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Gast

  • #1

Beziehung, Krankheit und Sex

Eigentlich sollte ich genug Erfahrung haben, aber im Moment weiß ich nicht weiter.

Mein Partner (fast sechzig) und ich (53) sind seit fast zwei Jahren zusammen und es besteht eine tiefe Bindung zwischen uns. Im letzten Jahr entwickelte er eine ziemlich massive Depression, zog sich zurück, meldete sich wieder sehr häufig, er ließ sich helfen, nimmt seit November ein Antidepressivum und war jetzt für fast sechs Wochen in einer Tagesklinik.

Es geht ihm viel besser, aber beim Kuscheln kommt nur sehr wenig von ihm und Sex findet fast nicht mehr statt. Vor der Erkrankung war es häufiger, er hat aber auch manchmal mit "Pillen" nachgeholfen.

Es geht mir nicht gut damit, ich würde gerne 2-3 Mal in der Woche Sex haben, ich befriedige mich ständig wieder selbst.

Ich habe aus zwei Gründen noch nicht das Gespräch gesucht: Nach meinem Gefühl ist er der "Impuls-Sex" Typ, darüber reden könnte ihn völlig blockieren. Zudem habe ich in früheren Beziehungen schon erlebt, dass die Männer zuerst begeistert davon waren, dass ich immer mitgemacht habe und auch die Initiative ergriffen habe, irgendwann dann aber abgetaucht sind. Es war ihnen wohl zuviel, irgendwie die Männlichkeit angeknackst.

Sollte ich einfach noch Geduld haben? Bis er das Medikament nicht mehr braucht? Oder sich ansonsten etwas ändert, keine Ahnung, was?
Das geht aber jetzt viele Monate schon so, ich schlafe schlecht, bin genervt. Ihn in Ruhe lassen, eine Affäre suchen? Das wäre kein Problem, ich gefalle den Männern noch sehr, aber ich will das nicht, habe noch nie einen Partner betrogen. Einfach weiter zappelig bleiben?

Vielen Dank für eure Gedanken!
 
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Gast

  • #2
Oh, ich (49) kann dich gut verstehen. Die Lust kribbelt in einem und das "Objekt der Begierde" liegt neben einem und will/kann nicht. Das ist schrecklich und ich habe das auch nur eine begrenzte Zeit ausgehalten. Ich finde, du musst das ansprechen, schließlich musst du auch auf dich und dein Seelenheil achtgeben. Vielleicht gibt es die Möglichkeit, sich mit dem Problem an einen Arzt zu wenden? Mein Urologe z.B. bietet speziell für Männer Ü55 eine entsprechende Beratung an. Aber das muss auch dein Partner wollen - zu eurem beiderseitigen Nutzen. Wenn du ihn darauf behutsam ansprichst, muss ihm klarwerden, wie wichtig er dir ist, aber auch der Sex mit ihm, und dass der aktuelle kein Dauerzustand sein darf. Wenn er dann nicht reagiert, bleibt vielleicht nur die Trennung - sicherlich schmerzhaft, aber du kannst ja auch deine starken Bedürfnisse nicht auf Dauer verleugnen.

Ich wünsch dir viel Glück.
 
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Gast

  • #3
Wie wäre es, wenn du es dir in seiner Gegenwart selbst machst? Bekommt er dann keine Lust?
 
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Gast

  • #4
Liebe FS

Ich bin 43 Jahre alt und habe so gut wie dasselbe Problem wie du, leider.
Wir haben seit 4 Monaten nicht mehr zusammen geschlaften. Seit Oktober letztes Jahr so 3mal. Es ist schrecklich für mich.
Mein Partner hat auch eine Depression. Er bestreitet es zwar. Ich finde aber doch. So wie er sich verhält.
Der Unterschied zu dir: Meiner will keine Medikamente und auch in keine Klinik gehen. :-(
Es ist ihm unangenehm wenn ich ihn berühre. Es ist kaum auszuhalten für mich. Ich brauche die Sexualität in einer Beziehung so sehr. Fremdgehen kommt für mich auch nicht in Frage.
Ich kann dir nur sagen: Geniesse es, wenn ihr überhaupt noch Sex habt. Ich beneide dich ;-)
Die Frage ist halt immer, wie lange so eine Situation besteht. Ich hoffe auch schon seit Monaten auf eine Besserung. So langsam komme ich aber an meine Grenzen. Ich weiss nicht, wie lange ich das noch mitmachen kann. So wie es sich bei euch aber anhört, ist kuscheln doch noch ein Thema. Oder habe ich das falsch verstanden. Einfach kommt seinerseits nicht sehr viel. Er bemüht sich aber? Wenn das der Fall ist, dann finde ich, ist ja doch wenigstens "Etwas" vorhanden. Ich denke schon dass eine Depression das Sexuelle sehr beeinflussen kann.
Ansprechen....ja das ist so ein Thema. Wir haben inzwischen dauernd Diskussionen deswegen. Er merkt ja, dass ich unglücklich bin und spricht mich dann an. Je mehr er zu spüren kriegt, dass ich wegen ihm unglücklich bin, umso mehr distanziert er sich von mir.
Ich denke schon,dass du ihn ansprechen solltest, denn es ist etwas für dich sehr Wichtiges. Sei aber ganz feinfühlig dabei und gib ihm gleichzeit zu verstehen, dass du ihn sehr liebst. Es ist ein sehr heikles Thema. Du darfst ihn keinesfalls unter Druck setzen. Einfacher gesagt als getan. Also bei uns hat's nicht geklappt. Ich weiss, dass er wegen mir total unter Druck ist und bei uns wird sich früher oder später was ändern in unserer Beziehung. Es geht nicht so weiter.
Da aber bei euch ein anderer Fall ist und er sich auch ärztliche Hilfe holt, habt ihr sicher gute Voraussetzungen, dieses Problem wieder in den Griff zu bekommen.
Ich wünsch dir viel, viel Kraft. Ich kann dich sehr gut verstehen.

Alles Liebe
 
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Gast

  • #5
Es gibt mehrere Möglichkeiten:
1. Antidepressiva können wesensverändernd sein und sich durchaus auf die sexuelle Lust auswirken.
2. Mit einer mittelschweren bis schweren Depression hat man vermutlich andere Probleme als die Lust des Partners.

Wenn er in einer Tagesklinik war, hat er Kontakt mit Ärzten. Ich würde ihn bei einem Arztbesuch als "Angehöriger" mal begleiten und bei passender Gelegenheit mit dem Arzt sprechen. Ihn selbst zu stark zu fordern, könnte kontraproduktiv sein.
 
  • #6
Viele Antidepressiva haben als Nebenwirkung Erektions- und Orgasmusprobleme. Sie dämpfen eben auch und damit nicht nur Angst und Traurigkeit, sondern auch die Spitzen nach oben wie Ekstase und Lust.
Aber nicht jedes Mittel wirkt bei jedem Menschen gleich. Er sollte mal mit seinem Arzt reden, ob es wirklich nötig ist, diese massive Nebenwirkung in Kauf zu nehmen. Gerade, wenn er sonst auch ncihjt so der "Steher" war.
(Das ist mein generelles Problem mit ADs. Sie sind Therapie Nr.1, weil sie billiger sind als nur Gesprächstherapien mit unklarem Ausgang. Aber gerade die Nebenwirkungen wie sexuelle Unlunst und massive Gewichtszunahme können Depressive unterm Strich noch mehr runterziehen.)
Nur er muß das wollen.
Vielleicht solltest ihr auch andere Dinge klären. Sehr ihr beide das denn wirklich als Beziehung?
zog sich zurück, meldete sich wieder sehr häufig
Das ist für mich nicht, was ich als Beziehung bezeichnen würde, aus der ich mir dann nebenher eine Affäre suche, weil es im Bett nicht klappt. Das ist für mich ein halbgares, wenig belastbares Konstrukt, wo beim geringsten Versuch, Probleme zu klären, alles zusammenfällt, wie du ja selber befürchtest
 
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Gast

  • #7
Von einem 60jährigen, depressiven Mann der Antidepressiva schluckt, kann Frau nicht 2-3 mal wöchentlich Sex erwarten. Wenn du zwei Jahre mit ihm zusammen bist und die Depression sich erst vor ca. 1 Jahr entwickelt hat, solltest du mal nachdenken, ob du nicht als (Mit-)Auslöser in Betracht kommst, denn Depressionen entstehen meist durch Stress, d.h. Überforderung, ob im Beruf, privat oder sonstwo. Zwei- bis dreimal von einem 60jährigen Sex die Woche zu erwarten und ansonsten schon am Rad zu drehen, löst einen starken Druck bei diesem aus.

In beiderseitigem Interesse solltest du dich trennen und dir einen jungen, gesunden, potenten Mann suchen, der deine Bedürfnisse befriedigt und er hat dann auch die Chance eine Frau zu finden, die ihn sexuell nicht unter Druck setzt, denn viele Frauen haben ab einem gewissen Alter gar kein Interesse mehr an Sex und hätten mit seiner Impotenz bzw. Lustlosigkeit kein Problem, ganz im Gegenteil.

Alles kann Frau nicht haben, einen jungen, potenten Hengst in Gestalt eines älteren, kultivierten Herrn, so etwas gibt es nicht, da muß Frau sich schon für das eine oder andere entscheiden.
 
  • #8
diese dauernden Ratschläge sich zu trennen sind wirklich u n g l a u b l i c h!

Sprich mit ihm - in einem guten Moment, in einem ruhigen Ton. Schlage (sic!) keine Lösung vor sondern lasse ihn auf die Lösung (Arztbesuch) kommen. Es wird werden. Es geht ihm sicherlich nicht besser als Dir. Das ist kein schöner Gedanke, macht es aber vielleicht noch ein bisschen leichter für Dich.
 
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  • #9
diese dauernden Ratschläge sich zu trennen sind wirklich u n g l a u b l i c h!

Sprich mit ihm - in einem guten Moment, in einem ruhigen Ton. Schlage (sic!) keine Lösung vor sondern lasse ihn auf die Lösung (Arztbesuch) kommen. Es wird werden. Es geht ihm sicherlich nicht besser als Dir. Das ist kein schöner Gedanke, macht es aber vielleicht noch ein bisschen leichter für Dich.
Sex oder Trennung.
Und dann noch selbst ernannte medizinische "Experten" als Ratgeber.

Nein.

Sprechen Sie mit ihm, und reflektieren Sie (bitte vorher) Ihre Haltung und Ihre Erwartungen.
Welche anderen gemeinsamen Themen (außer Sex) haben Sie denn? Etwa keine?

Ich hatte als Arzt vor Jahren mal einen Patienten im Alter von fast 80, der selbst nach einer Operation nicht aufhören konnte, an sich selbst herumzuspielen. Wir haben ihn dann vorzeitig entlassen, weil er sonst zum Schutz des Pflegepersonals in die Psychiatrie gemusst hätte. Ich frage mich gerade, weshalb ich an diesen Mann denken muss, wenn ich hier die selbstverständliche Erwartung an dreimal wöchentlichen erfüllenden Sex mit einem 60-jährigen Mann lesen muss. Das mag es geben, aber es ist insgesamt eher die Ausnahme denn die Regel. Und das ist übrigens durchaus gut so. Es gibt noch andere wichtige Dinge im Leben...

Aber: Sie müssen schon für sich selbst entscheiden, was Ihnen wichtig ist. Und dann bitte dazu stehen, mit allen Konsequenzen. Da wir nicht im Paradies leben, werden wir nicht "alles" und am liebsten natürlich auch noch "gleich(zeitig)" haben können. Es gehört eine gewisse Reife dazu, das zu erkennen und anzuerkennen.

M50
 
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Gast

  • #10
Hier FS.

Doch, eine Beziehung ist es auf jeden Fall - wir sind einander sehr wichtig, machen Pläne, er mehr als ich, haben Stunden und Stunden geredet, wir wollen zusammen leben.

Das letzte Jahr war teilweise so schrecklich, so etwas hält man nur durch, wenn da wirklich viele Gefühle sind. Wir passen auch gut zusammen, ich spüre auch, dass er mich auf keinen Fall verlieren will.

Aber gerade deshalb will ich keinen Druck machen, ihn konfrontieren. Männer in dem Alter haben ja sowieso Versagensängste, sind öfter mal deshalb blockiert, wenn ich jetzt schildere, wie frustriert ich manchmal bin, wie lange ich das schon verstecke, dann weiß er auch, dass ich ganz schön Theater vorgespielt habe!

Er war ja früher schon beim Arzt, aber jetzt mit dem Antidepressivum soll er wohl die Pillen nicht nehmen.

Vor kurzer Zeit erzählte er, dass er das AD noch etwa ein halbes Jahr lang nehmen soll. Ein halbes Jahr! Ich habe nur hm hm gemacht, ich könnte, naja.

Wenn ich mit ihm rede, könnte es sein, dass ich nur Druck aufbaue, dass es ihm psychisch deshalb schlechter geht und er kann überhaupt nichts ändern, oder? Was dann?

Nein, ich WILL mich nicht trennen. Lieber halte ich irgendwie durch, glaube ich.
 
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  • #11
Hallo,

das könnte vielleicht die Nebenwirkung von den Medikamenten sein. Ich selbst hatte letztes Jahr massive Probleme und habe seit Juni Antidepressiva genommen (bin jetzt wieder beim Ausschleichen, da ich es wohl hinter mir habe).

Bei meinem Medikament steht unter anderem bei den Nebenwirkungen: Verringerte Libido.

Und das ist auch tatsächlich so! Ich habe ja zu vielem Lust - aber halt nicht dazu. Ich hoffe einmal, dass das jetzt beim Ausschleichen wieder anfängt.

Wobei das in der Zeit seit ich Single bin auch recht praktisch war :)

m46
 
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Gast

  • #12
Liebe FS
Ich kenne das Problem aus der Sicht des Mannes. 56.
Aus für mich heiterem Himmel, bin ich in eine tiefe Depression gestürzt. Plötzlich lebte ich in einer anderen Welt.
Heute geht es mir sehr gut.
Hatte aber auch Probleme mit der Sexualität. Beim nachschauen auf dem Beipackzettel der Medikamente habe ich auch gelesen, mögliche Einschrenkung der Libido.
Das ist sehr global beschrieben und hat mich eher verwirrt. Ich konnte wohl an mir rumspielen und hatte auch einen Erguss, aber keinen Höhepunkt. Es ist einfach nur herausgelaufen. Oder ich war wohl erregt aber kam nicht zum Ziel.
Das wäre theoretisch ja ganz toll. Nur funktionierte es mit meiner Partnerin nicht. War mir sehr peinlich.
Am unangenehmsten war für mich, dass ich einfach keine Lust auf meine Partnerin hatte.
Habe dann mit einem Medikament geübt, das den Testosteron erhöhen sollte. Das hatte auf das Lust- bekommen einen Einfluss.
Aber nachdem ich die Depressionsmedikamente absetzen konnte, ist nach 3-4 Monaten die normals Sexualität wieder aktiv.
Heute haben wir 3-5 mal Sex in der Woche. Lust habe ich sogar noch öfters.
Habe einfach ein wenig Geduld, es kommt in Ordnung.
 
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Gast

  • #13
Mit darüber reden, wird es nicht besser. Er wird sich bedrängt fühlen, oder als Versager.
Du musst darüber reden, aber villeicht besser mit einem Artzt.
Wenn Du ein so grosses Verlangen hast, verwöhne Dich selber und freue Dich auf ihn, wenn er wieder für Dich da ist.
In einer Depression, braucht man so viel Energie für alles andere. Nur um zu funktionieren.
 
  • #14
Das einzige, was wirklich hilft: Passe Deine Ansprüche der Realität an.
Du bist mit einem psychisch kranken Mann zusammen, der wahrscheinlich viele Baustellen hat und aus ärztlicher Sicht noch weiterhin Medikamente nehmen muss. Akzeptiere das! Bedenke doch bitte folgendes: Depression ist eine schwerwiegende Erkrankung, die mitunter sogar tödlich endet (geht mit hohen Suizidraten einher). Er kann seine Medikamente nicht einfach reduzieren oder absetzen und selbst wenn er es täte: seine Libido würde nicht ansteigen, sondern höchstwahrscheinlich seine Depression wieder stärker in den Vordergrund treten.
Man hat in einer Beziehung keinen Anspruch darauf, dass der andere genau diesselbe Libido hat. Mit seiner eigenen Sexualität muss man immer zuerst selbst fertig werden. Die sexuelle Begegnung mit einem anderen Menschen ist ein Geschenk, nichts was man ansprüchlich einfordern kann! Damit musst Du einfach fertig werden. Im Übrigen finde ich es reichlich überzogen dreimal in der Woche Sex zu haben. Welches berufstätige Paar (mit oder ohne Kinder) bekommt das schon realistischerweise hin? Wie soll das dann ein 60-jähriger psychischer kranker Mann schaffen?
 
G

Gast

  • #15
Drei mal die Woche Sex (und mehr) ist bei uns auch noch vielen Jahren, Berufstätigkeit und Kindern immer noch normal, dass hat sich nie geändert! Das ist Kraftquell und Erfüllung.

In Eurem Alter ist Sexualität noch immer ein wichtiger Teil des Zusammenseins und Deine Wünsche normal. Die Zeiten, in denen man Sex in diesem Alter als erledigt ansah, sind lange vorbei.

Wenn allerdings eine psychische Erkrankung bei Deinem Partner vorhanden ist und er dauerhaft Medikamente nehmen muss, wird sich seine Libido wohl nicht mehr großartig ändern. Damit musst Du rechnen.

Und wenn eine Beziehung nur noch besteht, weil sich einer total zurücknimmt, seine eigenen Bedürfnisse völlig hinten an stellt und sich nicht trauen kann, dass Gespräch mit dem Partner zu suchen, gerät sie in eine Schieflage. Das ist auf Dauer nicht lebbar.

Du solltest nicht weiter nur abwarten, ein Gespräch mit Deinem Partner und einem Arzt/Ärztin seines Vertrauens muss stattfinden. Hier kann man über Prognosen sprechen und gemeinsam mit dem Partner Wege suchen, wie auch Du eine einigermaßen erfüllte Sexualität haben kannst.
Wenigstens Küsse, Zärtlichkeit und Berührungen sollten keine Mangelware sein und er Dich im Arm halten, wenn Du Dich streichelst.
So viel sollte Dein Partner Dir entgegenkommen können, Du steckst für ihn ja auch zurück.
 
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Gast

  • #16
1. Antidepressiva können wesensverändernd sein und sich durchaus auf die sexuelle Lust auswirken.
2. Mit einer mittelschweren bis schweren Depression hat man vermutlich andere Probleme als die Lust des Partners.
Liebe FS,
Antidepressiva sind nicht wesensverändernd. Das ist noch nichtmal eine Laienmeinung sondern schlichtweg falsch. Antidepressiva können sehr stark Libidohemmend sein - lies die Packunsgbeilage seines Medikamentes oder google es. Was auch immer dabei rauskommt: wenn Du mit ihm nicht darüber reden kannst, dass er sich um ein anderes Medikament bemüht, dann kann sich daran nichts ändern.

Die Ursache muss auch nicht im AD liegen, bei Depression ist man sich selber so fremd, dass man einen andern schon garnicht spüren kann, keine Liebe - nichts. Insofern hat der Poster oben mit seinem 2. Satz unbedingt Recht. Du solltest Dich über das Krankheitsbild mal ein wenig informieren, damit Du halbwegs zu einem Verständnis kommst - aber jeder Krankheitsverlauf ist anders.

Wenn er aus Schamgefühlen nicht mit seinem Arzt redet, ändert sich nichts und wenn Du glaubst mit einem ü60jährigen, der an Depression erkrankt ist, mehrmals in der Woche Sex haben zu können, dann hast Du wirklich ein Informationsdefizit, sowie ein Empathieproblem. Das setzt ihn wiederum so unter Druck, dass es garnichts mehr werden kann. Red' mit seinem Facharzt darüber, wenn er es zulässt, so ein öffentliches Forum wird Dir da nicht viel helfen können. Ja, die Sterblichkeitsquote an Depression ist bei Männern im höheren Lebensalter signifikant erhöht.
 
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Gast

  • #17
Stimmt,. wenn du mit ihm redest, könnte er blockieren. Er könnte es aber auch als durchaus befreiend empfinden. Und was soll bitteschön dieses Gerede von den "Männern, die dann schon einmal..."??? Jeder Mensch, in diesem Fall Mann, ist anders.
Und ich werde es nie verstehen, weshalb hier Vermutungen angestellt werden wenn man doch miteinander reden sollte. Vor allem in solchen Situationen.
Wenn ihr das nicht allein schafft, dann geht zu einem Mediator, einer Mediatorin. Die können professionelle Gesprächsführung.
w/46
 
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Gast

  • #18
Antidepressiva können sehr stark Libidohemmend sein - lies die Packunsgbeilage seines Medikamentes oder google es.

Wenn er aus Schamgefühlen nicht mit seinem Arzt redet, ändert sich nichts und wenn Du glaubst mit einem ü60jährigen, der an Depression erkrankt ist, mehrmals in der Woche Sex haben zu können, dann hast Du wirklich ein Informationsdefizit, sowie ein Empathieproblem. Das setzt ihn wiederum so unter Druck, dass es garnichts mehr werden kann.
Hier FS.

Lieber Gast, ich würde mir mehr Sex wünschen - optimaler Weise vielleicht etwa 2-3 Mal wöchentlich, aber schon 2-3 Mal monatlich wäre traumhaft gegenüber 3-4 Mal in elf Monaten, wie leider die Realität ist.

Teilweise wird bei seinem Medikament von Libidoverlust berichtet, ja. Aber ich zögere ja ein Gespräch heraus und schauspielere, dass mir nichts fehlt, gerade weil ich fürchte, dass es den Druck erhöht.

Ja, ich weiß nicht, wie er reagieren würde. Ja, vielleicht wäre er erleichtert, wir könnten zusammen mit einem Arzt sprechen und so weiter, ja, vielleicht.

Aber! Er hat mich als leidenschaftliche Frau kennengelernt. Logisch war, dass er in seiner schlimmen Zeit wirklich keinen Gedanken an Bett-Probleme haben konnte.

Aber es geht ihm besser, er steckt nicht mehr in seinem Tunnel, er denkt wieder von sich aus darüber nach, wie er mir eine Freude machen könnte.

Und dann kommt er nicht ein Mal auf die Idee, dass mir etwas fehlen könnte? Ich denke, dass er das ausblendet, wegschiebt, weil es ein zu schwieriges, schmerzhaftes Thema wäre. Er hat Angst davor, da bin ich mir ziemlich sicher, große Angst, sonst hätte er mich schon irgendwann angesprochen darauf.

Und ich habe auch Angst - vor allem davor, dass ein solches Gespräch ihn runterzieht, dass es ihm schlechter geht. Und dann hätte ich ja wohl ein schlechtes Gewissen! Vielleicht ist das falsch, aber das ist mein Gefühl.

Lieber Gast von 08.37, ich freue mich, dass es Dir besser geht - auch in Bezug auf Sex! Auch wenn das bei meinem Partner noch sehr lange dauert, Du machst mir Mut!

Vielen Dank an alle!!!
 
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Gast

  • #19
Ich finde das eine Antwort noch nicht dabei war. Nämlich dass du das Thema zu stark überdramatisierst. Es ist nicht schlimm wenig Sex zu haben. Man kann gut mal eine Weile mit weniger sein. Manche müssen jahrelang ohne auskommen und da lernt man auch das zu regulieren. Sollte man eigentlich irgendwann mal können. Würde sagen so ab 35. Ein paar Tage Disziplin und die Finger weglassen, dann wirst du merken dass das nach und nach weniger wird.
Du setzt deinen Partner ansonsten viel zu sehr unter Druck und das wird dir das volle Gegenteil geben. Leider ist das meistens so. Sex kann man nicht einfordern und Bedürftigkeit ist da unsexy.
In Wahrheit ist er auch nicht das Wichtigste. Gibt deutlich wichtigeres. Nämlich das der Respekt und die Liebe noch da sind. Zu erklären das er die als leidenschaftlich kennengelernt hat ist auch noch nie eine Garantie gewesen das man deswegen bis zum Ende seiner Tage Sex geliefert bekommt.
Schau dir lieber an, welche Gefühle da sonst noch hinter stecken (Ablehnung, nicht mehr attraktiv fühlen, etc.) und mach dich davon unabhängig. Die Chance darauf das dann wiederkommen was du dir wünschst wenn du einen Raum einräumst ist sicher größer.
w46
 
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Gast

  • #20
Was ist so schwierig daran, das Gespräch und zusammen eine Lösung zu suchen? Das ist doch soooo menschlich und für zwei Menschen, die sich lieben, wie sie sind weder etwas zum sich schämen noch etwas, das Druck aufbaut. Gerade weil Sex so aufgebauscht wird und in vielen Beziehungen einen so hohen, wichtigen Stellenwert hat, wird oft vergessen, was er ganz banal ist: Triebbefriedigung. Ja, ich weiss, es werden Bindungshormone ausgeschüttet usw., aber wenn die Qualität einer Beziehung mit der Häufigkeit von sexuellem Kontakt gleich gesetzt wird (was hier oft getan wird), wundert es nicht, dass Menschen keinen normalen Umgang mehr mit diesem Thema pflegen können. Also bitte FS, sprich mit Deinem Partner über dieses Thema wie über ein neues Rezept für Apfelkuchen...oder so ;-)

w, 44, mit genügend Eigenerfahrung
 
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Gast

  • #21
Man kann gut mal eine Weile mit weniger sein. Manche müssen jahrelang ohne auskommen und da lernt man auch das zu regulieren. Sollte man eigentlich irgendwann mal können.
Hier FS.

"Eine Weile" hatte ich schon - viele Jahre, in denen ich eine chaotische Trennung bewältigt und mich um die Kinder gekümmert habe. Das ging schon, war aber ab einem bestimmten Punkt einfach nur noch übel.

Diese Jahre sind aber nicht der Punkt, sondern die Tatsache, dass für mich ohne Sex schon extrem viel fehlt in einer Beziehung.

Regelmäßig schöner Sex lässt das Gefühl der Zusammengehörigkeit wachsen, man hat blendende Laune, lacht viel, es hilft über manche Unwegsamkeit im Alltag und der Beziehung hinweg, ich schlafe viel, viel besser.

Und, entschuldigung, mein Temperament gehört genau so zu mir wie mein sonstiger Charakter. Soll ich das einfach ausknipsen oder wie?

Dennoch: "Wie über ein Rezept für Apfelkuchen" wäre meiner Meinung nach solch ein Gespräch für einen Mann nie!

Egal wie behutsam und diplomatisch man das formulieren würde, "Du genügst mir nicht als Mann" ist schon eine sehr schlimme Botschaft für jeden Mann - oder? Wie würden die Männer hier das empfinden?

In der letzten Woche hat er sich an zwei Tagen wieder schlecht gefühlt, dann ging es wieder. Und dann ein solches Gespräch? Ich kann das nicht.
 
G

Gast

  • #22
Liebe FS, ich stimme dir zu, ein Gespräch über dieses Thema wäre in dieser Phase absolut nicht hilfreich. Entweder würde es ihn in noch tiefere Depressionen stürzen oder es wäre ihm (wie alles um ihn herum) egal. Beides würde dir nicht weiter helfen. Du hast glaube ich nur die Wahl, diese Phase einfach durchzustehen, oder zu gehen bzw. eine Affäre zu suchen.
Liebe Grüße, w 55