Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  • #61
Diese - ich nenne sie mal "Anwandlungen - fingen eigentlich auch ziemlich früh an, nur nicht ganz so ausgeprägt. Sobald doch mal Kritik ins Spiel kam, wurde er ruhiger. Er zog sich zurück. Ich kannte das so nicht und fragte halt nach was los ist. Er sagte mir dann immer, dass er froh ist, dass ich mich melde, aber er nicht wisse wie er reagieren soll und er sich schlecht vorkomme, weil er mich enttäuscht hat.
Ich war angesichts der "Selbstdiagnose" zunächst auch skeptisch, ob da nicht jemand schlechtes Benehmen / Kommunikationsverhalten "entschuldigen" will.
Aber beim letzten Satz fühlte ich mich etwas ertappt. Ich reagiere nämlich ganz ähnlich. Vermutlich ist das tatsächlich nicht - wie von einigen hier vermutet - Entschuldigung schlechten Benehmens mit "Ansage", sondern seine Erfahrung mit seinen eigenen Gefühlen.

Was ich allerdings für sehr problematisch halte ist, dass er in seinem Alter noch nicht gelernt hat, anders / angemessener damit umzugehen. Wie du schon schreibst, man muss auch mal Kritik einstecken können, ohne sich sofort komplett schlecht, nicht liebenswert und womöglich auch gleich noch abgelehnt zu fühlen.

Ich tappe immer noch ab und an in diese Falle, aber ich trage es
nicht mehr so stark nach außen, sprich, ich mach es mit mir selbst ab, weil ich mittlerweile weiß, dass es mein Problem ist - mein Partner liebt mich ja weiterhin, auch wenn ich es ein paar Stunden lang nicht glauben kann.
Andererseits weiß mein Partner davon, weil es eine Sache ist, die die Beziehung belasten kann, wenn der Partner damit nicht umgehen kann / mag. Was ich absolut nachvollziehen kann und deshalb war es mir wichtig, ihm davon zu erzählen. Nicht um mich vorher "reinzuwaschen", wenn ich mich vielleicht doch mal blöd benehme, sondern damit er abwägen kann, ob er damit leben kann.

Wenn dein Partner tatsächlich keine Veranlassung sieht, da einmal genauer hinzuschauen und daran zu arbeiten, sehe ich eher schwarz für euch, so lieb er auch sonst sein mag.

W, 52, auch HSP

PS.: @empirath: Welche Diskussion versuchst du hier zu gewinnen? Wenn Hochbegabte ihr Leben nicht auf die Reihe bekommen, ist in der Regel nicht die "neidische" Umgebung schuld, sondern die Persönlichkeit desjenigen. Ich kenne einige Hochbegabte und da ist vom klassischen "Underachiever" bis zum hochgeachteten Uni-Professor alles mögliche dabei. Dass der Professor den Weg zum Professor geschafft hat, liegt ganz sicher nicht ausschließlich an seiner Intelligenz, sondern an seiner gesamten Persönlichkeitsstruktur. Der ist ein ganz entzückender Mensch, herzlich, aufgeschlossen. Die anderen sind ... in unterschiedlichen Graden kompliziert, könnte man sagen. Nicht unbedingt so, dass sie unerträgliche Menschen wären, aber die Schwachstellen sind eindeutig erkennbar.
 
  • #62
Heute ist es hochsensibel, und ohne Frage, es gibt hochsensible Menschen. Auch Hochsensiblität hat individuelle Ausprägungen und ich finde nach wie vor, jede*m ist zumutbar eine gewisse soziale Kompetenz zu erwerben.
Ich zitiere mich selbst, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen.

Ich sehe Hochsensibilität erst mal aus besondere Gabe. Wie mit allem gibt es das in verschiedenen Ausprägungen.
Jede*r einzelne wird seine Gabe auf seine Weise nutzen und lernen, mit den Schattenseiten einer Gabe, die jede Gabe hat, umzugehen.

Was mich ärgert - falsches Wort -, ist wenn sich Leute in diese Schublade stecken, als,Entschuldigung sich daneben benehmen zu können.

Das wird den Hochsensiblen Menschen nicht gerecht.



Da fehlt jedes Maß und auch, abgesehen von einem gewissen demagogischen Geschick, jede Intelligenz
@empirath, kannst Du ohne beleidigend, diskreditierend zu werden in einer absolut unangemessenen Form, erläutern, was Deine Posts mit der Fragestellung zu tun haben?
Warum schreibst Du, wenn die Forist*innen nicht Deinem Niveau entsprechen.

Der Disput mit @Lebens_Lust, den ich als Forist sehr schätze mit angemessenem und hinreichendem IQ und EQ, hat tatsächlich Unterhaltungswert,.... Mehr nicht.

2 abgebrochene Dissertationen sind für mich keine Leistung, sondern Zeit- und Energieverschwendung.
In der Zeit haben Andere, über die Du Dich erhebst, eine gutgehende Firma aufgebaut....Soziale Projekte gestartet, etc.

W,50
 
  • #64
Hallo in die Runde,
mich würde ja mal die Sicht von einem Hochbegabten und Hochsensiblen interessieren. Ist es wirklich so, dass wenn man Kritik bekommt, einen schlechten Tag hatte oder sich gerade nicht wohl fühlt in seiner Haut, dann direkt abblockt und seine Ruhe haben möchte? Kann man sich soweit zurückziehen in seiner Angst was falsch gemacht zu haben und gar nicht auf seinen Partner zugehen?

Ich muss Sunny hier mein Lob aussprechen. Du scheinst deinen Partner und deine Beziehung nicht aufzugeben und kämpfst für euer Glück. Es hört sich so an, als wärst du eine Person mit einem riesigen Herz und solche Menschen gibt es mE viel zu wenig.
Bleib so wie du bist und weiterhin viel Glück für Euch!

Liebe Grüße
Chilli
 
  • #65
Er macht sich über Sachen gedanken, die er so nicht beeinflussen kann und versucht darin den Sinn zu finden...
Das ist eigentlich Gläubigkeit, denke ich, und der Versuch, irgendwas unter Kontrolle zu bekommen. Es steckt ja nicht hinter allem ein Sinn, es kann einem auch Schlimmes passieren einfach so. Zufall. Nur können viele damit schlechter leben, glaube ich. Weil es heißt, dass man keine Kontrolle drüber hat, dass es einem morgen ganz furchtbar treffen könnte, ohne dass man zuvor irgendein "karmakonto-gottbestrafs"-Vergehen beging. Das entbindet einen aber nicht davon, auch mal zu gucken, an welchem Mist im Leben man einen zukünftig vermeidbaren Eigenanteil hatte, wo man neue Erkenntnisse gewinnen konnte und wo es einfach Pech war oder man auf einem falschen Weg war, weil man selbst eben nicht geeignet ist dafür (z.B. wenn man Elternwünsche befriedigen will bei der Berufswahl, aber unglücklich wird und so viel Lebenszeit verliert, um Leute zu befriedigen, die man eigentlich nicht befriedigen sollte mit so weitreichenden Lebensentscheidungen).
er begann auch zu erzählen, was nach seiner Meinung sein Problem ist, hochbegabung, hochsensibel und nice guy
Das ist es, was ich meinte mit "auch mal gucken, an welchem Mist man einen vermeidbaren Anteil haben könnte". Denn z.B. "ich bin zu nett" ist in meinen Augen einfach Opferhaltung mit Eitelkeit, die nicht sehen will, dass man gar nicht zu nett sein kann, sondern nur nicht in der Lage ist, freundlich eine Grenze zu setzen und auszuhalten, dass einen manche Leute dann doof finden. Und gleichzeitig zu erkennen, dass DIE dann ein Problem haben, nicht man selbst. Das Problem ist, dass man "everybody's darling" sein will, und weil das sehr anstrengend ist, kann man nur abtauchen.

"Ich bin hochbegabt" finde ich in seinem Alter als Problem auch bemerkenswert, weil er eigentlich schon mitgekriegt haben könnte, dass es auch noch andere Hochbegabte gibt, die auch in der Schule gehänselt wurden usw.. Es sei denn, er hat nie aus seinen Leistungen was machen können und muss jetzt mit Leuten zusammenarbeiten, die genauso negativ auf die Denkfreudigkeit und die geistigen Fähigkeiten des Mannes reagieren wie Mitschüler früher. Dann könnte er vielleicht noch ein Studium beginnen, um seine Fähigkeiten richtig auszuschöpfen (Mir ist klar, dass das ein "mach doch einfach"-Vorschlag ist, der sich nicht leicht umsetzen lässt).
Oder es liegt an den Eltern, siehe unten.
 
  • #66
Als HS hat er vermutlich viele Verletzungen durch andere davongetragen, die ihn nicht verstanden in seiner Wahrnehmungsfülle. Insbesondere die Eltern.

Ich würde das aber auch, allgemein und nicht auf den Mann bezogen jetzt mal, unterscheiden: Hochsensibel ist nicht hochempfindlich und schnell beleidigt, was eigene Belange angeht.

Und wenn ich sensibel bin für viele Reize von außen und voller Mitleid mit anderen Wesen, kann ich trotzdem wie ein Holzklotz sein im Umgang mit anderen und ihnen Verletzungen zufügen, sie vor den Kopf stoßen, ohne es zu merken, und die Schuld bei ihnen suchen, damit ich keinen Fehler gemacht haben muss im Umgang, weil ich mich sonst schuldig fühle (bin ja so sensibel, kann ich dann sagen). Das ist nicht nett.

Das Grenzen-Setz-Problem haben ja auch Menschen, die nicht hochbegabt oder hochsensibel sind, also kann man das mE nicht im Zusammenhang sehen. Es ist mMn das Nice-Guy-Everybody's-Darling-Problem. Und das könnte ein Problem mit den Eltern sein, man will die noch immer zufriedenstellen, aber sie können einfach nicht genug Anerkennung geben, genau wie früher. Vielleicht kommt man dann auch wieder auf das HS-HB-Problem zurück: Wenn die Eltern blind waren für diese Eigenheiten des Kindes, fühlte es sich nicht erkannt, nicht wegen seiner Besonderheit geliebt und niemand verstand es, nicht mal die Eltern, die der Hort sein sollten, wo sich das Kind geborgen fühlt. Folge: "Ich bin anders als die Welt (= Eltern)", aber das noch in einem Alter, in dem man nicht mehr auf Elternliebe angewiesen ist.

Aber wie gesagt: So lange man sagt "ich bin zu [hier positive Eigenschaft einsetzen]", schwingt da eine eitle Opferhaltung mit, die ich als Barriere sehe. Wenn man sich ändern will, muss man mE weg von diesem Ich-bin-zu-gut-für-diese-Welt.
HS und HB kann man schwer ändern, also da müsste man schon in einer Gruppe, die das alles nicht ist, sein und sich zum Überleben anpassen müssen. Das Gehirn stumpft ja doch ab bei Nicht-Benutzung und irgendwann gibt man auch den Kampf auf, Gleiches finden zu wollen. Aber diese "ich bin zu nett"-Haltung, die ist eine echte Charakterschwäche. Zumal er das ja nicht ist mit seinem Abtauchverhalten. Das verletzt ja auch.

Vielleicht ist es auch interessant, sich mal diesen Rosenkrieg anzusehen. Klar, es wird von der neuen Partnerin eher die Ex schlecht gesehen, aber die wird sicher auch Verletzungen durch den Partner davongetragen haben., es war ja eine Bez., und selten ist nur einer Schuld an Schiefgelaufenem. Und man kann das Verhalten des Mannes sehen, ob er wirklich so nice ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #67
Ich war angesichts der "Selbstdiagnose" zunächst auch skeptisch, ob da nicht jemand schlechtes Benehmen / Kommunikationsverhalten "entschuldigen" will.
Aber beim letzten Satz fühlte ich mich etwas ertappt. Ich reagiere nämlich ganz ähnlich. Vermutlich ist das tatsächlich nicht - wie von einigen hier vermutet - Entschuldigung schlechten Benehmens mit "Ansage", sondern seine Erfahrung mit seinen eigenen Gefühlen.

Was ich allerdings für sehr problematisch halte ist, dass er in seinem Alter noch nicht gelernt hat, anders / angemessener damit umzugehen. Wie du schon schreibst, man muss auch mal Kritik einstecken können, ohne sich sofort komplett schlecht, nicht liebenswert und womöglich auch gleich noch abgelehnt zu fühlen.

Ich tappe immer noch ab und an in diese Falle, aber ich trage es
nicht mehr so stark nach außen, sprich, ich mach es mit mir selbst ab, weil ich mittlerweile weiß, dass es mein Problem ist - mein Partner liebt mich ja weiterhin, auch wenn ich es ein paar Stunden lang nicht glauben kann.
Andererseits weiß mein Partner davon, weil es eine Sache ist, die die Beziehung belasten kann, wenn der Partner damit nicht umgehen kann / mag. Was ich absolut nachvollziehen kann und deshalb war es mir wichtig, ihm davon zu erzählen. Nicht um mich vorher "reinzuwaschen", wenn ich mich vielleicht doch mal blöd benehme, sondern damit er abwägen kann, ob er damit leben kann.
Danke für deine Meinung und auch Erfahrung.
Wie hast du es denn geschafft, besser damit umzugehen. Was hilft dir dabei? Hast du deine Partnerin in solchen Phasen dann auch so abgeblockt, wie hat sie reagiert?

Es ist manchmal ganz unterschiedlich, entweder von jetzt auf nachher Ruhe ohne Vorankündigung oder wir können gleich zusammen darüber sprechen. Er ist halt ab und an wenn auch selten offen dafür und möchte reden. Er denkt genau so wie du oben beschreibst und denkt er hätte mich enttäuscht. Möchte aber gleichzeitig dann auch allein sein und macht alles mit sich aus, was dann aber eher noch schlimmer für ihn wird, da er alles negativ sieht.
 
  • #68
mich würde ja mal die Sicht von einem ... Hochsensiblen interessieren. Ist es wirklich so, dass wenn man Kritik bekommt, einen schlechten Tag hatte oder sich gerade nicht wohl fühlt in seiner Haut, dann direkt abblockt und seine Ruhe haben möchte?
Ich bin eine, die sich bei Rückschlägen sogar regelrecht verkriechen kann. Wenn ich falsch verstanden oder ungerechtfertigt kritisiert werde. Das kann mich vorübergehend sogar ziemlich aus der Bahn werfen. Ich versuche, unangenehmen Sitiationen so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen. Ich bin aber stets bedacht, andere Menschen nicht zu verletzen. Ich stoße also keinem vor den Kopf. Und wer's ohnehin nicht nett mit mir meint und mich unfreundlich behandelt - dem ist es egal, wie ich mich fühle. Darum finde ich es auch so wichtig, einen geschützten Ort zu haben, der mir - je nach Bedarf - Trost, Zuversicht und neue Kraft geben kann.
 
  • #69
Das ist eigentlich Gläubigkeit, denke ich, und der Versuch, irgendwas unter Kontrolle zu bekommen. Es steckt ja nicht hinter allem ein Sinn, es kann einem auch Schlimmes passieren einfach so. Zufall. Nur können viele damit schlechter leben, glaube ich. Weil es heißt, dass man keine Kontrolle drüber hat, dass es einem morgen ganz furchtbar treffen könnte, ohne dass man zuvor irgendein "karmakonto-gottbestrafs"-Vergehen beging. Das entbindet einen aber nicht davon, auch mal zu gucken, an welchem Mist im Leben man einen zukünftig vermeidbaren Eigenanteil hatte, wo man neue Erkenntnisse gewinnen konnte und wo es einfach Pech war oder man auf einem falschen Weg war, weil man selbst eben nicht geeignet ist dafür (z.B. wenn man Elternwünsche befriedigen will bei der Berufswahl, aber unglücklich wird und so viel Lebenszeit verliert, um Leute zu befriedigen, die man eigentlich nicht befriedigen sollte mit so weitreichenden Lebensentscheidungen).

Das ist es, was ich meinte mit "auch mal gucken, an welchem Mist man einen vermeidbaren Anteil haben könnte". Denn z.B. "ich bin zu nett" ist in meinen Augen einfach Opferhaltung mit Eitelkeit, die nicht sehen will, dass man gar nicht zu nett sein kann, sondern nur nicht in der Lage ist, freundlich eine Grenze zu setzen und auszuhalten, dass einen manche Leute dann doof finden. Und gleichzeitig zu erkennen, dass DIE dann ein Problem haben, nicht man selbst. Das Problem ist, dass man "everybody's darling" sein will, und weil das sehr anstrengend ist, kann man nur abtauchen.

"Ich bin hochbegabt" finde ich in seinem Alter als Problem auch bemerkenswert, weil er eigentlich schon mitgekriegt haben könnte, dass es auch noch andere Hochbegabte gibt, die auch in der Schule gehänselt wurden usw.. Es sei denn, er hat nie aus seinen Leistungen was machen können und muss jetzt mit Leuten zusammenarbeiten, die genauso negativ auf die Denkfreudigkeit und die geistigen Fähigkeiten des Mannes reagieren wie Mitschüler früher. Dann könnte er vielleicht noch ein Studium beginnen, um seine Fähigkeiten richtig auszuschöpfen (Mir ist klar, dass das ein "mach doch einfach"-Vorschlag ist, der sich nicht leicht umsetzen lässt).
Oder es liegt an den Eltern, siehe unten.
Nein daran kann es nicht liegen -denk ich-, er hat studiert, steht mitten im Job und selbständig und diese Arbeit macht ihm wenn auch fordernd sehr viel Spaß.

Er zweifelt oft an sich selbst, möchte wie du sagtest alles richtig machen und wenn nur das kleinste nicht funktioniert wird er frustriert Und zieht sich zurück.
 
  • #70
Danke für deine Meinung und auch Erfahrung.
Wie hast du es denn geschafft, besser damit umzugehen. Was hilft dir dabei? Hast du deine Partnerin in solchen Phasen dann auch so abgeblockt, wie hat sie reagiert?
Vorweg - ist wohl etwas untergegangen, ich bin weiblich.
Ich habe mich dann immer zurückgezogen, war als junge Frau dann manchmal regelrecht bockig und beleidigt. Und es fiel mir unglaublich schwer, mich dafür zu entschuldigen, wenn ich mich wirklich blöd benommen hatte. In der Rückschau kann ich das sehen.
Es war für mich ein totales Versagensgefühl, wenn das passiert ist. Und ich wollte dann nicht darüber sprechen, weil ich Angst hatte, was mein Partner dazu sagen könnte. Dass er mir sagen könnte, dass das jetzt zu viel war und er mich nicht mehr liebt. Eigentlich eine Vertrauensfrage von meiner Seite aus. Ich habe mich im Wortsinne nicht "getraut", meinem Verhalten selbst ins Auge zu sehen und zu akzeptieren, dass es eben auch zum Leben gehört, manchmal daneben zu langen und jemanden unabsichtlich zu verletzen.

Bei meinem jetzigen Partner achte ich darauf, dass ich standhaft bleibe und mich nicht verkrieche, wenn ich Mist baue. Es wird mir immer noch heiß und kalt und ich schäme mich halb zu Tode, aber ich weiß, dass nichts Schlimmes passiert - mein Partner trägt mich. So "Kleinigkeiten", wie er das nennt, bringen ihn nicht dazu, mich fallenzulassen. Und ich lerne immer mehr, mich zu entschuldigen anstatt mich zu rechtfertigen.

W, 52
 
  • #71
mich würde ja mal die Sicht von einem Hochbegabten und Hochsensiblen interessieren. Ist es wirklich so, dass wenn man Kritik bekommt, einen schlechten Tag hatte oder sich gerade nicht wohl fühlt in seiner Haut, dann direkt abblockt und seine Ruhe haben möchte? Kann man sich soweit zurückziehen in seiner Angst was falsch gemacht zu haben und gar nicht auf seinen Partner zugehen?
Ja. Man möchte in ein Mauseloch krabbeln und nicht mehr herauskommen, bis der andere sagt "was soll das eigentlich gerade?", und man feststellt, dass die Welt nicht untergeht und dass einen andere immer noch mögen, obwohl man selbst einen schlechten Tag hatte ...
Und es ist schmerzhaft, nicht im Mauseloch zu verschwinden und stattdessen diese unangenehmen Gefühle in Gegenwart von jemand anderem auszuhalten ...
 
  • #72
Dass ein Hochsensibler Schamgefühl auch viel stärker empfindet als Nicht-HS, würde ich auch logisch schlussfolgern. Aber die Entwicklung von Selbstwertgefühl, also dass man nicht empfindet, dass man als Person nicht mehr liebenswert sei, nur weil man einen Fehler gemacht hat und kritisiert wird, hängt mE nicht zusammen mit Hochsensibilität. Das wäre für mich eher Überhöhen des anderen Menschen, wenn man denkt, man sei nicht mehr liebenswert, nur weil jemand DAS VERHALTEN kritisiert (wenn er die gesamte Person disst, ist das ja sowieso einfach unsachlich). Man verlangt ja auch nicht, dass der andere vor Scham in den Boden versinken soll, wenn man mal was an ihm kritisiert. Also fehlt es hier an Augenhöhegefühl, würde ich sagen.
Vielleicht ist es immer noch das Bitten um Akzeptanz, weil man sein ganzes Leben lang gelernt hat, dass man nicht wie das Gros der anderen ist, weil man nicht zur Gruppe gehört, vielleicht nicht mal in die Familie passt.

Ja, ich denke, das ist wichtig, das Selbstwertgefühl zu stärken. Man ist ja nicht mehr "der Andere", nicht mehr unter den Nicht-HS, wenn man jetzt nicht so eine Gruppe als engsten Kreis gewählt hat.

Allgemein gilt allerdings auch, dass man Kritik gekonnt formulieren sollte, damit der andere sich nicht angegriffen oder gedemütigt fühlt. Ich meine, es ist an sich ein heißes Eisen.

Mal ne allgemeine Frage: Sind eigentlich Narzissten hochsensibel? Sie spüren doch genau raus, was sie einem anderen sagen oder für ihn tun müssen, dass er vor Wonne in die Knie geht.
Ich will damit keineswegs sagen, dass alle Hochsensiblen Narzissten sind, nur andersrum geht die Richtung. Und sie sind majestätsbeleidigt, wenn jemand sie kritisiert.
 
  • #73
Das kann ich mir nicht vorstellen. Narzissten benehmen sich anderen Menschen gegenüber zunehmend unempathisch (am Anfang meist nicht), so dass man oft meinen könnte, sie besitzen null Empathie. Ich glaube, dass ihnen Empathie nicht völlig fremd ist. Sie können sich offenbar sogar recht gut in die Lage anderer Leute hineinversetzen und deren Schwächen ausloten, die sie dann irgendwann gegen sie verwenden. Soweit meine Erfahrungen ...

Hochsensible nehmen ihre ganze Umgebung anders wahr. Sie können die Stimmung ihres Gegenübers schneller und besser einschätzen. Sie erleben immer wieder ihre kleinen (Glücks-)Momente, die sie nie mehr vergessen. Häufig sind das Momente, die andere Menschen eher als bedeutungslos einstufen würden. Nur ein kleines Beispiel: Nach einem Zoobesuch mit der Familie und stundenlangem Laufen sitzen wir irgendwann an einem Tisch und essen ein Eis. Angenehme Temperaturen, eine schöne Umgebung, der Genuss von diesem Eis - wenn ich Jahre später an diesen Zoobesuch zurückdenke, so gilt mein erster Gedanke diesem kleinen Moment des Innehaltens und des Genusses. Ich denke, für die meisten anderen Menschen wäre dieser Moment nicht mal der Rede wert.
 
  • #74
Hochsensible nehmen ihre ganze Umgebung anders wahr. Sie können die Stimmung ihres Gegenübers schneller und besser einschätzen. Sie erleben immer wieder ihre kleinen (Glücks-)Momente, die sie nie mehr vergessen.
Ist das wirklich hochsensibel? Oder sind es nicht einfach nur Fähigkeiten, entweder angeboren oder auch erlernbar?
Die Fähigkeit, sich in bestimmten Momenten zu öffnen, sich einzulassen auf Stimmungen?

Wenn ich draußen unterwegs bin, dann gibt es für mich viele solcher Gelegenheiten - eine Lichtsituation, Gerüche, manche Geräusche, die erste Blüte im Frühling, Morgenstimmung im Herbst, das Gefühl der Hand am Fels in den Bergen.
Momente zum Innehalten, manchmal soviel Freude, dass sie fast nicht aushaltbar ist, manchmal so, dass Tränen kommen...

Und eben auch die Fähigkeit oder Übung, dass man solche Momente, die einen tief berührt haben, dann auch in den Erinnerungsschatz aufnimmt.
Ohne dass es die Bezeichnung Hochsensibilität braucht?

Ich bin für diese Fähigkeiten sehr dankbar - auch wenn meine sehr empfindsame Nase gerade im Umgang mit Menschen nicht immer ein Segen ist. In der Natur, oder beim Essen um so mehr.

Ich denke, etwas mehr Sensibilität, Achtsamkeit, ist eine bereichernde Lernaufgabe - dieses Können ist aber für mich nicht mit HS gleichzusetzen. Dafür ist das Bild HS doch zu komplex, oder?
Gerne als Frage zu verstehen.

W,50
 
  • #75
Ich denke, etwas mehr Sensibilität, Achtsamkeit, ist eine bereichernde Lernaufgabe - dieses Können ist aber für mich nicht mit HS gleichzusetzen. Dafür ist das Bild HS doch zu komplex, oder?
Gerne als Frage zu verstehen.
Ich denke, es ist ein Teil vom Ganzen. Diese Fähigkeit - die ich früher nie als solche gesehen habe und die, glaube ich, auch kaum jemand anderes als solche betrachtet, hat schon so manch einen verblüfft. "Was du dir alles so merkst" kommt dann schon mal als Reaktion.

Die Bettnachbarin damals im Krankenhaus brachte mich auf dieses Thema, weil ich auch so gut in der Lage war, verschiedene Situationen, teils sehr unangenehme Gespräche, später in Briefen an sie nachträglich wortwörtlich wiedergeben zu können. Auch das allein ist sicher noch kein Hinweis auf eine HSP. Ich habe mich danach eingelesen, einen Test gemacht - und der war eindeutig. Übrigens erfuhr ich von anderen "Betroffenen", dass sie nachträglich froh waren, als ihnen diese "Gabe" bekannt wurde. Weil sie - ähnlich wie ich - über Jahrzehnte geglaubt haben, es stimme etwas nicht mit ihnen.

Aber was ist es nun wirklich? Eine Gabe? Segen oder Fluch? Ich weiß es nicht. Bei meiner Testauswertung bekam ich den Rat, mich nicht zu sehr von anderen Menschen abzukapseln. Dazu neige ich allerdings in erster Linie nur nach menschlichen Enttäuschungen, und das auch nur vorübergehend. Man muss ja weiter funktionieren...
 
  • #76
Narzissten benehmen sich anderen Menschen gegenüber zunehmend unempathisch (am Anfang meist nicht), so dass man oft meinen könnte, sie besitzen null Empathie.
Also wäre der Unterschied, dass Narzissten es nicht merken, wie sie den anderen Menschen verletzen, oder sie es in ihrem eigenen Emotionsprogramm, glücklich zu werden, nicht tangiert. Ich denke jedenfalls nicht, dass der Narzisst aus kalter Berechnung Narzisst ist. Er leidet auch unter sich selbst.

Sind aber Hochsensible automatisch EMPATHISCH? Sich in die Gefühle anderer hineinzuversetzen, also Abstand von der eigenen Gefühlswelt zu haben und die eines anderen nachvollziehen zu können, insbesondere, wenn man selbst dort eine Reaktion bewirkt hat, ist doch was anderes, als "NUR" zu spüren, der andere hat aus irgendwelchen Gründen schlechte/gute/traurige/... Stimmung. Insbesondere, weil der Hochsensible Personen ja auch schon mal verletzen wird durch sein Verhalten, aber sich dann anscheinend verkriecht, statt die Gefühle des anderen nachzuvollziehen, zu verstehen und das Richtige zu tun.

Ich denke, für die meisten anderen Menschen wäre dieser Moment nicht mal der Rede wert.
Hm. Ich habe viele solcher Momente in meinem Leben.
Ich habe auch als einziges Kind geweint bei Kinofilmen mit Tieren oder bei traurigen Liedern und bin dafür böse ausgelacht worden. Aber ich bin in einer Familie großgeworden, wo Gefühle weg mussten, benutzt wurden zum Manipulieren und durch "Verstand" wegdiskutiert wurden. So lernt man den Umgang damit und so ist man dann auch zu anderen Leuten mit Gefühlen und wird "blind". Also ich war sicher nicht empathisch früher, sondern ein echter Holzklotz, hab aber immer noch geweint bei Musik.
Heute bin ich es schon, denke ich. Ich würde sagen, ich habe meine Gefühlswelt ENTDECKT.
Aber der Verstand und das Gefühl arbeiten nicht fließend zusammen. Die zusammenzubringen, um eine Situation gefühlsmäßig im Nachhinein zu verstehen, dauert.
Aber ich kann dran denken, auch das Gefühl zu beachten, wenn sich jemand mit einem Problem an mich wendet, statt gleich mit dem, was ich dazu denke, loszulegen. Und die Verzögerung ist auch ein Vorteil, weil ich dadurch meine, durch bestimmte Gefühle, die man mir erzeugen will, nicht mehr manipulierbar zu sein. Ich hab z.B. keine Schuldgefühle mehr, wo ich früher welche hatte, und merke, wenn einer auf diesen Knopf drückt. Und das übergroße Schamgefühl, mit dem meine Eltern früher manipuliert haben und wo ich noch Tage drüber nachdachte, wie sehr ich einen anderen gekränkt haben muss (was gar nicht stimmte, das wurde nur behauptet und das nicht mal von der entsprechenden Person, sondern von meinen Eltern), baute ich auch langsam ab, weil ich anderen auch verzeihen kann, wenn die sich doof benehmen und gar nicht raus ist, ob sie kränken wollten.

Mal noch eine Frage, die mir gerade einfällt: Kann ein Hochsensibler Fleisch essen?
 
  • #77
Mal noch eine Frage, die mir gerade einfällt: Kann ein Hochsensibler Fleisch essen?
Ich war nie der ganz große Fleischesser (ganz vegetarisch bin ich allerdings nicht, obwohl ich gut auf Fleisch verzichten kann). Ich glaube, das hat keinen Einfluss auf die Ernährung.
Insbesondere, weil der Hochsensible Personen ja auch schon mal verletzen wird durch sein Verhalten, aber sich dann anscheinend verkriecht, statt die Gefühle des anderen nachzuvollziehen, zu verstehen und das Richtige zu tun.
Ich bin zu 100 % sicher, dass ich insofern noch nie einen Menschen verletzt habe. Ich bin stets darauf bedacht , mich nicht verletzend zu verhalten. Ich glaube, das hat wiederum eine Menge mit meiner Sensibilität zu tun. Weil ich weiß, wie schlecht man sich fühlen kann, wenn man vor den Kopf gestoßen wird. Ich kann mich gut daran erinnern, dass ich vor vielen Jahren von einem höherstehenden Arbeitskollegen ab und zu enttäuscht war. ("Sie kann man leicht ausnutzen". Und irgendwie tat er das auch). Manchmal habe ich zumindest durchblicken lassen, dass ich das bemerkte - und sofort danach ein schlechtes Gewissen. Könnte ich ihn womöglich verletzt haben? Obwohl er mich verletzt hat. Irgendwie paradox. Das ist wohl dieses "Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu". Irgendwie bin ich so erzogen.

Den Leuten, wegen denen ich mich schon mal verkrochen habe, bedeutete ich nichts. Die haben das nicht mal gemerkt.

Da kann ich allerdings auch nur für mich sprechen. Ich bin so. Mehr leise als laut. Aber dafür sehr leistungsstark bei der Arbeit.
 
  • #78
Mal noch eine Frage, die mir gerade einfällt: Kann ein Hochsensibler Fleisch essen?
Theoretisch nicht, praktisch hängt davon ab, wie man mit eigener Hochsensibilität umgeht. Ich spüre sie nicht immer gleich, bzw. je mehr ich im Kopf bin, desto weniger. Zu meiner Hochphase habe ich kein Fleisch gegessen, ich hatte einfach kein Bedürfnis danach, und kein Alkohol getrunken, da hatte ich den Geruch nicht gemocht und habe irgendwie gefühlsmäßig gespürt, dass es Gift ist für meinen Körper. Ich konnte keine Filme mit Kindern und Tieren anschauen und nichts, wo Gewalt vorhanden war. Mein Kontakt zu Menschen war auf das Minimum reduziert, weil sehr viel Hass, Wut und Manipulation gespürt habe, nicht nur zu mir, auch untereinander. Heute esse ich Fleisch, aber nachwievor wenig, meistens Geflügel, ertrage kein Schweingeruch mehr und Rindfleisch sehr bedingt.
Ich habe gelesen, dass es zwei Begriffe gibt - Hochsensibilität, wenn die Sinnesorgane verstärkt sind, also Licht, Geräusche, Geräusche und Hochsensibilität, da spürt man die Energien anderer Menschen.
Der Unterschied zwischen HSP und Empathie ist, dass HSP angeboren ist und man fühlt tatsächlich, was der andere fühlt, der Ungeübte nimmt diese Gefühle als eigene wahr. Empathie ist antrainierte Fähigkeit, man kann NACHVOLLZIEHEN, wie der andere sich fühlt, aber man spürt nicht seine Gefühle.
 
  • #79
Ich glaube, das hat keinen Einfluss auf die Ernährung.
Es ging mir mehr um das Tierleid als jetzt um gesund oder nicht. Man weiß ja nun, wie das Fleisch auf den Teller kommt.
Ich kann kein Wesen leiden sehen und wenn ich weiß, dass es gelitten haben muss, keine Freude mehr empfinden beim Nutzen einer Sache.

Ich bin zu 100 % sicher, dass ich insofern noch nie einen Menschen verletzt habe.
Das war mehr mit Blick auf den Partner der FS. Er verletzt sie ja schon mal, aber macht dann noch mehr, was sie verletzt, weil er sich ja nicht mehr meldet.

Hm, nee, glaube ich nicht. Wenn Dein einziges "Vergehen" war, dass Du ihm keine Grenze gesetzt hast beim Ausnutzen, hat er wohl keinen Respekt vor Dir gehabt, aber verletzt wird ihn das nicht haben. Außer er dachte, er hilft Dir mit seinen Äußerungen und Du hörst nicht drauf, aber da kann man mE auch nicht verletzt sein, wenn einer einen Rat oder gutgemeinten Hinweis nicht annimmt.

Für mich war es früher extrem schwer, schlechte Stimmung auszuhalten ohne drüber zu reden, bis ich begriff, dass diese anderen Menschen anders sind, also ne Weile Ruhe brauchen (das sind keine HS-Personen), und dann ist alles wieder gut für sie. Wenn sie nie drüber reden, macht es das aber nicht besser, wenn sie danach nicht gelernt haben, sich anders zu verhalten, sondern einfach nur, wieder in gute Stimmung zu kommen. Bis zum nächsten Konflikt.

Ich bin stets darauf bedacht , mich nicht verletzend zu verhalten.
Glaube ich Dir sofort.
Aber passiert ja manchmal trotzdem, dass einer, der es nicht wollte, jemanden verletzt. Vielleicht passiert es auch HS, die es gar nicht mitkriegen, habe ich mich gefragt. Keine Ahnung, ob sie so viel über Verletzungen wissen, dass sie im Voraus erkennen, dass sie dieses oder jenes nicht sagen oder tun sollten, weil es falsch ankommen könnte beim anderen, so dass er verletzt sein könnte.

Den Leuten, wegen denen ich mich schon mal verkrochen habe, bedeutete ich nichts. Die haben das nicht mal gemerkt.
Aber sie haben Dich vorher kritisiert oder verletzt reagiert. Wenn Du ihnen nichts bedeutest, würde ich versuchen, es mir selbst so schnell wie möglich zu verzeihen, also mehr mit dem "kalten Verstand" rangehen, mit einer logischen Erklärung, dass meine Gefühle nicht seine sind. Jemand, dem ich nichts bedeute, der hat die Verletzung meinerseits vielleicht gar nicht so tief empfunden und vielleicht viel zu heftig für mein Empfinden reagiert. Für den ist es vermutlich schnell vergessen, wenn sie Deine Reaktion gar nicht bemerkt haben.
 
  • #80
Der Unterschied zwischen HSP und Empathie ist, dass HSP angeboren ist und man fühlt tatsächlich, was der andere fühlt, der Ungeübte nimmt diese Gefühle als eigene wahr. Empathie ist antrainierte Fähigkeit, man kann NACHVOLLZIEHEN, wie der andere sich fühlt, aber man spürt nicht seine Gefühle.
Ja, so ähnlich sehe ich das auch, obwohl ich sagen würde, dass das Nachempfinden, also "ich weiß, wie du dich fühlst", schon gegeben sein kann, wenn die Person Lebenserfahrung hat und reflektiert ist. Die weiß dann auch, wie sich der Verletzte fühlt, weil sie selbst es schon mal erlebt hat.

Ich habe gelesen, dass es zwei Begriffe gibt - Hochsensibilität, wenn die Sinnesorgane verstärkt sind, also Licht, Geräusche, Geräusche und Hochsensibilität, da spürt man die Energien anderer Menschen.
Ich glaube, das letzte kann fast jeder in gewissem Maße. Wenn man Menschen trifft, denen man sympathisch ist und umgekehrt, oder wenn man sich sexuell interessant findet, spürt man ja zumindest einen kleinen Teil der Energien des anderen. Und der Rest wird dazugedichtet, wenn man verliebt ist, so dass diese Person die wundervollste aller Zeiten wird, ohne dass man die anderen Energien, die nicht passen, schon mitbekommen hätte.

Interessant im Zusammenhang mit dem ersten Thema des Zitats sind vielleicht Menschen mit Synästhesie.

Ich konnte keine Filme mit Kindern und Tieren anschauen und nichts, wo Gewalt vorhanden war.
Ich kann das immer noch in manchen Fällen nicht und finde es echt blöde, dass bei Aufmachern im Fernsehen immer mit reißerischer Stimme über Opfersein von Frauen und Kindern geredet wird, als sei das ein besonders geiler Teaser. Spannung immer nur durch ein noch widerwärtigeres Verbrechen. Bei den vielgepriesenen Larsson-Verfilmungen z.B. wird auch die Gewaltszene mit Salander als Opfer wieder und wieder gezeigt, und zwar immer aus Täter- oder Spannersicht, die der Zuschauer ja dann auch automatisch einnimmt und sich daran bei Bedarf ... fasziniert. Es fehlt die konkrete intensive Opfersicht, die viel eher den Willen zur Rache illustrieren würde.
 
  • #81
Ich kann das immer noch in manchen Fällen nicht und finde es echt blöde, dass bei Aufmachern im Fernsehen immer mit reißerischer Stimme über Opfersein von Frauen und Kindern geredet wird, als sei das ein besonders geiler Teaser. Spannung immer nur durch ein noch widerwärtigeres Verbrechen. Bei den vielgepriesenen Larsson-Verfilmungen z.B. wird auch die Gewaltszene mit Salander als Opfer wieder und wieder gezeigt, und zwar immer aus Täter- oder Spannersicht, die der Zuschauer ja dann auch automatisch einnimmt und sich daran bei Bedarf ... fasziniert. Es fehlt die konkrete intensive Opfersicht, die viel eher den Willen zur Rache illustrieren würde.
Ja gut, die Filme dienen zu Unterhaltung und müssen gewisse emotionale Überspannung haben, damit man Zuschauer gewinnt - das Leben bietet genug Probleme und wenn man sie verfilmt, dann muss man dem Zuschauer schon mehr Reize anbieten, als er hat. Ausserdem verarbeiten die Filmemacher oft eigene Erfahrungen, das dient denen als eine Art Therapie.
 
  • #82
dass bei Aufmachern im Fernsehen immer mit reißerischer Stimme über Opfersein von Frauen und Kindern geredet wird, als sei das ein besonders geiler Teaser. Spannung immer nur durch ein noch widerwärtigeres Verbrechen.
Das ist mir auch aufgefallen. In einer Zeit, wo gefühlt Krimis am laufenden Band produziert werden und auch die Szenen - selbst zur besten Sendezeit - immer drastischer werden. Wenn in einem Krimi beispielsweise ein Mensch entführt wird, kommt in der Vorschau garantiert so eine erniedriegende Szene, wo das Opfer hilflos und leidend gezeigt wird. Manchmal denke ich: Da gibt's jetzt Leute, die geilen sich daran auf.

Sehr gern verzichte ich auf diese Tiersendungen, wo es ungefähr eine Dreiviertelstunde darum geht, wie schwache Tiere von anderen Tieren gerissen und verzehrt werden. Wer Tiere mag, möchte das doch nicht sehen. Auch nicht mit dem Argument: Ist doch Natur. Ich möchte es mir trotzdem nicht reinziehen.

Ehrlich gesagt hatte ich mir bisher keine Gedankendarüber gemacht, dass diese Empfindungen bei bestimmten Szenen etwas mit meiner Sensibilität zu tun haben könnten. Kann aber sein. Hartgesottenere Zeitgenossen werden das weniger eng sehen ...
 
  • #83
Ich habe gelesen, dass es zwei Begriffe gibt - Hochsensibilität, wenn die Sinnesorgane verstärkt sind, also Licht, Geräusche, Geräusche und Hochsensibilität, da spürt man die Energien anderer Menschen.
Gibt es dazu irgendwelche wissenschaftlichen Studien ? Klinische Auswertungen - auch ab wann oder ab wieviel Prozent dies vom allgemein Üblichen abweicht ?
Ich konnte hier noch von niemanden lesen, der HSP seriös diagnostiziert bekommen hat. Alle haben nur gelesen und dann sich selbst diagnostiziert ..... Gibt es hierfür ein verbindliches "Krankheitsbild"? Hier sind doch Ärzte anwesend ....
 
  • #84
Gibt es dazu irgendwelche wissenschaftlichen Studien ?
Ja, Tom, es gibt wissenschaftliche Studien dazu, wie ich es schon relativ weit vorne im Thread geschrieben habe. Elaine Aron hat in den USA die Forschung zu den Hochsensiblen angestoßen und ja, es ist messbar, dass bei Hochsensiblen die Reizverarbeitung eine andere ist. Reize werden viel zahlreicher aufgenommen, weil sie kaum gefiltert werden und dazu werden sie tiefer verarbeitet. Das kann man mit bildgebenden Verfahren nachvollziehen (MRT), welche Bereiche bei einer HSP beim Betrachten eines Bildes im Gehirn aktiviert sind und somit mit dem Aktivitätsmuster von Non-HSP abgleichen. Bei HSP kann man auch ein erweitertes Hörspektrum messen.
Ebenso kann man bei Introvertierten im Gehirn eine ständig höhere elektrische Aktivität als bei Extravertierten messen, sowohl im Ruhezustand als auch beim Lösen von kognitiven Aufgaben.

Ich möchte auch einmal darauf hinweisen, dass "HSP" im Englischen für Highly Sensitive Person/ People steht. Man sieht an der engl. Bezeichnung sehr gut die sprachliche Verwandtschaft zum Sensus, der auf die Kanäle der Wahrnehmung hinweist (vgl. englisch sense= Sinn). Im Deutschen wird gerne von "hochsensibel" gesprochen, wenn "hochgradig gefühlsduselig" gemeint ist, vor allem von Leuten, die mit Hochsensibilität überhaupt nichts anfangen können. Einer Non-HSP die Hochsensibilität erklären zu wollen ist vergleichbar damit, einem von Geburt an Blinden die Farben zeigen zu wollen.

Im weiteren Verlauf des Threads wurde auch die Unterscheidung zwischen "empathisch" als die Eigenschaft, Gefühle anderer aufgrund des Vorstellungsvermögens und der Erfahrung nachvollziehen zu können sowie "sensitiv" als der Eigenschaft, die Gefühle anderer fühlen zu können, aufgetan.
Bei mir ist es so, dass ich die Stimmungen der anderen an mir so fühle, wie wenn es meine eigenen wären, sogar über große Distanz. Hin und wieder wache ich nachts an meinem eigenen Weinen auf und weiß dann, wem es gerade nicht gut geht. Die Seele arbeitet gerne nachts. Dass ich damit richtig liege, habe ich schon xmal durch Anrufe am nächsten Tag bei derjenigen Person bestätigt bekommen. Manchmal träume ich Dinge, die passieren werden oder ich weiß plötzlich etwas durch Eingebung, was ich eigentlich nicht wissen kann. Ich fühle die energetische Schwingung eines Menschen an meinen Händen (und meine eigene auch). Ich nehme Dinge über das Stirn- und das Herzchakra wahr. Bei mir funktionieren Wünschelruten und Pendel.


All das, was ich jetzt geschrieben habe, schreibe ich in der Hoffnung, dass es nicht als Spinnerei abgetan wird. Was davon zur Hochsensibilität gehört und was über die HS hinausgeht, weiß ich nicht, aber es gehört zu mir.
 
  • #85
Gibt es dazu irgendwelche wissenschaftlichen Studien ? Klinische Auswertungen - auch ab wann oder ab wieviel Prozent dies vom allgemein Üblichen abweicht ?
Ich konnte hier noch von niemanden lesen, der HSP seriös diagnostiziert bekommen hat. Alle haben nur gelesen und dann sich selbst diagnostiziert ..... Gibt es hierfür ein verbindliches "Krankheitsbild"? Hier sind doch Ärzte anwesend ....
Es ist ja keine "Krankheit". Es ist eine Variante menschlichen (und anscheinend auch tierischen) Seins.
Und abfragen kann man HS genauso wie man bei Persönlichkeitstests andere Bereiche abfragt - der MBTI-Test sagt dir vielleicht etwas? Den manchen die meisten, die er interessiert, auch nicht beim Psychologen und finden sich dennoch in der Auswertung meist erstaunlich gut getroffen (wobei man den auch austricksen kann, wenn man sich gut genug kennt ;)).

Vielleicht ist es immer noch das Bitten um Akzeptanz, weil man sein ganzes Leben lang gelernt hat, dass man nicht wie das Gros der anderen ist, weil man nicht zur Gruppe gehört, vielleicht nicht mal in die Familie passt.
Ich denke, das ist tatsächlich ein Faktor, der zumindest bei mir zutrifft.
Was @Cassel beschreibt, kenne ich auch, kann aber mittlerweile besser damit umgehen. Wobei ich selbst dem anderen immer erst einmal zugestehe, dass er mich ja nicht kennt und deshalb nicht wissen kann, was meine "Schwachstellen" sind. Das kann ich dann wegstecken. Andererseits gebe ich mir auch (beruflich) sehr viel Mühe, keine Angriffsfläche zu bieten.

Und seit eineinhalb Jahren habe ich einen Chef, der mich - von mir eher unbemerkt, da wir nicht dauernd miteinander zu tun haben - wohl recht genau beobachtet und mittlerweile einschätzen kann, wie ich ticke. Der behandelt mich auf eine Art "richtig", die mir manchmal fast ein bisschen unheimlich ist. Der entschuldigt sich sogar für eine pampige Antwort, wo ich genau weiß, dass diese dem Stress geschuldet ist und gar nichts mit mir persönlich zu tun hat.

Aber im Privatleben bin ich "ungeschützt". Und ohne grundsätzliche Offenheit ist ja eine gute und schöne Beziehung nicht wirklich möglich. Da muss ich mich verletzbar machen und Kritik verletzt mich immer zunächst einmal, mag sie noch so sachlich und berechtigt sein. Daran arbeite ich und muss ich weiter arbeiten.
 
  • #86
All das, was ich jetzt geschrieben habe, schreibe ich in der Hoffnung, dass es nicht als Spinnerei abgetan wird. Was davon zur Hochsensibilität gehört und was über die HS hinausgeht, weiß ich nicht, aber es gehört zu mir
Ich danke zunächst für deine Erklärungen und nein, ich tu das nicht als Spinnerei ab.
Nun ist es aber so - selbst ich als Kaufmann weiss, dass diese Spektrometer zur Erfassung der Hirnströme sehr teuer sind und auch noch richtig bedient werden müssen. Daher hat das niemand einfach so daheim. Und das notwendige Fachwissen haben wohl nur die wenigsten Mediziner.
Ja, es gibt , wie mir ja @Serenissima erklärt, Tests, um sich selbst zu diagnostizieren, die man austricksen kann ...... und genau das möchte ich nicht. Mir geht es um Diagnosen von Spezialisten. Klinisch. Seriös. Wissenschaftlich belegbar und überprüfbar. Und da scheinen wir noch in der Forschungsphase zu sein. Oder ?
Ja, die Figur des "ungläubigen Thomas" ist schon in der Bibel erwähnt, die Sensibilität einer Kettensäge unterbiete ich locker ....... aber hartnäckig Fragen stellen kann ich. Gibt es eine Studie einer Universität o.ä. (im med. Bereich) , die Rückschlüsse auf Häufigkeit und versch. Ausprägungen erlaubt ?
Es ist für mich schwierig - aber ich kann den meisten Personen, die sich oder andere hier als "HSP" beschreiben keinen Glauben schenken. Und bei wenigen weiss ich zu wenig, um Ja oder Nein antworten zu können .....
 
  • #87
Bei mir ist es so, dass ich die Stimmungen der anderen an mir so fühle, wie wenn es meine eigenen wären,
Du hast nun von Dir geschrieben, also ob das bei allen HS-Personen so ist, kann man vermutlich nicht festlegen. Aber ich finde, das, was Du beschreibst, ist was ganz anderes, als Kritik nicht zu ertragen und sich vor Schamgefühl zu verkriechen.
Der Partner der FS müsste ja, falls er HS-Person ist, viel sensibler sein mit ihr, statt sie tagelang in Ungewissheit hängen zu lassen. Er fühlt zumindest dabei NUR seine eigenen Gefühle, nicht ihre, würde ich sagen. Und er dichtet ihr an, es sei für sie viel schlimmer, was er da getan und was sie kritisiert hat, als es tatsächlich für sie ist, denn sie hätte ja lieber seine Gegenwart statt sein Zurückziehen. Es geht um SEINE Gefühle, will ich damit sagen.
Ich könnte mir vorstellen, er meint mit HS nur, dass er nicht "nein" sagen kann, weil er niemanden enttäuschen will. Das kann aber, so wie ich es verstehe, nichts zu tun haben mit HS.

Mir fällt gerade Rupert Sheldrake ein mit den morphogenetischen Feldern.

Ich frage mich auch gerade, ob es das ganze auch "mit Gedanken" gibt, also Schizophrenie, Stimmen hören, die nichts mit einem zu tun haben.

Ich weiß nicht, ob es nur eine gewisse Empathie ist, aber ich darf mich z.B. nicht so sehr hineinversetzen, wenn mir jemand von Krankheiten erzählt, weil ich sonst auch Symptome und auch echte gleiche Schmerzen bis zum Magengeschwür entwickle (ich denke jedenfalls, dass ich das nicht gekriegt hätte, wenn ich nicht dauernd das Gerede und das Leid darüber mitbekommen hätte und als Kind immer dachte, ich will und muss es wieder gut machen). Das Geschwür entwickelte sich aber in meinen Holzklotzzeiten, also keine Ahnung, wie ich das einordnen soll.
Ich bin extrem empfindlich, was die Haut angeht, vielleicht gibt es HS auch hier? Lurex, Stoffe mit Wollanteil, irgendwas, das auch nur ein bisschen kratzt oder hart als Stoff ist, kann ich nicht ertragen. Ich war eine Trockengeburt, hatte mehrere Stunden auf dem Trockenen gelegen, und ich war ziemlich rot gescheuert, als ich auf die Welt gekommen war. Vielleicht liegt das daran?
 
  • #89
Ich bin extrem empfindlich, was die Haut angeht, vielleicht gibt es HS auch hier? Lurex, Stoffe mit Wollanteil, irgendwas, das auch nur ein bisschen kratzt oder hart als Stoff ist, kann ich nicht ertrag
Geht mir auch so. Voll doof als Frau, wenn man auf tolle Klamotten verzichten muss, weill der Stoff unangenehm ist.
Das Geschwür entwickelte sich aber in meinen Holzklotzzeiten, also keine Ahnung, wie ich das einordnen soll.
Als Erwachsene lernen wir uns besser abzugrenzen oder bestimmte Menschen zu meiden. Als Kind ist man dem schutzlos ausgeliefert, ausserdem sind bei ihnen die feinstöffliche Körper noch "offen", also nehmen sie buchstäblich alles unfiltriert auf.
Schizophrenie und andere Geisteskrankheiten sind nicht anderes, als Fehlverarveitung von feinstöffliche Informationen. Der menschliche Körper ist viel zu schwach dafür, ausserdem funkt der Verstand dazwischen, der das Empfangene nicht einordnen kann, weil es in seiner Vorstellung sowas nicht existiert. Der Mensch wird verRÜCKT. Zu meinen Hochphasen war ich nach spirituellen Session absolut k. o., als ob ich zehn Stunden auf der Baustelle verbracht habe. Ich habe nur noch geschlafen. Bei besonders begabten ist ein zweitägiger Schlaf am Stück keine Seltenheit.
Tom, mein erster Beitrag wurde nicht veröffentlicht, Mon Chi Chi hat schon sehr gut erklärt. Im Prinzip ist es so, dass jeder Mensch hochsensibel und spirituell ist. Bloß nicht jeder nimmt es wahr, er spürt es einfach nicht und solche Kräfte haben nicht nur gute Seiten, sie können auch extrem zerstörerisch sein, wenn jemand sie in falsche Richtung lenkt. Die Gedanken haben ihre Wirksamkeit und da muss man aufpassen, was man sich wünscht. Ich habe gelesen, dass nur höherentwickelte Seelen diese Begabung wahrnehmen, also Seelen, die viel Erfahrung gesammelt haben. Es bedeutet nicht, dass andere Menschen doof oder minderwertig sind, sondern dass sie einem unreifen Kind gleichen, dass noch die Verantwortung und Konsequenzen für sein Handeln lernen muss. Mann sieht es auch äußerlich sehr gut - manche Menschen haben einen sehr weisen Blick, egal wie alt sie sind. Allgemein kann mann sie an den Augen erkennen - die sind immer klar und irgendwie tief, man schaut "rein".
 
  • #90
Sehr interessantes Thema, habe alles durchgelesen und denke der Partner hat evtl autistische Züge. Es gibt hochbegabte Autisten, die aber im Umgang mit Menschen komplett unbeholfen sind und keine Empathie haben.
Lg
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.