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  • #1

Beziehung mit einem hochbegabten/hochsensiblen Partner. Wie damit umgehen?

Hallo,

ich versuche bereits seit Monaten ein passendes Forum zum oben genannten Thema zu finden und wurde nicht recht fündig. Ich hoffe hierüber einige Erklärungen finden zu können.

Ich befinde mich seit drei Jahren in einer Beziehung mit einem Mann, welcher Hochbegabt und Hochsensibel ist. Wir führen eine Fernbeziehung, stehen beide mitten im Job, haben Kinder aus unserer vorherigen Beziehung/Ehe.

er faszinierte mich, hörte mir zu, schenkte Aufmerksamkeit und war einfach da. Ich bin die erste Frau in seinem Leben, die ihm zuhört, auf ihn eingeht und sich mit seinen Eigenschaften vertraut gemacht hat und bis jetzt ganz gut damit umgehen konnte. Wir haben aber auch sehr schwierige Phasen, das bedeutet, er befindet sich sehr oft in einem Tief, will seine Ruhe, zieht sich zurück. Er möchte dann einfach allein sein und ist dann zufrieden. Oftmals liegt es daran, dass er evtl von seinem Sohn kritisiert wird, es in der Firma schlecht läuft, er mit Äußerungen von mir nicht klar kommt. Der Rückzug bringt uns an unsere Grenzen. Ich komme absolut nicht an ihn heran, er ignoriert mich Tage, geht nicht ans Telefon, antwortet nicht. Es kommt nichts. Selbst in Situationen wo ich ihn bräuchte reagiert er nicht. Irgendwann kommt es dann doch zum Gespräch, er hat dann eine sehr negative Ausstrahlung in seiner Stimme. Sieht nur das schlechte, stellt alles in Frage in unserer Beziehung. Sagt aber er liebt mich, ich bin die Frau, die er sich immer gewünscht hat. Sollten wir uns trennen würde er es akzeptieren, aber seine Liebe wird immer bleiben. Wir sprechen dann immer vielund nach ein paar Minuten merke ich wie er sich wieder fängt. Er kommt allein da nicht raus. Wenn wir uns dann sehen ist es komisch für ihn, seine Gefühle sind voll da aber er schämt sich für sein Verhalten. Denkt ich möchte ihn eh nicht mehr haben. Ich könnte noch viel Mehr darüber schreiben.

es ist sehr schwierig für mich, in diesen Situationen klar zu denken. Diese Ignoranz ist ganz schlimm für mich. Ich hatte oft Situationen, in welchen ich ihn gebraucht hätte aber er ignorierte mich. Ich bin für ihn die einzige Person die weiß wie er „tickt“ und der er sich anvertrauen kann. Er hat keine tiefgründigen Freundschaften, die wenigen die er hat sind oberflächlich, er würde nie über sich sprechen. Seinem Sohn spielt er gute Laune vor obwohl er manchmal seine Ruhe haben will.

Was aber meine eigentliche Frage ist. Ist diese Eigenschaft normal in dieser Phase als Hochsensibler. Ich konnte hierüber bis jetzt nichts finden. Vielleicht gibt es auch Partner, welche in ähnlichen Beziehungen sind und mir Tipps geben können. Vielleicht aber steckt noch was anderes dahinter... ich bin ratlos, merke aber das ich sehr an meine Grenzen komme und oft unglücklich bin. Ich stehe kurz davor, es zu beenden :(

Liebe Grüße
Sunny
 
  • #2
Du bist nur seine Therapeutin und leider bist du auch der Part der Beziehungsarbeit leistet. Hört sich alles sehr anstregend an, das würde ich auch nicht als Beziehung sehen. Trennen würde ich mich schon, du hast drei Jahre lang alles gegeben. Ich weiß nicht wie man sich von jemanden trennt der so ist wie deiner, aber einen Weg gibt es immer.
 
  • #3
Ich werde niemals verstehen, dass man eine Problem-Beziehung hat oder beginnt, die einen nicht erfüllt, nicht in Leichtigkeit geschieht, ich kann niemals verstehen, wenn Frauen Männer therapieren wollen oder sie psychologisch betreuen möchten, das kann für mich niemals eine Beziehung sein, oder werden, dieser Mann hat so viele Altlasten und Blockierungen, dass man mit ihm keine Beziehung führen kann, aber wenn du das anders siehst, dann mach es, anscheinend brauchst du solche Probleme, brauchst das Leid und den Schmerz, es gibt Frauen die das echt brauchen! Ich verstehe das nicht an deiner Stelle hätte ich ein solcher Problem Kontakt gar nicht begonnen und wenn, würde ich ihn wieder beenden, was willst du mit so einem Mann, du sagst hochsensibel und hochintelligent, das ist auch relativ zu verstehen! Ich sage dazu, er ist hochblockiert und hochverschlossen! Du fährst lediglich auf sein "hab dich lieb blabla" und dass du ihn "einzig verstehst" ab, auf bestimmte Worte, die du hören möchtest und bist zugleich sein Kompensator, nicht mehr und nicht weniger, muss echt meinen Kopf schütteln, ich frage mich wie eine erwachsene Frau sich so pub... verhalten kann! Du sollst nicht kurz davor stehen, du solltest das Ganze schnell beenden und zwar sofort, der tut dir doch nicht gut, was gibt es da noch zu überlegen??
 
  • #4
Hochsensibel ist meistens ein Euphemismus für Hochempfindlich.
Wie auch immer:
Er möchte dann einfach allein sein und ist dann zufrieden.
So für sich alleine klingt das nach Introvertiertheit. Hast Du Dich mal darüber informiert? Bist Du selber Extrovertiert?
er ignoriert mich Tage, geht nicht ans Telefon, antwortet nicht.
Das klingt jetzt wieder nach dem typsichen Rückzügler, um es Dir heimzuzahlen. Aber ganz sicher bin ich mir nicht.
Er kommt allein da nicht raus. Wenn wir uns dann sehen ist es komisch für ihn, seine Gefühle sind voll da aber er schämt sich für sein Verhalten.
Kann echt sein, kann aber auch vorgegeben sein.
Frage ihn einfach einmal, woraus er in seinem Leben Kraft schöpft. Und sei nicht beleidigt, wenn das nicht Du bist! Für Introvertierte sind das keine Menschen irgendeiner Art, sondern immer die Zeit ganz mit sich alleine. Dennoch ist es für ihn schön, Dich zu "haben". Aber eine Beziehung kostet ihm Kraft und er muss seinen Akku durch alleinesein wieder aufladen (Vergleiche es mit einer anstrengenden Bergtour - wunderschön, aber hinterher ist man einen Tag lang fix und fertig).
Wie gesagt, das ist jetzt nur eine mögliche Interpretation. Vielleicht spielt er auch nur ein Spielchen mit Dir. Oder irgendetwas dazwischen.
ErwinM, 51
 
  • #5
Hach, wie ich diese Menschen liebe, die für sich selbst "hochsensibel" sind, aber kein Problem damit haben, völlig unsensibel auf den Gefühlen anderer rumzutrampeln. Interessiert es ihn, wie es dir damit geht, wenn er tagelang abtaucht? Und wofür "brauchst" du ihn überhaupt noch? Du kannst dich doch eh nicht auf ihn verlassen.

Also die Definition, die ich von Hochsensibilität kenne, sieht anders aus. Diese Hochsensiblen haben unter anderem ein feines Gespür für die Stimmung anderer.

Woher weißt du, dass er auch hochbegabt ist? Hat er sich testen lassen?

Und dann noch sein freiwilliges Statement, dass er eine Trennung akzeptieren würde. Brauchst du das alles?

w 55
 
  • #6
es ist sehr schwierig für mich, in diesen Situationen klar zu denken. Diese Ignoranz ist ganz schlimm für mich. Ich hatte oft Situationen, in welchen ich ihn gebraucht hätte aber er ignorierte mich. Ich bin für ihn die einzige Person die weiß wie er „tickt“ und der er sich anvertrauen kann. Er hat keine tiefgründigen Freundschaften, die wenigen die er hat sind oberflächlich, er würde nie über sich sprechen. Seinem Sohn spielt er gute Laune vor obwohl er manchmal seine Ruhe haben will.
Wieso ist er hochbegabt und hochsensible und nicht borderline erkrankt?
Ehrlich gesagt finde ich es sehr bedenklich, dass du glaubst er war noch nie jemand so nahe usw.

Keiner interessierte sich bis her für ihn
Hm.
Solche Aussagen bekam ich auch von einem Expartner, der sich dann als Borderliner entpuppt hat.
Natürlich sagte es zu all seinen Partnerinnen genau das selbe am Anfang.
Vermutlich glaubte er es auch.
So wie deiner das auch glaubt.

Wenn ich ehrlich sein soll:
Ich glaube nicht an seine Diagnosen.
Schau genau hin. Du wirst in etwas hinein gezogen was dir den Boden unter den Füßen wegreissen kann und bei Nähe auch wird.

Alles Gute für dich
 
  • #7
Hallo Sunny,
also, ich bin eine HSP und ich bin sehr introvertiert. Aus beiden Gründen tut mir Alleinsein gut. Ich brauche diese Zeiten, damit ich Energie tanken kann. Ich kann wunderbar mit selbst Zeit verbringen und es stört mich überhaupt nicht, wenn mich niemand begleitet, z.B. gehe ich wahnsinnig gerne zwei Stunden alleine durch die Wälder und Berge meiner Heimat spazieren. Ich liebe es, am Wochenende keine Termine zu haben und einfach keinen "Freizeitplan" zu haben (oft genug sitze ich am WE aber auch über Schreibarbeit für die Schule). In dieser Zeit erhole ich mich einerseits und andererseits bin ich da hochproduktiv, was künstlerische Dinge anbelangt. Ich komme da in einen Flow.
An meinem Arbeitsplatz (Schule) bin im Gegensatz zu dem, was mir gut tut, total durchgetaktet (Stundenplan, Jahresplan) und da ich jede Woche 300 Schüler sehe (also nicht während Corona), ist mein Bedarf an Menschen damit mehr als gestillt. Jeder Mensch bringt seine eigene Energie mit und ich muss aufpassen, dass ich nicht zu durchlässig für diese Energien bin. Mit 300 Menschen umzugehen, die in der Zusammenstellung als Klassen ganz unterschiedliche Energie bilden, ist eine feinstoffliche Meisterleistung und auch sehr anstrengend. Man führt Menschen nämlich über Energie, nicht über Sachinhalte. Eben wegen meiner HSP-Disposition bin ich sehr gut für den Umgang mit Menschen geeignet. Ich musste aber erst lernen, meine Durchlässigkeit für die Energie anderer regulieren zu können und in der Welt der Extravertierten die "Sprache der Extravertierten" zu verstehen und zu sprechen.
So: Ich denke, diesen letzten Punkt hat Dein Freund noch nicht gelernt. Vielleicht ist er auch einfach "nur" depressiv, wer weiß. Oder er ist asozial, denn jemanden bewusst zu ignorieren (wenn er das so tut) ist ein Machtinstrument. Ich ignoriere niemanden und jeder bekommt zeitnah Antwort von mir, selbst wenn ich gerade physisch allein bin. Sprich, ich gehe ans Telefon, ich beantworte Textnachrichten und ich halte Kontakt über moderne Medien, auch von mir ausgehend. Ich vergesse keinen Geburtstag u. habe die verschiedenen Menschen mit ihren individuellen Belangen vor Augen. Man redet gern mit mir, weil ich zuhöre (weg. Introversion). Wenn ich auftanken muss und Einsamkeit brauche, dann sage ich das. Ich tue, was ich sage und ich sage, was ich tue.
 
  • #8
Die Frage aller Fragen wäre, ob er tatsächlich hochsensibel ist oder nur unreif und egoistisch und nutzt das als Ausrede, damit er weiter in seinem Modus machen kann.
Als selber hochsensible kann ich sagen, dass wenn ich meine Ruhe haben möchte, dann hier sofort auf der Stelle, weil es zwar emotionale Angelegenheit ist, trotzdem körperlich kaum auszuhalten ist. Ich kann dann sehr unangenehm werden, deswegen ist das ehe der Schutz der Anderen, als Selbstschutz. Wie lange die Zeit des Rückzug dauert, kann man nicht abschätzen. Ich hatte vorgestern ein richtiges Tief, von einer Minute auf andere sehr bedrückende und weinerliche Stimmung. Ich kann Energien anderer Menschen spüren, ich wusste woher es kommt, aber wenn man mittendrin erwischt wird, ist man handlungsfähig. Am nächsten Tag ist es genauso plötzlich verschwunden, ich habe ein Gefühl, als ob ich von einer Last befreit wurde, ich konnte sogar freier atmen.
Du sollst verstehen, dass falls dein Freund tatsächlich hochsensibel ist, steht dein Freund in solchen Rückzugsphasen buchstäblich nicht zur Verfügung. Was war so dringendes, was du selber nicht erledigen wolltest und er dabei sein sollte, dass du seine Ruhe störtest oder dein Unmut äussertest, dass er für dich nicht da war?
Es ist nicht so, dass hochsensibel sein ein Vergnügen ist, ich empfinde es oft ehe als lästig, weil wir in einer Gesellschaft leben, die Funktionieren und konstante Leistungsfähigkeit erwartet.
Also, schau genau hin, ob dein Freund tatsächlich hochsensibel ist und lies dich zum Thema durch, hochsensible haben viele schöne Seiten, aber dadurch auch leider einige belastende.
 
  • #9
Der Rückzug bringt uns an unsere Grenzen. Ich komme absolut nicht an ihn heran, er ignoriert mich Tage, geht nicht ans Telefon, antwortet nicht. Es kommt nichts. Selbst in Situationen wo ich ihn bräuchte reagiert er nicht.
Er braucht diese Rückzugsphasen. Er ist ein sehr introvertierter Mensch. In diesen Zeitspannen regeneriert er. Austausch würde ihn da belasten.

Du musst Dir ein Hobby zulegen oder einen Freundeskreis, diese Zeit zu überbrücken. Die Rückzugsphasen hören auf, so wie sie beginnen, wenn sein Akku leer bzw. wieder voll ist. Das hängt allein mit einer inneren, psychischen Disposition zusammen. Das hat ursächlich nichts mit Dir zu tun. Karl Lagerfeld hatte auch Phasen, in denen er mit niemand sprach und niemand ihn ansprechen durfte. Er hatte dann eine innere Meeresstille des Gemüts, die die Energie wieder aufgeladen hat. Ich kenne das auch von mir.

Das Ganze ist in dem Buch von John Gray "Men are from Mars, Women are from Venus" gut beschrieben.
 
  • #10
Liebe FS,
die ganzen Symptome, die Du beschreibst passen genauso gut zu einer chronischen Depression, die übrigens viele Hochsensible haben wegen permanenter Reizüberflutung.
Die Frage ist aber, ob er ob er depressiv sein möchte. Hochsensibel ist ja viel schicker und auch besonders bis elitär.

Er hat sich mit Dir in der Fernbeziehung gut eingerichtet. Du übernimmst eine "destruktive Therapeutenrolle", eine Therapeutin bei der er sich auskotzen kann, aber und darum destruktiv: nichts ändern muss.
Ich würde ihn einfach mal damit konfrontieren, dass er mit seinen Stimmungsschwankungen und seinem unkonstruktiven Umgang damit ein Fall für einen erfahrenen Verhaltenstherapeuten ist.

Seine Launenhaftigkeit würde mir auf den Wecker gehen. Sowas braucht in einer fernbeziehung doch kein Mensch.
Ich würde ihn mit seinem "Nichtmelden" gegen die Wand laufen lassen - mich auch nicht mehr melden. Mal gucken, wer gewinnt: der von seinen überschießenden Emotionen getriebene Hochsensible oder die Frau, die gefestigt im Leben steht.
 
  • #11
Der ist doch nicht hochsensibel, der hat dich voll in der Hand! Der einfach sehr klever und will seine Ruhe haben. Weiß ja nicht, was für Äußerungen du ihm sagst, aber wenn du doch merkst, dass du andere damit nervst, dann halt doch deinen Mund! Klingt zwar asozial, aber wer will sich immer das Geschwätz der anderen geben? Darauf ist eben meist nichts zu geben und er weiß dich zu beherrschen und abzuwürgen.
Ich würde Ruhe geben, denn das ist das, was dieser Mann von dir braucht.
Hochsensible erfordern andere Gleichgesinnte.
 
  • #12
realwoman und ich haben mit etwas abweichenden Worten genau das gleiche Phänomen beschrieben, nämlich, dass sensitive Menschen/ hochsensible Menschen für die Energie der anderen Menschen sehr durchlässig sind. Dies ist realwomans Erleben:
Ich hatte vorgestern ein richtiges Tief, von einer Minute auf andere sehr bedrückende und weinerliche Stimmung. Ich kann Energien anderer Menschen spüren, ich wusste woher es kommt, aber wenn man mittendrin erwischt wird, ist man handlungsfähig.
Nun mein Ausdruck dieses Phänomens:
Jeder Mensch bringt seine eigene Energie mit und ich muss aufpassen, dass ich nicht zu durchlässig für diese Energien bin. Mit 300 Menschen umzugehen, die in der Zusammenstellung als Klassen ganz unterschiedliche Energie bilden,
Ich weiß wirklich ganz genau, was realwoman hier sagen will, denn ich kenne es genau so. Fremde Energien können mich genauso runterziehen (oder in sonstige Zustände versetzen) wie sie, auch über die Ferne. Mein alter Mentor im Beruf nannte mich deshalb "Seismograph". Manchmal hat er mich getestet und hat mich gefragt, was dieser oder jener Mitmensch gerade fühle. Z. B. habe ich ihm dann gesagt, der hat sich gerade gestritten, verbirgt das aber mit Freundlichkeit und Höflichkeit. Mein Mentor wusste, dass es stimmte, weil er den Streit mitbekommen hatte.
Es stimmt auch, dass man, wenn man die (schlechte, traurige, lähmende) Energie einer anderen Person hereinbekommt, quasi handlungsfähig werden kann. Aber mit der Zeit kann man es lernen, kurz zu kommunizieren, dass man als HSP oder sensitive Person jetzt seine Ruhe braucht. Früher habe ich das nicht kommuniziert, weil es mich voll überwältigt hat und ich auch in meinen jüngeren Jahren gar nicht wusste, was gerade los ist, geschweige denn unterscheiden konnte, wessen Energie das gerade ist. Am Anfang hält man das für eigene Energie (und man kann sich auch noch nicht energetisch schützen).
Als echter HSP im mittleren Alter hat man meist ein paar Jahre, meist die Jugendzeit und die 20er-Jahre, als eine Art "Alien" hinter sich, weil man wusste, dass man anders ist, damit aber nicht umgehen konnte und die anderen umgekehrt mit einem auch nicht. Denn, wenn man nicht weiß, was es ist und darüber hinaus selbst auch noch nicht energetisch klar ist, dann kann man auch nicht erklärend kommunizieren. In manchen Berufen kommt eine echte HSP nicht in die (Zwangs)Lage, sich verständigen zu müssen, weil es auch so funktioniert. Diese HSP können für ihre Mitmenschen wirklich anstrengend und auch ein Rätsel sein.
Wenn das also bei Deinem Freund, liebe Sunny, der Fall ist, dann soll er Bücher von Elaine Aron lesen und sich mit seiner Art der Außenkommunikation befassen. Ich habe aber meine Restzweifel, ob er nicht einfach asozial oder egoistisch ist, wie oben von mir und von realwoman gesagt.
 
  • #13
Hochbegabt und hochsensibel? Sagt er das von sich selbst - oder wer hat diese »Diagnose« gestellt?
  • Du bist die erste Frau in seinem Leben, die ihm zuhört? Die erste, die auf ihn eingeht? Die erste, die mit seinen Eigenschaften von ihm betraut wurde und damit umgehen kann?
  • Er befindet sich oft in einem Tief, will seine Ruhe und zieht sich zurück?
  • Du kommst dann nicht an ihn heran, er zieht sich für Tage zurück?
  • Er reagiert nicht, selbst wenn du ihn brauchst?
  • Er hat dann eine negative Ausstrahlung, sieht nur das Schlechte, stellt alles in Frage?
  • usw.
Ich sag dir mal was - und dazu muss ich keine Psychologin sein: der Typ ist ein Egoist, der nur sich selbst in den Fokus stellt, von wegen hochsensibel. Hochbegabt nur in dem Sinne, dass er es offensichtlich locker schafft, sich als außerordentlich darzustellen. Und du lässt dich blenden.

Was bringt es dir, dich mit Hochsensibilität und hochbegabt auseinander zu setzen? Was kannst du - in welchem Fachbuch auch immer - darüber lesen, was dir weiterhilft? Dir hilft, ihn zu verstehen, aber dennoch mit diesen Eigenschaften nicht klar zu kommen?

Frag' dich lieber, was er dir geben kann, was dir diese Beziehung an Glück bringt. Und ob du mit all deinem bisherigen Verständnis für seine Selbsteinschätzung (hochbegabt, hochsensibel) bisher etwas erreicht hast, was eine Partnerschaft mit ihm dauerhaft stabil und beglückend (für euch beide!) aussehen lässt?
Da wird nicht viel dabei rauskommen. ICH würde mir solch einen Murks jedenfalls nicht antun! Dann lieber einen Partner, der sich nicht auf ein Podest (wie er) stellt, dafür aber empathisch und »normal« intelligent ist.
 
  • #14
Er ist nicht Hochsensibel, er hat Depressionen. Und genau da wäre für mich schon die Grenze. Du bist nicht seine Therapeutin und für sein Serlenleben verantwortlich. Er ist ein Energierräuber, der dir damit alles aussaugt. Und genau das wird er genau wissen.
Ich habe eine gute Freundin die mit so einem 'Hochsensiblen' Mann verheiratet ist. Der hat Depressionen und ist Tablettenabhängig und macht seiner Frau das Leben jeden Tag zur Hölle.
Tu dir das nicht an. Du wirst nur schwer davon loskommen.
 
  • #15
Hi,
Ich bin da eher pragmatisch und habe auf so ein "Theater" keine Lust. Ich bin allerdings auch genau das Gegenteil von hochsensibel und muss dann immer gleich an "Sensibelchen" und Mimosen denken, ich würde zu so jemandem einfach nicht passen. Meine Partner waren immer recht robust, anders hielten sie mich nicht aus :D
Wenn ihr nun aber schon drei Jahre miteinander aushaltet, sollte man doch meinen, dass du ganz gut mit ihm kannst und dann einfach diese Phasen überstehen musst. Schließlich schreibst du ja, dass er für dich da war und dich wohl auch unterstützt, soweit das die Fernbeziehung zulässt.
Fühle in dich hinein, ob du unterm Strich deutlich mehr gibst als er (immer wenn er Ruhe brauchst, gibst du sie ihm, er ist in deinen schlechten Phasen aber kaum eine Unterstützung), oder ob es ausgeglichen ist und du im Bauchgefühl mit ihm einfach glücklich bist. In letzterem Fall würde ich versuchen, mit dem "ja, aber" zu leben, dann passt es doch.
W35
 
  • #16
Ich habe aber meine Restzweifel, ob er nicht einfach asozial oder egoistisch ist, wie oben von mir und von realwoman gesagt.
Schließt sich das und Hochsensibel gegenseitig aus? Selbst Persönlichkeitsstörungen und Hochsensibilität schließen sich nicht gegenseitig aus.

Stellt sich die Frage wenn ein Hochsensibler Tendenzen zu einer Beziehungs- und/oder Kommunikationsstörung aufweist, liegt die Ursache mit in der Hochsensibilität oder ist sie davon völlig unabhängig?

Als echter HSP im mittleren Alter hat man meist ein paar Jahre, meist die Jugendzeit und die 20er-Jahre, als eine Art "Alien" hinter sich, weil man wusste, dass man anders ist, damit aber nicht umgehen konnte und die anderen umgekehrt mit einem auch nicht. Denn, wenn man nicht weiß, was es ist und darüber hinaus selbst auch noch nicht energetisch klar ist, dann kann man auch nicht erklärend kommunizieren.
Das ist doch der Punkt. Manche Hochsensible haben mit Ende 40 noch nicht diesen Schuß gehört und verstehen nicht, dass sie genau deswegen z.B. gerne selbst für sie überdistanzierte Menschen für dann unglückliche Beziehungen auswählen oder bei anderen als Dramaqueen ankommen.

Sich in den für andere negativen Aspekten so einer Eigenschaft zu sonnen ist im übrigen auch nur (versuchter) Energieraub. Gleiches gilt für die Erwartungshaltung, dass die nicht Hochsensiblen generell Verständnis zu zeigen haben oder, dass Hochsensibilität generell keine für andere negative Aspekte hat und für diese Menschen quasi ein Geschenk ist.

Wenn sich ein Mensch übermäßig zurück zieht ist es am besten ihm dauerhaft zu geben was ihm Energie gibt und sich ohne Diskussion abzuwenden.
 
  • #17
Hochsensible Menschen können Stimmungen ihrer Mitmenschen viel stärker wahrnehmen als andere. Sie können das aus den Gesichtern ablesen.

Leider wird hochsensiblen Menschen oft Unrecht getan. Auch hier im Forum habe ich das schon festgestellt. Sie werden nicht selten als "komisch" oder "immer so empfindlich" bezeichnet.

Liebe FS,
wenn der Mann wirklich hochsensibel sein sollte, dann würde er spüren, wie du dich fühlst. Es würde ihm leid tun, wenn er dich zurückweisen würde. Weil Hochsensible so gut in der Lage sind, sich in die Lage anderer Menschen hineinzuversetzen. Sie ignorieren keinen Menschen, den sie lieben. Woher weißt du, dass er hochsensibel ist? Das ist keine Krankheit oder Persönlichkeitsstörung, die ein Arzt diagnostiziert.

Mich hat im Jahr 2016 eine damalige Mitpatientin in der Unfallchirurgie darauf angesprochen.Sie vermutete bei mir Hochsensibilität. Ich habe mich dazu eingelesen und mich wiedererkannt. Ich halte mich zu dem Thema hier eher zurück, weil sich der eine oder andere schon mal abwertend zu HSP geäußert hat. Dass das eine freundliche Umschreibung zu Zickigkeit sei und Ähnliches. Ich würde insofern jedem empfehlen, den Begriff einfach mal zu googeln.
 
  • #18
Hallo,

ich versuche bereits seit Monaten ein passendes Forum zum oben genannten Thema zu finden und wurde nicht recht fündig. Ich hoffe hierüber einige Erklärungen finden zu können.

Ich befinde mich seit drei Jahren in einer Beziehung mit einem Mann, welcher Hochbegabt und Hochsensibel ist. Wir führen eine Fernbeziehung, stehen beide mitten im Job, haben Kinder aus unserer vorherigen Beziehung/Ehe.

er faszinierte mich, hörte mir zu, schenkte Aufmerksamkeit und war einfach da. Ich bin die erste Frau in seinem Leben, die ihm zuhört, auf ihn eingeht und sich mit seinen Eigenschaften vertraut gemacht hat und bis jetzt ganz gut damit umgehen konnte. Wir haben aber auch sehr schwierige Phasen, das bedeutet, er befindet sich sehr oft in einem Tief, will seine Ruhe, zieht sich zurück. Er möchte dann einfach allein sein und ist dann zufrieden. Oftmals liegt es daran, dass er evtl von seinem Sohn kritisiert wird, es in der Firma schlecht läuft, er mit Äußerungen von mir nicht klar kommt. Der Rückzug bringt uns an unsere Grenzen. Ich komme absr mich, ie und oft unglücklich bin. Ich stehe kurz davor, es zu beenden :(

Liebe Grüße
Sunny
Hallo,

ich habe auf die Hinweise einer Freundin hin auch mal einen Test für HSP gemacht. Und siehe da: ich bin es. Hochbegabt bin ich auch, wenn man meinen IQ als Maßstab nimmt.

Tatsächlich brauche ich "alleine Tage" wie die Luft zum Atmen! Ob mit oder ohne Partner. Ich bin schnell reizueberflutet. Vorteil: ich bin im Job wesentlich fokussierter, schneller und effektiver als andere.
Aber einkaufen am Samstag in der Großstadt zB bringt mich an den Rande der totalen Erschöpfung.
So eine Struktur hat also vor und Nachteile. Wichtig ist, sich das Leben entsprechend einzurichten.

ABER: ich habe mich in Partnerschaft nie so verhalten wie Dein Freund! Gerade HSPler sind eigentlich recht empathisch. Einfach abzutauchen, nicht auf Kontakt versuche einzugehen in Partnerschaft ist grausam und brutal. Auch respektlos.
Ich habe immer zu Beginn jeder Partnerschaft kommuniziert, dass ich immer wieder mal Rückzug brauche. Natürlich stehe ich trotzdem zur Verfügung wenn was ist. Bin verbindlich. Treu. Männer, die was mit sich und ihrer Zeit anfangen können, haben mit einer Frau wie mir auch kein Problem.

Das Verhalten deines "Partners" jedoch befremdet mich. Das ist wirklich too much. Er lässt dich auflaufen. Das geht so nicht...

Ich habe übrigens gute Freundinnen u spreche sehr wohl über mein Innenleben.
Ohne aus der Ferne diagnostizieren zu können: das Verhalten deines Freundes klingt eher autistisch...
Er hat keine Empathie dir gegenüber.
Das macht es schwer.
 
  • #19
@sunnycelest. Ich bin selbst (leider) hochsensibel und weiß (hoffentlich meist) bewußt, was ich mir selbst und meinen Mitmenschen damit zumute. Hochsensible Menschen, also ich, reflektieren in ihren eigenen Rückzugsräumen und -zeiten intensiv und aufmerksam. Wenn wir aus unseren Höhlen hervorkommen, sind wir aber schon offen und zeitbegrenzt "bereit", bis es uns wieder überflutet und z. B. ich mich wieder zurückziehe in Natur und Stille. Wir sind us normalerweise bewußt, daß wir keine Inseln sind und spüren das auch und wollen auch keine Inseln sein. Wir wollen andere Menschen. Wir sind immer empfindsam, sozial tauglich, lieben das Teilen von Freude, Lebenslust, Schwung und Euphoire. Halt in ein bißchen Maßen. Und ich empfinde eine hohe Affinität und einen Bindungswillen gegenüber meinem engsten sozialen Umfeld und artikuliere dies auch.
Ich weiß nicht, was Dein Gegenüber sonst noch ist. Vielleicht spielt da noch eine andere massive Komponente mit hinein.
 
  • #20
Einmal angenommen, es stimmt und dein Freund ist wirklich hochsensibel und es ist dieser Eigenschaft geschuldet, dass er sich dir gegenüber so verhält, wie er es tut – mit Rückzug, ignorieren, sich ausschließlich auf das Negative fokussieren etc. Würde es für dich einen Unterschied machen? Spricht es ihn in deinen Augen von "Beziehungsfehlverhalten" frei, wenn er aufgrund seiner Veranlagung nicht anders kann?

Dein Fall erinnert mich an ein moralisches Problem, das ich regelmäßig mit einer Freundin von mir habe. Sie ist lieb, hilfsbereit, kontaktfreudig, aufmerksam – und diagnostizierte Borderlinerin. Das äußert sich zum Beispiel darin, dass sie sich aufgrund harmlosester Kleinigkeiten persönlich angegriffen oder zurückgesetzt fühlt. Das wiederum lässt sie einen sehr deutlich durch extreme Emotionsausbrüche, Aggressivität und Abwertung spüren, wodurch sie mir oft sehr weh tut und ich mich unfair behandelt fühle.

Nun weiß ich aufgrund umfangreicher Recherchen, dass dieses Verhalten in ihrer Krankheit begründet liegt: Wenn sie von solch extremen Gefühlen überwältigt wird, verliert sie einfach die Kontrolle. Oft entschuldigt sie sich auch hinterher. Aber dennoch hinterlassen ihre Vorwürfe und Beleidigungen Verletzungen in mir, die ich nicht einfach abtun kann. Auch wenn ich weiß, dass sie es nicht so gemeint hat, leide ich darunter und bin wütend auf sie, dass ich mich wegen ihr schlecht fühlen muss.

Hier heißt es oft, man selbst setzt die Standards dafür, wie andere mit einem umgehen (dürfen). Das unterschreibe ich auch, wenn es um "normal zurechnungsfähige" Personen geht. Aber wie kann man ein bestimmtes Verhalten von Menschen wie deinem Freund oder meiner Freundin einfordern, die sich ihre Persönlichkeitsstruktur oder -störung auch nicht ausgesucht haben und selbst darunter leiden? Wie kann man Grenzen setzen, wenn man vorher schon weiß, dass die Person sie nicht einhalten können wird? Ist das nicht auch irgendwie grausam und unfair, ihnen etwas für sie nahezu unmögliches abzuverlangen? Und wenn sie es, wie zu erwarten, nicht schaffen – wäre es dann moralisch gerechtfertigt, z.B. die Freundschaft abzubrechen (was, nebenbei bemerkt, noch dazu eine der größten Ängste von Borderlinern ist)? Solche Fragen stelle ich mir oft.

(Zwischen)resultat für mich ist jedoch, dass im Zweifelsfall mein eigenes psychisches Wohlergehen Vorrang vor dem jeder anderen Person in meinem Leben hat. Und ich diese Grenzen aus Selbstschutz setzen muss, ob sie nun moralisch gerechtfertigt sind oder nicht. Wenn du, liebe FS, "an deine Grenzen kommst und oft unglücklich bist" – dann musst du zuerst an dich denken.

w, 27
 
  • #21
Ich spreche Dir ein großes Lob aus wie Du damit umgehst. Chapeau!! Du bist eine starke Frau.

Meine Liebe, Du weisst selber, dass Du das Bestmöglichste machst. Mehr vermag er nicht zu geben. Mehr verändern kannst auch Du Dich nicht, Du spürst klar dass Du an Deine Grenzen kommst.
Auch eine starke Frau will mal eine Schulter zum Anlehnen, und zwar dann wenn sie das Bedürfnis hat.

Es war vielleicht gut für die drei Jahre... aber wo siehst Du Dich in 5 oder 10 Jahren?

Der intellektuelle Austausch überdeckt die Defizite auf Dauer eben nicht zufriedenstellend und gerade weil Du stark bist und gesund merkst Du dass Dir der Ausgleich fehlt.

Du bist alleine für Dich verantwortlich und Deine Lebensgestaltung! Sage ja wo Du ein ja fühlst, sage ja zu Dir! Mache Dich selber glücklich !!
 
  • #22
Du suchst nach Antworten und Tips um weniger zu leiden. Dabei liegt der Grund des Leidens nicht in Dir sondern in ihm. Du übernimmst die Verantwortung und jegliche Arbeit für die Beziehung.
Und das alleine für den Satz:... Du bist die Einzige! =die Beste, die Liebenswürdigste. Einfach für die Aussicht, die größte Liebe eines Mannes zu sein. Für diese "Aussicht" laufen gerade Frauen zur Höchstform auf und lassen blind alles mit sich machen.

Die meisten Hochsensiblen und Hochbegabten, haben bereits Therapien gemacht, immerhin muss das ja jemand festgestellt haben.
Mein Sohn ist depressiv und mit 20Jahren leider noch nicht bereit eine Therapie zu machen...
Welche Diagnose er hätte, weiss man also nicht aber selbst ich als Mutter habe innerliche Grenzen.
Und lasse sein Sein, nicht jeden Winkel meines Lebens, Fühlens und Denkens beherrschen...und das obwohl er auch selbstmordgedanken hat.
Und sogar er, hält sich an Regeln um mich/uns nicht unnötig zu belasten.
Zieht er sich zurück, bekomme ich zumindest Nachrichten und er antwortet auch
Ich warte auf einen Therapieplatz um damit besser umzugehen aber nicht um ihn besser zu verstehen.
Sonst mache ich nichts für mich, sondern gehe für ihn zu seiner Therapie, damit er besser klarkommt.
Du bist aber gerade auf dem Weg genau das zu machen....komplett seine Arbeit zu übernehmen.
Ihr gehört mindestens in eine Paartherapie wo auch er Regeln bekommt. Rückzug ist eine Sache, sich auf keine Nachricht zu melden eine völlig andere.
Sich nachher zu entschuldigen tun auch Männer, die ihre Frauen geschlagen haben. Und auch er misshandelt Dich, wenn auch nicht mit körperlicher, sondern mit seelischer Gewalt. Und Du bleibst genau wie diese Frauen der Schläger, weil diese den Frauen erzählen, dass sie das nur tun weil sie sie so sehr lieben.

Dein Partner liebt Dich aber nicht genug um selbst nach der Lösung zu suchen, sein Sein zumindest etwas leichter für Dich zu machen.
Dann wäre er jetzt in einer Therapie und dort gibt es auch Gespräche mit den Partnern.

Such Dir bitte einen Therapeuten, er wird Dir sicher auch einiges über deinen Freund erklären können aber nicht nur, damit dieser eine glückliche Beziehung mit Dir hat.

Übrigens hoffe ich natürlich, dass mein Sohn sich mal richtig verliebt.
Aber nur, damit er den Willen bekommt, selbst sein Sein anzupacken und nicht eine, die leidensfähig genug ist.
 
  • #23
Sich in den für andere negativen Aspekten so einer Eigenschaft zu sonnen ist im übrigen auch nur (versuchter) Energieraub. Gleiches gilt für die Erwartungshaltung, dass die nicht Hochsensiblen generell Verständnis zu zeigen haben...
Da stimme ich Dir absolut zu.
Es ist auch gerne ein Modebegriff, natürlich klingt hochsensibel besser als Depressiv... Und es gibt zuviele, die behaupten, sie seien es - und pflegen damit nur ihren Egoismus.
Menschen, die es tatsächlich sind, wird man damit nicht gerecht.
@MonChiChi hat es super erklärt - auch wie man damit umgeht. Sehr feinsinnig, sehr empathisch.

Es darf nicht die Entschuldigung sein dafür, rücksichtslos auf den Gefühlen anderer herum zu trampeln, andere zu verletzen..
Wer seine speziellen Eigenheiten hat, ist trotzdem weiter dafür verantwortlich, dass sie/er auch sozial kompatibel verhält. Gerade das würde ich von jemandem, der sich als hochbegabt=intelligent und hochsensibel bezeichnet, erwarten.

"sehr unangenehm werden" - solche Aussagen bestätigen die Vorurteile über Personen mit HSP - dabei sind die Ausprägungen völlig unterschiedlich, und auch nicht jede*r HSPler*in ist introvertiert. Man kann durchaus extrovertiert sein, und dann seine Pausen benötigen.

Man kann sich gut mit diesem Bonus arrangieren, diese Seite positiv nutzen, es gibt viele positive Aspekte, und man kann lernen, mit den evtl. negativen Seiten gut umzugehen.
Man kann sich regelmäßig Ruhezeiten gönnen, Bewusste Stillezeiten, Momente des Innehaltens... Ausgleichszeiten

Jemanden Dritten muss man nicht leiden lassen.
Und man muss akzeptieren, dass eben nicht jede*r fühlt, was man selbst fühlt.
Aber das gilt immer...

Egal mit welcher Begründung, tagelang ignorieren, Distanzaktionen - ich wäre weg.
Da reagiere ich hochsensibel.

W,50
 
  • #24
Aus therapeutischer Sicht kann ich ganz klar sagen, dass solch ein Verhalten nichts, aber auch gar nichts mit Hochbegabung und Hochsensibilität zu tun haben muss! Wer hat denn behauptet, dass er das ist?! Er selbst? Lustig. Und immer wieder eine schöne Entschuldigung, sich absolut rücksichtslos verhalten zu können.

Sorry, aber wenn du ein Helfersyndrom hast, leb es aus! Aber er wird sich dadurch nicht ändern. Er scheint erhebliche Probleme MIT SICH SELBST zu haben, daher kann auch nur ER SELBST dieses Problem lösen. Nicht du!
Ich würde mich trennen und ihm sagen, dass, wenn er seine Probleme anfängt zu bearbeiten und etwas Zeit vergangen ist, man wieder Kontakt haben kann. Damit muss er nun mal rechnen, wenn er sich in einer Phase eine Partnerin sucht, obwohl er gar nicht bereit für eine Beziehung ist.
 
  • #25
Ich bin da ganz bei @ErwinM :
Wir haben aber auch sehr schwierige Phasen, das bedeutet, er befindet sich sehr oft in einem Tief, will seine Ruhe, zieht sich zurück. Er möchte dann einfach allein sein und ist dann zufrieden.
Das tönt nach normaler Introvertiertheit, viele Extrovertierte verstehen so ein Verhalten nicht, nehmen es persönlich. Ich hatte damit schon mehrfach Probleme als introvertierter Mensch.
Allerdings:
Oftmals liegt es daran, dass er evtl von seinem Sohn kritisiert wird, es in der Firma schlecht läuft, er mit Äußerungen von mir nicht klar kommt.
wenn das die Auslöser sind, dann ist er nicht introvertiert, und auch nicht hochsensibel, sondern kann einfach mit Kritik nicht umgehen.
"Hochsensibel" bedeutet schlicht und ergreifend, dass jemand sehr viel wahrnimmt, Stimmungen, Geräusche, Gerüche, Empfindungen anderer (tut er das??) etc....Dein Partner erlebt aber Kritik an seinem Verhalten als Kritik an seiner Person (vielleicht stimmt auch was mit deinem Kritikstil nicht?), und ist dann schlicht und ergreifend beleidigt.
es ist sehr schwierig für mich, in diesen Situationen klar zu denken. Diese Ignoranz ist ganz schlimm für mich. I
Ignorieren ist ganz furchtbar, da musste ich auch gerade durch, und es ist viel schlimmer als Streiten. Du solltest dich fragen, ob du das länger mit dir machen lassen willst. Es untergräbt den Selbstwert, weil man immer denkt, man sei Schuld an einem Konflikt, dabei gehören dazu immer zwei. Es ist ein Machtspiel seinerseits, vielleicht nicht bewusst, aber doch konditioniert. Und wenn er sagt, dass er sich damit selber nicht wohlfühlt, dann sollte er dringend lernen, dass zu ändern!
Ich habe auch in Therapie gelernt, wie man in solchen Situationen reagieren kann, anstelle mit Rückzug nämlich mit tiefem Durchatmen und erklären der eigenen Gefühle.
 
  • #26
Ich bin da eher pragmatisch und habe auf so ein "Theater" keine Lust. Ich bin allerdings auch genau das Gegenteil von hochsensibel und muss dann immer gleich an "Sensibelchen" und Mimosen denken
Genau so sehe ich das auch.
Und fast immer ist es auch so. Ja, es ist Mode. So wie die ganzen "Narzissten". Jede Zicke und jede Dramaqueen meint doch heute sie wäre "hochsensibel".
Hochbegabung und hohe Intelligenz haben damit überhaupt nichts zu tun.
Im Grunde ist das Ganze meist nur eines: Es wird versucht, eigene Defizite als etwas Positives darzustellen. Hochsensibel klingt besser als Versager, Loser, nichts auf die Reihe zu bekommen und überall aussen vor zu sein. Bevor dieser Begriff inflationär verwendet wurde, war es durchaus eine halbwegs intelligente Ausrede dafür, ein Parasit der Stärkeren zu sein.
Leute, jeder braucht mal eine Stunde Ruhe. Sehr viele Menschen geniessen mal einen faulen Tag. Möchten mal alleine sein, Nachdenken oder einfach Abschalten. Und wisst ihr was ? Man kann das sagen. Dann weiss jeder ... den Tom heute in Ruhe lassen, nur ansprechen, wenn etwas wirklich Wichtiges ist. Morgen funktioniert er dann wieder. Und ist wie neu.
Schlimm ist das Heer dieser angeblich Hochsensiblen sowohl für die wenigen Menschen, die tatsächlich darunter leiden und für die Menschen, die pragmatisch funktionieren und das pech haben, solche zickenden Mimöschen um sich zu haben. Denn diese Mode kostet Zeit, Geld und Nerven. Richtet also beträchtlichen Schaden an.
In diesem Falle tendiere ich dazu, dass der Mann einfach diese Masche reitet. Was man dann tun kann ? Entweder ihn einfach in seinem Selbstmitleid versinken lassen oder - siehe die pragmatische Pixi - lernen, damit umzugehen. Die Echten können das verstehen - die Modejünger hören dann entweder ganz schnell damit auf oder verschwinden aus dem eigenen Leben. Das sind deine Möglichkeiten - ausser selbst die Türe hinter dir zu zu machen. Ich kann nur dazu raten solche Leute nicht zu unterstützen. Und keinerlei Rücksicht auf dieses Getue zu verschwenden. Früher wurde dieses Theater "Migräne" genannt - bis diese Krankheit dann diskreditiert war.
Wirklich Hochsensible bemerken nämlich, wie sie auf andere Menschen wirken. Und äussern dann, dass sie nun Stille benötigen.
 
  • #27
Ich denke hier an den Freifahrtschein, den du ihm durch diese Diagnosen gibst, um ihm zu ermöglichen, sich aus der Beziehung nach Belieben auszuklinken. Du musst dich doch fragen, was er in solchen Phasen macht, ob er sich über dich schwarz ärgert, die Beziehung in Frage stellt, sich anderweitig umsieht, und in welchen Intervallen er sich wieder fängt und zurückmeldet. Du hast weder Anhaltspunkte noch Einflussmöglichkeiten, ob es das jetzt war, wenn du tagelang nichts von ihm hörst, und in einer Fernbeziehung wäre die Gefahr noch größer dass man sich aus den Augen verliert.

Auch schwierige Menschen inklusive der "echten" Hochbegabten und Hochsensiblen haben die Aussicht auf stabile Besserung ihres Nähe-Distanz-Verhaltens mit dem richtigen Partner, und du scheinst das nicht zu sein. Für die Art von verbindlicher Beziehung, die du mit ihm führen möchtest und auf die du hoffst, kommst du jedenfalls nicht in Frage, sonst hätte er nicht schon -zig Mal die Karre bis ganz nah an den Abgrund gefahren. Es scheint ihm egal zu sein, ob es ein Weiter geben wird, und er ist sich zu sicher, dass du auf ihn wartest. Als erstes sollte er seine Baustelle dir gegenüber offenlegen, ohne Deutungsversuche deinerseits. Schau mal auf dich, ob du nicht ein Helfersyndrom oder ähnliches hast oder warum du in dieser Konstellation verharrst.
 
  • #28
Hallo Sunny! Du sollst für Dich entscheiden, was Du wills, was Dir gut tut. Kein Anderer kann das für Dich machen. Zu dem was Du beschreibst, kann ich Dir als HB und HS unter zwei Pkt.beantworten: 1. Soll dein Partner tatsächlich HB sein, muss er ein IQ Test gemacht haben, man kann sich nicht selbst zum HB deklarieren. Er sollte in diesem Fall ein IQ > 130 haben.
2. Ein HS wird seine Rückzugsmöglichkeiten brauchen, um alles zu "verdauen" aber wenn er sich von Dir zurückzieht, dann hat er ein Problem mit dir, unabhängig von seiner HS.
Deine Beziehung sieht eher nach einer On-Off-Beziehung aus, was nix mit HB/HS zu tun hat. Ob du dir eine On-Off-Beziehung antust, musst du für dich entscheiden...sicherlich ist sowas nicht langweilig, kann aber zur Zeiten anstrengend sein.
 
  • #29
Man geht davon aus, dass ca. 20 Prozent der Menschen zu den HSP gehören. Ein ähnliches Verhältnis scheinen Tierpopulationen aufzuweisen. Das ist ganz schön viel für mein Verständnis. Elaine Aron hat in den USA die Forschung dazu angestoßen, wie gesagt, man findet viele Bücher von ihr. Fakt ist jedenfalls, dass man die Hochsensibilität wirklich messen kann und es kein esoterischer Humbug ist. Eine HSP (Highly Sensitive Person) hat ein messbar anderes Hörspektrum als eine Non-HSP, z.B., und man kann durch bildgebende Verfahren die dafür typische Gehirnaktivität sichtbar machen, z.B. sind Netzwerke aktiv, die für visuelle Rezeption und Augenbewegungen stehen. Eine HSP hat daher ein sehr tiefes ästhetisches Empfinden und reagiert auch auf alle Arten von Kunst (Literatur etc.) sehr bewegt. Nach neuester Forschung ist die HS genetisch bedingt.
Ebenso kann man bei den Introvertierten die Introversion wissenschaftlich messen: Bei den Introvertierten misst man im Vergleich mit Extravertierten eine höhere elektrische Aktivität im Gehirn (= höhere kortikale Erregung), sowohl in Ruhe als auch beim Lösen von kognitiven Aufgaben. Im Gehirn eines Introvertierten herrscht also ständig ein höheres Erregungslevel, deshalb muss er sich vor Überstimulation durch Reize von außen schützen. Ein Extravertierter hingegen schützt sich durch Kontakt mit anderen Menschen vor Unterstimulation. Man geht davon aus, dass auf einen Introvertierten drei Extravertierte kommen.
Bei HS+Introversion im Paket hat man durch die Introversion ein ständig höheres Erregungslevel im Gehirn+ durch die Hochsensibilität eine tiefere Reizverarbeitung und eine niedrigere Reizschwelle. Es ist wissenschaftlich klar, dass die Hochsensibilität nicht mit Introversion gleichzusetzen ist. Es gibt auch extravertierte Hochsensible.
Sowohl ein Introvertierter und eine HSP brauchen den Rückzug von der Welt, damit sie keine Depression bekommen oder in einen sonstigen psychischen Ausnahmezustand kommen.
Die Welt braucht übrigens alle: HSP, Non-HSP, Introvertierte und Extravertierte, nur dass in den westlichen Gesellschaften HSP und Introvertierte oft das schwerere Los haben. Sie sind in der Minderheit und die Kontemplation gilt hier nicht so viel wie beispielsweise in den asiatischen Gesellschaften. Hierzulande gilt der HSP oft als die nichtsnutzige Mimose. Dabei haben die HSP eine unglaublich wichtige Aufgabe für die Gesamtgesellschaft: Das Reflektieren über Gefahren, das Erstellen von Prognosen, das Warnen, der Verweis auf die Spiritualität und das innere Wachstum. Früher nannte man das weise. DAS ist die gesellschaftliche Funktion der HSPs und Intros, damit die Non-HSPs und Extras ihre Macherqualitäten und ihr impulsartiges "Vorwärts" nicht mit dem Leben bezahlen und damit die Gesamtgesellschaft nicht in eine schlimme Situation gerät.
 
  • #30
Ich hab auch mal ein Hochbegabtenstipendium bekommen, habe 2 angefangene Dissertationen zuhause liegen und einen IQ>140, aber was dein Freund da abzieht, ist Rumzicken, weiter nix. Lass es dir nicht länger gefallen.
 
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