein freies und buntes Leben als ich das mit 48 war. Die Erfolge werden auch andere. Was ich vor 10 Jahren noch erkämpfen musste, mache ich heute mit Routine. Und Gelassenheit. Dafür sehe ich es als Erfolg an, wenn ein junger Mensch von mir etwas lernen möchte.
 
  • #21
Ich denke, dass er vielleicht sogar an einer Depression leidet und medikamentös eingestellt ist, die Symptome Gewichtzunahme und mangelnde Libido sprechen jedenfalls dafür,
Das ist Blödsinn! Vorsicht mit solchen Äußerungen, denn:

Eine Gewichtszunahme ab 50 Jahren ist ebenso normal wie die sichtbaren Falten z. B. im Gesicht. Liegt am Stoffwechsel, denn der funktioniert in jungen Jahren auf Hochtouren und im Alter schaltet er auf Sparflamme um. Beim Mann und auch bei der Frau zeigen sich die Kilos dann gerne um den Bauch herum und diese haben deshalb rein gar nichts mit Depressionen wegen einer vollzogenen Trennung oder Einnahme von Medikamenten zu tun.

Ich persönlich finde es gut, wenn Menschen beider Geschlechter der Natur ihren Lauf lassen. Selbstverständlich nicht wie der letzte Zottel rumlaufen, aber zu ihren Pfunden und den Falten im Gesicht stehen. Nicht dem Jugend- und Fitnesswahn verfallen wie die bekloppten Promis in den USA, inzwischen aber auch immer häufiger werdend in Deutschland. Aufgespritzte Lippen, Silikon-Busen und Botox-Maske im Gesicht, alles auf Kosten der Gesundheit nur damit der oder die 50jährige optisch und körperlich fit mit einem 20jährigen Menschen mithalten kann. Noch funktioniert das aber nicht, denn gegen Alterung ist bis heute kein Kraut gefunden. Und das ist auch gut so!
 
L

Lena_34

Gast
  • #22
Ehrgeizlos und asexuell? Woher weißt Du das alles?


Ich habe die Überschrift natürlich etwas provokant formuliert.

Das mit der Asexualität (bzw. Sexlosigkeit) weiß ich von ihm selber. Und das obwohl es ihm früher doch so wichtig war zu betonen, dass die aktuelle Sexlosigkeit nur an seiner Frau lag und bei ihm alles bestens funktioniert (salopp formuliert).

Alles andere zu erläutern würde zu weit führen. Ich weiß es eben. Es ist so als hätte jemand, der sein Leben lang sportlich, ehrgeizig und extrem diszipliniert gewesen ist gesagt: "Die letzten Jahre habe ich nur gearbeitet. Nun will ich mir Zeit für mich nehmen. Ich bin schon immer viel gelaufen und zu meinem runden Geburtstag will ich den Berlin-Marathon in unter 3 Stunden laufen. Klar, das kostet viel Zeit, aber das gönne ich mir. Denn, wann, wenn nicht jetzt? Außerdem habe ich festgestellt, dass mehr Geld mich nicht glücklicher macht." Und dann würde er dennoch ununterbrochen arbeiten und es höchstens mal zur Rückengymanastik schaffen. Einfach sinnbildlich gesprochen.

Ich frage mich bzw. die Ü50 unter uns wie es zu solchen U-turns kommt.

Danke für die bisherigen Antworten!
 
  • #23
Hm... vielleicht hat er Probleme mit der Zahl? Als ich 40 wurde, hatte ich auch eine Krise. So in Richtung: Ab jetzt unsichtbar für Männer. Frauen sind mit 40 "alt", Männer vielleicht erst mit 50.

Ich hab dann an mir gearbeitet und auch geguckt, ob ich noch "gesehen" werde. Da ich mit mir selbst zufrieden war und mich mit mir wohlgefühlt habe, habe ich das auch ausgestrahlt. Ich denke, das kommt so, wenn man sich um sich kümmert und auch Reaktionen "einfordert", also vielleicht ein bisschen in die Gegend flirtet. Ich fühlte mich attraktiv und hab auch die Bestätigung bekommen. So ähnlich seh ich es bei Deinem Bekannten und Dir. Er hat sich um sich gekümmert und hat von Dir Feedback bekommen, dass es was bringt, weil er immer noch anziehend ist.
Irgendwann hatte ich viel beruflichen Stress, da wurde es mir egal. Dann hatte ich auch im familiären Bereich eine traurige Zeit, da war es mir auch egal. Wenn sich der Blick nach innen richtet, weil man was Seelisches erkennt, wird es bei manchen Bereichen auch so anstrengend, dass man nicht mehr auf Außenwirkung guckt.

Nun hattest Du ja geschrieben, dass seine Ehefrau ausgezogen ist. Vielleicht hat ihm die Frau und die Familie wahnsinnig viel bedeutet als Sicherheitsfundament. Es gibt doch Menschen, die nur solange obenauf sind, flirten, beeindrucken, wie sie nicht verlassen werden. Sobald sie wirklich frei sind, sind sie verloren, haben kein Interesse mehr an irgendwas, weil ihnen was ganz Wichtiges entzogen wurde (Ehepartner, Haus, Geschäft, Geld, Kinder, Gesundheit, ...). Er ist ja anscheinend jetzt allein, möglicherweise sieht er es genauso wie die Threaderstellerin mit der Scheidung: Er hat versagt.

Es gibt übrigens auch männliche Wechseljahre mit bestimmten Symptomen.
 
  • #24
Nun ja ich bin zwar noch nicht so ein altes Eisen wie der @Tom26 aber mit fast 47 bin ich auch nicht mehr so hektisch wie vor 20 Jahren. Ich würde mich weder Träge noch hängend bezeichnen. Aber vieles lasse ich unbewusst langsamer angehen. Ich hechele nicht mehr jedem Auftrag hunterher und muss auch nicht mehr zwingend jede Idee realisieren. Sexuell empfinde ich viel intensiver als vor 20 Jahren. Vermutlich weil ich mich auch mehr damit Gedanklich beschäftigt habe. Mir ist heute Qualität wichtig nicht mehr die Quantität. Ich möchte niemandem mehr etwas beweisen " müssen". Was mich früher mal aus der Hose hat springen lassen und Schnappatmung beschert hat, kann mir heute nur noch ein freundliches Lächeln hervor locken.Auch weil ich nicht mehr diesen Erfolgsdruck spüre. Ein paar Kilo mehr finde ich auch nicht mehr Tragisch, solange ich mich im Spiegel noch selbst anbaggere. Ich weigere mich auch stur an einem Gesundheitswahn teizunehmen der mir die größten Freuden verweigert. Gutes Essen, ein toller Wein in Maßen, laufen nur dann, wenn ich Lust darauf habe, keine Waage zu haben und viele andere Dinge. Mir geht es doch gut. Bin soviel ich weiß ziemlich Gesund, habe keine Finanz.Sorgen, bin nicht Einsam obwohl ich wieder alleine lebe. Spüre einen funken Ausgeglichenheit.
War für mich immer einer der anstrengensten Zustände.Das habe ich heute nur noch sehr selten und wenn nur für einen Moment.
m46
 
L

Lena_34

Gast
  • #25
@void
Finde ich nachvollziehbar. Das ist aber auch mit 30 nicht anders. Wie ist es denn jetzt? Willst du als Frau gesehen weren?

Und an alle, die paar Kilo mehr auf den Hüften nicht stören: Ist es weil euch das Bild im Spiegel nicht mehr so wichtig ist oder weil ihr euch mit den paar Rundungen mehr auch prima findet?
 
  • #26
Ich frage mich bzw. die Ü50 unter uns wie es zu solchen U-turns kommt.
Haben doch schon viele beantwortet. Die Prioritäten verschieben sich. Ein Marathon ist vielleicht nicht mehr erstrebenswert. Auch nicht für einen Menschen, der immer ehrgeizig war. Man erkennt irgendwann, dass Ehrgeiz einen auch zerfressen kann und zwar in jedem Bereich, nicht nur berufsmäßig, auch sportlicher Ehrgeiz kann irgendwann nicht mehr interessant sein. Zu großer Ehrgeiz führt im Laufe des Lebens manchmal auch zu gesundheitlichen Problemen, kürzer treten in jedem Lebensbereich ist dann angesagt.Vielleicht ist es das bei ihm, das wissen wir hier nicht.
Was ist daran eigentlich nicht zu verstehen? Das wirst Du eh erst erfahren, wenn Du a) ihn selber fragst, was mit ihm los ist und/oder b) selbst so alt wirst.
W
 
T

Toi et moi

Gast
  • #27
Wenn ich in meinem Umfeld umschaue, kann ich solche Entwicklung nicht bestätigen. Ich habe viele gesehen, die angefangen haben Häuser zu bauen, haben eine neue Frau geheiratet, eine neue Firma aufgebaut, ein Buch geschrieben etc. Alle haben sich verändert, das ist richtig aber im positiven Sinne, bei einem Fall habe ich solche Beobachtung gemacht, die du schilderst und er hat nur abgebaut, weil er sein Leben nicht ändern konnte. Er wurde krank und hat seine Arbeit verloren und ist in die Frührente gegangen.
Solche plötzliche Wesenswandeln, wie du sie beschreibst, sind m. E. pathologisch. Ich hoffe, dass er die Kurve hinbekommt und doch irgendwann sein Gleichgewicht wiederfindet....
 
K

KG XS

Gast
  • #28
Naja, Ehrgeiz und die Erreichung bestimmter Ziele haben auch immer einen Preis. Dieser liegt neben hohem Arbeitsaufwand meist auch in enormer Umweltverschmutzung durch Moblilität und Konsum. Weiterhin werden oft Mitmenschen ausgenutzt oder schlimmstenfalls gemobbt. Dafür rühmen sich dann tatsächlich noch Leute mit dem Begriff "Karriere". Mir wird dabei nur noch schlecht, wenn ich diese überdimensionierten Häuser und Wohnungen sehe, die ganzen fetten Autos, durch die ich mit Emissionen belastet werde. Dieses Karrierethema kann ich nicht mehr hören. Warum setzt Ihr Eure Energie nicht dafür ein, Menschen zu helfen, die hungern, die Analphabeten sind....? Bringt wohl zu wenig Kohle ein...
 
L

Lena_34

Gast
  • #29
@KG XS
Karrieren können sehr unterschiedlich sein. Ich kenne Menschen, die extrem ehrgeizig sind, es weit gebracht, Karriere gemacht haben, komfortabel leben und dennoch sehr viel gegen den Hunger in der Welt getan haben, da sie ihre Fähigkeiten eben für die Bekämpfung dieses Problems eingesetzt haben.

Der Mann, den ich hier beschrieben habe, hat mit dem Hunger in der Welt und mit den Analphabeten nichts zu tun, aber auch du kannst in eine Situation geraten, in der er dir große Hilfe leisten könnte.

Gleiches gilt für mich und ich habe niemals jemanden gemobbt, hasse Flugreisen und besitze kein Auto, weil ich einfach keins brauche.
 
  • #30
Warum setzt Ihr Eure Energie nicht dafür ein, Menschen zu helfen, die hungern, die Analphabeten sind....?
Sicher, wäre auch ein Ziel. Für mich nicht, ich mag meine Wohnung und meine Autos und konsumiere gerne. Ich mags auch, Geld auf der Bank zu haben.
Du kannst ja in der Entwicklungshilfe arbeiten. Ohne Auto, in einer kleinen Hütte wohnen, auf Kosmetik und Mode verzichten .... Es zwingt dich niemand, zu konsumieren.
Wer allerdings solche Dinge fordert, sollte zunächst selbst seinen eigenen Ehrgeiz in solche Projekte investieren. Und dabei nicht vergessen, dass die Menschen, die konsumieren, fette Autos und tolle Häuser haben wollen, solche Projekte durch ihre Steuergelder finanzieren.
Und nein, es geht hier nicht primär um Ziele wie Karriere und Geld, sondern um die Veränderung des Lebens mit zunehmendem Alter. Übrigens sehe ich mit zunehmendem Alter, dass man manchen Leuten weniger schenken sollte - sie wissen es sowieso nicht zu schätzen. Komischerweise sind dicke Autos, grosse Häuser, Karriere und viel Geld immer nur dann scheisse, wenn man selber keine Chance darauf hat. Weil man nichts dafür tun will .....
 
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