• #61
Ich finde das Festbeißen normal, ich hab das auch immer so gemacht, dass ich mich mit jemandem befasst habe, bis ICH genug hatte (das ging aber schneller und ich hab nicht so viel Zeit verloren). Das musste in mir aufgedröselt werden, warum, sonst hätte ich das nicht abschließen können. Ich weiß aber, wie sehr man solche Beschäftigung, die ja nicht kommt, weil man lange Weile hat, sondern weil es mit einem zu tun hat, bereut, weil man eben viel Zeit und Energie in eine Sache steckt, die nur für eine innere Erkenntnis gebraucht wird. Meine eine Bekannte hatte das über 10 Jahre, ihre ganzen "schönen Jahre als junge Frau" von 18 bis Ü30 hat sie sich quasi auf einen Mann konzentriert, der sie nicht wollte, aber ne Affäre mit ihr hatte, die oft sehr lange unterbrochen war, und der obendrein noch sehr hässlich zu ihr war. Kein anderer gefiel ihr, weil nur er in seinen Gedanken war. Sie bereut das heute sehr, aber sie konnte auch nicht anders.

Das zahlt man einfach, weil irgendwas verdreht ist im Beziehungsbereich. Am schnellsten kommt man raus, wenn man sich fragt, warum der, was erhoffe ich mir, welche Charaktereigenschaften zeigen sich mir von mir selbst, wie ist mein Vater usw.. Also Selbstreflexion, was man an dem Mann findet und wie man geprägt wurde. War bei mir jedenfalls so und ich denke, bei der Bekannten auch. Ich seh jedenfalls Muster.

Das bedeutet aber doch nicht, dass sie ihre eigene Jugend nicht genießen. Das ist von anderen Menschen weitgehend unabhängig.
Es geht darum, dass das Herz ja besetzt ist und kein anderer Mann so einer jungen Frau dann richtig gefällt. Aber es ist eben Schicksal, wenn man hinterher denken muss, dass man einem zu viel Zeit gewidmet hat.

Da kannst du noch so viel versuchen, dich "fit" und "jung" zu halten und dich mit Jüngeren, die ja so viel älter wirken, zu vergleichen - du bist dann nicht mehr, und zwar: nie mehr, jung.
Ja, das ist so gemein. Aber es ist ja bekannt, dass im Alter gedacht wird, man wolle noch mal jung sein, aber mit dem Wissen, das man jetzt hat. Ich fand das, als ich jung war, immer ein bisschen albern, weil ich dachte, alt werden ist doch normal. Tja...
 
T

Toi et moi

Gast
  • #62
Warum ich mich an diesem Mann so festbeisse, weiß ich nicht. Ich habe einfach das Gefühl, dass die Sache nicht abgeschlossen ist.
Es ist für dich noch nicht abgeschlossen aber für ihn schon. Wahrscheinlich hat er niemals sich so gefühlt wie du dich fühlst. Ich weiß auch ganz genau warum du dich an ihn festbeißt. Es hat eine Schutzfunktion für dich. Solange er in deinem Kopf existiert, gibt es keinen anderen Mann und keine wirkliche Partnerschaft. Denn eine Partnerschaft hattest du schon und es hat nicht geklappt. Es hat dich gelangweilt und enttäuscht. Er ist wie eine Droge, die dich beschützt und dich ruhigstellt. Habe ich Recht?
 
L

Lena_34

Gast
  • #63
Es ist für dich noch nicht abgeschlossen aber für ihn schon. Wahrscheinlich hat er niemals sich so gefühlt wie du dich fühlst.

Das weiß nicht nicht. Was ich weiß ist, dass er sich mehr und schöner um mich bemüht hat als jeder andere vor ihm. Er hat Zeit (die er eigentlich nicht hat) und Geld dafür investiert, um mich kennenzulernen. Und dafür auch Gerede in Kauf genommen. Wie ich später erfahren habe, hat unser Kennenlernen seine Ehekrise verstärkt, was er gar nicht brauchen konnte, da Stress und Finanzen.

Was er nun von mir wollte, weiß ich nicht. So wie ich ihn verstanden habe, wünschte er sich einen "Indian Summer" wie @Tom26. Sein Alter war für ihn immer ein großes Thema. Das ist ja auch meine Frage an die Midlife-Crisis-Erfahrenen hier: Wie geht man mit diesem Wunsch um? Wie geht es einem, wenn man ihn aufgegeben hat? Kann man das überhaupt?

Und dass ich mich schütze... Hm. Wir leben in einem freien Land. Niemand wird in eine Beziehung gezwungen (hoffe ich). Wer keine will, hat auch keine. Ich habe ihn kennengelernt als meine Ehe zu Ende gegangen ist. Mir war schon damals klar, dass ich keine solche Sache mehr will. Ich habe mich einfach gefreut, wenn ich merkte, dass Männer auf mich standen. Ich selber wollte nichts von ihnen, sondern nur Stabilität für mich und mein Kind. Er hat mich sozusagen "hinter dem Ofen hervorgelockt". Dass ich jetzte erst recht keine Lust habe und mich niemandem gegenüber öffne, sondern nur "bewundern" lasse, ist klar.
 
  • #64
Das mit der Asexualität (bzw. Sexlosigkeit) weiß ich von ihm selber. Und das obwohl es ihm früher doch so wichtig war zu betonen, dass die aktuelle Sexlosigkeit nur an seiner Frau lag und bei ihm alles bestens funktioniert (salopp formuliert).
Da gibt's einen netten Spruch, der dieses Phänomen gut charakterisiert: "Männer wollen Sex, immer und überall, bis zu dem Tag, an dem sie eine Frau kennenlernen, die mehr Sex will."

Diese Verhaltesweise ist ebenfalls ein Erwachsenenspiel nach der Spieltheorie. Dieses Spiel heißt "Wenn Du nicht wärst" und wird nur in festen Beziehungen und Ehen gespielt.
Dieses Spiel dient dazu, den eigenen Selbstwert von Partner A zu erhalten, indem er den Partner B beschuldigt, etwas zu verhindern, was Partner A selbst behauptet, es gern tun zu wollen, es aber unterläßt wegen der Beschränkung durch Partner B. Diese Beschränkung existiert meist real in Form von Verboten und ist selten eingebildet.

Die wahre Motivation kommt dann meist zutage, wenn der Partner B das Spiel plötzlich nicht mehr mitmacht und sozusagen eine Antithese bildet oder das Spiel verläßt z.B. durch Scheidung (was wiederrum ein Spiel werden kann mit dem Titel "Hab ich Dich, Du Schweinehund"), also die ursprünglich untersagte Tätigkeit erlaubt.

Dann kommt meist zutage, daß der untersagende Partner B mit Bedacht vom Partner A ausgesucht wurde, um zu verhindern, daß A mit etwas konfrontiert wird, von dem A gern glauben möchte, daß A es könnte, diesen Fakt aber nie geprüft sehen möchte.

Also konkretes Beispiel: Er hatte sich eine Ehefrau gesucht, die ihn sexuell begrenzt. Er sieht sich gern und auch in der Außenwirkung (bei @Lena_34 ) als omnipotent, unbewußt ist ihm aber klar, daß er es nicht ist, wählte also einen beschränkende Ehefrau. Nun ist er mit @Lena_34 an seine Nemesis geraten und muß selber erkennen, daß er die sexuelle Leistungsfähigkeit, die er zu haben glaubte gar nicht leben kann und sexuell gesehen seine Exfrau ihn davor bewahrte, mit der Realität konfrontiert zu werden.

Ähnliches können auch seine sportlichen Ambitionen erlitten haben.
Möglicherweise war sein Tenor, daß er seine Leistungssportlerambitionen gezwungen wegen der beruflichen Karriere zurückstellen mußte, obwohl er vielleicht einfach nur mittelmäßig war und deshalb aufgab. Nachdem er jetzt Gelegenheit hätte, dies zu widerlegen, fehlt ihm die Motivation, weil er möglicherweise erkannt hat, weshalb er wirklich mit dem Sport aufgehört hatte und will dies nicht noch durch schlechte Ergebnisse beweisen.

@Lena_34 empfehle ich das Buch "Spiele der Erwachsenen", das wird ihr Verständnis für ihren Schwarm erweitern.
 
L

Lena_34

Gast
  • #65
An den Ausführungen von @veritar ist sicher etwas dran. Kenne ich auch zu gut von meinem Ex.

Das führt mich aber zur Frage: Fühlt Mann sich da nicht als totaler Loser und Hochstapler bzw. als solcher ertappt?

Und das mit der sexuellen Leistungsfähigkeit... Hier schreiben diesbezüglich sämtliche Männer und Frauen, dass 50 noch kein Alter ist, insbesondere wenn man gesundheitsbewusst lebt/gelebt hat.

Davon abgesehen war der Kontakt ja nicht nur sexuell, sondern auch freundschaftlich. Wie @veritar richtig beschreibt, gibt er sich nach Außen omnipotent. Mir gegenüber hat er Schwächen und Probleme eingestanden. Sehr Persönliches... Er hat nicht den Ruf eines Casanovas und er hat nichts von dem, was zwischen uns war im Kollegenkreis ausgebreitet.
 
  • #66
Ich verstehe das gar nicht. Ich gehe jetzt auch langsam auf die 50 zu. Probleme mit sexueller Leistung habe ich nicht. Vielleicht auch weil ichvdad nicht als Leistung sehe sondern als Vergnügen und Entspannung. Ich fände es z. B. Furchtbar jeden Tag und das auch noch mehrmals sex zu haben. So ein bis zweimal die Woche reichen mir völlig um meine Lust zu befriedigen. Lieber mit großer Lust und dafür qualitativ hoch als dieses halb erzwungene gehacke. Und wenn es mal zwei Wochen lang nicht dazu kommt, bricht mir auch kein Zacken aus der Krone. Mir sind andere Dinge wichtiger. Aber ich liebe und genieße den sex dann wenn er stattfindet um so mehr. Finde es viel schöner wenn beiden vor Lust fast eine Feder aus dem Eimer springt. Vielleicht tendiere ich auch nur Richtung Frau @frei . Und bin halb a sexuell. Mir wurscht.
So, noch jemand ein Käffchen?
M46
 
  • #67
Das führt mich aber zur Frage: Fühlt Mann sich da nicht als totaler Loser und Hochstapler bzw. als solcher ertappt?
Naja, das hatte ich ja versucht zu beschreiben, daß es eben genau so nicht ist.
(der Schwarm von @Lena_34 hat ja auch die Verbindung beendet, mit der Begründung, daß er seine "Ruhe" haben wollte - sprich, weil er sich nicht selber seiner Realität stellen wollte und lieber bei seinem potenten Selbstbild blieb.)

Das Spiel "Wenn Du nicht wärst" dient ja gerade dazu, zu verhindern, daß der Spieler in die Situation kommt vor anderen oder noch schlimmer - vor sich - einzugestehen, daß die Tätigkeit, deren Fehlen man dem anderen Spielpartner anlastet, man selber eigentlich ganr nicht auszuführen imstande oder gewillt ist.

Genau durch dieses Vorgehen bewahrt man sich unbewußt (!) davor, sich selbst mit den Fehlern des eigenen Selbstbildes zu konfrontieren.

D.h. ein Mann sucht sich z.B. eine Frau, die ihn sexuell beschränkt, damit er sich weiterhin als omnipotent (sexuell) bezeichnen kann und darauf verweist, daß er nur aus Liebe zu seiner Frau auf das Ausleben der eigenen Libido verzichte.
(Die Partnerwahl findet nicht gezielt zu diesem Zweck statt, sondern der Partner wird wie überall nach unbewußten Kriterien ausgewählt, die einem inneren Kompaß folgen.)
Dadurch sichert er sich gleichermaßen Bewunderung Anderer für dieses Opfer. Er vermeidet, sich selbst eingestehen zu müssen, daß er nicht der "Hengst" ist, für den er sich sieht und ausgibt und wird zudem noch mit Bewunderung für sein angebliches Opfer sozial belohnt.

Oder:
Eine Frau sucht sich einen Mann, der auf konventioneller Arbeitsteilung besteht, d.h. sie Haus und Kinder und er Erwerbstätigkeit. Gleichzeitig beklagt sie sich, daß sie ihr Studium und Karriere für ihn abgebrochen hat. Sie vermeidet dadurch, tatsächlich arbeiten und sich im Berufsleben bewähren zu müssen, von dem sie schon während des Studium begriffen hat, daß das Berufsleben ein ewiger Kampf ist, dem sie sich nicht stellen will und den sie nicht bestehen wird.
(Hinweis: Wem der Schuh paß, der zieht ihn sich an.)

Symptomatisch dafür sind viele Frauen, die vor dem Diplom oder der Doktorarbeit plötzlich (sic!) schwanger werden und dann nie wieder ernsthafte (!) Versuche unternehmen, ins Berufsleben zu gelangen. Die in Ehrenamt und Elternrat beklagen, daß das Leben und die Liebe zu ihrem Mann verhinderten, daß sie eine erfüllende Karriere erreichen konnte und sie sich, wenn auch gezwungen für die Familie aufopfern. (Wer so etwas hört, weiß, daß hier ein Spiel gespielt wird, dessen Zweck und Verlauf er jetzt kennt.)

Auch hier steckt eine soziale Belohnung in Form der öffentlichen Beachtung darinnen, die durch Sozial-justice Warrior und Gleichberechtigungsapostel angetrieben von der Gesellschaft ihrem "verpfuschten Leben" gezollt wird.
 
  • #68
rstmals seit sehr langer Zeit lasse ich mich dagegen auf eine Frau ein, bei der ich bleiben könnte.
Und das lieber @Tom26, tut dir (gefühlt) sehr gut!

Liebe FS
Ich bin eine Frau und noch weit weg von der Zahl 50, aber so wie sich das Leben, die Prioritäten, das eigene Wesen (siehe Tom) auch schon mit 20, mit 30 und sicher auch mit 40 verändert, so ist die 50 vielleicht eine magische Grenze um genau so sein zu können wie man will. Der Weg ist das Ziel... und irgendwann kommt man vielleicht wirklich an?
Warum sich stressen und knebeln, wenn das Leben auch so schön ist?
Ich bin heute schon viel entspannter als in jungen Jahren und seit ich meinen Partner gefunden habe, der mich genau so liebt wie ich bin, der sieht was ich schon alles geleistet habe und immer noch leiste, seit ich mich angenommen fühle wie ich bin, seit dem bin ich noch entspannter. Ich kann endlich sein wie ich will, wie ich mich wohl fühle, muss niemandem was beweisen, bin einfach bei mir. Vielleicht ergeht es deinem Bekannten ja genau so! Wer sagt dir, dass er so wie er früher war, sein wollte? Wer sagt dir, dass er nicht einfach gedacht hat, es wird von ihm erwartet? Vielleicht wollte er auch so sein und jetzt hat er alles erreicht was er wollte und schaltet einen Gang runter, weil er auch so glücklich ist?

Jeder darf sein wie er möchte! Auch wenn du das nicht nachvollziehen kannst.

Woher du allerdings weißt, dass er keine Lust auf Sex mehr hat, würde mich interessieren? Oder hat er nur nicht auf ein Angebot deinerseits reagiert? Was ja nicht automatisch bedeuten würde, dass er keinen Sex mehr hat.
 
L

Lena_34

Gast
  • #69
@Stern12345

Das mit dem fehlenden Interesse an Sex waren seine Worte.

Eine Entwicklung wie du sie beschreibst, wäre auch für mich absolut nachvollziehbar. Aber ich rede nicht vom Unterschied zwischen 30 und 50, sondern zwischen 49 1/2 und 50, wobei er mit 49 1/2 ähnliche Ziele/Wünsche hatte, die er davor gelebt hat.

Dazu passend auch, dass das "Angebot" meinerseits ja nicht aus heiterem Himmel kam. Er hat sich mehr um mich bemüht als jeder andere Mann vor ihm und danach.
 
  • #70
Mit 50+ bleibt vielen Männern eben nur noch Handbetrieb - sie sind entweder geschieden oder hoffnungslose, einsame Fälle, oder in einer toten Beziehung/Ehe gefangen. Die Potenz lässt nach, die körperliche Attraktivität ist dahin, und für (jüngere) Frauen, die einen noch reizen könnten, ist man längst uninteressant geworden. Es wäre ein netter Zug der Natur, wenn Männer Ü50 auch gleich das Interesse an Sex verlieren könnten.
 
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