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  • #1

Beziehung mit Asperger Syndrom

Hat jemand von euch damit Erfahrungen, oder sogar schon einmal eine Beziehung mit einem Asperger erkrankten gehabt?
 
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  • #2
Wäre für mich ein NOGO.

w (46)
 
  • #3
Nein, käme für mich wirklich nicht in Frage. Autismus und ähnliche Syndrombereich sind einem partnerschaftlichen Leben ausgesprochen abträglich.
 
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  • #4
Muss man schon ziemlich tolerant für sein als Partner. Kommt aber auch sehr stark auf die Ausprägung an. Wie Du sicher weißt, ist Asperger nicht so krass wie "echter" Autismus und viele von den Betroffenen können recht sozialkompetent sein. Ich bin mit einem sehr gut bekannt, der sich partout keine Gesichter merken kann, ansonsten aber ziemlich "normal" ist.

Ich würde sagen: wenn Du noch nicht verliebt bist, mach lieber einen Bogen drum. Wenn Dein Herz schon entflammt ist: versuchs!
 
  • #5
Ich glaube ich könnte damit auch nicht klar kommen. <MOD: Lassen Sie andere formulieren, wie sie wollen und formulieren Sie selbst so, wie Sie möchten.>
 
  • #6
Hatte einen Kollegen mit Asperger-Syndrom. Das ist ganz schwierig. Ich nehme an, Du hast bei Wikipedia schon nachgelesen, was das bedeutet. Im Alltag und fachlich hat der Kollege "funktioniert". Zwischenmenschlich war es aber eine Katastrophe. Als Partner könnte ich mir so jemanden nicht vorstellen.

Ich glaube man kann nur dann mit jemanden zusammen sein, der unter Asperger leidet, wenn man selbst das Asperger-Syndrom hat.
 
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  • #7
Hallo, ich habe gerade eine fast 10jährige Beziehung beendet. War kurz vor einem Nervenzusammenbruch und konnte mir nicht erklären, warum es die letzten 2 Jahre immer mehr den Bach runterging. Erst nachdem ich "unwissend über ein evtl. Asperger-Spektrum" mich zunächst auf Zeit aus der gemeinsamen Wohnung rausgezogen habe, bin ich in einem Zeitungsartikel über den Begriff Asperger im wahrsten Sinne des Wortes gestolpert. Es war nur so lange gut gegangen, weil ich die fehlenden empathischen Facetten meines Lebensgefährten aufgefangen habe - aus Liebe halt. Seit zwei Jahren wohnt nun neben meinem eigenen Sohn aus erster Ehe sein fast erwachsene Sohn mit im Haus - und im Nachhinein habe ich verstanden, dass ich nun zwei Aspies zu Hause zu handeln hatte - das kann kein einzelner Mensch auffangen. Die Krankheit ist bei meinem Lebensgefährten bisher nicht diagnostiziert und er findet den Gedanken daran vollkommen bescheuert. Wenn man die vielen kleinen und großen "Macken" versucht zu erklären, dann bekommt man ständig gesagt, dass das doch für "Männer" ganz normal sei. Ich versuchs dann so zu erklären: Wenn Du ein 500-Teile-Puzzle hast und jeder Mensch hat davon sagen wir mal 50 Macken, ist das im Alltagsleben tragbar. Wenn die Puzzleteile aber fast ein Puzzle "voll machen", dann geht das über die Kraft des Partners. So weh es auch tut, ich kann das alles nicht auffangen, ohne selbst vor die Hunde zu gehen - und bin gegangen.
 
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  • #8
da für mich soziale Interaktion, Kommunikation auch von Emotionen sehr wichtig ist, wäre eine solche Beziehung für mich wohl nicht vorstellbar. Sie würde auf jeden Fall sehr schnell zerbrechen, denn ich merke in der Regel sehr schnell, wie jemand im sozialen, emotionalen und kommunikativen Bereich "tickt"... dann würde ich mir das eine Weile ansehen und wenn ich mir dann sicher wäre, dass es sich nicht um eine vorübergehende Phase handelt, dass der Partner das nicht ändern kann (oder nicht ändern will), dann wäre die Trennung für mich die einzige Möglichkeit. Sonst würde ich mich in der Beziehung aufreiben und kaputt gehen.
 
  • #9
Erfahrungen habe ich bisher nicht (zumindest ist es mir nicht bekannt).

Habe bei wikipedia nachgelesen... Ob ich mir das selbst persönlich vorstellen kann? Verneinen werde ich das pauschal sicherlich nicht, da die Ausprägung doch sehr wichtig ist! Mein Sohn hat ein anderes Syndrom und wenn man auf wikipedia das Theoretische liest, 'erschreckt' man auch, allerdings hat er bisher nur etwa 2-3 ausgeprägte Merkmale, was hoffentlich auch so bleibt (er ist erst 2)!!!!
Im Laufe der vergangenen Jahre habe ich mich bezüglich Syndromen recht gut belesen und was mich etwas verwundert hat, dass sogar der normalen Eigenschaft 'Schüchternheit' ein Syndrom zugeordnet wird (Name ist mir entfallen). --> es gibt sehr viele schüchterne Menschen!

Fazit: wenn ein potentieller Partner nicht bereits in der Kennlernphase für mich nicht akzeptable Seiten zeigt, wäre ich einer Beziehung sicherlich abgeneigt... anderenfalls würde ich das auf jeden Fall probieren.

PS: wenn man jeden einzelnen Menschen sehr genau untersuchen würde, würde man sicherlich bei fast jedem das ein oder andere finden ;-)
 
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  • #10
zu #8

Ja, Nancy, mit deinem PS hast du wohl recht, es gibt mehr psychische Störungen bzw. Verhaltensweisen, die man für "normal" hält, aber die längst nicht normal sind. Somit haben viele Menschen ihre psychischen Probleme, wo es aber halt sehr feine Unterschiede und Auswirkungen gibt.

Mit manchen "Macken" kann man gut umgehen und hat es gelernt, soweit man sich selbst hinterfragen kann und an sich arbeiten möchte, die negativen Auswirkungen der Macken, zu "bekämpfen", aber es gibt genug Menschen, die ihre Macken nicht erkennen können, was z.B. auch schon wieder eine Form von psychische Störung ist und von daher, wenn die Ausprägung der "Macke" extrem ist, leider ihr ganzes Leben lang darunter leiden müssen.

Und je mehr man sich mit dem ganzen Thema beschäftigt, desto sensibler und aufmerksamer nimmt man solche "Macken" wahr, so geht es mir jedenfalls und erschrickt sich immer mehr, wie gebeutelt einige Menschen sind und welch negative Auswirkungen das auf ihr Leben hat.
 
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  • #11
Ich habe einen Verwandten, der mehr oder weniger unter die Diagnose Asperger fällt.

Ergebnis: So etwas - auch nonverbal - Unkommunikatives habe ich selten erlebt.

Und ohne Kommunikation... ? Kann ich ja mit meinem PC mehr anfangen! :)
 
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  • #12
Ich habe die Beiträge gelesen und finde sie alle recht interessant. Ich kenne zwei Menschen mit Asperger, es sind alles sehr liebe und sehr intelligente Menschen, und ich bin sehr gerne mit ihnen zusammen. Für eine Partnerschaft jedoch käme ein Mensch mit Asperger für mich nicht in Frage. Ich bin "Narzist"geschädigt, und ich weiss, wie schwierig es ist, eine Beziehung einzugehen, bei man eigentlich immer andersartige Reaktionen bekommt, als man sie erwartet und die man vor allem nicht versteht. Bei nicht sehr starker Ausprgung des Syndroms könnte eine Partnerschaft funktionieren, wenn sehr viel Verständnis, Respekt und Liebe vorhanden sind. Allerdings sollte man sich nichts vormachen: es könnte eine schwierige Partnerschaft werden.

Wenn du ein Zärtlichkeit suchender Mensch bist, der viel Nähe braucht (ich meine nicht "Klammern", sondern wirkliche Nähe), dann solltest du dir diese Beziehung gut überlegen und ein bisschen in der Fachliteratur stöbern. Wikipedia reicht nicht aus. Du solltest genau wissen, was auf dich zukommen könnte.
 
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  • #13
Hallo, ich bin eine Frau mit Asperger. Habe zum Glück einen lieben Mann gefunden, der dies völlig unproblematisch sieht. Er nimmt mich so, wie ich bin und ich glücklich. Manchmal kostet es mich schon Überwindung Nähe zu erreichen und Kommunikation "anständig" zu führen. Aber aufgrund langer Förderung durch meine Eltern, vielleicht auch ein sehr frühes Erkennen und viel Selbstdisziplin bin ich partnerschaftsfähig geworden. Ich finde, wenn man sich in einen Menschen verliebt, dieser ein Asperger ist, dann sollte man es trotzdem ausprobieren, denn bei manchen klappt es doch sehr gut! Ich habe auch Freunde mit der Diagnose, die ebenso in glücklichen Partnerschaften leben. Aber informiere dich wirklich gut darüber, denn es passieren immer Dinge, mit denen du nicht rechnest - Reaktionen etc.!
 
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  • #14
Hallo, auch ich habe ein leichtes Aperger. Was ich hier schlimm finde, ist die Pauschalisierung vieler Schreiber. Beim Asperger gibt es viele Ausprägungen und Varianten. So ist ein A. nicht unbedingt gefühlskalt.Oft werden Emotionen nur nicht "richtig" gedeutet und wiedergegeben.
Bei mir war es so, dass die Diagnose eine Erleichterung war so dass ich einen Punkt gefunden habe, wo ich an mir arbeiten konnte. Ich habe gelernt (und lerne noch und das macht Spass) mich dem "normalen" Leben anzupassen.
Also achte nicht auf die vielen Interneteinträge, die oft nur die extremen Fälle darstellen. Und die ICD10, darin sind die Kriterien, die A. definieren, sollten nur von Fachleuten genutzt werden.
Ich wünsche dir viel Freude, wenn du es versuchen willst. Es ist auf jeden Fall etwas neues, was sehr interessant sein kann.
 
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  • #15
ich bin mir sicher dass mein Partner das Aspergersyndrom hat und wir seit 32!!!!!Jahren nicht klar kommen und ich keine Kraft mehr habe zu gehen.Er erklärt mich für verrückt,wenn ich ihn auf diese Erkrankung anspreche,Ich weiß über Asperger nur durch meine Therapeutin,die die Vermutung geäußert hat, nachdem ich meine unlösbaren Probleme mit meinem Partner geschildert habe.Alles trifft zu ich kann damit kaum umgehen,Ich habe das so lange ausgehalten und komme nicht mehr raus.Es ist unglaublich was man so viele Jahre erduldet und "toleriert"
 
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  • #16
Liebe "Posting-Frau#14", ich bin die mit dem Posting #6 und schaue immer mal wieder hier rein. Ich hab die ersten 8 Jahre unserer Beziehung zwar auch als anstrengend erlebt, aber ich habe diesen Mann geliebt. Ich bin auch nicht einfach (wer ist das schon?) und deshalb hatte ich gelernt mit seinen "Macken" zu leben (er ja auch mit meinen ;o). Asperger kannte ich nicht. Erst als der damals 19jährige Sohn zu uns zog ging es rapide den Berg runter - ja, bei mir bis kurz vorm Nervenzusammenbruch und - ich hatte Gott sei Dank noch die Kraft - zu einem Auszug. Erst nach dem Auszug, wir hatten noch einen Paartherapeutentermin, den ich gefordert hatte, kam das Thema Asperger auf. Bin nicht therapieunerfahren und mir kam die Gesprächsführung des Paartherapeuten sehr komisch vor. Er sagte dann auch zum Ende des Gesprächs, dass er nicht wisse, ob er meinem Mann einen Therapeuten empfehlen könne, der ihm wirklich helfen könne. Zu Hause war ich kurz vorm Wahnsinnig werden, weil ich mit meinem eigenen Sohn (der über ein sehr großes emphatisches Vermögen besitzt und sehr gefühlsbetont ist) immer wieder gegen diese "Mauer" des absoluten Unverständnisses, Sprachlosigkeit oder - was mich fast zum Schreien bringt - unendlichen Diskussionen über Definitionsunterschiede von Begrifflichkeiten rannte. Und das dann ab dem Einzug des Sohnes MAL ZWEI!!! Ich hab ständig an mir selbst gezweifelt, ja - bis ich diesen Zeitungsartikel über beruflich hochqualifizierte Asperger-Leute gelesen habe. Über diesen Artikel hätte man den Namen meines Mannes schreiben können und im Unteritel den meines "Stiefsohnes". Die täglichen Interaktionen war 1zu1 unsere Lebenswelt.
Mittlerweile denke ich, dass die Trennung für alle gut war - auch wenn mein Mann das im Moment noch nicht sieht, denn wir haben uns wirklich geliebt (wie das in einem Posting hier stand - Asperger sind NICHT gefühlskalt. Das kann ich bestätigen, aber die zwischenmenschliche Interaktion ist eine andere). Mein Sohn und ich können wieder aufatmen und mein Mann kann mit seinem Sohn das Leben oder störende Einflüsse von so zwei emphatischen Menschen wie mir und meinem Sohn leben. Ach übrigens, der Therapeut sagte, dass mein Mann sich unbewusst eine Frau mit einem überdimensionalen emphatischen Vermögen ausgesucht hat, um das von ihm fehlende zu kompensieren.
Also, ich drück Dir den Daumen, dass Du Deinen Weg für Dich findest - wie immer er auch aussehen mag. Lieben Gruß!
 
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  • #17
An Asperger erkrankt man nicht!
Entweder man hat es oder man hat es nicht, seit Geburt an. Und auch muss man wissen, dass momentan Asperger sehr gerne bei "komisches" Verhalten angenommen wird, weil es gerade "in Mode" ist.

Also bevor sich jemand die Frage stellt, will ich mit einem A. eine Beziehung eingehen, dann gehört auch eine genaue Diagnose von einer spezialisierten Fachkraft (keine irgendwelche Therapeuten mit irgendwelchen Ausbildungen!) mit dem genauen Grad der Beeinträchtigung dazu, denn alles andere ist nur Vermutung. Und viele A.s sind sehr lernfähig und bemüht auch am sozialen Leben teilhaben zu können.

Da kein A. so ist wie ein anderer, darf man auf keinen Fall pauschalieren. Verfügt man über Einfüllungsvermögen (was in jeder Partnerschaft wichtig sein sollte) dann kann es auch genauso gut oder weniger gut mit einem A. gehen, wie eben auch in jeder anderen Partnerschaft.

@FS
Wenn dir etwas an dem Menschen mit A. liegt, und du dich dafür bereit fühlst, dann kannst du das Wagnis einer Beziehung mit ihm/ihr eingehen. Jede neue Beziehung ist ein neues Wagnis!

Ich kenne ihn/sie nicht, daher kann ich auch nicht berurteilen, ob eine Partnerschaft möglich sein könnte, aber wenn er/sie einer geregelten Arbeit nachgeht, einen eigenen Wohnsitz hat und auch sonst alleine im Leben zurechtkommt, dann dürfte es wahrscheinlich möglich sein.
 
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  • #18
Habe alles mit Interesse gelesen! Ich bin 41 Jahre verheiratet, aber....erst vor 1 1/2 Jahren wurde durch einen für mich lebensbedrohlichen Unfall (mein Mann als Fahrer, keine Gefahren erkennend, ich als Beifahrer)die Aspergerstörung bei meinem Mann diagnostiziert. Das ist eine längere Geschichte, aber die Tatsache als solche belastet mich mehr als ich jemals gedacht habe. Die "typischen Macken" meines Mannes habe ich bislang immer ausgleichen wollen mit dem Hintergedanken, irgendwann muss er doch mal etwas merken. Er nahm mich, meine Bedürfnisse und Wünsche nie wahr, aber ich bat immer darum... ohne Reaktion. Mich machte immer stutzig, dass er sehr gerne zu anderen jungen Frauen Kontakt aufnahm und Gefallen fand dank seiner Intelligenz und seines sehr guten Gedächtnisses. Er erzählte "ohne Punkt und Komma". Das war für andere amüsant, aber länger mussten sie nichts aushalten. Manchmal denke ich, dass meine Kraft nicht mehr ausreicht, doch mit einer Trennung würde ich mich total verschlechtern. Ich muss mir eigene soziale Kontakte suchen, eigenes Programm machen, um die Freude und Leichtigkeit am Leben nicht zu verlieren.Manchmal denke ich dann wieder, dass ich ihm die Chance gegeben habe, eine Familie zu gründen. (Zwei Jungs, ein Enkelkind, alles läuft gut) Es ist nicht leicht, mit so einem Menschen zu leben. Übrigens hatte ich schlechte Erfahrungen mit Therapeuten gemacht, die bei gemeinsamen Geprächen mich "an den Pranger" stellen wollten und die Sache überhaupt nicht durchschauten. Nun, ich versuche, mit all meinen Aktivitäten am Ball zu bleiben, aber die Einsamkeit ist oft belastend. Ich lese Fachbücher, um immer wieder zu erfahren, dass es jetzt eben so ist und sich nicht ändern wird. ER iwrd nichts ÄNDERN KÖNNEN: Ich muss mich arrangieren. Ich wünsche allen Betroffenen viel Kraft an/für Leib und Seele!!!
 
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  • #19
hallo, ich bin 72 und lebe seit 3 Jahren mit einem 7 Jahre jüngeren Mann, einem Aspie zusammen. Wir sind seit dem Moment wo wir uns kennengelernt haben sehr glücklich zusammen. Wir haben beide einen sehr hohen IQ aber in verschiedenen Begabungsfeldern. Ich genießes es, mit meinem Freund ernsthaft über naturwissenschaftliche Dinge zu reden, auch über DV u.ä. "Soziallaute" wie small talk brauchen wir beide nicht auszustoßen, da wir fast immer einen ganz leichten körperlichen Kontakt haben (Zehen an Zehen,oder Hand in Hand o.ä.Er war sich seiner Eigen-Art bisher nicht bewußt, seit etwa einem halben Jahr machen wir aber einen Kurs für Aspies mit Partner an einer niederländische Uni-Klinik mit. Das klärt auch für ihn vieles. Er ist sehr gutwillig, Dinge zu ändern, kann es auch mit Trainig. Allerdigs gibt es auch Situationen, wo ich das Geschehene einfach so stehen lassen muß.
Wir fangen eben an, ein Buch gemeinsam zu schreiben.. - Und noch eins: es gibt nicht d e n Asperger, sondern so viele verschiedene Ausprägungen wie es Betroffene gibt.
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  • #20
Hallo,
ich bin Borderlinerin,mein Freund(Beziehung seit 4 Jahren),Asperger-Autist.
Ihn interessiert das nicht,er kommt sehr gut mit sich zurecht und leidet nicht darunter.
Wir haben öfters Probleme,da wir halt aufgrund unserer Arten genau konträr sind,ich hab zu viele Emotionen,er so gut wie keine,er ist extrem begabt und erklärt halt alles auf seine logische Art und Weise,ist aber auch so etwas wie eihn "zerstreuter Professor".
Ich habe mich schon oft von ihm getrennt,bzw nicht gewollt,dass er zu mir kommt,wir haben 2 Wohnungen,das ist für uns eigentlich die perfekte Lösung.
Es ist oft sehr schwer,aber ich frage mich oftmals,was ich gerne anders hätte und bemerke immer wieder eines-es ist in keiner meiner Beziehung jemals so gut gewesen wie in dieser jetzigen,
er holt mich runter,wenn ich mal wieder abhebe,ich bringe dafür die Lebendigkeit ein.
Es hat in JEDER Beziehung immer damit zu tun,wie man sich einbringt und was man akzeptieren kann,Mein Freund hat als "Aspie" einige Angewohnheiten,die mich oft rasend machen,anscheinend sind Beziehungen,in denen Die Frau das Asperger-Syndrom hat und der Mann neurotypisch ist,leichter,als anders herum,was einfach daran liegt,dass man als Frau andere Vorstellungen von der LIebe hat,und einiges davon kann ein Aspergermann einem einfach nicht geben.
Aber auch viel Positives,wenn man sich selber kennt,weiß woher was kommt,usw.
Aber ich denke mal,das ist in jeder Beziehung so,es gehen total viele Beziehungen den Bach runter,weil beide oder ein Beteiligter einfach nicht weiß,was er will und vor allem,wie er selber ist.
 
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  • #21
Wunderbar, die Beiträge von 18 und 19. Ich wüsste von den anderen Kommentatoren gerne, wer tatsächlich Fachmann auf dem Diagnosegebiet ist? Also nicht nur in einer Einrichtung arbeitet und ab und zu mal Krankenakten liest, sondern selber durch Studium befähigt ist, Diagnosen zu stellen...?

Denn es wimmelt hier ja nur so von Hobbypsychologen, die jemanden vom Hören-Sagen kennen und sofort wissen: "Der hat das und das". Diesem Irrtum bin ich selbst auch schon erlegen - bis ich mir die Mühe gemacht habe, und den betreffenden Menschen selber kennengelernt habe. Und zwar gut kennengelernt habe. Über einen langen Zeitraum, in verschiedenen Lebenssituationen. Und ich war überrascht: Nichts von dem, was andere über diesen Menschen behaupteten, stimmte. Im Gegenteil: Mancher könnte sich noch eine Scheibe von ihm abschneiden und ein echter Gutmensch im wortgetreuen positiven Sinne werden.

Ich warne also davor, vorschnelle Beurteilungen abzugeben!
 
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  • #22
Wunderbar,NR.20,
Sie kennen NR.18 und NR.19 anscheinend ziemlich gut.....?
Diese beiden NUMMERN haben nicht so negativ reagiert wie die meisten anderen davor,
Stellt sich mir also die Frage,ob sie nicht doch wissen,wovon sie reden.
Oder ist es fairer,Beziehungen zu "Aspergern"direkt als NOGO zu bezeichnen,obwohl man gar nicht weiß,wie das in der Praxis aussieht?
Schrecklich diese Menschen,die dauernd Kommentare abgeben müssen zu den Kommentaren anderer,nicht zu den gestellten Fragen
 
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  • #23
20 an 21: Ich werde Ihren Beitrag jetzt bewusst nicht so auffassen, wie sie ihn vermutlich meinen.

Nein, ich kenne 18 und 19 nicht und mein Beitrag war auch in keiner Weise in Bezug auf Asperger ironisch oder gar negativ gemeint.

Ich weiß durchaus, wovon ich spreche. Ich bin zwar nicht vom Fach, habe aber sehr interessante Kontakte/Bekannte, die diese Themen durchaus mal ansprechen. Ich würde nie im Leben das "Asperger-Syndrom" als "NoGo" bezeichnen. Und ich habe auch ebenso schon Asperger (diagnostizierte) kennengelernt.

Im Übrigen sehe ich auch nicht, warum ich nicht zu 18, 19 - und damit zu allen anderen, die mit Aspergern positive Erfahrungen gemacht haben - hier nicht meine Meinung schreiben darf.

Soviel also nochmal abweichend zur Frage. Ich kann nur alle ermutigen, sich mit jedem Menschen erst intensiver zu beschäftigen, bevor ein Urteil gefällt wird.
 
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  • #24
Hallo Nr.20 /22 :)

wie Nr.18 und ich schrieben,leben wir mit "solchen"Menschen zusammen,nicht erst seit Kurzem.
Ich stosse oft auf Unverständniss bei mir bekannten Menschen,die nicht verstehen können,warum ich mich in Bezug auf psychische "Krankheiten",die ich nicht mal unbedingt als solche auffasse,so äussern kann.
Ich bin sehr sensibel,bekomme viele Dinge einfach mit,ich kenne mich und meinen Partner und würde mich auch NIEMALS wagen,irgendetwas über den Charakter oder eventuelle "Krankheiten"anderer zu sagen,ich kenne kaum irgendjemanden und andere Menschen interessieren mich auch nicht wirklich.
Ich kenne allerdings einige Menschen,die aus falschen Gründen zu Therapeuten gehen-
um Entschuldigungen oder Aufmerksamkeiten geliefert zu bekommen,und sogar um ihre Partner halten zu können,weil sie dann ein Druckmittel haben.
Kaum ein wirklich neurotischer Mensch ist in der Lage,sich selber zu reflektieren und viele erzählen ihren Therapeuten auch nicht,was wirklich in ihnen vorgeht-aus Scham.
Daher gibt es viele falsche Diagnosen,ein Arzt kann nur aus dem "etwas machen",dass er auch ehrlich geliefert bekommt,meine ich.
Und Menschen,die aus o.g.Gründen eine Therapie beginnen,stiften mehr Unheil als "Nr.18 und ich,die einfach nur ihren Partner und sich selber versthen wollen,um eine gute Beziehung führen zu können,und DAS tut sicherlich niemandem weh.
 
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  • #25
Hallo,
ich erkenne die Aüßerungen von 18.19.,20,sehr an und finde es gut, wie die Beziehungen dargestellt werden. Ich habe mich mit meinem Mann wohl lange genug beschäftigt und alle Situationen hinterfragt, inwieweit ich nur als "Spiegel" diene. Ich bin sehr froh, von einem ERFAHRENEN THERAPEUTEN hilfreiche Hinweise bekommen zu haben. Ich lerne jetzt immer besser, viele Situationen in Ruhe anzugehen. Es gibt in der Tat nicht DEN Asperger, denn die Auswirkungen sind sehr, sehr unterschiedlich: Die Spanne reicht von einer notwendigen Wohngruppe bis zur Eigenständigkeit (mit Rücksichtnahme und Wohlwollen des Umfeldes). Nr. 18 hat bestimmt großes Glück mit der Möglichkeit der Paartherapie.
Alles Gute für alle Betroffenen und Partner
PS. Mit Interesse habe ich das Buch von Dr.Christine Preißmann gelesen "Pschotherapie und Beratung bei Menschen mit Asperger-Syndrom" Konzepte für eine erfolgreiche Behandlung aus Betroffenen-und Therapeutensicht.
 
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  • #26
Nachtrag von Nr. 24:
der erfahrene Therapeut ist Facharzt für Allgemeinmedizin, für Psychiatrie und Psyhotherapie, inzwischen auch als Dozent im Rahmen eines musiktherapeutischen Studiums tätig. Er hat Erfahrung in/mit der Behandlung und Therapie von Asperger Betroffenen.
 
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  • #27
20/22: Liebe 23(24) ;-)... Danke für das Verständnis! Ich sehe das übrigens genauso, dass neurotische Menschen sogar in einer Therapie nicht selbstreflektieren lernen - weil sie nicht wollen. Ebenso denke ich, dass nicht jede Therapieform für jeden geeignet ist.

Die meisten Menschen tragen phasenweise mehr oder weniger Probleme mit sich herum. Ist man gefestigt genug, schafft man es auch, in diesen Phasen alleine (ohne Therapie) Selbstreflektion zu lernen (mal geht's schneller, mal dauert's länger).
Selbstreflektion meint, eigene Fehler (sich selber gegenüber und anderen gegenüber) zu erkennen und sich um Änderung zu bemühen, aber auch zu sehen, was/wer einem guttut und wer nicht...;-) Früher nannte man es ganz banal "Selbstkritik". Leider sind die meisten Menschen heute dazu viel zu wenig fähig.

Aber Achtung: Ich verteufle hier nicht die Therapie als solche!
Eine Beziehung mit einem Asperger ist sicherlich noch herausfordernder als mit einem Menschen, der dieses Merkmal nicht hat. Aber mit Sicherheit auch bereichernder, wenn man - wie oben geschildert - in der geeigneten Paartherapie - gelernt hat, miteinander sorgsam umzugehen.

Dass viele Betroffenen gar nicht erst diagnostiziert werden, weil sie sich aus Scham nicht öffnen, kommt m. E. häufiger vor als man denkt. Ein Öffnen findet dann weder bei diversen Therapeuten statt (daher die häufigen Wechsel), noch ggüber dem Partner. Daher ist eine Paartherapie m. E. in diesen Fällen sehr sinnvoll - auch um das Vertrauen in den Betroffenen zu manifestieren.
Ich möchte nicht wissen, wieviele Partnerschaften in der Anfangsphase scheitern, weil der Betroffene sich dem neu kennengelernten Partner nicht anvertraut und der Partner u. U. in verschiedenen Lebensbereichen völlig falsch reagiert und den anderen damit unnötig verletzt.

Und: Gratulation Nr. 23(24) zu deinem Therapeuten...;-) Das ist sicher der richtige Weg.
(Wie in 20 schon gesagt: Ich habe schon den Fehler gemacht, als Nicht-Fachmann Hören-Sagen-Diagnosen zu "erstellen" und bin eines Besseren belehrt worden...;-) Und ich nehme mir nach aller "Selbstkritik" trotzdem das Recht heraus, Menschen von mir fern zu halten, von denen ich weiß, dass wir uns nur unnötig gegenseitig Streß bereiten.
 
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  • #28
Ich bin Nr.24 / 25:
Leider werden viele Betroffene nicht diagnostiziert, weil sie sich als "normal" empfinden und das Umfeld sich nicht traut, etwas zu sagen, Grenzen zu setzen....Die Betroffenen fühlen sich meist selber als ganz normal, nur die anderen haben die Probleme. Das habe ich nun lange genug erlebt.
Mein Mann wird einer Paartherapie bei dem erfahrenen Therapeuten nie zustimmen, weil er sich falsch "behandelt" sieht. Wir erlebten früher zwei verschiedene Therapeuten, die mein Mann ohne mein Wissen ausgesucht hatte. Beide stellten mich in unbegreiflicher Weise an die Wand(sehr verletzend für mich), das kam meinem Mann sehr entgegen. Also: Achtung mit Therapeuten, sie sollten sich auf dem Gebiet wirklich auskennen. Sonst können Gespräche in eine total falsche Richtung laufen, und damit ist niemandem gedient, nicht dem Betroffenen und nicht dem Partner.
 
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  • #29
Die Frage ist zwar jetzt schon einige Tage her, aber ich habe selbst Ansperger und lebe seit 5 Jahren in einer Partnerschaft.
Ich denke nicht jeder Mensch kann eine Beziehung zu einem Aspi führen. Man muss selbst psychisch in der Lage sein, den Gegenüber zu akzeptieren mit all seinen Macken (insofern eigentlich nicht anders als bei einer "normalen" Beziehung). Wenn der Partner unentwegt versucht den Aspi in einen Menschen zu verwandeln der er nicht sein kann, wird das nicht funktionieren können. Meine vorrige Beziehung ging kaputt, weil ich nicht eifersüchtig bin und mein damaliger Partner das als mangelnde Liebe interpretierte- zu unrecht. Ich empfinde einfach keine Eifersucht. Ich bin nicht romantsich, rufe meinen Freund nicht alle zwei Tage an, vergesse manchmal dass er Gefühle hat...
Mein Partner sagte mal: Du bist in den Dingen einfach wo andere Frauen schwierig sind, dafür bist du in den Dingen schwierig wo ich es nie für möglich gehalten hätte!
Darauf muss man sich als Partner einstellen können und die Fähigkeit besitzen seine eigenen Bedürfnisse so zu formulieren, dass der Partner sie auch versteht. Und ganz wichtig: die typischen Beziehungs-Macht-Spielchen oder Ich-sag-dir-nicht-was-mich-stört-sondern-warte-bis-du-selbst-drauf-kommst-bis-dahin-bin-ich-zickig ziehen (zumindest bei mir) auch nicht, weil ich das einfach nicht merker/verstehe.
 
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  • #30
Ich bin Nr.19/23.....(lustig) :)

...besonders an meine Vorgängerin:

mein Partner und ich ergänzen uns letztendlich so gut, weil er halt die Ruhe weg hat und mit seinem rationalen Denken mich immerhin auf seine Art und Weise verstehen kann,
ich kann nicht sagen, dass ich jemals vorher eine Beziehung hatte, die nach 4 Jahren immer noch so gut ist, trotzt "Zickereien" . Natürlich fehlt mir als Frau öfters mal etwas von meinem Asperger-Partner, Liebesbeweise etc, die jede Frau gerne hört,
dafür muss ich z.B.nicht eifersüchtig sein........er nimmt nicht mal mich wahr,wenn ich an seiner Strassenecke stehe, um ihn abzuholen :)...nach all den Jahren..
Ja,DAFÜR braucht man manchmal 'ne gehörige Portion Humor, manchmal wird man auch echt sauer......
Ich bringe dafür Abwechslung in das Leben meines Partners, wie er findet.
Wir haben dafür auch Vieles gemeinsam und solange das überwiegt ist eine Beziehung auch zufriedenstellend.
Wir sind beide nicht gerne unter Leuten, ich bin auch öfters mal in meiner eigenen Welt, wir reden nur selten über Belanglosigkeiten usw.
Dafür leide ich öfters unter Langeweile, was halt eines meiner "Symptome" ist.
Aber das regeln wir ganz gut, mal mehr,mal weniger :)
Man "hat" ja auch nicht nur ein Symptom, mein Freund könnte auch u.a.als zwanghaft eingestuft werden, ich habe Anteile von hochsensibilität, ADHS (ich bin allerdings ein "Gegner" von Ads und Adhs) ,ich habe Anteile einer Angstneurose etc........jeder Jeck ist halt anders.
Eine Dame vor mir schrieb, ihr Mann wolle sich nicht diagnostizieren lassen- das kann ich verstehen, wir wollen das auch nicht, wir halten uns für in Ordnung, so wir wir sind, wir leben gerne mit unseren Eigenschaften und tun niemandem weh.
Die Menschen sollen sich nicht allzu verrückt machen lassen.
Allerdings hat mir das Wissen um mich und meinen Partner in sofern geholfen, als dass ich weiß, woran ich bin und besser mit Situationen umgehen kann.
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