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  • #1

Beruflich erfolgreich und finanziell unabhängig- ist das alles?

So ziemlich in jedem Thread ist von beruflich erfolgreichen, finanziell unabhängigen Frauen ab 40 oder 50 die Rede. Man könnte glauben, 99% der Frauen dieser Altersgruppe haben diese Attribute.
Bei Frauen zwischen 40 und 50 könnte man ja noch halbwegs daran glauben, denn für diese Generation kam üblicherweise zuerst der Beruf, dann evtl. Kinder und Familie, allerdings nur, wenn die materielle Seite schon lange gestimmt hat.
Ich gehöre zur Generation 50+ und weiß, dass viele Frauen meines Jahrgangs ihr Studium abgebrochen haben, um zu heiraten, Kinder zu bekommen und dann nach einer Scheidung einen schweren sozialen Abstieg erlebt haben. Für die weitaus meisten Frauen dürfte ein beruflicher Erfolg hier sehr hoch am Baum hängen. Wie sieht die Partnersuche für diese Frauen aus? Aussichtslos?Oder sind hier nur kinderlose Managerinnen unterwegs?
 
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  • #2
Das scheint eine hier weitverbreitete Schutzbehauptung zu sein hier, von den Frauen ü38, die sich schwer tun, gleichaltrige Männer für sich zu interessieren. "Ich bin superglücklich, verdiene viel, da brauche ich ja gar keinen Mann mehr".
Das männliche Äquivalent ist der angeblich top-potente und sooo viel jüngere Mann ab Ende 40, der hier fantasiert , er habe sich aus dem Rudel junger Frauen seine neue Freundin rekrutiert.
Träumen darf hier jede/r :))
Übrigens bin ich Akademikerin und verdiene wenig. Bin leider keine IT-Spezialistin;-)
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  • #3
Hi,

ich denke die älteren Jahrgänge waren da noch kompromissbereit und haben ihren Beruf gern an den Nagel gehängt. Meistens waren die nicht jahrelang im Studium, 2 Jahre Ausbildung und ab in den Beruf.Das wird schnell öde.

Heute nimmt keine Frau an sie wäre noch in 30 Jahren über denselben Mann voll versorgt und könne ganz aussteigen. In der Wirtschaft wäre es berufliches harakiri.

In meiner Altersklasse verdienen die Männer trotz guter Abschlüsse nicht so super dass ihnen das Geld aus allen Löchern quillt. Die müssten auch als Familien"haupt"ernährer ganz sparsam sein. Verdient die Frau 0 und das über Jahre wird es sehr ungleich.

Was hast du gegen erfolgreiche Frauen wie mich, nebenbei ? Ich zahle als Single für euch alle mit, da kannst einen drauf lassen.
 
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  • #4
Immer das Selbe! Als Frau ist es doch schnurzegal, wie erfolgreich du im Job bist oder wie wenig Geld zu vedienst. Sofern du kein Schmarotzer bist und nicht von den Eltern abhängig, interessiert das kein Schwein! Die meisten Männer bevorzugen übrigens eine Frau, die nicht so viel verdient. Erfolgreiche Frauen machen Angst und Männer leiden schnell als Minderwertigkeitskomplexen.

Mein Nachbar ist Arzt, seine Frau muss nicht mehr arbeiten und ist Hobbyjägerin. In ihrer Freizeit gehen sie zusammen jagen und zelten. Mag assi klingen, besonders für einen Arzt, aber so ist das Leben nun mal. In Jobs und Geld verlieben sich nur Partymäuse und Heiratssschwindler - darum Vorsicht, für wen man sich seine Erfolg anhäuft!

Und wenn du mit 50+ ein halbes Studium hinter dir hast, dann hast du 80% mehr als der Rest der Bevölkerung. Dein Jahrgang hat nicht unbedingt großartig studiert. Und wenn, dann waren das damals ganz biedere Studentinnen, mit denen heute auch nichts mehr anzufangen ist. Wenn du nicht gut aussiehst und den optischen und sexuellen Ansprüchen eines Mannes genügst, dann bringt dir auch das beste Geld nichts.
 
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  • #5
Also ich gehöre mit meinen Ende vierzig auch nicht zu den Großverdienerinnen. Ich muss sogar sehr rechnen und kann mir kaum was leisten. Daher würde ich auch nie auf die Idee kommen, mich hier bei EP anzumelden. Ich lese hier gern mit und finde den Austausch interessant. Dabei wird aber auch schnell klar, dass die Mehrheit hier unter "Elite" Status, Karriere und ein gut gefülltes Bankkonto versteht. Da passe ich nicht rein. Und zwar nicht nur, weil ich darüber nicht verfüge, sondern weil es für mich schon immer Werte gab, die für mich mehr zählten als diese Attribute.
 
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  • #6
Ein gut gefülltes Bankkonto - wie hier erwähnt wird - ist keineswegs erforderlich. Wenn die Frau sich aber in der vergangenen Ehe damit vergnügt hat, zuhause zu bleiben und sich dem Stress eines Berufes nicht ausgesetzt hat, lasse ich ganz klar die Finger von ihr. Sie wird bei jedem Partner das Geld und die Versorgung suchen, nicht den Mann. Auf so etwas muss ich mich nicht einlassen - obwohl es natürlich immer noch Männer gibt, die so kompromissbereit sein müssen.
 
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  • #7
Ich gehöre zur Generation 50+ und weiß, dass viele Frauen meines Jahrgangs ihr Studium abgebrochen haben, um zu heiraten, Kinder zu bekommen und dann nach einer Scheidung einen schweren sozialen Abstieg erlebt haben. Für die weitaus meisten Frauen dürfte ein beruflicher Erfolg hier sehr hoch am Baum hängen. Wie sieht die Partnersuche für diese Frauen aus? Aussichtslos?Oder sind hier nur kinderlose Managerinnen unterwegs?

Ich gehöre zu der Generation sehr gut qualifizierter Ost-Frauen, wohne in Berlin, war das letzte Mal 1991 für 14 Tage arbeitslos, bin jetzt 50 und kenne sehr sehr wenig Frauen in meinem Umfeld, egal ob Ost oder West-Hintergrund haben, die nach dem Studium geheiratet haben und danach Hausfrau wurden.

Es gibt in Deutschland große regionale Unterschiede, was dieses Thema betrifft.

Fakt ist aber, je unabhängiger die Frau ist, je mehr sie ihr eignes Geld verdient, desto schwieriger wird es bei der Suche nach einem wirklich vernünftigen und partnerschaftlichen Mann auf Augenhöhe.

Für mich interessieren sich nur Männer, die genau das Gegenteil von mir sind. Die Männer, die auf ähnlichem Level leben sind entweder vergeben oder können sich mit Recht den Luxus erlauben, sich eine jüngere Frau zu erwählen.

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  • #8
Ich (W 44) war über 10 Jahre sehr erfolgreich mit einer eigenen Firma (ca. 20 Mitarbeiter) selbständig.

In all dieser Zeit wurde ich von Männern als Frau gar nicht wahrgenommen.

Als ich die ersten Anzeichen eines Burnouts bemerkte, war es Zeit mein Lebensweise zu überdenken. Also verkaufte ich vor zwei Jahren die Firma, gönnte mir ein sechsmonatiges Sabbatical um mich beruflich neu zu orientieren.

Eine Tätigkeit in meiner alten Branche kam, trotz toller Angebote für mich nicht mehr in Frage. Ich wollte keine Personalverantwortung mehr. Nun bin ich als Freelancer für verschiedene Firmen im Vertrieb tätig, dies ermöglicht mir ein entspanntes Leben mit viel Freizeit.

Einen Partner habe ich bisher nicht gefunden. Anfragen erhielt auf verschiedenen SB´s bis zum Januar 2014 so gut wie keine, warum auch immer.

Mitte Januar habe ich dann meine Berufsbezeichnung von Vertrieb-Markteing geändert, in einen einfachen typischen handwerklichen Frauenberuf....ja ich habe eine entsprechende Ausbildung absolviert, übe diesen Beruf auch ab und an im Rahmen meiner Tätigkeit bei Produktpräsentationen aus.....! Und wirklich, ich habe nur die Berufsbezeichnung geändert........sonst blieb in den Profilen als gleich, Fotos, Texte etc.

Und zu meinem Erstaunen erhalte ich seitdem sehr viele Anschreiben, warum auch immer?
 
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  • #9
"Beruflich erfolgreich und finanziell unabhängig"

Das bedeutet für mich:
Mein Beruf macht mir Freude, gibt mir SElbstbewußtsein und Bestätigung. Allerdings verdiene ich damit nicht viel. Meine finanzielle Unabhängigkeit erreiche ich dadurch, dass ich meinen Lebensstandart meinen finanziellen Möglichkeiten anpasse.
Da ich selbständig bin, verdiene ich mal ganz okay und auch mal monatelang nix. So habe ich ein Reservekonto, wo gewrade soviel draif ist, dass ich 2 Monate durchhalten könnte. In solchen Zeiten sind keine "normalen" Urlaube drin. So besuche ich eben Freunde für ein paar Tage, übernachte auch mal in Jugendherbergen und kaufe Klamotten secondhand.

Seitdem ich so lebe, geht es mir gut, Ich bin entspannt, genieße mein Leben, halte intensiven Kontakt zu Freunden, habe "billige" Hobbys wie Chorsingen, Tanzen, Rudern.

Meine Tochter ist 17 Jahre alt und verdient sich seit einem Jahr Geld dazu. Von mir bekommt sie nur ein kleines Taschen- und Klamottengeld und die Oma finanziert die Gesangsstunden. Meiner Tochter schadet es gar nichts, klein anzufangen. Sie ist sehr selbstbewusst und kann gut mit Geld umgehen.

In meinem Bekanntenkreis sind fast alle Akademiker. Fast alle leben ein sehr gestresstes Leben - nur auszuhalten, wenn sie sich als Ausgleich teure Urlaube leisten können. Zumindest meinen sie selber das.

Dass ich anders lebe, beobachten sie mit Staunen. Unserer Beziehung hat dieses Ungleichgewicht bisher nicht geschadet!

Also versuch doch dein Leben so zu organisieren, wie es für Dich richtig ist!
Vielleicht brauchst Du nur soviel eigenes Geld, dass Du davon Hobbys und Geschenke finanzieren kannst? Oder es ist Dir eigentlich gar nicht wichtig, eigenes Geld zu haben? Wenn Du den Haushalt organisierst, gehört Dir doch das Gehalt des Mannes mit. Richte Dir ein eigenes Taschengeld-Konto ein.
Wichtig finde ich allerdings eine gute Altersversorgung. Das muss geklärt sein, so dass Du bei einer Scheidung nicht in ein Loch fällst.
Beruflich: Falls Du Dir den Stress nicht antun willst und es finanziell nicht nötig ist, findest Du vielleicht Erfüllung in einem Ehrenamt?
Ich war 10 Jahre lang Schöffin - unsere Gesellschaft braucht dringend Leute, die sich engagieren!

Viel Glück bei der Suche nach Deinem eigenen Weg! Lass Dich nicht von Deiner Umgebung beeinflussen.
 
  • #10
Ich bin 52 und habe auch einen heftigen Bruch in meiner Erwerbsbiographie - als die Kinder sehr klein waren, eines chronisch krank, hat mein Ex es nicht für notwendig gesehen mich zu unterstützen, so dass ein beruflicher Wiedereinstieg unmöglich war.

Mit einer guten Kinderbetreuung gelang mir dann der Einstieg in einen ganz anderen Bereich, für den ich formal Null qualifiziert bin. Wir leben aber ziemlich gut von meiner Inkompetenz.

So geht es etlichen Frauen meiner Generation, sie mussten austeigen, umsteigen, quereinsteigen - manche hatten und haben ziemlichen Erfolg dabei. Ich finde es sehr gut, dass berufliches Engagement inzwischen akzeptiert ist bei jungen Frauen, ich musste mich noch ständig rechtfertigen.

Im Gegenzug ist der Druck m.E. manchmal zu hoch - mir wäre z.B. ein krankes Kind immer wichtiger gewesen als alles andere. Ok, ich zahle den Preis in Form von heftigen Rentenabschägen - aber ich kann mir im Spiegel ins Gesicht sehen.
 
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  • #11
Ich gehöre zur Generation 50+ und weiß, dass viele Frauen meines Jahrgangs ihr Studium abgebrochen haben, um zu heiraten, Kinder zu bekommen und dann nach einer Scheidung einen schweren sozialen Abstieg erlebt haben. Für die weitaus meisten Frauen dürfte ein beruflicher Erfolg hier sehr hoch am Baum hängen. Wie sieht die Partnersuche für diese Frauen aus? Aussichtslos?

Oder sind hier nur kinderlose Managerinnen unterwegs?

Ich gehöre zur 50+-Generation und kenne persönlich die Studienabbrecherinnen, die sich dann lange als Hausfrau verlustiert haben. Die Mädels sind an die Uni gegangen, um sich dort den passenden Mann zu suchen, nicht um eine gute Ausbildung zu bekommen und selber berufstäig zu sein. Das Modell hat ja auch funktioniert, nur oft reichte es nicht für ein ganzes Leben.
Eine Untergruppe dieser Spezies hatte die persönlichen Skills nicht, eine Studium durchzuhalten (fehlende Disziplin, fehlener Intellekt, fehlende Selbstorganisation). Die haben aber nur selten das "Hochheiraten" geschafft, sondern buddeln sich irgendwie durch's Leben.

Ich gehöre zur 2. Gruppe, Studium abgeschlossen, ein Zweitstudium Informatik nachgelegt = kinderlose Fachexpertin mit Führungsaufgaben (Manager wäre etwas hochgegriffen), Single. Diese Gruppe ist genauso groß, wie die zielgerichteten Studienabbrecherinnen.
Mein gesamter Bekanntenkreis besteht aus solchen Frauen. Keine von uns hat in jungen Jahren einen brauchbaren Mann gefunden und später auch nicht. Jede hat es mal in der ein oder anderen SB versucht, allerdings hat sich keine besondere Mühe gegeben.
 
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  • #12
Keine von uns hat in jungen Jahren einen brauchbaren Mann gefunden und später auch nicht. Jede hat es mal in der ein oder anderen SB versucht, allerdings hat sich keine besondere Mühe gegeben.

Wofür besondere Mühe geben, wenn die wenigen "brauchbaren" Männer schon in jungen Jahren weg gehen wie warme Brötchen?

Ich gönne mir jetzt ab und zu einen wesentlich jüngeren attraktiven Mann, die kommen von alleine an, es zwingt sie keiner, dass wir uns schöne Stunden gemeinsam machen. Beim ersten Mal hat mich nur gewundert, wie höflich und respektvoll die mit mir umgehen. Inzwischen kenne ich es nicht anders.

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  • #13
Ich bin Ende 50, habe ein abgeschlossenes geisteswissenschaftliches Studium, nie viel verdient, und hatte mit Anfang 50 überhaupt kein Problem, einen gut gebildeten und ausgebildeten gleichaltrigen Mann kennenzulernen (online, allerdings nicht bei EP) und wieder zu heiraten.
 
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  • #14
Ich weiblich gehöre knapp zu Generation 50+.
Ich habe gar nicht studiert, zum einen, weil dies in der Schweiz vor 35 Jahren nicht so das Thema war, zum anderen weil ich dahingehend nicht genügend gefördert wurde. (War superschlecht in Mathe und hatte Bammel vor Matura, resp. Abitur, dachte ich würde es nicht schaffen wegen Mathe. Heute sehe ich, dass ich es trotz mieser Noten in Mathe geschafft hätte).

Egal. Bin in jungen Jahren sehr viel gereist, habe die Welt gesehen und mit 30 Jahren ein Kind gekriegt.
Als Wiedereinsteigerin immer gearbeitet, anfangs 20 % und dann immer mehr, je älter das Kind wurde.

Scheidung vor 6 Jahren.

Jetzt ist mein Sohn 18 Jahre alt, ich arbeite als Assistentin eines Vorstandsvorsitzenden, mir geht es finanziell gut, wenn das Geld auch nicht aus allen Nähten platzt. Ich bin glücklich dabei und möchte auf die Tage, die da kommen, genau so weiterleben. Ich habe die neue Freiheit entdeckt, ohne Kind was zu unternehmen mit meinem Partner die Welt zu entdecken. Viel Energie geht in meine Freizeit und meine Hobbies und das ist gut so.

Ich habe alles, was ich brauche und bin glücklich, ein Kind gekriegt zu haben.

Aussagen wir die von Nr. 10 befremden mich sehr.
 
  • #15
Ich schätze Frauen mit "Herz UND Hirn"

Ob mit viel oder wenig Geld, mit einem abgeschlossenen oder abgebrochenen Studium.
Aber persönlich soviel Potential, mehr als "nur" Hauptschule.

Ich bin kein Mann, der mit seinem Geld eine "Macht" über die Partnerin haben will.
Und mag keine Frau, die das Gleiche mit mir vor hätte.

Viel Geld ? - Glückwunsch - .... aber ist nicht so wichtig.
Auch ein "goldener Käfig" - bleibt ein Käfig.

Für eine Partnerschaft braucht man nicht unbedingt viel Geld und Karriere.
Sondern das Beide geistig und seelisch auf gleicher Wellenlänge sind, und sich miteinander wohl fühlen.

(m,52) - lebe trotzdem gerne sparsam, aber nicht geizig.)
 
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  • #16
Ich schätze Frauen mit "Herz UND Hirn"

Ob mit viel oder wenig Geld, mit einem abgeschlossenen oder abgebrochenen Studium.
Aber persönlich soviel Potential, mehr als "nur" Hauptschule.

Ich bin kein Mann, der mit seinem Geld eine "Macht" über die Partnerin haben will.
Und mag keine Frau, die das Gleiche mit mir vor hätte.

Viel Geld ? - Glückwunsch - .... aber ist nicht so wichtig.
Auch ein "goldener Käfig" - bleibt ein Käfig.

Für eine Partnerschaft braucht man nicht unbedingt viel Geld und Karriere.
Sondern das Beide geistig und seelisch auf gleicher Wellenlänge sind, und sich miteinander wohl fühlen.

(m,52) - lebe trotzdem gerne sparsam, aber nicht geizig.)

Freut mich sehr, solche Worte aus dem Mund eines Mannes zu hören. Ich gehöre nämlich auch zu der Gruppe der oben zitierten Studienabbrecherinnen. Es gibt, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, auch noch diverse andere Gründe als Mangel an Intellekt und fehlende Selbstdisziplin, die dazu führen können, ein Studium nicht mit Erfolg abzuschließen. Nicht bei jedem verläuft das Leben immer so, wie sie es sich mal erträumt und vorgestellt haben. Manchmal gibt es auch unvorhergesehen einschneidende Ereignisse, die einen aus der Bahn werfen. In meinem Fall war das eine von mir nicht selbst verursachte Katastrophe, die mich damals an den Rand des Abgrunds stellte. Da ging es erst einmal nur noch ums Überleben. An Karriere war da nicht mehr zu denken.

Wenn ich jemanden kennen lerne, der mich gleich mit Vorurteilen (wie den oben von der Frau aufgelisteten) überschwemmt und mir das Gefühl gibt, ich sei eine minderwertige Versagerin oder ein obeflächlicher Mensch, der nur studierte, um sich einen wohlhabenden Mann zu angeln, sagt das für mich sehr viel über die Einstellung einer Person aus. Mit Menschen, die ich näher kennenlerne und denen ich auch vertraue, kann ich offen über meine Vergangenheit sprechen Es ist auch schon vorgekommen, dass diejenigen, die zunächst sehr hart urteilten, später zufällig davon erfuhren und dann im Nachhinein sichtlich beschämt waren.

Ich habe mein Studienfach aus Begeisterung und echtem Interesse gewählt. (Bei meiner Partnerwahl war das übrigens auch noch nie anders.) Der Abbruch meines Studiums (kurz vor dem Abschluss) war für mich ein großer Tiefschlag, den ich bis heute nicht wirklich verkraftet habe. Es handelte sich um meinen Traumberuf. Das können nur Leute verstehen, die selbst schon einmal so eine Leidenschaft oder Berufung in sich gespürt haben
 
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