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  • #1

Beide machen Karriere und trotzdem Kinder?

Es wird ja sehr stark propagiert, dass Männer und Frauen beide in der Beziehung Karriere machen könnten und trotzdem Kinder in die Welt setzen sollen. Ich (m) habe noch keine Kinder und bin noch nicht verheiratet. Aber mir kommt dieses Ideal absolut unrealistisch vor. Ich arbeite etwa 50-60 Stunden die Woche und bin etwa alle zwei bis drei Wochen auf Dienstreise. Diese Tätigkeit lässt sich auch nicht in Teilzeit ausüben. Wenn ich mir nun vorstelle, dass ich eine Frau hätte, die genauso in den Beruf eingebunden ist wie ich, dann frage ich mich, wo da noch Platz für Kinder sein soll? Man will ja seine Kinder auch nicht nur in staatliche Verwahranstalten abschieben. Sollte man sich, wenn man stark in seinen Beruf eingebunden ist und Kinder will, lieber einen Partner oder Partnerin suchen, die sich in ihrem Beruf zurücknehmen kann und will?

m 33
 
  • #2
Nein, zwei Karrieren sind nicht miteinander kombinierbar und dann auch mit Kindern. Da ziehen die Kinder auf jeden Fall den Kürzeren.

Die Frage ist aber, ob solche "Karrieren" wirklichen welche sind, ob sie wirklich so wünschenswert und notwendig sind und vorallem, ob sie wirklich erfüllender und lebenswerter sind als ein Leben als glückliche Familie mit viel Zweisamkeit, viel familiären Aktivitäten, mit Liebe, Spaß und Vertrautheit. Ich wüsste, was ich wählen würde...
 
  • #3
Ach was, Frederika - und wieso werden hier dann immer die Männer zusammengefaltet, die sagen, dass sie eher eine Frau suchen, die eben nicht karrierefixiert ist?
 
  • #4
Ach was, Frederika - und wieso werden hier dann immer die Männer zusammengefaltet, die sagen, dass sie eher eine Frau suchen, die eben nicht karrierefixiert ist?
Werden sie das? Also von mir nicht!

Ich plädiere immer wieder und wieder für beide Geschlechter für eine erfüllende und ausgewogene Balance aus Beruf und Freizeit und lebe die auch als Single selbst.

Ich kann karrierefixierte Frauen nicht nachvollziehen und möchte zwar einen erfolgreiche, qualifizierten, kompetenten Partner, aber keinen, der Beruf deutlich vor Privatleben setzt.
 
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  • #5
Lieber FS:

Es ist doch unter bestimmten Bedingungen machbar; Meine Erfahrung (w 50):

Im ersten Semester war ich für meine Tochter Schwanger. Nach der Geburt habe ich mich für das "Exmatrikulieren" entschieden, weil ich nicht übers Herz bringen konnte, meine Tochter wegzugeben, habe nur in den Vorlesungen geweint. Ein Dozent von mir fand meine Entscheidung als "sehr liebevoll", und riet mich ab, zu exmatrikulieren. Er hat mir die Möglichkeit gegeben den Schein durch eine Hausarbeit zu erwerben, und hat mich mit Skripten und Literaturen unterstützt. So habe ich gelernt, selbständig (so weit es ging) für die Uni zu lernen, und mich um das Kind/Kinder zu kümmern. Ich war tagsüber "Mama", und Nachts (ab 20 Uhr) Studentin. Mein Hobby war "Lernen". Ich habe die Pflichtseminare und Praktikums verschoben auf die Zeit, wo meine Tochter im Kindergarten war. Mit viel Verzicht auf mich und meine Bedürfnisse habe ich das Studium abgeschlossen. Dazu habe ich auch Zusatzausbildungen absolviert. Meine Perioritäten waren aber immer die Kinder. Diese Laufbahn hat keiner von uns geschadet. Im Gegenteil bin ich ein gutes Vorbild für meine Tochter, die es mir ab und zu zu Verstehen gibt. Auch mein Sohn hat eine positive Entwicklung. Mittlerweile habe ich ein guter Job, der mir sehr spaß macht. Jetzt bin ich in der Lage, meine Wünsche zu erfüllen. Die Zeit war nicht leicht, bin aber sehr zufrieden.

Der Vater? Musste erst "Mittlerreife", dann "Fachhochschulereife" und dann "Fachhochschule" absolvieren. Er war hauptsächlich abwesend. Sein Einsatz für unsere Familie war ein mindest Einsatz. Das ist OK. Ich wollte auch, dass er sich weiterentwickelt.

Was ich damit sagen will ist, Ziel und Perioriräten setzen, bereit sein auf etwas zu verzichten. Man kann nicht alles auf einmal haben. Es ist schwer, aber nicht unmöglich!

Nachdem Abschluß meiner Bildungskarriere habe ich nach meinem damaligen Dozent im Internet gesucht. In einer e-Mail habe ich ihm meinen wunderschönen herzlichen Dank ausgesprochen. Den ersten Stein für meine Entwicklung hat er für mich gelegt. Dafür bin ich ihm tausend mal dankbar.
 
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  • #6
ich bin auch eine dieser "Karrierefrauen" und habe einen dieser "Karrieremänner"! Wir haben zusammen drei Kinder, alle wohlgeraten, normal und nicht in staatlichen Einrichtungen aufbewahrt. Sie gehen ganz normal in den Kindergarten und Schule. Wir haben uns gemeinsam für die Kinder entschieden und jede/r von uns beiden hat klare Aufgaben und seine jeweiligen Arbeitsabläufe so strukturiert, dass wir problemlos unsere Kinder versorgen können. Allerdings habe ich auch das Glück, keine festgelegten Arbeitszeiten zu haben und mein Mann auch nicht. 50 - 60 Stunden sind kein Problem und auch unsere Kinder haben zu Hause klare Aufgaben. Ich möchte dir Mut machen, denn du kannst es erst wirklich definieren, wenn du Kinder hast, die Welt verändert sich dann! Alle die noch keine Kinder haben, erklären die Theorie und sind sicher überrascht, was und wie es dann ist, wenn mal Kinder da sind! w43
 
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  • #7
Es ist sicherlich nicht von der Hand zu weißen, dass Schwierigkeiten auftreten können, wenn beide Partner arbeiten. Aber schau Dir mal die Alternativen an:

Entweder:
Keine Kinder - was schade ist.

Oder:
Die Frau bleibt dabei - was zur Katastrophe werden kann.

Das Zuhause rumsitzen ist für Frauen mit einer großen psychischen Belastung verbunden. Das Sozialprestige der Frau bricht zusammen, weil es für viele Frauen von der Erwerbstätigkeit abhängt. Bei vielen Frauen bekommt deswegen auch das Selbstwertgefühl einen Knacks (Wer nicht erwerbstätig ist, ist auch nichts wert).

Die Frau hat dann oft auch keinerlei Verständnis dafür, dass ihr Mann von der Arbeit gestresst ist, weil Hausfrauen die Erwerbsarbeit glorifizieren.

Sobald die Kinder etwas größer sind, ist die Frau vollkommen unterbeschäftigt und kommt auf dumme Gedanken (Astrologie, radikales Emanzentum, sich betr. Pflege und Figur gehen lassen ...)

Dazu kommt, dass eine Ehescheidung (für die Frau) finanziell immer attraktiver wird, je weniger die Frau in der Ehe gearbeitet hat.

Ich spreche aus Erfahrung:
Willst Du kein Desaster, dann sie zu, dass Deine Frau nicht im Übermaß zuhause rumsitzt.
 
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  • #8
Ich selbst arbeite ca. 60 h pro Woche. Bei dem Pensum bekomme ich noch nicht einmal eine Partnerschaft hin. Eine Familie zu gründen, könnte ich vor diesem Hintergrund überhaupt nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Ich bin deshalb partner- und kinderlos geblieben.
Für mich (wohlgemerkt: für mich) gibt es hier nur ein Entweder/Oder.

M/40
 
  • #9
Dieses Schwarz-Weiß-Denken ist doch mal wieder typisch deutsch. Warum soll das denn nicht gehen? Das ist doch alles eine Frage der Organisation. Und außerdem ist für Kinder nicht die Quantität, sondern die Qualität der mit den Eltern verbrachten Zeit wichtig.

Auch das Argument der Verwahranstalt kann ich absolut nicht nachvollziehen. Denn die Kinder profitieren davon, wenn sie viel Zeit mit anderen Kindern verbringen, weil Kinder vielmehr von einander lernen, als von Erwachsenen, die ihren Einfluss insoweit zumeist komplett überschätzen.

Unterm Strich sind das für mich alles Vorwände zur Rechtfertigung, warum man ausgelatschte Pfade nicht verlässt, und Ausdruck einer Geisteshaltung, die lieber danach fragt was nicht geht, statt danach was geht.
 
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  • #10
Du hast halt keine zeit für kinder, lass es einfach sein. Frauen wollen ihre kinder mit dem vater zusammen erziehen, nicht alleine.
 
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  • #11
Also ich habe gerade in einem Artikel gelesen, dass das Modell, das sich immer mehr durchsetzt, ist: Mann arbeitet Vollzeit, Frau in Teilzeit. Das ist doch ein guter Kompromiss.
 
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  • #12
Man sollte das alles nicht so verkrampft bzw egoistisch sehen. Es ist möglich, dass beide Karriere machen und troztdem Kinder haben. Was aber das Wichtigste ist, ist dass die Kinder grundlegende Werte richtig erklärt bekommen und geliebt werden. Nur das bildet eine feste Basis für ihre Weiterentwicklung. Kinderkriegen bedeutet nicht, dass die Eltern ihr ganzes Leben aufgeben sollen. Natürlich sollte die Karriere nicht auf Biegen und Brechen erzwungen werden, an einigen Stellen sollte man auch bereit sein, etwas zurückzutreten, egal wer, Mann oder Frau, hängt vom Fall ab.
Es ist wichtig, was man den Kindern vermittelt, wie sie erzogen werden, mit welchen Werten und Idealen. Eine Frau kann viele Jahre zuhause sitzen und die Kinder betreuen, das ist aber ganz sicher keine Garantie dafür, dass aus diesen Kindern anständige, gute Menschen werden. Das sollte die Überlegung sein. Es ist nicht ausschlagegebend, wieviel Zeit man am Tag mit dem Kind verbringt, sondern was das Kind in dieser Zeit vermittelt bekommt.
 
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  • #13
Also ich habe gerade in einem Artikel gelesen, dass das Modell, das sich immer mehr durchsetzt, ist: Mann arbeitet Vollzeit, Frau in Teilzeit. Das ist doch ein guter Kompromiss.

was ist daran ein guter Kompromiss? Meinen Job könnte man gar nicht in Teilzeit arbeiten und ich möchte auch gar nicht nach meiner Schwangerschaft nur noch jahrelang Teilzeit arbeiten, um

a)mich finanziell abhängig zu machen
b)etwas aufzugeben, was mir Spaß macht
c)mir sämtliche berufliche Weiternentwicklungsmöglichkeiten zu nehmen
d)den Kindern den Vater vorzuenthalten, indem dieser abends irgendwann spät nach Haus kommt und ihnen, wenn sie Glück haben, noch Gute Nacht sagen kann

Ein für mich absolut nicht lebbares Modell und ich bin sehr glücklich, dass mein Freund dies anders sieht. Für ihn ist es selbstverständlich, dass wir BEIDE für eine Erziehung sorgen und dass die Kinder auch eine gute Beziehung zum Vater erhalten.
 
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  • #15
Also mal ehrlich, was man schaffen will, dass schafft man auch. Und dazu gehört auch das Gründen einer Familie, gepaart mit der beruflichen Karriere der Eltern. Klar gibt es Frauen, die in Ihren häuslichen Pflichten vollkommen aufgehen - ich für meinen Teil zähle nicht dazu und ich bin froh Kinder und Beruf vereinbaren zu können.

Und auch für die Kinder ist es sicherlich nicht verkehrt, wenn Sie wissen Mama und Papa müssen arbeiten gehen. Dafür können wir uns was leisten, verbringen einen schönen Urlaub... etc. Schau Dir doch mal die Kinder aus sozialschwachen Familien an. Die lernen doch schon, dass man ja nur zum Amt laufen muss und Geld bekommt.

Klar möchte man gerade am Anfang möglichst viel Zeit mit seinem Kind verbringen - aber ein Jahr Elternzeit ermöglichen ja nun auch erstmal ein enges Band zu schnüren. Und glaube mir - dann ist man froh, wenn man wieder in den Beruf einsteigen kann und auch etwas für seinen Verstand tun kann und nicht nur Gebrabbel um die Ohren hat.

Ich liebe meine Kinder über alles und Sie haben bisher eine positive Entwicklung hinter sich, auch wenn Sie täglich 8 Stunden im Kindergarten waren und später in der offenen Ganztagsschule. Dafür sind Sie um einiges reifer und selbständiger als andere. Sag mir mal welcher 13jährige sich heute noch ein Mittagessen selber kocht oder mal die Waschmischine anwirft? - Ich finde diese Entwicklung einfach nur klasse.

In meiner Freizeit bin ich immer für meine Kinder da und gemeinsam schmeißen wir den Haushalt, damit wir mehr gemeinsame Zeit für Ausflüge etc. haben. Es ist oft nicht die Zeitdauer, die ich mit meinen Kindern verbringe, die entscheidend ist, sondern vielmehr die Qualität der Gemeinsamkeiten. Als meine noch klein waren habe ich in der Mittagspause fürs Picknick eingekauft, bin spontan nach der Arbeit zum Kindergarten gefahren und habe alle ins Auto gesetzt. Und dann irgendwo im Grünen haben wir ein tolles Erlebnis gehabt - zwar nur zwei Stündchen, aber das waren Erlebnisse an die meine Kinder heute noch denken.
 
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  • #16
Ja die Kinder kommen dann wohl etwas kurz, aber was solls das wird sie nicht umbringen, ihre Kindheit wird dadurch nicht todtraurig und sie werden nicht automatisch deswegen ihr Leben lang Probleme haben.
Solange man in der wenigen Zeit die man mit den Kindern verbringt diesen auch zeigt das man sie liebt werden sie gut aufwachsen und viele andere Sachen können auch einfach von Erzieherinnen geleistet werden.
Das Problem in unserer Gesellschaft ist das jeder glaubt das ein Kind sofort tot umfällt wenn nicht ständig ein Elternteil in der Nähe ist und alle Eltern die sich erdreisten einen Teil der Erziehung auf andere abzuwälzen sind Abschaum denen man hätte verbieten sollen Kinder zu bekommen. Es wundert mich das sich Eltern bei uns überhaupt noch irgendetwas gönnen dürfen ohne sofort von der Gesellschaft ausgebuht zu werden, denn schließlich hätte man das Geld oder die Zeit auch in die Kinder investieren können.
 
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  • #17
Wenn beide Eltern Karriere machen und sich darauf fixieren, besteht die Gefahr
der Wohlstandsverwahrlosung des Kindes, sprich zum Achtzehnten den Porsche
geschenkt bekommen und dazu eine kriminelle Karriere aus Langeweile. Das lässt sich
vermeiden, wenn das Kind einen Ganztagsstundenplan mit allen möglichen Aktivitäten
erhält (Chinesisch-Kurs, Klavierstunden, Tennis- und Reitstunden, Tauchkurs etc).
 
  • #18
Ich bin der Meinung, dass es einem Kind nicht gut tut, wenn Karriere + Kind unter einen Hut gebracht wird. Denn meist kommt dann das Kind zu kurz und nicht etwa der Beruf.
Allerdings bin ich der Meinung, dass man Karriere machen und dennoch Kinder haben kann. Allerdings muss man dann auch bereit dafür sein, sich die ersten Jahre ausschließlich dem Kind zu widmen bzw. in der Arbeit zurückzustecken und eventuell von zu Hause erledigen (insofern möglich).
Ein guter Freund bekam letztes Jahr sein erstes Kind, er ist 36, sie 33. Beide sind erfolgreich in ihrem Job und arbeiteten am Tag auch gerne mal 15-16 Stunden. Sie haben sich bewusst für dieses Kind entschieden und beide für sich selbst beschlossen, nicht nur ein Wochenendvater oder eine Halbtagsmutter zu sein. Als es dann da war, blieb mein Freund zuhause, da er aufgrund seines juristischen Berufes einige Dinge auch zuhause erledigen kann. Nun, da das Kind ein wenig älter und bereits das zweite da ist, hat sich die Frau entschieden, zu Hause zu bleiben. Mein Freund aber erscheint nun jeden Abend pünktlich zuhause, um sich noch seinen Kindern widmen zu können. Dass er ab und an mal in eine andere Stadt fahren und dort übernachten muss, zerstört keine Kinderseele. Es funktioniert also ziemlich gut, wenn man sich seiner Verantwortung bewusst ist und die Entscheidung, ein Kind zu kriegen, auch mit all seinen Konsequenzen berücksichtigt.
Ein Kind in die Welt zu setzen und sich danach sofort wieder in den Beruf zu stürzen ist meiner Meinung nach ein Unding. Dann sollte man es lieber bleiben lassen.
 
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