• #1

Aus Affäre wird Beziehung - kann das gut gehen?

Hallo zusammen,
seit Juli letzten Jahres habe ich eine Affäre mit einer älteren Frau (29).
Ich (m, 25), habe mich direkt nach der Trennung von meiner ersten Beziehung in diese Affäre "geflüchtet" (3 Jahre Beziehung, Grund für das Scheitern war zu wenig Sex für mich - im letzten Jahr nicht einmal - Trennung fiel mir dennoch sehr schwer und ich denke immer noch oft an sie).
Ich brauchte diese Wärme, Nähe und habe meiner Affäre das von Anfang an auch klar gemacht, dass ich nicht "mehr" will. Habe mir dann auch eine Art "Panzer" zugelegt und keine Gefühle aufkommen lassen.
Nun ist es so, dass sie das nicht länger mitmachen wollte (was ich verstehen kann), nach und nach habe ich sie dann mehr in mein Leben gelassen und wollte es versuchen (seit Silvester ungefähr). Ich merkte, dass sie mir gut tut und der Sex einfach toll ist und so haben wir beschlossen, nun doch eine Beziehung daraus zu machen (ich fühlte mich natürlich ein wenig unter Druck gesetzt, habe mich nun aber so entschieden)
Bisher spüre ich allerdings nicht mehr. Bei meiner ersten Beziehung haben sich die Gefühle aber auch erst in der ersten Zeit aufgebaut.
Nun merke ich aber auch, dass mich gewisse Dinge an ihr stören - sie ist vorwurfswoll, bevormundend, kritisierend etc. und da ich ein sehr harmoniebedürftiger Mensch bin, belastet mich dies oft, wenn sie wegen Kleinigkeiten angesäuert ist mich maßregelt (hatte ich in der Form in meiner alten Beziehung nie).
Während der Affäre war alles gut, aber bisher klappt es auf emotionaler Hinsicht noch nicht in der Beziehung.
Ich möchte ihr aber keineswegs weh tun, da sie in der Vergangenheit verletzt wurde (wer nicht?), und sie eine erneute Enttäuschung nicht erträgt wie sie meinte (war aber vllt. auch auf ein Fremdgehen bezogen).
Es ist nicht so, dass ich überhaupt keine Gefühle für sie hätte, aber ich frage mich, ob das nicht eher die Angst ist wieder "alleine" zu sein. Im Grunde habe ich aber auch viele "Chancen" und komme meist gut bei Frauen an.
Ich bin mir wirklich unsicher, werde es wohl vorerst weiter versuchen und mich auf sie einlassen und wenn sich bei mir keine Gefühle auftun, dann muss ich das Ganze wohl oder Übel aufgeben.
Hat diese Beziehung eine Zukunft? Gibt es ähnliche Erfahrungen?
Vielen Dank im Voraus und viele Grüße
 
G

Gast

Gast
  • #2
In meinen Augen führt ihr immer noch eine Affäre - noch schlimmer - mit emotionaler Abhängigkeit, wo du den Kürzeren ziehst. Die Frau liebt dich nicht ehrlich, sie ist eine Narzisstin, die es liebt, dass da jemand ist, der ihr den Boden wischt und Beachtung schenkt. Andere Leute ständig zu kritisieren und zu bevormunden, der einem auf Gedeih und Verderb emotional ausgeliefert ist und alles für einen tut, kann eine ganz eigene Form von perverser Befriedigung und Machtausübung darstellen. Das will man so schnell nicht missen.

Meiner Ansicht nach solltest du schnell wieder Herr deines eigenen Lebens werden, auch in Anbetracht des Altersunterschiedes ist sie dir überlegen, du kannst dich scheinbar nicht wehren, du trottelst ihr nach, findest sie dabei noch toll/geil, das findet sie bis zu einem gewissen Grad gut, weil das schmeichelt dem eigenen versauten Ego, aber wenn ein besserer daher kommt oder du ihr auf den Geist gehst, ist sie ganz schnell weg.

In erster Linie würde ich mich von der sexuellen Abhängigkeit los machen. Du kannst überall guten Sex bekommen, das muss nicht diese Affäre/Beziehung sein, damit machst du dich selber fertig. Ich weiß, dass man sich gut fühlt, wenn man "Trostsex" und "Trostzuneigung" bekommt von der Person, die man sehr stark liebt, aber es schmettert dich immer weiter nieder und kratzt an deinem Selbsterhaltungstrieb.

Ich würde versuchen, meine Emotionen ihr gegenüber unter Kontrolle zu halten. Du solltest ihr nicht so viel Liebe zukommen lassen. Es liegt an ihr, auf dich zuzukommen.

Ist nur meine Meinung dazu.
w,33
 
  • #3
Es könnte sein, dass deine Freundin gerade deswegen so unangenehm ist ( empfindlich, vorwurfsvoll ), weil sie merkt, dass du sie nicht liebst. Je weniger sicher sie sich bei dir fühlt, desto mehr kämpft sie, hier mit falschen Mitteln, aber das macht sie sicher nicht bewußt und zielgerichtet. Eher schon kann ich mir vorstellen, dass sie sich selbst ärgert, wenn sie so unsouverän und schwach ist aber eben nicht aus ihrer Haut kann.

Dein Text ist naturgemäß kurz, und es mag vermessen sein, daraus eine Interpretation abzuleiten, aber ich wage es dennoch, du kannst ja mal überlegen, ob ich richtig liegen könnte.
Ich denke, du liebst sie nicht.
Ich denke, sie ist mit dir unglücklich.
Ich denke, sie will viel mehr von dir als umgekehrt.
Falls ich recht habe, solltest du dich aus Fairnessgründen schnell von ihr trennen, insbesondere, wenn sie sich eine Familie mit Kindern vorstellen könnte, denn dann stiehlst du ihr die Zeit, sich einen Mann dafür zu suchen.

w 47
 
  • #4
Lieber FS,
Um ehrlich zu sein, ich glaube, das Problem ist nicht so emotional-hochkomplex, wie du es dir einredest. Die Sache ist eigentlich ziemlich simpel:
Du liebst diese Frau einfach nicht.
Nach einer sexuell frustrierenden Beziehung warst du total happy über den Sex und die Zärtlichkeiten. Aber verliebt? Für mich hört sich das so an: Du hast dich in eine Beziehung schubsen lassen, obwohl du überhaupt nicht dazu bereit warst, und hast jetzt wahnsinnig Angst, Schluss zu machen, weil du meinst, diese Frau sei zerbrechlich und du müsstest sie schonen.
In Wirklichkeit hat die Frau sich aber selber sabotiert, indem sie sich emotional auf einen Mann eingelassen hat, der ihr von Anfang an sagte, dass das nichts Festes wird, und mit dem sie sich nicht optimal versteht.
Mein Rat ist, lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
 
  • #5
Vielen Dank für die Meinungen, nun ist es nach gut 2 Wochen aber ohnehin schon "gescheitert".
Wobei ich nicht ganz verstehe, was das Problem war - werde sie nochmals anschreiben, glaube aber das es keine Chance hat.
Bis gestern zusammen ein schönes Wochenende verbracht, am Samstag spät ins Bett gegangen und sie ist eben ein Frühaufsteher - ich nicht. Dann wollte ich am Sonntag etwas länger ausschlafen (statt um halb 9, dann um 10 aufgestanden). Was sie sehr verärgert hat und sie dann meinte wir passen nicht zusammen und sind zu verschieden, und sie mich dann auch direkt nach dem Aufstehen gefragt hat, ob ich denn in sie verliebt sei. Ich habe dann eben ehrlich geantwortet, dass ich noch nicht von Liebe sprechen kann, mich aber bemühe und auf jeden Fall Gefühle für sie habe - sonst hätte ich mich ja auch nicht darauf eingelassen.
Daraufhin ist sie gegangen, sie könne das nicht (mehr).
Für mich war das erst einmal zu viel, wusste dann auch nicht wie ich reagieren soll. Bin ihr aber dann auch nicht hinterhergelaufen, obwohl sie geweint hat, weil mir das alles zu sehr gegen den Strich ging.
Auf meine Gegenfrage ob sie denn in mich verliebt sei, erhielt ich schweigen - keine Antwort ist auch eine Antwort entgegnete ich ihr.
Sie fragte mich, wie ich mir denn eine Beziehung vorstelle, und ich antwortete ihr - so wie in den letzten Wochen, in denen wir einfach mehr miteinander unternommen haben und Zeit verbracht haben.
Und ich fragte sie, wie man Liebe denn überhaupt definiert. Aber alles was ich sagte hatte keine Auswirkungen mehr, sie hatte ihre Entscheidung wohl schon getroffen.
Ich weiß nur nicht, was ausschlaggebend dafür war - die Lapalie mit dem längeren Schlafen kann es ja nicht gewesen sein?!
Ich vermute, dass sie eben etwas langfristiges sucht - inkl. Familienplanung+Kinder. Und da habe ich von Anfang an gesagt, dass ich mir soetwas vor 30 auf keinen Fall vorstellen kann. Und sie wird 30 und denkt eben einfach anders.
Nunja, ich denke es soll einfach nicht sein, oder was sind eure Gedanken. Freue mich über jeden Beitrag, da ich im Moment etwas "niedergeschmettert" bin, nachdem ich mich nun auf sie eingelassen habe und dann so komisch "abserviert" werde...
 
  • #6
Ich weiß nur nicht, was ausschlaggebend dafür war - die Lapalie mit dem längeren Schlafen kann es ja nicht gewesen sein?!

Die Antwort auf diese Frage hat frei Dir am Donnerstag schon gegeben. Das Fass ist übergelaufen.


Es könnte sein, dass deine Freundin gerade deswegen so unangenehm ist ( empfindlich, vorwurfsvoll ), weil sie merkt, dass du sie nicht liebst. Je weniger sicher sie sich bei dir fühlt, desto mehr kämpft sie, hier mit falschen Mitteln, aber das macht sie sicher nicht bewußt und zielgerichtet. Eher schon kann ich mir vorstellen, dass sie sich selbst ärgert, wenn sie so unsouverän und schwach ist aber eben nicht aus ihrer Haut kann.

Nun ist es so, dass sie das nicht länger mitmachen wollte (was ich verstehen kann), nach und nach habe ich sie dann mehr in mein Leben gelassen und wollte es versuchen (seit Silvester ungefähr). Ich merkte, dass sie mir gut tut und der Sex einfach toll ist und so haben wir beschlossen, nun doch eine Beziehung daraus zu machen (ich fühlte mich natürlich ein wenig unter Druck gesetzt, habe mich nun aber so entschieden)

Das war Dein Fehler. Du hast sie nicht laufen lassen, sondern ihr die Hoffnung vorgegaukelt, dass Du jetzt versuchst Dich zu zwingen, Dich in sie zu verlieben. Es gibt Menschen, die noch nicht allzu abgestumpft sind, denen kannst Du sowas nicht lange vorspielen. Die merken, dass sich etwas nicht richtig anfühlt. Die Frau wollte bestimmt schon länger aus dieser, für sie ungesunden Konstellation ausbrechen. Jetzt hat sie sich am Wochenende den Ruck gegeben. Da war das lange schlafen nur mittel zum Zweck. Da musste sie nicht aus heiterem Himmel handeln.

Lass die Frau in Ruhe. Was zum pimpern findet sich immer irgendwo.

w35
 
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