• #1

Beziehung kaputt nach Todesfall

Hallo liebe Mitlesende

Vor 10 Monaten habe ich meinen geliebten Vater verloren. Zu der Zeit war ich im 9. Monat schwanger. Kurz nach der Beerdigung erwartete mein Partner, dass ich wieder "normal" bin, zur Tagesordnung übergehe. Er war eiskalt, verständnislos, machte Stress. Das hat mich sehr verletzt. Fassungslos wollte ich nur meine Ruhe, zog mich zurück. Wir hatten einige Tage keinen Kontakt. Das Baby kam, wir rauften uns zusammen. Aber ich merkte, dass ihm meine Trauer lästig war und er gar nicht verstehen wollte, wie sehr sich mein Leben verändert hat. Hinzu kam, dass meine Mutter den Kontakt abbrach, mein Elternhaus allein auflöste und fortzog. Das hat mich ebenfalls tief verletzt. Mit meinem Partner gab es zunehmend Streit, ich fand die Dinge, über die er sich beklagte so unwichtig, so banal. Er meckerte an mir rum und ich wehrte mich dagegen oder schwieg, weil ich meine Ruhe wollte und keine Kraft mehr hatte. Vater verloren, Mutter, mein Elternhaus, und "nebenbei" noch ein Kind bekommen. Trotzdem habe ich "funktioniert". Aber ihm nicht gut genug. Ich wäre nicht normal mit meiner Trauer, warum das so lange dauert, andere kommen besser klar, es muss ja mal gut sein und so weiter. Als ob mir sowas helfen würde! Irgendwie habe ich mich emotional von ihm zurück gezogen, begann, ihn und die Beziehung infrage zu stellen. Schließlich ließ ich den geplanten Hausbau platzen. Mehrfach stand die Trennung im Raum. Ich weiß nicht mehr, was ich überhaupt noch für ihn empfinde. Es ist mir zuviel Stress, die Nähe mir zuwider, er mir zu anstrengend, seine Verständnislosigkeit macht mich traurig und wütend. Er ist mir mehr Last als Unterstützung, auch mit dem Baby. Derzeit besteht kein Kontakt zu ihm. Ich fühle mich erleichtert, obwohl ich ihn vermisse. Aber was vermisse ich, Diskussionen, Streit, Druck und kein Verständnis? Die guten Zeiten von "vorher"? Mittlerweile sehe ich es so, dass die Basis der Beziehung wohl nicht stark genug war, die Veränderungen durchzustehen. Wir können nicht mehr reden, verstehen einander nicht mehr. Ich bin auch nicht mehr derselbe Mensch. Er sagt er liebt und vermisst uns, aber er macht mir Vorwürfe, gibt immer Kontra, rastet wegen Kleinigkeiten aus und schreit mich an, beleidigt mich. Die Fronten sind total verhärtet.

Hat jemand Ähnliches erlebt? Trennen oder Weitermachen? Es fühlt sich alles falsch an.
 
  • #2
Du schreibst es ja schon selbst: Du fühlst dich erleichtert und genau dieses Gefühl würde ich weiterhin mitnehmen. Ich denke, dass sich mit dem Tod deines Vaters auch heraus stellte, dass auf deinen Partner kein Verlass ist, ein Schönwetterfreund dem jedes Wölkchen am blauen Himmel lästig ist. So kann keine Beziehung auf Dauer funktionieren. Das sich da noch die Frage für dich stellt, "weitermachen?". Was willst du denn weitermachen? Eskalationen und Vorwürfe? Ich würde die endgültige Trennung einläuten, für dich und das Kind einen stabilen, harmonischen Rahmen schaffen, nach vorne schauen und weiterleben.
 
E

endrana

Gast
  • #3
Es tut mir echt leid, dass soviel auf einmal auf dich einstürzt.
Ich kann deine Enttäuschung von deinem Partner gut nachvollziehen.... eine Schwangerschaft und Geburt sind an sich schon turbulente Zeiten, die viel Veränderung mit sich bringen und emotional, sogar teils phasenweise depressiv werden lassen.
Wenn dann noch der Tod deines Vaters dazu kam... wirklich schwierige Situation. Ein verantwortungsvoller, treuer Partner hätte eigentlich sagen müssen, es ist okay, etwas zurückzustecken und auch mal Gemecker und Gejammer über sich ergehen lassen.... das gehört in Ausnahmesituationen auch dazu.

Man muss den anderen spüren lassen, ich bin an deiner Seite, auch wenn es dir mal ein paar Wochen/ Monate schlecht geht.

Sorge jetzt dafür, dass es in erster Linie dir und dem Kind gut geht. Wenn du deinem Partner eine Chance geben möchtest, bezieh ihn mit ein, er kann dir helfen mit dem Kind, solange es dich auch wirklich erleichtert und nicht noch mehr stresst.

Ein Gespräch wäre wirklich nochmal wichtig, warum ist er so gereizt? Liegt es an deinem Verhalten in der schwierigen Phase, an anderen Stressfaktoren (Arbeit, Sexualität, fehlende Zärtlichkeiten etc)?

Ich wünsche dir alles erdenklich gute, dir und deinem Kind
 
  • #4
Erstmal möchte ich Dir sagen, dass mir das sehr leid tut, dass Du nun beide Eltern quasi verloren hast.
Und Dein Freund ist ein Holzkopf. Ich habe schon immer Menschen grässlich gefunden, die anderen vorschreiben wollen, was sie zu fühlen haben, und dann mit "normal" und "nicht normal" kommen. Wer will das denn festlegen, wie lange man trauern darf? Anmaßend finde ich das und unsensibel und überhaupt total verletzend, wenn einem die Gefühle diktiert werden sollen.

Ich vermute, dass Dein Freund nicht mit den Emotionen klarkommt und Deine deswegen nicht ertragen kann. Das nutzt Dir aber nichts, weil er Dir auf der Seele rumtrampelt.

Was Du vermisst, weiß ich nicht. Vielleicht die geplatzte Hoffnung auf eine schöne Beziehung, die heile Scheinwelt?
Mit dem Kind ist er Dir auch keine Entlastung, also nein, ich würde keine Energie mehr reinstecken, diese Beziehung aufrecht zu erhalten. Es ist ja nicht nur sein Unverständnis, sondern auch noch viel mehr, was Du geschrieben hast, was gegen diese Verbindung spricht.
Und jemand, der Dich anschreit und Dich auch noch beleidigt - was willst Du mit dem? Machst Du sowas mit Deinem Partner? Eine Beziehung muss auch eine schöne Seite haben neben den Problemen, sonst ist es ja nur Belastung.
 
N

nachdenkliche

Gast
  • #5
Liebe FS, das tut mir aufrichtig leid, was Dir passiert ist.
Als ich meinen Vater verlor, war mein Sohn 2,5 Jahre alt und ich lebte mit ihm und meinem damaligen Mann nicht in Berlin
Mein Mann zeigte volles Verständnis und lies mich mit meinem kleinen Sohn nach Berlin fahren. Da blieb ich auch eine Woche um meiner Mutter bei zustehen zusammen mit meiner Schwester und der restlichem Familie.
Alles lief normal auch danach usw.
Liebe FS, ich weiß ja nicht, was in Deiner Familie vorgefallen ist, dass jetzt alles zerbricht. Da ist noch viel mehr....Magst Du das mal näher beschreiben?
 
  • #6
Ich bin skeptisch, dass du hier in einem anonymen Forum die richtige Entscheidung findest.
Vielleicht ist dein Mann der Tyran, den du beschreibst, vielleicht bist du derzeit besonders sensibel.
Ich rate Dir, suche dir dringend im echten Leben jemanden, um das zu besprechen,bevor noch mehr kaputt geht.

Es ist ungewöhnlich, dass die Mutter kurz vor der Geburt den Kontakt zu ihrer hochschwangeren Tochter abbricht. Das müßte man anschauen.
All diesen Schicksalsschlägen zusammen mit den hormonellen Umstellungen durch die Geburt... Da muss man aufpassen, dass du in keine Depression rutscht.
 
  • #7
Liebe Miramira,

Fühl Dich ganz lieb in den Arm genommen.
Jeder hat seine Art zu trauen. Niemand von außen hat das Recht, vorzuschreiben wie lange dieser Prozess zu dauern hat, wie er auszusehen hat. Und er ist wichtig.

Die Trennung ist die einzig richtige Konsequenz.
Einen Kommentar zu ihm möchte ich mir eigentlich verkneifen, aber so ein A****. Wo ist eine Basis zum Weitermachen?
Er wird sich nicht ändern, die Ereignisse zeigen, dass er eine völlig andere Art hat, mit Gefühlen umzugehen.
Abgesehen von der fehlenden Empathie, Wertschätzung, Achtung Dir gegenüber und von der fehlenden Bereitschaft, Dir in einer solchen Zeit ein wirklicher Partner zu sein. In guten wie in schlechten Zeiten.

Nur die Frage - wie wieder nach vorne schauen, Kraft finden? Dir und Deinem Kind zuliebe?

Wäre im Moment eine Mutter-Kind-Kur eine Option - bekommen würdest Du sie, Dein Hausarzt hilft Dir dabei?
Du hättest eine Pause, zum Trauern, erholen, sortieren. Du könntest das dringend brauchen.

Dann überlegen, wie es weiter gehen kann
- mit dem Vater Deines Kindes, in einer Form, dass es Dir nicht schadet (Treffen wie jetzt gehen gar nicht), aber dass die Vaterrolle möglich ist. Falls er diese übernimmt, zahlen muss er zumindest.

- Wie findest Du welchen Raum für Deine Trauer?
Rituale, z.B. feste Erinnerungszeit - eine gewisse Zeit zu einem festen Zeitpunkt, wo Du Dir die Zeit nimmst, an Deinen Vater zu denken, mit ihm zu reden, zu weinen - mit Kerzen, usw. Richtige, für Dich stimmige Rituale. Du merkst, welche Intensität Du wie lange benötigst - erlaube es Dir.

- Dein Kind, vielleicht auch ein Trost, ein Lichtblick? Auch die Liebe zu ihm?
Vielleicht finden sich über Müttergruppen zusätzlich Sozialkontakte? Damit Du nicht ganz alleine bist?
- Wie kannst Du konkret den Alltag gestalten, Einkommen / Unterhalt, Beruf, Unterstützungen.
- Sehr bewusst Positives machen, alles was Dir gut tut, selbst wenn es was anfangs schwer fällt. Mit Kleinigkeiten anfangen.

Es wird die Auseinandersetzung mit den ganzen Ereignissen benötigen, nicht nur die Trauer um den Vater, auch den Verlust der Mutter - vielleicht findet sich eine Brücke (über das Enkelkind?), sie trauert sicher genauso. Die Verletzungen durch den Partner, das sehr unschöne Ende.
Vielleicht magst Du Dir professionelle Unterstützung holen, es ist sehr viel, alleine kaum zu bewältigen, selbst mit einem stabilen sozialen Netzwerk wäre es schwierig.

Alles Liebe.
Lionne
 
  • #8
Oje. Da gibts wohl viel aufzuarbeiten.
Was ist in deiner Ursprungsfamilie passiert? Hast du deinem Vater gegenüber ein schlechtes Gewissen? Warum bricht deine Mutter den Kontakt zu dir ab? Warum wird das Elternhaus verkauft ohne deine Zustimmung? Was ist mit deinem dir zustehenden Erbe passiert?
Ob dein Mann ein Ekel ist oder deine komplizierte Familie nicht aushalten konnte, kann ich nicht beurteilen.
Zu einem Teil kann ich ihn auch verstehen. Vermutlich ist dein Verhältnis zu deiner Familie - so wie du es schilderst - extrem problembeladen und hat dein Verhalten unmäßig beeinflusst. Das ist für einen Partner schwer auszuhalten, wenn es für ihn nicht nachvollziehbar ist, warum du das mitmachst.
Erkenne deine Anteile. Es hilft dir in der Zukunft, egal wie es jetzt mit dem KV weitergeht.
 
  • #9
Ich wäre nicht normal mit meiner Trauer, warum das so lange dauert, andere kommen besser klar, es muss ja mal gut sein und so weiter. Als ob mir sowas helfen würde!

Sorry aber die Vergangenheit ändern kannst nicht. Dein Vater ist tod und Deine Mutter ist weg gezogen. Du kannst nun trauern und trauern und drüber jammern daß alles so entsetzlich schlimm ist - aber dann trauerst noch mehr und kommst aus dem Teufelskreis nicht raus: Trauern und jammern daß alles so schlimm ist führt zu noch mehr Trauer und zu noch mehr Gejammere.

Du akzeptierst den Zustand nicht. Dein Freund mag Dich zwar, aber Du stößt ihn wegen unerledigter Trauer aus der Vergangenheit zurück und verursachst so die Probleme in der Gegendwart. Stell Dir mal Deinen Freund vor: Seine geliebte Freundin ist schwanger und bringt das Kind auf die Welt. Darf er sich - über diesen Zustand aus der Gegenwart - freuen ? Antwort: Nein, weil Du, liebe FS, ja über Sachverhalte aus der Vergangenheit trauerst.

Was ist Dir denn wichtiger ? Vater ? Mutter ? Oder Dein Mann und Dein Kind ? Du scheinst danach zu leben, daß Dir Vater und Mutter wichtiger sind und hast Dich nicht mal wirklich abgenabelt - sonst würdest Dich nicht auf die (unabänderlichen) Tatsachen aus der Vergangenheit konzentrieren, statt Dich Freund und Kind zu widmen.

Und bei aller Trauer (bzw. sinnlosen - weil die Tatsachen feststehen) über unabänderliche Umstände aus der Vergangenheit solltest Du Dir, liebe FS, bewußt sein, daß zum Trauern und Jammern auch der Wille, daß man trauert und jammert, dazu gehört. Man will dadurch Aufmerksamkeit, Bei- und Mitleid erregen, was auch dazu führt, daß man nicht sagt "und jetzt ist schluß, ich konzentriere mich auf die Gegenwart und genieße das Leben, statt mich im Mitleid anderer zu suhlen."

Hand auf's Herz: Wie lang soll dieser Zustand Deiner Meinung nach anhalten ? So lange, daß Du Deinen Freund nun ganz los bist ? Es liegt bei Dir, wie lange Du trauern *willst* - ich rate Dir daher mal, Deinen Kopf einzuschalten, schließlich ist Dein Vater bald ein Jahr tod. Er hätte nicht gewollt, daß Du den Rest Deines Lebens mit Trauer verbringst. Ich denke, es ist wie beim Rauchen. Man schafft es nur, aufzuhören, wenn man auch aufhören will.
 
  • #10
Ja, man könnte jetzt sagen, trenn dich, der Mann macht nur Stress.
Aber du warst schwanger, und ihr habt nicht zusammengelebt? Warum nicht? Warum bricht deine Mutter den Kontak zu dir ab?
Ich glaube, er hat Angst, dich und sein Kind zu verlieren, deshalb der Druck. Wie wäre es mit einer Paartherapie? Das jeder die Möglichkeit hat, über seine Gefüle zu sprechen, ohne dass es zu Schreierei kommt? Ich kann mich irren, aber ich glaube, hinter dem Verhalten deines Freundes liegt Angst bis Panik.
 
  • #11
Liebe Miramira,
erstmal sei gedrückt, ich wünsche dir Sonnenschein und Kraft. In deiner Situation brauchst du jedoch tatsächlichen Beistand. Es ist sehr schade, dass dein Partner dir diesen im Moment nicht gibt.Ich war ein Jahr nach der Geburt meiner Tochter in einer ähnlichen Situation.

Ich vermute, dass dein Mann selbst überfordert ist. Dann können Dinge schnell eskalieren. Auch deine Mutter hat mit dem Tod ihres Mannes und Weggefährten sicher schwer zu kämpfen.

Wahrscheinlich fühlst du dich im Moment so allein, wie nie zuvor im Leben. Dazu kommt der Streit, das schlechte Gewissen dem Baby gegenüber, für das ihr doch alles so friedlich und positiv gestalten wolltet. Verbunden mit der Hormonumstellung und den völlig neuen Alltagsbedingungen mit Kind brauchst du dringend Unterstützung. Scheue dich nicht, um Hilfe zu bitten, um tatkräftige, emotionale, und vielleicht ärztliche/psychologische.
Auch wenn die Enttäuschung über die tatsächliche oder scheinbare Empathielosigkeit deines Mannes zu recht tief sitzt, versuche ruhig, sachlich und ohne Vorwürfe mit ihm zu reden. Sag nicht viel, sag nur in ruhigem, respektvollen Ton, dass du Abstand brauchst, selbst nicht weist, wie es jetzt weiter gehen soll. Wenn du ihm dauernd sagst, wie enttäuschst du dich fühlst, fühlt er sich angegriffen und wird aggressiv, abwertend und die Schuld zurückgebend reagieren. Mit Vorwürfen, selbst mit Weinen oder Klagen, treibst du viele Menschen von dir weg, insbesondere die, die ohnehin kein großes Ego haben oder selbst in einer Stresssituation sind. Wenn du das im Moment nicht kannst, wende dich an eine Familienberatungsstelle. Handele klug.

Fazit: Nimm dir ne Auszeit mit deiner Kleinen. Mach dich hübsch, kauf dir was Schönes, setz dich mit Kinderwagen und Baby in die Sonne, hol dir ein Eis oder den größten Milchkaffee weit und breit. Freu dich, dass du ein tolles Baby hast, in einem friedlichen Land lebst, gesund bist, dein Papa immer in deinem Herzen sein wird. Mach dir einen Plan, wie du die nächsten Wochen allein klar kommst und wen du zusätzlich um Hilfe und Unterstützung bitten kannst. Blende deinen Partner für eine Weile einfach aus, du musst jetzt keine weitreichenden Entscheidungen treffen. Überlege höchstens pragmatisch, wie du ihn in die Kinderbetreuung einbinden kannst. Genieße den Moment, tanke auf. Lass dich von niemanden drängen oder runtermachen. Verlange oder fordere auch nichts. Du hast mehr positive Energie, als du ahnst, du musst sie nur wiederfinden.
 
  • #12
Man schafft es nur, aufzuhören, wenn man auch aufhören will.

Naja... ich halt auch nicht viel davon, was ein paar hier schreiben - mit gedrückt u.s.w. Aber das was Du da schreibst, ist...

Ein Mensch ist keine Maschinen und so wie ich die FS verstehe, hatte sie keine Zeit und keinen Raum zum richtig trauern. Die Trauer ist ein Prozess, in der Psychologie wird er in mehrere Schritte unterteilt.

Ich finde das Verhalten der Mutter etwas komisch, weil ich kann es nicht nachvollziehen.

Ich halte auch nicht viel von den Ratschläge, sich zu trennen und dem Vater zum teil das Kind zu entziehen.

Wenn die FS überlegt, wie wichtig der FS ihr Vater war und das soll sie ihrem Kind nehmen!

Die FS sollte auch in keinem Forum solche Fragen stellen, sie braucht Hilfe vom Profi, sie wird die Trauer nicht alleine überwinden, weil der normale Trauerprozess gestört wurde.

Die FS sollte auch eine Paartherapie machen, wer weiß was da wirklich schief gelaufen ist und wo es an der Kommunikation hakte - weil vielleicht war oder ist die FS komplett in sich zusammen gebrochen und der Mann hatte Angst um sein Kind und wusste sich nicht anders zu helfen.

Vor fast einem Jahr ist mein Opa verstorben. Meine Oma wollte eine Weile am liebsten zu ihm unter die Erde krabbeln. Meine Mutter war am Anfang ein Häufchen Elend. Gestern hat mich meine Cousine panisch angeschrieben, weil sie unsere Oma nicht erreicht hat. Ich habe ihr die Nummer meiner Mutter gegeben. Das alles steht für Liebe zu seiner Familie! Und nicht dass wir uns alle nicht abgenabelt haben.

Man kann Gefühle nicht ausschalten und einschalten, wie man lustig ist. Trauer braucht seine Zeit, Menschen trauen nicht gleich stark, weil Menschen auch nicht gleich stark lieben.

Die FS sollte Abstand von diesem Forum nehmen und sich schnell Hilfe holen bevor ihr Leben ganz den Bach runter geht.
 
  • #13
Liebe FS

Der Verlust eines Elternteiles ist immer sehr schwer und es ist eine ganz natürliche Sache, zu trauern um mit dem Verlust fertig zu werden.
Aber es sind nun 10 Monate vergangen und eigentlich müsste sich dein Leben nun wieder normalisieren. So hart es auch klingen mag, aber der Verlust des Vaters ist der natürlicher Verlauf des Lebens. Jeder von uns wird seine Eltern durch den Tod verlieren. Der Tod gehört zum Leben.
Du hast ein Kind - neues Leben. Das sollte dir eigentlich helfen, deine Trauer zu überwinden.
Ich glaube, da steckt mehr dahinter als eine ganz normale, gesunde Trauer. Ich kann deinen Mann irgendwie schon verstehen. Er ist hilflos gegen deine übermäßige Trauer, er weiß nicht, wie er damit umgehen soll.
Es ist nicht normal, wenn die Trauer um einen Vater auch nach 10 Monaten noch das Leben bestimmt. Es gibt spezielle therapeutische Hilfen in der Trauerarbeit, vielleicht wäre das sinnvoll. Hierbei würde dich dein Mann vielleicht unterstützen, denn es würde den Heilungsvorgang vorantreiben.
Ich glaube, eine Trennung ist nur eine vorgeschobene Lösung. Das Problem wird dir bleiben und dein Kind belasten. Denk daran, auch dieses Kind hat einen Vater - möchtest du, dass dein Kind auch seinen Vater verliert?
 
  • #14
Er sagt er liebt und vermisst uns, aber er macht mir Vorwürfe, gibt immer Kontra, rastet wegen Kleinigkeiten aus und schreit mich an, beleidigt mich. Die Fronten sind total verhärtet.

Hat jemand Ähnliches erlebt? Trennen oder Weitermachen? Es fühlt sich alles falsch an.
Es gibt vieles in deinem Text, worauf ich eingehen könnte aber beschränke mich nur auf diesen Teil! Es geht gar nicht, wir er sich verhält; das ist völlig respektlos und empathielos! Er scheint nicht damit klar zu kommen, dass du dich nach dem Tod deines Vaters insofern verändert hast, dass du trauerst und es ist logisch, dass dir angesichts des Todes so vieles unwichtig und banal im Leben erscheint. Er ist mit Verlaub ein ignoranter A***loch und allein das zu lesen hat mich wütend gemacht, denn auch ich habe vor sehr vielen Jahren meinen geliebten Vater verloren und wäre am liebsten mitgestorben.

Nur hatte ich damals keine Beziehung so dass ich nicht weiss, wie sich ein Freund von mir verhalten hätte! An deine Stelle hätte ich schon längstens die Geduld verloren und hätte ihn sogar angebrüllt vor Wut und Schmerz, wie kaltherzig er nur sein kann, ohne zu wissen wie es ist einen geliebten Elternteil zu verlieren.

Mache ihm klar, dass jeder Mensch unterschiedlich trauert und unterschiedlich lange braucht, um einen endgültigen Verlust zu verarbeiten und dass die Gefühle sich nicht nach einem Timing halten.

Jetzt hast du die Erfahrung gemacht wie er sich verhält in einem psychisch belastenden Fall. Wie wird das erst sein wenn du krank sein solltest oder wenn eures Kind krank werde? Der Mann ist doch gar nicht richtig lebensfähig, er ist nicht stark und bereit sich mit Schicksalsschlägen des Lebens zu konfrontieren. Er müsste auf dich eingehen Geduld haben Gefühle zeigen, dich unterstützen und Verständnis haben.

Du hast es richtig gesehen: er ist dir nur eine zusätzliche Last und keine Hilfe und Unterstützung! Und ich vermute er wird immer sich so verhalten in solchen Fällen.

Deshalb die Frage: wäre er wirklich der passende und richtige Partner für dich und ein Vater für eures Kind?
Beantworte dir diese Frage und dann weisst du was zu tun ist! Gehe nicht zurück zu ihm nur wann du im Moment glaubst niemand anderen finden zu können. Aber das wirst du, da bin ich sicher!
 
G

Ga_ui

Gast
  • #15
Woran willst du denn weitermachen? Du tust ja nur dir selber weh! Ein liebender Partner meckert nicht rum, denn Meckern zerstört jedes gute Verhältnis. Das weiß jeder und ist jetzt keine geheimnisvolle Offenbahrung. Wenn er das in seinem Alter nicht weiß, dann ist das eben Pech.

Ich würde ihm den Vogel zeigen und vor die Türe setzen, wenn ein Mensch mit mir so umgehen oder reden würde. Dafür bin ich mir einfach zu viel wert. Fehlendes Geld oder Immobilien könnten mich nicht halten. Da bin ich auch relativ unloyal und somit schnell weg.
Es gibt gewisse Arten, die lass ich mir nicht bieten.

Aber ist deine Entscheidung: Spiel weiter das kleine Würstchen neben so einem Abschaum oder werde selbstbewusst und unabhängig. Nur unabhängig zu werden tut weh und kostet "Eier".
 
  • #16
Was ist dir wichtiger? Vater? Mutter? Oder Dein Mann und Dein Kind? Du scheinst danach zu leben, daß Dir Vater und Mutter wichtiger sind und hast Dich nicht mal wirklich abgenabelt - sonst würdest Dich nicht auf die (unabänderlichen) Tatsachen aus der Vergangenheit konzentrieren, statt Dich Freund und Kind zu widmen.

Hand auf's Herz: Wie lang soll dieser Zustand Deiner Meinung nach anhalten ? So lange, daß Du Deinen Freund nun ganz los bist ? Es liegt bei Dir, wie lange Du trauern *willst* - ich rate Dir daher mal, Deinen Kopf einzuschalten, schließlich ist Dein Vater bald ein Jahr tod. Er hätte nicht gewollt, daß Du den Rest Deines Lebens mit Trauer verbringst. Ich denke, es ist wie beim Rauchen. Man schafft es nur, aufzuhören, wenn man auch aufhören will.
Wie lange man trauert? Was für eine mit Verlaub dumme Frage! Und es ist keine Frage des Wollens wie lange man trauert und einen bestimmten Zeitpunkt festsetzt, wann man aufhört zu trauen.

Drei Monate nach dem Tod meines Vaters glaubte ich bereits eine Depression bekommen zu haben und kriegte richtig Angst, alles war mir im Leben sinnlos, das ganze Leben selbst, ich war in einem schwarzen Loch, so dass ich Angst hatte ich würde wirklich schwer depressiv und rief einen Psychister an, um ihn zu fragen, ob ich noch normal sei? "Sie befinden sich nur in einer sehr tiefer Trauer und es ist sehr schwer zu unterscheiden für Menschen, ob sie bereits eine Depression haben, weil die Grenze fliessend ist. Aber lassen Sie sich Zeit und sie werden das schaffen, denn durchschnittlich tauert man nach einem Todesfall ein Jahr -manche trauen länger, manche weniger lang." Meine Lebensgeister und die Lebensfreude sind wieder zurückgekommen!

Es ist eine verletzende Beleidigung zu behaupten, ein Mensch würde nie aus der Trauer heraus kommen dann wäre es so dann würde es mir jetzt 15 Jahre später genauso gehen. Alle Gefühle haben ihre Zeit, dass man sie verarbeitet insbesondere die Trauer und die Gefühle lassen sich nicht an- und abstellen in einem definierten Zeitraum. Wie kann Mann nur so ignorant sein? Bin echt froh, habe ich nicht so einen Partner.

Es ist auch keine Frage, was wichtiger ist,denn alles im Leben ist wichtig Mutter, Vater, Kind und Mann alles ist wichtig! Der Tod ihres Vaters ist der endgültige Abschied und Verlust und Menschen sind sogar traurig wenn sie eine schöne Kette verloren haben und erst recht wenn es ein geliebter Mensch ist.
 
L

Liiee

Gast
  • #17
Ohne alles gelesen zu haben: Auch ich habe meinen Vater auf eine sehr grässliche Weise verloren. Mein Partner vor 3 Jahren ebenso.
In diesem Sinne: Ja, Beziehungen verändern sich dramatisch durch solche Erlebnisse. Wichtig dabei finde ich, dass der Partner irgendwie nachvollziehen kann (dh auch, man muss es ihm möglich machen), was da in einem vorgeht.
Todesfälle sind was ganz normales. Und doch kann einen keiner darauf vorbereiten. So versteht Dein Partner nur ansatzweise, was in Dir vorgeht. Manche reagieren mit Rückzug, manche mit Agression. Hilflos sind sie alle. Wir alle.
Eine Lösung habe ich keine. Ausser: Reden. Wer hier nicht zusammen findet in dieser anspruchsvollen Aufgabe, der kann wohl nicht finden.
 
  • #18
Liebe FS,

Das erinnert mich ein bisschen an meine Geschichte. Meine Mutter starb zwar schon bevor ich meinen (jetzt Ex) Mann kennenlernte, aber das erste Kind kam auch sehr schnell danach und ich war sehr stark an meine alte "ziemlich verkorkste" Familie gebunden, die ich sehr liebte. Jede Familie hat wohl ihre Probleme, aber bei uns war da halt auch viel (und zuletzt eben die Krankheit meiner Mutter), ohne dass wir Geschwister das damals so sehr reflektieren konnten. Ich liebe meine Familie auch heute noch und habe entsprechenden Kontakt, habe aber mit den Jahren verstanden, dass man von seinem Partner nicht immer verlangen kann, dass er oder sie das alles so nachvollziehen kann, was intern in Familien so läuft. Ich habe mich lange sozusagen als "Opfer" gefühlt, aber es hilft dir nichts, du must lernen, dein Leben weiterzuleben und zu gestalten, und auch lernen eventuell einen gesunden Abstand von der Familie zu halten, wenn du dadurch deinem Partner entgegenkommen kannst, mit ihm was neues aufbauen willst. Viele Jahre später kam es bei mir zur Scheidung und dieser Aspekt war ganz klar einer der (natürlich auch noch vielen anderen) Gründe. Also ich habe das hier nur mal so erzählst, falls es dir irgendwie helfen kann, aber vielleicht ist es ja bei dir auch ganz anders.
Alles Gute wünsche ich dir!
 
  • #19
Die FS sollte auch in keinem Forum solche Fragen stellen, sie braucht Hilfe vom Profi, sie wird die Trauer nicht alleine überwinden, weil der normale Trauerprozess gestört wurde.

Die FS sollte auch eine Paartherapie machen, wer weiß was da wirklich schief gelaufen ist und wo es an der Kommunikation hakte - weil vielleicht war oder ist die FS komplett in sich zusammen gebrochen und der Mann hatte Angst um sein Kind und wusste sich nicht anders zu helfen.

Oh wie schlimm ist die Lage doch und am Ende landet man beim Seelenklempner, der g'scheid daher redet und die Probleme aber nicht löst. Dadurch daß man in geradezu wiederkäuender Art und Weise Probleme beschreibt, werden sie nicht keinesfalls kleiner.

Ob die FS nun selbst stark ist oder ob sie einen Umweg über den Seelenklempner geht, ist nicht von Bedeutung, denn in beiden Fällen muß sie das Problem selbst in den Griff kriegen. Es hilft nur stark zu sein und ob das Wiederkäuen von Problemen beim Seelenklempner wirklich Stärke verleiht, wage ich zu bezweifeln.
 
  • #20
Also ich finde ja nicht, dass die FS übermäßig trauert.

Kurz vor einer Geburt den Vater verlieren, dann die Geburt, dann der Verlust der Mutter und des Elternhauses (wobei da der Hintergrund schon wirklich interessant wäre) - dass sie bei diesen Belastungen das Baby versorgt und den Alltag geregelt bekommt, ist doch eine ganz schöne Leistung.

Weshalb der Freund austickt, können wir nicht wirklich wissen. Mein Ex-Mann hat sich ja auch krass verändert durch das Kind, das er sich selbst so sehr gewünscht hatte - für Männer ist Vater werden manchmal sehr schwierig.

Es wäre sicher zuviel verlangt von der FS, nun noch Therapeutin für ihren Freund zu spielen. Wenn er bei einer Paartherapie mitmachen würde, könnte das vielleicht helfen - ansonsten hilft nur der Blick nach vorne, leider alleine. Viel Kraft wünsche ich Dir!
 
  • #21
Den Beitrag Nr. 8 finde ich hochgradig unsensibel...
Hallo Miramira
Es tut mir sehr leid, was dir passiert ist. Mit den meisten Vorgängerposts bin ich einverstanden, da sie von Empathie zeugen. In kurzen Worten. Ich finde, dass es keinen Sinn hat, mit deinem Partner weiterzumachen. Es würde dir nicht weiterhelfen und ich glaube, dass er leider keinen guten Charakter hat, sonst würde er dich nicht so behandeln. Also ich würde schauen, dass du mit guten Freunden intensiv Kontakt hast, sodass sie dich in deiner Situation unterstützen können. Ausserdem würde ich eine psychologische Beratung in Anspruch nehmen, um die Trauer nach und nach aufzuarbeiten und je nachdem, andere familiäre Probleme (mit deiner Mutter?), die vorhanden sind. Lass dir auf jeden Fall Zeit, zu trauern. Ich finde das völlig normal und es zeigt, dass du deinen Vater geliebt hast. Ich wünsche dir alles Gute.
 
  • #22
Hier die Fragestellerin

Danke für Eure Antworten.

Das Kind war ein Wunschkind, wir waren zu der Zeit über 3 Jahre zusammen. Getrennte bzw. 2 Wohnungen, da Eigentum. Hausbau war geplant.

Das Verhältnis mit meiner Mutter war immer schwierig. Ich war Konkurrenz um die Gunst meines Vaters und Neid war auch da. Die letzten Jahre war das Verhältnis besser, aber als mein Vater erkrankt ist, kamen wieder Konflikte auf. Ich habe alles geregelt mit Ämtern usw., sie war überfordert. Es gab mehrfach Streit, da ich versucht habe, die Interessen meines Vaters zu vertreten und zu seinem Besten zu handeln (was er selbst nicht mehr konnte), und sie vertrat ihre eigenen Ziele. Es war auch sehr verletzend, wie sie zu ihm in seiner Situation war (herablassende Bemerkungen, über ihn in seinem Beisein als 3. Person geredet, wollte nicht ins Krankenhaus kommen, da ihr der Weg zu kompliziert war und ließ ihn das wissen...).
Nach seinem Tod entwickelte sie Ängste, z.B. ich würde sie umbringen und ihr Geld wollen. Sie ließ die Schlösser auswechseln. Versuche mit ihr zu reden sind gescheitert, sie drohte mir mit der Polizei, wurde aggressiv. Ich habe es dann aufgegeben. Zu meinem Bruder hat sie auch den Kontakt abgebrochen. Mittlerweile hat sie sich in eine Nervenheilanstalt einweisen lassen.

Das Haus war gemietet, ich habe kein Interesse am Erbe, darum geht es mir nicht. Aber meine Mutter hat alle Sachen meines Vaters weggeworfen. Davon hätte ich gern einiges gehabt und bin wütend.

Ich hatte mir direkt Hilfe bei einer Psychologin gesucht und besuchte eine Trauergruppe. Die Trauer ist noch da, besonders Weihnachten war schlimm. Aber seit ein paar Monaten geht es langsam besser. So sehr ich es mir wünsche, ich kann es nicht ändern. Was mich einfach so erschüttert hat, war, dass mein Partner SOFORT erwartet hat, dass ich damit klar komme bzw. wieder die Alte bin. Was wenn ich mal krank werde, heißt es dann, reiß dich zusammen, andere haben auch Probleme? Ich habe kein Vertrauen mehr. Zumal ich "funktioniert" habe. Hatte und habe mein Leben wie bisher auch im Griff, und war dazu sozusagen von Anfang an allein erziehend.

Mein Kind gibt mir viel Kraft, und der Wunsch, ihm eine bessere Mutter zu sein als ich hatte. Den Vater will ich meinem Kind nicht nehmen. Aber kann ich mir aufgrund dieser Empathielosigkeit und den Ereignissen bis zum heutigen Tag, ein Weiterführen der Beziehung vorstellen? Ich vermisse ihn. Aber man kann jemandem keine Empathie beibringen. Oder?
 
  • #23
Oh wie schlimm ist die Lage doch und am Ende landet man beim Seelenklempner, der g'scheid daher redet und die Probleme aber nicht löst. Dadurch daß man in geradezu wiederkäuender Art und Weise Probleme beschreibt, werden sie nicht keinesfalls kleiner.

Ob die FS nun selbst stark ist oder ob sie einen Umweg über den Seelenklempner geht, ist nicht von Bedeutung, denn in beiden Fällen muß sie das Problem selbst in den Griff kriegen. Es hilft nur stark zu sein und ob das Wiederkäuen von Problemen beim Seelenklempner wirklich Stärke verleiht, wage ich zu bezweifeln.

Mit Verlaub, ich glaube du hast hier keine Ahnung von "Seelenklempnern". Auf jeden Fall käut man in einer Therapie nicht ständig immer und immer wieder seine Probleme wieder. Da merkt man wirklich völlige Ahnungslosigkeit. Die Arbeitsweise eines Psychotherapeuten ist eine ganz andere, eben weil das immer wieder Abrufen von Problemen kontraproduktiv ist.

Menschen sind ganz unterschiedlich emotional, und gehen mit Trauer unterschiedlich um. Ich bin auch dagegen, die FS jetzt zu pampern in dem sie sich mal "gedrückt fühlen soll", trotz allem kann man zumindest ein Mindestmaß an Empathie zeigen, wenn sich ein Mensch in einer Trauerphase befindet. Sollte der Mensch das von alleine nicht bewältigen können, wie es hier der Fall ist, müsste man doch als liebender Partner Unterstützung liefern bei der Suche nach professioneller Hilfe, und sie nicht so fertig machen. Gerade in der Situation, in der sie auch noch ein Kind bekommt.

FS, mein Rat an dich: gehe dringend zum Psychologen. Du bist in Trauer um Vater und Beziehung, und hast ein Kind zu versorgen. Und ich würde mich persönlich von dem Kindsvater trennen, einfach aus dem Grund -wer auch immer jetzt Schuld hat- das Vertrauen wäre bei mir weg, ich wäre so verärgert über seine fehlende Unterstützung, das könnte er bei mir nie wieder gut machen. Aber da ist jeder anders.
 
  • #24
Mein Kind gibt mir viel Kraft, und der Wunsch, ihm eine bessere Mutter zu sein als ich hatte. Den Vater will ich meinem Kind nicht nehmen. Aber kann ich mir aufgrund dieser Empathielosigkeit und den Ereignissen bis zum heutigen Tag, ein Weiterführen der Beziehung vorstellen? Ich vermisse ihn. Aber man kann jemandem keine Empathie beibringen. Oder?
Nein, Empathie kann man niemandem beibringen.
Ich denke auch, du solltest dich auf dein Kind und dich konzentrieren und eine positive Umgebung schaffen. Auch deine Trauer solltest du in den Griff kriegen, um deinem Kind ein positives Beispiel sein zu können und zu demonstrieren, das Leben geht immer weiter.
Ich empfehle dir dringend eine Familienaufstellung, wo du dich vielleicht von vielen Belastungen aus der Vergangenheit lösen kannst und viel Klarheit finden könntest.
 
  • #25
en Vater will ich meinem Kind nicht nehmen. Aber kann ich mir aufgrund dieser Empathielosigkeit und den Ereignissen bis zum heutigen Tag, ein Weiterführen der Beziehung vorstellen? Ich vermisse ihn. Aber man kann jemandem keine Empathie beibringen. Oder?
Nein. Das nicht.
Aber Du könntest ja den Mund aufmachen und deine Probleme (hier waren es ja eigentlich nicht Probleme, sondern Trauer und Wut) deutlich Deinem Kind und dem Mann kommunizieren und klarmachen.

Ich (wir alle vermutlich) kann mir schon vorstellen, wie das alles abgelaufen ist:

Du hast nach dem Todesfall erstmal "funktioniert", und er hat nicht weiter reagiert. Tief in Dir drin hättest Du aber Zuwendung und Hilfe von ihm haben wollen, der Mann hätte sich das aus dem Ereignis "Tod des Vaters" zusammenreimen (weil Du erwartest dass er damit einer gesellscgftlichen Norm entspricht) und Deine schlimme gefühlslage "erkennen" sollen.

Das meint Du hier mit "Empathie".

Du vegisst aber völlig (und bist darin dann Deinerseits völlig unempathisch) , dass er vielleicht ein ganz anderes Verhältnis zum Tod hat. Für ihn gehört vielleicht der Tod zum Leben dazu. Das ist eine harte Ansicht, aber durchaus nicht unmenschlich.
Aus den Problem Deiner Eltern wollte er sich (verständlicherweis)e heraushalten
Leben sein Eltern noch?

Dann ist es irgendwann aus Dir herausgeplatzt und Du hast ihm Vorwürfe deswegen gemacht. Er fühlte sich von Dir angegriffen (war dann effektiv ja auch so) und hat sich gewehrt.

Ich geb zu, ein Ruhmesblatt ist sein Verhalten absolut nicht. Er hätte seine herablassenden Äußerungen zur Trauer weglassen müssen. Er hätte seinerseits (nachdem Du es dann doch kommuniziert hattest) Tolerenz gegenüner deiner anderen Einstellung aufbringen müssen. Hat er nicht.
Trotzdem muss er nicht so fühlen, wie Du.
 
  • #26
Die FS

Nach seinem Tod entwickelte sie Ängste, z.B. ich würde sie umbringen und ihr Geld wollen. Sie ließ die Schlösser auswechseln. Versuche mit ihr zu reden sind gescheitert, sie drohte mir mit der Polizei, wurde aggressiv. Ich habe es dann aufgegeben. Zu meinem Bruder hat sie auch den Kontakt abgebrochen. Mittlerweile hat sie sich in eine Nervenheilanstalt einweisen lassen.

Siehst ... Du hast eine Belastung "Vater" und eine Belastung "Mutter" - weil Du innerlich nicht begriffen hast, daß Dein Mann und Dein Kind von nun an wichtiger sind als Vater und Mutter.

Weil Du es nicht begriffen hast, daß Mann und Kind wichtiger sind läßt Du es zu, daß Mann und Kind wegen weniger wichtiger Personen (verst. Vater, Mutter in der Nervenheilanstalt) vernachlässigt werden.

Hast schon mal überlegt, ob der Zustand Deiner Mutter es rechtfertigt, daß sie dort ist ? Deine Schilderung gibt Anlaß genug. Wenn aber der Zustand so in Ordnung ist - wo ist der Grund dafür, daß Du Dich nicht dem zuwendest, was wichtig in Deinem Leben ist: Mann und Kind ?

Wenn Du Dir einen Seelenklempner brauchst dafür, Dich von Vater und Mutter abzunabeln um Dich irgendwann (endlich) den schönen Dingen wie Kind und Mann zuzuwenden, dann verzögert das die Problemlösung nur und macht die Beziehung kaputt - beides kostet Zeit, die Du nicht haben wirst.
 
  • #27
Ich vermisse ihn. Aber man kann jemandem keine Empathie beibringen. Oder?

Nein kannst du nicht, leider. Ich kann dich sehr gut verstehen und wäre an deiner Stelle auch extrem enttäuscht und voller Wut. Schlimmer finde ich noch: Anstatt zuzugeben, dass ER derjenige ist, der mit der Situation überfordert ist, schiebt er dir die Schuld zu. Von wegen so eine lange Trauerphase wäre nicht "normal"....wenn ich so etwas schon höre.

Ich denke du hast hier einen Schön-Wetter-Frosch, der dir in schwierigen Lebenssituationen keine Stütze ist. Das wird sich auch nie ändern. Ich habe hier den Eindruck, dass er dich im Moment eigentlich noch zusätzlich stresst und dass es gerade wirklich besser wäre, wenn du mit deinem Kind allein bist.

Die FS wird nicht "gepampert", weil man ihr hier sagt, dass sie sich gedrückt fühlen soll. Empathische Menschen nehmen nun mal Anteil an der Trauer anderer, vor allem wenn man so etwas schon einmal selbst erlebt hat. Aber Empathie ist leider nicht jedem geschenkt.

w(28)
 
  • #28
weil Du innerlich nicht begriffen hast, daß Dein Mann und Dein Kind von nun an wichtiger sind als Vater und Mutter.

Ich habe den dummen Eindruck, hier hat schon mal eine Frau nicht so reagiert, wie der Herr es wollte. Im Leben eines Menschen gibt es mehr wichtige Menschen als nur den Partner und die eigenen Kinder.

Die FS war auch das Kind von ihrem Vater und sie hat versucht am Ende seines Lebens ihm die Würde und Liebe zu geben, die er verdient hat, als Dank dafür, was er für sie in ihrem Leben gemacht hat. Abnabeln von den Eltern bedeutet nicht, für sie nichts mehr zu fühlen.

Die FS hat es richtig gemacht und sich professionelle Hilfe geholt.

Die FS sollte das Problem mit ihrem Partner mit ihrem Therapeuten besprechen und ob die Beziehung noch Sinn hat.

FS, wenn das was Du über Deine Mutter schreibst stimmt, dann musst Du akzeptiert dass sie krank ist und auch nicht anders kann. Du musst für sie genauso Verständnis für sie aufbringen, wie Du Verständnis von Deinem Partner erwartest.

Du musst auch akzeptieren, dass Dein Partner Dich nicht versteht und Du für Dich die Konsequenzen ziehen musste. Es ist nur schade und schlimm, dass ein Kind dazwischen ist, welches für das alles nichts kann. Aber vielleicht braucht auch Dein Partner Hilfe mit dem Umgang von Trauer aber Du kannst ihn dazu nicht zwingen.
 
E

Elissa

Gast
  • #29
Weil Du es nicht begriffen hast, daß Mann und Kind wichtiger sind läßt Du es zu, daß Mann und Kind wegen weniger wichtiger Personen (verst. Vater, Mutter in der Nervenheilanstalt) vernachlässigt werden.

Mann und Kind sind wichtiger als Vater und Mutter?
Kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, außer beim Kind. Für mich steht an erster Stelle das Kind und dann die engere Famile wie Eltern und Geschwister. Ein Mann ist nicht so wichtig. Im Ernstfall steht man sowieso alleine da, wie man am Beispiel der FS sieht. So einen empathielosen Versager braucht keine Frau an ihrer Seite.
 
  • #30
Du vegisst aber völlig (und bist darin dann Deinerseits völlig unempathisch) , dass er vielleicht ein ganz anderes Verhältnis zum Tod hat. Für ihn gehört vielleicht der Tod zum Leben dazu. Das ist eine harte Ansicht, aber durchaus nicht unmenschlich.
Aus den Problem Deiner Eltern wollte er sich (verständlicherweis)e heraushalten
Leben sein Eltern noch?

Dann ist es irgendwann aus Dir herausgeplatzt und Du hast ihm Vorwürfe deswegen gemacht. Er fühlte sich von Dir angegriffen (war dann effektiv ja auch so) und hat sich gewehrt.
Sicherlich gehört auch der Tod für die FS zum Leben dazu für uns alle übrigens und nicht nur für ihn. Aber sie hat ihren Vater (und eigentlich auch Mutter) verloren und nicht er! Er hatte überhaupt keine emotionale Bindung an ihn. Wie wäre es, wenn er Vater oder Mutter verloren hätte? Hätte ihn das kalt gelassen und er hätte nur funktioniert?

Doch es ist unmenschlicb so empathielos zu sein, denn Empathie empfinden auch die Tiere nicht und Mitgefühl macht uns erst recht richtig menschlich. Natürlich kann man das Leben bzw. den Tod rational und kalt betrachten ohne eine Emotionsregung sozusagen wie ein programmierter Roboter!

Ihr Parter ist das letzte, dass ich haben wollte! Kaltherzig, ignorant, empathielos und obendrein beleidigend und völlig respektlos! Was erlaubt er sich, ihr vorzuschreiben, wie lange sie zu trauern hätte?

Mich machte es richtig wütend, das zu lesen, denn ich erlebte das Gleiche von einer bekannten Frau nach dem Tod meines Vaters, die anmassend war, mir zu sagen, was für mich in der Zeit gut sei und was ich zu tun hätte! Ich hätte sie vor Wut verprügeln können.
 
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