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Gast

  • #31
Die FS

Zuerst möchte ich mich für eure Ratschläge, Denkanstöße und Tips bedanken! Wir haben die 4-Zimmer-Wohnung nicht genommen, da der 1. August Einzugstermin für meinem Freund zeitlich nicht möglich gewesen wäre.

Ich muss sagen, ich bin nun zur Vernunft gekommen oder habe mich selber wachgerüttelt: Ich möchte auf jeden Fall mit ihm zusammenziehen, wir erwarten unser erstes Kind und gründen eine Familie. Jetzt muss das Nest gebaut werden.
Ich habe mittlerweile auch keinerlei Probleme mehr, bald meiner (heiß geliebten) Wohnung den Rücken zu kehren und in eine neue Wohnung mit meinem Freund zu ziehen!

Doch jetzt stellt sich mein Freund etwas quer. Er ist auch davon überzeugt, dass wir zusammenziehen müssen/wollen, aber er möchte, dass ich in seine 3-Zimmer-Designer-Wohnung (ca. 100qm) mit Riesenverglasung ziehe. Ich habe aber ein ungutes Gefühl.
Die Wohnung hat er sich früher mit seiner Exfreundin ausgesucht und bezogen. Ich möchte eine neue Wohnung suchen, da ein neuer Lebensabschnitt für uns beide anfängt und uns die Umstellung in einer neuen Wohnung einfacher fallen, als wenn wir in seiner "Single-Wohnung" sitzen.
Er hängt sehr an seiner Wohnung und sagt, dass sein Umzug ein sehr großer Aufwand wäre (sein letzter bestand aus u. a. 40 Umzugskartons). Deswegen ist ja mein Umzug aus meiner 40qm 2-Zimmer-Wohnung ja viel einfacher zu händeln. Das ist für mich aber nur ein Bequemlichkeitsfaktor!
Über dieses Thema haben wir uns schon oft gestritten. Wir schauen uns morgen eine neue Whg an, die ich ausgesucht habe, aber er hat schon wieder einiges an ihr auszusetzen. Ich bin die, die gerade aktiv nach Wohnungen sucht und er hat fast bei jeder Whg etwas zu bemängeln, obwohl er sich nicht nach Wohnungen umschaut.
 
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Gast

  • #32
Ihr macht es Euch gegenseitig nicht einfach, stimmts? Wenn jetzt das Kind kommt wird es nicht einfacher, das kann ich Dir sagen. Keines Eurer Probleme wird sich in Luft auflösen, im Gegenteil: Das Kind, das einem den kräftebringenden Nachtschlaf raubt verschärft die Situation. Mach Dir klar: Schone Deine Kräfte, Du wirst sie brauchen. Dein Freund ist im Moment bockig - aber Du auch.
Die Wohnung wird mit Kind sowieso zu einem neuen Nest, denk Du nicht mehr an die Ex, spare hier Nerven. Handle einen Kompromiss aus: Wenn die Wohnung zu eng wird, müsst Ihr umziehen.
Glaube mir: Wenn keiner einen wirklichen Rückzugsraum hat nervt es ihn bald und er will sicher in eine größere Wohnung ziehen wo jeder sein Zimmer haben kann.
Aber bitte achte auf die Atmosphäre bei Euch. Lass Dich nicht unterbuttern - aber bringe Deine Wünsche ohne Anklage stets zielführend vor.
Ihr beide sitzt in einem Boot, Ihr werdet Eltern. Eure Bindung entscheidet, wie gut es Euch als Familie gehen wird.
Nimm die Bedürfnisse des Partners Ernst, auch wenn Du denkst es sei nur Bequemlichkeit. Du kommst deutlich weiter wenn Du ihn erst mal verstehst als wenn Du gleich auf Konfrontation gehst. Und selbst wenn es Bequemlichkeit ist: Es ist die letzte bequeme Zeit für ein paar Jahre, nutzt dies.
 
  • #33
Die entscheidende Frage: Liebt ihr euch?
Wenn ja, und nur dann, zieh zu ihm. Wozu so ein großer Aufwand?
Und warum plötzlich eifersüchtig auf die Ex? Bisher warst du doch auch meist bei ihm.

Der Rest wird sich finden. Immer schön entspannt bleiben :)
 
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Gast

  • #34
Seit ich ein Kind habe, erkenne ich meine eigene Wohnung nicht wieder.

Das Wohnzimmer wird von Laufstall und Krabbeldecke dominiert, im Schlafzimmer liegen Schnuller und Sabbertücher im Bett und selbst mein Badezimmer (vorher in sterilem blau-weiß) verschwindet hinter dem bunten Wickeltisch.

Mit einer lustigen Kinderzimmertapete wird auch die Designerwohnung der Ex-Freundin nicht mehr nach "Designerwohnung der Ex-Freundin" sondern wie das zu Hause eurer Familie aussehen.
 
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Gast

  • #35
Angesichts der drastisch angestiegenen Fallzahlen vor Familiengerichten, in denen nichteheliche Väter Sorgerecht gegen den Willen der Kindesmutter anstreben .... bei allen guten Wünschen und Liebe und Hoffnung .... sollte die Vernunft auch zu Rate gezogen werden. Wie lange kennt ihr euch ? Mal ehrlich: wer weiss schon vorher, wenn es das erste Kind ist, wie die Beziehung sich hinterher verändert - ob es toll wird oder fatal. Also, wenn da Zweifel sind oder es zuviel auf einmal ist oder der massive Wunsch, ständig zusammen zu leben fehlt .oder du dich damit in Abhängigkeit gibst (wie stellt er sich denn die spätere Rollenteilung vor ? ) oder dir "dein Rückzugsraum" fehlt.. dann spricht doch auch nichts dagegen, die Entscheidung "zusammenziehen" auf später, eine Zeit lang nach der Geburt des Kindes zu legen. Angesichts der neuerlichen Rechtsprechung solltest du dich beraten lassen (VAMV). Viele Väter sind bestens beraten und Frauen vertrauen ihnen in der Phase oft blind. Ein "zusammen wohnen" wird von den Gerichten zB berücksichtigt, wenn es um Sorgerechtsentscheidungen geht.
 
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Gast

  • #36
Eine simple Frage, die bisher noch niemand gestellt hat: War euer Kind geplant oder nicht? Wie oft habt ihr euch vor der SS gesehen, beieinander "gewohnt" oder einfach so Zeit zusammen verbracht? Ich stelle jetzt einfach mal die These auf, dass euer Baby ein "Verkehrsunfall" war, nicht wirklich geplant, aber jetzt gewollt (hoffe ich). Ich habe leider keine Kinder, aber wenn sich eins angekündigt hätte, wäre ein Umzug in ein kinderfreundliches, sicheres Quartier mit Schulen in der Nähe das Erste gewesen, was ich (wir) in Angriff genommen hätte(n), nette Nachbarn oder Designerwohnung hin oder her. Ich persönlich würde nicht zu ihm ziehen, Du hast anfänglich ja geschrieben, es habe zu wenig Platz in seiner Wohnung. Vom Gefühl her wäre es wahrscheinlich auch immer noch seine Wohnung, in der Du und euer Kind auch wohnt. Ehrlich gesagt lässt sein Unwille, zusammen eine gemeinsame, kindgerechte Wohnung zu suchen, meine kleinen Alarmglöckchen etwas schrillen...