• #1

Auswirkungen einer Immobilie auf die Beziehung?

Liebe Forumsmitglieder!
Ich habe ein Anliegen, wozu ich mir ein möglichst breites Spektrum an Antworten erhoffe. Mein Mann kann das Haus seiner Eltern (halbwegs) günstig übernehmen. Dazu müssten wir aber aus unserem jetzigen Wohnort wegziehen, den ich wegen seiner Urbanität und seines Flairs sehr schätze. Dafür hätten wir finanziell deutlich bessere Karten. Der Weg zum Arbeitsplatz wäre für beide umständlicher, aber machbar. Er fände es prinzipiell eher gut, wir müssten aber beide dahinter stehen. Ich bin sehr unsicher (untypisch für mich, normalerweise bin ich sehr klar).
Bislang haben wir uns einfach eine schöne Zeit gemacht, gelebt, gearbeitet, ausgegangen, kreative Projekte, gereist, usw. Wir haben ein Kind, zwei gute Jobs, eine kleine, sehr gemütliche, aber überteuerte (Miet-)Wohnung. Nach wie vor sind wir ein Paar, das gern seine Zeit zusammen verbringt und zwischen denen es noch knistert.
Wir haben also sehr in der Gegenwart gelebt, natürlich auch Schwierigkeiten bewältigt, aber mit einer gewissen Leichtigkeit. Seit zehn Jahren Sommer, wie die Grille in der Fabel. Finanziell kaum Rücklagen, nur das Nötigste, aber gute Gehälter.
Wie wichtig ist es, es als Paar auch materiell zu etwas zu bringen? Welche Rolle spielt das Immaterielle?
So wünschen wir uns beide, jetzt, da unser Sohn aus dem Kleinkindalter allmählich herauswächst, wieder mehr Paarzeit. Welche Auswirkung hat eine Immobilie darauf?
Diesem Immobilien-Wahnsinn habe ich mich bislang eher entzogen, gefühlt eine Bindung, eine Verpflichtung zu viel, aber ich weiß nicht, ob ich da auf dem Holzweg bin.
Die Endgültigkeit der Entscheidung macht mir Angst, da es wohl unser letztes "günstiges", machbares Angebot ist. Bislang habe ich immer abgelehnt, nicht für mich.
Vielleicht wäre es auch eine Form von Freiheit, denn nach Freiheit habe ich immer gesucht, und in dieser Beziehung fühle ich mich erstmals frei. Das will ich nicht kaputtmachen.
Und: Wir reisen auch gerne, und weit, und viel. Passt das?
Mich beschäftigt das gerade sehr, und irgendwie drehe ich mich im Kreis. Freue mich also auf euer wie immer kluges Feedback!
w (40)
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #2
Ich fühle mich nicht angebunden mit einer Immobilie, sondern frei, bei einem Haus, ETW wäre anders, hätte ich nie gewollt.
Keine Mieterhöhung, keine Nachbarn über einem, unter einem. Keiner, der sagt wie wir leben sollen.
Wir können sanieren, renovieren, müssen nicht.
Wir können arbeitsintensiven Garten oder pflegeleicht.
Wir haben vor noch mehr zu reisen, wir reduzieren den Beruf deutlich, also ist Zeit. Da muss Haus ohne uns, es geht.
Ich mag die Abhängigkeit von einem Vermieter nicht.
Falls alle Stricke reißen, Verkauf ist immer möglich.
Gäbe es die Option, Elternhaus verkaufen und dann etwas günstigere Lage was anderes?
 
  • #3
Hi,
Die Frage hattest du doch vor einer Weile schon mal, nur ohne konkretes Angebot, und warst überzeugte Nicht-Immobilienbesitzerin.

Ich bin grundsätzlich sehr sicherheitsbedürftig und habe Immobilie, also das Gegenteil von dir in der Hinsicht 🤷‍♀️

Rein von deiner Beschreibung her wirkst du also immer noch dagegen.

Rationale Gründe dafür wären aber:
- mieten muss man auch, die imaginäre Flexibilität gibt es mit Kind nicht, denn du kannst im Falle eines Verdienstausfalles schlecht unter der Brücke nächtigen
- nun sag mir bitte, welche Freiheit du konkret aufgeben würdest nur wegen des Umstands, Immobilie statt Miete zu haben? (Nicht deinen konkreten Fall, das sind ja blöde Umstände ehrlich gesagt. Aber die Titelfrage generell wäre: durch Immobilie gibt man m.E. nicht automatisch Freiheiten ab). Du musst ja "nur" ein paar Monate Finanzierungskonzepte verstehen lernen und mehr steckt ja nicht dahinter. Ob du 10 Jahre mietest oder Immo abbezahlst ist doch egal

Gründe dagegen:
- ich würde nicht irgendwohin ziehen, wo ich nicht leben will
Die Immobilie könnt ihr sonst vermieten und sie zahlt sich evtl. selbst ab? Alles andere klingt nicht sinnvoll, der Ort im Nirgendwo ist doch niemals dein Ding
- wenn dein Sohn jetzt eh schon so groß ist, werdet ihr ihn doch bald allein schlafen lassen und ins Kino etc. gehen. Dann bist du doch in deiner urbanen Wohnung perfekt aufgestellt.

Fazit: mach's bloß nicht, m.E. ist das uninteressant für dich, solange du nicht nur vermietest und das Haus als Reserve in der Hinterhand haben möchtest.

W u40
 
  • #4
Wie wichtig ist es, es als Paar auch materiell zu etwas zu bringen? Welche Rolle spielt das Immaterielle?
Den Satz lese ich erst jetzt richtig.
Hä? Ich denke, DIR ist Materielles eher unwichtig? Sonst hättest du dir doch längst etwas aufgebaut. Wen interessiert es außer euch, ob ihr es "materiell" zu etwas bringt? Ist das eine Art Statusdenken? Klar, heute ist es en vogue, eine Immobilie zu haben, aber wen interessiert, was der Mainstream macht?

Wie gesagt, Sicherheit ist mir wichtig. Stolz gehört auch dazu, dass wir aus nichts (null Erbe, null Geschenke) aus "eigener Hand" uns Eigentum kaufen konnten. Aber ich will es nicht "materiell zu etwas bringen", das klingt so, als ob man ohne Eigentum ein Versager sei, das ist doch Quatsch.

Das Immaterielle war mir trotzdem immer wichtiger. Glücklich sein ist wichtiger als der Kontostand. Gemeinsame Erinnerungen als Paar und als Familie kann man sich nicht kaufen. Mein Grund für Immobilie ist einzig, dass ich sehe, wie meine Eltern als Mieter arm dran sind, obwohl ihnen zu DDR-Zeiten niemand klar machte, dass Absicherung nottut. Und wenn man dann auch keine Rücklagen hat, obwohl das wie in eurem Fall zumindest möglich gewesen wäre... Wer weiß schon, wie unser Land in 30 Jahren aussieht, wenn du in Rente gehst? Den Mauerfall hat sich auch niemand vorstellen können...
 
  • #5
Hi,
Die Frage hattest du doch vor einer Weile schon mal, nur ohne konkretes Angebot, und warst überzeugte Nicht-Immobilienbesitzerin.

Ich bin grundsätzlich sehr sicherheitsbedürftig und habe Immobilie, also das Gegenteil von dir in der Hinsicht 🤷‍♀️
Ja, das stimmt, ich finde Sicherheit schnell erdrückend.
Rein von deiner Beschreibung her wirkst du also immer noch dagegen.
Ja, tendenziell schon, aber eher vom Bauchgefühl her, mein Verstand sagt was anderes.
Rationale Gründe dafür wären aber:
- mieten muss man auch, die imaginäre Flexibilität gibt es mit Kind nicht, denn du kannst im Falle eines Verdienstausfalles schlecht unter der Brücke nächtigen
- nun sag mir bitte, welche Freiheit du konkret aufgeben würdest nur wegen des Umstands, Immobilie statt Miete zu haben?
Die Freiheit, mal weniger zu arbeiten. Die Freiheit, mir meinen Wohnort selbst aussuchen zu können. Die Freiheit, ein Sabbatical zu machen mit Mann und Kind. Die Freiheit einer zweimonatigen Reise durch Malaysia oder Indonesien, wenn mal wieder darf, oder auch Südsee. Die Ratenzahlungen würden ja 20 Jahre weiterlaufen, und ohne selbst darin zu wohnen, würde es sich auch rational nicht rentieren.
 
  • #6
Den Satz lese ich erst jetzt richtig.
Hä? Ich denke, DIR ist Materielles eher unwichtig? Sonst hättest du dir doch längst etwas aufgebaut. Wen interessiert es außer euch, ob ihr es "materiell" zu etwas bringt? Ist das eine Art Statusdenken? Klar, heute ist es en vogue, eine Immobilie zu haben, aber wen interessiert, was der Mainstream macht?
Ja, da hast du auch Recht. Meine Prioritäten lagen/ liegen woanders. Rententechnisch bin ich gut aufgestellt, das reicht mir eigentlich. Ich meinte das nur so, dass ich neulich mal überlegt habe, dass mein Mann und ich in allen Bereichen stärker und besser sind, wenn wir im Team vorgehen. Außer das Finanzielle. Da nicht. Und ob das langfristig so Zukunft hat... was du ja auch mit deinen Eltern angedeutet hast. Wobei ich dann eher packen würde und woanders hingehen.
 
  • #7
Immobilie oder nicht - reine Geschmackssache. „Günstig„ ist kein schlüssiges Argument dafür, wenn es nicht grundsätzlich attraktiv ist. Man sollte da wohnen, wo man sich wohl fühlt. Und wenn man den Wohnort wechseln möchte, ist das mit Immobilie natürlich schwieriger.
Reisen kannst Du jederzeit auch mit Immobilie.
Für mich ist die Immobilie derzeit Altersabsicherung und Spardose. Muss sie aber nicht bleiben.
 
  • #8
Die Freiheit, mal weniger zu arbeiten. Die Freiheit, mir meinen Wohnort selbst aussuchen zu können. Die Freiheit, ein Sabbatical zu machen mit Mann und Kind. Die Freiheit einer zweimonatigen Reise durch Malaysia oder Indonesien, wenn mal wieder darf, oder auch Südsee. D
Die Freiheit weniger arbeiten? Auch Miete muss gezahlt werden und steigt tendenziell.
Einfach günstigere Wohnung ist nur realisierbar, bei Umzug in einen unattraktiveren Ort.
Du kannst das Haus verkaufen, vermieten, letzteres würde ich mindestens ins Auge fassen.
Sabbatical, jederzeit, auch da Vermietung auf Zeit.
Du zahlst jetzt Miete, was ist der Unterschied zwischen Rate und Miete?
Miete steigt, Raten nicht.
Zahlen musst Du beides, wenn Du in die Südsee fährst.
Da Du auch mit dem Ort haderst, warum nicht das Haus übernehmen und vermieten?
Da sollte dann was überbleiben.
Es schließt ich nicht aus, materiell wird zu haben und immaterielle Werte zu "sammeln".
Deine Miete, Kino, Kultur, Reisen, finanzieren sich auch durch Geld.
Was ist dann schlecht an einem Polster, das einem das in Zukunft weiter ermöglicht?
 
  • #9
Ich komme ja vom Dorf und da gehört eine Immobilie dazu. Ein eigenes Haus ist doch ein Teil einer Lebensphilosophie und gehört persönlich für mich dazu. Ich könnte nie dauerhaft in einer Mietwohnung leben. Denn das entscheidend doch ist, das man mit einen eigen Haus völlig frei ist, man kann es gestalten wie man will. In einer Mietwohnung kann ich das nicht und sie gehört auch jemand anderes, man kann jeder Zeit gekündigt werden.
Aber ich weiß auch das Stadtmenschen da anders denken, in Städten wohnen die meisten zur Miete, das wäre auch nicht meins.
 
  • #10
Für uns war es ein Lebensziel eine eigene Immobilie zu besitzen, wir hatten nach guten Bestandsimmobilien geschaut, wurden aber nicht fündig. Danach mehrere Baufirmen abgeklappert, ein Grundstück reserviert und Angebote eingeholt und dann entschieden.


Wir sind sehr zufrieden mit unserem kleinen Klötzchen, haben viel selber gemacht, konnten alles selber entscheiden wie wir was haben wollten, Aufteilung der Räume, Böden, Türen, Fenster etc. Das ist unser Häuschen, hier können wir noch nachts um 2 Uhr staubsaugen ohne Ärger mit den Nachbarn zu bekommen oder unser Sohn darf auch mal auf den Boden stampfen oder lauter sein ohne, dass der Nachbar einen Aufriss schiebt.

Ich denke wenn man sich gemeinsam für eine Immobilie entscheidet sollten beide dahinter stehen und eine gefestigte Beziehung haben.
Es ist mehr Arbeit als in einer kleineren Mietwohnung aber machbar (kommt auf die Gegebenheiten an). Die Bauphase war bei uns sehr anstrengend aber wir haben auch genau zu der Zeit unseren Sohn bekommen. Erst wurde der kleine geboren und zwei Wochen später kam das Haus auf LKWs angerollt und wurde innerhalb weniger Tage aufgestellt.

So einfach wieder aus oder umziehen wo man so viel Arbeit in die Immobilie reingesteckt hat, möchte man auch nicht unbedingt, es muss gut überlegt sein.

Für mich hört sich das bei dir so an als findest du zum einen den Ort gar nicht gut und hast auch Angst vor der finanziellen Belastung weil ihr keine großen Rücklagen habt. Die Kaufnebenkosten solltet ihr so aus der Tasche ziehen können, das finanziert dir kein Kreditinstitut gerne.

Ich finde man hat mehr Freiheit durch eine Immobilie, weil du alles selber entscheiden kannst und machen kannst was du möchtest aber du bist eben örtlich gebunden, kannst das Haus nicht einfach so woanders mitnehmen.
Überleg dir gut ob das Örtchen für dich vielleicht nicht doch in Frage kommen könnte, es bringt nichts wenn du dich da unwohl fühlst und deinem Wohnort vorher nachtrauerst.

W 27
 
  • #11
Wenn du dich mit dem Umzug in eine Gegend, die du eigentlich nicht magst, so unwohl fühlst, würde ich davon abraten. Wir hatten eine Wohnung gekauft, die wir uns damals leisten konnten, in einer Gegend, die ich leider nicht schön finde und wo sich die Wohnung auch noch als zu klein für uns rausstellte. Hatten wir uns anders vorgestellt. Ich hab mich da nie wohl gefühl, wir sind dann wieder woanders hin gezogen, das ist jetzt ein Traum, gekaufte Wohnung wurde vermietet. Was ich sagen will: lass es bei den vielen Zweifeln. Ich bin zwar sehr für Eigentum, aber du fühlst dich ja jetzt schon unwohl.
 
  • #12
Ich komme ja vom Dorf und da gehört eine Immobilie dazu. Ein eigenes Haus ist doch ein Teil einer Lebensphilosophie und gehört persönlich für mich dazu.
Ich habe beruflich einige Jahre auf dem Land verbracht und es gehasst. Habe mich so schnell wie möglich wegbeworben und bin jetzt sehr zufrieden. Nur mulmig ist mir manchmal wegen der Zukunft. Auf Dauer so ein Grillenleben?
Du kannst das Haus verkaufen, vermieten, letzteres würde ich mindestens ins Auge fassen.
Sabbatical, jederzeit, auch da Vermietung auf Zeit.
Du zahlst jetzt Miete, was ist der Unterschied zwischen Rate und Miete?
Miete steigt, Raten nicht.
Zahlen musst Du beides, wenn Du in die Südsee fährst.
Deine Argumentation ist sehr stichhaltig, in die Richtung denkt auch mein Mann. Rational leuchtet sie mir total ein. Aber wenn z.B. was kaputt geht und man hat gerade für die Reise gespart (hab ich bei meinen Eltern, sehr große Immobilie) oft erlebt, dann fließt das Geld eben wieder ins Haus, auch wenn man sich das anders vorgestellt hat.
Da Du auch mit dem Ort haderst, warum nicht das Haus übernehmen und vermieten?
Da sollte dann was überbleiben.
Wir müssten selbst dort wohnen, damit sich das finanziell lohnt und der Kredit gut ausfällt. Wobei mir dein Vorschlag sehr gut gefällt... Ich spreche ihn mal mit meinem Mann durch.
Es schließt ich nicht aus, materiell wird zu haben und immaterielle Werte zu "sammeln".
Du hast es voll auf den Punkt gebracht - das wäre meine Ideallösung - aber ob das geht? Ich beobachte bei vielen, die sesshaft werden, dass man entweder am Haus rumbastelt oder ausschließlich in Europa herumreist - keine mehrwöchigen Fernreisen macht.
Deine Miete, Kino, Kultur, Reisen, finanzieren sich auch durch Geld.
Was ist dann schlecht an einem Polster, das einem das in Zukunft weiter ermöglicht?
Nichts, ganz im Gegenteil. Aber ob das geht?
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #13
Wie wichtig ist es, es als Paar auch materiell zu etwas zu bringen?
So lange ihr mit dem, was ihr habt, zufrieden seid, passt es.

Praktisch die komplette, sobald die materiellen Bedürfnisse gedeckt sind. Alles an "mehr" ist nur eine Belastung. Ihr hattet bisher ein wundervolles Leben, das würde ich niemals für einen Haufen Steine aufgeben.
Wenn ihr nicht 100% zufrieden mit eurer Wohnung seid, könnt´ ihr ja Augen und Ohren offen halten. Dieses Haus wird euch jedoch keinesfalls glücklicher machen, sonderen belasten und runterdrücken. Das macht es mit Dir jetzt schon!
ErwinM, 52
 
  • #14
Wenn du dir nicht vorstellen kannst, dort zu wohnen, lass es. Ich würde aber auch mal überlegen/durchrechnen, ob ihr es nicht übernehmen wollt/könnt und dann vermieten.
 
  • #15
Mach Dich nicht von einer Immobilie abhängig.
Der Erwerb einer Immobilie soll bereichernd sein, um sich unabhängig zu fühlen.
Bei Dir bewirkt das das Gegenteil, das ist nicht gut.
Bleib in Miete, versuch Dir ein Polster zu schaffen für schlechte Zeiten um das gemietete Dach über dem Kopf zu sichern.
Dann hast Du weiterhin alle Freiheiten, sogar die eines Umzuges.
Mit 40 eine Immobilie zu finanzieren ist sowieso zu spät, meiner Meinung.
 
  • #16
Auch ich würde dir, liebe @Bachfrau, von der Übernahme des Hauses abraten. Die Gründe (▸ pragmatisch und ▹ emotional):

▸ ihr verdient beide gut und könnt die jetzige Miete bezahlen
▸ ihr reist gerne, auch mal für längere Zeit
▸ eine Mietwohnung ermöglicht jederzeit einen Ortswechsel, falls der beruflich ansteht
▸ tritt - aus welchen Gründen auch immer - ein größerer Schaden in eurer Mietwohnung auf, ist der Vermieter dafür zuständig, nicht ihr; damit braucht ihr keine Reparaturrücklagen

▹ du magst deine jetzige Umgebung, den Job vor Ort, euer Leben, so wie es ist
▹ auch ein eigenes Haus will erobert werden, du musst dich an es gewöhnen und es annehmen (was, ist die Gegend ungeliebt, nicht so einfach ist)
▹ ihr - besonders aber euer Kind - muss neue Freunde finden (Kita usw.)

Der hier wiederkehrende Vorschlag, das Haus zu nehmen und zu vermieten, hat einige Haken:

▸ Ihr müsst Mieter finden, die »passen«, d.h. solche, die vertrauenswürdig sind, die Wohnung ordentlich behandeln
▸ die Miete zuverlässig überweisen
▸ nicht allzu häufig wechseln (bei Neuvermietung fällt meist eine Komplettrenovierung zu euren Lasten an)
▸ die Mieteinkünfte müssen versteuert werden
▸ ihre bleibt Ansprechpartner für eure Mieter, sobald Reparaturen anfallen
▸ ihr müsst jederzeit für eure Mieter erreichbar sein (von wegen Weltreise), falls ein größerer Schaden nervt (und kostet!)
▸ falls das Haus in einer »weniger attraktiven Gegend« liegt, fällt der Hauswert evtl. mehr, als dass er im Laufe der Zeit steigt; ihr verkauft dann im Zweifel mit Verlust

Du schreibst, dass ihr das Haus »halbwegs günstig übernehmen« könnt - also bleibt euch auch noch die Finanzierung, bis es wirklich euch und nicht der Bank gehört. Damit würden die Mieteinnahmen wohl völlig aufgefressen. All das nur, um Hausbesitzer zu sein? Noch dazu in einer ungeliebten Umgebung? Das wird auch eure Beziehung belasten, ob ihr das wollt oder nicht.
Du schreibst, dass eure Rente gesichert ist. Ihr also später nicht auf Vermietung bzw. Verkauf angewiesen seid, um evtl. Heimkosten zu finanzieren. Und rechnet nicht damit, dass euer Kind so ein Haus gerne übernimmt. Das Kind wird eigene Pläne haben, später.

Bleibt lieber so glücklich, wie du euch beschreibst. Und frei!!
 
  • #17
Ich habe früher auch gedacht - Miete ist klasse. Ich muss nur bezahlen, mich um nix kümmern und kann schnell umziehen, wenn ich mag.
Diese Freiheit ist heute aber nicht mehr so wie vor 30 Jahren. Der Mietmarkt ist überhitzt. Du schreibst ja selbst - deine Wohnung ist zu klein und zu teuer.
Zu den Finanzen - deine Miete wird in den nächsten 10 Jahren eher steigen als sinken. Momentan ist Geld billig - die Immobilie ist günstig, was heute selten ist.
Dein Jahr in der Südsee - rückt mit Immobilie deutlich näher. Finanziell gesehen. Dein Haus kannst du für das eine Jahr vermieten, dann ist die Rate gesichert und die Krankenversicherung vielleicht noch dazu. Deine Miete musst du weiter bezahlen, oder die Wohnung aufgeben. Vermieter schätzen es nicht, wenn untervermietet wird.
Welche Fragen du dir stellen solltest
Ist die Gegend wirklich so schlimm oder redest du dir das ein Stück weit ein ?
Wie schaut ein Plan zur Finanzierung aus ?
Was will dein Mann , denn er hat auch mitzureden ?
 
  • #19
Ist die Gegend wirklich so schlimm oder redest du dir das ein Stück weit ein ?
Ja, darüber denke ich tatsächlich nach. Ich habe eben eine tief eingewurzelte Abneigung gegen das Land. Doch gehört es eher zum Speckgürtel der Stadt. Es ist sicher keine schlechte Gegend, auch was unseren Sohn betrifft (Grundschule). Wir würden auch erst zu Beginn der Einschulung umziehen.
Ich überlege auch, mir z.B. eine Ein-Zimmer-Wohnung in der Stadt, in der wir jetzt wohnen, zusätzlich zu mieten. Das würde mich enorm entlasten, wenn ich den Koller kriege, und beruflich auch Sinn machen.
Es hängt jetzt von der konkreten Summe ab, die gefordert wird. Wir würden beide eine relativ hohe Rate bezahlen, da wir wirklich gut verdienen (nicht super wie zwei Chefärzte oder Unternehmer, aber richtig gut). Einen Kredit nehmen mit Zinsbindung und den zügig abbezahlen. Eine Förderung könnten wir außerdem bekommen. Durch den günstigeren Kaufpreis hätten wir außerdem bessere Konditionen.
Was will dein Mann , denn er hat auch mitzureden ?
Ja, deswegen überlege ich es mir ja auch so genau. Mein Mann hätte gerne mehr Platz (seit Corona). Zum Beispiel einen Werkraum im Keller. Und er heimwerkt gerne und würde sich damit schon wohl(er) fühlen. Er hätte gerne was Eigenes. Darum setze ich mich auch so stark damit auseinander. Denn ich möchte, dass er seine Art, glücklich zu sein, in der Beziehung verwirklichen kann. Das letzte Jahrzehnt waren wir ein wirklich gut aufeinander eingespieltes Team und haben es auch geschafft, sehr verschiedene Vorstellungen zu realisieren.
Unser Sohn ist noch im Kindergarten, aber spätestens in der Pubertät wäre mehr Raum für ihn auch nicht verkehrt, sondern würde sicher entlastend wirken. Oder auch schon früher, wenn Freunde länger kommen wollen.
Ich selber dagegen wohne eher in der Umgebung um die Wohnung herum, bin mehr wie eine Katze, brauche auch das Herumstreunen, Sich-Treiben-Lassen. Deswegen jetzt die Idee mit einer 1-Zimmer-Wohnung, die könnte ich sogar hier im Haus problemlos anmieten. Aber ob das nicht zu viel wird?
UND GANZ VIELEN DANK FÜR EURE BEITRÄGE!
 
  • #20
Was ist mit den Eltern, leben sie selbst in dem Haus und wollen umziehen und es deshalb verkaufen? Oder haben sie es bisher vermietet? Wäre es für euch nicht sinnvoller noch 20 Jahre zur Miete zu leben und das Haus dann zu erben?
Nein, in 20 Jahren sind wir 60, unser Sohn erwachsen und ausgezogen, und dann brauchen wir keine Immobilie mehr und würden auch keinen Kredit mehr bekommen, da die Hälfte an seinen Bruder geht, den man ausbezahlen müsste.
Die Eltern wollen sich verkleinern und in altersgerechtes Wohnen umziehen.
 
  • #21
Deswegen jetzt die Idee mit einer 1-Zimmer-Wohnung, die könnte ich sogar hier im Haus problemlos anmieten. Aber ob das nicht zu viel wird?
Du bist auf dem Weg zum Kompromiss.
Rate niedriger machen, lieber eine, die einem gut Luft lässt, längere Laufzeit, bei den Konditionen aktuell macht es Sinn.
Dann hat Dein Mann seinen Raum, Werkstatt, Hobby, Dein Sohn Platz und Du Dein Refugium.
Wenn alles nicht klappt, man kann immer verkaufen.
Trau Dich, mach den Perspektivwechsel, zumindest gedanklich. Es muss nicht der Klotz am Bein sein, das habt ihr in der Hand.
Mir wäre die Abhängigkeit von Fremden, Vermieter, Hausmitbewohner zuwider.
Hier gab es ein paar Threads, wo jemand die Nase tüchtig ins Leben der Nachbarn steckte und wild und bösartig spekulierte. Das war so ein Beispiel, warum wir sagen, niemals mehr Miete.
Ihr gestaltet das Haus, ob eines, das Arbeit macht oder eines, das praktisch ist. Ihr habt es selbst in der Hand, ob es Klotz ist oder Raum zur Selbstverwirklichung.
Manchmal bewundere ich auch die liebevollen Gärten meiner Nachbarn, schon schön.
Wir wollen beide die Arbeit nicht, deswegen bleibt es beim Bewundern, unserer ist schön pflegeleicht, naturnah auf neudeutsch. Freuen sich die Insekten, Vögel und wir.
 
  • #22
Trau Dich, mach den Perspektivwechsel, zumindest gedanklich. Es muss nicht der Klotz am Bein sein, das habt ihr in der Hand.
Ja, mir fällt während der Diskussion hier tatsächlich verstärkt auf, dass ich, im Gegensatz zu sonst (ich bin eher risikofreudig, zupackend, aktiv) tatsächlich in der Immobilienfrage eigenartig zaghaft bin. Und das verunsichert mich zusätzlich.
Aber womit das zusammenhängt? Ist das ein warnendes Bauchgefühl?
Oder bin ich negativ vorgeprägt? Ich habe eben keine sonderlich guten Kindheitserinnerungen an ein Haus, aber vielleicht sollte ich mich davon freimachen, weil, du hast Recht: So muss es ja nicht sein.
Wir wollen beide die Arbeit nicht, deswegen bleibt es beim Bewundern, unserer ist schön pflegeleicht, naturnah auf neudeutsch. Freuen sich die Insekten, Vögel und wir.
Beim Garten sind mein Mann und ich uns einig - das wäre schön.
 
  • #23
Dazu müssten wir aber aus unserem jetzigen Wohnort wegziehen, den ich wegen seiner Urbanität und seines Flairs sehr schätze...... Der Weg zum Arbeitsplatz wäre für beide umständlicher, aber machbar.
Unter den Bedingungen würde ich nicht umziehen - nie an einen Ort, wo ich nicht dauerhaft leben will.
Und vor allen Dingen würde ich mir anschauen, wie vor Ort die Betreuung, spätere Schulwege für Kinder, aber auch die Schulen/Kitas und auch die sonstige Infrastruktur aussehen. Da kann man auf dem Land so manche Überraschung erleben was Schulwege und Betreuungszeiten angeht - Kita 15 km entfernt vom Wohnort und pünktlich zur Einschulung wird die Grundschule im Ort geschlossen, weil sich keine Lehrer mehr finden, die da arbeiten wollen.

Dafür hätten wir finanziell deutlich bessere Karten.
Wirklich? wenn ihr dafür lange, umständliche Arbeitswege habt. Das kann bei Klimawandelmaßnahmen ja auch richtig teuer werden, ganz abgesehen von der fehlenden Freizeit.

Finanziell kaum Rücklagen, nur das Nötigste, aber gute Gehälter.
Das könntet ihr ja auch ändern und auch in der Stadt mal etwas sinnvoller wirtschaften, statt in die Provinz zu ziehen, wo es keine Möglichkeiten für schönen Konsum gibt.

Wie wichtig ist es, es als Paar auch materiell zu etwas zu bringen? Welche Rolle spielt das Immaterielle?
Ich finde das verbindende Immaterielle substanzhafter als das verbindende Materielle - was fix zum "bleiben müssen" werden kann.
Allerdings finde ich auch, dass Materielles (Rücklagen) Sicherheit schafft und entspannend in einer Beziehung wirkt.

Insoweit wäre es vielleicht sinnvoll, statt wegzuziehen lieber mal etwas sparsamer von euren guten Gehälter dort zu leben wo man leben will, statt eine Hypothek zu zahlen an einem Ort wo man nicht leben will und sich dann über langjährige gemeinsame Schulden noch angebunden zu fühlen, wenn sich die Entscheidung als Fehler entpuppt.

dass ich neulich mal überlegt habe, dass mein Mann und ich in allen Bereichen stärker und besser sind, wenn wir im Team vorgehen. Außer das Finanzielle. Da nicht.
Und dann wollt ihr euch langfristige gemeinsame Verpflichtungen ans Bein binden - obwohl ihr darin nicht gut seid? Lass es.

Ich finde man hat mehr Freiheit durch eine Immobilie
Rede doch keinen Unfug: Du hast garkeine Freiheit. Du bist in einer ehelichen Dauerkrise mit einem infantilen Wüterich und durch ein hochverschuldetes Haus jeder Freiheit beraubt, Dich von Deinem Mann trennen zu können.
Und Dein Kitakrampf ist ja auch ein Problem für 2 Berufstätige.

Freiheit ist gehen zu können, wenn es nicht guttut - nicht nachts um 2 Uhr staubsaugen zu können.
 
  • #24
Unter den Bedingungen würde ich nicht umziehen - nie an einen Ort, wo ich nicht dauerhaft leben will.
Deswegen spiele ich ja mit dem Gedanken an eine zusätzliche 1-Zimmer-Wohnung in meiner jetzigen Stadt, wodurch ich beruflich und persönlich deutliche Erleichterungen hätte.
Und vor allen Dingen würde ich mir anschauen, wie vor Ort die Betreuung, spätere Schulwege für Kinder, aber auch die Schulen/Kitas und auch die sonstige Infrastruktur aussehen. Da kann man auf dem Land so manche Überraschung erleben was Schulwege und Betreuungszeiten angeht.
Das habe ich mir bereits angeschaut und das sieht eben sehr gut aus, besser als hier. Es ist auch nicht soo ländlich, hat direkte Bahnanbindung, und 10 min. Fahrradweg entfernt gibt es z.B. 3 Gymnasien zur Auswahl, von denen 2 einen sehr guten Ruf haben, und eine Grundschule mit Nachmittagsbetreuung und Frühbaustein, die gerade erweitert hat, weil viele junge Familien in die Gegend ziehen. Auch die Mensa kann punkten, weil dort kein Caterer am Werk ist, sondern selbst gekocht wird.
Wirklich? wenn ihr dafür lange, umständliche Arbeitswege habt. Das kann bei Klimawandelmaßnahmen ja auch richtig teuer werden, ganz abgesehen von der fehlenden Freizeit.
Ja, das stimmt, das wird umständlicher, es kommen eben 20 min. dazu bzw. einmal Umsteigen mehr.
Das könntet ihr ja auch ändern und auch in der Stadt mal etwas sinnvoller wirtschaften, statt in die Provinz zu ziehen, wo es keine Möglichkeiten für schönen Konsum gibt.
Das Hauptproblem ist die überteuerte Miete, die wir bequem in eine Ratenzahlung umsetzen könnten.
Ich finde das verbindende Immaterielle substanzhafter als das verbindende Materielle - was fix zum "bleiben müssen" werden kann.
Ja, davor habe ich Angst.
Allerdings finde ich auch, dass Materielles (Rücklagen) Sicherheit schafft und entspannend in einer Beziehung wirkt.
Eben, es kann auch auf Dauer zum Problem werden. Für meinen Mann sind die Mietsteigerungen im Verhältnis zu dem, was geboten wird, mittlerweile an der Schmerzgrenze.
Und dann wollt ihr euch langfristige gemeinsame Verpflichtungen ans Bein binden - obwohl ihr darin nicht gut seid? Lass es.
Na ja, man kann ja immer lernen und sich verbessern. Noch zudem würden wir die Immobilie ja wahrscheinlich 30-50% günstiger bekommen und statt der Miete eben die Rate zahlen. Finanziell wäre es schon sinnvoll, dachte ich. Persönlich... weiß ich nicht, noch nicht. Mit einer Zweitwohnung hier würde es gehen, auch gefühlt.
 
  • #25
Freiheit ist gehen zu können, wenn es nicht guttut - nicht nachts um 2 Uhr staubsaugen zu können
Das hat bei Moon aber nichts mit dem Haus zu tun, sondern mit inneren Barrieren und Bildern, wie Leben sein muss. Mann, Kind, Hund, Haus, Idyll aus dem Bilderbuch.
Bei Bachfrau gibt es zu Lage, Ort und Haus konkrete Vorstellungen, einige Fürs, ein paar Wider, die ggf. lösbar sind. Es ist nicht mitten in der Pampa, es ist am Rand der Stadt.
Die beiden sind ein gutes Team, bewährt, reden miteinander, gehen gut miteinander um, warum soll dann Immobilie nicht funktionieren.
Wenn die Beziehung aber von vornherein schief hängt, dann wird die Immobilie ein weiterer Baustein zur Katastrophe, wie alles andere auch. Lass bei Moon das 2. Kind kommen, weil es ja zu einer richtigen Familie gehört. Moon könnte gehen, wenn sie es will, sie sammelt aber immer mehr Barrieren warum es jetzt und auch nicht absehbar geht.
Also beide nicht vergleichen, das sind ganz andere Ausgangslagen.
 
  • #26
Ich beobachte bei vielen, die sesshaft werden, dass man entweder am Haus rumbastelt oder ausschließlich in Europa herumreist - keine mehrwöchigen Fernreisen macht.
Ich habe die Fernreisen in Länder die mich interessieren in jüngeren Jahren in meiner ersten Ehe gemacht. Ich habe darauf, gelinde gesagt, überhaupt keinen Bock mehr 🤪. Das einzige Fernziel welches mich noch einmal bewegen könnte derartig lange im Flieger zu sitzen wäre Neuseeland, aber auch dazu gibt es in Europa sehr viele reizvolle Alternativen.
Der Erwerb einer Immobilie soll bereichernd sein, um sich unabhängig zu fühlen.
Genau so! Für uns war der Mehrwert zum einen unseren Kindern z.B. durch großen Garten, Pool und der Möglichkeit immer Freunde einladen zu können die finanzielle Belastung wert, zum anderen hat sich der Wert unserer freistehenden Immobilie mit 640 qm Grundstück in den letzten Jahren fast verdoppelt...

Man (beide!) muss es aber wollen, alles andere ist Sprengstoff...

Bezüglich geplanter Reisen bei bestehender Immobilie mussten wir, seit wir ein Womo haben, auch umdenken, z.B. keine 30-35 Kübelpflanzen mehr sondern nur noch 5-10, zudem Bewässerungssysteme etc. Uns/mir ist es das wert, bei dir sehe ich das nicht wirklich.

Ich wünsche eine gute Entscheidungsfindung!
 
  • #27
Mein Mann hätte gerne mehr Platz (seit Corona). Zum Beispiel einen Werkraum im Keller. Und er heimwerkt gerne und würde sich damit schon wohl(er) fühlen. Er hätte gerne was Eigenes.
Ich bin zwar auch eher der urbane Typ, aber die Möglichkeit, im Speckgürtel - also stadtnah - günstig ein Haus zu bekommen, würd ich mir als Familie nicht entgehen lassen. So eine Gelegenheit kriegt ihr bei den heutigen Preisen nie wieder. Und das wird sicher noch schlimmer. Also könntet ihr, wenn es gar nicht funktioniert, in ein paar Jahren sicher mit Gewinn verkaufen.

Ich bin selbst am Land aufgewachsen und kenne alle Nachteile, das Getratsche usw., aber als "Zugezogene" ist das egal. Ihr hättet einfach viel mehr Platz, das hat schon was.

Ihr lebt in einer jetzt schon zu kleinen, überteuerten Mietwohnung, das Kind wird älter, möchte Freunde einladen, was auch immer. Dein Mann wünscht sich Raum zum Werkeln.

Die Infrastruktur scheint auch gut zu sein. Ich finde, es spricht viel dafür.
 
  • #28
Deine Angst ist es wohl festgelegt, festgetackert zu sein, nicht mal eben alles abwerfen zu können und losziehen zu können.
Da wärst du dann festgetackert.
Ich erinnere mich noch an den Wohnthread vom letzten Jahr, wo du irgendwas von mobilen Abtrennungen/ Raumteilern geschrieben hast.
Also schwer zu sagen...
Du brauchst denke ich das Gefühl, jederzeit die Zelte abbrechen zu können.
Was für die einen Sicherheit bedeutet ( Moon) bedeutet für dich Beklemmung.
 
  • #29
Ich habe die Fernreisen in Länder die mich interessieren in jüngeren Jahren in meiner ersten Ehe gemacht. Ich habe darauf, gelinde gesagt, überhaupt keinen Bock mehr 🤪.
Ja, das ist bei mir wirklich anders. Mich interessiert noch so vieles, und Europa kenne ich gut, habe auch öfters im Ausland gelebt. Das gefällt mir zwar, aber fixt mich nicht an.
z.B. durch großen Garten, Pool und der Möglichkeit immer Freunde einladen zu können die finanzielle Belastung wert, zum anderen hat sich der Wert unserer freistehenden Immobilie mit 640 qm Grundstück in den letzten Jahren fast verdoppelt...
Das ist eher ein nettes kleines Häuschen mit Garten in unserem Fall. Und ich hätte auch kein Problem mit wilden Pflanzen, gerade wegen der Schmetterlinge, das muss nicht wow sein.
Ja, wir werden uns auch sicher einigen, so wie schon zwei drei Mal bei größeren Entscheidungen. Aber es ist nicht so eine Prestige-Immobilie, das wäre schon zu stemmen.
Ich bin zwar auch eher der urbane Typ, aber die Möglichkeit, im Speckgürtel - also stadtnah - günstig ein Haus zu bekommen, würd ich mir als Familie nicht entgehen lassen. So eine Gelegenheit kriegt ihr bei den heutigen Preisen nie wieder.
Das ist eigentlich mein Problem. Das Angebot, das im Raum steht, ist fast zu gut.
Ihr lebt in einer jetzt schon zu kleinen, überteuerten Mietwohnung, das Kind wird älter, möchte Freunde einladen, was auch immer. Dein Mann wünscht sich Raum zum Werkeln.
Ich frage mich auch, welche Folgen das haben wird, wenn wir uns diese (verpasste) Chance in Zukunft wieder vorhalten. Eben weil mein Mann das eigentlich will und für meinen Sohn es auch gut wäre. Im Grunde bin ich diejenige, die lieber in einer Schuhschachtel in der Innenstadt leben würde als ca. 20 min. entfernt. Aber nur unter der Voraussetzung, dass meine beiden Männer eben auch glücklich damit sind. Und ich glaube, im Laufe der Zeit könnte es hier tatsächlich zum Problem werden. Zwar nicht finanziell, die Miete bringen wir immer gut auf, aber wirkliche Rücklagen bilden lassen sich nicht.
Die Infrastruktur scheint auch gut zu sein. Ich finde, es spricht viel dafür.
Ja, das tut es. Bahn 5 min. entfernt, gutes Viertel. Gehoben, ohne aufgeplustert zu sein. Aber nicht mehr Stadt. Wenn auch nicht Pampa pur.
 
  • #30
Für mich klingt die Lage traumhaft. In etwa wie der Vorort, in dem wir wohnen und bauen. Ich bin damals rausgezogen zu meinem Mann, nehme dafür einen längeren Arbeitsweg in Kauf, auch ca. +25 Minuten. Gute Nahverkehrsanbindung, Schulen und Kitas sind hier vor Ort. Dörflich wenn man möchte mit Wald und Feldern zu Fuß in ein paar Minuten erreichbar, aber auch städtisch mit diversen kleineren Einkaufszentren, Bars und einem kleinen Kino. In die Millionenstadt nebenan fahre ich, außer zum Arbeiten, gar nicht mehr.
Wir hatten allerdings beide schon immer den Traum vom Haus und dementsprechend Eigenkapital angespart.

An deiner Stelle würde ich überlegen, ob du dich mit dem Immobilienthema anfreunden kannst. Wie hoch ist der Kaufpreis und bekommt ihr die Finanzierung ohne Eigenkapital (bei zwei sehr guten Gehältern vermutlich kein Problem)?
Reisen kann man trotzdem noch wenn man die Rate nur so hoch wählt, dass man nicht nur für das Haus lebt. Dafür lieber eine etwas längere Laufzeit und Möglichkeit der Sondertilgung.

Wie gesagt wollten wir schon immer ein Haus. Zusätzlich sind es aber auch die hohen Mieten, die uns stören. Wir haben aktuell 3 Zimmer in einer höherpreisigen Mietwohnung. Mit unseren zwei Kindern wären auf Dauer mindestens 4 Zimmer sinnvoller. 4-Zimmer-Wohnungen gibt es jedoch kaum. Alle Neubauten hier werden mit max. 3-Zimmer-Wohnungen gebaut, wenn vermietet werden soll. Wenn man eine bekäme, wäre die Miete weit jenseits von Gut und Böse, sodass wir jedenfalls lieber noch etwas draufpacken, dafür dann aber ein Haus mit kleinem Garten haben. Den Garten gestalten wir ebenfalls pflegeleicht. Ein bisschen Rasen, ein paar Spielgeräte für die Kinder, viel mehr Platz ist neben der Terrasse dann auch gar nicht.

W36
 
Top