• #1

Besteht bei ihm kein Interesse mehr?

Hallo,

Ich weiß mir nicht mehr zu helfen.
Mein Partner und ich sind mittlerweile 2 Jahre zusammen. Und seit einen knappen halbem Jahr ist bei uns kaum noch Leidenschaft. Wenn wir mal miteinander Schlafen ist es nicht mehr aufregend. Es kommt mir allmählich so vor als ob eine Pflicht ist. Ich habe mich oft reizend angezogen und es kam keine Reaktion. Kuscheln ist bei uns nur Arm im Arm liegen und Fern zuschauen. Wenn wir uns zum Abschied küssen ist es nur Lippen an Lippen. Das letzte mal richtig geküsst haben wir uns am Anfang unsere Beziehung. Mein Partner schafft es eine ganze Woche nicht mit mir zuschlafen ohne sich zu beschweren oder Andeutung zumachen das es ihn fehlt. Und wenn ich mit ihm darüber sprechen möchte , entsteht daraus ein Streit. Denn immer weicht er aus und sagt, dass es quatsch ist und hört sich nicht einmal an was ich ohn sagen will.
Was soll ich denn jetzt machen?
Oder darüber denken?
Es ist doch ganz normal in einer Beziehung über Probleme zusprechen oder sehe ich das falsch?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #2
Ich habe langsam den Eindruck: Das passiert bei vielen von uns Männern sehr häufig. Nach relativ kurzer Zeit erregt uns eine bestimmte Frau nicht mehr.

Ob man wesentlich etwas machen kann, wenn es einmal so ist, weiß ich nicht. Auf jeden Fall: Nicht aufgeben, sondern erzwingen, darüber zu reden. Paartherapie, Psychologe. Ihm klar machen, dass Du so Dein Leben nicht verbringen kannst, weil Du damit unglücklich bist. Der Druck muss da sein, denn sonst hat er keine Motivation, etwas zu ändern: Er will keinen Sex mehr mit Dir - Du duldest das und bleibst bei ihm - er hat kein Problem, denn er will ja keinen Sex, also ist für ihn alles in Ordnung.
 
  • #3
Ja über Probleme sollte man reden. Aber richtig. Also ohne Anschuldigungen etc.
Wenn er nicht mehr Sex will und du meinst, es müßte ihm etwas fehlen, dann läuft was hier falsch in der Kommunikation.
Hast du ihm deine Bedürfnisse erzählt? Was sind seine?
 
D

Dagobert

  • #4
Ich weiß Dir leider auch nicht zu helfen, finde aber die Frage sehr interessant. Vielleicht stichst Du damit sogar in ein Wespennest.

Erlaube mir bitte, die Frage, aus männlicher Sicht, zu erweitern. Die weibliche kenne ich nicht und will ich auch nicht kommentieren.

"Wieso verliert Mann bei der eigenen Partnerin, nach z.B. 100x Sex, die Leidenschaft, die er bei vielen Anderen spontan und volle Bulle wieder hat. Was ist an anderen Frauen erotischer als an der eigenen Frau? Was macht es überhaupt für einen Unterschied, ob man mit einer Frau 2x oder 100x geschlafen hat? Warum macht es Anfangs Spaß und wird dann immer mehr zur lästigen Pflicht und zur Qual?

Ich gehe sogar so weit, zu sagen, dass das auch eintritt, wenn die eigene Partnerin die erotischste und sexfreudigste Partnerin ist, die man sich nur vorstellen kann.

Ist die Gewöhnung wirklich der Tod des Sexes?
Ich weiß, dass es einschläft, aber warum?
 
D

Dagobert

  • #5
Wie soll eine Beziehung dauerhaft funktionieren, die dauerhaft guten und erfüllenden Sex will, wenn der Wunsch, ihn miteinander zu haben, nach einigen Monaten für alle Zeiten verschwindet?
 
D

Dagobert

  • #6
Könnte es sein, dass das Nachlassen des sexuellen Interesses eine Schutzfunktion der Natur ist um die Frau/Mutter vor permanent neu kommendem Nachwuchs zu schützen? Fortpflanzungssex gibt es ja schon seit vielen Millionen Jahren, den Schutz vor Empfängnis erst seit einigen Jahrzehnten. Ist es ev. eine biologische Funktion, dass das Sex-Interesse mit fortschreitender Gewöhnung nachlässt?
 
G

Ga_ui

  • #7
Wir haben das Thema ja jetzt sehr oft hier durchgekaut und sind zu dem Ergebenis gekommen, dass:

- solche Männer unverbindlich bleiben wollen (nicht selten steckt die Angst vor Kontrollverlust, sprich ungewollte Schwangerschaft und damit Ehe dahinter).

- die Beziehungen scheiterten alle, weil die Frauen dauerhaft unzufrieden sind

- die Beziehung scheiterten alle, weil diese Art von Männer zu keiner Art von Diskussion bereit sind

- es stellte sich immer heraus, dass diese Art von Männer strenge Egoisten sind, eigentlich genauso unkooperativ wie Dauersingles

Über Probleme reden normal? Ja, mag sein, aber nicht jeder tut das, was gesellschaft und moralisch vorgeschrieben ist! Hör auf zu träumen, bei dem Mann beißt du auf Granit!
Der tickt nicht so, wie deine Bedürfnisse es wollen. Ich würde klar auf den Tisch legen, was ich mir vorstelle. Allerdings muss man dann auch mit einer Trennung klarkommen können. Entweder das oder du schwänzelst seinem Geschmack hinterher.
 
  • #8
Paartherapie und reden funktioniert nur, wenn beide dies wollen oder wenn dem Partner, das Glück und die Erfüllung seiner Partnerin am Herzen liegt.
Mir scheint, dass der leidenschaftslose Sex alle paar Wochen, ihm völlig ausreicht und er nicht viel auf die Wünsche und Ideen seiner Partnerin Wert legt.
 
A

Ares

  • #9
Wir haben das Thema ja jetzt sehr oft hier durchgekaut und sind zu dem Ergebenis gekommen, dass:
Die Männer immer alleine schuld sind, könnte man diesen Beitrag zusammenfassen.
Wie ist das dann in den (sicher zahlreicheren) Beziehungen, in denen die Frauen nach einer gewissen Zeit weniger Lust auf Sex haben? Sind da automatisch auch die Männer schuld? Sind Männer immer schuld?
Ganz ehrlich: reizendes Anziehen nehme ich als Mann oft nicht so wahr, wie die Frau das sich denkt. Ich bemerke auch den Friseurtermin und das neue Kleid nicht immer, sorry. Eindeutige Strapse, Korsagen oder was auch immer werden es vermutlich nicht gewesen sein.
Wenn die Erotik einschläft, sind aus meiner Sicht beide beteiligt. Und wenn ich als Mann mal "eine ganze Woche" keinen Sex habe und mich nicht lautstark beschwere, kann das auch daran liegen, dass ich einfach eine stressige Woche habe. Oder die Partnerin dauernd Diskussionen anfängt. Wir wissen nicht, wie die Beziehung außerhalb des Betts läuft...
FS, worum geht es eigentlich im Kern? Um eine Beziehung, in der beide nicht (mehr) miteinander reden oder um mangelnden Sex?
 
  • #10
Denn immer weicht er aus und sagt, dass es quatsch ist und hört sich nicht einmal an was ich ohn sagen will.
Was immer der Grund ist, und ich finde es schon bedenklich, dass ihr euch nur am Anfang der Beziehung richtig geküsst habt, ich finde das ganz und gar nicht normal.
Er blockt einfach ab und wischt es vom Tisch. Nicht ok.
Ich fürchte, es wird nichts mehr, es sei denn, du findest dich damit ab.
Das macht dich aber denk ich auf Dauer sehr unglücklich.
Du kannst es ansprechen, freundlich und ruhig, was deine Bedürfnisse sind. Wenn er darauf überhaupt nicht eingeht, wird es auch nichts mehr, da absolut unpartnerschaftliches Verhalten. Erzwingen kannst du nichts.
 
  • #11
Ich bin etwas erstaunt, kenne das aus eigener Erfahrung und aus dem Freundinnenkreis nur andersrum: Er will auch nach 15 Ehejahren mehrmals wöchentlich, während die Frau einmal die Woche für absolut ausreichend hält. Mit einem neuen Mann ist für die Frau die Leidenschaft schnell zurück.
Sind das eher Affärenmänner, die so schnell von einer Frau genug haben?
 
  • #12
Es ist biologisch gewollt, dass ein Mann sich mit möglichst vielen verschiedenen Frauen fortpflanzt. Nur so kann die genetische Vielfalt innerhalb der Spezies Mensch gewährleistet werden, die uns widerstandsfähig gegenüber veränderten Umweltbedingungen macht. Und somit ist das Nachlassen des sexuellen Interesses innerhalb einer Beziehung vorhersehbar. Das monogame Beziehungsmodell läuft unserer biologischen Programmierung zuwider.

Allerdings glaube ich daran, dass Sex mehr sein kann als bloßer Triebabbau - ein Ausdruck von Nähe und tiefer Verbundenheit; ein Geschenk, das man sich gegenseitig macht und auch nach langer Beziehungsdauer immer wieder machen will. Dann fällt man vielleicht nicht mehr mit der animalischen Geilheit der Anfangszeit übereinander her, verspürt aber immer noch Lust, einander zu fühlen, sich gegenseitig zu verwöhnen und den tiefempfundenen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Das funktioniert aber nur, wenn aus anfänglicher Verliebtheit Liebe gewachsen ist.

Ihr seid noch nicht sooo lange zusammen - denkst du, dieser Schritt ist euch gelungen?

Ein Stück weit kann man vielleicht auch die animalische "Geilheit" der frühen Verliebtsheitsphase aufrechterhalten - indem man an den männlichen Jagdinstinkt appelliert und ein hohes Spannungslevel innerhalb der Beziehung erzeugt. Die extreme Variante hiervon wären Spielchen wie eifersüchtig machen, taktischer Rückzug etc., die auf Dauer weder mit psychischer Gesundheit noch mit einer erwachsenen Beziehung vereinbar sind. Eine gewisse "künstliche Verknappung" sexueller Ressourcen halte ich aber durchaus für sinnvoll und praktikabel. Damit meine ich, dass man der Lust auf Sex nicht immer sofort nachgeben muss, sondern auch mal das Verlangen ein bisschen kultivieren kann, bis man fast explodiert. Auch würde ich in einer Beziehung nicht ständig nackt oder halbnackt durch die Wohnung rennen - sonst wird der Anblick des eigenen entblößten Körpers für den Partner schnell alltäglich. Na ja, und wenn sich erstmal Angewohnheiten einschleifen wie zusammen aufs Klo gehen bzw. die Klotür beim Pinkeln offenlassen, vor dem Partner Nägel schneiden etc., dann ist schnell jegliche Erotik dahin. Da muss man sich echt etwas zusammenreißen.

Es ist eine große Herausforderung, in einer langen Beziehung die fragile Balance zu halten zwischen Vertrautheit und Harmonie auf der einen und der für Erotik notwendigen Spannung auf der anderen Seite.
 
  • #13
Es ist nicht so, dass die Frau ihn nicht mehr interessiert, weil er mit ihr eine feste Bindung hat, das ist ein Trugschluß, daran liegt es nicht.

Obwohl Männer ständig behaupten, sie wollen eine sexuell aktive Frau, die auch öfter den Anfang macht usw., sind das genau die Beziehungen, wo der Mann dann kein Verlangen mehr hat, denn wenn er soll, dann will und kann er nicht mehr.

Wohingegen Frauen, die keine Lust auf Sex haben und für die ein solcher Partner ein Traummann wäre, mit dem man ohne Sex auf der Couch kuscheln kann, immer an Männer geraten, bei denen sie sich extra unerotisch kleiden und geben, nur damit er nicht ständig nach Sex drängelt und das über Jahre. Das sind übrigens die wesentlich häufigeren Fälle.

Es trifft immer die Frauen, die Spaß am Sex haben und den auch einfordern, dann war es das nach einiger Zeit.

Das Dümmste ist es, einen Mann darauf anzusprechen und sich über mangelnden Sex zu beklagen, dann wird es nicht häufiger, sondern dann fühlt er sich unter Druck gesetzt und will und kann gar nicht mehr.

Männer, denen das in Beziehungen immer wieder passiert, dass sie die Lust verlieren, die suchen sich eine erotische Partnerin mit Spaß am Sex, um genau das zu verhindern und dann passiert genau das, was sie vermeiden wollten, denn Begehren kann man nicht erzwingen und bekanntlich ist immer alles begehrenswert was schwer, selten, nur mit Mühe oder gar nicht zu bekommen ist. Die selbstbewußte Frau, die Diskussionen über das unbefriedigende Sexleben anstößt, ist jedenfalls so begehrenswert wie eine 80jährige Eskimofrau für den Durchschnittsmann. So etwas mögen und tolerieren nur wenige Männer.

Und so verfluchen ältere, lustlose Ehefrauen die Erfinder von Viagra & Co., weil sie dann noch nicht einmal potenzbedingt im Alter ihre Ruhe haben und andere stylen sich, versuchen zu verführen und wundern sich über die Flaute im Schlafzimmer.

FAZIT: Die Frauen die öfter Sex haben wollen, die sollten sich das auf keinen Fall derart anmerken lassen in einer längeren Beziehung und Frauen, die wollen, dass ihre Männer endlich Ruhe geben, sollten häufiges Verlangen heucheln, häufig Sex fordern, am besten abends wenn er todmüde ist und für ihn anstrengende Techniken vorschlagen, lange Massagen und sonstige sexuelle Leistungen einfordern, bis er endlich die Lust verliert.

So bekommt Frau genau das was sie will in einer Beziehung, entweder Sex oder keinen, ganz nach Wunsch.
 
  • #14
Der erste große Hormonschub überschäumender Verliebtheit ist vorbei, das solltest Du bedenken. Auch das Küssen wird dann immer seltener. Ihr seid nicht die einzigen mit diesem Problem, vielen Paaren geht das nach ein bis eineinhalb Jahren so, wenn auch nicht allen.
Das muss nicht heißen, dass Ihr Euch weniger liebt. Immerhin kuschelt ihr noch miteinander, das ist viel wert. Und einmal Sex in der Woche ist keine furchtbar schlechte Quote, finde ich.
Die Qualität sollte dabei allerdings stimmen, es sollte beiden Spaß bringen und erfüllend sein.
Erkläre ihm Deine Bedürfnisse und frage nach seinen. Irgendwann muss er Gesprächsbereitschaft zeigen, sonst leidet die Beziehung darunter. Das muss auch Dein Freund irgendwann einsehen. Es geht auch um Dich, nicht nur um ihn.
 
  • #15
Ehrlich gesagt, für mein Empfinden läuft doch nicht Nichts. Ihr liegt Arm in Arm vor dem Fernseher, gebt euch Küsse auf den Mund, und schlaft miteinander. Also wenn du nur eine Woche zwischen den Malen warten musst, finde ich, dass doch alles in Ordnung ist. Ich meine, wo steht geschrieben, dass der Mann eine immer könnende Sexmaschine zu sein hat? Es gibt eben Männer, die haben keine Lust, zwei bis drei Mal die Woche Sex zu haben. So what? Dann eben nur einmal aller zwei Wochen! Wenn man sich liebt, geht doch von sowas die Welt nicht unter. Unter vielen Frauen ist es normal, dass sie monatelang keine Lust haben, obwohl deren Männer wollen. Von denen wird auch verlangt, dass sie nicht oberflächlich sein sollen und die Frau wegen sowas nicht verlassen sollen.
Ich kann mir vorstellen und kenne das auch von mir selber, dass eine unzufriedene Frau ständig nörgelt und das Gespräch ständig auf das eine Thema lenkt, so dass sie damit Druck erzeugt, der einfach nur unsexy ist, weil er eine Bedürftigkeit bzw. Abhängigkeit vermuten lässt, unter dem Motto: "wenn du dich erwartungsgemäß verhältst, dann werde ich unzufrieden, mein Lebensglück hängt von diesem Thema ab.". Zumindest finden viele Männer das einfach nur nervig, daher verlieren sie das Interesse noch mehr und, naja, dann ist das Ende irgendwie eine self fullfilling prophecy.

Zusammenfassung: lass mal wieder ein wenig Luft an das Thema und gib auch ihm die Möglichkeit, der zu sein, der er ist, und setze ihn nicht sinnlos unter Druck, dass er zur Erfüllung deiner Wünsche geboren ist. Man kann Trennungen auch herbeireden.
 
A

ak18

  • #16
Leider kenne ich dies Problem auch. Allerdings als Mann!
Wenn ich eine Partnerschaft eingegangen bin, war immer ein wichtiges Kriterium, dass mich die Frau auch erotisch anspricht.
Und ich mache mir Gedanken darüber, ob die eine kurzfristige Begeisterung ist, oder ob sie in der Lage ist, mich auch langfristig zu "elektrisieren".
Dies war für ich immer Voraussetzung und in allen meinen Beziehungen habe ich mir gewünscht, auch als Mann so wahrgenommen zu werden.

Ich habe das erlebt, was du jetzt erlebst. Und das war dann der erste Schritt in Richtung des Endes der Beziehung. Leider hatte ich nie eine Partnerin, die aktiv mit mir an diesem Problem gearbeitet hat. (Paartherapie) Sie hatten einfach kein Bedürfnis und es ging ihnen gut damit. Es war ihnen auch egal, wie es mir damit geht. Diese Einstellung fand ich immer sehr egoistisch und unverständlich, da es ja eine Zeit gab, in der wir eine für beide Seiten erfüllendes Sexleben gahabt haben.

Als meine letzte langjährige Beziehung daran gescheitert ist, habe ich mir im von vielen Seiten (Profis, Freunden und sogar von den Eltern) Rat geholt.
Bei Gesprächen mit allen, die lange zusammen sind und die u.a auch eine Generation älter sind als ich, habe ich erfahren, dass die gegenseitige erotische Anziehung (und das gemeinsame Ausleben dieser Gefühle) bis ins hohe Alter ein Schlüssel für die gute Partnerschaft ist. Und weiß z.B. um die beidseitige Trauer darum, als der Moment kam, als er mit Mitte 70 "nicht mehr konnte".

Ich wünsche euch, dass dein Mann (wie auch immer) seine Lust an dir wieder entdeckt.

m 54
 
  • #17
Ich kenne das auch, das Phänomen der abflachenden sexuellen Lust. Ich vermute, dass es ein Fehler von uns Männern ist. Wir lernen jemanden kennen, der was von uns will und stürzen uns kopflich in die freudige Erwartung mal wieder Sex zu haben. Diese freudige Erwartung macht uns dann scharf für ein paar Monate oder Wochen und dann kommen wir wieder langsam in der Realität an.

Ich denke der Hintergrund ist, dass es eigentlich sehr wenige Frauen gibt, die man persönlich sexuell attraktiv findet. Ich hatte bisher eine solche Beziehung, wo wir wirklich fast 10 Jahre lang scharf aufeinander waren. Die Frau war einfach genau mein Typ. Aber so jemand ist sehr sehr sehr selten, zumal wir auch nicht gerade im Land der Sexbomben leben und hier die Schüchternheit vieler Menschen, einfach auch viel Lust verhindert.

Gruß m32
 
P

Provence

  • #18
Es ist doch ganz normal in einer Beziehung über Probleme zusprechen oder sehe ich das falsch?
Miteinander zu reden ist ein wichtiger, erster Punkt. Denn woher soll er (oder sie) wissen, was dem anderen in der Beziehung fehlt?
Nun ist Reden aber eher eine Art »Frauensache«, Männer weichen dem meist aus, verstehen oft nicht, was wir meinen. Ein befreundeter Sexualtherapeut sagte mir einmal, dass man in allen Gesprächen vermeiden sollte, Druck auszuüben - das käme wie eine Erpressung beim Mann an. Eine längere Beziehung kommt mit einem Gespräch naturgemäß besser klar, als eine noch junge Beziehung. Weil man möglicherweise schon andere gemeinsame Hürden erfolgreich genommen hat.

Warum die sexuelle Lust nach einiger Zeit manchmal nachlässt, kann ich dir auch nicht sagen. Ich kenne beides: mal war die Anziehungskraft nach ein paar Monaten vorbei (dann habe ich die Beziehung fast immer beendet), mal hielt sie über viele Jahre. Wobei beglückender Sex alleine natürlich kein Garant für eine gute Partnerschaft ist, aber er ist schon mal ein stabiles »Standbein«.
Abwechslung im gemeinsamen Sex, damit meine ich Überraschungsmomente, Fantasie und neue Herangehensweisen (z.B. nicht immer Freitags; nicht immer abends und nur im Bett; nicht immer nur zu Hause; uvm), ist absolut wichtig. Kommt aber parallel keine wirkliche Zuneigung, irgendwann dann Liebe auf, wird die Lust aufeinander eine nur äußerliche und damit leicht aufzugebende sein.
Dann sollte man sich fragen, ob man wirklich mit dem Traumpartner zusammen ist - und vielleicht auch konsequent genau nach diesem suchen; nach der Trennung natürlich.
 
  • #19
Wir haben das Thema ja jetzt sehr oft hier durchgekaut und sind zu dem Ergebenis gekommen, dass:
Sorry, DU bist zu dem Ergebnis gekommen, nicht WIR. ICH schon gar nicht.
Aber auch ich wiederhole mich hier mit meiner These. Also ich habe diese These schon in anderen Anfragen hier verbreitet.
FS wie läuft der Sex bei euch ? Machst du mehr als
?
Bist auch aktiv ?
Oder erwartest du, dass nachdem du ihn angeheizt hast, dass er das volle Programm abspielt.
Bist du ein 'Brett im Bett' ?
Hintergrund: Bei so einseitigt verteilten Aktivitäten lässt halt die Lust beim Mann nach. Sex wird anstrengend.
Tipp: Nicht nur sexy anziehen, sondern auch mal selbst aktiv werden.
Ein alter Mann, der schon viel zu viele Bretter im Bett hatte.
 
  • #20
ich glaube dein Fall ist eher die Regel als die Ausnahme. Nach einer gewissen Zeit (mal nach ein paar Monaten, mal nach ein paar Jahren) verspürt man keine sexuelle Anziehung mehr zur Partnerin. Das hat die verschiedensten Gründe:
Man lässt sich gehen (Körperfülle/Hygiene)
Man hat sich satt gesehen/gefühlt/geschmeckt/gerochen
Ständiger Streit über Lappalien tötet die Lust
Der Alltag und die Sorgen des selbigen sind erdrückend
Ich glaube, dass man dem gut vorbeugen kann, indem man einfach sexuell dem Mann gegenüber sehr großzügig, aufgeschlossen, experimentierfreudig, entspannt usw. ist. BEIDE sollen sich beim Sex wohl fühlen und auf ihre Kosten kommen. Wenn ein Mann entspannt Spass am Sex haben kann und sich fallen lassen kann dann wird ihm diese Partnerin in 50 jahren nicht langweilig werden. Wenn er allerdings den ganzen Tag angemotzt wird und sich dann im Bett noch abrackern soll weil die Gattin beschlossen hat Reizwäsche anzuziehen dann kann man da drauf gern verzichten.
Darüber in entspannter Atmosphäre zu reden kann helfen, muss es aber nicht, eine Konversation zu erzwingen hilft Garnichts, ich würde Taten sprechen lassen.
Style dich mal richtig auf und bediene ihn mal einen Monat lang sexuell von vorn bis hinten, dann wird er da so schnell mitspielen.
Dieser Tipp ist nicht politisch korrekt und nicht "emanzipiert" aber die Frauen die das begriffen haben und ihre sexuelle Macht weiblich einbringen haben sicher weniger Probleme in ihrer Beziehung und die Ehemänner rennen mit einem Dauerst..Grinsen rum und bringen sich selbst voll und gern in die Beziehung ein.
M31
 
  • #21
Ich würde ein bisschen den Erwartungsdruck rausnehmen. Ein Problem könnte sein, dass ihr Euch zu oft seht. Wohnt Ihr zusammen? Wende Dich mal ein kleines bisschen von ihm ab, unternimm was mit einer Freundin, oder setz Dich nicht neben ihn vor die Glotze, sondern mach was anderes, so dass er sich fragt: Wo ist sie eigentlich? Das macht Dich interessanter. Männer wollen jagen.

Zusammen fernsehen halte ich für den schleichenden Tod einer Beziehung. Unternehmt doch lieber was zusammen, Sport, Essengehen, Kino etc.

Ansonsten kann ich aus meiner Erfahrung sagen, dass sich der Sex auf Dauer in einer Beziehung nur hält, wenn es bestimmte Rituale gibt, wann und wo er stattfindet. Das kriegt man natürlich nur hin, wenn man darüber tatsächlich redet. Vielleicht ist er abends müde und erschöpft, dann müsst Ihr Euch aufs Wochenende morgens oder nachmittags verlegen. Du kannst nicht erwarten, dass es lebenslang aufregend bleibt. Aber es sollte zumindest funktionieren.
 
  • #22
Auf jeden Fall: Nicht aufgeben, sondern erzwingen, darüber zu reden. Paartherapie, Psychologe. Ihm klar machen, dass Du so Dein Leben nicht verbringen kannst, weil Du damit unglücklich bist. Der Druck muss da sein, denn sonst hat er keine Motivation, etwas zu ändern: Er will keinen Sex mehr mit Dir - Du duldest das und bleibst bei ihm - er hat kein Problem, denn er will ja keinen Sex, also ist für ihn alles in Ordnung.
Sorry, aber ich habe da so meine Zweifel, ob diese "Holzhammermethode" tatsächlich die Leidenschaft wieder entflammt. So einen Druck aufzubauen finde ich total kontraproduktiv. Würde mein Partner so auf mich losgehen und mich derartig unter Druck setzen, würde ich ernsthaft in Erwägung ziehen mich zu trennen.
Man(n) hat ja schließlich auch noch einen Alltag zu bewältigen und da kann es schon vorkommen, daß man mal vorübergehend nicht so viel Lust auf Sex hat. Ich glaube in so einer Situation sollte man versuchen, für seinen Partner und sich wieder neue Orte, Zeiten und Rituale zu schaffen, bei denen man den Kopf frei bekommt. Durch Gespräche und Therapie ist noch keiner heiß geworden...