• #31
Hallo @Lena_34,

ich kann dir berichten von meiner Patentante (mittlerweile Ende 50), die sich und ihr Leben vor einigen Jahren auch in die von dir skizzierte Richtung verändert hat: Früher Leistungssportlerin (in ihrer Jugend auf nationalem Niveau, im Erwachsenenleben immer noch sehr leistungsorientiert) und beruflich sehr erfolgreich und ambitioniert (eigenes Unternehmen zusammen mit meinem Onkel), und jetzt seit einigen Jahren wesentlich entspannter / "genussorientierter" unterwegs (Sport nur noch zum Spaß und auch seltener als früher, im Unternehmen haben die beiden schon sehr viel Verantwortung abgegeben, reisen jetzt viel, pflegen Freundschaften, gehen in der Betreuung von Großneffen und - nichten auf - Kinder haben sie keine und somit auch keine eigenen Enkel).

Das war schon ein relativ bewusstes Umdenken um die 50 herum, ein Abkommen von dem "Schneller, höher, weiter", auch angestoßen durch eine gewisse Nachdenklichkeit aufgrund einiger Todes - und Krankheitsfälle im näheren Umfeld.

Also, die Veränderung wird von meiner Tante und auch von meinem Onkel aus nicht etwa als "Nachlassen" /"Absinken" empfunden, sondern als gewollt und positiv. ZB meinte sie mal: "Schau, wann wäre ich denn früher mal abends um sechs mit einer Maß und einem Hendl mit Kartoffelsalat im Biergarten gesessen? Da hätte ich doch gar keine Zeit gehabt, und ich hätt' mir sowieso gedacht, dass ich das gar nicht essen und trinken darf!"

Noch eine Frage zu einem anderen Threads von dir bzgl dieses Mannes: Hat ihn jetzt seine Frau eigentlich verlassen? Und hast du wieder Kontakt mit ihm gehabt seitdem? Sorry, falls du das schon anderweitig geschrieben hast und ich es nur nicht gelesen habe, aber ich war die letzten Monate nur sporadisch im Forum unterwegs.

Liebe Grüße
 
  • #32
@void
Und an alle, die paar Kilo mehr auf den Hüften nicht stören: Ist es weil euch das Bild im Spiegel nicht mehr so wichtig ist oder weil ihr euch mit den paar Rundungen mehr auch prima findet?
Hallo FS,
ich würde sagen, ein paar Kilos mehr auf den Hüften stören mich nicht mehr! Im Gegenteil, mir geht es jetzt um einiges besser, als vor 20 Jahren, als ich noch dachte, nur als Hungerhaken wäre man attraktiv. Mit meiner Attraktivität hatte ich mit 30 weitaus mehr Probleme als jetzt mit 47. Und auch gesundheitlich fühle ich mich jetzt um einiges besser und stabiler - weil ich mich selber nicht mehr zu Höchstleistungen antreibe!
Es wurde hier im Prinzip schon alles gesagt. Die Prioritäten verschieben sich. Man legt mehr Wert auf Qualität statt Quantität. Mir genügt es im Moment, meine berufliche und finanzielle Situation zu erhalten. Ich muss nicht mehr zum nächsten Sieg hecheln. Mein Sohn ist erwachsen und endlich bin ich den größten Teil meiner Verantwortlichkeiten los.
Für mich steht im Moment das Bewahren und Genuss im Vordergrund. Und ich habe auch nicht vor, dies in nächster Zukunft zu ändern.
In diesem Sinne wünsche ich Dir einen stressfreien Sommer.
Fleur
 
  • #33
Naja, Ehrgeiz und die Erreichung bestimmter Ziele haben auch immer einen Preis. Dieser liegt neben hohem Arbeitsaufwand meist auch in enormer Umweltverschmutzung durch Moblilität und Konsum. Weiterhin werden oft Mitmenschen ausgenutzt oder schlimmstenfalls gemobbt. Dafür rühmen sich dann tatsächlich noch Leute mit dem Begriff "Karriere". Mir wird dabei nur noch schlecht, wenn ich diese überdimensionierten Häuser und Wohnungen sehe, die ganzen fetten Autos, durch die ich mit Emissionen belastet werde. Dieses Karrierethema kann ich nicht mehr hören. Warum setzt Ihr Eure Energie nicht dafür ein, Menschen zu helfen, die hungern, die Analphabeten sind....? Bringt wohl zu wenig Kohle ein...
Nun ja ich tue das. Und sehr viele andere auch. Ok. Analphabeten helfen, da wäre ich wohl nicht der richtige. Aber alles andere tue ich viel und gerne. Und ich kenne sehr viele die das auch tun. Und das mit den fetten Cars sollte jeder für sich entscheiden. Ausgewogen sollte es sein. Du verurteilst global.
M46
 
  • #34
Schon, ja. Aber ich treffe weniger Männer, bei denen ich das wichtig finde. Der Rest der Männer ist für mich ja auch neutral, also ich seh sie nicht als Mann im Sinne von "Zielgruppenmensch".

Als ich noch Mitte 30 war, hatte ich bei jedem für mich interessanten Mann und auch bei uninteressanten egal welchen Alters das Gefühl, der checkt mich irgendwie attraktivitätsmäßig ab und flirtet beim Reden. Auch Jüngere (mit mir hat, als ich 38 war, mal ein attraktiver 16jähriger geflirtet... Hallo, Mrs. Robinson). Die reden ja nun aber jetzt mit mir nicht mehr flirtend, sondern wie mit "Mutti". Wenn man das merkt, kriegt man das Gefühl, man wird alt, irgendwie ein Neutrum. Soll heißen, ja, ich will von manchen schon noch als Frau gesehen werden, aber ich werde es einfach nicht mehr von Männern, die ich optisch attraktiv finde, aber die mich altersmäßig ausschließen. (ich würde nie was mit ihnen anfangen, es geht nur um die Reaktion "Frau oder Muttineutrum")
Ich kann mich erinnern, dass ich mich ab 35 nicht mehr als junge Frau gefühlt habe und meinte, attraktivitätsmäßig fall ich nun einfach altersbedingt raus. Wegen der Zahl halt. Aber da war ich gerade in einer traumhaften Beziehung (Probleme kamen später), also es war für mich auch nicht mehr wichtig, von anderen Männern beachtet zu werden, deswegen habe ich auch nicht drauf geachtet, wie sich die Entwicklung zum "Neutrum" vielleicht langsam vollzieht. Mit 42 empfand ich das auch noch nicht so, aber da war auch gerade meine "Hochphase" nach der nun-biste-40-Krise, und bekam meine gewünschte Resonanz.

Ist es weil euch das Bild im Spiegel nicht mehr so wichtig ist oder weil ihr euch mit den paar Rundungen mehr auch prima findet?
Ich finde mich prima damit. Der Blick in den Spiegel bleibt wichtig für mich. Die Kilos durch Körperfett (nicht die Muskel-Kilos), die ich zu viel finde, will ich schon weghaben. Ich mach viel Sport, eigentlich aus gesundheitlichen Gründen, aber ich habe ein Ziel, wie ich gern aussehen würde, und arbeite auch daraufhin, und guck mal, ob ich das erreichen kann. Aber das, was noch weg soll, bekümmert mich nicht. Ein Teil ist ja nun schon mehr "in shape", das ist gut, aber das vorher war jetzt auch nicht für meine Augen attraktivitätseinschränkend. Für andere vermutlich doch, ist mir aber egal.
Überraschend war für mich, dass man "im Alter" lernen muss, dass der Körper nicht mehr so belastbar ist. Es ist so: Ich DENKE, ich könnte noch mal mit den Hanteln, ich WILL es auch, aber ich hab gelernt: Wenn ich es jetzt tue, fällt das für ne ganze Woche flach, weil ich Sehnen, Muskeln, was-weiß-ich überstrapaziert habe und das merken werde. Also achtsamer mit dem Körper sein. Ich merke, wenn ich keinen Alkohol trinke, geht es mir besser. Also habe ich das eingeschränkt. Es tut einfach nicht gut, wie sich mit'm Hammer auf den Zeh hauen.
 
L

Lena_34

Gast
  • #35
Hallo und danke für die weiteren interessanten Antworten!

Zu meiner Frage nochmal: Mir ist schon klar, dass viele, die in ihrer Jugend sehr aktiv waren, im Alter ruhiger werden, wobei man vom Wesen her ja doch nicht völlig anders wird, nehme ich an.

Ich vergleiche hier ja nicht jemanden mit 30 und mit 50. Es liegen nur zwei Jahre dazwischen, aber der Unterschied ist ernorm.

Diese Darstellung der "Midlifecrisis", in der v.a. der Mann sich ein rotes Cabrio und eine junge Geliebte zulegt, ist doch nur ein Klischee. Wie oft passiert das schon? Eher haben wir alle hin und wieder Umbruchphasen in unserem Leben, in denen wir feststellen, dass dieses oder jenes schief läuft, und eine Korrektur vornehmen. Das kann z.B. sein, dass man feststellt, dass es eben keinen Sinn macht, nach noch mehr Geld oder Erfolg zu streben, und sich statt dessen mehr anderen Interessen widment. Ich kenne einige solche Fälle und so gut wie immer waren diese Veränderungen nachhaltig. Hier ist aber jemand, der klassisch midlifecrisistypisch feststellt, dass er sich zu sehr für Karriere und Familie aufgerieben hat, sich Freiräume nimmt, sich auf Dinge besinnt, die ihm vor der Stress-Zeit Freude gemacht haben, und dann doch völlig zurückrudert und wie gehabt Tag und Nacht arbeitet.

@Queen_Cersei
Ich weiß es nicht, weil ich den Teufel tun werde, ihn von mir aus zu kontaktieren. Sein Umgang mit mir war nicht in Ordnung und ich habe nicht vor, ihm je wieder Steilvorlagen zu bieten.
Ich habe ihn nur neulich kurz gesehen und war einfach baff von der optischen Veränderung. Und habe das, was ich so mitbekomme, mit dem verglichen wie er früher war und v.a. was er sich vorgenommen hatte. Und da ist ein gigantischer Unterschied.

Falls Geld und Gesundheit es erlauben, kann ich mir gut vorstellen, im fortgeschrittenerem Alter in eine ländliche Gegend zu ziehen. Vorzugsweise nach Frankreich. Keine Ahnung, ob ich das dann noch will und ob es möglich sein wird. Ich bin aber ziemlich sicher, dass ich unmittelbar davor nicht verkünden werde, dass ich eigentlich den Kilimanjaro besteigen will.
 
  • #36
Dieses Karrierethema kann ich nicht mehr hören. Warum setzt Ihr Eure Energie nicht dafür ein, Menschen zu helfen, die hungern, die Analphabeten sind....? Bringt wohl zu wenig Kohle ein...
@Tom26 hat es,wie immer, wunderbar auf den Punkt gebracht. Und Du scheinst zu vergessen, dass Wohltätigkeit Geld kostet und davon nicht wenig. Freunde von mir haben, als sie 50 wurden einen Verein gegründet und unterstützen damit ein Dorf in Kenia. 4-6 Wochen im Jahr verbingen sie dort. Sie haben eine Schule gebaut, einen Kindergarten etc. und ein Spender kann für 200.-€ im Jahr einem Kind ein ganzes Schuljahr, nebst Kleidung etc. finanzieren.
Auch das sind 50+ . Die haben eine Karriere und sind zum Teil noch mittendrin, doch sie sehen auch noch etwas anderes. Und um das zu tun, muß man Geld verdienen. Könntest Du das aus eigener Tasche?
Liebe FS, es ist schon einiges geschrieben worden. 50+ hat viele Facetten. Die Prioritäten verändern sich und es bleibt langsam mehr Platz für das , was man im Leben immer schon machen wollte. Ich kann nur sagen: freu´Dich drauf.
 
  • #37
Hallo Lena_34,
ich kann dir nur von mir, m und beinahe 50, berichten.
Beruflich trete ich jetzt auch kürzer, i.S.v. ich muss nicht weiter die Karriereleiter erklimmen. Aber sportlich habe ich schon noch Ziele und ich nutze die sportliche Betätigung als Ausgleich für die manchmal ganz schön stressige Arbeit. Halt zum Abbau der Stresshormone.
 
  • #38
Liebe FS, was eigene Zusatzkilos betrifft, kann ich Dir sagen, dass ich mich nicht damit anfreunden konnte, kleine Speckringe an Bauch und Rücken zu bekommen, und bewusst weniger gegessen habe, bis die wieder weg waren. Mich hat es einfach gestört, das hatte ich nie und ich spürte dieses komische Gefühl am Bauch beim Sitzen. Dass ich deshalb sexy bin wie eine 30Jährige, bilde ich mir nicht ein, und das muss ich auch nicht. Gegen das leichte Geknitter am Hals und Falten kann (will) ich nichts machen. Gegen zuviel Speck kann und will ich was machen. Zum Glück haben wir jetzt einen jungen Hund-der braucht viel Bewegung. Ich finde eine gute Balance zwischen dem Altern in Würde und auf sich zu achten ideal. Ehrgeiz? Ich würde eher sagen: ja, manchmal macht etwas Disziplin zufrieden.
 
  • #39
Ich habe hier ein bisschen spät reingeguckt und auch nicht alle Reaktionen gelesen; die mir wichtigen aber schon.

Ich habe das halbe Jahrhundert längst hinter mir. Und wenn ich vergleiche (was eigentlich nicht zu vergleichen ist), wie ich mich früher erlebt habe und dagegen heute, würde ich nicht zurückrudern wollen. "Damals" ging ich auch dreimal in der Woche zum Sport - heute nur noch 1-2mal und weit weniger intensiv. "Damals" wanderte ich mit Freunden voller Begeisterung durch's Hochgebirge, inzwischen sind die Berge Hügeln gewichen. "Damals" hatte ich viel Freude an meinem sehr kreativen Job - den habe ich nicht verloren und die Ideen sind fast noch reichhaltiger geworden. "Damals" ging ich schon gerne wirklich gut essen (mein Gewicht war immer stabil und passend), heute mache ich das noch mindestens genauso gerne, nur suche ich noch gezielter (und besser) aus. "Damals" flog immer wieder ein Sorgengedanken, die Zukunft im Alter betreffend, an mir vorbei - heute längst nicht mehr, ich sehe ja, dass es gut läuft. "Damals" hatte ich gerne wunderschönen Sex, daran hat sich nichts geändert. Nicht einmal an der Häufigkeit.

Heute bin ich ruhiger und nicht weniger ausgeglichen und zufrieden, als "damals". Ich glaube nicht, dass mein Ehrgeiz (besonders der, das Leben glücklich anzunehmen) früher größer war als heute, es ist nur ein viel ruhigerer Ehrgeiz (wenn es das überhaupt gibt) geworden und der gefällt mir, weil er in mein jetziges Leben passt. Ich lasse mir die Zeit, alles genauer zu betrachten und dabei viel Schönes zu bemerken und festzuhalten.

Was für mich immer gegolten hat: die Dinge/mich selbst so anzunehmen, wie ich gerade in dieser Phase bin. Das hat weder mit Bequemlichkeit, noch mit Gleichgültigkeit zu tun. Eher mit der Annahme eines Gleichklanges, eines gelebten Glückes. Wenn einem das gelingt, muss man nicht darüber nachdenken, warum sich Ziele und Leben im Laufe der Zeit verändern. Sie werden anders, als früher, aber nicht weniger schön.
 
  • #40
Diese Darstellung der "Midlifecrisis", in der v.a. der Mann sich ein rotes Cabrio und eine junge Geliebte zulegt, ist doch nur ein Klischee.
Naja... Also vielleicht nicht mit dem Cabrio, da zu teuer, aber die junge Frau ist schon öfter mal zu sehen an der Seite von Männern um die 40. Ich hatte mit Ende 20 auch mal so einen "Verehrer" und ich hatte Kundenkontakt mit solchen Paaren. Es waren nun nicht viele, aber das Klischee stimmt durchaus für manche. Motorräder sind auch solche Attribute.

Eher haben wir alle hin und wieder Umbruchphasen in unserem Leben
Midlifecrisis ist noch ganz anders. Wenn ich die MLCrisis beschreiben soll - sowas hatte ich vorher nicht. Auch nicht mit Ende 20, wo viele sich fragen, ob das Leben in die richtige Richtung läuft.

Man wird sich bewusst, was man in diesem endlichen Leben alles NICHT mehr machen wird, obwohl man es immer noch machen wollte. Man erkennt, wieviel Zeit man mit Unwichtigem vergeudet hat, nur weil man dachte, das müsste man. Manche tun ja dann diese Dinge und sagen sich "jetzt bin ICH mal dran" und wollen keine Einschränkungen aus Rücksicht auf andere mehr hinnehmen. Man wird sich auch bewusst, wenn die Arbeit bislang stabil läuft seit einigen Jahren, dass man das wohl noch 20 Jahre machen "muss". Und alles, was einen dann stört, was man bislang ertragen hat, wird sehr sichtbar und es wird überlegt, ob man das noch weitere Jahre haben will. Denn jetzt hat man vielleicht die Energie zu einem Wechsel, später könnte es zu spät sein.

Ich hab mir auch eine Weile versucht einzureden, 40 sei das neue 20, aber das kann man vergessen, weil auch wenn man sich so fühlt - die Umfeldmenschen machen einem ganz natürlich klar, dass man kein "Hoffnungsträger" mehr ist so wie ein junger Mensch, einfach durch ihre Reaktion, als sei man alt - was man ja auch ist. Und auch, wenn die Freundin/der Freund viel jünger ist, wird man nicht jünger aussehen durch ihn und nicht behandelt wie ein jüngerer Mensch.

Bei Deinem Bekannten vermute ich, dass er vielleicht eine persönliche oder familiäre Krise hat, vielleicht vom Arzt eine schlechte Prognose bekam und allgemein einfach körperlich abgebaut hat. Ich hab innerhalb eines halben Jahres gemerkt, dass ich nun 40 bin, also es war eher sprunghaft als gleitend.
 
K

KG XS

Gast
  • #41
Was ich sagen wollte, ist, dass ich in jungen Jahren Leute bewundert habe, die "Karriere" gemacht haben, heute schaue ich genauer hin..

In der Entwicklungshilfe arbeiten möchte ich gar nicht. Obwohl das in meinen beiden Berufe (Ausbildung + FH- Studium) sehr gut möglich wäre und mit der Kindererziehung bin ich ebenfalls schon durch.

Gewisse Dinge unseres "westlichen Lebensstils" genieße ich sogar, wie z.B. den Besuch eines Fitnesstudios. Mode und Kosmetik interessiert mich wiederum gar nicht. Ein Auto könnte ich mir durchaus leisten, will aber keines.

Nicht nachhaltiger Konusm und Produktion hat im Übrigen auch negative Auswirkungen auf unsere Nachfahren, also zukünfige Gererationen...
Der aktuelle Ressourcenverbrauch ist viel zu hoch, alles längst erforscht...

Wenn die "Substainable Development Goals", Nachfolger der Milleniumsziele, erreicht werden sollen, dann gibt es noch vieles zu ändern, besoners im Bereich Konsum in Richtung Nachhaltiger Konsum, und genau da sollten "Karrieren" ansetzen...
 
  • #42
Ach, manchmal sind die Sportwagen / Cabrios mit 50 auch einfach erfüllte Träume.
Das Haus ist bezahlt, der Nachwuchs unabhängig - und der Elfer plötzlich machbar. Oder der SL. Der alte MG oder Alfa Spider ....
Na und ? Wann, wenn nicht heute? Ich schaue auch nach was italienischem, wenn in 3 oder 4 Jahren die Preise wieder gesunken sind, werde ich mir einen DeTomaso schiessen ... als Tom braucht Mann das.Zum 50. habe ich mir übrigens ein reinrassiges Rennmotorrad selber geschenkt. Übrigens - zumindest in meinem Bekanntenkreis sind die Frauen oftmals noch die, die 35 Jahre vorher im Käfer mit nach Spanien gefahren sind.
Junge Frauen, die bei solchen alten Herren ohne Chance sind, reden dann gerne von Midlife Crisis. Machen sie aber auch, wenn die Damen Ü50 noch klasse aussehen und auch was dafür machen. Viele von uns "Silveragern" haben auch immer von einem Leben im ewigen Sommer geträumt - was glaubst du denn, warum wir uns für die Ferienhäuser etc derart krummgelegt haben ?
Ich denke, dass viele der "Ehrgeizlinge" mit Mitte 30 einfach neidisch sind, dass wir 20 Jahre näher am Ziel sind. Oder mit Sorge sehen, dass wir unser Geld auch für uns ausgeben. Weil das ja das eigene Erbe schmälert. Vielleicht haben die 3X-er auch einfach Angst, dass wir alten Leute irgendwann weg sein werden - und sie selbst Verantwortung übernehmen müssen. Der Gott meiner Generation war immer Geld - welchem Gott ihr huldigt, ist bei weitem nicht mehr so klar zu ersehen.
Vielleicht ist das Gerede von Krisen o.ä. eher die Angst einer schwachen Generation, die bereits jetzt von ihren Nachfolgern bedrängt wird, obwohl sie noch nicht am Ruder ist.
 
L

Lena_34

Gast
  • #43
@Tom26
Ich hoffe, du meinst nicht mich. Ich gönne jedem den Lebensstil, den er sich wünscht.

Ich beneide sicher auch keine Frauen, die 15 Jahre älter oder jünger sind, weil ich mit mir und meinem Leben gerade sehr zufrieden bin. Und natürlich hoffe ich, dass ich 15 Jahre später noch genauso zufrieden bin.

Aber zum Ehrgeiz... Ich würde mich selber sehr wohl als ehrgeizig beschreiben. Gleichzeitig habe ich keine genaustens definierten langfristige Ziele, egal in welchem Bereich. Ich würde mich auch nie für ein Leben im Süden, für ein Haus oder für Reisen krummarbeiten, wenn mir das Krummarbeiten keinen Spass machen würde. Ich würde auch keinen Marathon um des Marathons oder der Medaille willen laufen. Die langfristige Vorbereitung macht mir Freude, schafft Struktur, bringt neue Kontakte und Erkenntnisse.

Der Weg ist das Ziel und ich kann mir schlecht vorstellen, dass jemand, der sein Leben lang diese Wege genossen hat, freiwillig stehen bleibt.
 
  • #44
Liebe FS,
nur weil ein Mann an Dir kein sexuelles Interesse hat, ist er nicht asexuell. Du hast aufgrund seiner Absage ein erhebliches Egoproblem übrigbehalten.

Ja, ein Mann kann sich binnen 2 Jahren so ändern - Hormonumstellung (männliche Wechseljahre), d.h. er kann das Tempo nicht mehr gehen, das Du willst und er weiß dass das nicht notwendig ist zu seinem Wohlbefinden. Das äußern Männer nur nicht gern, weil sie den Begriff Wechseljahre lieber in Verbindung mit der Abwertung gleichaltriger Frauen verwenden.

Er kann sich aber auch in der kurzen Zeit so ändern, weil er sein Leben Revue passieren lässt und entscheidet, wie er leben will. In dem Fall, sind ihm die Dinge, denen Du nachhetzt nichts mehr wert. Er hat genug Lebenserfahrungen, erkennt Irrtümer und kann bewusst davon lassen.

...viele der "Ehrgeizlinge" mit Mitte 30 einfach neidisch sind, dass wir 20 Jahre näher am Ziel sind. Oder mit Sorge sehen, dass wir unser Geld auch für uns ausgeben...... die Angst einer schwachen Generation..
Gut geschrieben.
Der Ausstieg aus dem Leistungszirkus in allen Lebensbereichen kann eine sehr bewusste Entscheidung sein und hat nichts mit Leistungsschwaeche zu tun - man will einfach nicht mehr, hatte das Ganze lange genug. Es ist keine Bereicherung mehr sondern die Wiederholung des ewig Gleichen und wegen der umfangreichen Erfahrungen, die man angehäuft hat, übrigens nicht mehr halbwegs so spannend und erfüllend wie in jungen Jahren, als man sich für das gleiche Ergebnis noch ein Bein ausreißen musste.

Statt heute bis in die Puppen meine Zeit in viel zu langen Meetings in der Firma zu verschweden, mache ich Feierabend und gehe segeln, locker joggen o.ä., selten im Leistungsstress, sondern um zur Ruhe zu kommen. Dann kommen auch die guten Ideen für den nächsten Arbeitstag.
Ein uebermotivierter junger Lover wäre da nur hinderlich beim Genuss der Möglichkeiten.
 
  • #45
Liebe Lena,

jetzt habe ich mir doch einmal die Mühe gemacht und in deinen früheren Fragen und Angaben (September letzten Jahres und danach) umfangreich gelesen.

Auch wenn du hier deine Frage scheinbar ganz allgemein stellst (und nur darauf habe ich dir oben geantwortet #38), ist es offensichtlich, zumindest im Hintergrund, eine gezielte: den Mann betreffend, der dich nun schon seit 2 Jahren gefangen hält und den du in seinem Verhalten endlich verstehen möchtest.

Auch wenn dieser Mann "erst" Anfang 50 ist, so ist seine inzwischen sichtbare Antriebslosigkeit nicht auf sein Alter sondern (in meinen Augen) deutlich auf seine persönliche Situation zurück zu führen. Seine Ehe ist gescheitert - was, nicht einmal selten, besonders für Männer oft eine Art persönliches Versagen darzustellen scheint. Vermutlich ging damit auch sein stetig wachsender beruflicher Erfolg ein wenig in die (eigentlich normale) Gerade. Das begründet er damit, dass er dem Geld nicht mehr hinterher rennt. Was ich, nebenbei, nicht ganz glaube, denn die Scheidung wird ihm größere finanzielle Einbußen bringen, wenn seine Ehefrau nie ein eigenes Einkommen hatte.
Vermutlich hat man(n) in einer solchen Situation auch nicht allzu viel Ehrgeiz, was frühere sportliche Ziele/Wünsche angeht. Bei alledem wird er sich selbst zudem nicht mehr wirklich attraktiv für eine neue Beziehung oder Affäre (mehr willst du ja nicht) empfinden. Absolut nachvollziehbar.

Geh also bitte nicht davon aus, dass dieser von dir so gesehene äußere Rückzug eine Frage des Alters ist. Dieser Mann braucht - für mich nachvollziehbar - Zeit, sich wieder selbst zu finden.
 
L

Lena_34

Gast
  • #46
Statt heute bis in die Puppen meine Zeit in viel zu langen Meetings in der Firma zu verschweden, mache ich Feierabend und gehe segeln, locker joggen o.ä., selten im Leistungsstress, sondern um zur Ruhe zu kommen.

Das finde ich sehr nachvollziehbar. Eben, man reduziert das weniger wichtige (Job) und fokussiert sich auf das, was einem gut tut. Genau das war ja sein geäusserter Plan. Im Endeffekt arbeitet er aber ununterbrochen, ohne neue Stufen etc. zu erreichen und verzichtet auf das, was für ihn sein Leben lang und bis vor 2 Jahren wichtig war.

Und das mit der Sexlosigkeit hat er so zu Protokoll gegeben. Mit seiner Frau läuft nichts, aber mit anderen will/kann er auch nicht und hat sich damit abgefunden, sagt er. Davor war bei jedem unserer Treffen (auch beruflich) Sex irgendwie ein Thema. So kam ich ja überhaupt erst auf die Idee... Ich hatte nie eine Affäre und war lange eine treue und treusorgende Ehefrau und Mutter. Auch vor meiner Ehe habe ich weder jemanden betrogen noch mich an irrgendeinem Betrug beteiligt. Hatte auch nur etwa gleichaltrige Partner.


Was mein Egoproblem angeht. Klar, sowas tut sehr weh. Und nach den Erfahrungen in meiner Ehe umso mehr. Ich hatte da ein wahnsinniges Tief. Allerdings ist das längst vorbei, auch weil ich inzwischen sehr viele gegenteilge Erfahrungen gemacht habe. Momentan ist es so, dass ich so viele Streicheleinheiten für mein Ego haben kann, wie ich will. Aber die Sache hängt mir nach, nicht weil er abgesagt hat, weil es eben für mich was Besonderes war, so dämlich man das auch immer finden mag.

@Amytan
Ich weiß nicht mit Sicherheit, ob da eine Trennung, Scheidung oder ein Riesenkrach sind. Was ich weiß ist, dass es in der Ehe schon sehr lange nicht rund lief. Hat er erzählt und ich habe es an einigen Szenen an unserem Arbeitsplatz und an der Art, wie er von ihr sprach (siehe "Madame" aus dem Nachbarthread) demonstriert bekommen. Für ihn war die Vorstellung einer Scheidung ein Alptraum, da er finanziell große Verluste hätte. Zudem ist ihr Umfeld so, dass sie damit natürlich an Status verlieren würden und die Kollegen/Konkurrenten würden sich die Hände reiben. Das war der Grund, warum er das mit der Affäre gelassen hat. Nur warum auch noch den (moralisch einwandfreien) Rest?
 
  • #47
dass jemand, der sein Leben lang diese Wege genossen hat, freiwillig stehen bleibt.
Das ist ausschließlich deine Sicht der Dinge. Wenn du meinst, Ehrgeiz entwickeln zu müssen um Erfolg einzuheimsen und deinen Mitmenschen zu gefallen dann verhalte dich bitte schön so, aber sprich Andere nicht klein, weil sie im gleichen Alter nicht so drauf sind wie du und Älteren unterstelle nicht, dass sie sich dann gehen lassen nur weil sie Ehrgeiz, Macht und Ruhm eingestellt haben.

Habe bereits mitgeteilt, dass sich der Körper im Alter verändert. Selbstverständlich kann man wie ein Dussel im Fitness-Studio dagegen ankämpfen, aber je älter man wird desto schwerer wird es auch. Nicht alle haben das Glück, wie ich seit mehr als 30 Jahren das gleiche Gewicht zu haben. Bei 1,60 m Größe lediglich 46 kg. Dieses Gewicht hatte ich mit 25, vor meiner Schwangerschaft vor 15 Jahren, danach aufgrund Not-Kaiserschnitt lediglich 42 kg. Selbst mir war das zu wenig, ich sah aus wie ein Strich in der Landschaft und habe gewollt sofort wieder 4 kg zugenommen. Fettreserven befinden sich an meinem Körper auch heute noch nicht, aber trotzdem sehe ich eine Veränderung, bedingt durch das Altern.

Frage mich nach wie vor, wo dein eigentliches Problem ist liebe FS. Schrieb bereits in meinem ersten Post, dass es dir wohl weniger um die optische Veränderung deines Bekannten geht, sondern eher um den Knacks, den er dir mit der Affärenabfuhr versetzt hat. Scheinbar nagt der Korb immer noch an/in dir. Und weil du nichts Besseres zu tun hast fragst du auf der allgemeinen Schiene in einem Forum nach. Toll!

Lass ihn doch einfach los, gedanklich und auch sonst...

Zum Alter passt der Spruch: "Haben Sie noch Sex oder golfen sie schon..."

Ich jedenfalls golfe nicht. *grins*
 
  • #48
Der Weg ist das Ziel und ich kann mir schlecht vorstellen, dass jemand, der sein Leben lang diese Wege genossen hat, freiwillig stehen bleibt.
Ich bringe wieder das Beispiel aus dem Motorsport - 24 Stunden Rennen.
Zunächst bist du einfach scharf darauf, dass endlich gestartet wird. Du testest deine Gegner ein wenig an, aber im Grunde gehts nur darum, dir eine brauchbare Position zu erarbeiten. Das ist vergleichbar dem leben bis zum Studienabschluss oder der beendeten Ausbildung.
2. Rennphase - du ziehst einen Zwischenspurt an. Versuchst, Konkurrenten abzuhängen, in Schwierigkeiten zu bringen, keinen davonziehen zu lassen. Wehrst dich gegen die anderen und musst auch den einen oder anderen Fehler korrigieren. Fährst aber Attacke. Die Zeit für Familiengründung, Karriere, das Erreichen der ersten Zwischenziele. Ende der Spielerei - das Fundament für die grossen Ziele wird gelegt.
3. Rennphase - du sicherst dich schon etwas ab, fährst taktischer und schonender. Die ersten Heissporne sind längst aus dem Rennen. Du hast nur noch Könner als Gegner. Oder du gurkst ziemlich hinterher. Hier legst du den Grundstein, wie gut du ins Ziel kommst. Im Rennen wie im Leben solltest du erste Ziele erreicht haben.
4. Rennphase - keine Fehler machen. Jeder kleine Defekt zerstört die Vorarbeit - oder beschädigt sie zumindest. Materialschonend fahren, auch auf dich selber Rücksicht nehmen, die Kräfte sind nicht mehr im Überfluss da. Im Leben: ein Ziel nach dem anderen einsacken. Viel Routine, wenig Attacke. Ins Ziel bringen, unter Umständen noch die Schlussoffensive starten.
5. Phase - die Ehrenrunde - lockeres ausrollen lassen. Bilanz ziehen - und auch geniessen, was man erreicht hat. Adrenalin abbauen, Rennen auch im Kopf beenden. Anerkennen, was man selbst und was die Konkurrenz geschafft hat.
6. Phase Apres - wir saufen auf dem Siegerfest. Im Leben gehts in den Ruhestand, den gemütlichen Teil.
Im rennsport ist nach dem Rennen vor dem rennen, alles beginnt von vorne. Im Leben ist Feierabend. Blessuren pflegen, sich erholen, sich freuen, dass es gut gelaufen ist.
Jede Phase muss gekonnt werden - auch wenn es manchmal nicht so aussieht. Nur wenn du alle Phase gut überstehst, stehst du nach der Zielflagge auf dem Podium.
 
  • #49
Also, ich kann das wohl ganz gut nachvollziehen... Ich hatte meinen Mann vor mehr als zwanzig Jahren geheiratet, beide beruflich sehr engagiert, Sex am Anfang "ganz okay"..., danach nur noch beruflich, aber freundschaftlich - und darum geht es letztlich - intensives Engagement, Sex blieb außen vor, auch, da mein Mann an einer Depression erkrankte (war okay für mich)..., sonst alles "happy", sogar zwei Kinder gezeugt - bewußt - mit "zwei Mal", passierte sofort..., ABER: Wir waren nie eine Familie im wirklichen Sinn ! Das ist mir erst sehr spät klar geworden.
Insofern "Asexualität" ist für mich auch Ausdruck einer Freundschaft, die durchaus häufig in langjähriger Ehe mündet.., von vielen beneidet, weil alles doch soooo harmonisch ist.
Das ändert sich, wenn vor allem "Frau" wieder oder erneut Bedürfnisse entdeckt..., und hier geht es bei weitem nicht nur um SEX, sondern um echte Nähe, und die wird häufig erst viel später, nach dem Erreichen von vielem (wieder-)entdeckt..
Für Dich, und das ist mein "Rat": Vergeude keine Zeit Deines Lebens. Wenn jemand krank ist, okay.. Man hält zusammen !! ABER: Wenn die Bedürfnisse zweier Menschen in einer Ehe soweit auseinandergehen, sprich, der eine bemisst Zufriedenheit / Erfolg z.B. an monetären Werten, Ansehen etc., der andere möchte auch körperliche Nähe.... ES IST / WÄRE ein TOD auf RATEN.
Viel Glück !
 
  • #50
Ich selbst hatte die genannten Dinge aber nie extrem ausgeprägt.
Wichtig war immer: es muss zum Leben passen, Spass machen und ganz wichtig: Zeit für liebe Menschen musste bleiben.
In sehr jung gab es genug Zeit für viel Sport ( Leistungsturnen, Tennis) zum Lernen und Spass mit Freunden und Partner. Mitte 30 wurde ich AE Mutter und ohne Oma neben an, da ging auch kein Sport mit Babyphone oder große Karriere.
Mit den Jungs habe ich mich viel bewegt und abends gebüffelt um später mehr im Job zu " reissen.
Heute mit 50 müsste ich täglich Sport treiben um die alte Figur zu haben, weil mein Stoffwechsel träger ist. Da mein Hang zur Natur immer größer wird, bewege ich mich dort viel und einmal die Woche Studio. ( Durchtanzen bringt immer noch am meisten;-)
Beruflich hat sich das Büffeln gelohnt, weil ich ein Team leite aber mehr brauch ich nicht denn: die mehr Freiheit die ich durch 17 jährige Söhne habe, will ich jetzt genießen!

Dennoch hatte ich einen Kollegen der: ganz früher vor PC und TV sass ( ohne Job)so wie er mir erzählte. Als ich ihn mit Anfang 30 kennenlernte war er mir fast suspekt. Er arbeitete verbissen ergeizig und ging bis nachts noch jeden Tag ins Studio. So lernte ihn seine Frau kennen und während ich ihn schon unnatürlich in seiner Aura fand, gefiel er ihr genau deshalb.
Freunde hatte er nicht, auf der Arbeit schon aber privat war dafür keine Zeit und seine Frau sah ihn kaum.
Dann entschied er sich, bei einem Abfindungsprogramm unserer Firma, das Geld zu nehmen und zu gehen.
Seit dem sitzt er wieder ohne Job vor PC und TV.
Ich werfe hier nicht oft mit psychischen Krankheiten um mich aber das Gefühl: normal ist der nicht...Hatte ich immer!
Übrigens habe ich ihn sehr gemocht und finde es traurig dass er nie glücklich wirkte.
Manche Menschen fallen in Extreme andere verändern sich einfach und wieder andere schwimmen in fast gleichen Bahnen.
 
  • #51
Im Endeffekt arbeitet er aber ununterbrochen, ohne neue Stufen etc. zu erreichen und verzichtet auf das, was für ihn sein Leben lang und bis vor 2 Jahren wichtig war...

Liebe FS,
schau im Berufsleben doch mal genau hin. Du kommst mir im Hinblick auf ihn total betriebsblind vor, hast wohl jede Mene Deiner Erwartungen in ihn projiziert und erkennst die Realität nicht. Kann es sein, dass Dein Ego nochmal einen Dämpfer bekomjt, wenn Du zulässt, dass Du Dir von ihm viel heiße Luft vormachen lassen hast?

Im Beruf hast Du ohne Ende Männer, die jobtechnisch so unterwegs sind. Wenn sie kleine Kinder haben und keine Lust aufs Familienleben, dann bleiben sie bis in die Puppen in der Firma - dort ist es ruhiger. Wer es gern ruhiger hat, agiert eher nicht karrierebezogen zielgerichtet.
Genauso ist es mit den älteren Männern, die viel arbeiten, weil sie keine Lust auf die totgelaufene Ehe zuhause haben. Dass jemand, der zuhause seine Probleme nicht anfasst und nicht löst auch beruflich trotz Vielarbeit nichts erreicht, wundert mich in keiner Weise - ihm fehlt das gewisse Etwas. Das hast Du ihm nur angedichtet.

Und das mit der Sexlosigkeit hat er so zu Protokoll gegeben. Mit seiner Frau läuft nichts, aber mit anderen will/kann er auch nicht.... Davor war bei jedem unserer Treffen (auch beruflich) Sex irgendwie ein Thema.
Na und, wo ist das Problem? Er hat keine Lust auf Sex als dauerhaften Leistungssport mit einer jungen Frau - er bleibt lieber bei dem, was er hat: keinen Sex mit seiner Frau. Er tut, was seinem Naturell entspricht.
Du unterliegst einfach dem großen Irrtum, dass er seine verbale Sexbegeisterung mit Dir dauerhaft in die Tat umsetzen konnteoder wollte. Er wollte nichts mit Dir anfangen gweil Du ihm viel zu anstrengend bist.
Männer erzählen viel von ihren gewünschten Heldentaten, sodass man sie für wahr halten könnte. Hör' nicht zu was Dir ein Mann über sein Ideal-Ich erzählt sondern schau' auf seine Taten, wenn Du wiseen willst, wie er wirklich ist.

Genauso ist es mit den Folgen der Trennung, die er scheut - bloss keinen Stress, bloss keine Veränderung. Diese Passivität und Angstlichkeit ist der Kern seines Wesen, der sich überall zeigt.

Das kannst Du nicht sehen, weil Du durch Dein Wunschbild von ihm geblendet bist. Er hat nur kurz Gas gegeben für Dich um Dich zu beeindrucken. Du hältst das für seinen Dauerbetriebsmodus, aber ihm ging nach kurzer Zeit die Luft aus und er ist in seinen Normalbetrieb zurückgefallen.
Die Frage ist, warum Du dieses Wunschbild an ihn heftest und nicht davon lassen kannst.
 
  • #52
Ich bin immer wieder verblüfft darüber, dass Fitness und ein angenehmes Erscheinungsbild für die meisten Menschen schon ab circa 35 absolut zweitrangig sind. Ich betrachte das als eine Respektlosigkeit gegenüber sich selbst und dem Partner/der Partnerin. Ich werde auch noch mit 80 auf mich achten! Im Moment bin ich 50, schlank und sportlich. Das kostet mich nicht viel mehr als dreißig Minuten pro Tag. Und natürlich habe ich noch viele andere Interessen. Und ebenso natürlich ist das Aussehen nicht das Wichtigste, aber eben auch nicht unwichtig - und eine Aussage darüber, wie ein Mensch mit sich umgeht.
 
  • #53
Klingt nach einer Depression bzw. nach Burnout!

Wer sein ganzes Leben immer am werkeln und machen ist, der schaltet nicht einfach einen Gang zurück (die meisten dieser Menschen tun sich damit verdammt schwer...ich muss es wissen, mein Vater ist so einer! Er ist knapp an der Grenze zum Workaholic meiner Meinung nach!)!

Ich würde ihn zum Arzt schicken (Hormonspiegel testen, schauen ob er irgendwelche Leiden hat etc.) und dann zum Therapeuten, falls es nichts körperliches ist!
 
  • #54
Wie lange kennst du den Mann denn wirklich schon und wie gut wirklich?
Schon mal auf die Idee gekommen, dass das alles Bluff war, was er dir da über sich erzählt hat? Ich sehe es ähnlich wie Vikky: Ein Großteil davon, wie er angeblich immer war und was er alles machen wollte, stimmt schlicht und einfach nicht und hat auch nie gestimmt. Er ist ein ganz normaler durchschittlicher Mann, der mal kurz aufgedreht hat, weil er dich beeindrucken wollte, dann gemerkt hat, dass ihm das zu anstrengend ist, er es nicht braucht, und nun wieder der normale 50-Jährige ist, der einfach, wie die allermeisten Männer und Frauen spätestens in diesem Alter, ein bisschen an Gewicht zugelegt hat und auch nicht mehr taufrisch aussieht.
Auch, dass die Ehefrau natürlich keinen Sex mehr will, ist ja der Klassiker unter den Geschichten, die Männer erzählen. Heißt, auch das würde ich bezweifeln. Sehr oft sind es auch die Männer, die keine Lust auf Sex haben, aber das ist ja ein gesellschaftliches Tabu.

Interessiere dich doch lieber für Männer in deiner Altersklasse. Die sind doch viel agiler und frischer und passen viel besser zu dir.


w52
 
L

Lena_34

Gast
  • #55
Also, das was er erzählt hat, stimmt. Man kann es nachprüfen. Habe ich auch. Ich kenne ihn ein paar Jahre und eine Zeit lang war der Kontakt sehr intensiv.
In meinem Umfeld kenne ich viele (auch erheblich jüngere) Paare mit Kindern, die keinen Sex mehr haben. Meistens sobald das letzte Wunschkind gezeugt wurde. Bei einem Ehepaar mit so vielen Ehejahren auf dem Buckel, mehreren Kindern und sehr viel Stress ist das nicht so unwahrscheinlich (egal von wem die Sexlosigkeit ausgeht). Er sagte mal, dass seine (damals sehr offensichtliche) Agilität auch eine Art Rastlosigkeit ist, die er als Schwäche ansieht, die aber schon immer zu ihm gehört hat.

Aber ansonsten - ja. Er hat aufgedreht und dann ins totale Gegenteil.
Daher eigentlich auch meine - durchaus auch allgemein gemeinte - Frage: Ist so eine typische "Midlife Crisis" ein Strohfeuer, nach dem man sich geschlagen gibt, das Alter ohne aufzumucken akzeptiert, sich zur Ruhe setzt und damit zufrieden wird?

Was jüngere Männer angeht @Frau : Leider habe ich da ganz andere Erfahrungen gemacht. Ich habe so viel erlebt, dass man das locker auf 50 oder auch 60 Jahre verteilen könnte. Energie habe ich en masse, aber dennoch bin ich in einigen und für mich durchaus wichtigen Punkten da, wo viele mit 50 und älter sind. Männer in meinem Alter fangen erst langsam an, darüber nachzudenken, ob eine Familiengründung eventuell doch keine so schlechte Idee wäre. Ich bin diesen Weg zum Beisipiel schon gegangen.
 
  • #56
@Lena: Klar, gibt es sicher Paare, vielleicht sogar viele, die keinen Sex mehr miteinander haben. Das ist auch nicht das Thema. Aber du hast ja nun gesehen, dass ER keinen Sex mit dir will. Da liegt doch die Vermutung nahe, dass ER es ist, der auch in seiner Ehe keinen Sex will. Das Zurückfahren seiner vielfältigen Aktivitäten, das du dir sicher bist, beobachtet zu haben, spricht doch ebenfalls dafür.
Warum beißt du dich an einem viel älteren Mann so fest? Mit Problemen der Mitlife Crisis müsstest du dich noch gar nicht befassen. Glaub mir, damit wirst du dich noch früh genug und lange genug befassen müssen. In ca. 10 Jahren geht es los bei dir und ab da wirst du nie wieder jung sein. Lass dir das auf der Zunge zergehen: Nie wieder jung sein! Da kannst du noch so viel versuchen, dich "fit" und "jung" zu halten und dich mit Jüngeren, die ja so viel älter wirken, zu vergleichen - du bist dann nicht mehr, und zwar: nie mehr, jung. Du wirst immer nur noch älter und baust tendenziell immer mehr ab. Der Kampf dagegen wird immer aufwendiger und weniger erfolgreich.
Zugleich wird die Konkurrenz, das sind die Frauen, die noch unter 35/40 sind, zahlenmäßig immer größer und nach denen schauen die Männer aller Altersklassen, das ist Evolutionsbiologie. Das alles wird einem erst so richtig klar, wenn man um die 50 ist.
Also genieße deine paar noch jungen Jahre. Und dieses: Ich bin so anders, so reif, so lebenserfahren für mein Alter, die Leute in meiner Altersklasse können mit mir nicht mithalten ... ist der typisch Spruch von Frauen, die auf ältere Männer stehen. Dabei steckt da vermutlich etwas ganz anderes hinter. Versuche das lieber bei dir zu erkunden. Es gibt in jeder Altersklasse genügend interessante Typen, die mit dir mithalten können.

Auf deine Ausgangsfrage hast du hier bereits sehr viele gute, zutreffende Antworten bekommen. Da wurde eigentlich schon alles gesagt.

w52
 
L

Lena_34

Gast
  • #57
Mir ist schon klar, dass jüngere Frauen, die ältere Männer anziehend finden, älteren Frauen oft ein Dorn im Auge sind. Das bedeutet aber doch nicht, dass sie ihre eigene Jugend nicht genießen. Das ist von anderen Menschen weitgehend unabhängig.

Warum ich mich an diesem Mann so festbeisse, weiß ich nicht. Ich habe einfach das Gefühl, dass die Sache nicht abgeschlossen ist.
 
  • #58
Mir ist schon klar, dass jüngere Frauen, die ältere Männer anziehend finden, älteren Frauen oft ein Dorn im Auge sind.
Was ist denn mit Dir los, dass Du solche Dinge schreibst?
Es hat doch nichts damit zu tun, dass jemand Dir den älteren Mann nicht gönnt.
Es ist eben so, dass die Lebenserfahrung mit den Jahren wächst, die man lebt. Es ist schlichtweg unmöglich, alles schon mit 34 Jahren erlebt zu haben (die Mütter unter uns haben in Deinem Alter auch bereits Kinder und Familie gehabt). Wenn Du mal Ü50 bist, wirst Du das noch merken.
Es hat so viele Gedanken von Menschen hier gegeben,die dieses Alter schon haben, warum willst Du es nicht wahrhaben? Es ist nichts Besonderes an einem Mann, der auf einmal merkt, dass er Ü50 ist, nochmal Gas gibt und dann merkt, es ist zu anstrengend. Das ist normal und zwar für Männer und Frauen.
Aus der Affäre ist nichts geworden (warum auch immer; er sagte, dies sei, weil er keinen Stress mehr will).
Warum ich mich an diesem Mann so festbeisse, weiß ich nicht. Ich habe einfach das Gefühl, dass die Sache nicht abgeschlossen ist.
Doch, ist sie. Er will keinen Stress mehr. Ob Du nun weiter an seinem Leben rumdoktorst oder nicht. Er will nicht. Er hat sich für ein anderes Leben entschieden. Es scheint völlig egal zu sein, was Du davon hältst.
W
 
  • #59
Mir ist schon klar, dass jüngere Frauen, die ältere Männer anziehend finden, älteren Frauen oft ein Dorn im Auge sind. Das bedeutet aber doch nicht, dass sie ihre eigene Jugend nicht genießen. Das ist von anderen Menschen weitgehend unabhängig.

Warum ich mich an diesem Mann so festbeisse, weiß ich nicht. Ich habe einfach das Gefühl, dass die Sache nicht abgeschlossen ist.
Da verstehe ich dich sogar. Denn eigentlich müsste der Mann froh sein, eine junge, attraktive Frau so in seinen Bann gezogen zu haben.

Eine rationale Antwort, die dir ausreichen würde, wirst du wohl nicht einmal von dem Mann selber bekommen können.
Lena, du wirst damit zu leben lernen müssen, dass man nicht immer eine Antwort erhält. Und dass einem die Antwort, die man erhält, manchmal unverständlich und ungenügend erscheint.
Alles Gute wünscht dir Tom
(alter Mann, der gerade seinen pers. "Indian Summer " erlebt)
 
L

Lena_34

Gast
  • #60
@Tom26
Ich lese deine Beiträge immer mit großem Interesse und beglückwünsche dich zum Indian Summer.

Der Mann, um den es geht, war/ist sicherlich froh. Es ist ihm nach wie vor anzusehen.
Dass ich das Gefühl habe, dass die Sache nicht vorbei ist, hat verschiedene Gründe. Da ist zum einen seine Ambivalenz. Hier macht es den Eindruck, dass ich mich Hals über Kopf in jemanden verliebt hätte, der nie was von mir wollte. So ist das nicht. Er hat sich sehr ins Zeug gelegt und es ging weit über die am Arbeitsplatz übliche Flirterei hinaus. Nicht im körperlichen Sinne, aber es ist einfach sehr persönlich geworden. Er hat auch unterschiedliche Entscheidungen getroffen, die dann letzten Endes nicht in Stein gemeisselt waren.

Der andere Grund hat mehr mit mir zu tun. Mich hat diese Sache völlig aus dem Orbit gebracht. Da ist sicherlich auch das gekränkte Ego, aber nicht nur. Ich komme damit klar, dass ich nicht für alle attraktiv bin, aber es ist irrsinnig verletztend, wenn man erst dazu eingeladen/gebracht wird, sich zu öffnen, sozusagen jemanden in seine Seele zu lassen und dann kommentarlos gecancelt wird. Es hat am Ende kein offenes Gespräch gegeben, sondern nur eine Mini-SMS und dann paar zwischen Tür und Angel gewechselte Worte mehr als ein halbes Jahr nach der SMS.
Ich denke nicht, dass da böser Wille dahinter steckt, sondern viel mehr die üblichen Überforderung, Angst, Konfliktscheue etc. Das ändert für mich aber nichts.

Es war nicht die erste Enttäuschung oder Abweisung in meinem Leben, aber genau die eine, die das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Ich bin durch ein ziemliches Tal gegangen, aus dem ich seit einiger Zeit zum Glück wieder raus bin. Mein Interesse, mich gegenüber jemandem (ob ihm oder sonst wem so zu öffnen) ist bei Null. Dafür habe ich mein Leben stark verändert, mit dem Ziel, die für mich größtmögliche Attraktivität zu erreichen. Nicht wie im Thread nebenan so lustig beschrieben mittels Leopardenpulli und gemachten Nägeln, sondern auf natürliche Art. Dabei habe ich mich auch an dem orientiert, was mich an seinem Leben beeindruckt hat, und das, was passte, für mich übernommen. Habe Zeit und Geld investiert, mir neue Hobbys zugelegt (die mir Freude machen und auch sonst gut ankommen). Habe auch beruflich meine Position gefestigt. Er hat viele Kollegen/Konkurrenten, die so ähnlich ticken, und die durchaus Interese zeigen. Von denen hat mich noch niemand interessiert, aber das ist ja dennoch von Vorteil... Mal sehen. Ich weiß selber nicht, ob ich will, dass die Sache eine Fortsetzung hat (selbst wenn er wollte) oder es mir mehr um eine Art Genugtuung geht...
 
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